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Autor Thema: Andromeda-Galaxie (M 31)  (Gelesen 37866 mal)

H.J.Kemm

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Andromeda-Galaxie (M 31)
« am: 16. Oktober 2005, 23:09:00 »
Moin Spechtler,
den ANDROMEDA-Nebel kenne wir Spechtler ja zur Genüge. Schließlich ist er mit blossem Auge zu sehen, und wer ein vernünftiges Rohr benutzt, der kann diese Ansicht richtig geniessen. M31 steht unterhalb von CASSIOPEIA (großes Himmels-W).

Unter:http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/15102005220959.shtml hat unser Autor Andreas Tramposch einen interessanten Bericht geschrieben. Lesenswert.

Hierzu habe ich noch folgende Anmerkung:
M 31 hat einen Durchmesser von ~ 150.000 Lj (Milky Way ~ 100.000 Lj), ~ 400 Miiliarden Sterne, M = 3,4.

Andreas beschreibt da einen *mögliche* Kollision von M 31 mit einer anderen Galaxis.
Eine *bestimmte* Kollision erlebt M 31 in ca. 6 Milliarden Jahren. Denn dann stoßen M 31 und unsere geliebte MILKY WAY zusammen.

Die Radialgeschwindigkeit von M 31 beträgt -266 km/s, was bedeutet, dass sie auf uns zuläuft (Doppler Effekt / Rotverschiebung / Spektralananlyse).

Bei dieser Kollision zwischen M 31 und MILKY WAY muß es aber nicht zu einer Katastrophe kommen. Der Abstand der einzelnen *Sonnen* ist ja sehr groß, sodass beim *Kontakt* beider Galaxien nur eine *Verschmelzung* (galaktischer Kannibalismus) oder sogar nur ein *Durchmarsch* passiert.

Leider können wir das natürlich nicht erleben, aber schade eigentlich.

Allzeit gute Sicht und immer einen klaren Kopf!

Spechtler Jerry




« Letzte Änderung: 23. Januar 2010, 07:18:06 von H.J.Kemm »

Offline Volker

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #1 am: 17. Oktober 2005, 17:29:11 »
Galaxienkollisionen sind nichts ungewoehnliches. Die Milchstrasse stoesst im Moment mit einer kleineren Galaxie zusammen. Davon sehen wir leider nicht viel, denn es passiert auf 'der anderen Seite' der Milchstrasse, also ungefaehr in Richtung des Milchstrassenzentrums zu sehen im Sternbild Sagitarius. Obwohl direkt nicht viel zu beobachten ist, loesen Galaxienverschmelzungen vermehrt Sternentstehung aus.
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #2 am: 17. Oktober 2005, 18:01:42 »
Moin Volker,
das ist mir nicht bekannt.
Gieb doch bitte mehr Information darüber.

Nach meiner Kenntnis sind doch in unserer nächsten Nähe nur: Zwerggalaxie Canis Major, Sagittarius Zwerggalaxie, kleine Magellan-Wolke, große Magellan-Wolke, Sculptor-Gruppe, Fornax-System, NGC 6822, Leo I, Leo II, NGC 185, NGC 147, M 31 / Andromeda, M 33 / Triangulum und M 33,  die sogenannte *lokale Gruppe*.

Dies sagt auch das *Lexikon der Astronomie*, ebenfalls N. Henbest / H. Couper in *Die Milchstrasse* oder von der Sacken-Osten in *Schöpfung aus dem Nichts*. Wenn solch eine Kollision an- oder bevorsteht, dann kann es doch nur mit einer der *inneren* Galaxien sein.

