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Autor Thema: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung  (Gelesen 38633 mal)

Offline Major Tom

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Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« am: 10. November 2013, 21:43:16 »
2017 will China eine deutlich ambitioniertere Mondmission als bisher starten. Chang’e-5 soll im Gegensatz zu den Vorgängermissionen eine Probenrückführung zur Erde beinhalten. Ein Bohrer soll dazu Gesteinsproben aus bis zu zwei Metern Tiefe fördern.

Chang'e-5 fliegt zum Mondorbit, wo zwei Landemodule abgetrennt werden. Nach der Landung sammelt eine der beiden Einheiten die Bodenproben. Nach dem Umladen in das Rückkehrmodul startet dieses zurück in die Umlaufbahn und dockt dort mit dem Orbiter. Die Proben werden dann in die Landekapsel transferiert und auf die Heimreise geschickt. Die Kapsel wird mit etwa 11,2 km pro Sekunde in die Erdatmosphäre eintreten, schneller als jedes chinesische Raumfahrzeug zuvor. Es soll daher vor 2015 eine Testmission durchgeführt werden, um die Rückführungstechnologie zu erproben.

Quellen:
http://news.xinhuanet.com/english/sci/2013-11/02/c_132853309.htm
http://news.xinhuanet.com/english/china/2013-03/14/c_132232333.htm
http://news.xinhuanet.com/english2010/china/2011-03/02/c_13758065.htm
„Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“ K. E. Ziolkowski

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Offline Major Tom

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #1 am: 10. November 2013, 22:23:58 »
Hier noch ein paar Bilder aus dem chinesischen Mondexplorationsplan von 2011.

Die Rückkehreinheit:



Der Missionsablauf:

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Offline Major Tom

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #2 am: 17. Dezember 2013, 11:44:14 »
Ein (erster?) Probenrückführungstest wurde bereits durchgeführt.



Der große Test soll nächstes Jahr stattfinden.
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Offline Major Tom

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Offline Philip Lynx

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #4 am: 17. Dezember 2013, 18:55:32 »
Wenn die Russen schlau wären, hätten sie die Sojus-Konfiguration bestimmt schon längst patentiert. Auch dieses Bild erinnert mich daran. ;)
Flinx

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Franz Gubitz, Leiter Geräte-Untersuchungsstelle München

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #5 am: 17. Dezember 2013, 20:02:14 »
Wenn die Russen schlau wären, hätten sie die Sojus-Konfiguration bestimmt schon längst patentiert. Auch dieses Bild erinnert mich daran. ;)
Geh mal davon aus, dass es einen Sack voller Patente zur Sojus gibt, doch ein Patent hat eine Laufzeit von 18 Jahren...
... und das was dich an die Kapsel erinnert, sind leider nur Tanks...
Schade, HausD

Offline MX87

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #6 am: 17. Dezember 2013, 20:04:25 »
Die Rakete zur Probenrückführung erinnert stark an ihr Pendant aus dem Luna-Programm. Gut, hauptsache es funktioniert ;)

EDIT: Interessant wäre ja mal eine Sonde auf der erdabgewandten Seite des Mondes, idealerweise mit Probenrückführung... mit einem Orbiter als Zwischenstelle sollte das möglich sein...
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Offline Philip Lynx

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #7 am: 17. Dezember 2013, 21:56:10 »
EDIT: Interessant wäre ja mal eine Sonde auf der erdabgewandten Seite des Mondes, idealerweise mit Probenrückführung... mit einem Orbiter als Zwischenstelle sollte das möglich sein...
Man braucht doch bestimmt mehrere Orbiter, die z.B. wie GPS-Satelliten den Mond umkreisen, um ständig Kontakt mit dieser Sonde zu halten, oder?
Flinx

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #8 am: 17. Dezember 2013, 22:04:40 »
EDIT: Interessant wäre ja mal eine Sonde auf der erdabgewandten Seite des Mondes, idealerweise mit Probenrückführung... mit einem Orbiter als Zwischenstelle sollte das möglich sein...
Man braucht doch bestimmt mehrere Orbiter, die z.B. wie GPS-Satelliten den Mond umkreisen, um ständig Kontakt mit dieser Sonde zu halten, oder?

