In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #001 vom 1. Dezember 2001

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrnewsletter des TrekZone Networks   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #001


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Aurora-Programm

> HotSpot:
Neuer Antrieb der NASA

> Special:
Mars Odyssey 2001

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Space-Odyssey.de

> InDetail:
Gyroskop

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

ich möchte Sie herzlich zu dieser ersten Ausgabe des In Space NewsLetters begrüßen. Zu aller erst vielen Dank, dass Sie uns abonniert haben. Der Newsletter wird von den Redakteuren des Astronomie- und Raumfahrtportals Raumfahrer.net produziert. Diese Seite existiert seit August 2001 und veröffentlicht seitdem täglich aktuelle News aus Raumfahrt und Astronomie. Außerdem bietet Raumfahrer.net aktuelle Berichte aus allen Themengebieten und wird ständig von einem größeren Team ausgebaut.
Der In Space NewsLetter erscheint jeden Samstag und hält Sie über die wichtigsten Ereignisse auf der ISS, in Cape Canaveral, im Marsorbit und in Baikonour auf dem Laufenden. Um Sie aber nicht weiter vom Lesen abzuhalten, verabschiede ich mich und wünsche viel Vergnügen,

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.Net"

P.S Leserbriefe, Meinungen und Anregungen können Sie uns über das Kontaktformular am Ende des Newsletters oder durch eine E-Mail an leserbriefe@raumfahrer.net jederzeit gerne zukommen lassen.

 
 

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      News

» Beweise für Ozeane auf Callisto
30. November 2001 - Eine neue Abbildung von Galileo fügt einer Theorie neue Beweise hinzu, daß Callisto einen unterirdischen Ozean haben könte.
Die Abbildung zeigt einen Teil von Callistos Oberfläche, dem Valhalla-Basi Gebiet (Walhallbecken).
Die neue Abbildung stimmt mit einem 1990er Modell überein, das beweist, dass eine flüssige Schicht wie ein Stossdämpfer in Callisto wirken könnte. "Obwohl es viele Ungewissenheiten im Computermodellieren von Callisto gibt, ist es gut, daß diese Abbildung die vor einem Jahrzehnt aufgestellte Hypothese unterstützt. Es müssen aber noch viel mehr Beweise gefunden werden, bevor wir sicher sein können, ob Callisto wirklich einen unterirdischen Ozean hat," sagt David A. William von der Arizona Universität, Tempe.

Die Monde Europa, Ganymede und Callisto, drei von Jupiters vier großen Monden haben in erster Linie flüssige Wasserschichten. "Flüssiges Wasser ist nicht nur von Interesse über die Evolution von diesen Körpern zu erfahren, sondern auch für die biologischen Auswirkungen", sagte Johnson.
Das Leben ist auf Wasser angewiesen, aber ein Ozean auf Callisto würde nicht so viel Interesse an einer Suche nach Leben als auf Europa wecken. Ein Ozean auf Callisto wäre viel weiter unterhalb der Oberfläche als auf Europa. Es würde auch zwischen zwei Schichten Eis eingeschlossen sein, anstatt auf der Oberseite einer warmen felsigen Schicht wie auf Europa.

Callisto hat etwa die selbe Größe wie Merkur. Seine Oberfläche besteht aus Eis und Stein. Und seine Oberfläche ist regelrecht von Kratern bedeckt, mehr als jeder anderer Mond im Sonnensystem. Das bedeutet, das Callisto geologisch "tot" ist.
(
la - Quelle: NASA JPL)

» ISS: Shuttlestart verschoben
30. November 2001 - ISS- und Space Shuttle-Manager haben den Start der "Endeavour" auf den 04. Dezember verschoben.
Grund: bei dem Andocken des unbemannten Frachters "Progress 6" ist ein Fehler aufgetreten. Wir werden aktuell von dem Problem berichten.
(
rk - Quelle: NASA HQ)

» Pluto-Mission wird weiterentwickelt
30. November 2001 - Die NASA hat die Pluto - Kuper-Gürtel - Mission zur Weiterentwicklung ausgewählt. In der Planungsphase B soll nun ein Grobkonzept erarbeitet werden.
Die Ziele sind die Erforschung des erdfernsten Planeten unseres Sonnensystems und des Kuiper-Gürtels. Dies ist ein Bereich hinter Pluto, in dem Kometen und Asteroiden entstehen. Außerdem wird dort auch der Ursprung des Wassers der Erde vermutet.

Bei dieser Mission steht die NASA allerdings sehr unter Zeitdruck, da der Start der Sonde schon 2006 erfolgen muß, um einen möglichst geringen Abstand zwischen Erde und Pluto sowie günstigen "Zwischenstationen" in Form von anderen Planeten, deren Gravitation zum Antrieb genutzt wird, zu erreichen. 2020 soll die Sonde dann bei Pluto eintreffen.
(
rk - Quelle: NASA press releases)

» Venus' Gammastrahlen beobachtet
30. November 2001 - Das "Chandra"-Gammastrahlen-Observatorium der NASA hat den Planeten Venus einmal ganz anders beobachtet: nämlich die ausgesendeten Gammastrahlen.
Diese Untersuchung hat den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse über die Atmosphäre eingebracht. Außerdem hat man nun neue Möglichkeiten, unseren Nachbarplaneten zu untersuchen.

Die Venus sieht im Gammastrahlen-Licht ähnlich aus wie im sichtbaren Licht, dennoch gibt es einige Unterschiede. Wegen der Bestrahlung durch die Sonne ist nur eine Hälfte zu sehen.

