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  • 19:00 Uhr Bekanntgabe erster Ergebnisse von Kepl: 04. Januar 2010

Autor Thema: Kepler  (Gelesen 27762 mal)

Offline Gertrud

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Re: Kepler
« Antwort #90 am: 26. Juli 2011, 22:33:21 »

Hallo Zusammen

dieser planetarische Nebel, Kronberger 61 oder Kn 61


Gemini Observatory / AURA
 
wurde durch die Erforschung zu den Kepler-Daten entdeckt.

Einige Infos dazu könnt ihr hier nachlesen:

http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=631.msg194335#new

Gertrud

die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Kreuzberga

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Re: Kepler
« Antwort #91 am: 05. Dezember 2011, 19:27:58 »
Das Kepler-Team hat einen neuen Datensatz veröffentlicht. Demnach gibt es inzwischen 2326 so genannte Kepler Objects of Interest (KOI), also gewissermaßen "interessante Kepler-Objekte". Von diesen 2326 Objekten werden nicht alle tatsächlich Planeten sein, aber ein beträchtlicher Prozentsatz - die Schätzungen schwanken hier - sind mit großer Wahrscheinlichkeit echte Exoplaneten.

Von diesen 2326 Objekten sind immerhin 207 erdgroß. 680 sind Super-Erden (also zwischen 1,25 und 10 Erdmassen) und 1181 fallen in die Neptun-Klasse. 203 sind jupitergroß und nur 55 sind größer als Jupiter.

Bei 48 Planeten geht man davon aus, dass sie in der habitablen Zone liegen. Das sind vier weniger als noch bei der Präsentation des letzten Datensatzes im Februar. Der Grund ist, dass man die Definition von habitabler Zone verändert hat, um die wärmenden Effekte einer Atmosphäre einzubeziehen. Damit beginnt die habitable Zone nun weiter entfernt vom Zentralstern.

Außerdem hat Kepler eine schöne Supererde in der habitablen Zone entdeckt, wie hier berichtet: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=8101.msg208568#msg208568

Quelle: http://kepler.nasa.gov/news/nasakeplernews/index.cfm?FuseAction=ShowNews&NewsID=165

Offline klausd

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Re: Kepler
« Antwort #92 am: 04. April 2012, 20:41:09 »

Die Kepler Mission wurde um 4 weitere Jahre verlängert.

http://www.nasa.gov/centers/ames/news/releases/2012/12-33AR.html

Gruß, Klaus

Offline Kreuzberga

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Re: Kepler
« Antwort #93 am: 11. April 2012, 19:37:09 »
Super, damit steigen die Chancen wieder, tatsächlich einen Planeten der Größe der Erde in der Lebenszone um einen sonnenähnlichen Stern zu entdecken.

Kurz nach dem Beginn der Mission hatte man festgestellt, dass die Helligkeitsschwankungen der beobachteten Sterne durchschnittlich wesentlich größer sind als erwartet. Das erschwert die Analyse der Lichtkurven und die Entdeckung der winzigen Transitereignisse einer "zweiten Erde" in diesen. Diesem Problem kann nur begegnet werden, in dem man Kepler länger beobachten lässt. Dies ist nun durch die Verlängerung geschehen. 

Offline Olli

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Re: Kepler
« Antwort #94 am: 21. Mai 2012, 22:28:00 »
Der Monat April scheint wohl ein sehr erfolgreicher Monat für das Kepler-Team gewesen zu sein.

Es gibt die Genehmigung für eine Missionverlängerung einschließlich des Fiskaljahres 2016. Die erweiterte Mission beginnt im Oktober diesen Jahres. So teilt es der Senior Review Report der NASA mit.

Zur effektivern Gestaltung der Durchmusterung des Himmels nach Planeten sollen dann nur noch weitergehende Beobachtungen und Analysen bei Planetenkandidaten durchgeführt werden, die in etwas Erdgröße haben.

Die Suche kann also weitergehen - bei all' den Budgetkürzungen, die in den letzten andershalb Jahren die NASA ereilt hat ist dies eine gute Nachricht! Das freut mich!

Ein kurzer Blick auf aktuelle Ergebnisse:
In einer Veröffentlichung von Philip Muirhead werden 84 kühlere, ältere K- und M-Typ-Sterne aus dem Kepler Input Katalog untersucht. Die detailite Untersuchung wurde mit dem 5-m Hale Teleskop des Palomar Observatoriums durchgeführt. Dabei wurden insbesondere Supererden-Kandidaten in der habitablen Zone untersucht. 3 Kandidaten, KOI 463.01, 812.03 und 854.01, sind kleiner als doppelte Erdegröße mit Temperaturen zwischen 215 und 275 Kelvin. Sie sind also etwas kälter als unsere Erde. Zum Vergleich, Wasser hat einen Schmelzpunkt bei 273 Kelvin. Damit kann also kein flüssiges Wasser auf ihnen existieren.