Bräuchte man für ständigen Kontakt. Aber man muß nicht permanent Kontakt haben. Zwischenspeicher beim Lander und beim Satelliten tuns auch. So macht man es auf dem Mars mit den Marsrovern.


Offline GG

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #9 am: 17. Dezember 2013, 22:15:21 »
Die Rakete zur Probenrückführung erinnert stark an ihr Pendant aus dem Luna-Programm...

Das Bild von 2011 ja, das von 2013 ist eindeutig eine selbst entwickelte Lösung, die teilweise ja schon verwendet wird. Der mittlere Teil sieht aus wie der Lander von Chang`e 3 und der obere Teil ist eine verkleinerte Version davon.

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #10 am: 18. Dezember 2013, 19:29:35 »
Test des Rückkehrkörpers
Das Bild stammt von vor über einem Jahr und wurde nicht weiter beschrieben, ausser dass man damit reichlich 2 kg Material zurüchführen könne.

Hier kann man den Rückkehrkörper von der Seite der Fallschirmcontainer auf dem Raketenschlitten sehen. Das Stativ mit der Kamera sitzt auf der "vorderen" Seite des Raketenschlittens und schaut auf das Hitzeschild sowie dann auf die Entwicklung der Fallschirmausstoß- und Entfaltungsprozedur.

Gruß, HausD

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #11 am: 14. Juni 2014, 18:51:02 »
Rückkehrkörper Thermo-Vakuum-Test abgeschlossen

Im Mai sind die Versuche zum Thermoschutz des Rückkehrkörper von  CE-5 erfolgreich in der Thermo-Vakuum-Kammer abgeschlossen worden.



Dazu mussten noch einige Änderungen der Verkleidung unter starkem Zeitdruck vorgenommen werden.
Auf dem Bild wird der  Test-Rückkehrkörper wieder in die Montage zurück geliefert.
                (Cui Yi Qi - Foto: CASC)
                s.a.: http://www.spacechina.com/n25/n144/n206/n133097/c709628/content.html

Gruß, HausD

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #12 am: 15. Juni 2014, 21:23:28 »
Vorbereitung für Chang'e-5-Start im Zeitplan
02.03.2014
Quelle: http://news.xinhuanet.com/english/china/2014-03/01/c_133152111.htm

PEKING, 1. März (Xinhua) - Vorbereitung für den Start der 2017 Chinas Mondsonde Chang'e-5 läuft wie geplant, sagte der führenden Raumwissenschaftler des Landes Ye Peijian am Samstag gegenüber Xinhua.
Die anspruchsvolle Chang'e-5-Mission mit der unbemannten Probenahme und der Rückkehr damit zur Erde, erfordert neue technologische Lösungen bei Rückstart, Probenahme, Verkapselung, Rendezvous- und Docking in der Mondbahn, sowie High-Speed-Wiedereintritt zur Erde.
Um sicherzustellen, dass die Rückkehr-Mission ein Erfolg wird, wird eine Chang'e-5 Testsonde in diesem Jahr gestartet, um die Flugstrecke zu proben, offenbarte Ye.


Der Rückkehrkörper erinnert an die sowjetische Mondfoto-Mission «Зонд-5» («Zond-5») und so wird auch die Rückkehrbahn ähnlich werden müssen, ... mit Abpraller nicht immer auf dem Land...


Zond-5  -  Sonde-5 nach der Rückkehr im Indischen Ozean bei der Bergung (Foto: NovKos 11/2003)

Gruß, HausD

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #13 am: 15. Juni 2014, 21:45:49 »
Ich habe hier was zur Auslegung eines Bohr und Probentransportmechanismus gefunden. Stand 2012.
Sieht alles ziemlich „klassisch“ aus.

Die Variante des „Chinesischen Flaschenzug“ fehlt auch nicht.

http://zgkj.cast.cn/fileup/PDF/2012-6-3.pdf

Interessant wird das Integrationsdesign und die Übergabestellen zwischen Lander und Rückstarteinheit. Die Skizze sieht da noch sehr „prinzipiell“ aus. Das „Lunadesign“ mit den beiden seitlichen Kugeltanks schein wohl auch durch aktuellere Designbilder überholt zu sein.