Die Gammastrahlen entstehen durch die extrem hohe Sonnenstrahlung. Diese trifft auf die Atmosphäre und reißt Elektronen aus den Atomen, wobei die Energie der Atome vergrößert wird. Mit der Zeit sinkt das Energieniveau wieder. Während diesem Prozeß wird die fluoreszierende Gammastrahlung abgegeben.
(
rk - Quelle: NASA press releases)

» Erster extrasolarer Planet mit eigener Atmosphäre entdeckt
28. November 2001 - Zum ersten Mal haben Astronomen mit Hilfe des Weltraumteleskops "Hubble" bei einem um einen anderen Stern kreisenden Planeten eine Atmosphäre entdecken und analysieren können. Diese bisher einzigartige Beobachtung demonstriert, daß Hubble und andere Teleskope in der Lage sind, die chemische Zusammensetzung extrasolarer Planetenatmosphären zu ermitteln und dadurch indirekte Hinweise auf Leben außerhalb der Erde liefern zu können.
Der Planet mit ca. 70% der Jupitermasse ist ein Gasriese und umkreist den unserer Sonne sehr ähnlichen Stern HD 209458, der etwa 150 Lichtjahre von uns entfernt ist. Er wurde bereits 1999 entdeckt, da seine Schwerkraft den Stern, um den er kreist, zu einem leichten Oszillieren bringt. Als der Planet nun während seines Umlaufs von der Erde aus gesehen seinen Heimatstern bedeckte, konnte zum ersten Mal das Licht des Sterns durch die Planetenatmosphäre gefiltert beobachtet werden. Astronomen verschiedener Forschungseinrichtungen in den USA haben hierzu das Hubble-Spektrometer "STIS" genutzt.
Während der Planet seinen Heimatstern HD 209458 passiert verursacht er eine sehr geringe Abschwächung der Leuchtkraft des Sterns. Die Tatsache, daß er sich während seines Umlaufs in die Sichtlinie Erde-HD 209458 schiebt, macht ihn einzigartig unter den bisher etwa 80 entdeckten extrasolaren Planeten. Beobachtungen von Hubble und anderen erdgebundenen Teleskopen während der Transitphase haben bestätigt, daß der Planet ein Gasriese wie Jupiter oder Saturn ist. Da er von der Erde aus gesehen alle 3,5 Tage seine Sonne passiert, ist er ein idealer Beobachtungskandidat. Gleichzeitig läßt sich aus dieser extrem kurzen Umlaufdauer schließen, daß der Planet in einer Entfernung von nur ca. 6,5 Millionen Kilometer um den Stern kreist und seine Atmosphäre eine Temperatur von etwa 1.100° C aufweisen muß.
Bei der Analyse des Sternenlichts, das auf seinem Weg zur Erde die Planetenatmosphäre passiert hat, haben die Astronomen Natrium entdecken können, dies allerdings in geringerer Konzentration als vorhergesagt. Eine Interpretation hierfür lautet, daß möglicherweise Wolken in den oberen Schichten der Atmosphäre des fremden Planeten einen Teil des Sternenlichtes blockiert haben könnten. Insgesamt vier Durchläufe vor seinem Heimatstern haben die Astronomen mit Hilfe von Hubble beobachtet und dabei den charakteristischen "Fingerabdruck" von Natrium entdeckt. Obwohl auch in den äußeren Schichten des Sterns Natrium vorkommt, wurde mit Hilfe von STIS präzise der Einfluß des zusätzlichen Natriums in der Planetenatmosphäre gemessen.
Auf jeden Fall hat diese Beobachtungstechnik eine neue Phase in der Erforschung der sogenannten Exoplaneten eröffnet. Solche Beobachtungen könnten eines Tages den ersten direkten Nachweis von Leben außerhalb der Erde erbringen, indem durch sie unübliche Abwesenheiten von atmosphärischen Gasen gemessen werden, die durch das Vorhandensein lebender Organismen verursacht werden. Für die nähere Zukunft sind erst einmal weitere Beobachtungen von HD 209458 geplant, mit denen Methan, Wasserdampf und andere chemische Elemente in der Planetenatmosphäre entdeckt werden sollen. Sollten in den nächsten Jahren weitere extrasolare Planeten vergleichbarer Größenordnung gefunden werden, die ebenfalls vor ihrer Sonne entlangziehen, so erwartet das Beobachtungsteam, chemische Differenzen in den Atmosphären dieser Planeten charakterisieren zu können.
(
ms - Quelle: NASA)

