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Autor Thema: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen  (Gelesen 59351 mal)

Offline jdark

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #200 am: 19. Mai 2017, 21:35:28 »
Es bannt sich ein neuer "Dip" an. Aktuell bei 3% im Infrarotbereich:

https://twitter.com/Astro_Wright/status/865528682114203648
Ach und vergiss nicht den Müll aus dem Orbit rauszustellen...Ja Schatz...

Offline Reihnold

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #201 am: 20. Mai 2017, 18:47:09 »
The Verge hat jetzt einen englischsprachigen Artikel zum Thema, der die Relevanz des Ereignis einordnet.
Es geht darum, dass es bis jetzt nur die (historischen) Daten von Kepler gab und Kepler nicht das komplette Frequenzspektrum analysiert hat. Somit gibt es von den "Dips" noch keine Daten aus dem gesamten Frequenzspektrum - da sich jetzt scheinbar ein "Dip" anbahnt kann man jetzt deutlich detaillierte Messungen machen (also vor allem: gesamtes Spektrum), um Licht ins Dunkle zu bringen.

Offline Hugo

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #202 am: 21. Mai 2017, 00:05:02 »
Heißt das, es wäre noch immer möglich, daß das Licht einfach in einer anderen Farbe bei uns ankommt? Also in einer anderen Frequenz, vielleicht auch als Röntgen- oder sonstiger Strahlung?

Offline m.hecht

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #203 am: 21. Mai 2017, 01:45:29 »
Heißt das, es wäre noch immer möglich, daß das Licht einfach in einer anderen Farbe bei uns ankommt? Also in einer anderen Frequenz, vielleicht auch als Röntgen- oder sonstiger Strahlung?

In einer anderen Farbe bzw. Frequenz (ist ja das Gleiche) kann das schon sein. Allerdings nicht als Röntgenstrahlen, sofern es vorher sichtbares Licht war. Wenn das Licht durch irgendwas blockiert wird (z.B. Staub zwischen dem Stern und uns), dann verliert das Licht Energie, wenn es auf den Stub trifft und von dort wieder abgestrahlt wird. Aus sichtbarem Licht wird dann beispielsweise Infrarot-Licht. Da Röntgenstrahlung aber energiereicher ist als sichtbares Licht, kann es nicht sein das vom Stern emittiertes sichtbares Licht als Röntgenstrahlung bei uns ankommt.

Mane

Offline Rudolf M.

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #204 am: 21. Mai 2017, 21:59:53 »
@ Gertrud > IRONIE-SCHALTER EIN: gerade weil sie uns Erdenbewohner schon entdeckt haben, halten sich die ETs bedeckt und kommen erst, wenn es uns nicht mehr gibt < IRONIE-Schalter AUS.
"Man wünscht nie brennend, was man nur aus Vernunft wünscht".
(Francois VI. de la Rochefoucauld (1630-1680)


Offline rok

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #206 am: 03. Juni 2017, 13:11:28 »
Der Artikel von Florian Freistetter in seinem Blog astrodicticum-simplex schlägt zwei Erklärungsmöglichkeiten vor:

1. Die Sonne KIC... wird von einem großen Planeten in unserer Sichtebene umkreist, der in seinen Trojaner-Punkten (Lagrange-Punkte 4 und 5, die dem Planeten auf dem gleichen Orbit jeweils um ca. 60° vor- oder nacheilen) größere Zusammenballungen von Asteroiden angesammelt hat. Diese Theorie sagt voraus, dass wir Anfang 2021 eine erneute unregelmäßige Verdunklung sehen werden und zwar durch den nacheilenden L5 und dann in 2013  2023  ::) den Planetentransit selbst beobachten werden. Durch diese Vorhersage lässt sich die Theorie überprüfen.

2. Die andere Theorie vermutet, dass es durch Unregelmäßigkeiten in der Materieverteilung im solaren (also unserem) Kuipergürtel zu regelmäßigen Verdunklungen kommen kann. Hintergrund: Da sich die Materie in den äußeren Bereichen des Kg. sehr langsam bewegt, wird ein entsprechender Bereich der Abschattung im Erdorbit quasi jährlich (oder einem Vielfachen davon) beobachtet. Auch diese Theorie sollte innerhalb weniger Jahre zu verifizieren sein, so dass F.F. ziemlich sicher ist, dass wir eine wahrscheinliche Erklärung des Phänomens in den nächsten Jahren finden werden und zwar ohne esoterische Modelle.

