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Autor Thema: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck  (Gelesen 79543 mal)

Offline Gertrud

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #150 am: 23. März 2013, 13:28:16 »
Hallo Zusammen,
Das Muster des älteste Lichts des Universums,
die Asymmetrie und der kalter Fleck
auf der Karte wird eine  Asymmetrie in den Temperaturschwankungen des alten Lichtes über zwei Hälften unseres Himmels dargestellt. Auf dem Bild ist auch in einem Areal ein kalter Fleck am Himmel eingezeichnet, der wesentlich größer als erwartet ist.Die Temperaturschwankungen werden in unterschiedlichen Farben dargestellt, rot bedeutet wärmer und blau zeigt kälter an. Das Ausmaß dieser Schwankungen ist auf der rechten Halbkugel größer als auf der linken Seite.
Diese erneute Erfassung dieser Anomalien wiederspricht dem Standardmodell, nachdem sich das Universum in alle Richtungen gleich verhält.Die Wissenschaftler betrachten diese Erfassung dieser Anomalien nicht für einen Messfehler und berichten von einer Tatsache. Die Wissenschaftler wollen für diese Anomalien neue Hypothesen überprüfen. Eine Möglichkeit wäre, dass das Licht der Hintergrundstrahlung einen anderen Weg durch das Universum zurücklegt, als bisher vermutet wurde. 
Copyright: ESA and the Planck Collaboration
Quellen:
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA16877

http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/Planck_offenbart_uns_ein_fast_perfektes_Universum

Zu den neuen Meßergebnissen der Bericht von Michael Clormann im Portal.
Plancks weiter Blick

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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websquid

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #151 am: 24. März 2013, 15:01:49 »
Wer sich noch detaillierter mit den Ergebnissen befassen will, findet hier die Fachartikel zum Thema:

http://de.arxiv.org/pdf/1303.5062
bis
http://de.arxiv.org/pdf/1303.5090
(jeweils die Zahl hochzählen, sind tatsächlich 39 einzelne Artikel :o )

waldmannpeter95

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #152 am: 29. April 2013, 18:03:36 »
Jetzt ist das Helium auf Herschel endgültig alle. Bis Mai werden noch ein paar Tests durchgeführt und dann wird Herschel auf einer (stabilen)Umlaufbahn um die Sonne "entsorgt" :'(
http://www.esa.int/For_Media/Press_Releases/Herschel_closes_its_eyes_on_the_Universe
Gruß Peter

websquid

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #153 am: 29. April 2013, 18:41:21 »
Das wars dann also... schade drum, aber leider auch absehbar gewesen. :'(

Offline Major Tom

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #154 am: 29. April 2013, 21:11:25 »
Schade. Zukünftige Systeme mit aktiver Kühlung werden wohl eine deutlich längere Lebenszeit haben.
„Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“ K. E. Ziolkowski

-

Stolzer Träger einer Raumconverwarnung wegen Schreibens unbequemer Wahrheiten.

Offline einsteinturm

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #155 am: 29. April 2013, 21:33:01 »
Wie kompliziert wäre denn ein automatischer Kuehlmittelauftanker gewesen, da haette man die Technik doch sicherlich?

websquid

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #156 am: 29. April 2013, 21:39:51 »
Wie kompliziert wäre denn ein automatischer Kuehlmittelauftanker gewesen, da haette man die Technik doch sicherlich?
Nein die hätte man nicht und deshalb wäre es auch sehr teuer gewesen ;)

Herschel war ja überhaupt nicht dafür ausgelegt, also hätte man einen Roboter bauen müssen, der Herschel als nicht dafür ausgelegtes Ziel einfängt (das geht in Richtung DEOS - Deutsche Orbitale Servicing Mission), dann den (nicht darauf ausgelegten!) Kryostaten öffnet, betankt und wieder korrekt schließt. Derzeit vollkommen unmöglich.

Etwas anderes wäre es gewesen, wenn man Herschel darauf ausgelegt hätte - dann hätte man einen Dockingport anbauen müssen und hätte dann einen Transporter hinschicken können (z.B. auf Progress-Basis, die Größe wäre dann wohl angemessen gewesen).