» Titan-Sonde "Huygens" besteht Feuerprobe
28. November 2001 - Nach fünftägigen Tests sind sich die Missionsspezialisten sicher, daß die an Bord der NASA-Raumsonde "Cassini" zum Saturn mitreisende ESA-Sonde "Huygens" in der Lage sein wird, ihre Forschungsmission in der Atmosphäre des Saturn-Mondes Titan erfolgreich durchzuführen. Im vergangenen Jahr waren an der Mission beteiligte Wissenschaftler auf ein Problem gestoßen, das die Übermittlung der Forschungsdaten von "Huygens" zur "Cassini"-Sonde hätte verhindern können.
Nachdem die beiden Raumsonden eine Umlaufbahn um den Saturn erreicht haben, soll sich "Huygens" im November 2004 von "Cassini" trennen und mit Hilfe mehrerer Fallschirme durch die dichte Atmosphäre des riesigen Saturn-Mondes Titan sinken, um dort Meßdaten zu sammeln und einige Aufnahmen zu machen. Sollte sie den Aufprall auf der Titan-Oberfläche überstehen, sollen solange Daten und Aufnahmen übermittelt werden, bis ihre Batterien leer sind oder sich "Cassini" außerhalb der Funkreichweite befindet.
Für den Erfolg dieser Mission ist es allerdings unerläßlich, daß während des Absinkens durch die dichte Titan-Atmosphäre eine permanente Funkverbindung zwischen der Sonde und "Cassini" besteht. Diese Anforderung ist allerdings nicht einfach zu erfüllen, da die beiden Raumfahrzeuge mehr als 65.000 km voneinander entfernt sein werden und mit hoher Geschwindigkeit in verschiedene Richtungen fliegen. Sollten in der Titan-Atmosphäre starke Winde herrschen, so kann "Huygens" darüber hinaus auch mehrere hundert Kilometer von dem geplanten Kurs abgetrieben werden.
All diese Bewegungen erzeugen Verschiebungen in der Stärke und Frequenz des Funksignals, die als "Doppler-Effekt" bekannt sind. Dieser Effekt kann mit Hilfe des (berühmten) Beispiels eines LKWs verdeutlicht werden, der hupend an einem Fußgänger vorbeifährt: Solange der LKW auf ihn zufährt, werden die von der Hupe ausgehenden Schallwellen gestaucht, was zu einer höheren Frequenz führt - der Fußgänger hört einen höheren Ton. Hat der LKW ihn passiert und entfernt er sich zunehmend vom Fußgänger, so werden die Schallwellen gestreckt, die Tonfrequenz sinkt dadurch und der vom Fußgänger gehörte Ton wird tiefer.
Im vorigen Jahr entdeckten Missionsspezialisten, daß die ursprünglich geplante "Cassini"-Flugbahn aufgrund des Doppler-Effektes den Empfang der von "Huygens" übermittelten Daten unmöglich gemacht hätte. Anders als bei einem Radioempfänger ist der Frequenzbereich, den der Empfänger von "Cassini" abdeckt, sehr schmal und nicht veränderbar - treffen die Funksignale vom Titan nun aufgrund des Doppler-Effektes mit einer Frequenz bei der Raumsonde ein, die außerhalb dieses Bereiches liegen, so werden sie nicht registriert.
Als Konsequenz aus dieser Entdeckung wurde eine neue Flugbahn für "Cassini" berechnet, die zu einem weniger stark ausgeprägten Doppler-Effekt führt, so daß die "Huygens"-Funksignale von "Cassini" empfangen werden können. Vom 16. bis 21. November wurden nun mit Hilfe des "Deep Space Network" Signale zu dieser Raumsonde geschickt, die in ihrer Charakteristik denen von "Huygens" während des Herabsinkens durch die Titan-Atmosphäre zu erwartenden Funksignalen gleichen.
"Der Test hat einwandrei bestätigt, daß die Funksignale der [Huygens-] Sonde innerhalb der schmalen Bandbreite des Hugens-Empfänger an Bord von 'Cassini' fallen werden", so Huygens-Projektwissenschaftler Jean-Pierre Lebreton (ESA). "Selbst für die schlechtesten Bedingungen mit signifikanten Abweichungen von den Nominalwerten haben wir gezeigt, daß wir alle Daten der Sonde bekommen werden, die sie während ihres Herabsinkens und noch für mindestens 15 Minuten nach dem Auftreffen auf der Oberfläche zu 'Cassini' senden wird."
Ausführliche Informationen zu diesem Test und der gesamten Mission sind auf den Internet-Seiten von
"Huygens" (englisch) und "Cassini" (englisch) zu finden.
 (ms - Quelle: ESA)


» Ariane 4 gestartet
27. November 2001 - Heute am frühen Morgen ist eine Ariane 4, vom europäischen Weltraumbahnhof, in Kourou, aus gestartet.
An Bord der Ariane 4 Trägerrakete befand sich ein amerikanischer Telekommunikationsatellit, der auf einen geostationären Orbit ausgesetzt wird. Es war der 107. Start einer Ariane 4 und der 146. Start, einer europäischen Rakete, überhaupt. Hergestellt wurde der Satellit von Boing Satellite Systems.
(
sp - Quelle: ESA)

» Das Geräusch der Leoniden
26. November 2001 - Während des Sternschnuppen-Regens wurde von vielen Augenzeugen ein kaum bekanntes Phänomen wahrgenommen: Die Kometen scheinen leise, summende Geräusche zu verursachen.
Nur die Europäer hatten Pech: In der vergangenen Woche durchstreifte die Erde die Überreste eines Kometenschweifs, der alljährlich durchkreuzt wird. Er zauberte in allen Regionen, in denen im Moment Nacht war, eine Vielzahl von Sternschnuppen an den Himmel, mancherorts bis zu 10 pro Sekunde. Diese in der Atmosphäre verglühenden Gesteinsbrocken werden als Leoniden bezeichet, da aus dem Sternbild Löwe (Leon) zu kommen scheinen.
Vielerorts hatten Menschen das Gefühl, auch Geräusche zu hören, die von den Leoniden verursacht werden (
NASA-Quelle). Tatsächlich ist dies nicht der Lärm, den die Leoniden durch Überschallgeschwindigkeit und Explosionen in der oberen Atmosphäre verursachen. Grund ist eher ein Phänomen, das die Astronomen "elektrophonische Meteor-Geräusche" nennen. Lange Zeit konnte man sie nicht wissenschaftlich erklären und hielt sie für vom Gehirn hinzugedichtete Geräusche. Mittlerweile werden sie aber für real gehalten.
Nach dem Physiker Colin Keay senden in die Erdatmosphäre eintauchende Meteore neben Licht auch niederfrequente Radiowellen aus aus. Diese Wellen bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit zum Boden - und erreichen ihn daher gleichzeitig mit dem Licht der Leuchterscheinung (Sternschnuppe) den Boden. Diese Quelle niederfrequenter Radiowellen könnte also, ist sie stark genug, andere Objekte auf dem Boden zum schwingen bringen: Mit dem selben Prinzip arbeiten zum Beispiel Lautsprecher. Demnach kämen die Geräusche während des Sternschnuppenregens zwar nicht direkt von den Leoniden, werden jedoch von ihnen ausgelöst.
Ganzer Artikel (engl.)
(ku - Quelle: NASA Science )


» Erste Laserverbindung zwischen Satelliten
24. November 2001 - Am 20. November gelang es erstmals, eine Direktverbindung zwischen zwei Erdsatelliten herzustellen. Das Übertragungssignal wurde mit Hilfe von Lasern übertragen.
Die erste Laser-Satellitenverbindung wurde zwischen dem ESA-Satelliten Artemis und dem Französischen Forschungssatelliten SPOT 4 hergestellt. SPOT 4 fliegt in einer Höhe von 832 km, Artemis auf über 31000 km. Artemis wurde mit dem sogenannten SILEX-System ausgestattet, welches den optischen Datentransfer über große Strecken ermöglicht.
Über das neuartige Übertragungsverfahren ist es nun möglich, Daten der Satelliten schneller zur Erde zu übertragen. Es ist aber nur durchführbar, wenn sie in "Blickkontakt" sind, also eine direkte Laserverbidnung aufgebaut werden kann und sich nicht die Erde zwischen ihnen befindet. Die Übertragungsgeschwindigkeit des Lasers lag bei 50 Mbps (50000000 Bits pro Sekunde), was selbst für irdische Standards sehr schnell ist. Die größte technische Herausforderung ist es, die mit über 7000 m/s fliegenden Satelliten so abzustimmen, das der Laser den Partner auch trifft.
(
ku - Quelle: ESA)

» Gibt es erdähnliche Planeten?
23. November 2001 - Wie kamen wir auf die Erde? Sind wir alleine? Diese Fragen werden in zwei öffentlichen Vorträgen angesprochen.
Die öffentlichen Vorträgen -Die Suche nach erdähnlichen Planeten- finden am Donnerstag, dem 29.November am NASA's Jet Propulsion Laboratory (JPL) und am 30.November im Pasadena City College statt.