Robert

edit: Jahreszahl geändert  ::)
« Letzte Änderung: 04. Juni 2017, 16:41:45 von rok »

Offline Major Tom

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #207 am: 03. Juni 2017, 17:24:58 »
Zu 1. Warum konnte von den theoretischen gigantischen Ansammlungen von Trojanern im KIC 8462852 System bisher keinerlei infrarote Strahlung gemessen werden?

Zu 2. Warum haben die theoretischen Brocken in unserem Sonnensystem bisher keine anderen Sterne abgedeckt, aber den einen gleich mehrfach?

Alle offensichtlichen und sogar die weniger offensichtlichen Erklärungsversuche sind gescheitert, es bleiben also nur "esoterische" Modelle übrig. Die beiden genannten zählen bis zum Beweis auch dazu, es ist reine Spekulation.

Bisher steht eigentlich nur eines fest - was auch immer am Ende die Ursache ist, es ist etwas für uns neuartiges.
„Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“ K. E. Ziolkowski

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Stolzer Träger einer Raumconverwarnung wegen Schreibens unbequemer Wahrheiten.

Offline Gertrud

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #208 am: 03. Juni 2017, 17:42:22 »
Hallo Zusammen,

die erneute Verfolgung und Messung am 20.05.2017 von KIC 8462852 ergab einen Dip von 2 bis 3 Prozent in der Helligkeit.
https://www.geekwire.com/2017/astronomers-alien-megastructure-star/

Mit vielen Grafiken in der Twittermeldung:
https://twitter.com/brettmor/status/865904269815193600

Ein Artikel dazu von Jason Wright.
http://sites.psu.edu/astrowright/2017/05/24/two-new-tabbys-star-papers/

In dem Video werden verschieden Möglichkeiten erklärt.

https://www.youtube.com/watch?v=risNfZxz6DQ

http://sites.psu.edu/astrowright/2017/05/26/tabby-doing-a-qa-on-the-wtf-star-on-twitter/
http://www.astronomerstelegram.org/?read=10405

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
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Offline rok

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #209 am: 04. Juni 2017, 11:26:48 »
Naja Major Tom,

du kannst die Argumentation von F.F., bzw. der dort zitierten Wissenschaftler nicht einfach so vom Tisch wischen, ohne irgendwelche konkreten Belege anzuführen. Daher nur kurz ein paar Erläuterungen von mir; wenn du dich in die Thematik einlesen willst, dann hat der Autor ein paar interessante Links mit angeführt.

zu 1.:

Die ausgedehnte Wolke von Trümmern rund um eine Sonne strahlt die aufgenommene Wärmeenergie selbstverständlich in alle Richtungen ab, wobei es zu Interferenzen und erheblichen Frequenzverschiebungen kommt. Von den wenigen %  an nachgewiesenem Helligkeitseinbruch im sichtbaren Bereich bleibt dann nicht sehr viel, was man dann noch per Infrarotteleskop nachweisen kann. Das gelingt selbst bei den kompakten Planeten nur in wenigen Fällen.

Ich gehe mal davon aus, dass es in sehr vielen Planetensystemen große Planeten mit entsprechend besetzten Lagrange-Punkten gibt. Hast du eine Quelle, in der diese Effekte in irgendeinem Planetensystem bereits nachgewiesen wurden? Warum soll das Fehlen derartiger Beobachtungen nun ausgerechnet in diesem Sytem als Gegenbeweis dienen?

Um eine Vorstellung von der Ausdehnung der Asteroidenansammlungen um die L-4 und L-5 zu bekommen schau mal hier rein:

https://de.wikipedia.org/wiki/Trojaner_(Astronomie)

zu 2.:

Die Körper im Kuipergürtel sind soweit von einander entfernt (ich meine Prof. Lesch hat mal formuliert "wenn man auf einem steht, muss man schon sehr viel Glück haben, um einen weiteren zu sichten"), dass die Beobachtung einer Sternbedeckung sehr unwahrscheinlich ist. Wenn sich allerdings eine ganze Gruppe (Zusammenballung) von Asteroiden vor einen Stern schiebt, sieht das natürlich anders aus; und wenn man dann eine Periodizität der Verdunklungen beobachtet, die der Umlaufzeit der Erde oder einem Vielfachen davon entspricht, dann ist das schon ein erheblicher Beleg dafür, dass die Ursache in der Nähe unseres Sonnensystems liegt.

Und deinen Schlussfolgerungen kann ich nun überhaupt nicht folgen, schließlich gibt es mehrere Modelle für eine naturwissenschaftliche Erklärung des Phänomens, die keineswegs widerlegt sind. Für eine "neuartige" Theorie sehe ich bis zum "Beweis des Gegenteils" keine Notwendigkeit.

