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Raumcon
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Autor Thema: Kam das Leben aus dem All?  (Gelesen 11432 mal)

M.P.

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Kam das Leben aus dem All?
« am: 16. Dezember 2006, 22:32:09 »
Zitat
Jahrtausende lang galten Kometen als Unheilsbringer. Ausgerechnet diese Himmelskörper erweisen sich nun womöglich als ein Transportmittel, die das Leben aus den Tiefen des Alls auf die Erde brachten.
So heißt es auf einer Internetseite.
Eine interessante Theorie finde ich.   Ob Kometen wirklich das Leben auf die Erde gebracht haben?

Aber wenn das Leben nicht auf Planeten entsteht, sondern von Kometen kommt, wie entstand es denn dann auf diesen eisigen Felsbrocken?

Woher kommt das LEBEN überhaupt???               :-?
Diese Frage beschäftigt mich schon seit langem.

Offline Mary

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #1 am: 16. Dezember 2006, 22:56:54 »
Ich kann mir das kaum vorstellen, aber vielleicht ist es schon möglich. Ich finde, die Entstehung von Leben auf unserem Planeten ist ein faszinierendes Thema, aber ich glaube, wir sollten das hier weiter diskutieren.

Offline Martin

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #2 am: 16. Dezember 2006, 23:00:28 »
Solche Überlegungen gibt es schön länger. Da muß man unterscheiden zwischen Theorien, die besagen, das die Bausteine für das Leben aus dem All kamen oder Lebewesen in Form von Mikroorganismen an sich.
Kometen spielen in beiden fällen nur eine Rolle als Transportmittel, das Leben hat sich nicht auf ihnen gebildet. Das komplexe Bausteine für Leben im All vorkommen, weiß man schon lange: in interstellaren Gaswolken wurde komplexe organische Verbindungen wie Aminosäuren nachgwiesen, was nach heutigen Wissensstand auch nicht so verwunderlich ist. Und da sich aus solchen Wolken Planetensysteme inklusive Kometen bilden können, kommen diese Verbindungen auch auf Kometen vorkommen.
Ich kenne den aktuellen Stand der Forschung nicht was die Theorien zur Bildung von Leben angeht, aber heiße Kanditaten sind submarine hydrothermale Systeme als Enstehungsort für das Leben auf der Erde. Die sind als "Schwarze Raucher" bekannt geworden, ganz phantastische Sachen. Diese Systeme bieten eine konstante Energiequelle ohne große Schnwankungen, durch die große Tiefe im Meer Schutz vor Strahlung, und ein tolles Angebot an Chemikalien. Ich beschäftige mich gerade mit etwas was in diese Richtung geht, allerdings aus geologischer Sicht. Meine Lagerstätte ist auch nur 1.7 Mrd Jahre alt, also ziemlich jung.

Martin
Dein Posting kommt ohne Sand nicht an sein Ziel. Wir sind überall. Deine Geo- & Montanwissenschaften | www.wir-sind-ueberall.de

Offline Mary

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #3 am: 16. Dezember 2006, 23:15:56 »
Es gibt ja auch diese Panspermie-Theorie, die etwas ähnliches wie das im ersten Beitrag beschreibt. Also dass das Leben durchs All irgendwie immer weiter verbreitet wird. Lies mal das: http://de.wikipedia.org/wiki/Panspermie

Ich persönlich glaube aber eher daran, dass das Leben auf der Erde entstanden ist. Aber auf jeden Fall finde ich es faszinierend, wie vielfältig sich das Leben entwickelt hat und wie sich es an die Lebensbedingungen auf unterschiedlichen Orten der Erde angepasst hat.
(Vielleicht sollte ich deshalb ja irgendwann auch noch Biologie studieren. Aber wie krieg ich das mit Physik, Astronomie und Luft- und Raumfahrttechnik unter einen Hut? Und Chemie würde ich auch noch gerne machen...)

rolli

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #4 am: 20. Dezember 2006, 09:28:07 »
Na da haben wir ja Neuigkeiten:  
 
20.12.2006
 
 Als Kohlenstoffbläschen vom Himmel fielen

Wissenschaftler entdecken in Meteoriten winzige Hohlräume mit organischen Verbindungen