Jerry

NS: Die Reihenfolge der Galxien der *lokalen Gruppe* geändert am 28.10.2005, 2.50 Uhr. Falls weitere Korrekturen notwendig, dann *to knit by another Thread*
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2005, 02:55:19 von H.J.Kemm »

Offline Volker

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #3 am: 17. Oktober 2005, 19:10:13 »
Hallo Jerry,
naja, in den Lexika steht ja oft nicht das Neueste drin. Das ist vor allem haeufig wenn Du nur deutsche Literatur bemuehst. Also: Sagittarius Zwerg Galaxie,  RA=18h55.1m, DEC = -30deg 29min, etwa 88 000 pc von uns entfernt, oder auch 16000 pc vom Milchstrassenzentrum. Siehe Ibata, Gilmore und Irwin 1995, Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, vol. 277, Seite 781. Diese Galaxie ist offenbar bereits durch die Wechselwirkung mit der Milchstrasse erheblich zerrissen und in die Laenge gestreckt. Bunte Bilder dazu gibt es unter http://www.solstation.com/x-objects/sag-deg.htm
Es gibt aber sogar noch eine naehere Galaxie, naemlich die Zwerggalaxie im Sternbild Canis Major: Vom Zentrum der Milchstraße liegt sie 42'000 und von der Sonne etwa 25'000 Lichtjahre entfernt. Siehe
http://www.ras.org.uk/html/press/pn0339ras.html
Diese Galaxie wurde 2003 entdeckt und deshalb wohl in Deinen Lexika nicht drin...

Volker

P.S.: Hier noch eine deutsche Seite zum Thema: http://www.netzeitung.de/spezial/weltraum/260624.html
Aber vorsicht, die deutschen Seiten sind oft nur schlechte Uebersetzungen der englischen Originale.
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2005, 19:18:33 von Volker »
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #4 am: 17. Oktober 2005, 20:17:44 »
Moin Volker,
schön, dass Du die Sache aufgeklärt hast.

Also, ich habe hierüber in der Literatur nix gefunden, nur das
für *Sagittarius Zwerggalaxie* dort M 54 steht, und das ist ein Kugelsternhaufen.

Ich kannte beide nicht, hatte auch einige Jahre nichts mit *Deepsky* zu tun.

Aber gut, die nehme ich jetzt in die Liste mit auf, aber es ändert sich sonst nichts an meiner Aussage über Kollisionen.

NS: Bei der Zwerggalaxie Canis Major handelt es sich aber noch nicht um eine *kollidierte* Galaxie?

Nur eine Frage tritt da auf: vom Zentrum 42.000 Lj, die Milky Way hat einen Durchmesser von
100.000 Lj.
Da macht das unsere schöne Milky Way wohl ´ne Beule oder wie?

Na, macht nichts.

Jerry
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2005, 20:18:12 von H.J.Kemm »

Offline Volker

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #5 am: 17. Oktober 2005, 21:00:34 »
Hallo Jerry,
nein, eine Beule gibt es da nicht. Die Galaxien durchdringen sich. Die Zwerggalaxie ist also schon innerhalb der Milchstrasse.
Und eine Zwerggalaxie ist natuerlich kein Kugelsternhaufen, da hat es wohl eine Fehlidentifikation gegeben. M 54 musst Du dann also in Deiner Liste umidentifizieren.
Die Literatur ist uebrigens recht reich an Arbeiten ueber Sagittarius und ueber Galaxienverschmelzungen. War auch schon mehrfach "Astronomy Picture of the Day" bei der NASA:
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap970329.html
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap980216.html
oder auch in einem einfachen Astronomie Grundbuch:
"An Introduction to Modern Astrophysics" von Bradley W. Carroll und Dale A. Ostlie.
Gruss Volker
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #6 am: 17. Oktober 2005, 23:56:39 »
Moin Volker,
mit *Beule* meinte ich, dass *Sagittarius* ja dann bereits jetzt schon innerhalb des Halo und auch schon fast in unserer Milky Way sitzt.

Frage: Wieso unterscheidet man sie dann als selbstständige Galaxis.

Sie ist doch eigentlich schon oder ein Teil der Milky Way. Wohin dreht sie denn, oder ist sie nur eine *irreguläre* Zwerggalaxis?

Also, mit Deiner neuen Information muß ich erst einmal richtig fertig werden. Ich glaube, dass da von mir noch viele Fragen kommen.

