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19. August 2018, 19:12:58
Raumcon
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Autor Thema: ArianeGroup  (Gelesen 46159 mal)

Offline FlyRider

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Re: ArianeGroup
« Antwort #125 am: 18. Mai 2018, 14:57:45 »
Das wirklich Schlimme ist aus meiner Sicht, dass kein Wort, nicht einmal eine Silbe in die Richtung geht, dass man vielleicht etwas zu lang geschlafen hat. Er reitet immer auf dem gleichen Satz rum: "Entscheidend ist nur, dass sie ihrer eigenen Regierung 100 Millionen Dollar pro Start berechnen. Und ich bin bereit, das auch so zu machen."

Als würde SpaceX allein von den Millionen leben, die bei einem Regierungsstart übrig bleiben. Er negiert einfach pauschal, dass SpaceX durch effiziente Strukturen, hohe Fertigungstiefe und evtl. auch Wiederverwendbarkeit wesentlich kostengünstiger fliegen kann.

Und dann auf die Aussage, dass sich Wiederverwenndbarkeit evtl. doch lohnt: "Charmeau: Woher wissen Sie das? Kennen Sie deren echte Kostenstruktur?". Meine Gegenfrage: kennt er sie denn? Vermutlich auch nicht. Er nimmt also einfach an, dass es so ist.

Und die Aussage finde ich auch sehr interessant:

"Charmeau: Nehmen wir mal an, wir hätten zehn garantierte Starts pro Jahr in Europa und würden eine Rakete haben, die man zehnmal wiederverwenden kann - dann würden wir genau eine Rakete pro Jahr bauen. Das ergibt keinen Sinn. Ich kann meinen Teams nicht sagen: 'Tschüs, dann bis nächstes Jahr'!"

Man will gar nicht!!!! Man will einfach alles so lassen! Offensichtlich will man die Riesenchance mit den Großkonstellationen gar nicht nutzen. Lieber 10 garantierte Starts, die man mit 10 Raketen abdeckt.
Ich seh schwarz für Ariane!!!! :-\

Offline Sensei

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Re: ArianeGroup
« Antwort #126 am: 18. Mai 2018, 15:19:36 »
Ich noch nicht. Die politischen Verflechtungen sind wahrscheinlich stark genug dass man durch Steuergelder den Effizienznachteil ausgleichen kann.

Passend, und zutiefst ehrlich, fand ich da die Spiegel-Aussage:

Zitat
Was also soll Europa tun? Von den Billigangeboten der Amerikaner profitieren - auch auf die Gefahr hin, dass die irgendwann enden? Oder mit Milliardenaufwand einen eigenen Zugang zum All behalten?


Außerdem will man natürlich die 8000 ArianeGroup Mitarbeiter behalten (wobei ein paar der Jobs auch in der Millitärsparte beschäftigt sein werden). [SpaceX hat 4000. Für 2-3 mal so viele Starts mit der F9 + ISS Belieferung + StarLink Vorbereitung + FalconHeavy.]

Ansonsten könnte man auch, ähnlich wie SpaceX es jetzt plant, etliche wiederverwendbare Arianes am Stück produzieren und dann die Produktion einstellen. ;)

Offline tomtom

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Re: ArianeGroup
« Antwort #127 am: 18. Mai 2018, 15:54:40 »
Wir leisten uns heute eine Paralleldiskussion hier und im SpaceX-Diskussionsthread. Für die Preisdiskussion gibts noch die Threads SpaceX vs. Ariane und SpaceX vs ULA.

Wer das Bedürfnis hat, über SpaceX zu schreiben, sollte eher diese Thread verwenden, hier können wir uns auf ArianeGroup fokusieren. Die Information des Interviews lauten:
1. ArianeGroup würde sofort Start-Verträge über 100 Mio $ abschließen.
2. ArianeGroup braucht Aufträge für die Ariane 6 und Vega, bisher gibt es ein (oder zwei) Galileostarts
3. ArianeGroup will die jährliche Abnahmegarantie (2x Galileo, 1x ESA, 1x Fr. 1x D.), die im Rahmen des Konzepts schon länger in Diskussion steht, aber bisher noch nicht entschieden wurde (hauptsächlich das Problem der EU/ESA).

