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20. September 2017, 02:12:58
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Autor Thema: Voyager / Pioneer 10 + 11  (Gelesen 161218 mal)

Offline McPhönix

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #625 am: 10. August 2017, 20:30:44 »
Schöner Artikel, anrührend :)
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Stefan307

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #626 am: 12. September 2017, 19:43:57 »
Toll geschrieben der Artikel, man merkt aber auch deutlich wir Menschen sind "Augentiere" seit es keine Bilder mehr gibt schwindet das Interesse an der Mission!

Mal ne ganz andere Frage:
Angeregt durch die Überlegungen New Horizion noch zu weiteren KBOs zu steuern, gab es solche Überlegungen auch bei den Yoyager Sonden? Die Tatsache das die Hydrazin Vorräte länger halten werden als als die Stromversorgung bedeutet ja auch das man die Möglichkeit für Größere Kursänderungen gehabt hätte, gerade bei Voyager 1 die ja nach dem Saturn Flyby "frei" hatte. Schon eine kleine Kursänderung nach dem Saturn hätte ja eine recht großen "Bereich" im Kuiper Belt "anfliegbar" gemacht.
Ich könnte mir allerdings vorstellen das man damals noch zu wenig über diese kleinen Objekte so weit draußen hatte?

MFG S
 

Offline Zyklotrop

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #627 am: 12. September 2017, 21:19:24 »
Von Pluto und Charon einmal abgesehen, waren zum Zeitpunkt des Saturn-Flybys 1980 keine weiteren TNO bekannt. Erst 1992 wurde mit 1992 QB1 ein weiteres TNO entdeckt, die Masse der weiteren Entdeckungen stammt zudem aus der Zeit nach 2000.   

Ein Weiterflug von Voyger 1 zum Pluto wäre übrigens möglich gewesen, allerdings nur unter Verzicht des Titan-Vorbeiflugs. Titan war allerdings ein Primärziele des Voyager-Programms, dementsprechend wurden diesbezuglichen Überlegungen beizeiten verworfen.
"That's not an astronaut, it's a TV comedian. And he was just using space travel as a metaphor for beating his wife!"

Offline Stefan307

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #628 am: 12. September 2017, 21:59:12 »
Von Pluto und Charon einmal abgesehen, waren zum Zeitpunkt des Saturn-Flybys 1980 keine weiteren TNO bekannt. Erst 1992 wurde mit 1992 QB1 ein weiteres TNO entdeckt, die Masse der weiteren Entdeckungen stammt zudem aus der Zeit nach 2000.   

Ein Weiterflug von Voyger 1 zum Pluto wäre übrigens möglich gewesen, allerdings nur unter Verzicht des Titan-Vorbeiflugs. Titan war allerdings ein Primärziele des Voyager-Programms, dementsprechend wurden diesbezuglichen Überlegungen beizeiten verworfen.

Dachte ich es  mir doch am Titan Vorbeiflug scheiterte ja auch die Reise zu Uranus und Neptun (für Voyeger 1) Voyeger 2 nach Neptun auch noch zu Pluto zu schicken verhinderte wahrscheinlich auch die Planetenkonstellation?

Es ist schon erstaunlich wie sehr sich unser Bild vom Sonnensystem in so kurzer Zeit geändert hat! Heute hat man kaum noch einen Überblick über die Zahlreichen kleinen Objekte da draußen...