Organische Substanzen könnten die Erde als kleine Kohlenstoffbläschen in Meteoriten erreicht haben. Die Moleküle könnten dann die entscheidenden chemischen und biologischen Prozesse angestoßen haben, die auf der Erde zu Leben führten. Diese These haben nun Forscher um Keiko Nakamura-Messenger von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa untermauert. Sie untersuchten den im Jahr 2000 in Kanada eingeschlagenen Tagish-Lake-Meteoriten. In dessen Gesteinsfragmenten fanden sie als Einschlüsse kleinste Bläschen. Die Hülle dieser Hohlräume zeigte Spuren organischer Substanzen, so die Forscher.

Die Forscher schnitten aus Probenstücken des Tagish-Lake-Meteoriten hauchdünne Scheibchen. Darin fanden sie unter dem Elektronenmikroskop kleine Bläschen. Die Hohlräume waren etwa einen tausendstel Millimeter groß. Ihre Wandung wies eine Dicke von einem zehntausendstel Millimeter auf und bestand aus den chemischen Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Deren Verhältnis deutete darauf hin, dass das Material ehemals organische Moleküle enthielt. Diese waren allerdings im Verlauf der langen Meteoritenreise durch den Weltraum bereits zerfallen.



Die Wissenschaftler konnten sogar feststellen, woher der Meteorit gekommen sein muss. Dazu untersuchten sie das Verhältnis von Stickstoffatomen mit jeweils 14 oder 15 Neutronen im Atomkern, so genannte Isotope. Deren Verhältnis unterschied sich deutlich von irdischen Proben, stellten die Forscher fest. Gleiches traf auf das Verhältnis vom Wasserstoffisotop Deuterium zu Wasserstoff zu. Diese Isotopenverschiebung führen Forscher auf physikalische Prozesse zurück, wie sie nur knapp über dem absoluten Temperaturnullpunkt von minus 273 Grad Celsius stattfinden. Nur an zwei Stellen konnten solche Umgebungsbedingungen geherrscht haben: vor Jahrmilliarden, als sich unsere Sonne aus einer kalten Gaswolke bildete oder aus dem Rand der Materiescheibe, die anschließend zu unserem Planetensystem führte.

Die Experten können damit ausschließen, dass die organischen Substanzen beispielsweise als Verunreinigung beim Auftreffen des Meteoriten auf der Erde in die Probe gelangt sind. Auch haben Witterungsprozesse den Meteoriten kaum verändert, da er bereits eine Woche nach seinem Einschlag gefunden wurde. Die Kohlenstoffbläschen in Meteoriten könnten daher die entscheidenden Substanzen für die Entstehung des Lebens auf die Erde gebracht haben.

Aus:
New Scientist, Online-Dienst
 
 Also doch: Wir sind Kinder des Weltalls..

 8-)
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2006, 09:31:34 von rolli »

Offline Kreuzberga

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Transfer von Leben zwischen Sonnensystemen?
« Antwort #5 am: 03. September 2008, 13:46:51 »
Können Organismen grundsätzlich im Laufe der Zeit zwischen Planeten verschiedener Sonnensysteme ausgetauscht werden?

Wurde die Erde aus der Ferne "befruchtet" oder hat sie möglicherweise Exoplaneten in der interstellaren Nachbarschaft mit Leben beglückt?

Dieser Frage widmen sich eine Reihe von AutorInnen in einer Untersuchung mit dem Titel "Natural Transfer of Viable Microbes in Space from Planets in the Extra-Solar Systems to a Planet in our Solar System and Vice-Versa", also in etwa "Natürlicher Transfer von lebensfähigen Mikroben im Weltraum von Planeten in extrasolaren Systemen zu einem Planet in unserem Sonnensystem und umgekehrt".

Um die eingangs erwähnten Fragen zu beantworten, untersuchen die AutorInnen zunächst die prinzipielle Möglichkeit eines solchen Transfers (auf Kometen/ Asteroiden etc.). Dabei beziehen sie Wahrscheinlichkeitsberechnungen eines solchen interstellaren Verkehrs ebenso ein, wie Abschätzungen über die Lebensdauer von Mikroorganismen im Weltraum (Strahlung etc.). Sie kommen zu dem Schluss, dass ein Transfer von Leben von außerhalb des Sonnensystems nicht stattgefunden haben kann, bevor es nicht schon ohnehin Leben auf der Erde gab.