Meines Erachtens will sich Airbus nach der öffentlich finanzierten Produktions-/Infrastrukturmodernisierung auch noch den Betrieb garantieren lassen. Das es eine Grundauslastung bedarf, ist auch eher nachvollziehbar.
Zumindestens ist offensichtlich, dass PR-Arbeit nur in Richtung Garantieentscheidung und Industriepolitik gemacht wird und nicht in Richtung öffentliches Interesse für Raumfahrt.

Offline FlyRider

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Re: ArianeGroup
« Antwort #128 am: 18. Mai 2018, 18:56:37 »
3. ArianeGroup will die jährliche Abnahmegarantie (2x Galileo, 1x ESA, 1x Fr. 1x D.), die im Rahmen des Konzepts schon länger in Diskussion steht, aber bisher noch nicht entschieden wurde (hauptsächlich das Problem der EU/ESA).

Meines Erachtens will sich Airbus nach der öffentlich finanzierten Produktions-/Infrastrukturmodernisierung auch noch den Betrieb garantieren lassen. Das es eine Grundauslastung bedarf, ist auch eher nachvollziehbar.

Aber genau das finde ich so erschreckend: Es war für mich immer klar, dass das primäre Ziel von Ariane in erster Linie ein unabhängiger Zugang für Europa ins All ist, danach kommt erst der kommerziell erfolgreicher Launcher. Dass man mit den Strukturen in Europa gegen ein effizient auftretendes Unternehmen preislich kaum 'ne Chance haben wird, war (mir) auch klar. Bislang kein Problem.

ABER:
Jetzt fällt dem Ariane Cheffe ein, dass auch seine Ariane 6 preislich kaum mithalten kann (Überraschung? Wohl eher kaum)
Aber jetzt wird es plötzlich eng, weil Europa scheinbar gar nicht unbedingt willens ist, diese Rakete auch ausreichend zu verwenden (und das überrascht mich schon ein wenig ??? )

WAS NUN?
Entweder man macht die Ariane 6 / 7 / ? so effizient, dass sie mithalten können (wozu es bis heute ja scheinbar keinen Anlass gab), oder man verwendet in der EU/ESA die Raketen zu höheren Kosten, die uns den eigenen Zugang ins All sichern.

ABER:
bei Ariane weiterwurstel wie bisher OHNE ausreichende konkrete und vertraglich zugesicherte Startkontingente seitens der ESA / EU führt in den Abgrund ...  :-[ Wobei 6 garantierte Starts pro Jahr mMn auch nicht viele sind.

Ich hab leider den Eindruck, dass Ariane a) unfähig war/ist wettbewerbsfähig zu sein/werden und sich auf die EU/ESA verlassen hat und b) die ESA die Stieftochter Ariane aber gar nicht sooo attraktiv findet und sich fröhlich nach anderen schönen Töchtern umsieht und nun c) der Boss von Ariane langsam die Nerven verliert, weil er nicht konkurrenzfähig und ungeliebt ist. Anders kann ich mir seine Aussagen nicht erklären. Gut, dass SpaceX schuld ist ...  ;)
 

Offline proton01

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Re: ArianeGroup
« Antwort #129 am: 18. Mai 2018, 21:00:15 »
3. ArianeGroup will die jährliche Abnahmegarantie (2x Galileo, 1x ESA, 1x Fr. 1x D.), die im Rahmen des Konzepts schon länger in Diskussion steht, aber bisher noch nicht entschieden wurde (hauptsächlich das Problem der EU/ESA).

Meines Erachtens will sich Airbus nach der öffentlich finanzierten Produktions-/Infrastrukturmodernisierung auch noch den Betrieb garantieren lassen. Das es eine Grundauslastung bedarf, ist auch eher nachvollziehbar.

Aber genau das finde ich so erschreckend: Es war für mich immer klar, dass das primäre Ziel von Ariane in erster Linie ein unabhängiger Zugang für Europa ins All ist, danach kommt erst der kommerziell erfolgreicher Launcher. Dass man mit den Strukturen in Europa gegen ein effizient auftretendes Unternehmen preislich kaum 'ne Chance haben wird, war (mir) auch klar. Bislang kein Problem.

