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Autor Thema: Sternentstehung  (Gelesen 83733 mal)

H.J.Kemm

  • Gast
Sternentstehung
« am: 14. November 2005, 12:31:08 »
Moin,

diese Info ging zwar schon vor einer Woche durch die Ticker, aber ich möchte sie noch einmal aufgreifen.

Wieder ein Superfoto von Spitzer:



Diese Region ist im Sternbild CASSIOPEIA, ~ 7.000 Lj.

Auf dieser Aufnahme vom SPITZER-Weltraumteleskop der NASA sieht man die Geburtsklinik für Sterne.

Die Säulen bestehen aus kaltem Staub und Gas, sie sind entstanden durch Druckstrahlung von benachbarten Sternen und in ihnen entstehen neue Sterne.



Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #1 am: 25. April 2006, 01:34:09 »
Moin,

Zitat:

Garching - Das Weltraumteleskop "Hubble" hat ein spektakuläres Bild der Galaxie M82 im Sternbild Großer Bär geschossen, in der zahllose junge Sterne entstehen. Die "Geburtenrate" in diesem kosmischen Kreißsaal liegt bis zu zehn Mal über derjenigen unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, wie das europäische "Hubble"-Zentrum am Montag in Garching bei München berichtete. Es hatte die Aufnahme, das bislang schärfste Weitwinkelbild der Galaxie M82, zum 16. Jahrestag des "Hubble"-Starts vom 24. April 1990 veröffentlicht.

Auf dem aus sechs Einzelaufnahmen zusammengesetzten Foto leuchten den Angaben zufolge nicht nur ungezählte junge Sonnen, die sich meist dutzendweise versammelt haben, sondern auch hoch aufragende heiße Wasserstoff-Gasschwaden, die von den frisch entstandenen Sternen ins All geblasen werden. Die rasante Rate der Sternentstehung werde vermutlich in den nächsten zehn Millionen Jahren zum Erliegen kommen, da der zwölf Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie mit der Zeit der Sternenrohstoff ausgehen werde.


Aus: derStandard.at vom 25.04.2006




Foto: Hubble


Jerry
« Letzte Änderung: 22. April 2009, 19:24:21 von Kreuzberga »

rolli

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #2 am: 25. April 2006, 08:30:01 »
Fantastische Aufnahme!

Ist eigentlich der Entscheid, KEINE Wartunsmission mehr mit dem Shuttle zum "Hubble" durchzuführen absolut endgültig, oder gibt es noch einen Hoffnungsschimmer?
 [smiley=undecided.gif]

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #3 am: 25. April 2006, 09:32:43 »
Moin Rolli,

ich hatte vor kurzem gelesen, dass *Hubble* doch noch gewartet werden soll.

Wenn ich den Artikel finde, bringe ich ihn hier rein.


Jerry

rolli

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #4 am: 25. April 2006, 11:52:42 »
Na dann hoffen wir doch noch mal weiter.

Hier noch ein paar Bilder aus dem net gefischt:

http://www.blue-cosmos.de/galerie/galerie.html

 ::)

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #5 am: 26. April 2006, 19:35:22 »
Moin,


zur Frage von Rolli:

Nach den Worten von Griffin sollen die Space Shuttle in den kommenden dreieinhalb Jahren 16 Mal fliegen und den Ausbau der Internationalen Raumstation ISS abschließen. Mit einem weiteren Shuttle-Flug wird das alternde Weltraumteleskop *Hubble* in Stand gesetzt. Batterien und Stabilisatoren müssen am *Hubble* ausgewechselt werden, damit das Weltraumteleskop nicht außer Kontrolle gerät.

Das ist die Aussage von NASA-Chef M. Griffin vom Dienstag vor einem Senatsausschuss in Washington.


