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Autor Thema: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All  (Gelesen 14625 mal)

Junior

  • Gast
Re: Grosse fressen Kleine
« Antwort #25 am: 15. November 2006, 19:23:25 »
to Lady: Ich meine zu wissen, daß wir das zwar mitbekommen würden, falls der homo malus dann überhaupt noch existiert, aber nicht zu spüren. Will meinen: Der Abstand zwischen den einzelnen Sternen ist doch viel zu groß, daß es eine ernsthafte Gefahr für unser Sonnensystem gäbe. Die beiden Galaxien, Andromeda und Milchstrasse würden sich nicht einmal heiraten, also nur durchfliegen.  
(Ich hoffe, daß r den Bericht einbringt über die Abstände zwischen den Sternen und den Galaxien)

Astronomie-lady

  • Gast
Re: Grosse fressen Kleine
« Antwort #26 am: 15. November 2006, 19:28:35 »
Aber ich fänds klasse, so am nächtlichen Himmel eine rießenhafte Andromeda-Galaxie... Außerdem würde ich dann endlich mal mehr als nur einen verschwommenen Fleck sehen  ;D

Junior

  • Gast
Re: Grosse fressen Kleine
« Antwort #27 am: 15. November 2006, 19:44:51 »
to Lady: zustimm, zustimm; und dann auf Bora-Bora am Strand mit einem eisgekühlten Calfuni.

H.J.Kemm

  • Gast
Grosse fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #28 am: 16. November 2006, 07:21:58 »
Moin Lady,

über *Andromeda* haben wir hier schon einmal diskutiert >>>>>


Jerry
« Letzte Änderung: 16. November 2006, 07:42:20 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #29 am: 16. November 2006, 07:43:41 »
Moin,

ich habe die beiden Threads jetzt zusammengepackt.

Jerry

Junior

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #30 am: 19. November 2006, 04:34:26 »
Dies ist auch eine interessante Konstellation: NGC 6872 mit IC 4970, Sternbild Pavo / Pfau, ca. 300 Mio Lj entfernt.


Foto: FORS Team, 8.2-meter VLT Antu, ESO


NGC 6872
ist eine wirklich gigantische Galaxie. Sie ist mit einem  Durchmesser von 750.000 Lichtjahren  mehr als sieben mal so groß wie unsere Milchstraße. Damit ist sie eine der größten bekannten Spiralgalaxien - Balkengalaxis / SBb.

Auf dem Foto ist über dem Zentrum von NGC 6872 die Galaxie IC 4970 zu sehen. Möglicherweise hatte sie Kontakt mit dem etwas zerfledderten Spiralarm von NGC 6872, dies würde auch erklären warum der obere Spiralarm beträchtlich zerstört ist und eine große Anzahl blauer Objekte beinhaltet. Viele von diesen könnten junge Sterne sein. Diese entstehen typischerweise  nach einer Galaxienkollision. Der helle Stern im Vordergrund ist ein Mitglied unserer Milchstrasse.


Bild:  Aufgenommen mit dem 1-Meter-Schmidt-Teleskop der ESO  (Aufnahme 0. Pizarro)

Auf diesem Bild sind noch weitere 20 Galaxien zu sehen, sie gehören alle zum Pavo-Galaxienhaufen.
« Letzte Änderung: 19. November 2006, 04:41:06 von Junior »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #31 am: 27. Juli 2007, 10:47:37 »
Moin,

in *Astronomy Picture of the Day* wird dies Bild gezeigt:



Es handelt sich hierbei um die Galaxien *M65*, *M66* und *NGC 3628*, sie bilden das *Leo-Triplett* im Sternbild Löwe.

Bei der Galaxie *NGC 3628* kann man ganz eindeutig eine Gezeitenwirkung erkennen, sie vergrößert dramatisch die Auflösungsgeschwindigkeit, so dass *NGC 3628* kleiner wird. Ein Gezeitenschock führt darüber hinaus zur schnelleren Kernkollabierung. Die Länge dieses *Tidals* liegt bei ~ 300.000 Lj und besteht aus sehr vielen jungen Sternen-Blöcken. Dieser Gezeitenarm scheint durch eine Interaktion mit einer, oder beiden Nachbargalaxien entstanden zu sein.

Mehr Informationen über das *Leo-Triplett* gibt es in einem Bericht von unserem Mitglied Konrad >>>

Jerry

« Letzte Änderung: 28. Juli 2007, 04:46:54 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #32 am: 28. Juli 2007, 05:06:44 »
Moin,

in einer kleinen Diskusionsrunde hatten wir gestern über das Foto vom *Leo Triplett* gesprochen und dabei festgestellt, daß diese 3 Galaxien in einer Entfernung von ~ 30 Mill. Lj von uns sind.