Dr.Charles Beichmann, Chefwissenschaftler der Astronomie und Physik am JPL, erörtet das NASA's Ursprung-Programm, eine Serie von Missionen auf der Erde und im Weltraum.
Ziel dieses Programm ist es, Planeten zu finden, die um andere Sterne kreisen, die vielleicht Leben beinhalten.

Die Wissenschaftler suchen nach Planeten mit demselben Bedingungen, die die Erde zu einen lebensfähigen Planeten machte, wie Wasser, die richtige Temperatur, Chemie, Größe und Dichte. Mit der gegenwärtigen Technologie können wir sehr große Planeten finden, auf denen wir aber wahrscheinlich kein Leben finden. Neue, stärkere Teleskope können kleinere, erdähnliche Planeten finden, die nicht zu heiß, nicht zu kalt, nicht zu klein und nicht zu groß um einen Stern kreisen.
"Wir suchen am Anfang erst einfache Formen des Lebens",sagte Beichman.
Der Vortrag wird auch per Internet-Stream übertragen am 29.November um 7:00 p.m. US-Zeit.
Für weitere Informationen zum Vortrag und Internet-Stream besuchen Sie die Seite
Karman Vortrag
(la - Quelle: NASA JPL)


» Solare Gaswolken auf Irrwegen
22. November 2001 - Entgegen allen Erwartungen konnte die Raumsonde "SOHO" seit 1997 mehrere tausend Gaswolken beobachten, die auf die Sonne zufallen. Angesichts der Gasströme, die permanent von der Sonne aus mit hoher Geschwindigkeit ins Weltall transportiert werden, war dies eine sehr überraschende Entdeckung.
Wie ESA-Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Astrophysical Journal Letters berichten, hat die von ESA und NASA gemeinsam betriebene Sonnensonde Gaswolken beobachtet, die entgegen der Strömungsrichtung des solaren "Sonnenwindes" auf die Sonne zustreben. Die Wolken starten in einer Höhe von bis zu 2,7 Millionen Kilometern über der Sonnenoberfläche, eine Entfernung, die etwa dem zweifachen Sonnendurchmesser entspricht. Obwohl der Sonnenwind dort mit einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/sek. von der Sonne wegströmt, kämpfen sich die Gaswolken mit 50-100 km/sek. dem Sonnenwind entgegen Richtung Sonne entlang, bis sie in einer Höhe von typischerweise 700.000 Kilometern zur Ruhe kommen.
"Ich war verblüfft als ich die Filme mit diesen Gaseinschlüssen zum ersten Mal sah", sagt Bernhard Fleck, ESA-Projektwissenschaftler für die SOHO-Mission. "Vor dieser Entdeckung durch SOHO hatte niemand die Vorstellung, daß Gas sich die falsche Richtung entlang bewegen und zurück Richtung Sonne getrieben werden könnte."
Die Gaswolken sind auf den Aufnahmen nur sehr schwer zu sehen. Erst durch Subtraktion zweier Aufnahmen, die im Abstand von 20-25 Minuten gemacht worden sind, konnten Wissenschaftler des "Naval Research Laboratory" die Gaseinschlüsse entdecken. Durch Montage mehrerer Aufnahmen hintereinander entstehen kleine Filme, auf denen die Wanderung der Gaswolken sehr gut zu sehen ist.
Obwohl die Masse der Sonne eine sehr starke Anziehungskraft erzeugt, ist dies nicht die entscheidende Kraft für die Bewegung der Einschlüsse. Die hohe Anfangsgeschwindigkeit, die sich immer weiter reduziert, bis die Bewegung schließlich zum Stillstand kommt, läßt vielmehr auf magnetische Kräfte schließen. Die Ursache für die der Sonne entgegenströmenden Gaswolken scheinen kollabierende magnetische Schleifen zu sein, die bei ihrer Bildung geladene Gasmassen in ihrem Inneren einschließen und mit sich Richtung Sonne transportieren. Diese Schleifen bilden sich an den Kontaktstellen von gewaltigen magnetischen Bögen, die die Sonnenoberfläche an einer Stelle verlassen, vom Sonnenwind weit in den Weltraum hinausgetragen werden und an anderer Stelle wieder in die Sonne hineintauchen.
Dabei haben die Wissenschaftler beobachtet, daß die Gaseinschlüsse regional gehäuft auftreten. Eine solche regionale Häufung kann über Monate bestehen bleiben. Die am SOHO-Projekt beteiligten Wissenschaftler vermuten, daß dieser "Recycling-Vorgang" des solaren Magnetfelds die Stärke des interplanetaren Magnetfelds beeinflußt, in dem sich auch die Erde bewegt. Das interplanetare Magnetfeld stellt einen Schutz gegen die hochenergetische kosmische Strahlung dar, die bei Lebewesen auf der Erde zu genetischen Veränderungen führen sowie zu Fehlfunktionen in elektronischen Komponenten führen kann. Zukünftig können die Erkenntnisse über die von SOHO entdeckten Vorgänge in dem Magnetfeld der Sonne vielleicht eine bessere Erklärung für die Veränderungen der Stärke des interplanetaren Magnetfelds liefern.
Weitere Informationen sind auf der
ESA Science Homepage sowie auf der SOHO-Internetsite verfügbar. 
(ms - Quelle: ESA)