Offline redmoon

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #157 am: 01. Mai 2013, 15:43:53 »
Hallo,

hier dann auch der entsprechende Bericht auf unserer Portalseite : 

"Weltraumteleskop Herschel: Mission beendet"
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/01052013140217.shtml 

Schöne Grüße aus Bad Honnef - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

waldmannpeter95

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #158 am: 20. Mai 2013, 11:11:31 »
Herschel wird gerade in seinen disposal Orbit verlegt:
Zitat
ESA Operations ‏@esaoperations 17m
RT @ESAHerschel The post-cryogen tests are going well  @ESAHerschel moving gradually away from the Earth-Moon system in its disposal orbit
ESA Operations ‏@esaoperations 17m
RT @ESAHerschel Herschel is now 1.02AU from the Sun & almost 1.9 million kilometres from Earth, moving south in the constellation of Libra

Offline Majo2096

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #159 am: 23. Mai 2013, 22:45:46 »
Hallo,

man hat mit Herschel Galaxien gefunden die sich aufeinander zu bewegen

Bei der Nasa gibt es noch ein Video ihr müsst es euch dort anschauen

http://www.nasa.gov/mission_pages/herschel/news/herschel20130522.html


websquid

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #160 am: 18. Juni 2013, 01:47:21 »
http://www.esa.int/Our_Activities/Operations/Herschel_ends_operations_as_orbiting_testbed

Und jetzt ist Herschel endgültig abgeschaltet... In den Friedhofsorbit geschossen, alle Tests durchgeführt die man noch vor hatte

Offline GG

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #161 am: 18. Juni 2013, 08:09:28 »
Vielleicht werden Raumfahrer in 20 Jahren den 3,50-m-Spiegel ausbauen und in einem anderen Teleskop weiter verwenden. ;)

Offline 973

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #162 am: 24. Juli 2013, 06:03:32 »
Ich bin jetzt zu faul, die ganzen Ergebnisse von Planck zu lesen

Vielleicht hat das ja jemand gemacht

Wie groß war denn die beobachtete Dichte im Verhältnis zu heute, zur Zeit des Verbleibens der Hintergrundstrahlung  ?

Mich würde interessieren, ob die Masse der Welt zunimmt, also die Dichte langsamer als mit etwa z³ abnimmt

waldmannpeter95

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #163 am: 15. August 2013, 10:26:08 »
Und auch die Planck Mission geht ihrem Ende entgegen, Twittermeldung von ESA-Science:
Zitat
After 1554 days of ops, @Planck yesterday departed from its orbit around L2. New trajectory ensures no encounter with Earth for 300 years.

Zitat
On 23 Oct, @Planck will be turned off, completing its 4 year successful mission.

Also am 23.10. wird Planck endgültig abgeschaltet  :'(

Offline Liftboy

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #164 am: 23. August 2013, 10:19:11 »
Guten Morgen,

in der aktuell neusten Folge vom Raumzeit-Podcast ist das Thema "Planck". Reingehört habe ich noch nicht, eine Zusammenfassung kann ich also nicht geben, wer es sich aber selbst anhören möchte, kann das hier tun:

http://raumzeit-podcast.de/2013/08/23/rz055-planck/
Warum nicht?

Offline einsteinturm

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #165 am: 06. Oktober 2013, 11:54:20 »
Toller Artikel im Portal. Wie weit kommt man denn unter die 380000? Und wird dad eine vollständige Karte? Ich dachte da muessen wir auf Neutrinoteleskope entsprechender Auflösung warten?

Offline Pirx

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #166 am: 21. Oktober 2013, 10:55:32 »
Und auch die Planck Mission geht ihrem Ende entgegen, Twittermeldung von ESA-Science:
Zitat
After 1554 days of ops, @Planck yesterday departed from its orbit around L2. New trajectory ensures no encounter with Earth for 300 years.
Zitat
On 23 Oct, @Planck will be turned off, completing its 4 year successful mission.
Also am 23.10. wird Planck endgültig abgeschaltet  :'(
Die ESA hat heute getwittert, das die Instrumentennutzlast von Planck mit Unterstützung durch das JPL am 19. Oktober 2013 abgeschaltet wurde. Offizielles Missionsende ist weiterhin der 23. Oktober 2013.

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Andu

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #167 am: 21. Oktober 2013, 15:18:26 »
Toller Artikel im Portal. Wie weit kommt man denn unter die 380000? Und wird dad eine vollständige Karte? Ich dachte da muessen wir auf Neutrinoteleskope entsprechender Auflösung warten?