Einschränkend wird jedoch die Möglichkeit erwähnt, dass ein Austausch von Leben in der Frühphase des Sonnensystems stattgefunden haben kann, als die Sonne noch Teil eines Sternenclusters war, in dem sie entstand. Daher schlussfolgern die AutorInnen, dass es sehr interessant wäre, herauszufinden, welche anderen Sonnen zu diesem ursprünglichen "Geburtscluster" der Sonne gehören. In diesen Schwestersystemen könne es demnach durchaus Leben geben, dass aus unserem Sonnensystem stammt und vice versa.

Also, gemacht werden muss folgendes:

1. "Schwestersterne" identifizieren. Dies könnte bereits mit GAIA geschehen (Launch Ende 2011).

2. Bestimmen, ob in diesen Sonnensystemen Leben gibt. Hierfür würden sich SIM oder KEPLER eignen (beide starten wahrscheinlich erst weit nach 2015).  
« Letzte Änderung: 03. September 2008, 13:48:24 von Kreuzberga »

Offline Kreuzberga

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Re: Transfer von Leben zwischen Sonnensystemen?
« Antwort #6 am: 12. März 2009, 00:23:54 »
In diesen Schwestersystemen könne es demnach durchaus Leben geben, dass aus unserem Sonnensystem stammt und vice versa.

Also, gemacht werden muss folgendes:

1. "Schwestersterne" identifizieren. Dies könnte bereits mit GAIA geschehen (Launch Ende 2011). 

In einem neuen Paper gehen Astronomen davon aus, dass sich noch zwischen 10 und 60 der ursprünglichen "Nestgefährten" der Sonne innerhalb von 300 Lichtjahren befinden müssten und mit uns zusammen seit mehr als 4,5 Milliarden Jahren um das galaktische Zentrum kreisen. Bei diesen paar Dutzend Sternen handele es sich allerdings nur um wenige Prozent der ursprünglichen Mitglieder des Geburtsclusters der Sonne. Alle anderen hätten sich mittlerweile unerkennbar über die Milchstrasse verteilt, so die Autoren des Papers.

Verwiesen wird auch hier nocheinmal auf die GAIA-Mission der ESA (2011), die diese Sterne an Hand ihrer relativen Bewegungen identifizieren könnte. Eine Untersuchung der chemischen Zusammensetzung dieser Sterne könnte dann zweifelsfrei belegen, ob es sich um "Schwestersterne" handelt oder nicht.

http://www.skyandtelescope.com/news/41021177.html

Offline Schillrich

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #7 am: 16. März 2009, 08:12:40 »
Aus der Uni Gießen kommt die Idee, dass die Erde ihre ersten Lebenskeime (des heutigen Lebens) von Ceres erhalten haben könnte.
Hier die Zusammenfassung:
  • Unter Ceres' Oberflächeneis könnte sich weiterhin flüssiges Wasser in der Nähe von heißen Schloten befinden, in denen sich einfaches Leben gebildet haben könnte. Die Schlote liefern Wärme/Energie und Nahrung gleichzeitig. Damit spekuliert man auf ähnliche Zustände wie man sie auf Europa vermutet.
  • In der Phase der großen Einschläge im inneren Sonnensystem wäre einmal (auf der Erde) entstandenes Leben wahrscheinlich wieder ausgelöscht worden. Ceres soll diese Phase relativ unbeschadet überstanden haben, so dass dortiges frühes Leben diese Zeit überlebt haben könnte.
    Als Argument wird das weiterhin in großen Mengen vorhandene Wasser auf Ceres angeführt. Bei häufigen und großen Einschlägen hätte es sich von dem leichten Zwergplaneten verflüchtigen müssen.
  • Nach der Einschlagsphase könnte Ceres mit seinem Leben die sterile Erde (erneut) mit Leben befruchtet haben. Fragmente von Ceres könnten die Erde erreicht haben. Als Argumente für diese Hypothese werden die geringe Fluchtgeschwindigkeit von Ceres und Bahnsimulationen angegeben, die es für möglich erscheinen lassen, dass Fragmente bis zur Erde durchgedrungen sein können.
    Diese Hypothese wurde mit Simulation für verschiedene Körper des Sonnensystems durchgeführt (u.a. Venus). Ceres erreichte dabei gute Ergebnisse.

