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Autor Thema: Satellit Biomass  (Gelesen 1193 mal)

Online Gertrud

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Satellit Biomass
« am: 07. Mai 2013, 22:25:35 »
Hallo Zusammen,
ESA genehmigt den Satelliten Biomasse zur Überwachung der Wälder.
Der Satellit Biomass wird über ein neuartiges Radarsystem verfügen, das in der Lage, die Stämme und dicke Äste von Bäumen aus dem Orbit zu orten. Es wird eine 12 Meter -Antenne benötigt, um das das Return-Signal von dermRadar-Puls zu erfassen. Die Antenne wird beim Start gefaltet in der Rakete Vega untergebracht und sie sollte sich nach der Erreichung Umlaufbahn von 650 km Höhe entfalten. Der Satellit Biomass soll voraussichtlicht 2020 mit der Vega starten.

Credit:ESA
http://esamultimedia.esa.int/docs/EarthObservation/SP1324-1_BIOMASSr.pdf

 Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline McFire

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #1 am: 08. Mai 2013, 00:50:08 »
Chinesische Mauer > Autos > Stämme > Äste.................
Irgendwann wird man unsere Haare auf dem Kopf zählen können, sowohl im Licht als auch Radar.
Aber das ergibt sich nur gaaaanz zufällig und nebenbei ........... ;D ;)
Information ist Wahrheit, die zu ungefährlich ist, um sie zu verfälschen.

Offline pikarl

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #2 am: 08. Mai 2013, 16:22:08 »
Dieser Radarspiegel sieht ja einigermaßen ungewöhnlich aus (erinnert aber an die Sonnenschirme der vielen Cafés gerade). Die 12 Meter in die Vega-Nutzlastbucht rein- und später wieder rauszufalten, ist sicher auch nicht leicht.

Meine Frage: Versteht jemand das Prinzip dieses Radarsystems?

websquid

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #3 am: 08. Mai 2013, 19:30:09 »
Meine Frage: Versteht jemand das Prinzip dieses Radarsystems?
Eigentlich ist das nicht weiter kompliziert... es ist halt einfach ein P-Band Radar. Das ist aufgrund seiner begrenzten Auflösung für normale Aufklärungssatelliten und so nicht interessant (die arbeiten meist im kürzeren X-Band), aber für diese Beobachtungen einfach ideal, denn Biomasse reflektiert Strahlung im P-Band besonders gut. So wird Biomass eine Auflösung von etwa 100m haben, was für normale Radarsatelliten ein schlechter Witz wäre. ;)

EDIT: Ich denke der Spiegel muss auch deshalb so groß sein, weil P-Band ja sehr langwellig ist, verglichen mit anderen Radarsystemen.

Online Schillrich

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #4 am: 08. Mai 2013, 19:31:23 »
Das ist einfach nur ein großer Reflektor. Das Radarsignal selbst wird vom Bus abgestrahlt.
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Offline Phobos

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #5 am: 09. Mai 2013, 00:19:11 »
P-Band hört sich gut an..

Tatsächlich geht es um einen 6 MHz Bereich von 432 bis 437 MHz im UHF -Bereich der Funkamateure...

Daher auch der große Reflektor...

Die Funkamateure werden bestimmt nicht so begeistert sein...


Online Schillrich

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #6 am: 09. Mai 2013, 09:01:03 »
Man muss heute ja auch davon ausgehen, wenn man so eine Mission (die die Oberfläche anstrahlt) anmeldet, dann melden sich bei der ITU zig (nationale/hoheitliche) Einsprüche. Und mit jedem "Einsprecher" muss man dann aushandeln, ob man ihn stört, wie man ihn stört, wie man das umgehen kann. Ggf. darf man dann seinen Sender in bestimmten Orbitphasen nicht in Betrieb nehmen ... für einen globalen Erdbeobachter natürlich schlecht.
Und wenn man dann im Betrieb ist, muss man ständig alle späteren Sender prüfen und gegen die einsprechen, weil die jetzt ggf. die eigene Mission stören.
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Offline tomtom

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #7 am: 09. Mai 2013, 10:00:26 »
Ja, das scheint das Problem zu sein, was noch zu lösen ist. Gemäß der Quelle wurde Biomass erst in den letzten 5 Jahre möglich gemacht, weil man Frequenzen freigemacht hat.

Da sich die Frequenzen mit dem United States Space Object Tracking Radar überschneiden, ist die Nutzung in Nordamerika und Europa nicht möglich. Verhandlungen konnten den Konflikt bisher nicht beseitigen.

http://geologistatfault.wordpress.com/
ESA Dordain: "The station is more than a laboratory for science, it is a laboratory for cooperation."

Online Schillrich

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #8 am: 09. Mai 2013, 10:25:24 »
Mal etwas abseits vom Thema:
Man beginnt bei der ITU darüber nachzudenken das EM-Spektrum für solche Fernerkundungs-Techologien/-Missionen "freizuräumen". Zumindest wurden entsprechende Fragen unter den Mitgliedern gestreut. Heute wird Telemetrie und Telecommand v.a. im S-Band gesendet. Ggf. möchte/muss/kann man damit in höhere Bänder ausweichen, um untere Spektrum für Erdbeobachtung/Fernerkundung freizuräumen.
\\   //    Grüße
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Offline Rücksturz

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #9 am: 09. Mai 2013, 17:07:00 »
Grundsätzlich halte ich die Idee die Biomasse (nur in Wäldern oder generell?) zu monitoren für eine gute Sache.
Aber zwei Punkte sind mir noch nicht ganz klar.
@Gertrud
Zitat
Der Satellit Biomass wird über ein neuartiges Radarsystem verfügen, das in der Lage, die Stämme und dicke Äste von Bäumen aus dem Orbit zu orten.
@websquid
Zitat
So wird Biomass eine Auflösung von etwa 100m haben, was für normale Radarsatelliten ein schlechter Witz wäre.
Ist das nicht ein Widerspruch, wenn er einzelne Stämme erkennen soll, aber "nur" eine Auflösung von 100m hätte?  ???

@tomtom
Zitat
Da sich die Frequenzen mit dem United States Space Object Tracking Radar überschneiden, ist die Nutzung in Nordamerika und Europa nicht möglich.
Ein von der ESA finanzierter Erdbeobachtungssatellit der seine Sensoren über Europa nicht aktivieren darf??  :o
Oder hat man die europäischen Wälder eh schon abgeschrieben?   :P

Ein verwirrter Rücksturz
Je älter man wird, um so näher ist man der Zukunft.

websquid

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #10 am: 09. Mai 2013, 17:11:41 »
Ein massiver Baumstamm strahlt sehr stark zurück und ist daher sehr gut erkennbar. Aufgrund der räumlichen Auflösung kann man aber eben nur erkennen, dass da ein Baum steht - aber ob jetzt 50m weiter rechts oder links, ist nicht wirklich bestimmbar. Zumindest hab ich das System so verstanden.

Online Nitro

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Re: Satellit Biomass
« Antwort #11 am: 09. Mai 2013, 17:20:54 »
Europa und Amerika wurden bereits mit Flugzeugen und Forschungsballons zu Genüge vermessen. Man hofft aber dennoch, dass man über Verhandlungen eine Lösung des Frequenzproblems zu finden um an vergleichbare Daten zu kommen.

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