ABER:
Jetzt fällt dem Ariane Cheffe ein, dass auch seine Ariane 6 preislich kaum mithalten kann (Überraschung? Wohl eher kaum)
Aber jetzt wird es plötzlich eng, weil Europa scheinbar gar nicht unbedingt willens ist, diese Rakete auch ausreichend zu verwenden (und das überrascht mich schon ein wenig ??? )

WAS NUN?
Entweder man macht die Ariane 6 / 7 / ? so effizient, dass sie mithalten können (wozu es bis heute ja scheinbar keinen Anlass gab), oder man verwendet in der EU/ESA die Raketen zu höheren Kosten, die uns den eigenen Zugang ins All sichern.

ABER:
bei Ariane weiterwurstel wie bisher OHNE ausreichende konkrete und vertraglich zugesicherte Startkontingente seitens der ESA / EU führt in den Abgrund ...  :-[ Wobei 6 garantierte Starts pro Jahr mMn auch nicht viele sind.
...
 Gut, dass SpaceX schuld ist ...  ;)

Charmeau hat doch beschrieben, daß für Arianespace eine gewisse Anzahl von Starts im Jahr von den europäischen Institutionen abgenommen werden muss damit sich das Geschäftsmodell lohnt. Die Ministerratskonferenz hat damals entschieden Ariane 6 zu machen mit der Randbedingung daß 5 Flüge pro Jahr abgenommen werden. Diese Zusage wird nun eingefordert. Es wird nicht gesagt daß SpaceX an irgendwas Schuld ist, sondern lediglich beschrieben daß die Situation in Europa eine andere ist was dazu führt daß SpaceX sich leichter tut auf dem kommerziellen Markt günstig anzubieten, da sie für US-institutionelle Mission deutlich besser bezahlt werden. Das ist ja nicht das Verdienst von SpaceX, sondern die Entscheidung der US-Regierung. Aber eine solche Entscheidung fehlt in Europa, bzw. die Regierungen haben anders entschieden, nämlich daß sie Starts zu Weltmarktpreisen wollen, und nicht mehr.

Da nun die Fertigung der Ariane 6 Flughardware anlaufen soll, um die Flüge wie geplant ab 2020 durchführen zu können, wird die Zusage nun nötig.

Das ganze Ariane Programm wurde damals initiiert, als die USA für den Start des europäischen Telekommunikationssatelliten Symphonie mit einer Delta die Bedingung stellte, daß der Satellit nicht kommerziell eingesetzt werden darf sondern nur zu Testzwecken. Da wollte man eine autonomen Zugang zum All, dieser wurde mit Ariane geschaffen. Jetzt wollen die europäischen Staaten nicht weiter Ariane subventionieren, sondern eine konkurrenzfähige Ariane 6, die sich dann selbst finanzieren kann. Damit das geht wird eine Grundauslastung benötigt, dazu sollen besagte europäische Staaten mit den 5 Flügen pro Jahr beitragen.

Schlicht und ergreifend, wenn Europa weiterhin eine autonomen Zugang zum All will, dann muss sie die Ariane unterstützen. Wenn klar ist daß europäische institutionelle Missionen auf der Ariane oder Vega gestartet werden, und nicht auf Falcon oder Soyuz oder Proton oder andere, dann sind die 5 Flüge pro Jahr sicher kein großes Problem. Wieviele US.-institutionelle Flüge wurden/werden denn auf nicht-US Raketen gestartet ?


