In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #004 vom 22. Dezember 2001

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #004


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Das VLT übertrifft das Hubble

> HotSpot:
Deep Space 1: Das Ende einer Odyssee

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Space Frontier Foundation

> InDetail:
Inklination

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

es ist vollbracht! Das Jahr 2001 neigt sich seinem Ende entgegen, die berliner Schulferien haben endlich begonnen und gestern durfte ich das Filmereignis des Jahres erleben: Der Herr der Ringe. Auch wenn der Film vielleicht nicht ganz so wissenschaftlich wie dieser Newsletters ist, sollte man ihn auf jeden Fall gesehen haben.
Nun aber zu Thema: Im heutigen In Space Newsletter erwartet sie unter anderem ein Space Focus, der sich mit dem europäischen Very Large Telescope beschäftigt. Dieses hatte vor kurzem das Hubble Space Telescope übertroffen. Außerdem fasst Michael Stein für Sie die in dieser Woche für beendet erklärte Mission der Sonde "Deep Space One" als Hotspot zusammen. Die ISS musste vor einer alten russischen Raketenstufe ausweichen. Wenn Sie zu allem Überfluss auch noch wissen wollen, was zum Teufel "Inklination" bedeutet, sollte ich Sie vielleicht nicht weiter vom Lesen abhalten.

Ich wünsche Ihnen im Namen der gesamten Redaktion ein schönes Weihnachtsfest!

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.Net"

 
 

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Umfrage
: Befürworten Sie Kürzungen bei anderen NASA-Forschungsmissionen zugunsten einer Pluto-Sonde?

Ja!
Nein!

      Umfrage / Updates

  • aktuelle Hotspots Wöchentlich informieren wir Sie in einem Hotspot des In Space Newsletters über akuktuelle und interessante Themen. Jetzt können Sie all diese Artikel, die mit Bildern ergänzt wurden, auf Raumfahrer.Net abrufen. go!

 
 

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      News

» Hubble sendet Grüße
» Wettbewerb "Raumfahrt und Design"
» Zuckermoleküle in Meteoriten entdeckt
» Umladearbeiten gehen weiter
» Endeavour-Landung nach Plan
» "Deep Space One"-Mission erfolgreich beendet
» Endeavour-Crew tritt Rückreise an

» Hubble sendet Grüße
21. Dezember 2001 - Wie eine farbige Urlaubskarte aussehend, zeigt diese neue Abbildung einen vibrierenden in den Farben grün und rot aussehenden Nebel
Diese Abbildung zeigt den Nebel NGC 2080, aufgenommen von NASAs Weltraumteleskop "Hubble".
NGC 2080, mit den Nicknamen "Der Geistkopfnebel" ist eines von dem Gebieten der Sternformierungsregion südlich von 30 Doradus Nebel in der großen Magellanic Wolke. 30 Doradus ist der größte Sternformierungskomplex in der lokalen Gruppe von Galaxien. Diese Aufnahme ist aus drei von Hubble am 28.März 2000 aufgenommen Bänderfilterabbildungen zusammengesetzt.

Das Rote und Blaue Licht kommt aus der Region des Wasserstoffgases, das von nahegelegnen Sternen erhitzt wird. Das grüne Licht auf der linken Seite kommt von glühenden Sauerstoff. Die Energie, das das Licht in Grün erscheinen läßt, kommt von einem mächtigen stellaren Wind, einem Strom von Hochernergischen Partikeln, das von einem massiven Stern außerhalb der Abbildung produziert wird.
In der weißen Region sind die zwei hellen Bereiche (die "Augen des Geistes") mit dem Namen A1 (links) und A2 (recht) benannt. Die Blase in A1 wird von der heißen, intensiven Strahlung und einem mächtigen stellaren Wind , das von einem massiven Stern ausgeht, produziert. A2 enthält mehr Staub und einzelne versteckte, massive Sterne. Die massiven Sterne in A1 und A2 müssen sich innerhalb der letzten 10.000 Jahren gebildet haben, da ihre Geburtsgasschleier noch nicht von der mächtigen Srtahlung der neugeborenen Sterne unterbrochen werden.
(
la - Quelle: NASA JPL)