Wenn der Tidal ~ 300.00 Lj lang ist, dann wird die Abstand zwischen diesen 3 Galaxien ja auch nur ~ 300.000 Lj sein und das würde bedeuten, daß in einer Galaxie lebende Bewohner an ihrem Himmel diese 2 Galaxien in einer Größe von Sternbild *Orion* sehen würden. Das muß ja gigantisch sein.

Hier die Ansicht von *M 65* und *M 66* von NGC 3828* aus:



Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #33 am: 02. August 2007, 06:41:34 »
Moin,

in Astronomy Picture of the Day sieht man die Composit-Aufnahme von *M-64* (*Black Eye*):



*M-64* ist ~ 17 Mill. LJ entfernt, die Entfernungsangaben schwanken zwischen 15 - 20 Mill. Lj, und befindet sich im Sternbild *Haar der Berenike* >>>
Bei dieser Galaxie kann man eine Besonderheit feststellen. Sie hat an ihren Rändern ein ungewöhnliches dunkles Band, welches durch die Kollision vor ~ 1 Mrd. Jahren mit einer kleineren Galaxie entstanden sein soll. Dieses Band, bestehend aus interstellarem Gas, dreht sich in entgegengesetzer Richtung der inneren Regionen. Wenn man eine *Draufsicht* von *M-64* hätte, würde diese unterschiedliche Drehbewegung optisch so aussehen, wie die unterschiedlichen Wolkenbänder am Planeten *Jupiter*. In den Berührungsbereichen gibt es sehr große Sternentstehungsgebiete.

Jerry      
                  

            
      

SchwarzeMaterie

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #34 am: 04. August 2007, 17:58:36 »
Hallo Jerry,

das klingt wirklich sehr interessant.
Es nur leider so aus, als könnte ich Dir mit dem Beispiel der Wolkenbänder um *Jupiter* nicht ganz folgen.

Kommt es da denn auch zu Kollisionen mit dem Gas und der inneren andersherum bewegenden Galaxy und wie ist das mit den Berührungsbereichen und der höheren Sternentstehungrate zu verstehen? Ist es dort heißer als anderswo?


Gruß

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #35 am: 04. August 2007, 18:28:31 »
Moin Thomas,

damit meine ich dies >>>
Hier siehst Du die scharfe Trennung von zwei Wolkenbändern; bei den
verschieden drehenden Zonen in *M 64* soll es ebenfalls so aussehen.

Weitere Informationen kann ich Dir i. A. nicht geben, frage mich aber schlau.

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #36 am: 16. April 2008, 04:22:48 »
Moin,

hier der traurige Rest einer Galaxie, zwar einer kleinen, aber zumindest hatte sie mal existiert.


Bild: Spiralgalaxie NGC 5907 aufgenommen mit einem Amateurteleskop in den Bergen von Neu Mexiko (Credit: R. Jay Gabany) / pro-physik.de

Bei dem hellen Schweif um die Galaxie *NGC 5907*, Sternbild Drache, +10,4m, handelt sich um die aufgelöste Begleitgalaxie.

Was für ein unrühmliches Ende!

Jerry

« Letzte Änderung: 16. April 2008, 04:23:39 von H.J.Kemm »

Offline Mary

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  • Beiträge: 1323
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #37 am: 20. April 2008, 12:46:36 »
Hallo,
Wow, da sieht man toll, was mit Zwerggalaxien geschieht, wenn sie zu nahe an eine größere kommen. Ähnlich muss es ja auch um unsere Milchstraße aussehen...

Mary

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #38 am: 07. Februar 2010, 00:26:35 »
Moin,


Antennen-Galaxie / WIKIPEDIA

am 7.2.1785, also heute vor 225 Jahren, entdeckte der deutsch-britische Astronom Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem Nebelteleskop (18,7-Zoll (47,5 cm) Spiegel und 20 Fuß (6,1 m) Brennweite) die Antennen-Galaxie. Wobei ihm seine Schwester Caroline Herrschel hilfreich zur Seite stand, ausserdem war sie es, die die Spiegel dieses Nebelteleskopes schliff und polierte – eine Arbeit, bei der es auf absolute Genauigkeit ankommt. 


Friedrich Wilhelm Herschel / WIKIPEDIA

Über die Antennen-Galaxie haben wir in diesem Thread unter Beitrag 12 einiges geschrieben.

Jerry

NS: zur Info >>>

A1942D

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #39 am: 07. Februar 2010, 01:06:10 »
Hallo, Du schreibst:
Zitat
entdeckte der deutsch-britische Astronom Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem Nebelteleskop (18,7-Zoll (47,5 cm) Spiegel und 20 Fuß (6,1 m) Brennweite) die Antennen-Galaxie.
Woher wußte Herschel denn, daß es sich dabei um ein Galaxie handelt? A.D.