Ich hab leider den Eindruck, dass Ariane a) unfähig war/ist wettbewerbsfähig zu sein/werden und sich auf die EU/ESA verlassen hat und b) die ESA die Stieftochter Ariane aber gar nicht sooo attraktiv findet und sich fröhlich nach anderen schönen Töchtern umsieht und nun c) der Boss von Ariane langsam die Nerven verliert, weil er nicht konkurrenzfähig und ungeliebt ist. Anders kann ich mir seine Aussagen nicht erklären.
Ariane ist nicht unfähig wettbewerbsfähig zu sein/werden, sondern Ariane muss auch noch die Randbedingung der europäischen Zusammenarbeit beachten. Das führt zu sehr vielen Interfaces und nötigen Abstimmungen, was die Kosten erhöht. Es könnte vermutlich zu geringeren Kosten gehen wenn  Frankreich es ganz alleine macht, aber dazu hat Frankreich alleine nicht das Geld. Und die anderen europäischen Staaten wollen für ihr Geld dann auch wieder attraktive Aufträge im eigenen Land haben, sonst zahlen sie nicht. Ob Charmeau die Nerven verliert kann ich natürlich nicht beurteilen, ich denke er will Druck ausüben auf die ESA und andere europäische Institutionen, damit diese jetzt ihre Zusage einlösen.

Offline Sensei

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Re: ArianeGroup
« Antwort #130 am: 19. Mai 2018, 15:08:42 »
Wir leisten uns heute eine Paralleldiskussion hier und im SpaceX-Diskussionsthread. Für die Preisdiskussion gibts noch die Threads SpaceX vs. Ariane und SpaceX vs ULA.

Wer das Bedürfnis hat, über SpaceX zu schreiben, sollte eher diese Thread verwenden, hier können wir uns auf ArianeGroup fokusieren. Die Information des Interviews lauten:
1. ArianeGroup würde sofort Start-Verträge über 100 Mio $ abschließen.
2. ArianeGroup braucht Aufträge für die Ariane 6 und Vega, bisher gibt es ein (oder zwei) Galileostarts
3. ArianeGroup will die jährliche Abnahmegarantie (2x Galileo, 1x ESA, 1x Fr. 1x D.), die im Rahmen des Konzepts schon länger in Diskussion steht, aber bisher noch nicht entschieden wurde (hauptsächlich das Problem der EU/ESA).
[..]

Schon gut zusammengefasst. Allerdings sehe ich noch weitere Informationen:
(und ich erwähne SpX hier nur, weil ich danach direkt wieder zur ArianeGroup komme)

4.  Alain Charmeau glaubt weder daran dass SpX Falcon 9 wirklich so günstig ist, noch daran dass sich durch Wiederverwendung viel Geld sparen lässt.

Die 50/62 Millionen für einen kommerziellen Start lässt sich demnach nur durch eine eine Mischkalkulation zusammen mit den Zuschüssen durch zu teure US Staatsaufträge erreichen.


Für mich, und einige andere, klingt das nach einer sträflichen Unterschätzung der Konkurrenz sowohl in der Vergangenheit, auch jetzt aber erst recht für die Zukunft.
Wahrscheinlich kann sich die europäische Raumfahrtindustrie mit Garantieaufträgen noch eine weile retten, aber die Herrausvorderungen klopfen schon sehr vernehmlich an der Tür: einige Teilnehmer in Europa sind nicht mehr bereit den zusätzlichen Preis für einen eigenen Zugang ins All zu bezahlen.

Langfristig muss da wohl ein ordentlicher Umbau kommen. Und die Vergangenheit zeigt: um so länger man dies Verschläft um so schmerzhafter wird dieser. Da hilft es einfach nicht mit den Finger auf andere zu Zeigen und zu sagen 'Aber der da spielt unfair!'/'Ihr wisst doch gar nicht ob dieser Konkurrent wirklich so toll ist'.

Und falls jetzt jemand mit Callisto + Prometheus etc. kommt kann ich nur meine Meinung dazu sagen: Ein Feigenblatt. Wahrscheinlich zu wenig .. zu spät.
Klar, sind diese Programme nötig um rechtzeitig zur Entscheidung über eine Ariane 7 (Erststart etwa 20 Jahre nach dem der Ariane 6?) zu ebnen. Aber es kann doch nicht der europäische Anspruch sein den anderen nur ein bis zwei Generationen hinterher zu rennen...