Jerry
« Letzte Änderung: 26. April 2006, 19:39:20 von H.J.Kemm »

rolli

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #6 am: 26. April 2006, 19:49:23 »
Hi Jerry

na das sind doch sehr gute Nachrichten
 [smiley=thumbsup.gif]

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #7 am: 30. Juni 2006, 05:40:12 »
Moin,

Ausgangspunkt für die Sternentstehung ist eine Gaswolke, die überwiegend aus Wasserstoff besteht, und die aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert.

Wissenschaftler vom IRAM, Grenoble und MPIfR, Bonn haben eine neue Karte von unserer großen Nachbargalaxis *M 31* (Andromeda) erstellt, die eine detaillierte Verteilung von Sternentstehungsgebieten zeigt.

Ein ausführlicher Bericht ist hier zu lesen >>>>>



Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #8 am: 30. Juni 2006, 18:14:00 »
Moin,

hier einige Aufnahmen vom *Hubble*-Weltraumteleskop von Sternentstehungsgebieten. Typisch dabei die *Pillars of Creation* (Säulen der Schöpfung).

















Diese Aufnahme ist vom *Spitzer-Weltraumteleskop

Jerry
« Letzte Änderung: 01. Juli 2006, 14:39:29 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #9 am: 30. Juni 2006, 18:27:11 »
Moin,

in Ergänzung zum Beitrag # 6 sollte dieser Beitrag noch mit einbezogen werden (alte ESA-Information)


 Der Andromeda-Nebel, eine Spiralgalaxie, ist mit einer Entfernung von etwa 2,4 Millionen Lichtjahren der nächste große Nachbar der Milchstraße. Er zeigt ein beeindruckendes spiralförmiges Muster von Sternen und Staubstreifen. Die Geburt dieser Sterne zu verstehen, ist ein wichtiges Forschungsgebiet der modernen Astronomie.

In gasreichen Galaxien bilden sich immer wieder neue Sterne. Heute weiß man, daß die Sterne im Inneren von relativ dichten Wolken aus Wasserstoff-Molekülen entstehen, aber man kennt nur wenige Einzelheiten, wie das geschieht. Deshalb untersucht man in der Radioastronomie vorzugsweise solche Wolken, die sich auf Fotoplatten als dunkle Stellen vor dem hellen Hintergrund der Sterne abzeichnen. Die Absorption des Lichts ist in diesem Zusammenhang nur ein Nebeneffekt, der durch den Staub entsteht, der mit dem Gas gemischt ist.

Leider ist der größte Anteil dieser Wolken, der Wasserstoff, so gut wie unsichtbar, und auch der enthaltene Staub ist schwer zu messen. Insbesondere ist nicht klar, in welchem Verhältnis Staub und Gas in den Wolken enthalten sind. Deshalb wird als Indikator für den Wasserstoff eine Emissionslinie des viel selteneren Kohlenmonoxid-Moleküls (CO) beobachtet. Diese Linie wird von den CO-Molekülen bei einer Frequenz von 115 Ghz direkt abgestrahlt (das entspricht einer Wellenlänge von 2,6 mm). Die Häufigkeit des CO beträgt zwar nur etwa ein Zehntausendstel der des Wasserstoffs, aber dennoch ist diese Strahlung relativ stark und daher gut zu beobachten. Darüber hinaus sind beide Molekülanteile sehr gut gemischt. Daher kann man von den gemessenen Eigenschaften des Kohlenmonoxids auf die des nicht sichtbaren Wasserstoffs schließen. Wirklich gesichert ist dieser Zusammenhang bisher allerdings nur für einige wenige Gebiete in unserer Milchstraße, die vielleicht sehr untypische Eigenschaften haben könnten.