» "Cassini" auf den Spuren Einsteins
22. November 2001 - Mit Hilfe der Raumsonde "Cassini" hoffen Wissenschaftler, die Existenz von Gravitationswellen erstmalig direkt beweisen zu können. Dieses Ziel soll durch den Nachweis minimaler Fluktuationen in der gemessenen Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs erreicht werden.
Gravitationswellen wurden auf Basis theoretischer Arbeiten erstmalig von Albert Einstein als physikalisches Phänomen postuliert. Sie entstehen, wenn durch Form- oder Geschwindigkeitsänderungen großer Massen das laut Einstein elastische Raumgefüge verzerrt wird, beispielsweise bei Supernovae oder Schwarzen Löchern. "Es ist keine Frage ob sie existieren, aber sie sind bisher nicht direkt gemessen worden", so JPL-Astronom Dr. John Armstrong. In den 70er Jahren konnte die Vorhersage indirekt bewiesen werden. Ende November beginnt nun eine 40-tägige Suche mit Hilfe der Saturn-Sonde "Cassini" und die speziell für dieses Vorhaben aufgerüstete Empfangsstation des "Deep Space Network" (DSN) in Goldstone, Kalifornien. "Wir haben es bereits früher mit anderen Raumfahrzeugen versucht, aber dieses Mal verfügen wir über neue Instrumente an Bord der Raumsonde und bei der Bodenstation, die uns eine zehn Mal bessere Empfindlichkeit bieten."
Zur Zeit ist die Raumsonde "Cassini" noch etwa 30 Monate von ihrem eigentlichen Ziel, dem Planeten Saturn, entfernt. Um die gesuchten Geschwindigkeitsänderungen messen zu können, werden von "Cassini" ausgesandte hochfrequente Radiowellen untersucht. Sollten Gravitationswellen mit einer bestimmten Wellenlänge während des Experiments das Sonnensystem passieren, so wird dies zu einer rhythmischen Streckung und Stauchung des Raumes führen, was wiederum die Entfernung zwischen der Erde und "Cassini" im gleichen Maße verändern wird. Werden solche typischen Muster gemessen, so wäre dies ein Beweis für die Existenz von Gravitationswellen und der durch sie verursachten Störungen im Raumgefüge.
Durch die Nutzung hochfrequenter Radiowellen werden Störungen durch den Sonnenwind verhindert, was eine genauere Messung der Geschwindigkeitsänderungen erlaubt. Die italienische Raumfahrtbehörde "ASI" hat als Partner dieses Experiment die dafür notwendige Ausrüstung an Bord der Raumsonde zur Verfügung gestellt. Von Seiten der NASA wurden Veränderungen an einer Empfangsantenne der Goldstone-Station des DSN vorgenommen, so daß sie die hochfrequenten Radiowellen empfangen kann und die dafür notwendige höhere Positionierungsgenauigkeit besitzt. Außer in Goldstone werden auch DSN-Antennen in Spanien und Australien an dem Experiment teilnehmen, um eine Rund-um-die-Uhr-Abdeckung zu erreichen; diese beiden Stationen werden allerdings mangels Aufrüstung nur niederfrequentere Radiosignale empfangen können, was immerhin erlaubt, Meßfehler weitestgehend zu eliminieren.
Der Zeitpunkt für dieses Experiment wurde so gewählt, daß sich die Erde in einer Linie zwischen "Cassini" und der Sonne befindet, um Störungen zu minimieren. Während der kommenden zwei Jahre wird dieses Experiment noch zwei Mal wiederholt werden. Die Auswertung der Meßdaten ist sehr langwierig und wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Sollten die Versuche erfolgreich verlaufen, so wäre der Astronomie damit ein neues Fenster ins Weltall geöffnet, das Informationen über bisher nicht beobachtbare Ereignisse zugänglich machen würde.
Die Raumsonde "Cassini" wird nach dem Vorbeiflug am Jupiter im Dezember letzten Jahres im Juli 2004 den Saturn erreichen und in einen Orbit um den Planeten einschwenken. Die an "Cassini" montierte "Huygens"-Sonde wird etwa sechs Monate später mit Hilfe eines Fallschirms auf den Mond Titan herabsinken und dabei Untersuchungen der Titan-Atmosphäre vornehmen. Details zur "Cassini"-Mission sind
hier zu finden (englisch).
(ms - Quelle: NASA)


 
 

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      Space Focus: Das Aurora-Programm von Raphael Kallensee 

Die Internationale Raumstation (ISS) wird alle teilnehmenden Raumfahrtorganisationen inklusive der europäischen ESA mindestens für die nächsten zwanzig Jahre in Anspruch nehmen. Doch was kommt danach? Welchen Kurs wird die ESA verfolgen? Es gibt noch unzählige Dinge zu erforschen und die ESA hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bei der Erforschung des Weltalls ganz vorn dabeizusein. Aus diesem Grund versucht sie, schon für die ferne Zukunft Grundsatzpläne zu schmieden.

Besonders im Blickfeld hat die ESA dabei die Erforschung unseres Sonnensystems und allem, was dazugehört. Dazu könnten bemannte Mars- und Mondmissionen gehören sowie die Erforschung von Asteroiden und vieles mehr. Um diese teilweise noch recht abstrakten Pläne zu realisieren, muß noch viel geforscht werden - so müssen zum Beispiel existierende Technologien verfeinert und effizienter gemacht werden. Vorallem sind grobe Pläne wichtig - denn wie man bei der ungeheuer langen Planungsphase der ISS gesehen hat, brauchen große Projekte viel Zeit und die Mitarbeit vieler Menschen, bis sie letztendlich realisiert werden können.