MFG S


Offline Terminus

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #629 am: 13. September 2017, 07:47:14 »
Ein Vorbeiflug hätte höchstens insofern Sinn gemacht, als dass man hätte sagen können "Mankind was here". :)

Wissenschaftlich wäre es nutzlos gewesen, weil die Voyager-Sonden überhaupt nicht darauf ausgelegt sind, große Datenmengen zwischenzuspeichern und dann quasi "tröpfchenweise" zur Erde zu funken, während New Horizons von vornherein so konzipiert ist. Meines Wissens gibt es da mehrere Engpässe und ich weiß gar nicht, welche/r da entscheidend ist/sind, dass man mit Voyager keine Ziele mehr angeflogen ist:

- Die Kameras sind ausgelegt für die Bedingungen von Jupiter bis Uranus. Selbst für Neptun/Uranus mussten schon tiefgreifende Modifikationen an der Software vorgenommen werden, um überhaupt noch Bilder aufnehmen zu können.
- Nicht mehr alle Instrumente können aus Energiegründen betrieben werden bzw. funktionieren überhaupt noch, oder ihre Datenmengen sind zu groß.
- Das einzige Datenspeichermedium an Bord ist ein elektromechanischer Bandspeicher mit für heutige Verhältnisse lächerlicher Speicherkapazität. Soviel ich weiß, wird der auch gar nicht mehr benutzt, sondern die wenigen noch gewonnenen Daten werden live übertragen oder allenfalls im winzigen Arbeitsspeicher zwischengespeichert.

Offline SFF-TWRiker

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #630 am: 13. September 2017, 12:55:39 »
Von Pluto und Charon einmal abgesehen, waren zum Zeitpunkt des Saturn-Flybys 1980 keine weiteren TNO bekannt. Erst 1992 wurde mit 1992 QB1 ein weiteres TNO entdeckt, die Masse der weiteren Entdeckungen stammt zudem aus der Zeit nach 2000.   

Ein Weiterflug von Voyger 1 zum Pluto wäre übrigens möglich gewesen, allerdings nur unter Verzicht des Titan-Vorbeiflugs. Titan war allerdings ein Primärziele des Voyager-Programms, dementsprechend wurden diesbezuglichen Überlegungen beizeiten verworfen.
New Horizons hat den Neptun-Orbit relativ nahe (wenige AU) an dem Punkt geschnitten, an dem der Flyby von Voyager 2 an Neptun war. Pluto hat da also ca 25 Jahre "hinterher gehinkt". Grob geschätzt hätte Voyager 2 da 10° in die entgegengesetzte Richtung beim Flyby verlangsamt werden müssen. Bei einer Draufsicht auf das Sonnensystem von Norden also statt gegen den Uhrzeigersinn wie bei den Swingbys an Jupiter und Saturn im Uhrzeigersinn. (grob vereinfacht)
Dachte ich es  mir doch am Titan Vorbeiflug scheiterte ja auch die Reise zu Uranus und Neptun (für Voyeger 1) Voyeger 2 nach Neptun auch noch zu Pluto zu schicken verhinderte wahrscheinlich auch die Planetenkonstellation?

Es ist schon erstaunlich wie sehr sich unser Bild vom Sonnensystem in so kurzer Zeit geändert hat! Heute hat man kaum noch einen Überblick über die Zahlreichen kleinen Objekte da draußen...

MFG S
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Offline Ariane 42L

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #631 am: 13. September 2017, 13:55:47 »
Theoretisch hätten man Voyager 2 nach der Neptunpassage noch weiter zu Pluto schicken können. Das freilich hätte einen Flug tief durch die Atmosphäre des Neptun erforderlich gemacht, nur dafür war die Sonde nun einmal nicht gebaut gewesen. Und wissenschaftlich hatte es auch keinen Sinn ergeben.
Nach der Passage von Saturn war Voyager 1 nicht arbeitslos geworden. Man hatte mit ihr alle Manöver die später V2 zunächst am Neptun und später am Uranus durchgeführt hatte, simuliert.

Offline Ariane 42L

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #632 am: 13. September 2017, 14:44:00 »
Die beiden Voyager-Sonden wurden nur die Passage am Jupiter und Saturn gebaut worden. Nach der Passage am Saturn sollten die beiden Sonden abgeschaltet werden!
Damit V2 Bilder am Uranus machten konnten, musste sie neu programmiert werden.