Hallo einsteinturm,

ich denke, genauere Informationen erhält man im kommenden Jahr, nach Hinzuziehung von Plancks Daten.
Falls dich die pyhsikalischen Details interessieren, hier das Original-Paper:
http://prl.aps.org/abstract/PRL/v111/i14/e141301

Wie weit "hinein" in die Inflation und in welchem Umfang überhaupt eine Datengewinnung möglich sein wird, kann ich nicht qualifiziert beurteilen.  ;)

Gruß,
Michael

Offline firelion

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #168 am: 04. August 2014, 21:41:13 »
Hallo,

laut neuesten Erkenntnissen stammen die Anomalien auf der Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung, die das Planck-Observatorium geliefert hat, vor allem aus der Bewegung unserer Milchstraße.

In einer europäischen Studie wurden die Daten durch Forscher der EPFL (Schweiz) und CEA (Frankreich) mit neuen Methoden aufgearbeitet. Dabei wurde das Licht im Vordergrund vom dem im Hintergrund (oder der Hintergrundstahlung?) getrennt und verschiedene bekannte Gravitationswirkungen berücksichtigt.

Zitat
A recent European study led by EPFL cosmologist Anaïs Rassat indicates that several of the anomalies disappear if the data from the Planck satellite are processed in a new way. "Using new techniques to separate the foreground light from the background, and taking into account effects like the motion of our Galaxy, we found that most of the claimed anomalies we studied, like the cold spot, stop being problematic," explains Rassat.

Previous methods were left with some regions of unwanted light that needed to be masked in the analysis. Instead, Rassat and her partners from CEA in France, studied a map that avoided masking techniques altogether, giving access to the whole sky. Next, they corrected the data by taking into account the way our Galaxy moves. They also adjusted the data for distortions in the relic light itself as it traveled through moving charged particles in an expanding Universe as well as other known gravitational effects.

Auf diese Weise konnten einige der Anomalien als unproblematisch eingestuft werden, andere konnten auf diese Weise jedoch noch nicht korrigiert werden. Es bleibt also immer noch Raum für neue Entdeckungen...

Quelle:
http://www.sciencedaily.com/releases/2014/08/140804103025.htm?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+sciencedaily%2Ftop_news%2Ftop_science+%28ScienceDaily%3A+Top+Science+News%29

Der Artikel bezieht sich auf eine im Mai 2014 veröffentlichte, wissenschaftliche Studie über die Ergebnisse des Teleskops Planck
"Planck CMB Anomalies: Astrophysical and Cosmological Foregrounds and the Curse of Masking,
A. Rassat, J.-L. Starck, P. Paykari, F. Sureau, J. Bobin"
Link:
http://arxiv.org/abs/1405.1844
bzw. als pdf:
http://arxiv.org/pdf/1405.1844v1

VG, firelion

Offline Gertrud

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #169 am: 12. Februar 2015, 08:22:29 »
Hallo Zusammen,

dieses Porträt unserer Milchstraße zeigt ein Mischmasch aus Gas, geladene Teilchen und verschiedene Arten von Staub.
Das Compositbild kommt von der Planck Mission. Es ist aus Beobachtungen in Mikrowellen- und Millimeterwellenlängen des Lichts, die länger sind als das, was wir mit unseren Augen sehen können.
Die Karte zeigt die vielen Aktivitäten, die Plank in unserer Milchstraße erkennt. Die Astronomen benutzen diese Karten , um die Zusammensetzung, Temperatur, Dichte und großräumige Struktur des Materials zwischen den Sternen, zusätzlich zu den Mustern der Sternentstehung in unserer Galaxie und die Rolle von Magnetfeldern besser zu verstehen.
Credit: ESA/NASA/JPL-Caltech
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18912

In dieser Ansicht stellen verschiedene Farben  verschiedene Materialien und Arten von Strahlung da.
Rot zeigt Staub, das ein thermische Glühen abgibt, und es stellt die häufigste der gezeigten Staub Funktionen.
Gelb zeigt Kohlenmonoxid-Gas, das entlang der Ebene unserer Milchstraße in den dichtesten Wolken aus Gas und Staub konzentriert ist, welches durch neue Sterne aufgewühlt ist.
Blau zeigt die Synchrotronstrahlung, die, wenn sie aus schnell bewegenden Elektronen besteht, von Supernovae kommen und andere energetische Phänomene die  im Magnetfeld der Galaxis auftreten. Die Elektronenspirale entlang des Magnetfeldes ist das Reisen in der Nähe der Lichtgeschwindigkeit.
Das Grüne zeigt eine andere Art von Strahlung, welche frei-frei genannt wird.. Dies geschieht, wenn isolierte Elektronen und Protonen aneinander vorbei in einer Reihe in der Nähe von Kollisionen verlangsamen, aber weiterhin auf ihre eigene Weise (der Name frei-frei kommt von der Tatsache, dass die Partikel alleine beginnen und am Ende allein sind). Die frei-frei-Signaturen werden mit heißem, ionisiertem Gas in der Nähe von massereichen Sternen verbunden.
Credit: ESA/NASA/JPL-Caltech
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18913
         