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #40 am: 07. Februar 2010, 05:59:51 »
Moin,

Herschels Schwester Caroline hat diese Ereignisse schriftlich festgehalten und darin steht, dass ein *Nebel* entdeckt wurde. Zu dem Zeitpunkt glaubte die gesamte Menschheit ja noch, dass der gesamte Kosmos eine Einheit ist.

Erst Hubble hat 1923 festgestellt, dass es ausserhalb dieses Kosmos noch etwas anderes gab und seit dem tragen solche Gebilde einen eigenen Titel, nämlich *Galaxie*.

Wenn jetzt geschrieben wird, dass Herschel eine  *Galaxie* entdeckt hat, dann benutzen wir einen Terminus nach dem Jetztkenntnisstand.

Jerry 

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #41 am: 17. Juli 2010, 10:37:15 »
Moin,

im APOD von heute gibt es ein Bild von der riesigen, etwas zerrupften Spiralgalaxie *NGC 1532* und der Zwerggalaxie *NGC 1531*. Sie befinden sich im Sternbild *Eridanus* (Fluss) und sind ~ 50 Mio Lj entfernt. Deutlich ist zu sehen, dass die grosse Galaxie den kleineren Begleiter bald vereinnahmen wird - dieser wert sich aber, denn die Aussenbereiche von *NGC 1532* zeigen deutliche Störungen. Doch das Ende naht sicher bald.

Bild >>> galaxy practices galactic cannibalism

Jerry   

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #42 am: 08. September 2010, 09:21:13 »
Moin,


Bild: R. Jay Gabany (Blackbird Obs.) in Zusammenarbeit mit D. Martínez-Delgado (MPIA und IAC) et al.

Klar erkennbar die Überreste einer kleineren Satellitengalaxie, die sich *Messier 63* einverleibt hat. In der Bildmitte ein herkömmliches positives Bild; die äußeren Regionen sind als Bildnegativ gezeigt, damit die schwach leuchtenden Strukturen klarer hervortreten. *Messier 63* befindet sich im Sternbild Jagdhunde, ~ 30 ? 106 Lj, 8,5 mag.

Am 25.Mai 1971 leuchtete die Typ I Supernova *1971I* auf, die in ihrem Verlauf eine Helligkeit von 11,8 mag erreichte.
 

Jerry


H.J.Kemm

  • Gast
Re: Große fressen Kleine / Kannibalismus im All
« Antwort #43 am: 17. September 2010, 19:39:17 »
Moin,


Bild: chandra.harvard.edu/photo / Chandra Finds Evidence for Stellar Cannibalism

Das Weltraumteleskop *Chandra* hat einen roten Riesen beim Verschlingen eines Begleiters erwischt. *BP Piscium* im Sternbild Fische hat sich kürzlich einen Nachbarstern oder einen großen Planeten einverleibt, wie die US-Raumfahrtagentur NASA in Huntsville (US-Staat Alabama) berichtet. Von dem kosmischen Kannibalismus zeugt eine gigantische Staubscheibe, die von dem verschluckten Himmelsobjekt übriggeblieben ist.

*BP Piscium* ähnelt unserer Sonne, ist aber deutlich älter und hat sich daher schon weiter entwickelt. Er hat sich zu einem Roten Riesen aufgebläht und alles in seinem direkten Umfeld verschlungen, dabei hat er sich auf das 400-fache seines früheren Durchmessers vergrössert.

Die bereits früher bekannte und jetzt genauer untersuchte Staubscheibe sowie die beiden Jets bedeuten eigentlich, dass es sich hier um die Geburt eines neuen Sternes handelt. Seine Hülle enthält aber nur sehr wenig Lithium, was auf einen alten Stern hinweist. (Über das Lithium-Verlust Modell haben wir schon diskutiert >>> ab Beitrag # 5)

Jetzt kommen die Astronomen in Erklärungsnot, denn im jetzigen Zustand von *BP Piscium* müssten alle eng umlaufenden Planeten bereits zerstört sein. Aber Daten, die mit dem Infrarotsatelliten Spitzer gewonnen wurden, weisen auf die Existenz von mindestens einem Gasriesen in der Staubscheibe hin. Das führt zur Frage: Ist er ein Überbleibsel des urprünglichen Planetensystems oder ist er erst vor kurzem entstanden? Dann würde sich in der Gas- und Staubscheibe um *BP Piscium* gerade eine zweite Generation von Planeten bilden - eine Situation, die bisher bei keinem Stern gesehen wurde.

Hier die Orginalmeldung >>> chandra.harvard.edu

Hier die ältere Meldung >>> Amazing old stars give birth to planets again

Jerry

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