Hier jetzt meine Gedanken zu der Hypothese:
  • Bei Europa vermutet man die Gezeitenkräfte Jupiters am Werk, welche den Kern warm halten und zu hydrothermalen Schloten führen können, welche dann flüssiges Wasser in ihrer Umgebung ermöglichten. Welchen Antrieb für diesen Mechanismus soll es bei Ceres geben?
    Aber vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten. Enceladus scheint ja auch etwas flüssiges Wasser unter seinem Eispanzer zu halten. Aber selbst da soll Saturn am Werk sein. So kleine Körper alleine scheinen das nach heutigem Kenntnissstand nicht zu schaffen.
  • Der Vergleich von Simulationsrechnungen zwischen Ceres und "anderen Körpern" des Sonnensystems, um zu bewerten wie "wahrscheinlich" es ist, dass Fragmente bis zur Erde durchkommen können, ist für mich etwas willkürlich. Welche Körper wurden als Vergleich genommen? Welche Pfade wurde angenommen? Über welche Zeiträume wurde simuliert? Das sind so viele Variablen drin, dass man es sich wahrscheinlich auch "schön rechnen" kann.


EDIT:
Ach ja, ich hatte die Quelle vergessen:
http://solarsystem.nasa.gov/scitech/display.cfm?ST_ID=2263
« Letzte Änderung: 16. März 2009, 09:19:10 von Schillrich »
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H.J.Kemm

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #8 am: 16. März 2009, 09:22:05 »
Moin Daniel,

*hätte, wäre, könnte* - wieder einmal so eine völlig überflüssige Spekulation.

Ich wäre an diesem Thema wirklich interessiert, da aber jeder wichtige oder unwichtige Wissenschaftler meint er hätte nun die Erklärung für das Leben auf unserer Erde gefunden und könnte dies durch Simulationen beweisen, mach ich mir noch nicht einmal die Mühe, diese Pamphlete zu lesen.

Wir wissen doch, dass die Grundlage allen Lebens der Wasserstoff ist und dieser ist im gesamten Universum reichlich vorhanden, auch auf unserer Erde. Warum sollte nun überall im All Leben entstehen, nur nicht auf der Erde. Damit unsere Erde aber nicht *lebenslos* bleibt, kommt also von überall, je nach Simulationen und Hin- und Herrechnungen, , dies besagte Leben nun zu uns.

Zum Zeitpunkt der Entstehung von Leben auf unserer Erde waren die Verhältnisse dafür sehr gut; bei den anderen Körpern eher nicht.

Aber das ist natürlich nicht spekulativ; lieber was in den Raum setzen, irgendwie begründen und somit ist *man* im Gespräch.

Jerry


Offline pikarl

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #9 am: 08. November 2009, 08:56:54 »
Ich wollte dieses Thema mal wieder mit Neuigkeiten bestücken.

Laut dieser Meldung könnten auch komplexere Biomoleküle im All entstehen und sich auf Meteoriten oder Asteroiden längere Zeit halten. Das astrobiologische Forscherteam hat einfachere Biomoleküle in einem Hochvakuum unter extrem niedrigen Temperaturen harter UV-Strahlung ausgesetzt.

Das Resultat? Es entstand Uracil, eine Aminobase, ein wichtiger Grundstoff der DNA. Dass sich diese Verbindung nicht sofort wieder zersetzt überraschte die Forscher, wird aber mit der Rolle des Wassers und des Staubs erklärt, die wirksam vor der Strahlung abschirmen könnten.

Immerhin ist jetzt geklärt, warum bereits auf mehreren (Chondrit-)Meteoriten Uracil gefunden werden konnte, z.B. auf dem Murchison-Exemplar.