Carl Sagan: „Blauer Punkt im All“; Weltbild Verlag, Augsburg 1999
Zitat
Wegen der geringen Lichtintensität auf Uranus und Neptun mußten die Voyager-Kameras mit langen Belichtungszeiten arbeiten. Die Sonde flog jedoch so schnell, daß die Aufnahmen verwackelt oder unscharf wurden. Die Sonde mußte sich während der Aufnahmen also gegenläufig bewegen, um die Auswirkungen der Fluggeschwindigkeit wieder auszugleichen. Das klingt recht einfach, ist es aber nicht, denn man muß selbst die geringste Bewegung neutralisieren. Bei einer Schwerkraft gleich Null kann selbst das Ein- und Ausschalten des Speicherbands die Sonde so stark erschüttern, daß die Bilder verwackeln.
Man schickte daher Befehle zu den kleinen und hochempfindlichen Korrekturtriebwerken der Sonde. Mit einer kurzen Zündung zu Beginn und am Ende der Aufnahmen kompensierten die Triebwerke durch eine winzige Drehung der Sonde die Erschütterung des Speicherbandes. Für die immer schwächer werdenden Radiosignale entwickelten die Ingenieure eine neue und bessere Methode zur Aufnahme und Übertragung von Daten. Außerdem wurden die Radioteleskope auf der Erde zusammengeschaltet, um ihre Sensibilität zu erhöhen. Insgesamt betrachtet, arbeitete das Videosystem beim Vorbeiflug an Uranus und Neptun in vieler Hinsicht besser als im Falle von Saturn oder gar Jupiter.

Nun muss gesagt werden, die Kameras waren an einen schwenkbaren Arm angebracht gewesen, nur das Gelenk liess sich nach der Passage nichr mehr bewegen. Die Korrekturtriebwerke waren für so feine Arbeiten nicht gebaut gewesen. Hinzu kamen noch die Probleme mit den Empfänger von V2.

Offline Prodatron

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #633 am: 13. September 2017, 14:47:43 »
Theoretisch hätten man Voyager 2 nach der Neptunpassage noch weiter zu Pluto schicken können. Das freilich hätte einen Flug tief durch die Atmosphäre des Neptun erforderlich gemacht, nur dafür war die Sonde nun einmal nicht gebaut gewesen. Und wissenschaftlich hatte es auch keinen Sinn ergeben.
Dann hätte man aber Triton nicht so gut untersuchen können. Der Kurs hierfür hat Voyager 2 ja dann auch aus der Ekliptik geworfen. Damit wäre eine Passage an Pluto oder irgend eines anderen KBOs sowieso unmöglich geworden, da auch der Kuipergürtel noch hauptsächlich in der Ekliptik liegt.
Voyager 1 ist bereits durch die angestrebte intensivere (und eher erfolglosere) Untersuchung von Titan aus der Ekliptik geschleudert worden.

Offline Ariane 42L

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #634 am: 13. September 2017, 14:55:48 »
...
Voyager 1 ist bereits durch die angestrebte intensivere (und eher erfolglosere) Untersuchung von Titan aus der Ekliptik geschleudert worden.

Bei der Festlegung der Flugbahnen wüsste man noch nicht, dass Titan eine Enttäuschung werden wird.


Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. November 1980
Zitat
... Der „Tag des orange leuchtenden Titan“, dem man im Raumfahrtzentrum von Pasadena (Kalifornien) mit großen Erwartungen entgegengesehen verstrich ohne Spektakel. Für eine kleine Aufregung sorgte allein die Technik ...

