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27. April 2017, 08:56:19
Raumcon
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Autor Thema: Russische Raumfahrt  (Gelesen 684780 mal)

Offline RonB

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3900 am: 24. November 2016, 21:38:13 »
Auch Federazia muss erst einmal fliegen. Die Ausgangsposition mit heutigem Stand ist für alle die Gleiche. Mal sehen, wie die Umsetzung der Ideen gelingt! Der Ansporn als erster auf dem Mars zu landen dürfte für alle Bewerber gegeben sein.
Und das ist gut so!
Irren ist menschlich. Je mehr man sich irrt, um so menschlicher ist man.

Offline jakda

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3901 am: 28. November 2016, 20:06:59 »
Wie schon länger angekündigt...
_____________________________
Auf mehreren Seiten wird über die nächste Generation des Transport-Raumschiffes berichtet.
Dazu ein Bild von ENERGIJA:



ROGOSIN sagte, dass es 2020 bereit ist, zur ISS zu fliegen.

http://www.energia.ru/ru/news/news-2016/news_11-24.html

Der Einsatz des SOJUS-Trägers SOJUS-2.1b ermöglicht die Erhöhung der Transportkapazität
auf 3400 kg, gegenüber der PROGRESS-MS von 2600 kg.
Stolzer Träger einer roten Mainelke, einer Raumcon-Verwarnung und anderer hoher Auszeichnungen...

Offline McPhönix

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3902 am: 28. November 2016, 23:05:54 »
Ja von der alten Produktionslinie "Doppelkugel" kommt man nun wohl doch mal weg. Wobei es natürlich verständlich ist, wenn man bewährte Produktionslinien mit einem bewährten Endprodukt natürlich nicht allzuschnell und leichtfertig aufgibt. Das darf man bei aller Freude über was Neues nicht vergessen.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Steffen

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3903 am: 29. November 2016, 00:37:43 »
Hallo


In dem Artikel auf der Energia-Seite wird beschrieben, dass man viel Bewährtes für den neuen Transporter benutzen wird. Zum Beispiel wird die Sojus/Progress Infrastruktur in Baikonur auch weiterhin benutzt. Auch technisch stammen viele Bordsysteme und konstruktive Details aus Progress MS und Progress M-UM. Eine Version mit Frachtrückführung zur Erde ist nicht vorgesehen.
Das größere Fairing der Sojus 2.1b erlaubt die größeren Abmessungen des Raumschiffs, und der Innenraum ist anders gestaltet als bisher. Der neue Transporter soll einen  zentralen freien Durchgang haben, der von Standardracks umgeben ist. So kommt man überall heran und kann das Raumschiff direkt als Lager benutzen.

Einen richtigen Namen scheint das Ding noch nicht zu haben. Es heißt ТГК ПГ (транспортного грузового корабл повышенной грузоподъемности - Transportfrachtschiff mit erhöhter Ladekapazität). Im Westen hätte man schon in der Powerpoint-Phase einen tollen Namen dafür erfunden.

viele Grüße
Steffen

PS: Bei der Nutzung von Online-Übersetzern erhält man echt komische Ausdrücke, zum Beispiel:  "Lastkraftwagen" «Fortschritt MS»  ;)

GerdW

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3904 am: 09. Dezember 2016, 14:27:49 »
Hallo,

Khrunischew (der Hersteller der Proton-M) musste offenbar im Herbst die Kontrolle über 2 wichtige Konzernteile an NPO-Energomasch abgeben.
Proton-PM in Perm, Hersteller der Triebwerke der 1.Stufe der Proton, und bisher (oder immer noch ?) zu rund 70 % im
Besitz von Khrunischew, ist jetzt NPO-Energomasch unterstellt.
Proton-PM soll nach einer Übergangsphase die RD-191 Produktion für die Angara durchführen.

Ebenso untersteht "KBKhA / Chemical Automatics Design Bureau" , Triebwerksentwickler in Woronesch,  jetzt NPO-Energomasch.



http://www.kommersant.ru/doc/2838124
http://www.kommersant.ru/doc/2832124

Und Stühlerücken
http://www.kommersant.ru/doc/2611906

Wer blickt da durch?

