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17. Februar 2020, 17:16:08
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Autor Thema: Boeing CST-100 / Starliner  (Gelesen 294663 mal)

Offline MillenniumPilot

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #850 am: 12. Februar 2020, 09:00:04 »
Roger50

Wie die Vorredner schon schrieben. Die Fehler traten bei Standprozessen auf und nicht nur einmal, gleich mehrfach und dann bei einer Demonstrationsmission, die die Tauglichkeit des Unternehmens für bemannte Raumfahrt evaluieren soll. Wäre ich Astronaut, ich hätte ein flaues Gefühl im Magen. Es ist ja auch nicht so, dass der Konzern nicht an anderer Stelle identische Probleme hätte. Ich bin weit davon entfernt, Boeing zu bashen. Mir tut es in der Seele weh, was da abgeht, aber derzeit ist es einfach so, dass Boeing nicht bereit ist, Menschen in den Orbit zu bringen. Und Bridenstine spielt ein sehr gefährliches Spiel. Für mich versucht er, Boeing durch die “Klasse” zu helfen und ein ”Sitzenbleiben” zu verhindern. Wenn das schief geht, dann hat er nicht nur Boeing einen Bärendienst erwiesen, dann kann die NASA rufen, Houston, wir haben ein Problem. Des Weiteren macht sich bei mir ein ganz mieses Gefühl breit. Boeing geht das Geld aus und versucht deshalb Prozesse zu streamlinen. Im Moment ist das alles nicht so gut. Man kann nur hoffen, dass ich falsch liege und Boeing zeitnah die Kurve kriegt.

Offline MarsMCT

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #851 am: 12. Februar 2020, 09:12:03 »
Bridenstine hat wohl keine Wahl. Er steht mit Sicherheit unter extremem Druck aus dem Kongress.

Hoffentlich sind unabhängige Gremien wie ASAP stark genug, dem Druck zu widerstehen. Die NASA Führung für sich alleine ist es nicht.

Offline HansPfaall

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #852 am: 12. Februar 2020, 09:33:57 »
Ich bin mal sehr gespannt, wie es hier weitergeht.

Dass fehlerfreie Software nicht existiert, ist unbestritten. Die Art und Weise, wie mit Fehlern umgegangen wird, ist der entscheidende Punkt. In allen mit funktionaler Sicherheit beschäftigten Normen (61508, 13849, 26262 im Automotive-Bereich oder Do-178 bei den Fliegern) ist immer das Ziel, Fehler dergestalt zu beherrschen, dass ein Ausfall möglichst immer durch Diagnosesysteme im Vorhinein erkannt wird und es durch entsprechende Behandlung einen "sicheren Ausfall" gibt. Das ist bei Autos oder Fluggeräten bei weitem nicht so einfach wie bei Industrieanlagen. Bei letzteren kann man meist einfach alles ausschalten. Ist im Flugzeug in einer Fehlersituation selten eine gute Idee.

Was mich folgerichtig hier stört, ist, dass es
a) den Fehler gab, aber
b) scheinbar keine in die Software integrierte Diagnose exitstiert und
c) die Tests im Vorhinein unzureichend waren.

Weiter oben gab es schonmal den Hinweis, dass Boeing sicher eine gute Code-Coverage und sicher auch Branch-Coverage vorweisen könne. Größer 99% und so. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass selbst 100% C1-Coverage nicht heißt, dass die Software nicht vor Fehlern strotzen kann. Das hängt nämlich vom Tester ab. Wenn der seine Testfälle so lange passend frickelt, bis alles durchgewunken wird, hat er zwar sein Coverage-Ziel erreicht, aber noch lange nicht nachgewiesen, dass die Software tut, was sie soll.

Das Grundproblem ist hier meiner Meinung nach in den Prozessen und in der Einstellung der verantwortlichen Entwickler und Tester bei Boeing zu suchen. Erfahrungsgemäß passiert sowas immer dann, wenn man sich selbst überschätzt, zu wenig Zeit einplant, oder das Management Druck macht, weil es die nächste Rechnung schreiben will. Schade, weil vermeidbar!

Offline Lexington11

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #853 am: 12. Februar 2020, 09:55:44 »
Hallo also ich bin nicht der Meinung meiner Vorredner. Ich finde da eine Raumkapsel ein geschlossenes System ist ist hier das Testing sehr viel einfacher als bei einem System wie windows. Das kann man gar nicht vergleichen. Das it eher so wie wenn man ein SPS System Programmiert. Deshalb ist dabei ein umfassendes Testing sehr viel einfacher als bei einem Betriebssystem. Und wenn ich dann noch mit einbeziehe das Boing hier mehr als 5 Jahre Zeit hatte ist der Fehler vollkommen unverständlich. Wenn es jetzt mit Umweltbedingungen zu tun gehabt hätte wie Z.B. Wind, Aufheizung der Außenhaut ect. dann hätte man ja eine Fehler durchgehen lassen können. Aber bei der Raketenstufentrennung die man zu 100% simulieren kann und dann gleich zwei mal bei der Abtrennung vom Truck hätte es ja auch ein Problem gegeben wenn sie die Software nicht aktualisiert hätten dann muss ich sagen das war einfach fahrlässig.

Offline RonB

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #854 am: 12. Februar 2020, 10:18:01 »
Bei NSF ist bereits eine zweite Starliner OFT-Mission für das zweite Quartal dieses Jahres eingeplant. Die bemannte Mission ist danach NET 2. Hj. 2020 vorgesehen.

https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=8184.2700

Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die keiner kann.

Offline user234

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #855 am: 15. Februar 2020, 04:59:27 »
Was ist eine OFT-Mission?

Offline MarsMCT

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Re: Boeing CST-100 / Starliner
« Antwort #856 am: 15. Februar 2020, 07:46:47 »
Was ist eine OFT-Mission?

Orbital Flight Test. Das ist der unbemannte Testflug der Boeing Kapsel.

Danach sollte die CFT- Mission folgen, der Crew Flight Test.

Tags: Commercial USA