Um diesen Kennisstand zu verbessern, mußte man möglichst viele kosmische Molekülwolken und ihre Umgebung erfassen. In unserer Milchstraße sind im Prinzip viele Gebiete bekannt und oft auch im Detail kartiert worden. Unsere Position innerhalb der Milchstraße macht es jedoch nahezu unmöglich, ihre Strukturen in ihrer Gesamtheit zu identifizieren und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Gebieten herauszufinden. Hingegen ist der Andromeda-Nebel für eine solche Studie ideal geeignet: Diese Galaxie ist relativ nah und zeigt - von der Erde aus gesehen - eine deutliche Spiralstruktur aus Sternen und Staubgebieten. Der Blick von außen ermöglicht es, zusammengehörige Teile der Galaxie miteinander zu vergleichen, und das sowohl in der Größenordnung einzelner Regionen (etwa 30 Lichtjahre) als auch in der Dimension der gesamten Galaxie (Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren).

Ein internationales Team von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn (MPIfR), der Universität Bonn (RAIUB) und des Instituts für Millimeter-Radioastronomie (IRAM) in Grenoble und Granada benutzte für die umfangreiche Kartierung des Andromedanebels das IRAM 30-m Radioteleskop auf dem Pico Veleta in Südspanien und das IRAM-Radiointerferometer auf dem Plateau de Bure in Frankreich.

In einigen der beobachteten Regionen gab es Hinweise auf ungewöhnlich turbulente Bewegungen der Molekülwolken. Diese Gebiete wurden deshalb zusätzlich mit dem IRAM-Interferometer auf dem Plateau de Bure untersucht. Bei diesem Gerät ist zwar das Gesichtsfeld relativ klein (nur etwa doppelt so groß wie der Durchmesser eines einzelnen Meßpunktes des 30 m-Teleskopes). Doch dafür ist die räumliche Auflösung des Interferometers zehn- bis zwanzigmal besser, was durch das Zusammenschalten von insgesamt fünf 15 m-Antennen erreicht wird. Diese verfügen zusammen über das Auflösungsvermögen eines Radioteleskops von über 400 Metern Durchmesser. Mit diesen Messungen konnte erstmals klar gezeigt werden, daß es im Andromeda-Nebel verschiedene Strukturen von Molekülwolken gibt, und daß ihre Eigenschaften wesentlich von jungen Sternen in ihrer Nähe beeinflußt werden.





Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #10 am: 22. September 2006, 08:35:32 »
Moin,

diese Aufnahme vom The Heart Nebula / IC 1805 ist aus 2 Gründen interessant:



Sie ist erstellt von  Ken Crawford / Rancho Del Sol Observatory  (sehr interessante Biografie) und ausserdem kann man hier sehr gut Sternerntstehungsgebiete sehen. In den Zipfeln befinden sich Konzentrationen in denen sich Sterne entwickeln.

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #11 am: 18. April 2007, 19:21:51 »
Moin,

>>> Rosettennebel gebiert laufend neue Sterne
4.500 Lichtjahre entfernter Nebel unter die Lupe genommen

In akribischer Puzzlearbeit haben Astronomen den bisher detailreichsten Einblick in den Rosettennebel gewonnen, eine Geburtsstätte neuer Sterne in der Milchstraße. Das Bild besteht aus 200 Einzelaufnahmen und zeigt, dass in dem Gas- und Staubnebel noch immer Sonnen entstehen. Robert Greimel von der Universität Graz stellt das Mosaik an diesem Mittwoch auf der Tagung der Königlich-Britischen Astronomischen Gesellschaft (RAS) in Preston vor.

Der Rosettennebel liegt in rund 4.500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn. Die "Sternenfabrik" misst etwa 100 Lichtjahre im Durchmesser. Im Zentrum des Nebels haben junge, helle Sonnen ein Loch in die Gaswolke geblasen. Die ultraviolette Strahlung dieser heißen Sterne lässt den umgebenden Nebel leuchten. (APA/dpa) <<<
(aus: derStandard)

Jerry



rolli

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #12 am: 18. April 2007, 09:28:59 »
Immer noch werden tausende von neuen Sternen geboren, zum Beispiel im Rosetta-Nebel:


DPA / IPHAS Collaboration
Rosetta-Nebel im Sternbild Einhorn: 4500 Lichtjahre entfernter Sternenkindergarten

Zitat:

FERNE STERNENQUELLE

Fruchtbarer Nebel des Einhorns

Junge, heiße Sterne haben ein Loch ins Zentrum des Nebels geblasen: Der Rosetta-Nebel, ein Kindergarten der Milchstraße, sieht aus wie ein rotleuchtender Doughnut (Krapfen, Pfannkuchen). Für diese Ansicht mussten Forscher Hunderte Einzelaufnahmen zusammensetzen.

Das Wunder der Entstehung - aus der Nähe ein feurig-infernalischer Akt inmitten der feindlichen Eiseskälte des Alls, aus der Ferne ein bunt-schimmerndes Sternenfeuerwerk: In akribischer Puzzlearbeit haben Astronomen den bislang detailreichsten Einblick in den Rosetta-Nebel gewonnen. Er ist einer der Sternenkindergarten der Milchstraße.

Das Bild ist eigentlich ein Mosaik, das aus 200 Einzelaufnahmen besteht. Robert Greimel von der Universität Graz und seine Kollegen haben sie in akribischer Handarbeit zu einem Panorama der fernen Sternenquelle zusammengesetzt. Der wissenschaftliche Wert: Die Aufnahme zeigt, dass in dem Gas- und Staubnebel noch immer Sonnen entstehen. Im Zentrum des Rosetta-Nebels hat die intensive Strahlung junger, heller Sonnen ein Loch in die Gaswolke geblasen. Der umgebende Nebel leuchtet unter dem Einfluss des ultravioletten Lichts auf, das die Sonnen aussenden.

Greimel wird das Mosaik am heutigen Mittwoch auf der Tagung der britischen Royal Astronomical Society (RAS) in Preston vorstellen. Es entspricht etwa der Größe von 20 Vollmondscheiben am Himmel. Der Rosetta-Nebel liegt in rund 4500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn. Die Sternenfabrik misst etwa 100 Lichtjahre im Durchmesser.
Zitatende

Quelle:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,druck-477741,00.html

 :o
« Letzte Änderung: 18. April 2007, 09:33:23 von rolli »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #13 am: 19. April 2007, 08:59:45 »
Moin,

zum *Rosettennebel* NGC 2238 hatten wir schon etwas geschrieben in: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=776.0
Beitrag 3 und 4.

Jerry
« Letzte Änderung: 19. April 2007, 09:00:58 von H.J.Kemm »

rolli

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #14 am: 19. April 2007, 17:25:03 »
Und noch eine Ergänzung:


So stellt sich ein Künstler das Szenario vor, wenn sich ein junger Stern mit samt seiner protoplanetaren Scheibe innerhalb der Gefahrenzone um einen heißen O-Stern (oben rechts) befindet. Bild: NASA / JPL-Caltech / T. Pyle (SSC )

http://www.astronews.com/news/artikel/2007/04/0704-013p.html

Eine sogenannte Todeszone von 1,6 Lichtjahren Durchmesser...
Ist ja ein Ding !

Heribert

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #15 am: 20. April 2007, 09:19:32 »
Hoi Rolli,

der Autor des Bildes nennt sich "Künstler" ???
das sieht ja wie ein vergrößerter Ausschnitt einer Hubble-Aufnahme aus dem Orion-Nebel aus, wo viele Protosterne mit Staubscheiben zu sehen sind.  ;D ;)

Grüßli, Heribert

rolli

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #16 am: 20. April 2007, 09:31:04 »
Moin Heribert

tja, diese jungen Sterne mit planetarer "Scheibe" sehen halt alle ein bisserl ähnlich aus.
Immerhin schon aufregend, wenn man denkt, dass aus dieser "Scheibe" einmal einzelne Planeten entstehen und, im Glücksfall, ein richtig schönes "Sonnensystem" daraus wird.