» Wettbewerb "Raumfahrt und Design"
21. Dezember 2001 - Als Teil der laufenden Bemühungen, der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung und den Einfluss der Weltraumforschung und -technik stärker bewusst zu machen, veranstaltet die ESA in ihren Mitgliedstaaten einen Wettbewerb.
Der Wettbewerb soll zeigen, wie Werkstoffe und Technologien aus der Raumfahrt dabei helfen können, gesellschaftliche Bedürfnisse zu befriedigen. Vorgesehen ist, dass junge Designer Werkstoffe auf nichtherkömmliche Weise einsetzen, um typische Merkmale, Eigenschaften und Effekte im Weltraum zu verkörpern. Damit soll hervorgehoben werden, dass die europäischen Raumfahrtaktivitäten mit dem Weltbild unserer Gesellschaft im Einklang stehen und ein menschlicheres und freundlicheres Antlitz haben können. Darüber hinaus soll gezeigt werden, wie kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Einflüsse und die Weltraumdimension aufeinander einwirken, was dazu beitragen dürfte, der Öffentlichkeit ein besseres Verständnis für Design insbesondere im Zusammenhang mit Weltraumtechnolgien zu vermitteln.

Der Wettbewerb, eine Initiative im Rahmen der Technologietransferprogramms der ESA, wird gemeinsam von der ESA, Loeb und VIA durchgeführt. VIA verwertet und fördert französische Innovationen und unterstützt junge Designer in Frankreich und zunehmend auch in anderen europäischen Ländern.

Die Anpassung neuer Werkstoffe, Technologien, Verfahren und Konzepte aus der Raumfahrt im Hinblick auf ihre Nutzung zur Gestaltung und /oder Herstelung von Gegenständen und Produkten eröffnet Designern interessante neue Möglichkeiten. Die Aufgabenstellung an die Bewerber lautet, etwas Einfallreiches zu entwerfen, das die Prinzipien und Eigenschaften der Raumfahrt verkörpert und das Leben auf der Erde überträgt. Der Entwurf kann ein Gebrauchsgegenstand für drinnen wie für draussen sein, er kann geeignet sein, die Lebensqualität oder den Komfort einzelner (z.B. Kinder, Behinderte,ältere Menschen, Flüchtlinge) in einem bestimmten Umfeld zu verbessern - oder es kann sich schlicht und einfach um ein Kunstwerk handeln,

Teilnahmeberechtigt sind junge Designer im Alter von 20 bis 40 Jahren, die Staatsangehörige eines der ESA-Mitgliedstaaten bzw. Kanada sind. Der Wettbewerb beginnt im Januar 2002; Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 31.März.
Weitere Informationen zu diesem Wettbewerb finden Sie
hier
(la - Quelle: ESA)


» Zuckermoleküle in Meteoriten entdeckt
20. Dezember 2001 - Ein Wissenschaftlerteam der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA hat Zucker und andere damit verwandte Moleküle in zwei Meteoriten gefunden. Diese Entdeckung unterstützt die Hypothese, daß wichtige Grundbausteine für die Entstehung lebendiger Organismen mit Hilfe von Meteoriten auf die Erde gelangt sind.
Die Entdeckung von Zucker ist deswegen so bedeutend, weil diese Molekülfamilie nach heutigen Erkenntnissen schon von Beginn an eine wichtige Rolle in der Chemie lebendiger Organismen spielt. Gerade in der Frühphase der Erdentstehung regneten hunderte von Millionen Jahre lang Meteoriten auf die Erde herab und brachten dabei wichtige Grundbausteine organischer Strukturen wie Sauerstoff, Schwefel, Wasserstoff und Stickstoff mit.
 
Die beiden am "Ames Research Center" der NASA untersuchten stark kohlenstoffhaltigen Meteoriten "Murchison" und "Murray" sind der erste Beweis, daß fundamentale Bausteine des Lebens auf der Erde aus dem Weltraum gekommen sein können. Bereits früher sind andere organische Verbindungen wie Aminosäuren in Meteoriten entdeckt worden, aber bisher noch keine derartig komplexen Moleküle wie Zucker. "Die Entdeckung dieser [chemischen] Verbindungen vergrößert enorm unser Verständnis darüber, welche organischen Materialien vor der Entstehung des Lebens auf der Erde vorhanden gewesen sein könnten", so Dr. Cooper, dessen Team die Entdeckung gemacht hat.
 