Highlight der Meldung ist neben dem Thema übrigens das NASA-Pressefoto. Neugierige Wissenschaftler staunen ihr Experiment an:



Bild: Dominic Hart/NASA

Offline Gertrud

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #10 am: 27. September 2014, 22:10:40 »
Hallo zusammen,

Neue entdecktes Molekül im Weltraum könnte Ursprung des Leben im interstellaren Raum bedeuten
Innerhalb einer riesigen Gaswolke im  interstellaren Raum in der Entfernung von 27.000 Lichtjahren haben Astronomen ein ungewöhnliches Kohlenstoffbasis Molekül entdeckt. Wie eine Nadel im Heuhaufen habe die  Astronomen in den Funkwellen die verzweigte Kohlenstoffstruktur des Isopropyl Cyanid erkannt. Die in der Regel in den Sternentstehungsgebieten gefundenen organischen Moleküle bestehen aus einem einzigen „Rückgrat“, einer geraden Kette angeordneten Kohlenstoffatomen.
Nach der Aussage von Rob Garrod, Cornell Senior Research Associate, zweigt die Kohlenstoffstruktur von Isopropyl-Cyanid ab und so ist es die erste interstellare Erkennung eines solchen Moleküls. Die verzweigte Kohlenstoffstruktur von Isopropyl-Cyanid ist ein gemeinsames Merkmal in Molekülen, die für das Leben notwendig sind, wie beispielsweise Aminosäuren, die die Bausteine ​​der Proteine ​​sind. Diese neue Entdeckung verleiht der Idee Gewicht, dass biologisch wichtige Moleküle wie Aminosäuren, die häufig in Meteoriten gefunden werden, frühzeitig in den Prozess der Sternentstehung produziert wurden, noch bevor Planeten wie der Erde gebildet wurden.
Der Wissenschaftler Garrod hat zusammen mit  Arnaud Belloche und Karl Menten, beide vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie, und Holger Müller von der Universität zu Köln, die chemische Zusammensetzung von dem gasförmige Sternentstehungsgebiet Sagittarius B2, einer Region in der Nähe des galaktischen  Zentrum der Milchstraße, das Gebiet ist reich an komplexen interstellaren organischer Moleküle, untersucht und überprüft. Dazu verwendeten die Forscher das  Atacama Large Millimeter / Submillimeter Array, (ALMA Observatory).
Das ALMA-Observatorium sucht durch eine Reihe von 66 empfindlichen Radioantennen in der großen Höhe und trockene Luft im Norden der chilenischen Atacama-Wüste nach dem kosmische Ursprung. Das Array von Radioteleskopen arbeitet zusammen, um wie ein gigantisches "Auge" in den Kosmos zu blicken.
"Das Verständnis der Produktion von organischem Material in den frühen Stadien der Sternbildung ist entscheidend für die Stufe des allmählichen Fortschreiten von einfachen Molekülen zu potenziell  lebenshaltige ? ( life-bearing) Chemie", sagte Belloche.
In der Region Schütze B2 hat ALMA das Spektrum von 50 Einzelmerkmale für Isopropyl Cyanid (120 für normale Propyl Cyanid, dessen geradkettige Schwester Molekül) identifiziert.  Die beiden Moleküle, Isopropyl Cyanid und Normal Propylzyanid, sind auch die größten Moleküle, die in einer Sternentstehungsregion erkannt wurden.

Credit: Y. Beletsky/ESO
 
http://news.cornell.edu/stories/2014/09/new-molecule-found-space-connotes-life-origins

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
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McFire

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #11 am: 27. September 2014, 23:13:56 »
Und das können keine gekoppelten Schwingungen sein ?

Offline Doc Hoschi

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #12 am: 27. November 2014, 11:27:14 »
Eine neue Veröffentlichung zur Widerstandsfähigkeit von DNA:
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0112979

Hier eine entsprechende Pressemitteilung:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/astrobiologie-dna-uebersteht-landung-aus-dem-weltall-1.2238854

Man ist augenscheinlich von den aktuellen Ergebnissen sehr überrascht.
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Schillrich

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #13 am: 27. November 2014, 11:47:07 »
Komplett überrascht können sie nicht sein (sonst hätte sie es wohl nicht versucht). Die Hypothese für so einen Test müsste ja schon sein: da bleibt was erhalten! ... und jetzt testen wir das mal!

