Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 9

19. Januar 2018, 12:29:46
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unser Unterforum für Rezensionen zu Büchern aus der Astronomie und Raumfahrt
   Erweiterte Suche

Autor Thema: Impactor auf Temple 1  (Gelesen 4320 mal)

Oiferle

  • Gast
Impactor auf Temple 1
« am: 04. Juli 2005, 20:43:29 »
Hallo Zusammen!
Hab da nur eine kleine Frage!
Hatte das Projektil, welches auf Temple 1 abgefeuert wurde, nu Sprengstoff an Bord oder nicht!
In diversen Foren hab ich gelesen, dass sich vielleicht sogar ein Atomsprengkopf an Bord befinden haben soll.
Ich kann mir nämlich diesen Helligkeitsanstieg um Faktor 10 eigentlich nur durch den Einsatz eines Sprengstoffs erklären.
Auch deshalb, weil ja die Amerikaner (nichts gegen die) auch sonst ziemlich sorglos mit der Welt (und Weltall) umgehen.

Gruß Oiferle :-/

Astrochris

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #1 am: 04. Juli 2005, 22:41:13 »
Hi

Ich glaube man kann davon ausgehen, dass kein Sprengstoff mit im Spiel war. Die wissenschaftliche Erklärung für diesen hellen Lichtstrahl ist eigentlich ganz simpel:  Die gefrorenen Teilchen des Kometen reflektierten die Sonnenstrahlen und dadurch erschien der Einschlag so hell.

MfG Chris

Oiferle(Guest)

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #2 am: 05. Juli 2005, 02:05:57 »
Danke...
Ja, okay! Das lasse ich schon mal als Erklärung gelten! Hab ja auch in den News gelesen, mit welcher ungeheuren Wucht sich das Teil in die Oberfäche gebohrt hat. Praktisch ein Kleinwagen und das mit 35000 - 37000km/h auf ne Mauer..
Da wird ja einges an Energie freigesetzt...

Gruß Oiferle

Astrochris

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #3 am: 05. Juli 2005, 20:18:30 »
Du hast recht. Die durch den Einschlag resultierende Energie hat sich auch in Form von Dampfexplosionen freigesetzt.

MfG Chris
« Letzte Änderung: 05. Juli 2005, 20:18:58 von Astrochris »

Offline pikarl

  • Raumcon Administrator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 4856
    • AstroGeo: Podcast und Blog
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #4 am: 06. Juli 2005, 14:54:46 »
Der Impactor bestand aus 370 kg Kupfer und Aluminium. Zusammen mit dem EInschlag mit dieser enormen Geschwindigkeit erklärt das schon, warum es da hell wird. Tatsächlich waren aber selbst die NASA-Leute überrascht, wie hell Tempel 1 geleuchtet hat.
Aktuell im AstroGeo Podcast: AG028 Die Alpen

Offline pikarl

  • Raumcon Administrator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 4856
    • AstroGeo: Podcast und Blog
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #5 am: 06. Juli 2005, 20:46:02 »
mehr über den blitz gibt es hier:

http://raumfahrt24.de/Artikel/200507050581.html
Aktuell im AstroGeo Podcast: AG028 Die Alpen

Jago

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #6 am: 02. August 2005, 15:34:03 »
 ;) Ich finde den Vergleich mit einer 'großen Waschmaschine', den ich jetzt schon des öfteren gelesen habe sehr treffen! Wenn man sich vorstellt, dass dieser Brocken mit einer deratig hohen Geschwindigkeit auf einen 'Staubklumpen' aufprallt, der überdies ja auch keine bremsende Atmosphäre hat, dann ist es schon eher zu lgauben, dass kein Sprengstoff eingesetzt wurde. Außerdem würde der Einsatz von Sprengstoff die Mission zu scheitern verurteilen, weil man ja reinen Kometenstaub wollte und nicht eine verkohlte Pampe!

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #7 am: 02. August 2005, 15:51:05 »
Moin,
hatte diesen Thread erst garnicht ernst genommen ( Impact auf Tempel 1 ), dieweil ja nur der Lander zum Tempel 1 geflogen war; den Titel sollte man eigentlich ändern.
Aber zum letzten Beitrag: mit welcher * derart hohen Geschwindigkeit*?
Wie groß war denn die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen dem Kometen Tempel 1 und dem Lander im Zeitpunkt des Aufpralls?

[size=18]Jerry - alpha-orionis[/size]


Zitat
ad infinitum




Offline Tobias Kolkmann

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 607
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #8 am: 02. August 2005, 16:19:56 »
Der "Lander" nannte sich aber "Impactor", meiner Meinung nach ist der Begriff auch wesentlich passender als "Lander", weil ja ein Zusammenstoß (Impact) stattgefunden hat aber keine Landung.