Neueste Forschungsergebnisse datieren den Anfang des Lebens auf der Erde auf die Zeit vor ungefähr 3,8 Milliarden Jahren, und Zuckermoleküle sind dabei anscheinend von Beginn an im Spiel gewesen. Sie sind Bestandteil von DNA und RNA im Zellkern, bilden wesentliche Elemente von Zellmembranen und von intrazellulären Energiequellen. "Diese Entdeckung zeigt, daß die Bildung organischer Moleküle, die elementar für lebende Organismen sind, höchstwahrscheinlich im gesamten Universum vor sich gegangen ist", so Kenneth Souza, Direktor für Astrobiologie und Weltraumforschung beim Ames-Forschungszentrum. "Als dann auf der Erde auch die anderen kritischen Elemente vorhanden waren, konnte das Leben aufblühen." 
(
ms - Quelle: NASA)

» Umladearbeiten gehen weiter
18. Dezember 2001 - Auf der ISS wurde weitere Umladearbeiten durchgeführt.
Die neue Crew der ISS verbrachte gestern, ihren zweiten Tag, alleine, an Bord der ISS. Sie verbrachten den Tag damit, Ausrüstungsgegenstände von Progress 6, auf die ISS umzuladen. Die neue Crew ist die vierte, an Bord der ISS und besteht aus einem russischen Kommandanten (Yury Onufrienko)und zwei amerikanischen Astronauten (Dan Bursch und Car Walz).
(
sp - Quelle: NASA)

» Endeavour-Landung nach Plan
17. Dezember 2001 - Das Space Shuttle Endeavour beendete die Mission STS-108 erfolgreich und setzte wie geplant in Cape Canaveral auf.
Die Endeavour beendete damit auch den zwölften Flug zur Internationalen Raumstation. An Bord der Raumfähre waren neben der Missionscrew auf die "Expedition Three Crew" der ISS, die von der "Expedition Four Crew" auf der ISS abgelöst wurde. Das Shuttle diente damit auch als Taxi für die ISS-Besatzung.
Während der Shuttlemission wurden daneben Hitzeschutzsysteme an die Solarzellen der ISS angebaut, da ihre Bewegungsmotoren aufgrund der Sonnenstrahlung beschädigt waren und man sie daher kaum noch auf die Sonne ausrichten konnte. Daneben wurde kurz von Ende der Mission der Satellit "Starshine 2" ausgesetzt, der für ein internationales Studienprojekt von Studenten genutzt wird.
(
ku - Quelle: NASA)

» "Deep Space One"-Mission erfolgreich beendet
17. Dezember 2001 - Die abenteuerliche Mission der NASA-Sonde "Deep Space One", die zwölf revolutionäre Weltraumtechnologien der Zukunft testete, wurde am 18. Dezember als beendet erklärt.
Zu den Errungenschaften von "Deep Space One" gehörten neben den erfolgreich getesteten Zukunftstechnologien auch die besten Bilder, die jemals von Kometen geschossen wurden.
Die NASA ist sichtlich zufrieden mit dem Ausgang der Mission der Sonde. Diese war ursprünglich für nur elf Monate ausgelegt - die Sonde arbeitete eine Jahre länger. Dazu beigetragen hatte auch der (noch) außergewöhnliche Ionenantrieb. "Deep Space One hat mit Sicherheit Raumfahrtgeschichte geschrieben", meint auch Dr. Colleen Hartman von der "NASA Solar System Exploration Division".
Der Name Deep Space Onewurde übrigens in dem innigen Verhältnis der NASA zu den Fans der Serie Star Trek gewählt. Er ist der Raumstation Deep Space Nine nachempfunden.
(
ku - Quelle: NASA)

» Endeavour-Crew tritt Rückreise an
16. Dezember 2001 - Das Space Shuttle Endeavour ist auf dem Weg zurück zur Erde. Es hatte Versorgungsgüter und eine neue Crew auf die ISS befördert.
Die Crew von STS-108 des Space Shuttles Endeavour sowie die "Expedition Three"-Crew verbrachten ihren letzten Tag auf der Internationalen Raumstation. Freitagmorgen konzentrierten sich die Crews darauf, das Logistik-Modul Raphaello zu entladen, bevor man schließlich die Luke schloss. Danach wird es mit Hilfe des Endeavour-Roboterarms zurück in die Nutzlastbucht des Shuttles gehoben, damit das Modul zur Erde zurückkehren kann. Um 11 Uhr GMT dockte die Endeavour von der Raumstation ab und trat mit der "Expedition Three"-Crew an Bord die Heimreise an.
(
ku - Quelle: NASA)