Grundlegend: DNA in der Doppelhelix ist sehr widerstandsfähig und sehr robust (vielleicht der Grund, warum sich die Informationsverarbeitung in der Natur in diese Richtung entwickelt hat). Künstliche DNA wäre vielleicht sogar das "beste Speichermedium/-format" für "ewige" Archive der Menschheit. Die wären quasi auch immer lesbar, das Format würde nicht "vergessen oder obsolet" werden.
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Offline Doc Hoschi

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #14 am: 27. November 2014, 12:14:44 »
Komplett überrascht können sie nicht sein (sonst hätte sie es wohl nicht versucht). Grundlegend ist DNA sehr widerstandsfähig. Künstliche DNA wäre vielleicht sogar das "beste Speicherformat" für Archive der Menschheit.
Komplett überrascht vielleicht nicht, sondern lediglich über den Umfang der beobachteten Resistenz.
Das mit dem Speicherformat halte ich allerdings für ausgeschlossen, zwar ist die Strukturgröße der DNA (Breite ca. 2nm) in der Mikroelektronik (aktuell 14nm) noch (!) unerreicht, aber die räumliche Packungsdichte (im Knäuel) lässt schwer zu wünschen übrig und wie sollte man ein dreidimensionales Knäuel auslesen oder beschreiben? Außerdem ist DNA sehr vergänglich was Temperatur und viele Formen der Strahlung angeht. Ob man so ein Menschheitsarchiv aufbauen sollte?
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Schillrich

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #15 am: 27. November 2014, 13:30:03 »
DNA kann im Knäuel nicht gelesen werden (passiert ja auch in der Zelle nicht). In dieser Form ist sie aber sehr robust, sehr widerstandsfähig und kann sehr lange ihre Integrität erhalten.
Wenn die zelluläre Maschinerie sie lesen möchte, muss sie die geknäuelte Doppelhelix aufspleißen, lesen und wieder zusammenfügen. Bei der Zellteilung passiert diese Trennung komplett auf allen Chromosomen. In diesen Phasen ist DNA instabil und anfällig für Störungen. Im inaktiven Zustand ist sie robust.
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Offline Schillrich

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #16 am: 27. November 2014, 13:42:14 »
Hier gibt es einen kurzen Einblick in die Arbeiten zu DNA-Speichern:
http://www.spektrum.de/news/auf-petabyte-pro-gramm/1182773

Ein paar Zitate:
Zitat
Darin demonstrieren sie, dass sich auch schon mit heutigen Mitteln gewaltige Datenmengen in einem Material ablegen lassen, das ohne nennenswerten Aufwand die Jahrtausende überdauert und noch dazu eine Informationsdichte bietet, die gegenwärtige Speichermedien um Längen übertrifft.
Zitat
DNA weist gegenüber herkömmlichen Speichermedien drei wesentliche Vorteile auf: Erstens lassen sich die Daten phänomenal dicht packen, wenn sie als Kette aus Erbsubstanz kodiert werden. Die EBI-Forscher berechneten, dass sich mit ihrem Verfahren in einem Gramm DNA etwas über zwei Petabyte, also rund 2,3 Millionen Gigabyte, unterbringen lassen. Oder, wie sie ebenfalls vorrechnen: 100 Millionen Stunden hoch aufgelöster Videos in einer Kaffeetasse voll DNA.
Zitat
Alle Technologie sei bereits vorhanden, erläutern sie: Mit einem handelsüblichen Probenroboter, wie er heutzutage auf den Tischen zahlloser Labors steht, lasse sich eine Datenmenge im Exabyte-Bereich (eine Milliarde Gigabyte) bewältigen.
Zitat
Und drittens unterscheidet sich DNA als Speichermedium von sämtlichen anderen Verfahren zur langfristigen Speicherung dadurch, dass bereits der Beweis ihrer Dauerhaftigkeit vorliegt: Die Untersuchungen an Wollhaarmammuts aus dem sibirischen Permafrost oder gar an Neandertalerknochen zeigt, dass unter günstigen Bedingungen die Erbgutsequenz über mindestens 10 000 Jahre erhalten bleibt. An einem kühlen Ort in einem lichtundurchlässigen Behälter könnte sie locker die kommenden Generationen überdauern, zum Beispiel in einem Saatgutspeicher in Svalbard. Und solange sich die Menschheit ein wissenschaftliches Interesse an ihrem Erbgut bewahrt, werden die passenden Lesegeräte vorliegen.