Das Aurora-Programm, welches die Grundzüge der Raumfahrt vorgeben soll, ist noch in einer frühen Phase. In den nächsten drei Jahren sucht die ESA aus rund 300 Ideen und Plänen einige heraus, die dann weiter entwickelt werden und möglicherweise später in die Realität umgesetzt werden. Die Ideen der Europäer reichen von wiederverwendbaren und fortgeschrittenen Raumfahrzeugen, interplanetare Breitbandkommunikationssysteme, lang andauernden und bemannten Missionen bis hin zur Suche nach Leben im Weltall. Wichtig ist der ESA vor allem der wissenschaftliche Nutzen und die finanzielle Realisierbarkeit. Dabei sollen möglichst auch existierende Technologien zum Einsatz kommen. "Die oberste Aufgabe von Aurora ist, bestehende Technologien zu nutzen, bevor man neue entwickelt", sagt Franco Ongaro, der eng mit den Vertretern der ESA-Mitgliedsstaaten zusammenarbeitet. "Vorallem müssen wir den technologischen und wissenschaftlichen Nutzen und unser Budget genau abwägen."

In einem Treffen, das Mitte November diesen Jahres zwischen den Raumfahrtministern der europäischen Staaten abgehalten wurde, beschloß man auch die enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Union. Weiterhin sollen die Projekte vorallem auch den europäischen Bürgern zugute kommen. So verpflichteten sich die Minister, ihren Beitrag zum Bau des europäischen Navigationssystems Galileo zu leisten. Die endgültige Entscheidung hängt bei den EU-Verkehrsministern, die im Dezember tagen.

 
 

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      HotSpot: Der neue Antrieb der NASA von David Langkamp 

VASIMR - In 3 Monaten zum Mars?
Die NASA arbeitet derzeit an einem neuartigen Plasmaantrieb, welcher die Reise zum Mars in nur 3 Monaten ermöglichen würde.
Somit würde VASIMR ("Variable Specific Impulse Magnetoplasma Rocket") die Flugdauer zum roten Planeten auf weniger als die Hälfte der von herkömmlichen Antrieben benötigten Zeit verkürzen, was die Reise für die Astronauten in Anbetracht der Strahlung und der Schwerelosigkeit erheblich gesünder und sicherer machen würde.

Das neue Antriebssystem besteht aus 3 Kammern. Die erste Kammer hat die Aufgabe Wasserstoff zu ionisieren. In der zweiten Kammer werden die Teilchen dann von Radiowellen - ähnlich einer Mikrowelle - in Schwingung versetzt und so auf mehrere Millionen Grad erhitzt.
Die dritte Kammer ist eine Art magnetische Düse, welches das Plasma vom Raumschiff abstößt und so den Schub erzeugt. Durch die magnetische Düse läßt sich auch der Schub auch gezielter steuern und auf die Bedürfnisse des Fluges einstellen.

VASIMR wird am "Johnson's Advanced Space Propulsion Laboratory" unter der Leitung von Franklin Chang-Diaz entwickelt. "Als Vorläufer des Fusionsantriebs ist VASIMR eine schnelle und kraftreiche Antriebsarchtitektur," so Chang-Diaz.

Während der 3-monatigen Reise zum Mars würde ein Raumschiff die ersten 6 Wochen Schub geben und in der 2. Hälfte der Reise die Geschwindigkeit dann wieder droßeln. Chemische Antriebsformen bräuchten etwa 7 bis 8 Monate zum Mars und würden einen großen Teil der Zeit einfach im Raum driften.

Auch auf dem kommerziellen Sektor erhofft man sich mit VASIMR Chancen - Satelliten könnten einfacher im Erdorbit auf ihre Bahn positioniert werden.
Die Umsetzung des VASIMR-Antriebs ist von eine Reihe von Technologien abhängig, die laut Chang-Diaz für das Projekt entwickelt würden. Dies beinhalte auch bei Weltraumtemperatur supraleitende Magneten, kompakte Anlagen zur Stromerzeugung sowie robuste Radiowellengeräte um das Plasma zu erhitzen.
Ob VASIMR im Angesicht der derzeit angespannten Haushaltslage der NASA sowie der technischen Herausforderungen realisiert werden kann erscheint leider momentan fraglich.  

 
 

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      Special: Mars Odyssey 2001 von Michael Stein 

Ursprünglich sollte in diesem Jahr eine Sonde auf den Weg zum Mars gebracht werden, die außer einem Orbiter auch einen Lander beinhaltete. Aufgrund der beiden 1999 fehlgeschlagenen Mars-Missionen sah sich die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA jedoch gezwungen, ihr Marsforschungsprogramm zu überdenken. Ein erstes Ergebnis dieser Restrukturierung war die Entscheidung, 2001 auf den geplanten Lander zu verzichten und dadurch das Risiko eines weiteren Fehlschlags zu reduzieren. Da die NASA nach den vorangegangenen Mißerfolgen sowie erheblichen Budgetüberschreitungen unter einem starken Rechtfertigungsdruck steht, hätte ein Scheitern von "2001 Mars Odyssey" die Finanzierung des gesamten zukünftigen Marsforschungsprogramms gefährdet.
 
Der Erfolgsdruck war also für das Odyssey-Team beim NASA-eigenen "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) sowie für Lockheed Martin, den Hersteller der Marssonde, von Beginn an enorm. Am 7. April diesen Jahres startete Odyssey mit Hilfe einer "Delta II"-Rakete von Cape Canaveral aus zu ihrer mehr als sechsmonatigen Reise zum Mars. Der mit Hilfe einer an der Außenhülle der Rakete montierten Videokamera in spektakulären Bildern festgehaltene Start verlief solchermaßen perfekt, daß die ursprünglich für den 16. April geplante erste Kurskorrektur entfallen konnte.
 
Während des Transits zum Mars wurden sämtliche Instrumente an Bord der Raumsonde überprüft und kalibriert. Die Infrarotkamera nahm erste Bilder von Erde und Mond auf, und Ende April wurde auch das Strahlenmeßinstrument MARIE in Betrieb genommen, um fortan die auf Odyssey einwirkende Strahlenbelastung zu ermitteln - Daten, die später einmal bei der Planung einer bemannten Marsmission hilfreich sein werden. Seit Mitte August reagiert MARIE allerdings nicht mehr auf Kommandos der Bodenstation, und erst nach Erreichen der endgültigen Umlaufbahn um den Mars im Februar 2002 werden weitere Versuche unternommen, um das Gerät wieder in Betrieb zu nehmen. Bis auf diese Fehlfunktion sowie kleinere Probleme mit der für die Navigation wichtigen "Sternenkamera" an Bord von Odyssey verlief der Transit zum Mars problemlos. Insgesamt waren weniger und kleinere Kurskorrekturen als erwartet während des Fluges zum Mars notwendig, was dem späteren Betrieb der Sonde im Marsorbit zugute kommen wird: für notwendige Kurs- und Lagekorrekturen im Marsorbit werden dadurch größere Treibstoffmengen als geplant zur Verfügung stehen.
 
