|
"In Space Newsletter" Ausgabe #003
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Neptun, der achte Planet
> HotSpot:
Transhab - Die aufblasbare Raumstation
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
Astronomy Picture of the Day
> InDetail:
Kuiper-Gürtel
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
|
Verehrte Leserinnen und Leser,
es ist spät und ich bin müde. Eigentlich gibt es nur einen Grund, warum ich noch wach bin: Sie. Natürlich möchte ich Ihnen noch den neuen In Space Newsletter präsentieren, bevor ich ins Bett gehe. Um es kurz zu machen, verabschiede ich mich. Wir freuen uns wie immer über Ihre Kommentare und Anregungen.
Karl
Urban
Chefredakteur
"In Space - The Raumfahrer.Net"
PS: Wollen Sie selbst bei Raumfahrer.Net einsteigen, mitarbeiten und Verantwortung übernehmen? Klicken Sie hier.
|
|
|
Umfrage: Befürworten Sie Kürzungen bei anderen NASA-Forschungsmissionen zugunsten einer Pluto-Sonde?
|
- Mitarbeiter gesucht! Wir brauchen für die Betreuung unserers Portals weitere Mitarbeiter. Sie können die Verantwortung über eine Rubrik übernehmen und sie nach eigenen Vorstellungen ausbauen. Schreiben Sie nicht so gern, kennen sich aber im Netz gut aus? Betreuen Sie unseren Webguide! mail!
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|
Space Focus: Neptun, der achte Planet |
von Karl Urban | |
Neptun, der achte Planet des Sonnensystems, wurde nicht am Teleskop, sondern
am Schreibtisch "entdeckt". Dabei entdeckte man eigentlich nur eine
störende Masse, die auf einen weiteren großen Planeten schließen
ließ. So berechneten John Couch Adams und Urbain Jean Joseph Leverrier
unabhängig voneinander die Uranusbahn. Gottfried Galle und sein Assistent
Heinrich D'Arrest fanden ihn schließlich nahe der berechneten Position
am 23. September 1846.
Bahn des Neptun
Neptun läuft in 165 Jahren einmal um die Sonne - auf einer annähernd
kreisförmigen Bahn. Er hat mit 49424 km Durchmesser eine ähnliche
Größe wie Uranus. Im gleichen Jahr wie Uranus wurde auch sein erster
Mond - Triton - entdeckt. Den zweite Trabant fand man 1949, Voyager 2 fand beim
Vorbeiflug 1989 sechs weitere.
Zusammensetzung und Aufbau
Die Atmosphäre des Gasriesen besteht - wie für diese Planetenklasse
üblich - hauptsächlich aus den Gasen Wasserstoff und Helium. Außerdem
sind Methan und Ammoniak nachgewiesen worden. Die Farbe des Planeten ist ein
helles blau. Besonders auffällig an der Neptunatmosphäre sind weiße
Wolken, die sich der Sonde Voyager zwei zeigten, sowie ein große dunkler
Fleck (gigantischer Wirbelsturm) ähnlich wie beim Jupiter. In 16 Stunden
und 3 Minuten rotiert Neptun um sich selbst. Der große dunkle Fleck rotiert
in nur 18 Stunden um den Planeten. Dies ist ein Indiz für gewaltige Windgeschwindigkeiten
in der Atmosphäre. Bei Beobachtungen des Hubble Space Telescope 1995 ließ
sich der große dunkle Fleck allerdings nicht mehr aufspüren. Die
Neptunatmosphäre hat eine Temperatur von etwa -190°C, was ausreicht,
dass Methan Flocken bilden kann und zur Bildung der weißen Wolken beiträgt.
Neptun besitzt wie Saturn und Uranus ein Ringsystem, das aber eher vergleichbar
mit den ebenfalls unscheinbaren Ringen des Uranus ist.
Weitere Infos zu Neptun, seinen Monden und den anderen Planeten finden Sie in unserer Astronomie-Rubrik auf Raumfahrer.net.
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|
HotSpot: Transhab - Die aufblasbare Raumstation |
von David Langkamp | |
Während bisher alle Module der Raumstationen aus festen metallischen Werkstoffen erstellt wurden, könnte sich dies mit dem Transhab Wohnmodul der NASA ändern. Als erstes aufblasbares Modul könnte Transhab 6 Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation als Lebensraum im Orbit dienen. Von den Schlafzimmern bis zum Fitnessraum würde das Modul ihnen so einen angenehmen und sicheren Aufenthalt an Bord der ISS ermöglichen.
Aufgrund ihrer Bauweise sind aufblasbare Module sehr leicht und benötigen weitaus weniger Stauraum an Bord der Trägerrakete und böten so für eine Reise zum Mars sowie dem Aufenthalt dort großes Potential.
