28.02.2005 / Autor: Andreas Tramposch Astronomie > Sonnensystem

Terraforming soll Mars bewohnbar machen

Künstlich injizierte Treibhausgase in die Atmosphäre des Mars sollen unseren Nachbarplanten erwärmen und bewohnbar machen.

Nicht nur Wissenschaftler, sondern vor allem Science-Fiction Autoren haben "Terraforming" schon längere Zeit in Betracht gezogen. Beim "Terraforming" soll der Mars von den Menschen künstlich umgestaltet und bewohnbar gemachen werden. "Terraforming" ist nicht nur eines der interessantesten, sondern zugleich auch eines der umstrittensten Themen. Viele sind der Meinung, dass Erdlinge nicht das Recht haben in das Klima eines anderen Planeten einzugreifen. Andere sehen den Mars als einen Ersatzplaneten für die Menschen, den wir benötigen, wenn die Lebensbedingungen auf der Erde sich verschlechtern. Wieder andere sind der Meinung, dass das Zurückbringen der Marsbedingungen zu dessen vergangenen um einiges wärmeren und womöglich sogar lebensmöglichen Voraussetzungen mehr als Sinn machen würde.



Soll der Mars mittels Terraforming bewohnbar gemacht werden?
(Bild: NASA)
Mit einer sehr dünnen Atmosphäre und weiter von der Sonne entfernt als unsere Erde ist es am Mars auch um einiges kälter. Gegenwärtig gibt es keine Beweise für flüssiges Wasser auf der Marsoberfläche. Flüssiges Wasser ist aber so weit wir wissen eine wesentliche Voraussetzung für Leben. Die Polarregionen beinhalten gewaltige Vorräte aus Eiswasser und Karbondioxid (= Trockeneis). Theoretiker meinten schon seit längerem, dass das Schmelzen der Pole die Atmosphäre ausweiten und wie eine Bettdecke die Marsoberfläche besser isolieren und eventuell ein erdähnliches Klima erzeugen könnte. Vergangen Studien haben gezeigt, dass der Mars in seiner Vergangenheit Seen besessen hatte und sogar Regen möglich war.

Die neuen Forschungen beschäftigten sich nun damit wie es möglich wäre, die Temperaturen am Mars so zu erhöhen, dass das Eiswasser und Trockeneis an den Polen zu schmelzen beginnen kann. Unter den unzähligen Modellversuchen hat sich das mittels injizierter Treibhausgase erzwungene "Global Warming" am Mars als beste Variante durchsetzen können. "Global Warming" in einem Labor in planetengröße durchführen zu können ist für viele Wissenschaftler hinsichtlich einiger Aspekte zusätzlich wie ein Segen. "Leben zum Mars zu bringen und seinen Wachstum zu studieren würde uns helfen, Evolutionsschritte besser zu verstehen", sagte Margarite Marinova vom Ames Research Center der NASA. "Wenn der Mars seinen früheren und besser bewohnbaren Zustand erreicht, würde eine wärmere Atmosphäre am Mars unter Umständen momentan 'inaktives' Leben am Mars die Möglichkeit geben aufzuerstehen und sich weiter fortzubilden."

Bei den Forschungen hat sich gezeigt, dass künstlich erzeugte Gase dabei bis zu 10.000-mal effektiver als Kohlendioxid sein könnten. Die dafür am besten geeigneten Gase sind Fluride und können aus Elementen erzeugt werden, die bereits am Mars vorhanden sind. Die Eisschichten an den Polaren würden langsam zu verdunsten beginnen. Die durch diesen Vorgang freigewordenen Kohlendioxide würden zusätzlich die Erwärmung und das Schmelzen der restlichen Eismassen beeinflussen. Zusätzlich könnten auch große Spiegel im Orbit um den Planeten das Sonnenlicht so reflektieren, dass eine zusätzliche Erwärmung des Planeten möglich ist. Der atmosphärische Druck würde zu steigen beginnen, und langsam würde der Planet bewohnbare Bedingungen annehmen.

Ironischerweise könnte somit die Menschheit den Mars mit den gleichen Mitteln, mit denen wir unseren Heimatplaneten langsam aber sicher unbewohnbar machen, so präparieren, dass eines Tages vielleicht tatsächlich eine Umsiedlung zum Mars stattfinden wird. Miterleben dürften wir diesen Prozess aber höchstwahrscheinlich nicht mehr, da es Hunderte bis Tausende von Jahren dauern würde, bis der Prozess vollendet ist.
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