Während des Odyssey-Flugs wurde auch eine relativ neue Methode zur Positionsbestimmung getestet, die mit Hilfe zweier Bodenstationen des "Deep Space Network" der NASA die Position der Marssonde relativ zur (bekannten) Position eines Quasars ermittelt kann. Diese "delta-DOR"-Methode hat den Vorteil, daß sie - in Verbindung mit den bisher angewandten Verfahren - die Genauigkeit der Positionsbestimmung deutlich erhöht.
 
Am Morgen des 24. Oktober schließlich erfolgte die gut 20-minütige Zündung des Haupttriebwerks von "2001 Mars Odyssey", wodurch die Geschwindigkeit der Sonde soweit reduziert wurde, daß sie von der Gravitation des Mars eingefangen und in eine zunächst stark elliptische Umlaufbahn gezwungen werden konnte. Wie die NASA auf einer Pressekonferenz anschließend mitteilte, wurde der anvisierte Zielpunkt für den Eintritt in den Marsorbit um weniger als einen Kilometer verfehlt - angesichts der bis dahin zurückgelegten Distanz von über 460 Millionen Kilometer eine grandiose Leistung der Odyssey-Navigationsmannschaft beim JPL.
 
Die Erleichterung über den erfolgreichen Verlauf des riskanten Manövers war zwar bei allen Beteiligten sichtbar groß, aber viel Zeit zum Entspannen blieb nicht: "Der Eintritt in den Marsorbit ist das kritischste Ereignisse während der Mission, und wir sind froh, daß es hinter uns liegt", so Odyssey Mission-Manager David A. Spencer. "Wir können uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die Aerobraking-Phase wird eine herausfordernde Rund-um-die-Uhr-Operation sein, die von uns ständige Reaktionen auf die Veränderung der Marsatmosphäre erfordert." Beim sogenannten "Aerobraking" fliegt die Sonde während mehrerer hundert Umläufe jedes Mal durch die obersten Schichten der Marsatmosphäre, um mit Hilfe der "Sonnensegel" den Luftwiderstand auszunutzen und die Geschwindigkeit und damit auch den marsfernsten Punkt der Umlaufbahn kontinuierlich zu reduzieren. Das für Ende Januar 2002 angestrebte Ziel ist eine kreisförmige Umlaufbahn von 400 km Höhe, was mit dieser Methode ohne den Einsatz des kostbaren Treibstoffs erreicht werden kann.
 
Erst wenn auch dieses zur Zeit laufende Manöver erfolgreich abgeschlossen ist, kann "2001 Mars Odyssey" ihre eigentliche Aufgabe beginnen und mit Hilfe der an Bord befindlichen Instrumente wissenschaftliche Daten sammeln. Die Infrarotkamera THEMIS wird Aufnahmen der Marsoberfläche im sichtbaren und infraroten Bereich des Spektrums machen, um die Verteilung von Mineralien mit großer Genauigkeit zu ermitteln. Der Gammastrahlen-Spektrometer GRS soll nach zwanzig verschiedenen chemischen Elementen sowie nach Eis und Wasser in den oberen Bodenschichten des Mars suchen. Die Daten dieser beiden Instrumente werden neben Informationen über die chemisch-geologische Beschaffenheit der Marsoberfläche auch neue Anhaltspunkte liefern, wo sich interessante Landeplätze für zukünftige Marsmissionen befinden. Das dritte Instrument an Bord von Odyssey, MARIE, soll wie bereits erwähnt die Strahlenbelastung messen, mit der zukünftige Marsbesucher zu rechnen haben.
 
Wenn die Phase der wissenschaftlichen Beobachtung Ende 2003 wie geplant abgeschlossen ist, wird Odyssey anschließend als Relaisstation für die Mars-Rover der NASA sowie den Mars-Lander "Beagle 2" der ESA dienen, deren Landung auf dem Mars für Anfang 2004 geplant ist. Auf den Seiten unseres "2001 Mars Odyssey"-Special werden wir Sie auch weiterhin ständig über aktuelle Entwicklungen dieser Mission informieren.

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Die Vorbereitungen auf die Ankunft des Shuttles "Endeavour", das die neue Crew zur Internationalen Raumstation (ISS) bringt, nahmen in dieser Woche einen Großteil der Zeit der "Expedition Three"-Crew in Anspruch.

Am Montag startete die unbemannte russische Versorgungskapsel "Progress 6" vom kasachischen Weltraumbahnhof "Baikonur Cosmodrome". Nach einem etwa zweitägigen, automatisierten Flug dockte sie an einem Andockplatz am "Zvezda"-Modul an. Die Kapsel enthält etwa eine Tonne an Nahrung, Treibstoff und anderem Equipment für die "Expedition Four"-Crew, die in wenigen Tagen auf der Station eintreffen wird.

Nach dem Andocken der Kapsel trat in den Stationssystemen ein Fehler auf. Im Normalfall schaltet die Station beim Andocken beispielsweise einer Versorgungskapsel ihre Stabilisationssysteme kurz ab. Nachdem das Vehikel am Andockport befestigt ist, gehen die Stabilisationssysteme wieder online. Letzteres blieb allerdings aus: die Station driftete weiterhin ohne Kontrolle um die Erde. Die Crew schaltete daraufhin einige Stationssysteme ab, um Energie zu sparen, da die Solargeneratoren nicht optimal arbeiteten. Schließlich konnte das Stabilisationssystem und alle abgeschalteten Systeme wieder aktiviert werden.