 
 

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      Space Focus: Das Very Large Telescope übertrifft das Hubble von Karl Urban 

Der Koloss öffnet die Augen
Am 27. Mai 1998 wird das erste von vier Großteleskopen auf den Sternenhimmel ausgerichtet: Das Very Large Telescope (VLT) feiert sein "first light". In über zehn Jahren Bauzeit wird wurde das nunmehr größte Teleskop der Welt auf dem Cerro Paranal, einem 2600 m hohen Berg der chilenischen Kordilleren, eingeweiht. Der Bauplatz ist einer der trockensten Orte der Erde: Durchschnittlich 350 Tage im Jahr ist der Himmel wolkenlos.
Jedes der vier Teleskope besteht aus einem Spiegel mit acht Metern im Durchmesser. Der Transport der hochempfindlichen Spiegel musste unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen geschehen. Von Europa aus wurden sie nach Südamerika verschifft. Spezielle Tieflader transportierten die 24 Tonnen schweren Keramikplatten von der Küste auf den Berg.
Montiert werden die Spiegel auf einem Ölfilmlager, das sie extrem beweglich macht - trotz ihres tonnenschweren Gewichts wären sie mit Muskelkraft beweglich. Allerdings überlässt man es computergesteuerten Magnetspulen, die Riesenoptik in die richtige Position zu bewegen. Dabei beträgt die Zielgenauigkeit eine Bogensekunde. Das entspricht dem Zehntel eines Haardurchmessers, das man auf Armeslänge anpeilt.

Die Atmosphäre stört nicht mehr
Die Schlagzeile, die vor kurzem durch die Presse lief, klang schon etwas irreal: "Das VLT macht bessere Bilder als das Hubble Space Telescope!" Bisher hatte das Hubble-Teleskop die schärfsten Bilder erdgebundener Teleskope stets übertroffen, da dessen Aufnahmen nicht von der störenden Atmosphäre verfälscht werden. Das Phänomen kennt man auch vom Funkeln der Sterne: Die Lufthülle der Erde verzerrt das Licht, das aus dem Weltraum zu uns gelangt und verhindert erdgebundenen Teleskopen schärfere Aufnahmen zu tätigen. Am VLT hat man nun kürzlich einen Weg gefunden, die Verzerrungen durch die Luft von den Aufnahmen zu "entfernen". Französische Forscher hatten eine Spezialoptik mit dem Namen "Naos" entwickelt, die mit einem der Spiegelteleskope des VLT verbunden wird. "Naos" besteht aus einem eineinhalb Meter breiten Spiegel, durch das Licht des Großteleskops gelenkt wird. Auf seiner Rückseite befinden sich 185 "Aktuatoren". Dies sind winzige Antriebe, die die Oberfläche des Spiegels an einer Stelle jeweils einen tausendstel Millimeter nach vorn oder nach hinten bewegen können. Diese Bewegungen können sie bis zu 600 mal in der Sekunde vollführen. Eine Elektronik hat nun die Aufgabe, für jede positiv verformte Wellenfront des einfallenden Lichts eine negative Verzerrung im Spiegel zu produzieren. Geschieht dies mit der richtigen Präzision, kann damit die Verzerrung durch die Erdatmosphäre ausgeglichen werden.
Das System ist jedoch noch nicht mit ohne einigen Aufwand betreibbar. So muss bei jeder Verwendung zur "Eichung" der Optik ein Referenzstern angepeilt werden. Dafür verwendet man eine spezielle Infrarot-Kamera die wiederum mit flüssigem Helium bei minus 240°C gekühlt werden muss.

Fazit
Erst kürzlich gelang durch ein weiteres neu entwickeltes Verfahren, um die Ergebnisse des Teleskops stark zu verbessern. Man koppelte zwei der VLT-Spiegel, indem man das einfallende Licht bündelte und erzielte damit unerreichte Vergrößerungs- und Auflösungswerte.
Alle Voraussetzungen sind damit erfüllt, damit das VLT auch in Zukunft überwältigende Ergebnisse liefern wird. Allerdings sind die heutigen technischen Anstrengungen noch enorm.