Das erweiterte NPO Energomasch hat jetzt eine neue Webseite.

http://engine.space/

Bei Proton-PM ist das relativ übersichtlich. Proton-PM in Perm und NPO-Energomasch arbeiten schon lange sehr gut
bei der Herstellung der RD-276 zusammen.

Dagegen sind in Woronesch die Zuständigkeiten für mich vollkommen undurchsichtig.
KBKhA gehört jetzt zu Energomasch. VMZ weiterhin zu Khrunischew.
VMZ ist Hersteller des RD-0110.
Ist KBKhA ( jetzt zu Energomasch) immernoch(?) Hersteller des RD-0124(A)? Beim VMZ wird es nicht erwähnt.

http://engine.space/dejatelnost/engines/rd-14d23-rd-0124a/

Offline Doc Hoschi

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3905 am: 28. Dezember 2016, 13:59:45 »
Igor Komarow, Direktor von Roskosmos, hat für 2017 eine Verdopplung der Raketenstarts im Vergleich zu 2016 in Aussicht gestellt: https://sputniknews.com/russia/201612281049059419-russia-roscosmos-launches/
 
Aktuell hat Russland 19 Raketenstarts (inklusive 2 Kourou-Starts) in 2016 auf dem Konto. Würde man Komarows Aussage wörtlich nehmen, wären für 2017 demnach 38 Starts angepeilt.
Ich vermute daher, dass diese Behauptung eher als generelle Motivation zu verstehen ist, wieder etwas mehr Gas bei den Raketenstarts zu geben.
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline roger50

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3906 am: 28. Dezember 2016, 14:33:15 »
Moin,

Ich vermute daher, dass diese Behauptung eher als generelle Motivation zu verstehen ist, wieder etwas mehr Gas bei den Raketenstarts zu geben.

Kann man so sehen, allerdings kann man nur starten, wenn man auch entsprechende Nutzlasten hat. Das vergangene Jahr war von der Zahl der Starts her gesehen ein negativer Ausreißer.

Seit Mitte der 90er Jahren hat Rußland immer zwischen 25 und 39 Starts durchgeführt. In der nahen Vergangenheit sah es so aus (ohne die Starts von Arianespace in Kourou, aber incl. Fehlschlägen):

2013: 35
2014: 33
2015: 26
2016: 17

Im Moment haben die beiden Arbeitspferde, Proton und Sojus, aber Probleme und sind gegrounded. Daß die Startzahl in 2016 so gering war, dürfte in erster Linie an der Proton liegen, die nur 3x abgehoben hat. So wenige Proton-Starts in einem Jahr gab es seit 1972 nicht mehr, selbst 2015 waren es noch 8 Starts.

Gruß
roger50

Offline RonB

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3907 am: 28. Dezember 2016, 17:41:14 »
Igor Komarow - Leiter von Roskosmos - hat für das nächste Jahr eine Verdoppelung der Raketenstarts gegenüber 2016 angekündigt. Detaillierte Aussagen fehlen allerdings in dieser TASS- Meldung.
Irren ist menschlich. Je mehr man sich irrt, um so menschlicher ist man.

Offline Rakete54

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3908 am: 28. Dezember 2016, 18:37:36 »
Hallo,

hier:https://ria.ru/space/20161228/1484785106.html ist die Rede von 15 Starts von Baikonur, 6 Starts von Plessetzk und 2 Starts von Svobodny, alles 2017, darin enthalten auch Flüge fürs Militär.
Die Flaute der Starts hat viele Gründe. Neue Raketenentwicklungen (Angara oder Sojus-1W) dauern zu lange, sind Jahre hinter der Planung. Durch die Embargos sind mehrere Trägerraketen nur noch vorhanden, können aber nicht mehr starten, weil Teile von Zulieferern fehlen oder nachentwickelter Ersatzteile nicht die geforderte Zuverlässigkeit haben. Wenn dann noch das wenig gewordene Budget in Großvorhaben wie neues Startgelände (1 Start im ganzen Jahr) oder neue  bzw. neu auszurüstende Startpads (zweites Sojus-2-Pad in Plessetzk)  fällig ist, bleibt die Startrate unten und alles schiebt nach hinten. Die Russen erfüllen eigentlich nur noch ihre ISS-Aufgaben pünktlich. Mal sehen, was die Ursache für den Progress war, die Sache sollte noch in diesem Jahr erklärt werden. Waren es strukturelle Probleme mit der alten Sojus-U, dann wird die letzte verbliebene Rakete wohl nicht mehr  für Progress verwendet werden, sondern die Sojus-2-1a.
Warum die Proton noch nicht fliegt ist auch nebulös. Ich kann in russischen Quellen keine Aufklärung finden. Es ist so wie früher, die anderen sind schuld.
Hoffen wir auf bessere Tage, noch ist das Potential da.

