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Autor Thema: Google Lunar XPrize  (Gelesen 8243 mal)
Schillrich
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« Antworten #105 am: 2. Januar 2010, 21:20:27 »

Ich bin gegenueber dem gesamten LunarXPrize sehr skeptisch. Es gibt ein Grundprinzip in der Raumfahrt, dass sich immer wieder empirisch bewiesen hat: nichts fliegt ohne vorheriges Testen, Testen, Testen.

Nicht der Start und Traeger an sich machen so eine Mission teuer, sondern Entwicklung, Bau, Test, Verbesserung der Hardware. Eine Mondlandung benoetigt so viel Technologie, dass ein einfacher/einmaliger "Gluecksschuss" praktisch keine Aussicht auf Erfolg hat. Viel Technologie heisst viele Tests ...

Nicht umsonst schrecken alle grossen Raumfahrtorganisationen vor einer Landung zurueck, geschweige denn dem Betrieb eines Rovers.
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Daniel
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flyrider
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« Antworten #106 am: 3. Januar 2010, 15:58:38 »

Ich bin gegenueber dem gesamten LunarXPrize sehr skeptisch. Es gibt ein Grundprinzip in der Raumfahrt, dass sich immer wieder empirisch bewiesen hat: nichts fliegt ohne vorheriges Testen, Testen, Testen.


Das denke ich auch.

Zudem finde ich die Ausrichtung des Preises etwas unglücklich: Die eigentliche Entwicklungsarbeit sind die Rover, das ist ein Stück Arbeit und das sind ein paar (10 ?) Tausend Euro an Materialeinsatz.

Das Schwierigste ist aber, den Rover überhaupt zum Mond zu bringen. Die meisten Teams versuchen wohl erst gar nicht eigenen Transporttechnologie zu entwickleln sondern setzen (zumindest in den LEO) auf verfügbare Raketenhardware (z.B SpaceX).

Das bedeutet aber letztlich, dass das meiste Geld nicht in kreative Neuentwicklung sondern nur in den Kauf bestehender Kozepte gesteckt wird.

Irgendwie kommt mir das wie eine "Abwrackprämie" für Raumfahrtdienstleister vor...   

Stefan
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pikarl
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« Antworten #107 am: 7. Januar 2010, 23:13:38 »

Das komplette Interview mit Robert Böhme ist nun auch als Podcast online (42MB, 40 Minuten). Hört euch's mal an.

Ich war am Anfang auch skeptisch, glaube aber, dass die Part Time Scientists eine Chance haben. Selbst wenn sie den XPrize nicht schaffen, ist deren Kommunikationskonzept ziemlich spannend.

Zitat
Nicht der Start und Traeger an sich machen so eine Mission teuer, sondern Entwicklung, Bau, Test, Verbesserung der Hardware. Eine Mondlandung benoetigt so viel Technologie, dass ein einfacher/einmaliger "Gluecksschuss" praktisch keine Aussicht auf Erfolg hat. Viel Technologie heisst viele Tests ...

Dass der Träger einen Großteil des Raumfahrtbudgets auffrisst, ist ja nichts Neues. Warum sollte das bei den Privaten anders sein? In den sauren Apfel muss man halt beißen.

Aber seien wir mal ehrlich: Was verursacht abgesehen vom Träger denn die Kosten: Manpower! Jede Studie, die Entwicklung und die Betreuung während der Mission brauchen etwas Material, aber viele Mannjahre. Beim XPrize arbeiten alle ehrenamtlich, d.h. die Budgets der Raumfahrtnationen und der XPrize-Teams relativieren sich schon.

Gleichzeitig sehe ich euer Argument. Ich habe da immer den armen Beagle im Hinterkopf, dessen Entwicklung so viel kostete wie der Fallschirm von Spirit. Naja - wir werden sehen.
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Schillrich
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« Antworten #108 am: 8. Januar 2010, 06:46:34 »

Der Träger frisst vielleicht den Großteil des Budgets bei einer Mission mit bekannter Technologie, wo man das Raumfahrzeug "von der Stange" kauft, aber hier muss jedes Team neu entwickeln, Raumfahrzeug, Kommunikation, Navigation, Wiederzündbarkeit, Lander, Rover, Autonomie, Avionik, Software, Tiefraummanöver ....
Im Einzelnen (bis auf den Lander und Rover) gibt es diese Technologien zwar "quasi im Laden", aber sie sind auch nicht billig. Sie in der Kombination funktionsfähig und sicher zu machen, das ist hier der Batzen an Herausforderung, Risiko und Kosten. Da wird eine ehrenamtliche Mannschaft auch schnell in Probleme kommen .... oder gerade.
Wenn das Risiko hoch ist, macht man vorher Studien oder baut Demonstratoren, um sich zu sein nicht aufs falsche Pferd zu setzen. Bei so etwas ist immer die Gefahr, dass einem vorher die Puste ausgeht und man aufgibt/aufgeben muss. Ich fände es ja schon eine Leistung, dass man so einen funktionierenden Mondorbiter hinbekommt, aber Landung + Rover? Und das noch möglichst billig und einfach?

Als Beispiel könnte man auch noch die Probleme der Mars Society Deutschland mit Archimedes angeben. Ohne echtes Budget und mit geringem Aufwand soll eine neue De-Orbit-Technologie für den Mars entwickelt, getestet und geflogen werden. Die sind in eine Mehrzahl von Problemen hinein gelaufen, u.a. weil sie kein echtes Budget hatten und so nicht ausführlich mit dezidierten Missionen die Technologie testen konnten. Dabei fliegen sie Huckepack auf einer anderen Mission mit ... und es geht quasi nur um eine Technologie.
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Daniel
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« Antworten #109 am: 8. Januar 2010, 17:06:22 »

Der Link, den Karl oben angegeben hat, ist wohl nicht der richtige. Das Interview ist Hauptbestandteil des InSound-Podcasts #32: http://www.raumfahrer.net/multimedia/podcast/index.php?id=248.
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pikarl
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« Antworten #110 am: 11. Januar 2010, 16:56:43 »

Hier gibts etwas mehr zu Hard- und Software der Part Time Scientists: http://futurezone.orf.at/stories/1636082/
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