Jerry

Offline Volker

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #7 am: 24. Oktober 2005, 16:09:24 »
Zitat
Frage: Wieso unterscheidet man sie dann als selbstständige Galaxis.

Sie ist doch eigentlich schon oder ein Teil der Milky Way. Wohin dreht sie denn, oder ist sie nur eine *irreguläre* Zwerggalaxis?

Die Objekte sind durch Gravitation gebunden und fuer einen Sternhaufen sind da zu viele Sterne drin. Man kann auch sehen, wie sich diese Galaxie beim Durchgang durch die Milchstrasse veraendert hat. So was aehnliches kannst Du in dem populaeren Beispiel der Antennengalaxie (Galaxienpaar NGC 4038/NGC 4039) auch beobachten. Bei der Antennengalaxie ist aber die Galaxienstruktur noch besser zu erkennen (und das ist auch ein 'major merger', also eine Verschmelzung zweier aehnlich grosser Galaxien). Bei der Sag Zwerggalaxie kann man, so weit ich weiss, nicht mehr die Rotation beobachten, dafuer ist sie schon zu zerrissen.

Du hast ja immer lieber deutsche Artikel, also hier ist was populaer-wissenschaftliches ueber Galaxienverschmelzung:
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/725295
oder von den Kollegen am MPE:
http://www.mpa-garching.mpg.de/mpa/research/current_research/hl2005-2b/hl2005-2b-de.html
Antennengalaxie:
http://www.usm.uni-muenchen.de/people/saglia/dm/galaxien/alldt/node70.html

Gruss
Volker
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #8 am: 24. Oktober 2005, 16:57:51 »
Moin Volker,

sehr gut, danke.

Auf der Abbildung ist ja solch ein Szenario wie es mit unserer MILKYWAY und der SAG-Zwerggalaxie gerade passiert. Das Größenverhältnis ist zwar nicht 100:10, aber für Interessierte trotzdem nachvollziehbar.






Die Ausarbeitungen ziehe ich mir später rein.


Jerry
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2005, 18:02:09 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #9 am: 26. Oktober 2005, 19:12:04 »
Moin,

folgende Zahl hat mir keine Ruhe gelassen:

Eine *bestimmte* Kollision erlebt M 31 in ca. 6 Milliarden Jahren. Denn dann stoßen M 31 und unsere geliebte MILKY WAY zusammen.
 
Die Radialgeschwindigkeit von M 31 beträgt -266 km/s, was bedeutet, dass sie auf uns zuläuft (Doppler Effekt / Rotverschiebung / Spektralananlyse).


Der ANDROMEDA-Nebel ist 2,7 Lj (Kor.: 2,7 Mill Lj) von uns entfernt. Das Licht legt ~ 300.000 km/s zurück = 9,5 x 1012 km im Jahr.  Bei 2,7 Lj Entfernung sind das = 2,7 x 1012 = 25,65 x 1012 km.
ANDROMEDA kommt auf uns mit 266 km/s = 8,39 x 109 im Jahr.

25,65 x 1012 : 8,39 x 109 = 3057 x109 = 3,06 x 1012.

Also in 3,06 Milliarden Jahren erfolgt der Crashpoint und nicht wie in einigen Lexika mit 6,0 Milliarden Jahren angegeben.

Was sagt ihr dazu?


Jerry



« Letzte Änderung: 26. Oktober 2005, 20:32:56 von H.J.Kemm »

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #10 am: 26. Oktober 2005, 20:22:18 »
Zum einen kennen wir die Entfernung zu M31 gar nicht so genau - das ist naemlich nicht so einfach und beruht auf der Unsicherheit in den unterschiedlichen Messverfahren (z.B. Supernovae, Cepheiden). Zum anderen beschleunigt sich die Annaeherung natuerlich, wenn zwei massive Objekte aufeinander zu fliegen.
Der Andromeda Nebel ist nicht 2.7 Lichtjahre entfernt - der naechste Stern ist schon 4 Lichtjahre weit weg. Andromeda ist 2.9 Millionen Lichtjahre entfernt (ah, das hast du nur falsch geschrieben, aber richtig gerechnet). Also
2900000 ly x 9.4e12 km/sec / 266 km/sec = 1.0e17 s = 3.3 Milliarden Jahre.
Der Unterschied kommt wahrscheinlich daher, dass man fruehr von einer Blauverschiebung von -0.00042 fuer Andromeda ausging, also v = z x c = 126 km/sec, dann wuerde man auf 7 Milliarden Jahre kommen.
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #11 am: 26. Oktober 2005, 20:31:26 »
Moin Volker,

