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28. Juni 2017, 00:22:28
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Autor Thema: Mein Meteorit  (Gelesen 1815 mal)

Offline Lumpi

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Mein Meteorit
« am: 20. März 2017, 13:37:47 »
Es besitzen doch bestimmt viele von Euch eigene, echte Metoriten oder deren Bruchstücke, könnte man nicht so eine Art Katalog hier eröffnen zur Präsentation oder auch Nachschauen mit Foto, Gewicht, Art, Herkunft etc. - Meteorite werden ja inflationär gehandelt, die meisten in Privatbesitz bekommt man aber nie zu Gesicht...
Glück Auf
SiO2

Hallo SiO2,

keine schlechte Idee, aber Katalog? Ich mach einfach einstweilen für Dich einen Thread auf...   ;)

Gruß Lumpi
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Offline Lumpi

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #1 am: 20. März 2017, 13:39:14 »
Ich beginne auch gleich:

Meteoritenbruchstück 17,6 Gramm vom Sikhote-Alin-Meteorit
Klassifizierung: Eisenmeteorit Oktaedrit II AB
Alter: ca. 4,5 Milliarden Jahre
Fall: 12.02.1947 um 10.38 Uhr, ca. 500 km nördlich von Wladiwostok in Sibirien/ Russland

Der Meteorit hatte beim Eintritt in die Erdatmosphäre einen Durchmesser von ca. 4 Metern, es entstanden über 120 Krater, der größte mit einem Durchmesser von 28 Metern und 6 Meter Tiefe. https://de.wikipedia.org/wiki/Sikhote-Alin_(Meteorit)

Dieses Bruchstück bzw. Schrapnell ist ca. 4 x 2 x 0,5 cm groß.

Foto: Lumpi
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #2 am: 20. März 2017, 15:07:41 »
Sehr gute Idee. Ich habe so ca. 200 von denen. Hier mal ein Bildchen von einem NWA unklassifiziert. Erworben 2011 in Erfoud/Marokko.
Grüssle vom Charley Ke




Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #3 am: 20. März 2017, 20:20:53 »
Nach meinem "Schnellschuss", möchte ich mit bedacht an dieses Thema gehen. Vorhin hatte ich einen schönen kleinen Meteoriten abgelichtet. Diese hat noch zu 95% Kruste. Denke mal, die Abplatzung ist auch der Bereich, wo er aufgeschlagen ist. Wüsten haben den Vorteil, das der Sand beim Aufprall noch bissel als Polster fungiert. Dieses Exemplar stammt aus dem Grenzgebiet Marokko/Algerien. Ich habe sie von einem Händler in Erfoud, der sie von Beduinen erworben hat, die aus diesem Gebiet kamen. Wie ich schon sagte, die genauen Örtlichkeiten gibt es selten. Da rennt keiner mit einem GPS herum und notiert die Koordinaten. Das machen nur professionelle Sucher. Bei denen kosten die Meteoriten aber auch dann das dreifache. Ich hab da so meine Erfahrungen. Grins. Aber nun zu diesem Meteoriten. Er ist ein NWA, das bedeutet Nordwest Africa, unklassifiziert. Man könnte ihn nun an einem geeigneten Institut untersuchen/bestimmen lassen. Das wird aber teuer. Also überlässt man es dem Käufer. OK. Das Gewicht von diesem beträgt 42g. Er ist schwach magnetisch, also wahrscheinlich ein L- Typ.
Ich bin gerade dabei, viele Meteoriten zu fotografieren. Wenn dann einige schöne dabei sind, stelle ich sie gerne hier herein.
Gruss, Charley Ke



Online Hugo

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #4 am: 20. März 2017, 20:43:22 »
Ich habe mal eine ganz doofe Frage. Können Meteoriten radioaktiv strahlen? Wer hat sie hierauf hin getestet? Gut, sie werden kaum stark strahlen und so lange wie man sie nicht unterm Kopfkissen lagert, wird schon nichts passiert. Aber mich interessiert eher, ob Sammler hier eher vorsichtig oder risikoreich sind.

Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #5 am: 20. März 2017, 22:12:45 »
Moin. Zu der Frage, Radioaktivität bei Meteoriten. Nach meinem Wissensstand, gibt es keinen Meteoriten, der Radioaktiv ist. Die Met's sind aber so alt, das sich wie auch immer vorhandenes, radioaktives Material, längst abgebaut hat. Ich besitze ein relativ empfindliches Messgerät, doch mehr als die natürliche Strahlung ist da nie zu messen. Also keine Angst. Ich weiss, das the German Angst seit einigen Jahren um sich greift, was Radioaktivität anbelangt, doch hier ist Angst überflüssig. Ich hoffe, mit meiner Ausführung Ihnen geholfen zu haben.
Gruss, Charley Ke
PS: Ich habe 26 Jahre in einem Kernkraftwerk gearbeitet und kenne mich mit der Materie aus.

Online Hugo

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #6 am: 20. März 2017, 23:07:49 »
Angst habe ich keine. Es interessiert mich nur. Über Google findet man da ja Diskussionen ohne Ende.

Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #7 am: 21. März 2017, 06:57:16 »
Ja, das ist schon richtig. Auch solche Fragen sollten besprochen werden. Es gehört ja auch zum Thema. Bilder sind nicht alles. Ganz lieben Dank und dann schauen wir mal, was die Mitstreiter hier alles an Meteorit-Schätzen zu zeigen haben.
Mit freundlichem Grusse, C K


Offline Pham

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #8 am: 21. März 2017, 19:54:51 »
Moin. Zu der Frage, Radioaktivität bei Meteoriten. Nach meinem Wissensstand, gibt es keinen Meteoriten, der Radioaktiv ist. Die Met's sind aber so alt, das sich wie auch immer vorhandenes, radioaktives Material, längst abgebaut hat. Ich besitze ein relativ empfindliches Messgerät, doch mehr als die natürliche Strahlung ist da nie zu messen. Also keine Angst. Ich weiss, das the German Angst seit einigen Jahren um sich greift, was Radioaktivität anbelangt, doch hier ist Angst überflüssig. Ich hoffe, mit meiner Ausführung Ihnen geholfen zu haben.
Gruss, Charley Ke
PS: Ich habe 26 Jahre in einem Kernkraftwerk gearbeitet und kenne mich mit der Materie aus.
Du hast recht, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Meteroid eine bedenkliche Konzentration radioaktiven Materials enthält ist Nahe Null. Vor allen angesichts des Alters der meisten der Meteroiten. Damüssten so so viele Umstände seit dem Kondensieren der solaren urwolke zusammen gekommen sein, dass ein 6er mit Superzahl im Lotte vergleichsweise ein totsichere Nummer wäre.

Und auch hinsichtlich sonstiger Bedenken, ist es sicherlich richtig dass man die möglichen Problematiken mit rasioaktiven Material im Auge haben sollte. Aber das was teilweise hier abgeht, ist läöcherlich. Ich war unter anderem während meiner Tätigkeit am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München, Strahlenschutzbeauftragter. Für ein Experiment sollte ich ein paar Eichproben radioaktiver Nuklide für mein Experiment vom MPI in Garching zum MPA (Max-Planck-Institut für Astrophysik) nach München bringen. Hätte ich den offiziellen Weg beschritten, hätte ich den transport anmelden müssen Genhemigungsverfahren einige Monate), welche die Proben dann in einem Spezialfahrzeug mit Begleitung (Polizei) nach München gebracht hätte.
Nachdem ich die Aktivität der Proben wusste und ausgerechnet hatte, dass ich knappe 140 Jahre hätte darauf sitzen müssen, damit diese auch nur annähernd ein biologisches Risiko an mirt selbst eingegangen wäre, war meine Lösung  ... unkonventioneller.
(trotzdem oder gerade deswegen nichts was ich öffentlich hier breit treten möchte *hust*). ;)
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline rok

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #9 am: 21. März 2017, 21:27:38 »
Dann sollten wir vielleicht mal ´n "Klub der (ehem.) Strahlenschutzbeauftragten" installieren, wo wir uns so richtig fetzen können. Ach ne, lieber doch nicht  ;) wär ja auch völlig OT.