Entfaltet wäre das Transhab an der ISS dreimal größer als die anderen Module und würde somit den Stauraum der ISS verdoppeln. Der Aufbau aus mehreren dutzend verschiedener Materialschichten macht das Transhab sehr stabil. Tests zeigten, dass es Schutz vor Weltraummüll-Einschlägen mit mehr als 15 500 Meilen die Stunde bietet. Durch das innovative Hüllendesign würden Projektile mit einem Durchmesser von 2/3 inch nicht einmal die innere Kevlarschutzschicht der Hülle erreichen. Aus diesem superstarken Kevlar bestehen übrigends auch schusssichere Westen.
Das Transhab Konzept entstand 1997 am Johnson Space Center der NASA auf der Suche nach einem möglichen Design für Wohnmodule auf einem Transit zum Mars.Die Vorteile für den Einsatz als Modul auf der ISS wurden schnell erkennbar und die Entwicklung auf dieses Einsatzgebiet fokusiert.
Im Septemer 1998 wurde das Transhab in einem gigantischen Wassertank des JSC getestet. Im November folgte dann ein Test in der riesigen Vakuumkammer des JSC - einer der größten der Welt.
Die aus fast 2 Dutzend Schichten bestehende Hülle des TransHabs ist stärker als Metall. Mit einer Dicke von etwa einem drittel Meter kann sie Einschlägen mit der 7-fachen Geschwindigkeit von Kugeln standhalten. Die Hülle ist so gebaut, dass Körper immer mehr an Energie verlieren, je tiefer sie einschlagen. Einige Schichten sind aus super-festem Kevlar gefestigt. Die äußeren Schichten schützen die inneren, welche aus einem Radiergummi-ähnlichen Material bestehen und die Luft im Modul halten. Auch den extrem Temperaturen im Weltraum soll die Hülle in dieser Form standhalten können.
Leider ist die Finanzlage der NASA zur Zeit sehr angespannt, was auch das Transhab Projekt gefährdet.
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|
ISS Weekly Report |
von Raphael Kallensee | |
In dieser Woche ereigneten sich an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) viele Dinge. Nach dem Andocken des Shuttles und einigen ersten Vorbereitungen auf die Mission startete der Prozeß des Crewaustausches: nach und nach wurde die "Expedition Three"-Crew durch die neue "Expedition Four"-Crew ersetzt.
Mit Hilfe des Roboterarms des Shuttles wurde das Logistikmodul "Raffaello" aus der Ladebucht des Shuttles gehoben und an einen Andockport am "Unity"-Modul befestigt. Darauf begann die Crew, 3 Tonnen an Versorgungsgütern wie Kleidung, Nahrung, wissenschaftliches und technisches Equipment auszuladen und auf der Station zu verstauen.
Anfang der Woche nahm man sich dann frei, um noch einmal den Opfern der Terroranschläge am 11. September zu gedenken. Allein 6000 kleine US-Flaggen wurden im Shuttle mit ins All gebracht: sie sollen beim Abdocken in den Weltraum gestreut werden.
Dann wurde es aber Zeit für die letzten Vorbereitungen auf den Weltraumspaziergang, bei dem Anfang der Woche ein Hitzeschutz an den Solarzellen angebracht wurde. Er soll die Überhitzung der Motoren verindern, die für die effektivste Neigung der Solarflächen entsprechend der Sonneneinstrahlung sorgen müssen. Nach dem erfolgreichen Verlauf des Weltraumspaziergangs begann auch eine Serie von drei Reboosts, bei denen man die Station mit Hilfe der Shuttle-Triebwerke in einen höheren Orbit schob.
Gegen Ende der Woche beschloß man dann, die Mission um einen Tag zu verlängern, um genüged Zeit für die Erfüllung der verbleibenden Aufgaben zu haben. Die Crew begann mit der Wartung und Kontrolle der Stationssysteme. Ein Air-Conditioning-System im Zvezda-Modul wurde ausgewechselt. Auch das Ausladen des "Raffaello"-Moduls machte Fortschritte: nachdem das Equipment auf der Station war, begann man mit dem Befüllen des Vehikels mit Müll und nicht mehr benötigten Gegenständen, die dann wieder zurück zur Erde fliegen, um dort entsorgt zu werden. Nachdem diese Arbeiten beendet wurden, konnte das Logistikmodul von der Station getrennt und wieder in der Ladebucht des Shuttles platziert werden.
Gegen Ende der Woche war dann auch der Crewtausch vollständig abgeschlossen. Während zwei Zeremonien wurde das vollständige Kommando an die "Expedition Four"-Crew übergeben.
Related Links:
Internationale Raumstation
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|
InDetail: Kuiper-Gürtel |
von Michael Stein | |
Nachdem verschiedene Astronomen bereits in den 40er Jahren vermutet haben, daß sich jenseits der Neptunbahn ein Gürtel mit asteroidenähnlichen Objekten befinden könnte, formulierte der Gerhard Kuiper 1951 weitergehende Überlegungen zur Existenz eines solchen Gürtels. Nachdem diese Theorie jahrzehntelang keine weitere Beachtung gefunden hatte, wurde sie durch die Bahnbeobachtungen kurzperiodischer Kometen (mit einer Orbitperiode von maximal 200 Jahren) in den 80er Jahren zunehmend populärer. Es stellte sich heraus, daß die beobachteten Bahnen vieler Kometen dieser Gruppe am einfachsten zu erklären waren, wenn man von der Existenz eines abgeflachten "Kometenreservoirs" an der Ekliptikebene jenseits von Neptun ausging.
Im Jahr 1992 gelang die erste direkte Beobachtung eines "Kuiper Disk-Objektes" (KDO). Der planetenähnliche Himmelskörper "1992QB1" hat einen Durchmesser von ca. 250 km und ist damit und den bisher entdeckten eines der größeren Kuiper Disk-Objekte. Man geht heute davon aus, daß der Kuiper-Gürtel bis zu einer Entfernung von ca. 50 AE (= Astronomische Einheiten, ca. 150 Mio. km) reicht. Die Gesamtzahl aller KDOs liegt nach neuesten Schätzungen bei etwa 250 Millionen, die zusammen über 10 bis 30 Prozent der Erdmasse verfügen sollen. Aufgrund der exzentrischen Umlaufbahn und anderer typischer Merkmale sehen viele Astronomen mittlerweile auch Pluto nicht mehr als einen Planeten, sondern als größtes bisher entdecktes Mitglied des Kuiper-Gürtels an.
Durch Störungen, die von den äußeren Planeten unseres Sonnensystems und hierbei besonders von Neptun ausgehen, gelangen immer wieder einzelne KDOs vom Kuiper-Gürtel in das innere Sonnensystem, wo sie dann als Kometen in Erscheinung treten. Für die Astronomen ist der Kuiper-Gürtel so interessant, weil die KDOs "unverfälschtes" Material aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems darstellen. Die NASA prüft derzeit die Realisierung einer Pluto-Mission unter dem Namen "New Horizon", die nach der Pluto-Passage auch Beobachtungsdaten über KDOs sammeln soll. Falls diese Mission zustande kommt, ist die Ankunft bei Pluto bis 2020 vorgesehen.
|
|
|
"In Space Newsletter" #003
Erscheinungsdatum:
15. Dezember 2001
Auflage: 285 Exemplare
Herausgeber und V.i.S.d.P.:
Jens Renner
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Christian Ackermann
Raphael Kallensee
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
|
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|
Kontakt / Impressum / Disclaimer |
TrekZone Network
"In Space - The Raumfahrer.net" ist die Raumfahrtrubrik des TrekZone Networks. Herausgeber und ViSdP ist Jens Renner.
Copyrights
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede
unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.
Newsübernahme
Die Übernahme von Newsmeldungen - sowohl in deren ganzer
Form wie auch sinngemäß - ist nur für gedruckte Publikationen erlaubt. Wir bitten dabei ausdrücklich
um die Nennung unseres Namens (Quellenangabe), "Raumfahrer.net", und einen
Verweis auf unsere Webseiten unter http://www.raumfahrer.net.
Betreibern von Internet-Seiten ist die Übernahme von Newsmeldungen
ohne schriftliche Genehmigung des Redaktionsleiters (E-Mail an david.langkamp@trekzone.de) streng untersagt.
Das Umschreiben von Newsmeldungen stellt - wie die ganzheitliche
Übernahme einer Meldung - eine Verletzung unserer Rechte dar. Wir behalten
uns vor, gegen derartige Fälle rechtlich vorzugehen.
Links
Gemäß eines Urteiles des Landgerichts (LG) Hamburg vom 02. Juni 1998 -
Aktenzeichen 312 0 85/98: "Haftung für Links" - distanzieren sich die
Redaktion des TrekZone Networks sowie sämtliche an der Produktion Beteiligte
hiermit von Aussagen und Inhalten gelinkter Seiten. Jegliche rechtlichen
und gesetzlichen Verstöße auf diesen waren zum Redaktionszeitpunkt nicht
bekannt. Aus diesem Grund sind wir nicht verantwortlich bzw. haftbar für
Probleme oder Schäden in jeglicher Form, die durch Existenz, Kenntnis,
Besuch oder Nutzung gelinkter Seiten entstehen.
Abmeldung
Eine sofortige Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit unter Raumfahrer.net möglich. Bei Problemen hierbei können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an webmaster@raumfahrer.net wenden.
Powered by Jens Renner und Fabian Zimmermann GbR.
|
|