Offline Pirx

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Re: ArianeGroup
« Antwort #131 am: 19. Mai 2018, 15:17:09 »
... aber die Herrausvorderungen klopfen schon sehr vernehmlich an der Tür: einige Teilnehmer in Europa sind nicht mehr bereit den zusätzlichen Preis für einen eigenen Zugang ins All zu bezahlen. .....
Ich persönlich denke, dass der eigenständige Zugang ins All gerade angesichts der Veränderung der Weltlage in den letzten paar Jahren erheblich wichtiger geworden ist - und er viel zu wenig propagiert wird.

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Bermax

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Re: ArianeGroup
« Antwort #132 am: 19. Mai 2018, 17:59:56 »
Bestünde für Arianespace nicht auch die Möglichkeit mit einer evtl. US-Tochter bei Ausschreibungen der NASA mitzubieten?

Hat vor ein paar Jahren, nicht die Airforce bei Arianespace angefragt, um weitere alternative Startplätze und Anbieter zu haben?
« Letzte Änderung: 19. Mai 2018, 20:32:41 von Bermax »

Offline Kryo

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Re: ArianeGroup
« Antwort #133 am: 19. Mai 2018, 19:01:50 »
es stimmt nun mal aber auch, dass es keinen betriebswirtschaftlichen Beweis dafür gibt, dass sich die Wiederverwendung für einen Launcher mit geringer Startzahl lohnt. Das sind alles nur Vermutungen.

Offline neanuk

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Re: ArianeGroup
« Antwort #134 am: 19. Mai 2018, 19:53:26 »
Ich persönlich denke, dass der eigenständige Zugang ins All gerade angesichts der Veränderung der Weltlage in den letzten paar Jahren erheblich wichtiger geworden ist - und er viel zu wenig propagiert wird.

Gruß   Pirx

Das denke ich allerdings auch. Von daher glaube ich auch nicht, dass Ariane am Abgrund steht.
Natürlich kommen als Finanzier und Kunde schnell neue Begehrlichkeiten wenn man die Preis/Leistung der Anderen sieht. Aber welches Druckmittel hat man schon? Den eigenen Zugang wird man nicht aufgeben und ein anderer europäischer Launcher steht nicht bereit.
Natürlich hat Ariane in dieser Situation auch keine großen eigenen Ambitionen solche Entwicklungsrisiken wie die new Space Firmen einzugehen.
Eigentlich eine typische Situation bei fehlendem echten Wettbewerb.

Offline Dublone

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Re: ArianeGroup
« Antwort #135 am: 19. Mai 2018, 20:09:53 »
Aber könnte die ESA nicht auch mehr Wettbewerb fördern indem Sie es auch so ähnlich machen wie die NASA. Sprich Ausschreibungen für einen günstigen Launcher? Vieleicht würde das auch mehr new Space Firmen hervorbringen.

Offline neanuk

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Re: ArianeGroup
« Antwort #136 am: 19. Mai 2018, 21:18:35 »
Die Frage geht jetzt etwas vom Thema ArianeGroup weg und sollte wohl an anderer Stelle diskutiert werden.
Nur kurz: was hat die ESA zu bieten? Mit den 1...2...3 Starts im Jahr wird glaube ich kaum jemand hinterm Ofen hergeholt.

Offline Dublone

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Re: ArianeGroup
« Antwort #137 am: 19. Mai 2018, 21:35:28 »
Die Frage geht jetzt etwas vom Thema ArianeGroup weg und sollte wohl an anderer Stelle diskutiert werden.
Nur kurz: was hat die ESA zu bieten? Mit den 1...2...3 Starts im Jahr wird glaube ich kaum jemand hinterm Ofen hergeholt.

Ok dann die Gegenfrage: wenn nur 1...2....3 Starts im Jahr, für was dann einen eigenen Launcher? Warum nicht einen anderen Anbieter nehmen.

Ich finde es auch ok das Europa einen eignen Zugang hat. Aber warum nicht mal anders machen. Vieleicht auch mal bemannt, wer weiß.

Offline FlyRider

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Re: ArianeGroup
« Antwort #138 am: 19. Mai 2018, 22:15:28 »
Aber könnte die ESA nicht auch mehr Wettbewerb fördern indem Sie es auch so ähnlich machen wie die NASA. Sprich Ausschreibungen für einen günstigen Launcher? Vieleicht würde das auch mehr new Space Firmen hervorbringen.