Eigentlich müssten ja aus dieser Logik zufolge auch intelligentes Leben irgendwo schon eine kleine Ewigkeit bestehen, und es entsteht vortwährend neues.

Oha, soeben ist eine PN eingefahren, Absender:

Orion, Planet Maximus, Rat der Weisen

 ;D

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #17 am: 30. Mai 2007, 11:50:33 »
Moin,




Sternentstehung in der Großen Magellanschen Wolke (LMC)

Dieses mit dem Weltraumteleskop *HUBBLE* aufgenommene Bild zeigt LH 95, eine der zahlreichen Regionen in der nur 180000 Lichtjahre entfernten *LMC* , in denen die Wechselwirkung mit unserer Galaxis heftige Sternbildungsaktivität auslöst. Unmittelbar neben heißen, massereichen Sternen sind auch zahlreiche massearme Sterne zu erkennen.

Erdgebundene Beobachtungen erreichen bisher nur die hellen, massereichen blauen Riesensterne in der *LMC*, nicht aber die leuchtschwächeren Sterne geringer Masse. Dieses Bild zeigt mehr Details als jemals zuvor und erlaubt die präzise Untersuchung einer unglaublichen Fülle masseärmerer neuer Sterne – und damit eine genauere Bestimmung ihres Alters und ihrer Masse.

Sind einmal aus dem Kollaps einer kalten, dichten Molekülwolke massereiche Sterne entstanden (deren Masse drei Sonnenmassen oder mehr beträgt), so erzeugen sie kräftige Winde und intensive Ultraviolettstrahlung, die eine HII-Region aus heißem, hell leuchtendem ionisiertem Wasserstoff erzeugen. Die HII-Region dehnt sich aus und »frisst« die Molekülwolke auf. Der blaue Nebel, der LH 95 allseits umgibt, ist Teil einer solchen HII-Region.

Noch haben die Sternwinde einige dichte Partien der ursprünglichen Molekülwolke nicht vollständig erodiert – sie sind als dunkle Staubfilamente zu erkennen, die das blaue Lichts und die Strahlung dahinterliegender Sterne zum Teil verschlucken, zum Teil röten. Andere Teile der Molekülwolke sind bereits zu zahlreichen neugeborenen Sternen kollabiert, von denen die leuchtschwächsten stark zur Haufenbildung neigen.

Auf dem Bild sind mindestens zwei kompakte kleine Sternhaufen zu sehen, einer rechts oberhalb der Mitte, der andere weit links. Sie enthalten Hunderte massearmer neuer Sterne. Überraschenderweise finden sich solche Sterne auch in der nahen Umgebung heller, massereicher Sterne. Ausserdem sind zahlreiche Galaxien erkennbar, die sich im Hintergrund der *LMC* befinden.

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #18 am: 30. Mai 2007, 12:18:37 »
Moin,

Der verborgene Halo von *M 82* durch explosive Sternentstehung



Diese Bilder zeigen die 12 Mill. Lj entfernte »explodierende Galaxie« *M 82* im *Großen Bären*, links im *visible light*, rechts in einem mit dem Weltraumteleskop *Spitzer* aufgenommenen Infrarotbild, das aus Aufnahmen bei 3.6 Mikrometern Wellenlänge (blau kodiert), 4.5 Mikrometern (grün) und 5.8 bis 8.0 Mikrometern (rot) zusammengesetzt ist. Während der Hauptkörper der Galaxie im Sichtbaren elongiert, relativ glatt und regelmäßig erscheint, tritt im Infraroten eine zusätzliche, annähernd sphärisch verteilte und filamentartige Komponente auf, die sich bis etwa 20000 Lichtjahre aus der Ebene der Galaxie hinaus verfolgen lässt.