Ansonsten, wird das wohl eine sehr anspruchsvolle und interessante Mission werden.
Das Kapseldesign sieht ja ziemlich „Shenzhou-skaliert“ aus. Das hat einerseits den Vorteil, dass bei den Test und der Missionsdurchführung Rückschlüsse auf eine spätere bemannte Mission möglich sein könnten. Gleichzeitig könnte das auch dazu führen, dass im Gesamtprofil was geflogen wird, was sich auch an eine Nachnutzung anlehnt.

Die Kopplung und Probenübergabe im Mondorbit stellen da auch noch eine große Herausforderung dar. Auf Grundlage der Info zu ca. 2 kg Gesteinsprobem, stellt sich die Frage, ob in der skalierten Kapsel noch biologische Experimente mitfliegen werden.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass es in der Kapsel einen Zylinder o.ä gibt, in den die Mondprobe durch die Luke hineingebracht wird. Damit könnte es innerhalb der Kapsel eine einfache hermetische Trennung zwischen Probe und ggf. Bioproben geben.
Die BEIDEN Fallschirmabdeckungen könnten gewollte Redundanz sein oder man simuliert auch hier die Ausrüstung/Gewichtsverteilung/Balistik einer bemannten Konfiguration auf Shenzhou-Basis.

Zum Kopplungssystem habe ich mal vor einiger Zeit was mit einer dreifingrigen Kralle gesehen – finde ich aber nicht mehr.

Zur Rückkehr mit den "Abprallern" hab ich hier eine Wiki-Beschreibung.
http://en.wikipedia.org/wiki/Skip_reentry

Es wird auch jeden Fall eine Menge Erstleistungen geben.

dksk

Offline Doc Hoschi

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #14 am: 15. Juni 2014, 21:59:34 »
Ist nicht letztlich die Art der Hitzschild-Technologie ausschlaggebend dafür, ob ein Skip Reentry tatsächlich vorteilhaft/notwendig ist? Was soll denn bei Chang'e 5 verwendet werden?
Wenn es der Hitzschild erlaubt einen direkten Eintritt zu wagen, sollte man es dann nicht auch tun, um die Komplexität der Mission zu vermindern?

Edit: Alles was ich im Netz dazu gefunden habe, ist, dass 7 Materialien neu entwickelt wurden und dass Chang'e 5 einen ablativen Low-Density Schild bekommt...der aus Verbundmaterial hergestellt wurde?
Ich werde aus den Informationen irgendwie nicht so ganz schlau: http://news.sciencenet.cn/htmlnews/2014/3/290721.shtm
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #15 am: 16. Juni 2014, 09:09:14 »
Skip reentry hat wohl Vorteile, wenn die Rückkehrbahn vom Mond in Bezug auf den Landepunkt auf der Erde ein ungünstigeres Verhältnis haben kann.
Wenn ich das richtig verstanden habe, kommt es u.a. darauf an, wie groß der Positionsunterschied zwischen dem Ankunftspunkt im Erdorbit und dem geplanten Landepunkt ist.
Wenn die Rückkehrbahn die Kapsel z.B. auf der bezüglich Landepunkt erdabgewandten Seite zur Erde zurückführt, kann dann die nötige ca. halbe Runde damit noch vollendet werden. Damit kann wohl ein Längengrad- als auch ein Breitengradunterschied gezielter überbrückt werden.  Evtl. wird die Rückkehrbahn auch vom abdeckbaren Radarerfassungskorridor in der Konzeption beeinflußt.
D.h. die Bodeninfrastruktur die zum Missionszeitpunkt umgesetzt werden kann ergibt die Optionen.
Die Maximalbeschleunigung und Havarieoptionen sind bei  einer reinen Probenrückführung scheinbar nicht vordergründig. Hier kommt aus meiner Sicht wieder die Frage ins Spiel, in wieweit das Missionsprofil Zukunftsoptionen beinhalten soll.

dksk

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #16 am: 16. Juni 2014, 15:42:27 »
Chang'e-5  Die erfolgreiche Lieferung von elektromechanischen Teilen

14.06.2014: ... Vor kurzem hat das ... CASC, das die CE-Reihe entwickelt, die elektrischen Teile für den Probenmanipulator (die 5 Achs-Motoren) hergestellt und die Integration in das Gesamtprojekt vorgenommen. ...
Im Januar 2014 wurde der erste Prototyp auf die Machbarkeit der theoretischen Analyse der Genauigkeit und Programme geprüft. Das war bereits in den frühen Stadien des Prozesses der Erprobung erfolgreich, was den offiziellen Beginn der Produktion ermöglichte...