Universale Materie
Materie, die zwischen der Erde und dem Rand des beobachtbaren Universums ist in diesem All-Himmelskarte von Planck gezeigt. Regionen mit mehr Masse zeigen sich als helle Bereiche, während Regionen mit weniger Masse dunkler sind. Die grau hinterlegten Bereiche zeigen, wo das Licht von unserer eigenen Galaxie  zu hell war, geblockt durch die Planck Fähigkeit, die entfernteren Materie zuzuordnen.
Credit: ESA/NASA/JPL-Caltech
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18914

Polarisierender Staub beleuchtet unsere Milchstraße,
unsere Milchstraße ist in Flammen mit Staub in diese neue Himmelskarte von Planck. Die Türme der brennenden Farben sind eigentlich Staub in der Galaxie und darüber hinaus polarisiert. Die Daten zeigen  Licht von 353 Gigahertz oder 0,85-Millimeter-Wellenlängen, das länger sind als das, was wir mit unseren Augen sehen.
 Planck zeigt mit spezielle Detektoren das polarisierte Licht. Das meiste Licht kommt von Staub in unserer Galaxie, aber nur ein sehr kleiner Bruchteil begleitet uns von Anbeginn der Zeit, Milliarden Lichtjahre entfernt. Das alte polarisiertem Licht zeigt Hinweise auf die Geburt unseres Universums, und seine explosive Wachstumsphase wird Inflation genannt.
Die Forscher sind durch die Sichtung der Daten von Planck und andere Teleskope bemüht, dieses schwache polarisierte Signal zu isolieren. Insbesondere sind sie auf der Suche nach einem "lockig" ("curly" ) Muster der polarisiertes Licht genannt B-Modus,  die in den ersten Momenten entstanden sind, nachdem unser Universum geboren wurde. Einer ihrer größten Herausforderungen ist diese alten B-Modi von denen, die in unserer Milchstraße entstanden sind, zu trennen. Diese Karte veranschaulicht die  gewaltige Aufgabe : in unsere Galaxie wimmelt es von polarisiertem Licht, die  Maskierung des schwache Signal von Milliarden von Jahren zu lokalisieren.
Credit: ESA/NASA/JPL-Caltech
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18915

Eine Visualisierung der Polarisation des kosmischen Mikrowellenhintergrunds oder CMB, wurde von dem ESA-Satellit Planck über den gesamten Himmel erkannt.
Das CMB ist eine Momentaufnahme der ältesten Licht in unserem Universum, auf den Himmel eingeprägt, als das Universum gerade 380 000 Jahre alt war. Es zeigt winzige Temperaturschwankungen, die zu Regionen leicht unterschiedliche Dichten, die die Samen aller zukünftigen Struktur entsprechen: die Sterne und Galaxien von heute.
Ein kleiner Bruchteil der CMB polarisiert – es vibriert in einer bevorzugten Richtung. Dies ist ein Ergebnis der letzten Begegnung dieses Licht mit Elektronen, kurz vor dem Start der kosmische Reise. Aus diesem Grund behält die Polarisation des CMB  Informationen über die Verteilung der Materie im frühen Universum und das Muster in den Himmel zeigt, dass es winzigen Schwankungen in der Temperatur der CMB beobachtet.
In diesem Bild repräsentiert die Farbskala Temperaturdifferenzen im CMB, während die Textur die Richtung des polarisierten Lichts zeigt. Die in der Textur  zu sehende Muster sind charakteristisch für "E-Mode" Polarisation, die die vorherrschende Art der CMB ist.
Aus Gründen der Darstellung sind beide Datensätze gefiltert worden, um vor allem das auf Skalen erfasste Signal 5º auf den Himmel zu zeigen. Jedoch sind Schwankungen sowohl in der CMB Temperatur und Polarisation vorhanden und wurden von Planck auf viel kleineren Winkelskalen beobachtet.
Credit: ESA/Planck Collaboration
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18916

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
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Offline GG

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #170 am: 12. Februar 2015, 10:07:26 »
Die "frei-frei-Strahlung" nennt man im Deutschen Bremsstrahlung. Der Begriff wird durchaus auch im Englischen benutzt, offenbar aber nur ungern.