Jason Steffen zeigt in seiner Untersuchung von 63 hot-Jupiter-Systemen mit 3-Tage-Orbits, dass es keine Hinweise auf kleiner Begleiter in diese Systemen. Dies legt Nahe, dass kleiner Körper aus dem System "entfernt" wurden und die großen Planeten übrig blieben.

Grüße,
Olli


Einmal mitfliegen - was gäb' es Schöneres? Nichts!

Offline Pirx

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Re: Kepler
« Antwort #95 am: 04. Juni 2012, 21:58:26 »
Gerade drüber gestolpert:

The NASA Kepler Mission: Exoplanets and Stellar Astrophysics


Gruß   Pirx

Offline Pirx

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Re: Kepler
« Antwort #96 am: 25. Juli 2012, 08:30:56 »
Kepler läuft im Moment mit nur drei von vier Reaktionsrädern. Ursachenforschung läuft. Im Portal gibt es einen Artikel dazu:

"Reaktionsradproblem an Bord von Kepler

Eines der vier Reaktionsräder an Bord des US-amerikanischen Weltraumteleskops Kepler bereitet Probleme. Die Schwierigkeiten wurden durch vom Raumfahrzeug gesendete Daten offenbar, die man am 16. Juli 2012 empfangen hat."

Weiter: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25072012074821.shtml

Gruß   Pirx

Offline GG

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Re: Kepler
« Antwort #97 am: 27. Juli 2012, 16:44:07 »
Aus Bedeckungen der Exoplaneten Kepler-30b bis d eines bestimmten Sonnenflecks auf dem Stern hat man nun geshlussfolgert, dass alle Planeten in einer Ebene senkrecht zur Rotationsebene des Sterns diesen umlaufen: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/27072012163416.shtml.

Offline Schillrich

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Re: Kepler
« Antwort #98 am: 17. Oktober 2012, 16:41:17 »
Kepler muss erheblich länger betrieben werden:
http://www.spaceflightnow.com/news/n1210/16kepler/#.UH7CKG8xon4

Die beobachteten Sterne weisen mehr (Leucht-)Variabilität auf, als erwartet, so dass man mehr Daten benötigt, um die Planetensignale auszusortieren. Hinzu kommt (offenbar stärkeres?) Rauschen in der Bordelektronik, was ebenso mehr Nacharbeit am Boden erfordert. Man erwartet jetzt eine Verdoppelung der nötigen Beobachtungszeit, insgesamt 8 statt 4 Jahre bis 2016. Problematisch ist dabei u.a. die Tendenz durch das schon ausgefallene Reaktionsrad an Bord.

Was das wohl für die vielen Verdächtigen/Kandidaten heißen wird? ... muss evtl. noch viel ausgesiebt werden? Die ersten Datensätze hatten demnach ja mehr "false positives" als erwartet.
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Daniel
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Offline websquid

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Re: Kepler
« Antwort #99 am: 17. Oktober 2012, 16:52:43 »
Was das wohl für die vielen Verdächtigen/Kandidaten heißen wird? ... muss evtl. noch viel ausgesiebt werden? Die ersten Datensätze hatten demnach ja mehr "false positives" als erwartet.
Das wird wohl so sein. Allgemein ist es ja schwierig, Transitbeobachtungen als festen Nachweis zu sehen. Eine periodische Verdunkelung eines Sterns muss eben nicht zwingend bedeuten, dass da wirklich ein Exoplanet seine Bahn zieht. Wie kann man die Entdeckungen also wirklich absichern?

-Grundsätzlich über eine zweite Beobachtungsmethode (Transitplaneten sind perfekt für Radialgeschwindigkeitsbestimmungen, da sie den höchsten "Ausschlag" hierbei verursachen)

-Bei Mehrkandidatensystemen über Transitzeitvariations-Analysen. Planeten beeinflussen ihre Bahnen gegenseitig und führen dadurch zu leichten Abweichungen von der festen Periode. Diese Analysen funktionieren relativ gut, allerdings eben unter den Einschränkungen, dass die Planeten nicht alleine sind und hinreichend groß und nah genug benachbart sind, um messbare Schwankungen zu verursachen.

Durchs Raster dieser Überprüfungsmethoden fallen jedoch alle Kandidaten, die klein (gegenüber dem Stern) sind, und/oder weit entfernt vom Stern und darüber hinaus alleine sind.