Edit: Habe grad selber danach  gesucht: die Differenzgeschwindigkeit zwischen Impactor und Komet betrug offenbar 37.000 km/h (laut www.planet-wisssen.de).
« Letzte Änderung: 02. August 2005, 16:25:39 von Tobias_Kolkmann »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #9 am: 02. August 2005, 17:49:15 »
Moin,
jetzt wo Du es geschrieben hast, habe ich meine abgespeicherten Berichte über Deep Impect noch einmal durchgelesen und *nichts* anderes festgestellt als das was ich vorher geschrieben hatte. Aaaaaaaaaber dannnnn, in Net gegoogelt und schon bin ich schlauer geworden. Nehme somit meinen Einwand offiziell zurück und behaupte das Gegenteil. Einverstanden? Soll nicht wieder vorkommen.


[size=18]Jerry - alpha-orionis[/size]


Zitat
[size=18]*Großtun kann nur der Kleine.* v.m.[/size]





H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #10 am: 03. August 2005, 23:44:17 »
Moin,
@Tobias, habe das noch einmal nachgeprüft, richtig, die relative Geschwindigkeit beim Aufprall im Winkel von 25 Grad
betrug 10,3 km/s = 37.080 km/h.
Tempel 1 hatte eine Geschwindigkeit von 29,9 km/s = 107.640 km/h
Deep Impact hatte eine Geschwindigkeit von 21,9 km/s = 78.840 km/h
Diese Daten stammen von der NASA.
Nur wenn man das jetzt ausrechnet stimmt das Ergebnis aber nicht, wieso?

[size=18]Jerry[/size]


:(Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall. A. Einstein :(

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 868
    • Webseite
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #11 am: 04. August 2005, 00:22:06 »
Hey Jerry,
stimmt nicht so ganz aber doch fast, oder?
sin(25) x 107640 km/h - 78840 km/h = 33350 km/h
(in meiner Rechnung fliegen Temple und die Sonde also ungefaehr in die gleiche Richtung, mit einem Winkel von 25 Grad)
Oder ist das zu einfach gedacht?
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #12 am: 04. August 2005, 01:23:23 »
Moin Volker,
warum um diese Uhrzeit diese schwere Frage?
Gut, werde mich noch ransetzen und nachdenken. Ich werde mich melden. oK?


[size=18]Jerry[/size]

8-)Der Zweifel ist menschlichen Wissens Grenze, die nur der blinde Glaube überschreitet. A. Einstein 8-)

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #13 am: 04. August 2005, 02:04:39 »
Moin Volker,
richtig ist, dass Tempel 1, von der Sonne aus gesehen aussen, und der *Lander* Impactor ( nach der Trennung von der Sonde Deep Impact ) von der Sonne aus gesehen innen, fast parallel im Winkel von 25° zusammengeprallt sind, auf jeden Fall nicht frontal.
Über die Zahlen denke ich noch nach, denn irgendeine von den Geschwindigkeiten könnte ja nicht stimmen, wenn die Geschwindigkeit im Crashpoint als richtig angegeben wird. Oder mache ich da ´nen Gedankenfehler?

[size=18]Jerry[/size]

::)Die Forschung lebt vom Austausch des Wissens. A. Einstein ::)


  

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 868
    • Webseite
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #14 am: 05. August 2005, 00:53:29 »
Hi Jerry,
siehe meine Rechnung. Der Winkel ist ja nun mal nicht exakt 25 Grad. Wenn Du 23.5 Grad nimmst, passt es doch ganz prima. Ist also alles in Ordnung in unserem Teil des Weltalls. Ob es nun 36.000 oder 37.000 km/h sind, ist ja nun auch nicht so ein riesiger Unterschied.
Gruss, Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #15 am: 05. August 2005, 01:02:54 »
Moin Volker,
richtig, mein Mathematiker hat mir das gleiche Ergebnis vorgelegt.
Also alles klar auf der A........ D..., wie schon U.L. immer gesungen hat.

Was gib´s sonst Neues?

[size=18]Jerry[/size]


;DDas schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als Einziger zu wissen! M. Twain ;D

Jago

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #16 am: 05. August 2005, 00:25:40 »
Jetzt frag ich doch einfach mal hier rein: was ist jetzt eigentlich mit dem Staub los, der jetzt duchs all schwirrt? Wurde da eigentlich eine Probe davon genommen, oder ist er nur aus der Enfernung betrachtet worden? (OK, dumme Frage, hab aber viel zu wenig Zeit immer alle Artikel zu lesen ;))

Offline Tobias Kolkmann

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 607
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #17 am: 05. August 2005, 02:38:27 »
Eine Probe wurde meines Wissens nach nicht genommen, denn Deep Impact ist nicht durch die Staubwolke geflogen die vom Impactor ausgelöst wurde. Außerdem wird Deep Impact im All bleiben und nicht wieder auf der Erde landen, also wurde wohl auch kein staub gesammelt. Man muss sich also auf die Fernanalyse beschränken :)