Im Sichtbaren dominiert das Licht von der stellaren Komponente von *M 82* – wir sehen die Galaxie recht genau von der Kante (edge-on). Auf länger belichteten Aufnahmen erscheinen auch im Sichtbaren bereits zwei kegelförmige, senkrecht zum Hauptkörper der Galaxie orientierte Strukturen. Sie bestehen aus H-alpha-Strahlung, die von ionisiertem Gas emittiert wird, einem »Superwind«, der von den heißen Sternen in *M 82* ausgeht.

Bei den von Spitzer registrierten Wellenlängen sehen wir die thermische Eigenemission der Staubteilchen, die von dem »Superwind« nach außen transportiert werden: Der Staub strahlt im Infraroten entsprechend seiner Temperatur von ca. 100 Kelvin. Denn er wird aufgeheizt, und zwar sowohl durch das Licht der heißen Sterne in *M 82*, als auch durch seine Wechselwirkung mit dem heißen Gas, das in einem schnellen »Superwind« von diesen Sternen ausgeht, in den intergalaktischen Raum strömt und selbst hell im Röntgenlicht strahlt. Dieses Infrarotbild zeigt bisher am deutlichsten die Verteilung der Staubkomponente im Superwind.

Die mit *Spitzer* registrierten Infrarotspektren zeigen die für »PAK« (polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) typischen spektralen Merkmale. Offenbar kommt diese organische Teilchenart noch in großer Entfernung von
*M 82* vor und kann im »Superwind« der Galaxie überleben. Ursache für den Superwind ist ein explosives Einsetzen von Sternentstehung in dieser Galaxie, das zur Bildung einer großen Zahl massereicher junger Sterne geführt hat. Ausgelöst wurde dieser »Starburst« durch die gravitative Wechselwirkung mit der benachbarten großen Spiralgalaxie *M 81*, die das Einstürzen großer Mengen interstellarer Materie in *M 82* bewirkte.

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #19 am: 04. Juli 2007, 21:13:43 »
Moin,

in der ~ 12,5 Mill. Lj entfernten irregulären Galaxie *NGC 4449*, Sternbild *Canes Venatici (Jagdhunde)* hat das Weltraumteleskop *Hubble* ein Feuerwerk von Sterngeburten fotografiert.


 Credit:  NASA, ESA

Wissenschaftler meinen, daß so auch im jungen Weltall in den ersten Galaxien Sterne geboren sein müßten.
Da das Sternentstehungsgebiet nicht im Zentrum von *NGC 4449* geschieht, wird angenommen, daß diese kleine Galaxie mit der Nachbargalaxie *NGC 4641* kollidiert sein könnte.
In ~ 1 Mrd. Jahre wird das Gas- und Staubmaterial aufgebraucht sein.

Mehr dazu kann hier nachgelesen werden:  

Jerry
« Letzte Änderung: 10. Juli 2007, 12:14:07 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #20 am: 31. August 2007, 08:03:20 »
Moin,

nach drei Jahren harter Arbeit bekommen wir aus der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 2007 vom *HAWK-I* (High Acuity, Wide field K-band Imaging) *First Light* (erstes Licht) auf *Yepun*,Teleskop Nr. 4 von ESO`s VLT. Die ersten Bilder zeigen sehr eindrucksvoll sein Potential.



Dieses Bild zeigt ein Sternentstehungsgebiet im Sternbild *Schlange*, hier im Teil, betitelt  als *Serpens Cauda* (Schwanz der Schlange).



Das *VLT* ist mit einem neuen `eye` ausgerüstet worden um das Universum zu studieren. *HAWK-I* arbeitet im Nahinfrarot-Bereich von 0,85 - 2,5 Mikrometern und erreicht bei einer einzelnen Belichtung den Flächenbereich des Vollmondes. Dieses Zusatzinstrument wird einzigartig zur Entdeckung und der Studie lichtschwacher Objekte, wie entfernte Galaxien oder kleine Sterne und Planeten genutzt.