Robert
 

Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #10 am: 24. April 2017, 11:26:04 »
So, ehe wir uns hier in Dinge verstricken, die nicht unbedingt hier her gehören, wieder zurück zum Thema. Meteoriten. Ich habe hier einmal einen recht interessanten aus meiner Sammlung herausgesucht.
NWA 722, auch El Kachla genannt. Er ist 2000 in Marocco gefunden worden. Das TKW beträgt etwa 1280g. Meine Scheibe hat ein Gewicht von 11.7g. Es handelt sich um einen recht dunklen und auch harten Meteoriten. Klassifiziert als L-Impakt Breccie. Bedeutet, durch einen Impakt ist dieser Meteorit aufgeschmolzen worden und danach wieder erstarrt, wobei er sich mit dem Impaktor vermischt hat. Dadurch sind Fließ- und Vermischungsstrukturen entstanden. Dieses Schmelzen und gebietsweise Materialabgrenzungen, sind hier gut zu erkennen. Auch die geschmolzenen metallischen Anteile sind sichtbar. Er ist schon ein interessanter Meteorit, wie gesagt und nicht ganz preiswert. Gruss, Charley Ke






« Letzte Änderung: 05. Mai 2017, 21:19:31 von -eumel- »

Offline Lumpi

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #11 am: 24. April 2017, 20:20:21 »
Interessantes Teil! Kannst Du sagen, aus welchen Materialien sich der Meteorit in welcher Menge (in etwa) zusammensetzt? Ist deine Scheibe nun 3 oder 6 cm groß? Hier wird sie nämlich lt. Maßstab kleiner angegeben: https://www.lpi.usra.edu/meteor/get_original_photo.php?recno=5649501
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #12 am: 25. April 2017, 10:08:28 »
ja, das ist ein Fehler gewesen. Damals ist der Maßstab später eingepflegt worden. Hat nicht so richtig geklappt. Die Angaben auf den Bildern hier sind aber richtig. Zur Zusammensetzung, kann ich gerne im Katalog heraussuchen. So im Moment ist mir das auch nicht bekannt. Jedenfalls sind es zwei sehr unterschiedliche Materialien. Ich schaue mal und werde es dann hier posten.
Gruss Charley Ke

Offline Charley Ke

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #13 am: 05. Mai 2017, 13:56:32 »
Moin. So, heute möchte ich den Bericht über El Kachla NWA 722 weiterführen. Impakt Breccien sind das Ergebnis vom zusammenprall zweier Asteroiden. Die grösse ist dabei nicht so wichtig. Bei solch einer Kollision enstehen, je nach Geschwindigkeit, Drücke bis zu 20 GPa! Das ruft im Erscheinungsbild Schockadern bis hin zu Schmelzen hervor. Beim NWA 722 ist von allem etwas vertreten. Das macht ihn so interessant. Auch sind Chondrite und Achondrite Mineralien enthalten. Die Metalleinschlüsse und metallischen Fließstrukturen sind teilweise spektakulär. Weiterhin sind überwiegend Silikate wie Olivin, Pyroxon und Glas enthalten. Eisengehalt bei 20- 25%. Nickeleisen zu etwa 4- 10%. Ich habe einige Makrofotos erstellt, wo man das hier geschriebene gut erkennen kann.













Mit meteoritischem Grusse, Charley Ke

Edit by -eumel-: Bilder neu hochgeladen und gesichert
« Letzte Änderung: 05. Mai 2017, 21:15:00 von -eumel- »

Offline Lumpi

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Re: Mein Meteorit
« Antwort #14 am: 05. Mai 2017, 16:10:46 »
Ahh super @Charley Ke, danke für Deine Erläuterungen zu NWA 722 und die eingestellten Makrofotos. Du hast Dir da also ein spektakuläres "Teil" gegönnt.  :)

VG, Lumpi
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