Guten Morgen,
das gilt so für Kommunikationssatelliten. Da bauen Hersteller und Betreiber sehr viel auf "Heritage" bei Bus, Subsystemen und Nutzlast/Payload. Bei quasi allen anderen Missionen, die nicht in den
GEO gehen oder die nicht eine ganze Flotte von Satelliten besitzen, geschieht oft deutlich mehr Einzeldesign. Beim Bus wird auch so viel Heritage wie möglich versucht, aber ein Radarsatellit unterscheidet sich in seinem Missionsdesign halt sehr von einem optischen Satelliten oder einem Astronomiesatelliten. Hier ist auch die Größe nicht sofort festgelegt.
Der "sinnvolle" Ansatz zu Dimensionierung ist top-down. Aus der Frage "Was sollen wir machen?" kommen Anforderungen an Orbit und Nutzlast/Payload. Dafür muss man dann den passenden Satelliten konstruieren und den Träger finden.
Es ist aber durchaus auch der Fall, je nach Budget, dass man schon früh auf eine bestimmte Trägerklasse oder einen bestimmten Träger festgelegt ist. Dann werden dadurch schon sehr früh im Design weitere Nebenbedingungen gezogen.
Zur Standardisierung: In der europäischen unbemannten Raumfahrt gibt es das ECSS-System (European Cooperation for Space Standardisation). Alle großen Hersteller und Agenturen arbeiten dort zusammen und haben sich Standards zu Management, Engineering und Qualitätssicherung bei Raumfahrtprojekten gegeben. Dadurch spricht man schneller die "selbe Sprache", hat das selbe Verständnis der Anforderungen und bedient kompatibel die Schnittstellen zueinander.
Im großen Rahmen international-global gibt es von der ISO eine Reihe Standards, bzw. die werden momentan entwickelt. Die sind aber eher generisch, da sie oft "den kleinsten gemeinsamen Nenner" aller Beteiligten darstellen und gehen wenig/kaum in Designdetails. Aber u.a. bei Space-Debris hat die ISO eine Führungsrolle.