Quelle: http://www.spacechina.com/n25/n144/n206/n214/c706642/content.html

Aus dem Beitrag lese ich heraus, dass die Auswertung der CE-3 Mission doch noch eine Umkonstruktion der Elektro-Motoren-Steuerung insgesamt mit sich gebracht hat und diese zur Zufriedenheit der Entwickler im Muster nachgewiesen werden konnte.

Gruß, HausD

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #17 am: 16. Juni 2014, 16:00:38 »
Das wäre ja eine Option für die angekündigte Erweiterung des Testumfangs bei Chang'e-4. Da könnten am Lander evtl. zusätzliche elektromechanischen (Teil)Systeme von Chang'e-5 angebaut sein, um sie vor Ort ersten Realtest zu unterziehen.

dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #18 am: 16. Juni 2014, 16:44:51 »
Hallo dksk,
Das wäre ja eine Option für die angekündigte Erweiterung des Testumfangs bei Chang'e-4. ...
Daran habe ich natürlich auch gleich gedacht, doch in dem vor-vorigen Beitrag habe ich den Hinweis  nicht definitiv gefunden - und daher auch nicht spekulativ gepostet ... Eine Möglichkeit der  Erweiterung des Testumfangs bei Chang'e-4 wäre es jedoch auf jeden Fall.

Gruß, HausD

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #19 am: 16. Juni 2014, 17:38:41 »
Es könnte da durchaus noch weitere interessante Optionen geben. Ausgehend von der Annahme, dass die Gesamtmasse aus Lander und Nutzlast bei Chang’e-3; 4 und 5 ziemlich gleich wäre, stellt sich die Frage, ob der Chang’e-4 Lander auch die „Langzeitausstattung“ mit Thermosystem und die gleiche Experimentierung an Bord wiederholt.
Der Yutu Rover hat auf jeden Fall seine autonome Kommunikation mit der Erde mehrfach erfolgreich durchgeführt.

Wenn z.B. die „Langzeitausstattung“ entfallen würde, wäre bei Chang’e-4 ein Potential (Bauraum und Masse), anteilige Chang’e-5 Ausstattung mitzunehmen.

Denkbar wäre z.B. ein Gerät, das vom Lander aus im „tieferen Boden“ arbeitet und der Rover diese Proben dann gleich untersuchen kann. Damit wäre auch ein Vor-Ort und auf der Erde Vergleich bei Chang’e-5 gegeben. Damit müsste der Lander nur den Rest des ersten Mondtages funktionieren, da das Ziel hier ja klar eine weiter ausgedehnte Wegfahrt des Rovers wäre, der dann autonom arbeitet.

Weiterhin ist in einigen Berichten beim Chang’e-5 Lander die Pluralformulierung zu finden.
Wenn die offensive PR-Arbeit der chinesischen Raumfahrtagentur bei den Liveübertragungen anhält, halte ich es für wahrscheinlich, dass bei Chang’e-5 mindestens noch ein Kamerasystem vom Lander entfernt zu Boden geht.
Bei einer Übertragung der Bodenbarbeitung und vor allem des RÜCKSTARTS von diesem theoretischen Kamerasystem wäre das doch wieder ein PR-Erfolg schlecht hin. Für alle Interessenten und natürlich auch die Missionsverantwortlichen ergeben sich da auch zusätzliche Infos.

dksk

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #20 am: 19. Juni 2014, 08:39:35 »
Profil der Mission CE-5


                         Quelle : www.9ifly.cn (Bild : jingyan66)
               Profil
1     Start
2Flug zum Mond
3Mondorbit
4Trennung Mondorbiter Abstiegsstufe
5Abstieg
6Landen,Bohren, Beladen,
Trennung,  Rückstart des Transportbehälters
7Rückflug zum Redezvous mit demMondorbiter
8Kopplung und Umladung, Abkopplung
9Start zum Rückflug aus Mondorbit
10Einschwenken in Erd-Bahn
Trennung des Rückkehrkörpers
Vorbereitung der Fallschirmlandung
11Fallschirmlandung

Gruß, HausD

Offline Terminus

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #21 am: 19. Juni 2014, 09:54:36 »
Oh Mann... wenn das alles klappt... und wir hier davon wieder "so viel" mitkriegen...  :(

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #22 am: 19. Juni 2014, 13:09:18 »
Ich habe das Bild mit der Dreifingerklaue gefunden.