Kurz gesagt: Falls Kepler eine "zweite Erde" findet und sonst keine Planeten um einen Stern ist diese schlicht und einfach nicht sicher verifizierbar. Aber je länger man das periodische Signal beobachtet, umso sicherer kann man sich sein, dass da wirklich eine feste Signalquelle wie ein Planet ist.
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Re: Kepler
« Antwort #100 am: 02. Januar 2013, 12:59:21 »
Möglicherweise hat Kepler ne Macke...

Im russischen Astroforum hat sich mal einer die Mühe gemacht, die Kepler-TCEs (Threshold Crossing Events - also mögliche Transits) nach Position darzustellen (Link: http://www.astronomy.ru/forum/index.php/topic,51690.msg2239717.html#msg2239717 )

Da kommt dann diese Grafik raus:

Blau sind allgemeine TCEs, orange die mit etwa halbjährlicher Periode und rot die mit jährlicher Periode. Die größere Dichte im unteren Bereich liegt daran, dass dort die galaktische Ebene liegt - da sind einfach mehr Sterne. Auffällig ist, dass die roten Punkte sich in vier Bereichen gruppieren. Hier gelb umrandet:


Wenn man jetzt aber weiß, dass Kepler sich regelmäßig dreht, dann gehen fast alle roten Punkte in diesen vier Bereichen auf einen einzigen Sensorbereich zurück. Durch diese rein statistische Betrachtung lässt sich die Ursache dafür zwar nicht bestimmen, aber es sieht doch sehr danach aus, dass der Grund innerhalb des Teleskops liegt und diese Verteilung nicht der Realität entspricht. Damit wäre ein Großteil der Kandidaten mit rund einjähriger Periode vermutlich ein systematischer Fehler der Kepler-Sensorik!
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Offline Majo2096

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Re: Kepler
« Antwort #101 am: 02. Januar 2013, 13:36:33 »

Damit wäre ein Großteil der Kandidaten mit rund einjähriger Periode vermutlich ein systematischer Fehler der Kepler-Sensorik![/b]

Heist das auch das bereits bestätigte exoplaneten falsch sind ?
oder sind das alles nur Kandidaten ?

Offline websquid

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Re: Kepler
« Antwort #102 am: 02. Januar 2013, 13:42:26 »
Da geht es nur um Kandidaten. Unabhängig bestätigte Planeten sind davon definitiv nicht betroffen.
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Offline Schillrich

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Re: Kepler
« Antwort #103 am: 02. Januar 2013, 19:13:41 »
Tja, wo im Teleskop kann dieser Fehler liegen? Davor, im Strahlengang? Dahinter, an der Schnittstelle zur Datenwelt? Ich vermute man kann das aber durch Kalibrierung bereinigen, quasi den Offset der betroffenen Segmente bestimmen und dann rausrechnen.

Dass da wirklich was besonderes an diesen Koordinaten stecken könnte, ist schon ausgeschlossen?
Grüße
Daniel
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Offline websquid

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Re: Kepler
« Antwort #104 am: 02. Januar 2013, 19:26:05 »
Nein nicht sicher, wie soll man das auch ausschließen? Was ich hier gepostet habe ist ja eine reine Hobbyanalyse eines Forenmitglieds ;)

Aber es sieht wohl so aus, dass diese TCEs immer vom gleichen Detektorbereich kommen - egal auf welches Feld genau es gerichtet ist. Die anderen drei Viertel der Zeit wird in den markierten Bereich wohl nichts ungewöhnliches registriert. Das wäre schon ein extremer Zufall, wenn diese TCEs real so verteilt wären.

Also muss aus irgendwelchen Gründen der Sensor in diesem Bereich unzuverlässig sein. Irgendwie muss ja die gemessene Helligkeit einzelner Sterne plötzlich abfallen. Ich weiß nicht genau wie das System bei Kepler arbeitet, aber ich könnte mir fast schon eine Art "Wackelkontakt" vorstellen, so dass beim Auslesen einzelner Pixel ab und an mal ein zu schwaches Signal gemessen wird und dann als TCE fehlinterpretiert wird. In diesem Fall ließe sich auch nichts rauskalibrieren.

Wäre es ein dauerhafter Offset, dann würde man schließlich einfach feststellen, dass dieses eine Segment generell andere Helligkeiten messen würde als die drei anderen Segmente, die zu anderen Zeiten auf das gleiche Gebiet zeigen. Das würde man wohl mit Sicherheit nicht als TCE registrieren.
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Tags: Teleskop Exoplanet