Offline GG

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3909 am: 29. Dezember 2016, 00:00:30 »

Offline AN

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3910 am: 29. Dezember 2016, 07:15:34 »
https://ria.ru/space/20161228/1484785106.html
Da steht also etwas zu den Planungen für 2017.

Von Baikonur will man 15x starten, von Plesetsk 6x und im Osten 2x.

Unter den Starts von Baikonur werden auch solche für das Militär sein.

Baiterek, also eine Startrampe für Angara-A5-Raketen in Baikonur, könnte nach einer Vereinbarung zwischen Kasachstan und Russland zustande kommen.

Darüber hinaus besteht zwischen Kasachstan und Russland im Prinzip Einigkeit darüber, Baikonur nicht aufzugeben, sondern weiterzuentwickeln. Unabhängig davon soll der Ausbau von Wostotschny weitergehen.

Canopus-B und ein Meteor-Satellit werden wohl auf Sojus-2.1A-Raketen ins All transportiert werden.

Axel

Offline Wilga35

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3911 am: 29. Dezember 2016, 07:23:51 »
Aktuell hat Russland 19 Raketenstarts (inklusive 2 Kourou-Starts) in 2016 auf dem Konto. Würde man Komarows Aussage wörtlich nehmen, wären für 2017 demnach 38 Starts angepeilt.

Von den 19 russischen Starts erfolgten immerhin 14 im ersten Halbjahr 2016. Wäre es im zweiten Halbjahr so weitergegangen, dann hätte man für das gesamte Jahr noch eine ansehnliche Startrate erreicht. Doch im zweiten Halbjahr gab es aber nur noch ganze fünf Starts, sämtlich mit der Sojus, und die gingen alle zur ISS. Ohne die ISS-Starts wäre also in Baikonur sechs Monate lang absolute Flaute gewesen.
Selbst das Militär, sonst ein verlässlicher Kunde von Satellitenstarts, absolvierte im zweiten Halbjahr 2016 nicht einen einzigen Start, und auch die Startanlagen von Plessezk (zumindest die für Satellitenstarts) waren während dieser Zeit völlig verwaist. So eine lange Startpause hat es glaube ich seit der Eröffnung von Plessezk im Jahre 1966 noch nie gegeben. Das verdeutlicht wohl erst so richtig die gegenwärtige Misere bei den russischen Startanbietern.

Offline jakda

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3912 am: 29. Dezember 2016, 10:56:35 »
Die Aussage von Wilga35 - 14 Starts im ersten Halbjahr -  erzeugt die Frage: Warum so wenig im Zweiten?
Ende 2015 waren für 2016 33 Starts geplant (ohne KOUROU).
Davon waren allein 7 Starts für GLONASS und das Militär vorgesehen, die nicht stattfanden.
Auch die DNEPR-Starts vielen flach - wegen Ukraine-Problem.
Für 2017 stehen "wieder" 32 Starts im "ausführlichen" Startkalender - nun (wie sagt der Blinde?) - wir werden sehen...

Das mit BAITEREK und ANGARA-Startplatz verstehe ich nicht.
Nach m.W. ist das das Phönix-Projekt...
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Offline AN

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3913 am: 29. Dezember 2016, 12:19:22 »
Die Aussage von Wilga35 - 14 Starts im ersten Halbjahr -  erzeugt die Frage: Warum so wenig ...