Related Links:
Paranal Observatory Homepage

 
 

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      HotSpot: Deep Space 1, das Ende einer Odyssee von Michael Stein 

Am 24. Oktober 1998 startete "Deep Space 1" (DS1) an Bord einer Delta II-Rakete von Cape Canaveral aus zu seiner Primärmission, die nach knapp einem Jahr im September 1999 endete. Während dieser Zeit wurden zwölf neue Raumfahrttechnologien erfolgreich getestet, von denen der Ionenantrieb sicherlich am spektakulärsten war. Dieser Antrieb liefert eine sehr geringe, dafür aber über lange Zeiträume konstante Schubleistung. Bei DS1 wurde ionisiertes (also elektrisch geladenes) Xeon-Gas verwendetes, das mit Hilfe elektrischer Felder auf eine Geschwindigkeit von annährend 30 km/sek. beschleunigt wurde und dadurch einen der Austrittsrichtung entgegengesetzen Schub erzeugte. Die hierfür notwendige elektrische Leistung wurde mit Hilfe von Solarzellen erzeugt.
 
Ein erster Höhepunkt der Mission war der Vorbeiflug am Asteroiden "Braille" in nur 26 Kilometer Entfernung am 28. Juli 1999. DS1 machte einige Aufnahmen von Braille, maß verschiedene Parameter wie Größe, Form, Zusammensetzung und Helligkeit sowie untersuchte, ob der Sonnenwind im unmittelbaren Umfeld des Asteroiden Veränderungen aufwies, die auf ein Magnetfeld hingedeutet hätten.
 
Nachdem die NASA sich für eine Verlängerung der Mission entschieden hatte, die DS1 schließlich noch zum Kometen "Borrelly" führen sollte, stand die sogenannte "Extended Mission" schon zu Beginn vor dem Aus, als am 11. November 1999 ein Sternensensor versagte, mit dessen Hilfe die Raumsonde ihre Lage im Raum kontinuierlich ermittelte. Ohne eine zuverlässige Lageorientierung aber ist eine Navigation im All wie auch die Ausrichtung der Sende- und Empfangsantenne zur Erde nicht möglich. Das DS1-Team am NASA-eigenen "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) schaffte es jedoch in den folgenden Monaten eine Software zu entwickeln, die eine für diesen Zweck nie vorgesehene Kamera an Bord der Sonde zum Ersatz-Sternensensor umfunktionierte. Ende Mai 2000 schließlich wurde die Software zum Raumfahrzeug übertragen und intensiv getestet, bevor DS1 einen Monat später wieder seinen Ionenantrieb starten und dem Kometen-Rendevouz entgegensteuern konnte.
 
Der Vorbeiflug am Kometen "Borrelly" erfolgte am 23. September 2001 (MESZ) in einem Abstand von ca. 2.200 km mit einer Geschwindigkeit von etwa 16,5 km/s. Bereits mehrere Stunden vor der größten Annäherung begann die Sonde mit der Ionen- und Elektronen-Messung im weiteren Umfeld des Kometen. Etwa 90 Minuten bevor DS1 den Kometen erreichte, wurde der Infrarot-Spektrometer für kurze Zeit aktiviert, um Daten über die Zusammensetzung des Kometenkerns zu sammeln. Gut eine halbe Stunde vor maximaler Annäherung begann dann die Kamera, Aufnahmen vom Kometen anzufertigen. Eine Lageveränderung der Sonde zwei Minuten vor der größten Annäherung an den Kometen ermöglichte es, mit den Ionen- und Elektronen-Messgeräten die innere, den Kometenkern umgebende Wolke aus Staub und Gas zu untersuchen.
 
DS1 war die erste Mission im Rahmen des "New Millennium"-Programms der NASA, dessen Ziel es ist, neue Technologien für zukünftige Raumfahrtmissionen zu erproben. Um die Kosten gering zu halten, wurde die Raumsonde so einfach wie möglich gebaut, wobei - natürlich mit Ausnahme der zu testenden Komponenten - vorzugsweise bereits bei früheren Missionen erfolgreich eingesetzte Technologien verwendet wurden.