Die Flugkontrolle suchte eifrig nach dem Grund für diese Panne. Mittlerweile entdeckte man, dass ein Bauteil das korrekte Andocken verhinderte. Aus diesem Grund wird die "Expedition Three"-Crew am Montag einen Weltraumspaziergang durchführen, um dieses Bauteil zu entfernen und das korrekte Andocken zu ermöglichen.

Diese Panne machte auch ein Verschieben des "Endeavour"-Starts nötig: das Shuttle wird nun erst am 04. Dezember starten.

 
 

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      Surftipp: Space-Odyssey.de von Karl Urban 

Space Odyssey ist eine der größten deutschsprachigen Astronomie- und Raumfahrtseiten. Die hohen Besucherzahlen der Seite sind auch gerechtfertigt: Space Odyssey bietet alles, was man von einer guten Seite des Genres erwarten kann. Nachdem der Browser das umfangreiche Navigationsmenü geladen hat, findet man Vielzahl von Astronomie- und Raumfahrtthemen, die darauf warten, erkundet zu werden. Um die Größe dieses Artikels nicht zu sprengen, gibt es hier einen kleinen Einblick in die Themengebiete von Space Odyssey:
Im Menüpunkt Sonnensystem finden sich alle neun Planeten und deren größte Monde wieder. Unter Daten und Fakten lassen sich alle relevanten Zahlen zu den Gestirnen ablesen. Die wichtigsten Galaxien und Nebel lassen sich ebenso erforschen wie die Raumfahrtmissionen. Im Space Simulator lassen sich Raumflüge bekannter Sonden vor Ort erleben. Zu guter letzt bietet der Space Guide einen Überblick über alle Themen der Seite. Neben einem eigenen Newsletter bietet Space Odyssey auch ein gut besuchtes Forum, ein Lexikon, einen Chat und vergibt eigene Awards.
Einziger Minuspunkt ist das etwas zu umfangreich geratene Menü, das jedoch durch den Inhalt vollkommen ausgeglichen wird. Insgesamt ist Space Odyssey auf jeden Fall einen Besuch wert.

 
 

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      InDetail: Das Gyroskop von Michael Stein 

Gyroskope sind unverzichtbare Bestandteile der Lagekontrollsysteme von U-Booten, Flugzeugen und Raumfahrzeugen, da sie es ermöglichen, Lageveränderungen wahrzunehmen. Traditionell wurden Gyroskope in Form rotierender Scheiben oder Räder realisiert, die aufgrund des sogenannten "Gyroskopischen Effekts" das Bestreben haben, ihre aktuelle Ausrichtung beizubehalten. Diesen Effekt kann man sehr gut nachvollziehen, indem man die Achse eines rotierenden Rades festhält und dann eine Lageveränderung dieser Achse vornimmt. Dabei wird eine in anderer Richtung wirkende Kraft spürbar: Das rotierende Rad versucht, die ursprüngliche Ausrichtung beizubehalten.

Verändert sich nun die Lage einer Raumsonde, so reagiert ein Gyroskop an Bord auf die Bewegung der Sonde ebenfalls mit einer Eigenbewegung, die der Bewegung des Raumfahrzeugs entgegengerichtet ist. Durch Messung dieser Eigenbewegung des Gyroskops kann der Bordcomputer Stärke und Ausrichtung der Lageveränderung ermitteln und falls erforderlich durch die Zündung von Steuerdüsen Lagekorrekturen veranlassen.

Das "Hubble"-Weltraumteleskop verfügt beispielsweise über sechs Gyroskope, wobei jeweils zwei die Lageveränderungen entlang einer der drei Achsen des Satelliten kontrollieren (dabei wird eigentlich nur ein Gyroskop je Achse benötigt, das andere dient als Reserve). Die rotierenden Scheiben der Gyroskope haben einen Durchmesser von weniger als fünf Zentimeter und drehen sich 19.200 Mal pro Minute. Einen großen Fortschritt gegenüber diesen Systemen stellen neue "OnChip"-Gyroskope dar. Dabei handelt es sich um eine dünne, kleeblattförmige Silikon-Struktur, die auf einem nur wenige Millimeter großen Chip montiert ist und permanent sehr schnell vibriert. Ändert sich die Lage des Chips, so verändert sich auch die Vibration der Silikon-Struktur. Dies wird gemessen und erlaubt einen Rückschluß auf die zugrundeliegende Stärke und Ausrichtung der Lageveränderung.

Die Lebensdauer eines Raumfahrzeugs oder Satelliten wird oft durch die Lebensdauer seiner Gyroskope begrenzt. Fallen sie aus, so sind Richtung und Ausmaß von Lageveränderungen nicht mehr feststellbar. Auch hierfür ist das "Hubble"-Weltraumteleskop ein gutes Beispiel. Da dort im Laufe der Jahre immer mehr Gyroskope ausgefallen waren, mußte der Betrieb des Teleskops im November 1999 eingestellt werden; erst nach Austausch der defekten Gyroskope Ende des gleichen Jahres durch eine "Space Shuttle"-Besatzung im Rahmen einer Wartungsmission konnte "Hubble" wieder in Betrieb genommen werden.

Die europäische Weltraumbehörde ESA hat in diesem Jahr bei ihrem Erdbeobachtungssatelliten "ERS-2" erstmalig ein Verfahren zur Lagebestimmung angewendet, das ohne Gyroskope auskommt und dadurch die weitere Nutzung des Satelliten ermöglicht, obwohl alle Gyroskope an Bord ausgefallen sind. Bei diesem Verfahren werden die Daten optischer Beobachtungsinstrumente sowie eines Radars an Bord von "ERS-2" genutzt, um die Lage des Satelliten festzustellen. Nach diesem erfolgreich verlaufenen Test wird die Anwendung der neuen Methode zur Lageermittlung bei anderen Satelliten in Erwägung gezogen, um auch deren Lebensdauer über die ihrer Gyroskope hinaus zu verlängern.

 
 

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"In Space Newsletter" #001

Erscheinungsdatum:
1. Dezember 2001
Auflage: 183 Exemplare


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Jens Renner

Chefredaktion:
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Michael Stein

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Redaktion:
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