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Russische Raumfahrt

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Schillrich:
Auf spacedaily wird ein Interview mit Nikolai Sevastyanov, früherer Präsident von Energia, zitiert. Dabei geht es um die Zukunft der russischen Raumfahrt.
Hier eine kurze Zusammenfassung seiner Statements:
[*]Trägerraketen/Technik
Es wird zuviel mit veralteter Technik gearbeitet. Sowohl Träger als auch bemannte Raumschiffe werden mit zu alten Verfahren und Mitteln produziert. Bei Sojus sieht er sogar ein Kosten-Leistungsproblem. Durch alte Technik/Konzepte benötigt dieser Träger zu viele Stufen und Triebwerke, was einen Großteil der Kosten ausmache. Gleichzeitig sei die Leistung der alten russischen Träger begrenzt.
[*]Unbemannte Raumfahrt
Es gibt 2 akteulle Programme für Erdsatelliten. Aber es gäbe praktische keine Erdbeobachtungs- und Forschungssatelliten. Dies habe Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit der russischen Raumfahrtindustrie.
[*]Personal
Die alte Technik habe auch Auswirkungen auf die Personalentwicklung. Junge Leute wollen an neuer Technik und neuen Konzept arbeiten. Aktuell sieht er ein mögliches "Ausbluten" der russischen Raumfahrtforschung- und industrie
[*]Startzentren
Um unabhängig und flexibel zu sein, werde ein weiterer rein russischer Startplatz benötigt. Er schlägt den weiteren Ausbau von Svobodny im Osten vor.
[*]Zukunft
Neue Träger und Raumschiffe sollen realisiert werden. Dabei erwähnt er natürlich Kliper. Kommerzielle unbemannte Raumfahrt (Kommunikation, Beobachtung, Navigation) soll stärker betrieben werden, auch um so eine neue Finanzquelle zu bekommen. Die ISS solle weiterhin privat genutzt werden. Danach kommt er noch kurz (sehr kurz) auf Mars und Mond zu sprechen, ohne wirkliche Details zu nennen.
[/list]

-eumel-:
Wie sehen die Pläne der russischen Raumfahrt aus?

Der oben zitierte Präsident von RKK "Energija", Nikolaj Sewastjanow, ist offenbar Ende Juli abgesetz worden. Kündigt das einen Kurswechsel an?

Klipper ist nun offenbar gänzlich gestrichen, nachdem Alexej Krasnow von Roskosmos bemerkt hat, daß man damit nicht zum Mond fliegen kann.
Statt die Sojus durch Klipper zu ersetzen, will man jetzt offenbar daran noch etwas rumbasteln. Die Sojus ist prinzipiell 50 Jahre alt.

Ein russisches Mondprogramm gibt es aber auch nicht.

Bleibt nur die ISS.
In Russland hat man offenbar Angst, die amerikanischen Partner könnten vorzeitig aus dem ISS-Programm aussteigen.
Schließlich haben die Amerikaner das neue 'Constellation'-Programm mit Orion und Ares, welches die Gelder der letzten Shuttle-Flüge gut brauchen könnte. Sie könnten den Ausstieg kurzfristig mit ernsthaften, nicht mehr lösbaren Sicherheitsproblemen beim Shuttle durch ständige Beschädigungen des Hitzeschildes begründen.

Aber allein kann Russland die Station nicht betreiben, und wenn sie nicht vom Shuttle fertiggestellt wird, können auch die kleinen europäischen und japanischen Partner nicht einsteigen. Ohne Strom nix los.

Selbst in der russischen Presse, die sonst eher zu optimistisch ist, scheint sich Pessimismus zu verbreiten:
http://russlandonline.ru/ruall0012/morenews.php?iditem=1264

jakda:
In der neuen FLIEGERREVUE gibt es einen 3-Seiten Artikel zu ENERGIA...

(Sobald ich etwas Zeit habe poste ich ein paar Infos...)

Grüße
jakda...

jakda:
So - hier nun einige Inhalte des erwähnten Artikels:

FLIGERREVUE 09-2007 S. 39-41

Zitat gelöscht.

chris:
Ich persönlich sehe die Planung als viel zu optimistisch an.
Beispiele:

1.) "Ständig bemannte Basis auf dem Mond bis 2015"  >> meiner Meinung nach nicht vor 2025!

2.) "Bemanntes Marsprogramm bis 2030"  >> Naja, sagen wir mal 2040,... wenn überhaupt!  (Hauptfaktor GELD!!)

3.)  Als "Abfallprodukt: Touristenflüge zum Mond für 100 Mill. Dollar":   Theoretisch wohl denkbar, aber wer zahlt so ein Summe?

Wie seht ihr das?

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