danke für Deinen Beitrag, ich habe mich da verschrieben, werde das aber *sichtbar* korrigieren.

Ja die Entfernung wird mal mit 2,2 Mill Lj und mal mit 2,7 Mill Lj oder auch 3,6 Mill km angegeben. Aber ich habe mich nun mal auf diesen Wert eingeschossen.

Jerry

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #12 am: 26. Oktober 2005, 22:15:13 »
Der Unterschied liegt an was ganz anderem: die Rotverschiebung bzw. die relative Geschwindigkeit, die wir hier messen, ist natuerlich die relative Geschwindigkeit zum Sonnensystem. Wir muessen aber die relative Geschwindigkeit zur Milchstrasse nehmen (das Sonnensystem bewegt sich ja relativ zur Milchstrasse - das kann man normaler Weise vernachlaessigen, aber nicht bei so kleinen Geschwindigkeiten). Die ist 123 km/sec und nicht 266 km/sec (siehe Karachentsev 2005, "The Local Group and other neighbouring galaxy groups", Astronomical Journal, 129, 178). Damit kommst Du dann also auf etwa 7 Milliarden Jahre bis zur Verschmelzung, aber nur, wenn Du von ungestoerter Bewegung ausgehst. Sollte aber so in etwa schon hinkommen.
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #13 am: 26. Oktober 2005, 22:40:59 »
Moin Volker,

lass mich das bitte mal in meinen Worten aufgreifen.

Ich habe verstanden, dass M 31 sich mit der Geschwindigkeit von 266 km/s auf uns zubewegt.
Ich habe ausseracht gelassen, dass wir beide, M 31 und MILKY WAY, uns gemeinsam mit der Geschwindigkeit des gesamten *Umfeldes* von 123 km/s um unser Zentrum bewegen.

Das kann man doch bei der Berechnung, wann M 31 uns *eingeholt* hat, vergessen, oder nicht?

Ich hätte da noch ein *kindliches* Beispiel zur Erklärung auf Lager, aber das hole ich erst im *Notfall* raus.
Das war die *Erklärung* eines *Experten*.

Jerry

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #14 am: 26. Oktober 2005, 22:51:07 »
Was, wie? Nee, also das Sonnensystem bewegt sich doch innerhalb der Milchstrasse. Wenn Du also die Rotverschiebung einer Galaxie beobachtest, musst Du das auf das Milchstrassensystem zurueckrechnen, wenn Du wissen willst, wann die Andromeda Galaxie mit der Milchstrasse zusammenstoesst. Die Milchstrasse bewegt sich mit etwa 90 km/sec auf den Schwerpunkt der lokalen Galaxien-Gruppe zu, und M31 mit etwa 35 km/sec. Ist ungefaehr auf einer Linie.
Fuer uns sieht es so aus als wenn M31 sich mit 266 km/sec auf uns zubewegt - die Differenz (143 km/sec) ist die Bewegung des Sonnensystems in der Milchstrasse relativ zur Verbindungslinie M31/Milchstrasse.  
« Letzte Änderung: 26. Oktober 2005, 22:51:32 von Volker »
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #15 am: 26. Oktober 2005, 23:08:16 »
Moin Volker,

um unser Zentrum bewegen, damit meinte ich das Zentrum von unserem Galaxienhaufen der lokalen Gruppe.


diesen Satz habe ich in Wiki gefunden:

Die Andromedagalaxie besitzt gegenüber der Milchstraße eine Radialgeschwindigkeit von -266 km/s, bewegt sich also auf uns zu. Computersimulationen zeigen, dass in vier bis zehn Milliarden Jahren die beiden Galaxien möglicherweise kollidieren und miteinander verschmelzen werden.