Das mit BAITEREK und ANGARA-Startplatz verstehe ich nicht.
Nach m.W. ist das das Phönix-Projekt...
Da https://de.sputniknews.com/meinungen/20120827264271294/ ist 2012 Baiterek noch als Angara-Projekt beschrieben ...

Und dort http://www.bayterek.kz/en/news/ schaut es immer noch sehr Angara-lastig aus.

Kowalski nennt aber auch eine neu zu entwickelnde Rakete namens Feniks ... . Zwischendurch hat man wohl mal auf die Zenit spekuliert.

Hm ... sagt Axel

Offline James

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3914 am: 04. Januar 2017, 22:33:11 »
Zum bevorstehenden Sojusstart vom Thread "chinesische Raumfahrt" hierhergeführt

Das ist die Twittermeldung zum kommenden Start in Plesetsk:
https://twitter.com/mod_russia/status/816331585393987588

Aber welcher?
Was hätten wir auf der Angebotsliste:
2017 - Sojus-2.1B mit Pion Nr. 901 von Plesetsk 43/4
2017 - Sojus-2.1V mit Kosmos "14F150 Nr. 2" von Plesetsk LC43/4
2017 - Sojus-2.1B/Fregat-M mit EKS Nr. 2 Tundra von Plesetsk 43/4
2017 - Sojus-2.1B mit Kosmos "Labirint Nr. 11" von Plesetsk 43/4

...zu Glonass meint jakda "nein":
2017 - Soyuz-2.1B/Fregat-M mit Glonass-M Nr. 52 von Plesetsk LC43/4
2017 - Soyuz-2.1B/Fregat-M mit Glonass-M Nr. 56 von Plesetsk LC43/4

...oder eine andere Neujahrsüberraschung?


Offline jakda

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3915 am: 05. Januar 2017, 11:54:19 »
Wäre möglich, dass es sich in PLESEZK nur um einen Test handelt...
Über die "Aufstellung" gibt es nur 2 Twitter-Meldungen.
Es hat mich sowieso gewundert, da in Russland zwischen 31.12. und 07.01. eigentlich gar nichts geht.
Na gut - bei den Militärs ist das noch etwas anders mit Feiertagen...

Zu GLONASS:
1. nicht früher als Februar 1x GLONASS-M
2. nicht früher als März 3x GLONASS-M - PROTON
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Offline jakda

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3916 am: 05. Januar 2017, 13:37:09 »
Nach einem Bericht der ISWESTIA wird voraussichtlich im Juni 2017 das Konsortium "S7" neuer Besitzer von "Sea-Lunch",
im Russischen "Morskoi Start".
Dazu soll am 12. Januar ein Vertag mit BOING unterzeichnet werden, der die "Streitigkeiten" regelt.
Das Kommandoschiff und die Startplattform werden danach in Liberia neu registriert...

http://izvestia.ru/news/654916

_____________________________________________________________________________________________
"Sea-Lunch"

Ja, ein Mittagessen am Meer, das hat was. ;)

Es wäre zu schade, das zu ändern - darum hier das Fehlend: a (na gut - noch ein "e")
« Letzte Änderung: 05. Januar 2017, 21:59:02 von jakda »
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Offline tobi

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3917 am: 05. Januar 2017, 14:19:12 »
"Sea-Lunch"

Ja, ein Mittagessen am Meer, das hat was. ;)

Offline Jörch

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3918 am: 05. Januar 2017, 21:45:22 »
"BOING" ist aber auch nicht schlecht...

Offline RonB

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3919 am: 11. Januar 2017, 16:06:32 »
Im Thread über chinesische Trägerstarts wurde erwähnt, dass die zuletzt gestartete Rakete K1 mit Gridfins gesteuert wird. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen dass auch die russische Mondrakete N1 mit Gridfins ausgestattet war. Daraufhin habe ich mir Fotos der Rakete mal genauer angesehen und siehe da - es stimmt. Allerding sind diese Gridfins meiner Meinung nach (nach optischem Anschein) nicht steuerbar, sondern warscheinlich zur Stabilisierung angebracht. Liege ich da falsch? Vielleicht hat Jemand darüber Informationen gefunden?!