Das linke Element wäre aus meiner Sicht direkt über der Rückkehrkapsel auf dem Translunar/Erdemodul angebracht. Rechts wäre der Zentrierkonus gleich die Durchlademöglichkeit zur Kapsel mit dem innenliegenden Zylinder.

China hat vor kurzem auch eine neue Oberstufe zur Satellitenpositionierung vorgestellt.
„Advanced Upper Stage Yuanzheng 1“
Bei den englischen Übersetzungen wurde in dem Zusammenhang auch vom "space shuttle bus" berichtet.
http://news.xinhuanet.com/english/special/2014-03/03/c_133157392.htm

Dieses System ist für mich der Favorit mit der entsprechenden Modifikation als Basis des Translunar/Erdemodul für Chang’e-5 zu dienen.

Bildquelle mit weiteren Infos:
http://blog.163.com/mir_2/blog/static/1777823322014011835845

dksk

Online HausD

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #23 am: 19. Juni 2014, 22:35:18 »
Module von CE-5

In China hat es einige Bilder von der Modellkonfiguration des Chang'E-5 gegeben.


               Quelle : www.9ifly.cn (wiederum von js.voc.com.cn)
Die Bilder zeigen im Modell den Mondlander mit dem Roboterarm und das gerade abhebende Rückkehrteil vom Mond zum Mondorbiter.



Die neueste Variante, die sich immer noch in Entwicklung befindet, sieht so aus.
Zur Verdeutlichung habe ich sie ein wenig aus einander genommen
______________________________________________________________________

                     Geräteteil       Funktion 
       
 
Das Rückkehrteil vom Mond zum
Mondorbiter mit dem Koppelaggregat
(Klauenkopplung s. vorh. dksk)
und seiner eigentlichen Nutzlast:
einem Container mit ca. 2kg Mondgestein,
der vom Roboterarm gefüllt und ggf. auch
transportfähig verschlossen wird
       
 
 
 
Die Landerstufe ohne das Rückkehrteil,
aber mit dem (hier nicht sichtbaren, weil noch
eingeklappten) Roboterarm, an dessen Ende
ein  Bohrgerät,   vielleicht  auch  eine
Schürfeinrichtung vorhanden ist
       
 
 
Der Mondorbiter, der den Lander
in die Mond-Umlaufbahn gebracht hat. 
(Die
Rückkehrkapsel ist hinter den
Solarpaneelen etwas versteckt)
Der Orbiter  ist  dort bereit  für  die
Rückkehr zur Erde, geparkt ist...
       
 
 
   ... und die Rückkehrkapsel mit
der  sojus- bzw. shenzhou-typischen Form,
in  die  der   Container   mit  den  Boden-
proben im Mondorbit umgeladen wird

Gruß, HausD

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #24 am: 20. Juni 2014, 15:41:41 »
Sehr schön HausD!

Ich habe eine etwas neuere  Präsentation zur Auslegung eines Bohrmechanismus für Chang’e 5 gefunden.

 

Bildquelle: Seite 2/6  “Development of a Rotary-percussive Drilling Mechanism (RPDM)” December 11-14, 2012, Guangzhou, China ; robio12-158.pdf
http://robocup.csu.edu.cn/web/wp-content/uploads/2012/12/data/pdfs/robio12-158.pdf


Die ISO Ansicht in der .pdf ist von hoher Qualität – zoomen bis Details kommen ist im Originaldokument (Link) möglich.

Den Inhalt – insbesondere basierend auf dem ISO Bild – und die vorherigen Bilder interpretiere ich folgendermaßen:

Die Landeeinheit verfügt scheinbar sowohl über ein Greifarmsystem (für Oberflächenmaterial/Gestein) UND eine Bohrvorrichtung zur Gewinnung von Material bis zu 2 Meter Tiefe.
Ich vermute hier am Greifarm ein kombiniertes Schaufel/Greifer Werkzeug, geeignet für unterschiedliches Material.
Damit sind die 2 kg Probenmaterial- Gesamtmasse auch realistisch, wobei der Bohrkern wohl die geringere Masse haben wird.
In einigen Fotos mit Darstellung des Rückstarts ist im Vordergrund das Greifarmsystem zu sehen und im Hintergrund der weggeklappte obere Teil der „Zuführvorrichtung“ für die Bohrproben (2 dunkle dünne Rohre mit einem dunklen Topf, den ich „Zuführvorrichtung“ nenne).
Im ISO Bild, der Präsi steht die „Zuführvorrichtung“ direkt über dem Probensammelbehälter in Funktionsstellung.