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Ende letzter Woche traf man an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) die letzten Vorbereitungen auf den Abflug des Shuttles "Endeavour". Das Logistikmodul "Raffaello" wurde von der Station getrennt, die "Expedition Three"-Crew packte ihre letzten Sachen für den Rückflug zur Erde und die Shuttle-Crew schob die Station erneut außerplanmäßig in einen höheren Orbit. Letzteres mußte geschehen, da die Missionskontrolle erst kurzfristig berechnet hatte, dass eine alte russische Raketenstufe aus den 1970ern an der Station vorbeidriften wird. Um etwas zusätzlichen Abstand zu gewinnen, schob das Shuttle die Station etwas höher, um dem Weltraumschrott garantiert zu entgehen.

Anfang der Woche dann wurden die Schleusen zwischen Shuttle und Station geschlossen, um den Abflug der "Endeavour" vorzubereiten. Nach dem Abdockvorgang flog das Shuttle noch in einem Halbkreis um die Station, um sicherzustellen, dass die Raketenstufe der Station nicht zu nahe kommt. Dann trat die "Endeavour" endgültig den Heimflug an. Während des Fluges wurden die Wiedereintrittssysteme getestet und ein Satellit in der Erdumlaufbahn ausgesetzt. Schließlich landete das Shuttle ohne technische und meteorologische Probleme im "Kennedy Space Center". Die "Expedition Three"-Crew ist nun endlich wieder zurück auf der Erde, nachdem sie seit August an Bord der ISS forschten und lebten.

Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Space Frontier Foundation von David Langkamp 

Die Space Frontier Foundation ist eine private und nicht kommerzielle Organisation, die sich darum bemüht die Raumfahrt voranzutreiben und in neue Grenzen vorzustoßen.
Es ist der Amerikanische Pioniergeist, welche das Gesicht dieser Organisation entscheidend prägt. Kürzungen im US-Raumfahrtetat und mangelndes privates Engagement treiben den Willen der Foundation den Aufbruch der Menschheit ins Weltall zu propagieren. Die Zivilisation wächst an der Herausforderung, der Mangel an Herrausforderungen führt zu Resignation - so scheint der Gedanke der Space Frontier Foundation.
Der Standpunkt der Foundation ist sehr interessant, die Pläne auch. Die Foundation setzt sich unter anderem für die Einrichtung bemannter Stationen auf dem Mond und auf dem Mars, oder den Weltraumtourismus ein. Auch wenn Zweifel über die Realisierbarkeit einiger Ideen auf Basis der heutigen Technologie durchaus angebracht sein mögen, so gibt die Vision doch Denkanstöße und bringt den Besucher dazu, sich über die Vision Gedanken zu machen.
Trotz eines Webdesigns, das kaum überzeugt und mit den Maßstäben der offiziellen Raumfahrt-Websites nicht mithalten kann, ist die Website einen Besuch wert. Detailiert ausgearbeitete Pläne für zukünfige Missionen wird man genausowenig vorfinden, wie Spinnerein abseits jeglicher Realität. Wie man auch zur Raumfahrt stehen mag - die Vision der Space Frontier Foundation ist ein Gedanken, mit dem es sich auseinanderzusetzen lohnt.

Die Frontier Foundation finden Sie hier.

 
 

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      InDetail: Inklination von Michael Stein 

Als Inklination bezeichnet man den Winkel der Bahnebene eines Planeten relativ zur Bahnebene der Erde. Die Bahnebene der Erde (die sogenannte "Ekliptik") ist also der Bezugspunkt, von dem aus die Inklination gemessen wird. Der Planet mit der größten Inklination ist der Pluto, dessen Wert hierfür bei 17° liegt. Die übrigen Planeten weisen eine deutlich geringere Inklination auf. Die ausgeprägte Inklination des Pluto ist ein Grund, weswegen viele Astronomen den Pluto mittlerweile nicht als Planeten, sondern als Kuiper-Gürtel-Objekt ansehen.

 
 

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"In Space Newsletter" #004

Erscheinungsdatum:
22. Dezember 2001
Auflage: 316 Exemplare


Herausgeber und V.i.S.d.P.:
Jens Renner

Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Christian Ackermann
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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