Würde mich sehr interessieren.
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Offline proton01

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3920 am: 11. Januar 2017, 16:41:40 »
Im Thread über chinesische Trägerstarts wurde erwähnt, dass die zuletzt gestartete Rakete K1 mit Gridfins gesteuert wird. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen dass auch die russische Mondrakete N1 mit Gridfins ausgestattet war. Daraufhin habe ich mir Fotos der Rakete mal genauer angesehen und siehe da - es stimmt. Allerding sind diese Gridfins meiner Meinung nach (nach optischem Anschein) nicht steuerbar, sondern warscheinlich zur Stabilisierung angebracht. Liege ich da falsch? Vielleicht hat Jemand darüber Informationen gefunden?!

Würde mich sehr interessieren.
Ich hatte auch immer verstanden daß die gridfins der N1 fest montiert waren und zur Stabilisierung dienten.
Die aerodynamische Verkleidung der Soyuz hat auch griffins, welche im Falle einer Notabtrennung mit dem Fluchtturm ausklappen und ebenfalls den Flug stabilisieren. Steuerung per beweglicher gridfins ist wohl eine Technologie aus dem Militär.

Offline jakda

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3921 am: 25. Januar 2017, 07:37:49 »
Alle PROTON-Starts sind bis mindestens Sommer / Juni 2017 verschoben.
Grund dafür sind die Überprüfung aller Triebwerke.
Es sind wohl falsche Materialien beim Bau eingesetzt eingesetzt worden, die nicht den thermischen Belastungsvorgaben entsprechen.
Auch die schon in BAIKONUR vorhandenen Stufen gehen zurück an den Hersteller.
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Offline jakda

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3922 am: 26. Januar 2017, 08:21:26 »
Den Artikel von Gerhard Kowalski
http://www.gerhardkowalski.com/?p=13511
kann ich nur zum Teil nachvollziehen...
Bei RIA und TASS spricht man "nur" von der PROTON, deren Starts verschoben werden.
Nur bei Izvestia gibt es in der Überschrift auch einen Bezug zu SOJUS-Träger.
Nun kann ich auch nicht alle öffentlichen Infoquellen lesen,
aber im NovKos Startkalender sind auch "nur" die PROTON-Starts verschoben worden.
_______________________________________________________________________
Das Problem beim Triebwerkshersteller soll wohl die Verwendung von Schweiß-Lot sein, das
nicht den technischen Vorgaben und Ansprüchen entsprach. Dieses Lot wird für das Schweißen
von bestimmten Metallen, so auch Nichteisenmetalle, verwendet.

Die PROTON ist ja seit Mitte 2016 geerdet, genauer seit dem Start von INTELSAT-31.
Damals traten (wahrscheinlich) Problem beim Betrieb der zweiten Stufe auf.

CHRUNITSCHEV scheint sowieso wieder (wie schon so oft) eine Pechsträhne zu haben.
ROSKOSMOS hat das Unternehmen zu einer Strafe von 2,173 Milliarden Rubel verdonnert.
Grund sind der nicht fristgerechte Abschluss der Arbeiten zur Sauerstoff-Wasserstoff-Oberstufe (RB KVTK) für ANGARA-A5.
Dies Entwicklung sollte schon Ende 2015 fertig sein.
Ein Grund für die Verzögerung könnte in der Entwicklung des RD0146D-Triebwerkes liegen, das mit seinen
7,5 Tonnen Schub für diese Stufe vorgesehen ist.
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Offline Ldf

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3923 am: 26. Januar 2017, 22:38:08 »
Ausführlicheres bei Anatoli Zak; u.a. Eine schoene Grafik mit Proton-Statistik

http://russianspaceweb.com/proton_2017.html
(Danke - eumel - für den Link. Habe hier nachträglich nachgebessert damit der Link funktioniert.)

Das ist m. E. Keine Pechsträhne, wie oben geäußert, sondern ein systematisches Managementversagen.
« Letzte Änderung: 27. Januar 2017, 10:10:36 von Ldf »

Online -eumel-

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #3924 am: 26. Januar 2017, 22:55:44 »
Hier nochmal ein funktionierender Link zum Proton-Artikel von Anatoli Zak:

http://russianspaceweb.com/proton_2017.html
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 28. April 2017, ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

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