Ich strukturiere meine Interpretation mal anhand des ISO Bildes von oben nach unten.

Im oberen Bereich sind nur 2 Haltebügel des Dockingsystems zu erkennen. Ich hab auf dem vorher geposteten Foto auch nochmal genau nachgesehen. Da sind auch nur 2 Bügel (rechts) – aber 3 Klauen (links) vorhanden. Es sieht so aus, als ob die Bügel 120° zueinander stehen. Mit den auch 120° versetzten Klauen könnte sich dabei eine Redundanz beim Docking(position) ergeben.
In der Mitte ist ein Zylinder (Linienfarbe blau), dessen Deckel über eine Dreh/Teleskoparmvorrichtung weggeschwenkt werden kann. Der Teleskoparm deutet auf eine mögliche Hubbewegung hin, die Sinn macht, wenn der Deckel nach dem Wegschwenken nach unten „verschwinden“ muß, um z.B. beim Docking Platz zu machen. Solche kombinierten Hub/Dreh/Hub- Deckel gibt es z.B. bei Laborthermobehältern um eine einfache dichtende Wiederverschließbarkeit zu realisieren.
Über dem Zylinder ist eine – ich interpretiere es mal als „Zuführvorrichtung“. Diese hat einr Rahmenstrukturverbindung zum Bohrsystem und sie ist an diesem Rohrrahmen schwenkbar angebracht.
Der Drehpunkt ist am Ende des Bogens unten, und da sind Spiralfedern erkennbar.
Vor dem Rückstart muß hier einfach Platz geschaffen werden und der obere Teil klappt nach außen weg. Wie der Bohrkern zwischen Bohrvorrichtung und „Zuführvorrichtung“ vorher übergeben wird ist nicht klar ersichtlich.
In den Rohrrahmen führt zwischen den parallelen Rohren ein schräges Rohr im Bereich der Schwenkachse hinein. In der Verlängerung dieses Rohreingangs nach unten ist eine Art Konus zu erkennen, in den ein Kabel oder Schlauch (Linienfarbe blau, liegend aufgewickelt wie eine "Acht") führt.
Unterhalb der Schwenkachse ist eine Doppelrohrführung für die Bohreinheit mit Seitenrollen, die in ihrer Auslegung stark an Luna 24 erinnert.
Der Flaschenzug mit Seil und Winde (Linienfarbe rot) ist dabei auch klar zu erkennen.
Der Bohrmechanismus ist mit einem Schlagwerk ausgestattet, um das Eindringen in die Zieltiefe von 2 Metern zu ermöglichen.
Der Bohrer „schraubt“ sich dabei bis zum Anschlag oder Maximalwiderstand nach unten.
Mit dem Flaschenzug wird dann die „Gabelbrücke“ hochgezogen und der Bohrantrieb wieder mit hochgenommen.
In wieweit der Bohrkern auch hier in einer „Kringelwurst“ à la. Luna 24 gesammelt wird ist nicht erkennbar. Dieser Punkt wäre für die nachfolgende Übergabe zur „Zuführvorrichtung“ wichtig. Ob das Kabel/Schlauchsystem (blau, liegende "Acht") da eine Funktion hat??
Zum Greifarmsystem stellt sich auch noch die Frage, wie die Proben in Zusammenarbeit mit der „Zuführeinheit“ in den Probenbehälter kommen – da habe ich Nichts erkannt.
Die Auslegergeometrie deutet auf ein „Überkopf“ Zuführen der Greifarmproben in den Bereich der „Zuführvorrichtung“ hin.

Zur Ergänzung hier noch ein Dokument zum Bohrkern von Luna 24. Dabei ist auch der Bohrmechanismus zu sehen und Kernlage und Struktur.
http://curator.jsc.nasa.gov/lunar/lsc/Luna24Core.pdf

dksk

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