Die Natur hat uns praktisch bewiesen, dass DNA "funktioniert". Wir haben heute das Verständnis und die Technologie, das zu nutzen ... und wir haben nichts Besseres. Welcher menschliche Speicher behält 10000+ Jahre seine Integrität?
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Offline Erik Hoffmann

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #17 am: 27. November 2014, 15:50:18 »
An meinem Institut war kürzlich ein öffentlicher Vortrag zum Thema DNA als Speichermedium von einer der in Schillrichs Artikel erwähnten Arbeitsgruppen.
http://www.embl.de/aboutus/40th-anniversary/oeffentliche-veranstaltungen/schwarz/index.html

Offline Doc Hoschi

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #18 am: 27. November 2014, 15:58:37 »
Ich bin gerade nach dem Durchlesen des Artikels etwas geplättet.
Hätte echt nicht gedacht, dass man da schon SO weit ist. Mal gespannt was man von dem Sektor zukünftig noch hören wird.
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Schillrich

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #19 am: 27. November 2014, 16:00:09 »
Ging damals auch so :) ... das hat mir die Augen für neue Wege geöffnet, die möglich werden.
\\   //    Grüße
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adamski

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #20 am: 20. Januar 2015, 23:17:32 »
Servus,
Hier eim Video zum diesen Thema


Quarks & Co: Kommt das Leben aus dem All?

Sendung vom 04.11.2014

Wie ist das Leben auf die Erde gekommen? Möglicherweise aus dem Weltall? Denn auf Kometen, die auf die Erde stürzten, hat man Spuren organischer Verbindungen gefunden. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will dieser Frage ein Stück näherkommen und hat 2004 Rosetta ins All geschickt. In Kürze soll sie, als erste Raumsonde überhaupt, auf einem Kometen landen und dort nach Spuren des Lebens suchen. Quarks & Co begleitet Rosetta auf ihrer abenteuerlichen Reise.

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks_und_co/videokommtdaslebenausdemall101.html

Offline Gertrud

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Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #21 am: 21. Januar 2015, 16:26:08 »
Hallo @adamski,

(.............)
 Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will dieser Frage ein Stück näherkommen und hat 2004 Rosetta ins All geschickt. In Kürze soll sie, als erste Raumsonde überhaupt, auf einem Kometen landen und dort nach Spuren des Lebens suchen.
(.......)

Da sind Dir Fehler unterlaufen,

auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko  ist der Lander Philae  am 12.11.2014 gelandet und nicht Rosetta.!. Der Lander wurde vorher von der Sonde Rosetta ausgesetzt, welche den Kometen mit dem gelandeten Philae weiter in Richtung Sonne begleiten wird und nicht auf dem Kometen gelandet ist.

Zur Info und nachlesen:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?board=34.0

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

adamski

  • Gast
Re: Kam das Leben aus dem All?
« Antwort #22 am: 21. Januar 2015, 16:54:06 »
Hallo @adamski,

(.............)
 Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will dieser Frage ein Stück näherkommen und hat 2004 Rosetta ins All geschickt. In Kürze soll sie, als erste Raumsonde überhaupt, auf einem Kometen landen und dort nach Spuren des Lebens suchen.
(.......)

Da sind Dir Fehler unterlaufen,

auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko  ist der Lander Philae  am 12.11.2014 gelandet und nicht Rosetta.!. Der Lander wurde vorher von der Sonde Rosetta ausgesetzt, welche den Kometen mit dem gelandeten Philae weiter in Richtung Sonne begleiten wird und nicht auf dem Kometen gelandet ist.

Zur Info und nachlesen:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?board=34.0

Mit den besten Grüßen
Gertrud

Danke

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