Ich habe das so verstanden, dass wir uns gemeinsam auf einen Punkt zubewegen, wobei M 31 schneller *fliegt* wie wir und uns dann in der von mir ermittelten Zeit eingeholt hat, bevor wir *möglicherweise* zum Zielpunkt gelangen.

Was hat dann das aus Wiki zu bedeuten?


Jerry
« Letzte Änderung: 26. Oktober 2005, 23:10:44 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #16 am: 27. Oktober 2005, 07:10:30 »
Moin Volker,

ich habe noch einmal nachgedacht.

# Andromedagalaxie M 31: –266 km/s, sie bewegt sich also auf uns zu#

Darunter hatte ich verstanden, dass das bereits die *bereinigte* Geschwindigkeit ist.

Leider ist der Begriff *Radialgeschwindigkeit* dabei nicht aussagefähig, weil nicht präzise definiert.

Wenn die -266 km/s bereits *bereinigt* sind, habe ich eher recht, unabhängig jetzt von der *exakten* Entfernung von M 31 zu *uns*.
Wenn die -266 km/s nicht bereits *bereinigt* sind, dann hast Du eher recht, wie vor.

Ist das jetzt letztendlich korrekt formuliert?

Jerry

Offline Volker

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #17 am: 27. Oktober 2005, 23:00:31 »
Gerry, die 266 km/sec sind  nicht bereinigt, sondern einfach der Wert, den man hier auf der Erde misst, wenn man sich die Verschiebung der Linien im Spektrum von M31 ansieht. Es lohnt sich in solchen Faellen schon, mal in die Fachartikel zu schauen. Naja, an die kommst Du natuerlich nur bedingt heran. In dem Karachentsev Artikel wird das jedenfalls alles ausfueherlich diskutiert und wenn ich es nicht ganz falsch gelesen habe, dann gibt er die Werte relativ zum Schwerpunkt der lokalen Gruppe an (ihn interessiert weniger die Verschmelzung der Milchstrasse in ferner Zukunft als vielmehr die Gesamtmasse der lokalen Gruppe).
Im Internet wird haeufig das, was in den Artikeln stand, verkuerzt oder ganz einfach falsch abgeschrieben. Bei der Uebersetzung ins Deutsche schleichen sich dann noch einmal eine Reihe Fehler ein. Ich glaube, da ist auch Wiki ein Fehler untergekommen, wo die sonst immer recht korrekt sind. Naja, mit "vier bis zehn Milliarden Jahren" legen sie sich auch nicht gerade fest...
Deine Rechnung war also richtig, nur die Werte die Du hineingesteckt hast, waren es wohl nicht.
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H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #18 am: 27. Oktober 2005, 23:07:29 »
Moin Volker,

ich habe das auch mittlerweile aufgenommen.

Es ist, jetzt wo Du es sagst bestärkt das meine Auffassung, leider so, dass diese Angabe *eigentlich nur so dahin geschrieben* wurde.

Die hätten eigentlich noch *Hilfsinformationen* dazutun müssen; ich hätte dann auch nicht nachgerechnet, weil mir dann einiges klarer gewesen wäre.

Da man ja in WIKI selbst Korrekturen vornehmen kann, könntest Du doch noch etwas dazu schreiben.

Jerry


H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #19 am: 02. November 2005, 11:39:34 »
Moin Volker,

Bei der Sag Zwerggalaxie kann man, so weit ich weiss, nicht mehr die Rotation beobachten, dafuer ist sie schon zu zerrissen.