Robert
« Letzte Änderung: 04. Juni 2017, 16:49:08 von rok »

Offline Matjes

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #210 am: 05. Juni 2017, 10:03:35 »
Danke Gertrud

In dem Video (Antwort 208) stellen zwei Astronomen verschiedene Erklärungsversuche für die Lichtkurven von Tabby Star vor. Mir hat an Besten die These gefallen, daß in der Vergangenheit ein Planet in die Sonne gekracht ist. Das würde den Abfall der Lichtkurve um 14% in den letzten 100 Jahren erklären. Der kurzperiodische Abfall von Tabby um bis zu 20% könnte durch den Vorbeiflug der ehemaligen Monde dieses Planeten erklärt werden.

Nochmal Danke an Gertrud

Offline Gertrud

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #211 am: 05. Juni 2017, 11:30:45 »
Hallo Zusammen,

jetzt habe ich nochmal neue Infos zu den neuen erfolgten Dips gefunden.
Zuerst eine einzelne Meldung.
http://www.wherestheflux.com/single-post/2017/06/04/Dip-update-7n

Dann die geballten Infos an Grafiken zu den Dips mit einer Aktualisierung vom 4.06.2017.
http://www.brucegary.net/KIC846/

Danke Matjes, :)
es ist mir sehr wichtig,
vorhandene Fakten und Infos zu bringen.

Einen sonnigen Tag
wünscht Euch Gertrud
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Offline der_Keek

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #212 am: 06. Juni 2017, 13:03:38 »
Die Körper im Kuipergürtel sind soweit von einander entfernt (ich meine Prof. Lesch hat mal formuliert "wenn man auf einem steht, muss man schon sehr viel Glück haben, um einen weiteren zu sichten"), dass die Beobachtung einer Sternbedeckung sehr unwahrscheinlich ist. Wenn sich allerdings eine ganze Gruppe (Zusammenballung) von Asteroiden vor einen Stern schiebt, sieht das natürlich anders aus; und wenn man dann eine Periodizität der Verdunklungen beobachtet, die der Umlaufzeit der Erde oder einem Vielfachen davon entspricht, dann ist das schon ein erheblicher Beleg dafür, dass die Ursache in der Nähe unseres Sonnensystems liegt.



Müsste die gleiche Trümmerwolke dann nicht auch andere Sonnen verdunkeln? Wenn ja, dann wäre die Theorie ja relativ leicht verifizierbar.

Grüße,
Keek

Offline Pham

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Re: KIC 8462852 - ein Stern mit einzigartigen Helligkeitsschwankungen
« Antwort #213 am: 06. Juni 2017, 13:25:27 »
Die Körper im Kuipergürtel sind soweit von einander entfernt (ich meine Prof. Lesch hat mal formuliert "wenn man auf einem steht, muss man schon sehr viel Glück haben, um einen weiteren zu sichten"), dass die Beobachtung einer Sternbedeckung sehr unwahrscheinlich ist. Wenn sich allerdings eine ganze Gruppe (Zusammenballung) von Asteroiden vor einen Stern schiebt, sieht das natürlich anders aus; und wenn man dann eine Periodizität der Verdunklungen beobachtet, die der Umlaufzeit der Erde oder einem Vielfachen davon entspricht, dann ist das schon ein erheblicher Beleg dafür, dass die Ursache in der Nähe unseres Sonnensystems liegt.



Müsste die gleiche Trümmerwolke dann nicht auch andere Sonnen verdunkeln? Wenn ja, dann wäre die Theorie ja relativ leicht verifizierbar.

Grüße,
Keek
Nicht zwingend, wenn es sich lediglich um EIN unregelmäßig geformtes Objekt handelt, dass fast direkt in der Sichtlinie zu Tabbys Stern stünde. Dieser bewegt sich ebenfalls um unsere Sonne, also mit recht geringer Winkelgeschwindigkeit, so dass dieses Objekt in einem Vielfaches eines Jahres wieder in der Sichtlinie wäre.

Das würde nun einen extremen Zufall darstellen, dessen Wahrscheinlichkeit aber bei einer sehr großen Anzahl von Sternen (und Objekten im Kuipergürtel).
 irgendwann doch zunimmt.
Nichts desto trotz erstaunlich, das an der Lichtkurve des Begleitersterns gar nicht gemessen wird, oder eben bei entsprechend großen Objekten das Licht des einen oder anderen Stern auch mal kurz ganz "ausgeknippst" wird, wenn so ein Brummer mal einen ganzen Stern bedeckt.


Insofern halte ich die Möglichkeit für die Trojaner-Erklärung für größer, auch wenn ich mir eine solcher "Wolke" kaum vorstellen mag, die bis zu 22% des Sterns bedecken kann.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

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