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #18 am: 05. August 2005, 02:42:25 »
Moin,
´ne Probe ist nicht genommen worden. Von der Muttersonde Deep Impact sind beim Vorbeiflug mittels Infrarot-Spektrometer Aufnahmen gemacht worden, die dann zur Auswertung ins Missionscenter gefunkt wurden.
Die Auswertung dauert noch an.
Was mit dem Staub ist, ich rate mal, dass der im direkten Umfeld des Planeten Tempel 1 geblieben ist und auch bleiben wird. Könnte doch durch die Gravitation so sein, oder.
Falls das jemand besser weiss oder erklären kann, dann bitte, wäre schön.

[size=18]Jerry[/size]


 
;DWer Größe hat, der soll sie auch zeigen. Jerry ;D

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #19 am: 29. September 2005, 15:31:13 »
Moin,
es liegen jetzt Teilberichte über die DEEP IMPACT MISSION vor.

Hieraus ist zu entnehmen, dass beim Crash zwischen IMPACTOR und TEMPEL 1 eine Mischung aus Wasser, Silikaten und organischen Verbindungen, ähnlich dem Material von anderen Kometen/Asteroiden des OORT CLOUD, herausgeschleudert wurde ( sichtbar auf den gezeigten Bildern ).
OORT CLOUD oder auch Oortsche Wolke ist ein Ring von Stein-, Eis- und Staubkörpern am Rand unseres Sonnensystems, die bei der Entstehung unserer Sonne und der Planeten übrig geblieben sind und nicht zu größeren Objekten verklumpten.

Somit muß TEMPEL 1 früher in diesem Bereich entstanden sein und durch nicht bekannte Umstände in´s Innere des Sonnensystems *abgewandert* sein.

Ca. 1000 t Material hat der IMPACTOR beim Crash herausgeschleudert.

Nach Kenntnis der Wissenschaftler soll TEMPEL 1 ein schmutziger Schneeball mit einer Dichte von nur 2/3 von Wasser. Er besteht also aus nur 60 % Material, der Rest ist *nix*.

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #20 am: 20. Oktober 2005, 12:25:46 »
Moin,

hier ein Bericht über Temple 1.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21144/1.html

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #21 am: 04. Februar 2006, 08:12:08 »
Moin,

etwa 3 bis 6 % der Oberfläche vom Kometen *Tempel-1* besteht aus 10 bis 50 my grossen Wassereisteilchen.

Forscher, die an der Auswertung der Aufnahmen von der Sonde *Deep Impact* arbeiten, haben dieses jetzt festgestellt.

Sie nehmen an, dass unter der Oberfläche dieses Kometen weitaus mehr Wassereis zu finden ist.


Mehr dazu >>>>



Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Impactor auf Temple 1
« Antwort #22 am: 04. April 2006, 08:08:00 »
Moin,


hier ein weiterer Bericht aus derStandard vom 4. April 2006:

      London - Der bewusste Einschlag eines Projektils der US-Weltraumsonde "Deep Impact" hat britischen Wissenschaftern zufolge im vergangenen Jahr etwa 250.000 Tonnen Wasser aus dem Kometen Tempel 1 geschlagen. "Wir haben durch die Beobachtung des Satelliten Swift herausgefunden, dass dabei deutlich mehr Wasser - und dies auch über eine längere Zeit - freigesetzt wurde, als zunächst angenommen worden war", berichtete der Leiter des Projektes, Dick Willingale von der Universität Leicester am Dienstag beim britischen Astronomie-Kongress an seiner Hochschule.

In den Tagen nach dem Einschlag hat der Himmelskörper nach Angaben der Wissenschafter täglich zwischen 16.000 Tonnen und 40.000 Tonnen Wasser ins Weltall geschleudert. Der gezielte Einschlag des Projektils der NASA-Sonde "Deep Impact" geschah im Juli 2005.

Aus den Daten des Experiments, an dem neben britischen auch US-Wissenschafter beteiligt sind, wollen die Astronomen Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren gewinnen. Viele Experten nehmen an, dass Kometen vor Milliarden von Jahren Wasser und organische Stoffe und damit Grundbausteine des Lebens auf die Erde gebracht haben.

Mit Hilfe der entstandenen Röntgenstrahlen konnten die Wissenschafter die durch den Aufprall ins Weltall geschleuderte Wassermenge bestimmen. "Je mehr Material freigesetzt wird, desto mehr Röntgenstrahlen werden produziert", erklärte Paul O'Brien, ebenfalls aus Leicester. Der Ausbruch der Strahlung habe insgesamt zwölf Tage lang gedauert. Swift ist ein Forschungssatellit der NASA, an dem auch Großbritannien und Italien beteiligt sind. (APA/dpa)



Jerry

Tags: