In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #002 vom 8. Dezember 2001

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #002


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Mit New Horizon zum Pluto

> HotSpot:
Shuttletank als Raumstation?

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
NASA Living in Space

> InDetail:
Gravitationswellen

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

harte Arbeit und viele durchgemachte Nächte haben sich gelohnt: Der Newsletter kam schon mit der ersten Ausgabe gut bei Ihnen an. Dies wollen wir natürlich beibehalten. Deswegen finden Sie hier auch heute alle aktuellen News der Woche, einen interessanten Space Focus zur Pluto-Sonde der NASA, einen Hotspot, einen neuen Surftipp sowie einen Einblick ins Lexikon der Raumfahrt und Astronomie in unserer Rubrik InDetail.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Für Leserbriefe, Meinungen und Anregungen steht Ihnen das Kontaktformular des Newsletters bereit.

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.Net"


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Umfrage
: Befürworten Sie Kürzungen bei anderen NASA-Forschungsmissionen zugunsten einer Pluto-Sonde?

Ja!
Nein!

      Umfrage / Updates

  • Mitarbeiter gesucht! Wir brauchen für die Betreuung unserers Portals weitere Mitarbeiter. Sie können die Verantwortung über eine Rubrik übernehmen und sie nach eigenen Vorstellungen ausbauen. Schreiben Sie nicht so gern, kennen sich aber im Netz gut aus? Betreuen Sie unseren Webguide! mail!
  • Newsletterarchiv: Mit dem Start des In Space Newsletters startet nun auch ein Archiv, in dem Sie alle bisher erschienenden Ausgaben nachlesen können. go!

 
 

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      News

» Bredest Studienphase 1 fast beendet
» Seelöwen, Seebullen und Satelliten
» ISS: Space Shuttle "Endeavour" mit "Expedition Four"-Crew gestartet
» Jason 1 wird auf Start vorbereitet
» ISS: Start der "Endeavour" erneut verschoben
» Genesis beginnt die Mission
» ISS: Raumspaziergang nach Progress-Panne
» Mars Odyssey: Status
» ISS: Bauteil verhinderte Andocken


» Bredest Studienphase 1 fast beendet
07. Dezember 2001 - Im August dieses Jahres startete die ESA, CNES und NASDA die erste Periode einer Studie, die sich mit dem Auswirkungen der Schwereslosigkeit auf den Menschlichen Körper befasst.
Lange Aufenthalte in der Schwereslosigkeit beeinflussen den menschlichen Körper, wie z.B. Muskelschwund und Knochenschwund.
Bei der "Bredest"-Studie mussten sich 14 männliche Freiwillige 90 Tage in ein Bett liegen, das seitlich um 6 Grad geneigt war, die beste Neigungsposition, um bestimmte Wirkungen der schwerelosen Umgebung im Weltraum zu simulieren.

Durch die Studie haben die Wissenschaftler eine Menge an Daten sammeln können. Die Studie wird mit einer zweiten Gruppe, die gegenwärtig ausgesucht wird, fortgeführt, während die erste Gruppe ihr normales Leben vor Weihnachten wiederaufnehmen kann.
(
la - Quelle: ESA)

» Seelöwen, Seebullen und Satelliten
07. Dezember 2001 - Biologe Jeremy Sterling von der National Oceanic and Atmospheric Administration National Mammal Laboraty in Seattle und andere Forscher haben die Seelöwen und Seebullen zehn Jahre lang mit Hilfe von Satelliten studiert.
Das Alaska Ökosystem Programm hatte den Zweck, Seebullen und Seelöwen im Golf von Alaska und am Bering See zu beobachten.
Mit einem Sender, der an den Rücken eines Tieres befestigt ist, und Signale an das Argos Instrument sendet, können die Wissenschaftler den Pfad der Meeressäugetiere verfolgen, wie es hunderte von Kilometer schwimmt, um nach Nahrung zu suchen. Das Argos Instrument befindet sich auf dem Polar-Orbiting Satellite der Ozeanischen und Atmosphärischen Verwaltung.
Jetzt verbinden die Wissenschaftlern ihre Informationen darüber, wohin die Tiere gehen, um Nahrung zu finden, mit Daten von anderen Satelliten (Topex/Poseidon).

Weniger als 40.000 Seelöwen gibt es heute noch und gehöhren damit zu einer gefährdete Art.
Von den Seebullen gibt es nur noch 1.000.000 in US-Wassern.
Das Alaska Ökosystem Programm soll die Gesundheit, Sterblichkeit und die Grundlebensgeschichte der Tiere erforschen - wo sie leben, wie sie sich vermehren, wie ihre Verfassung ist. Aus diesem Ergebnissen können die Wissenschaftlern besser Entscheiden, wie man am besten die Tiere schützt.

"Wir möchten, das die Anzahl der Seelöwen und Seebullen wächst und das ihnen gut geht", sagt Sterling, "aber leider nimmt beides ab. Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, warum das so ist. Gibt es eine klimatische Änderung? Gibt es eine Krankheit? Sind die Tiere nicht in der Lage, sich zu vermehren? Bekommen sie nicht genug Nahrung? Hat es eine Änderung in der Nahrungsbasis gegeben?".

"Wir verwenden eine Menge verschiedener Methoden, um herauszufinden, was die Ursachen sind", sagt Sterling.
"Mitglieder unserer Forschungsgruppe gehen hinaus und zählen die Tiere, beachten dabei die jahreszeitliche und jährliche Änderungen, wiegen Jungen. Satelliten sind ein anderes Werkzeug".

Während Satelliten Informationen darüber geben, wohin die Tiere für Nahrung gehen, wollen die Forscher mehr über die Umgebung wissen, wo die Seelöwen und Seebullen nach Nahrung suchen.
"Wir wollen begreifen, warum die Tiere zu bestimmten Bereichen gehen und was ihre Entscheidungsfindung beeinlusst", sagt Sterling.

Weiter Informationen über das Alaska Ökosystem Programm finden Sie
hier.
(la - Quelle: NASA JPL)


» ISS: Space Shuttle "Endeavour" mit "Expedition Four"-Crew gestartet
06. Dezember 2001 - Nachdem der Start zunächst wegen eines technischen Problems an einem ISS-Andockstutzen und dann wegen schlechten Wetters zweimal verschoben werden mußte, ist die amerikanische Raumfähre "Endeavour" gestern abend um 23:19 Uhr (MEZ) vom Kennedy Space Center aus zur Internationalen Raumstation gestartet. Die wichtigste Aufgabe dieser Mission ist die Ablösung der ISS-Besatzung, die seit dem 12. August dort ihren Dienst versieht.
Die neue Mannschaft besteht aus dem russischen Kosmonauten Juri Onufrienko, der bis zur geplanten Ablösung Anfang Mai 2002 die Stelle des Kommandanten auf der ISS einnehmen wird, sowie den beiden amerikanischen Astronauten Carl E. Walz sowie Daniel Bursch. Alle drei neuen ISS-Besatzungsmitglieder sind nicht zum ersten Mal im All: Während die beiden US-Astronauten an jeweils drei Space Shuttle-Missionen teilgenommen haben, kann Juri Onufrienko sogar auf einen mehr als halbjährigen Aufenthalt auf der ehemaligen russischen Raumstation "MIR" im Jahre 1996 zurückblicken.
 
Mit dem Versorgungsmodul "Raffaelo" werden wie bei jedem Shuttle-Flug Versorgungsgüter und Ersatzteile zur Raumstation gebracht. Weiterhin ist ein Außeneinsatz zweier Besatzungsmitglieder der "Endeavour" von der Raumfähre aus vorgesehen, bei dem neben vorbereitenden Arbeiten für eine spätere Shuttle-Mission auch die Montage von zwei Schutzblechen durchgeführt werden soll. Die Schutzbleche sollen den elektromechanischen Antrieb, der für die automatische Nachführung der beiden großen ISS-Solarzellenflügel sorgt, vor zu starker Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung bewahren. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme, weil diese automatische Nachführung zeitweilig ausfiel.
 
"Endeavour" wird am Freitag gegen 20:00 Uhr (MEZ) an der Internationalen Raumstation andocken. Die Rückkehr zur Erde mit der ISS-Expedition Crew 3 ist für den Sonntag der kommenden Woche geplant. Natürlich werden wir Sie über die aktuellen Ereignisse während dieser Shuttle-Mission auf dem Laufenden halten. Weitergehende Informationen sind auf unseren
ISS-Schwerpunktseiten sowie auf der ISS-Internetsite der NASA (englisch) zu finden.
(ms - Quelle: NASA)


» Jason 1 wird auf Start vorbereitet
06. Dezember 2001 - Der französisch-amerikanische Forschungssatellit "Jason 1" soll am Freitag in die Erdumlaufbahn starten.
Der Satellit ist bereits in einer Delta-II-Rakete befestigt und steht in der "Vandenberg Air Force Base" in Kalifornien zum Start bereit.

Ziel der Untersuchungen ist die Aktivität der Ozeane und die Interaktion derselben mit der Atmosphäre.
(
rk - Quelle: NASA JPL)

» ISS: Start der "Endeavour" erneut verschoben
05. Dezember 2001 - Der Start des Shuttles "Endeavour" und damit der Start der neuen "Expedition Four"-Crew ist erneut um einen Tag verschoben worden.
In letzter Sekunde wurden die Startvorbereitungen abgebrochen. Grund war dieses Mal das schlechte Wetter. Sollten die Bedingungen dieses Mal einwandfrei sein, so wird das Shuttle am morgigen Mittwoch abheben und seinen Weg zur Internationalen Raumstation antreten.
(
rk)

» Genesis beginnt die Mission
04. Dezember 2001 - Die NASA Sonde Genesis begann gestern mit dem sammeln von Sonnenpartikeln
Mit seinem ausgefahrenen Collector fängt die Sonde Partikel des Sonnenwindes ein. Von der Auswertung der Daten erhoffen sich die Wissenschaftler, Informationen über die Entstehung unseres Sonnensystems. Dies soll noch bis zum Jahre 2004 so weitergehen. Anschließend wird die Sonde die eingefangenen Partikel zur Erde zurückbringen. Geleitet wird die Mission vom NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena.
(
sp - Quelle: NASA JPL )

» ISS: Raumspaziergang nach Progress-Panne
03. Dezember 2001 - Die Trümmerteile vor einer der ISS-Schleusen wurden beseitigt. Der Progress 6-Frachter konnte nun andocken.
Der Pilot der "Expedition Three" Vladimir Dezhurov und Flugingenieur Mikhail Tyurin waren in der Lage, die Trümmer von einem der Dockingmodule der ISS zu entfernen. Dadurch wurde das Andocken des Progress-Transporters 6 erlaubt.
In zwei Stunden und 45 Minuten beseitigten die Astronauten einen Gummiring, der wahrscheinlich von Progress 5 verloren wurde, der am 22. November abgedockt hatte. Der erfolgreiche Weltraumspaziergang sichert den planmäßigen Space Shuttle-Start STS-108 am Dienstag. Er musste zuvor wegen der Trümmer auf diesen Tag verschoben werden.

Related Links:
Internationale Raumstation
Space Shuttle

(ku - Quelle: NASA)


» Mars Odyssey: Status
02. Dezember 2001 - Die Flugkontrolle für die NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey berichtet, dass sie Umkreisungsperiode auf zehn Stunden reduziert hat. Bisher läuft alles nach Plan.
Die Sonde wurde seit ihrem Eintreffen am Mars durch ein "Aerobraking"-Manöver gebremst. Bei jeder Umrundung sinkt dadurch die Geschwindigkeit. Das Manöver setzt allerdings eine relativ geringe Flughöhe von 103 km bis 15300 km voraus.
"Odyssey bewegt sich tatsächlich auf eine völlig unerforschte Region des der nördlichen Atmosphäre des roten Planeten zu, die auch 'polarer Strudel' genannt wird", sagt John Smith, ein Mitglied des Odyssey Navigations-Teams und Mitentwickler des "Aerobraking"-Verfahrens. "Diese Erlebnis hat zur Folge, dass wir eine Vielzahl neuer atmosphärischer Daten empfangen können sowie täglich neue Erfahrungen beim Aerobraking sammeln."
Die Raumsonde hat bisher 55 Flüge durch die obere Marsatmosphäre durchgeführt. Zwölf Manöver wurden dabei angeordnet, um die Höhe und den korrekten Orbit beizubehalten.

Related Links:
2001 Mars Odyssey Sonderseite

(ku - Quelle: NASA JPL)


» ISS: Bauteil verhinderte Andocken
01. Dezember 2001 - Das Andocken des unbemannten Versorgungsvehikels schlug fehl, weil ein Bauteil, das im Weg war, das Manöver verhinderte.
Die Crew wird nun einen außerplanmäßigen Weltraumspaziergang durchführen, um das Teil zu entfernen.

Die Hintergründe zur Panne auf der ISS und weitere Informationen finden Sie im
ISS Weekly Report, den Sie heute nur auf unserer Website oder im neuen In Space NewsLetter finden.
(rk)


 
 

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      Space Focus: Der schwierige Weg zum Pluto von Michael Stein 

Nachdem die NASA die weitere Entwicklung einer Pluto-Forschungsmission im Jahr 2000 aus finanziellen Gründen überraschend gestoppt hatte, scheinen die heftigen Proteste aus der internationalen Wissenschaftsgemeinde Wirkung gezeigt zu haben. Vor einigen Wochen hat der US-Kongreß 30 Mio. US$ für das Fiskaljahr 2002 bewilligt, die für die weitere Entwicklung einer neu konzipierten Pluto-Kuiper-Gürtel-Mission verwendet werden sollen.
 
Schon lange existieren Pläne für eine Mission zum einzigen noch nicht von einer Raumsonde besuchten Planeten unseres Sonnensystems. Die Entwicklung einer solchen Mission lief bereits einige Jahre lang unter dem Namen "Pluto-Kuiper Express" (PKE), federführend war das NASA-eigene "Jet Propulsion Laboratory" (JPL). Es war geplant, eine Raumsonde am Planeten Pluto vorbeifliegen zu lassen, dabei Daten und Aufnahmen von ihm und seinem Mond Charon zu machen und schließlich im zweiten Teil der Mission Objekte im sogenannten "Kuiper-Gürtel" zu untersuchen. Zusammen mit zwei weiteren Missionen bildete der PKE ein Programm zu Erforschung des äußeren Sonnensystems.
 
Die NASA stoppte jedoch im September 2000 alle drei Missionen dieses Programms, da die Kosten aus dem Ruder zu Laufen begannen. Die Vermutung liegt nahe, daß die seinerzeit schon virulenten Budgetüberschreitungen bei den amerikanischen Leistungen für die Internationale Raumstation die Entscheidung für diesen Schritt begünstigt haben.
 
Der Protest vieler Wissenschaftler nach Bekanntwerden des Stopps der PKE-Mission war sehr stark. Immer wieder wurde Unverständnis darüber geäußert, daß ausgerechnet diese sehr zeitkritische Mission gestoppt worden war: Einerseits tritt nur alle paar Jahre eine Planetenkonstallation auf die es erlaubt, die Anziehungskraft des Jupiter für einen Flug zum Pluto zu nutzen und so die Reisezeit für eine Raumsonde signifikant zu reduzieren; andererseits entfernt sich Pluto auf seiner stark elliptischen Umlaufbahn seit 1990 wieder von der Sonne, was etwa ab 2020 aufgrund der sinkenden Temperaturen auf dem Himmelskörper zu einem Gefrieren der Planetenatmosphäre führen wird, wodurch Untersuchungen zur Zusammensetzung dieser Atmosphäre für etwa zweihundert Jahre unmöglich werden (erst dann nähert sich Pluto wieder soweit der Sonne, daß sich erneut eine Atmosphäre bilden kann).
 
Nicht zuletzt aufgrund dieses starken Engagements für eine Pluto-Mission hat die NASA dann im Dezember 2000 verschiedene Universitäten und Organisationen aufgefordert, Vorschläge für eine neue Pluto-Mission zu unterbreiten. Im Sommer diesen Jahres wurden dann zwei Designstudien ausgewählt, die jeweils 450.000 US$ erhielten, um ihre Vorschläge in den folgenden Monaten weiter auszuarbeiten. Ende November wurde dann die Entscheidung für das "New Horizon"-Projekt bekanntgegeben. Die von verschiedenen amerikanischen Universitäten, Forschungsinstituten sowie dem JPL gemeinsam erarbeitete Missionsstudie sieht vor, entweder im Dezember 2004 oder im Januar 2006 eine Sonde unter Ausnutzung der Gravitationskraft des Jupiter zu Pluto und seinem Mond Charon zu schicken, wo sie je nach Startdatum und gewählter Flugroute zwischen 2014 und 2018 eintreffen soll. Wie schon bei der vormals geplanten PKE-Mission ist ein Vorbeiflug an diesen beiden Himmelskörpern mit eingehenden Untersuchungen geplant, bevor die Sonde weiter zum sich außerhalb der Pluto-Umlaufbahn anschließenden Kuiper-Gürtel fliegen soll, wo dann einige Jahre später einige der diesen Gürtel ausmachenden, asteroidenähnlichen Himmelskörper untersucht werden sollen.
 
Die nun bewilligten Geldmittel sind natürlich nur ein Teilbetrag der für diese Mission auf insgesamt 500 Mio US$ veranschlagten Kosten. Erst durch sie sind allerdings die anvisierten Starttermine überhaupt noch realisierbar, vorausgesetzt natürlich, daß die NASA auch nach Abschluß der nun begonnenen zweiten Projektphase die "New Horizon"-Mission immer noch befürwortet. Die Raumsonde soll über verschiedene Beobachtungsinstrumente verfügen, mit deren Hilfe die globale Geologie und Morphologie von Pluto und seinem Mond Charon charakterisiert, die Zusammensetzung ihrer Oberfläche ermittelt und die Pluto-Atmosphäre untersucht werden soll. Angesichts unserer immer noch sehr rudimentären Kenntnisse über diesen Planeten und seinen Mond - wobei viele Astronomen mittlerweile der Ansicht sind, daß Pluto eher als ein Bestandteil des Kuiper-Gürtels denn als ein Planet bezeichnet werden sollte - bleibt nur zu wünschen, daß die nun ausgewählte Mission auch tatsächlich und termingerecht umgesetzt werden wird.

 
 

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      HotSpot: Shuttle-Tanks zum Bau von Raumstationen? von David Langkamp 

Die externen Tanks des Space Shuttles sind mit 47 Metern Länge und 8,4 Metern breite größer als das Shuttle selber. Die Tanks, ohne Treibstoff, wiegen über 35 Tonnen - dies ist mehr als der US Orbiters an Nutzlast in den Erdorbit bringen kann.

Kurz vor Erreichen des Orbits werden die Tanks, welche dem Shuttle mit etwa 720 Tonnen Treibstoff (Wasserstoff und Sauerstoff) zum Start verholfen haben, ausgeklinkt und das Shuttle fliegt ohne seinen "External Tank" weiter. Dieser sinkt in seiner Umlaufbahn und verglüht schließlich in der Atmosphäre des blauen Planeten. Eine Wiederverwertung ist somit nicht möglich.

Durch die großen Kosten des Transports in den Erdorbit und den damit verbunden enormen Kosten zum Bau von Raumstationen und orbitalen Einrichtungen, ist diese Verschwendung ins Visier einiger Kritik geraten. Statt die 35 Tonnen hochwertigen Aluminiums "wegzuwerfen" könnte man sie im Orbit belassen und einer sinnvollen Verwendung zuführen. Die Tanks sind sehr stabil und leicht gefertigt. 100%ig für den Einsatz auf dem Weg in den Orbit konzipiert und vor allem: Ihr Transport in den Orbit würde nichts kosten, da sie sowieso mit jedem Shuttleflug in den Orbit gebracht werden und die benötigte Energie um sich im Orbit zu halten dadurch schon so gut wie ganz mitbringen.

Seit den 70er Jahren gibt es Ideen und Pläne die Externen Tanks zu nützen. Das öffentliche Interesse an der Idee wurde durch Gerard K.O'Neill publik. O'Neill schlug eine Verwendung des Aluminiums als Grundmaterial für den Bau von Einrichtungen im Weltraum vor.
Im Gespräche befand sich auch die externen Tanks als Weltraumteleskope oder als Raumstationen. Mehrere Tanks, welche über ein Hub um ein Zentrum rotieren, könnten riesige Raumstationen mit künstlicher Schwerkraft ermöglichen.
Sogar die Möglichkeit die Externen Tanks für Habitate auf Asteroiden oder Monden zu verwenden, wurde angedacht.

Auch wenn einige der Studien, aus denen diese Ideen stammten, nur sehr oberflächlich waren, gingen manche sehr ins Detail und arbeiteten das Thema aus. Eine Übersicht der verschiedenen Ideen finden Sie übrigens hier.
Es kam sogar zur Unterzeichnung mehrerer "Memoranda of Understanding" zwischen NASA und Industrie.

In einem zusammenfassenden Papier der NASA von 1999 kommt die NASA allerdings zu keinem positiven Erkenntnis bezüglich des Einsatzes der Externen Tanks im Orbit. Auch wenn die Technologie für die Wiederverwertung der Tanks im Orbit auf Basis der Pläne der letzten 20 Jahre vermutlich heute verfügbar ist, was allerdings nicht gesichert ist, benötige die Verwendung des Tanks im Orbit Modifikationen. So bräuchten die Tanks z.B Temperatursteuerung, Lagekontrolltriebwerke und Lebenserhaltungssystem. Dieser große Grad an Änderungen würde auch einen großen Kostenfaktor bedeuten.

Hier sieht die NASA andere Konzepte im Vorteil. Aufblasbare, volumen-, gewichts- und kostensparende Bauteile für Raumstationen wie zum Beispiel das Transhab könnten besser verwirklicht werden als ein Einsatz der externen Tanks. Fraglich bleibt überhaupt, ob die Externen Tanks weiterbestehen. Aufgrund der großen Kosten arbeitet die NASA derzeit nämlich an wiederverwertbaren Alternativen zum "Wegwerf-Tank", welche billiger sein sollen.

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Im Rahmen eines zweieinhalbstündigen Weltraumspazierganges haben zwei Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) einen Dichtungsring entfernt, der ein korrektes Andocken der Versorgungskapsel unmöglich machte. Kurze Zeit später rasteten die Mechanismen korrekt ein und das Versorgungsschiff war fest mit der Station verbunden.

Am Mittwoch dann startete das Space Shuttle "Endeavour" endlich mit mehrtägiger Verspätung vom US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral. Zuletzt war es dann das Wetter, dass einen Start unmöglich machte. Unterwegs wurden schon Vorbereitungen auf die kommende Mission getroffen: so startete man Computer, testete die Luftschleuse und den Roboterarm.

Die Mission wird wie folgt verlaufen: in einem vierstündigen Weltraumspaziergang werden zwei Astronauten am Montag neue Temperaturblenden über den Motoren installieren, die für die Bewegung der Solarzellen und damit die Anpassung an die Position der Sonne zuständig sind. Später wird ein Crewtausch durchgeführt, in dem die "Expedition Three"-Crew auf die "Endeavour" und die neue "Expedition Four"-Crew auf die ISS wechseln wird. Nach dem Ausladen von etwa drei Tonnen Versorgungsgütern aus dem italienischen Logistikmodul "Raffaello" wird die "Endeavour"-Crew gemeinsam mit der "Expedition Three"-Crew, die bereits mehrere Monate im All ist, zur Erde zurückkehren.

 
 

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      Surftipp: NASA Living in Space von Karl Urban 

Bekanntlich ist die Website der NASA in viele kleine Teilseiten gegliedert, die sich wegen der Fülle an Informationen nur schwerlich alle erkunden lassen. Ein kleines Highlight im NASA Network ist Living in Space und deshalb unserer Surftipp der Woche.
Was essen Astronauten im All? Wie müssen sie sich kleiden? Wie arbeiten Sie? Hat ein Astronaut auch Freizeit? - Mit diesen Fragen beschäftigt sich NASA Living in Space. Die Seite ist sehr übersichtlich gestaltet und mit ausreichend wenigen Informationen angereichert. Jede der vier Rubriken (Weltraumessen, -kleidung, -arbeit, -freizeit) wartet mit einem thematischen Text, einigen Bildern und einem kleinen Quiz auf.
Fazit: Gerade wenn man weniger Ahnung von Raumfahrt hat, ist NASA Living in Space einen Besuch wert. Einziger Wehrmutstropfen: Die Seite ist komplett in Englisch...

 
 

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      InDetail: Gravitationswellen von Michael Stein 

Die Gravitationswellen sind eines der Phänomene, die Albert Einstein im Rahmen seiner 1915 veröffentlichten Allgemeinen Relativitätstheorie vorhersagte. Einstein hat sie als Krümmungen des Raum-Zeit-Gefüges beschrieben, die sich ausgehend von Störungen in diesem Gefüge mit Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen verbreiten. Solche Störungen sind Ereignisse, an denen sehr massereiche Objekte beteiligt sind, wie beispielsweise Kollisionen von Schwarzen Löchern oder Sternen.
 
Bis heute konnten Gravitationswellen experimentell trotz jahrzehntelanger Versuche nicht nachgewiesen werden. Neue Experimente arbeiten mit Laserstrahlen, die es ermöglichen sollen, Laufzeitveränderungen aufgrund von durchlaufenden Gravitationswellen zu messen. Die Schwierigkeit des Nachweises liegt in den unvorstellbar kleinen Dimensionen der Veränderungen, die solche Experimente messen sollen. Dadurch wird es extrem schwierig, sämtliche Ungenauigkeiten, die im Versuchsaufbau selbst begründet sind, wie auch Einwirkungen durch andere Effekte zu eliminieren.
 
Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Golm bei Potsdam haben beispielsweise berechnet, daß beim Zusammenprall zweier Scharzer Löcher mit zehn bzw. 15 Sonnenmassen nach der Allgemeinen Relativitätstheorie etwa ein Prozent ihrer Gesamtmasse in Form von Gravitationswellen ausgesendet werden soll. Obwohl diese Energiemenge unvorstellbar groß wäre - die gesamte von unserer Sonne in den letzten fünf Millarden Jahren freigesetzte Strahlung würde demgegenüber nur etwa ein Tausendstel davon repräsentieren -, würden die daraus resultierenden Gravitationswellen in unserem Sonnensystem nur noch verschwindend kleine Effekte hervorrufen. Dies liegt daran, daß sich ihre Stärke mit zunehmender Entfernung vom Zentrum der Störung immer weiter reduziert und solche kosmischen Ereignisse (glücklicherweise) meistens sehr weit von unserem Sonnensystem entfernt stattfinden. Bei dem gerade zitierten Beispiel würde eine Strecke von einem Kilometer Länge durch die Gravitationswellen nur um weniger als ein Tausendstel des Durchmessers eines Protons kurzzeitig verändert werden.

 
 

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"In Space Newsletter" #002

Erscheinungsdatum:
8. Dezember 2001
Auflage: 266 Exemplare


Herausgeber und V.i.S.d.P.:
Jens Renner

Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Christian Ackermann
Raphael Kallensee
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)

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