"Thermal bremsstrahlung from an ionized hydrogen cloud (HII region) is often called free-free emission because it is produced by free electrons scattering off ions without being captured—the electrons are free before the interaction and remain free afterwards."  ;)
aus http://www.cv.nrao.edu/course/astr534/FreeFreeEmission.html.

Auch beim Röntgen wird man dieser Bremsstrahlung ausgesetzt.

AeitschTi

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #171 am: 13. Oktober 2016, 08:27:51 »
Bildveröffentlichung PIA21073: Ionisierte Kohlenstoffatome im Sternbild Orion

Diese Aufnahme (volle Auflösung: http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up053574.jpg) des europäischen Infrarotteleskops Herschel zeigt M42.



M42 oder auch besser bekannt als "Orionnebel" ist 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt und die uns am nächsten liegende Sternentstehungsregion.

Der eigentliche Orionnebel ist das bläulich-weiße Gebiet. Er wird von massereichen, heißen Sternen im infraroten und sichtbaren Licht zum Leuchten angeregt.

Das rötliche Material auf dieser Infrarotaufnahme sind dichtere Filamente, welche sich über den ganzen Orionnebel verstreuen.
Im sichtbaren Licht wären diese Filamente dunkle, lichtundurchlässige Strukturen.

Die hellen Punktquellen sind Protosterne.

Sie sind kurz davor, in ihrem Inneren Wasserstoff zu Helium zu verschmelzen und mit ihrer Strahlung die sie umgebenden Geburtskokons aus Gas und Staub auseinanderzutreiben.

Herschel-Daten von PACS (Photoconductor Array Camera und Spectrometer) bei Wellenlängen von 100 µm 160 µm werden in blau und grün angezeigt, während die Daten von SPIRE (Spectral and Photometric Image Receiver) bei Wellenlängen von 250 µm in rot angezeigt werden.

Das eingesetzte Bild (siehe dazu: http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up053575.jpg) zeigt überlagert in gelb die Emission von ionisierten Kohlenstoffatomen (C+). Diese spektrografischen Daten stammen vom Instrument HARPS (High Accuracy Radial velocity Planet Searcher).

Quelle: http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA21073

Offline einsteinturm

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #172 am: 19. Juli 2018, 22:56:42 »
https://www.astronews.com/news/artikel/2018/07/1807-028.shtml

Das mit der Konstante finde ich interessant! Warum geht man eigentlich davon aus,  dass es sich im eine Konstante handelt?

Offline Volker

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #173 am: 20. Juli 2018, 10:30:32 »
Hallo,

Das mit der Konstante finde ich interessant! Warum geht man eigentlich davon aus,  dass es sich im eine Konstante handelt?

Hier geht es um die Hubble "Konstante". Diese ist tatsaechlich keine Konstante, der Name hat historischen Ursprung und ist (so wie z.B. Andromedanebel) ein bisschen verwirrend. Man spricht deshalb in der Kosmologie eher vom "Hubble Parameter".
Der Hubble Parameter H(t) ist eine Funktion des Skalenparameters a des Universums (also der Größe des Universums) und dessen zeitlicher Änderung: H(t)^2 = (d/dt a / a)^2 (Friedman Gleichung für ein expandierendes oder schrumpfendes Universum, also ein Spezialfall von Einsteins Feldgleichungen). Somit entwickelt sich der Hubbleparameter mit dem Alter des Universums. Als H0 bezeichnet man im Allgemeinen den Hubbleparameter heute.
Dennoch ist es natürlich für die Kosmologie sehr wichtig, den Hubble Parameter für das heutige Universum so genau wie möglich zu bestimmen.

Gruß
Volker

 

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Offline SFF-TWRiker

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Re: Neuer Blick aufs Universum mit Herschel/Planck
« Antwort #174 am: 20. Juli 2018, 12:07:11 »
Durch Gaia DR2 geht man davon aus, den Wert zumindest bis zu den nächsten Galaxien auf 1% genau bestimmen zu können, wobei dieser ja auch regional aufgrund von Dichte- und damit Gravitationsdifferenzen schwankt.
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TWR genügt als Anrede

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