Offline Prodatron

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #635 am: 13. September 2017, 15:06:01 »
Das ist korrekt :)

Offline Stefan307

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #636 am: 13. September 2017, 17:50:36 »
Ein Vorbeiflug hätte höchstens insofern Sinn gemacht, als dass man hätte sagen können "Mankind was here". :)

Wissenschaftlich wäre es nutzlos gewesen, weil die Voyager-Sonden überhaupt nicht darauf ausgelegt sind, große Datenmengen zwischenzuspeichern und dann quasi "tröpfchenweise" zur Erde zu funken, während New Horizons von vornherein so konzipiert ist. Meines Wissens gibt es da mehrere Engpässe und ich weiß gar nicht, welche/r da entscheidend ist/sind, dass man mit Voyager keine Ziele mehr angeflogen ist:

- Die Kameras sind ausgelegt für die Bedingungen von Jupiter bis Uranus. Selbst für Neptun/Uranus mussten schon tiefgreifende Modifikationen an der Software vorgenommen werden, um überhaupt noch Bilder aufnehmen zu können.
- Nicht mehr alle Instrumente können aus Energiegründen betrieben werden bzw. funktionieren überhaupt noch, oder ihre Datenmengen sind zu groß.
- Das einzige Datenspeichermedium an Bord ist ein elektromechanischer Bandspeicher mit für heutige Verhältnisse lächerlicher Speicherkapazität. Soviel ich weiß, wird der auch gar nicht mehr benutzt, sondern die wenigen noch gewonnenen Daten werden live übertragen oder allenfalls im winzigen Arbeitsspeicher zwischengespeichert.

Äh Irgendwie muss das doch mit der Datenübertragung auch bei Jupiter u Saturn funktioniert haben, auch da hatte man in kurzer Zeit mehr Daten als man übertragen konnte, die Instrumente wären ja die selben gewesen, ok die Datenrate sicherlich nochmal weniger.
Die Instrumente die man für die Erforschung der Monde vorgesehen hatte Hätten sicher auch bei Pluto Erkenntnisse gebracht.
 
Die Sache mit der Ekliptik ist natürlich ein K.O. Kriterium wenn man da einmal draußen ist entfernt man sich ja rapide von allen Objekten im Sonnensystem deren Bahnen auch nur ansatzweise in der Ekliptik liegen...

So oder so muss man sich bei Flyby Sonden halt entscheiden, eine weitere Gelegenheit wie bei Orbitern gibt es ja nicht, oder wäre es denkbar durch einen "Extremen Flyby" eine Sonde auch wieder zurück zu schicken?

MFG S

Offline Ariane 42L

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #637 am: 13. September 2017, 18:51:34 »
Für die Übermittlung eines Bildes von Jupiter brauchten die Voyager-Sonden 48 Sekunden, von Uranus 13 Minuten. Durch die Änderung in der Programmierung wurde die Zeit auf 5 Minuten reduziert. Schon bei der Uranus-Passage könnten nicht mehr alle wissenschaftliche Instrumente gleichzeitig betrieben werden.
Voyager 1 sollte 4000 km an Titan vorbeifliegen, das sollte ein Höhepunkt der Mission werden, weil Titan der damals einzige bekannte Mond war, der eine dichte Atmosphäre besaß und man dachte auf ihn gibt es Leben. Dafür hatte V1 eine Flugbahn bekommen, die sie aus der Ekliptik herausgeschleudert hatte.
Beim Neptun hatte man verschiedene Möglichkeiten gehabt, um ihn anzufliegen, denn es gab kein weiteres Ziel. (rechnerisch war ein Flug zum Pluto möglich gewesen, die wissenschaftliche Ausbeute am Neptun wäre kleiner geworden und am Pluto sehr gering gewesen). Eine Möglichkeit wäre es den Planeten sehr näh zu kommen oder einer seiner Monde Triton genauer zu untersuchen.
Im Rahmen der VIM (Voyager Interstellar Mission), seit Januar 1990, wird mit beiden Sonden immer noch wissenschaftliche Arbeiten ausgeführt.

Offline Stefan307

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Re: Voyager / Pioneer 10 + 11
« Antwort #638 am: Gestern um 16:55:47 »
Weil es hier so gut dazu passt:
Grafische Darstellung der Flugbahnen der Voyager Sonden im Saturn System https://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_1#/media/File:Voyager_flight_path_Saturn.jpg

MFG S

Ps danke an Gertrud für den Link

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