Auf so eine Initiative warte ich auch schon lange.
Es ist ja nicht so, dass das Potential in Europa nicht da wäre, im Gegenteil! Ich versteh nicht, warum man bei uns nur auf ein Pferd setzt.

Offline neanuk

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Re: ArianeGroup
« Antwort #139 am: 20. Mai 2018, 01:08:56 »
Warum nicht einen anderen Anbieter nehmen.

Welchen anderen europäischen Anbieter denn?

Offline Dublone

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Re: ArianeGroup
« Antwort #140 am: 20. Mai 2018, 09:20:46 »
Warum nicht einen anderen Anbieter nehmen.

Welchen anderen europäischen Anbieter denn?

Sicher im Moment gibt es keinen. deshalb schrieb ich ja:

 "Aber könnte die ESA nicht auch mehr Wettbewerb fördern indem Sie es auch so ähnlich machen wie die NASA. Sprich Ausschreibungen für einen günstigen Launcher? Vieleicht würde das auch mehr new Space Firmen hervorbringen."


Wenn Europa einen günsigen Launcher hätte, gäbe es vieleicht auch mehr Aufträge.

Offline stillesWasser

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Re: ArianeGroup
« Antwort #141 am: 20. Mai 2018, 10:09:49 »
Die Lösung auf einen zu kleinen Markt ist doch nicht, dass man noch mehr Konkurrenten aufbaut. Vor allem nicht in der jetzigen Situation, in der überall auf der Welt neue Startanbieter entstehen und man davon ausgehen kann, dass es zu einem Preiskampf kommen wird (der ja auch bereits angefangen hat).
Man muss jetzt sehen was man hat und das als Grundlage für weitere Entwicklungen nehmen.
Auch wenn es viele nicht so sehen wie ich, ich finde die A6 ist ein wichtiger Schritt. In einer Iteration 50% Kostenersparnis zu erzielen, ist eine Leistung. Nur darf man halt nicht wieder den gleichen Fehler machen, und 20 Jahre lang Studien durchführen, ohne groß was zu ändern. Außerdem sind natürlich die Entwicklungskosten für die A6 viel zu hoch. Angeblich, weil man ja so viel neue Infrastruktur geschaffen hat, die weiterverwendet werden soll. Die Zukunft wird zeigen, ob das nur hohle Phrasen waren oder wirklich stimmt.
Die carbon fiber Oberstufe und Prometheus sind prinzipiell schon mal gute Entwicklungsschritte, die Frage ist halt, ob und wie schnell sie wirklich auf den Markt kommen. Es dürfte klar sein, dass die nächste Generation eine komplett neue Erststufe benötigt... Das bedeutet aber auch, dass man innerhalb der nächsten 10 Jahre wieder mehrere Milliarden für Launcher Entwicklung von den Mitgliedsstaaten benötigt. Meiner Meinung nach schwer zu verkaufen, wenn es nicht ein übergeordnetes Programm darum gibt. Das ist aber sowieso das typische Problem der ESA. Es wird viel Geld in die Entwicklung von Technologien investiert, es gibt aber kein Geld für Anwendungen. AUch das ist halt eher ein Problem, dass durch die Mitgliedsstaaten entsteht und nicht sonderlich überraschend ist, wenn Raumfahrt im Wirtschafts- statt im Forschungsministerium angesiedelt ist.
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline neanuk

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Re: ArianeGroup
« Antwort #142 am: 20. Mai 2018, 13:32:13 »
@Dublone: Grundsätzlich bin ich auch der Meinung Konkurrenz ist gut für den Markt, von daher verstehe ich was du sagst. Aber es sieht für mich mehr wie ein Wunsch aus. In der Realität kann die ESA momentan einfach nicht das bieten was die NASA bieten konnte, wodurch dann u.a. SpaceX entstand.

Oder anders gesagt, es müsste schon ein Unternehmen mit klarem Businesscase geben, welches eher nur eine Anschubfinanzierung braucht. Aber der Markt mit den aktuell fallenden Preisen wird auch da nicht sonderlich reizend sein.
Jedenfalls könnte ich mir nicht vorstellen warum ich für die ESA eine Rakete entwickeln sollte, bei den wenigen Aufträgen. Es gibt kein CRS wie bei der NASA, bei dem über 20 Starts in Aussicht stehen.