Habe eine Animation zu diesem Thema gefunden:

http://www.astro.wesleyan.edu/~kvj/surf.mpg





Jerry

H.J.Kemm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #20 am: 07. Dezember 2005, 01:12:36 »
Moin,

zum Thema Galaxien Kannibalismus habe ich noch einen interessante Abhandlung gefunden:





 Auf den oberen Stufen der "galaktischen Nahrungskette" herrscht noch immer rege Aktivität. Das hat ein amerikanischer Astronom bei der Auswertung besonders detailreicher Aufnahmen entdeckt. Von den besonders großen Galaxien in der Umgebung der Milchstraße hat demnach gut die Hälfte erst kürzlich eine unsanfte Begegnung mit ihresgleichen gehabt.

Diese Galaxien enthielten viele alte Sterne und schimmerten daher eher rötlich, erläutert Pieter van Dokkum von der Yale University in New Haven, Connecticut. Früher habe man deshalb angenommen, auch die Galaxien selbst seien sehr alt. Die neue Studie zeige dagegen, dass sie immer noch durch Fusionieren wüchsen. "Dies geschieht allerdings sehr rasch und die verräterischen Spuren sind so schwach, dass sie nur schwer nachzuweisen sind."


Galaxienpaare in unterschiedlichen Stadien der Verschmelzung. Bilder: P. van Dokkum/Yale University and NOAO/AURA/NSF

Van Dokkum analysierte Aufnahmen aus zwei eingehenden, "tiefen" Durchmusterungen des Nachthimmels. Die Bilder decken zusammen einen etwa fünfzigmal größeren Himmelsausschnitt als der Vollmond und zeigen unter anderem 126 rötlich schimmernde, massereiche Galaxien. Davon weisen 67 eine verzerrte Gestalt auf oder tragen Ketten oder breite Fächer aus Sternen, wie sie auf einen engen Kontakt mit anderen Galaxien zurückgehen, berichtet der Forscher jetzt im "Astronomical Journal".

Auf jede "normale" Galaxie komme demnach eine Galaxie, die eine schwere Kollision und eine nachfolgende Verschmelzung überstanden habe, so van Dokkum. "Obwohl ihre Sterne in der Regel alt sind, sind diese Galaxien selbst Produkte von Verschmelzungen in der jüngeren Vergangenheit." Nun gelte es zu klären, warum bei diesen Kollisionen nicht auch die Entstehung neuer, bläulich leuchtender Sterne angestoßen werde.
Q: sienceticker


Jerry

wolfgang

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #21 am: 19. November 2006, 15:45:52 »
Die Kosmologen gehen bei Galaxien-Kollisionen von folgendem aus: wechselwirken zwei Spiralgalaxien, wird das Gleichgewicht in ihrem Innern gestoert. Gas wird verdichtet, es kommt zu einem Starburst, innerhalb weniger Mio Jahren verbrauchen die Galaxien ihr Gas,die Spiralstrukturen loesen sich auf, eine elliptische Galaxie entsteht. So wird es wohl auch dem Paerchen Andromeda-Milchstrasse ergehen. Da Andromeda und M-Strasse sowieso schon zu den kosmischen Schwergewichten zaehle, wird das eine Riesengalaxie werden.
Anhand von verschiedenen Umlaufgeschwindigkeiten der Milchstrassensterne konnte man in Simulationen nachweisen, dass die M-Strasse sich schon mehrmals kleinere Nachbarn einverleibte, dabei evtl auch von Spirale zu Scheibe und wieder zurueck verwandelte.
Sternkollisionen sind dabei aber eher selten, da die Sternradien, verglichen mit den Abstaenden sehr klein sind.  
Und warum sollten wir das nicht erleben? Fuer Buddhisten ist das kein Problem.................
Gruss, Wolfgang

Junior

  • Gast
Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #22 am: 19. November 2006, 20:30:51 »
to Wolfgang: Ich erlaube mir hier Kritik an Deinem Beitrag zu üben, zumal ich die verschiedenen Aussagen nicht auf einen Nenner bringen kann.

 Da Andromeda und M-Strasse sowieso schon zu den kosmischen Schwergewichten zaehle, wird das eine Riesengalaxie werden.