Jerry
« Letzte Änderung: 31. August 2007, 13:37:50 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #21 am: 03. Oktober 2007, 04:18:25 »
Moin,

hier das Sternentstehungsgebiet im Emissionsnebel / offener Sternhaufen im Sternbild Schiffskiel *NGC 3603*, 20.000 Lj, +9,1 m. Diese jungen Sterne sind erst ~ 2 Mill. Jahre alt.


Aufnahme: spacetelescope.org/news/html/heic0715.html

Zu sehen ist auch *Sher 25*, ein Stern im Endstadium seines Lebens; er wird demnächst als Supernova explodieren, d.h. etwa in einigen 1000 Jahren.


Aufnahme: chandra.harvard.edu/photo/2001/1123/

Im Zentrumdes Sternentstehungsgebietes befindet sich *HD 97950 A1*, der wohl größte Stern mit ~ 114 SM0 Gewicht, evtl handelt es sich hierbei um ein Mehrfachsystem. (Hierzu gibt es einen eigenen Thread) >>>

Jerry

« Letzte Änderung: 03. Oktober 2007, 04:33:34 von H.J.Kemm »

Corsar

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #22 am: 15. Oktober 2007, 15:41:45 »
Bonjour, all diese neuen Sterne entstehen doch aus die Material von gestorbene Sterne? Ist es bekannt ob in unsere Galaxie noch Materie aus das Ursprung (Urknall) vorhanden ist was noch nicht war ein Stern, oder in eine andere Galaxie? Wenn daraus neue Sterne entsteht, dann ist doch da eine ganz andere Zusammensetzung? Jac

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #23 am: 15. Dezember 2007, 04:13:36 »
Moin,


Bild: antwrp.gsfc.nasa.gov/Don Goldman

Auf diesem Bild sieht man den Stern *T-Tauri*, irregulärer Veränderlicher im Sternbild Stier, 400 Lj und in seiner unmittelbaren Umgebung den Gasnebel *Hind* (NGC 1555/1554). Beide, also Stern und Nebel liegen eingebettet in einer Molekülwolke.

Besonders interessant ist, dass Stern und Nebel *veränderliche* Objekte sind und trotz ihrer gegenseitigen unmittelbaren Nachbarschaft zeitlich betrachtet unterschiedliche Helligkeitsausbrüche haben. Beide sind mit ~ einigen Mill. Jahren noch sehr jung und befinden sich in der Frühphase ihrer Entwicklung.

Jerry



« Letzte Änderung: 15. Dezember 2007, 04:14:50 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Sternentstehung
« Antwort #24 am: 17. Dezember 2007, 11:08:19 »
Moin,

so wie um *L 1157*, 800 Lj, 0,9 MSo, Sternbild Kepheus, könnte der Raum auf der jetzigen Fläche unseres Sonnensystems vor ~ 4,5 Mrd. Jahren ausgesehen haben.


Bild: Spitzer/NASA
 
In sichtbaren Licht erscheinet die umliegenden Region um *L 1157* schwarz (links). Der rötliche Dunst rund um *L 1157* (rechts) ist Staub. Die weißen Punkte sind andere Sterne, meist im Hintergrund. Der Protostern, gerade einige tausend Jahre alt, ist auch im infraroten nicht sichtbar; dafür aber die beiden Jets (~ 1 Lj lang) aus denen sich im Verlaufe der nächsten Jahre Planeten entwickeln könnten.
Die Lage von *L 1157* ist hier zu erkennen. (Gas, welches aus der Umgebung auf den werdenden Stern fällt, wird hier durch Magnetfelder an den Polen wieder ausgestoßen.)


Bild: harvard.edu

Die Polarisierung-Karte zeigt, dass Magnetfeld in der unmittelbaren und weiteren Umgebung *L 1157*.
 
Jerry


« Letzte Änderung: 27. Juni 2010, 08:30:38 von H.J.Kemm »

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