Offline tul

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Re: ArianeGroup
« Antwort #143 am: 24. Mai 2018, 23:00:00 »
Das Interview ist einseitig. Man sollte eine Sache nicht vergessen: Ariane Group konkurriert mit der Ariane 6 nicht nur mit SpaceX sondern auch mit der GSLV-MK3 und der H-III. Indische Startaufträge wird es für Ariane Group wahrscheinlich nicht mehr geben. Mit der H-III peilt Japan 50 Millionen Dollar pro Start an, auch wenn das stark von den Wechselkursen abhängt. Das verschärft das Problem weiter.

Was Aufträge der ESA angeht. Das Programm zur Erkundung des Weltraums ist eh immer mal wieder in finanziell schwieriger Verfassung  ::) Für das Erdbeobachtungsprogramm gilt dasselbe.  Insofern dürfte dort der Preisdruck gerade dort enorm sein. Geringere Startkosten könnten da ein starkes Argument gegen die Ariane 6 sein.

Offline tobi

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Re: ArianeGroup
« Antwort #144 am: 20. Juli 2018, 20:40:50 »
Sehr langes Interview mit Alain Charmeau in Kourou bei arstechnica:
https://arstechnica.com/science/2018/07/as-the-spacex-steamroller-surges-european-rocket-industry-vows-to-resist/

Im Westen nichts neues, kann man da nur sagen. Ah doch: Charmeau macht gerne Golf und geht schwimmen.

Ansonsten ist der Artikel eine lange Rechtfertigung, warum es keinen Bedarf zur Veränderung gibt bzw. Veränderung nicht möglich ist.
"La France et les Etats-Unis plus proches que jamais!" - "Frankreich und die USA sind sich näher als jemals zuvor." Zitat von CNES Chef Jean-Yves Le Gall am 24. April auf Twitter bei Besuch im weißen Haus bei Donald Trump - https://twitter.com/JY_LeGall/status/988845258002849792

Offline MillenniumPilot

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Re: ArianeGroup
« Antwort #145 am: 20. Juli 2018, 22:19:30 »
Zitat
“Becoming a rocket manufacturer, you cannot improvise,” Ranzo said. “You don’t build a rocket manufacturing facility from one day to another. The one who has probably done it best, Elon Musk, has taken some 15 years. We leverage the experience that comes from 50 years of work and expertise, and we are trying to use all of this heritage to come up with an offering that is competitive and flexible.”

Schockierend. Man kann es auch so ausdruecken. SpaceX hat 15 Jahre gebraucht, um als Startup ArianeSpace vom Thron zu stossen. Das BO keine Nasenbohrer sind, duerfte auch klar sein. Schlussendlich darf man davon ausgehen, dass es in Zukunft weitere Player auf den Markt schwemmt, die von vorhandenem know how profitieren und den Markt moeglicherweise noch schneller von hinten aufrollen. Man muss schon voellig realitaetsfremd sein, sich auf einen Erfahrungsvorsprung zu berufen. Den gibt es naemlich nicht mehr.

Offline tobi

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Re: ArianeGroup
« Antwort #146 am: 10. August 2018, 11:34:11 »
Eine neue Ariane-Webseite von Ariane Group:
https://www.withariane.com/de/
"La France et les Etats-Unis plus proches que jamais!" - "Frankreich und die USA sind sich näher als jemals zuvor." Zitat von CNES Chef Jean-Yves Le Gall am 24. April auf Twitter bei Besuch im weißen Haus bei Donald Trump - https://twitter.com/JY_LeGall/status/988845258002849792

Offline tomtom

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Re: ArianeGroup
« Antwort #147 am: 10. August 2018, 15:08:43 »
Nja, das ist eine reine PR-Seite, wo man eigene Fotos mit Ariane-Rakete einsenden soll und eine Reise nach Kourou gewinnen kann. Schön, aber ohne Inhalt.

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