Sagst Du das oder sagen das die Wissenschaftler? Ich meine, wenn diese beiden massigen Galaxien sich kontaktieren, dann gibt es keine Hochzeit zur Riesengalaxie, sondern einen echten Durchzug, ob danach dann die bisherige Grundform erhalten bleibt oder nicht, das kann ich nicht bewerten, glaube aber auch, daß dies unsere heutigen Wissenschaftler nicht  bewerten können. Das setzt aber voraus, daß sich beide voll treffen. Bei einer Beinahekollision sieht das doch ganz anders aus.

Anhand von verschiedenen Umlaufgeschwindigkeiten der Milchstrassensterne konnte man in Simulationen nachweisen, dass die M-Strasse sich schon mehrmals kleinere Nachbarn einverleibte, dabei evtl auch von Spirale zu Scheibe und wieder zurueck verwandelte.


Der erste Absatzatz stimmt, nur warum wird da nicht auch gesagt, daß mehrere kleine Nachbargalaxien nur teilweise aufgesogen oder nur teilweise zerrissen wurden. (Da gibt es doch schon einige Beiträge in einem anderen Thread, die das sehr gut aufzeigen) Aber nicht richtig ist, weil nirgends bewiesen, daß unsere Milchstrasse nach solchen Kontakten ihre Form verändert hat. Wodurch auch? Wir kennen ja die Liste der kleinen Nachbarn die Kontakt mit unserer Milchstrasse hatten und die ja wohl kaum in der Lage waren oder sind, den großen Nachbarn zur Formenänderung zu bewegen.

NS: Eigentlich sollte man diesen gesamten Beitrag noch einmal in Ruhe durchsehen und dann jede einzelne Aussage
von Wolfgang und von mir aufdröseln.





  

rolli

  • Gast
Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #23 am: 09. Januar 2007, 15:42:08 »
 
Scheinbar ist die Andromeda-Galaxie viel grösser als bisher angenommen:


Bild aus: Wikipedia
 
 
Zitat
ANDROMEDA-GALAXIE
Noch größer als gedacht
von Rainer Kayser
9. Januar 2007

Unser Nachbar im All, die Andromeda-Galaxie oder M31, ist offenbar noch größer als bislang angenommen. Nachdem vor rund eineinhalb Jahren die bisherigen Angaben über die Ausdehnung der Galaxie deutlich nach oben korrigiert wurden, entdeckten Astronomen jetzt einen gewaltigen Halo aus roten Riesensternen um Andromeda. Die Sterne spürten die Forscher noch in einem Abstand von 500.000 Lichtjahren vom Zentrum auf.

Einen riesigen Halo aus roten Riesensternen um die Andromeda-Galaxie hat ein Team amerikanischer und kanadischer Astronomen entdeckt. Die Nachbargalaxie unserer Milchstraße ist demnach fünfmal größer als bislang gedacht, berichteten die Wissenschaftler auf der 209. Tagung des Fachverbands "American Astronomical Society" in Seattle.
"Die physikalische Größe dieser Galaxie ist wirklich eindrucksvoll", so Michael Rich von der University of California in Los Angeles, einer der beteiligten Wissenschaftler. "Wäre Andromeda überall hell genug, um mit bloßem Auge sichtbar zu sein, sie wäre am Himmel größer als der Große Wagen." Andromeda und die Milchstraße sind etwa 2,5 Millionen Lichtjahre voneinander entfernt. Trotz dieses Abstands, so Rich, würden sich die Halos der beiden Galaxien fast berühren.
Andromeda ist wie die Milchstraße eine große Spiralgalaxie. Solche Systeme bestehen aus einer flachen Scheibe, zu der auch die charakteristischen Spiralarme gehören, einer zentralen Verdickung ("bulge") und einem ausgedehnten kugelförmigen Halo aus dünn verteilten Sternen, der das gesamte System umhüllt. Rich und seine Kollegen hatten mehrere große Teleskope genutzt, um die Ausdehnung des Halos der Andromeda-Galaxie zu untersuchen. Noch bis in eine Entfernung von 500.000 Lichtjahren vom Zentrum der Galaxie stießen sie zu ihrer Überraschung auf rote Riesensterne - fünfmal weiter, als auf Basis früherer Beobachtungen zu erwarten.

