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Sagittarius A / Milchstrassen-Zentrum

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Kreuzberga:
Hallo Volker,

danke für die Hinweise und Ergänzungen! Hätte ich natürlich hinschreiben müssen, dass es sich um eine 'Artist's impression' handelt.

Ein Frage dazu: Die von Dir angesprochene Röntgen- und UV-Strahlung entsteht doch aber durch andere Prozesse als die hier untersuchten Infrarot- und Submillimeteremissionen, oder?

Ein weiteres Modell zur Erklärung eines zeitlichen Zusammenhanges zwischen Röntgen und Sichtbarem bei 'normalen' Schwarzen Löchern (kein AGN) hatten wir schonmal hier im Schwarze Löcher-Thread: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=.msg#msg

Gruß,
Timo

Volker:
So wie ich die Idee verstehe, gehen die Kollegen davon aus, dass es sich bei den beobachteten Flares um Materie in der Akkretionsscheibe des schwarzen Lochs handelt. Diese Akkretionsscheibe wird nach innen hin immer heisser, und ganz innen entsteht dann auch Roentgenstrahlung (in Gaswolken oberhalb der Scheibe, in der sogenannten Corona). Also, wenn mehr Materie hineinfaellt, dann gibt es nicht nur im optischen und infraroten, sondern wahrscheinlich auch im Roentgenbereich einen Anstieg der Emission. Da man sich aber nicht so ganz einig ueber die Geometrie ist, ist es schwer vorherzusagen, was in welcher Reihenfolge kommen sollte. Dazu kommt, dass Sgr A* besonders schwach leuchtet, und die spektrale Energieverteilung sich nicht gut mit den gaengigen Theorien fuer aktive Galaxienkerne erklaeren laesst. Man geht also bei Sgr A* davon aus, dass die Akkretion auf das schwarze Loch nicht sehr effizient ist, z.B. dass es sich hier um einen "advection dominated accretion flow" handelt. Mehr dazu, allerdings schon recht fachspezifisch, z.B. unter
http://isdc.unige.ch/~beckmann/common/ADAF_lecture.pdf

GG:

--- Zitat ---Die ESO hatte Ende 2002 mal 'ne schöne Animation erstellt, wo sie nach 10 Jahren an Messungen die Bahnen der SgrA* am nächsten liegenden Sterne ermittelten.
--- Ende Zitat ---

Jetzt gibt es das Ganze nach 16 Jahren Beobachtungszeitraum. Da hat S2 einen kompletten Umlauf geschafft. Uff.

http://uk.youtube.com/watch?v=UWv47SOZTQg

GG

... und eine Meldung im Portal: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/11122008195121.shtml

Kreuzberga:
Interessant finde ich ja, dass man bisher von einer Masse des zentralen Schwarzen Lochs von ca. 3 Millionen Sonnenmassen ausgegangen ist. Laut den neuen Messungen lag man damit um mehr als eine Million Sonnenmassen daneben! "Unser" supermassives Schwarzes Loch ist also um einiges massiver als bisher gedacht.
Vor ein paar Jahren schätze man die Masse von Sgt A* sogar noch deutlich unter 3 Mio. MSo.

Trotzdem bleibt unser Schwarzes Loch immer noch ein Winzling gegenüber den wirklichen Riesen, die noch einmal um den Faktor 1000 massiver sein können. Die Masseobergrenze für Schwarze Löcher liegt nach bisherigem theoretischen Wissensstand bei ca. 10 Milliarden Sonnenmassen.

Olli:
Es gibt neues vom Restaurant am Randes des Universums... oh...pardon...ich meine natürlich: Neuigkeiten aus dem Zentrum unserer Galaxie.

Mit dem Chandra Röntgenteleskop ist ein neues Bild aufgenommen werden, dass die Komplexität des Zentrums der Milchstraße zeigt.
Das gesamte Bild ist ein Mosaik, bestehend aus 88 Einzelbilder, das auf spektakuläre Weise die Sternenevolution zeigt, angefangen bei hellen jungen Sternen bis zu schwarzen Löchern. Dieses dicht gepackte Gebiet wird dominiert durch Sagittarius A, das zentrale, supermassive Schwarze Loch.

Hier das neue Bild. Zur Übersichtlichkeit ist es mit Benennungen der einzelnen Objekte versehen. Klickt für eine größere Ansicht auf das Bild.


Die Region ist ein diffuser Nebel, der von Röntgenstrahlung durchdrungen wird. Die Röntgenstrahlung entsteht durch das Aufheizen von Gas innerhalb des Nebels durch junge massive Sterne. Dies scheint hier deutlich häufiger zu passieren, als anderswo in der Galaxie. Weitere Ursache können die Explosion sterbender Sterne sein und der "Ausfluss" von Sag A*.

Das Gebiet um Sag A* enthält auch einige mysteriöse Röntgenfilamente. Diese können durch große magnetische Strukturen mit einem Strom von hochenergetische Elektronen produziert werden - analog wie bei solaren Flares.


Quelle: Chandra Webpage

Grüße,
Olli

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