Rote Riesen sind alte Sterne, die sich am Ende ihres Lebens aufgebläht haben, weil der Vorrat an nuklearem Brennstoff in ihrem Inneren nahezu aufgebraucht ist. Die Messungen der Forscher zeigen, dass die Halo-Sterne einen geringeren Anteil an schweren Elementen enthalten, als die Sterne der anderen Komponenten von Andromeda. Das stimmt mit theoretischen Vorhersagen überein, nach denen die Halos die ältesten Komponenten der Galaxien sind.

Quelle:

astronews.com
  
  
 
« Letzte Änderung: 09. Januar 2007, 15:52:03 von rolli »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #24 am: 02. September 2009, 23:15:46 »
Moin,


PAndAS-Karte der Nachbarschaft der *Andromeda-Galaxie* (oben rechts) inklusive des *Dreiecksnebels* (unten links). Die Farben stehen für unterschiedliche Sterndichten: Rot zeigt an, dass sich in der betreffenden Region viele Sterne befinden; von rot nach gelb, grün, hell- und dunkelblau nimmt die Anzahl der vorhandenen Sterne ab. In den (roten) Zentren höchster Dichte sind Abbildungen der *Andromeda-Galaxie* und des *Dreiecksnebels* eingefügt, die diese Galaxien so zeigen, wie sie auf Teleskopaufnahmen erscheinen. Die Verteilung der Sterne zeigt komplexe Strukturen: Sternströme, Bögen und einige Zwerggalaxien. Eine Reihe dieser Strukturen wurden im Rahmen der hier geschilderten Forschung neu entdeckt, und keine der Strukturen wurde bislang so detailreich abgebildet wie hier. Die gepunkteten Kreise haben Durchmesser von rund 900.000 und rund 300.000 Lj, und markieren die Zielgebiete der Durchmusterung. Links oben ist zum Größenvergleich die Vollmondscheibe maßstabsgetreu eingezeichnet.
(Bild: A. McConnachie/NRC; Triangulum-Scheibe mit freundlicher Genehmigung
von T. A. Rector und M. Hanna.)


(Bild: Jean-Charles Cuillandre, CFHT)
Das Canada-France-Hawaii-Teleskop auf dem Mauna Kea in Hawaii. Mit diesem Teleskop wurden die Bilddaten für das PAndAS-Projekt aufgenommen.

Massereichere Galaxien entstehen durch die Verschmelzung kleinerer Galaxien, und sie setzen ihr Wachstum fort, in dem sie sich weitere Galaxien einverleiben, diesen Kannibalismus haben Astronomen sowohl in unserer Heimatgalaxie als auch in einigen entfernteren Galaxien nachweisen können.

PAndAS (Pan-Andromeda Archaeological Survey) führt eine umfangreiche Durchmusterung von 2008 bis 2011 von M 31 und ihrer Umgebung durch. Mit Hilfe des Canada-France-Hawaii Telescope (CFHT) wird dabei eine detaillierte Karte von rund 350 Quadratgrad des Himmels rund um M 31 erstellt, so will man die Entwicklung über die letzten Milliarden Jahre nachzuvollziehen.
Die noch sichtbaren Sternströme sind die Überreste von Zwerggalaxien, die sich M 31 einverleibt hat und die sich in den kommenden Milliarden Jahre zerstreuen werden und somit weist nichts mehr daraufhin,dass diese Sterne einmal Teil einer anderen Galaxie waren.
Auch der Dreiecksnebel ist Teil dieses Kannibalismus, denn er galt bisher nur als Begleiter von M 31. Jetzt scheint sicher zu sein, dass die beiden Galaxien vor einigen Milliarden Jahren in eine Kollision verwickelt waren. Eine Zukunftsprognose für den kleineren Nebel kann nicht erstellt werden.

Jerry

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