In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #005 vom 29. Dezember 2001

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #005


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Jahresrückblick 2001

> HotSpot:
Das Weltraum-Jahr 2002

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Unternehmen Apollo

> InDetail:
Swing-by-Effekt

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

das Jahr 2001 liegt in seinen letzten Zügen. Der Weihnachtsstress ist überstanden und man bereitet sich langsam aber sich mental auf das neue Jahr vor. Doch man sollte auch zurückschauen. Im August 2001 startete das Raumfahrtportal Raumfahrer.Net. Seither steigerten sich die Besucherzahlen mit der Qualität des Auftritts. Mittlerweile kann man mit Recht sagen, das Raumfahrer.Net zu den großen deutschsprachigen Raumfahrtseiten gehört. Vielen Dank dafür an die gesamte ISRN-Redaktion!

Auch in dieser Ausgabe des "In Space Newsletters" wollen wir einen Blick zurück werfen und nocheinmal alle Ereignisse der Raumfahrt 2001 Revue passieren lassen (Space Focus). Aber auch einen Blick nach vorn sollte man werfen: Was erwartet uns 2002? Dreht sich die Erde weiter? Oder besser: Dreht sich die ISS weiter um die Erde? Michael Stein wirft einen Blick auf das Raumfahrtjahr 2002 (Hotspot). Natürlich finden Sie auch in dieser Ausgabe die News der Weihnachtsfeiertage sowie weitere Artikel.

Mit dem Blick auf die guten Vorsätze wünscht Ihnen die gesamte Raumfahrer.Net-Redaktion einen guten Start ins Jahr 2002!

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.Net"

 
 

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Umfrage
: Befürworten Sie Kürzungen bei anderen NASA-Forschungsmissionen zugunsten einer Pluto-Sonde?

Ja!
Nein!

      Umfrage / Updates

  • On Screen Wir haben eine kleine Tour durch eine Raumfahrer.Net-Rubrik auf unserer Startseite eingerichtet...go!

 
 

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      News

» Pinguine in der Antarktis in großer Gefahr
» Mars Odyssey: Aerobraking verläuft nach Zeitplan
» Eine historische Weihnachtsbotschaft
» NASA sorgt für Trainingstechnik
» ISS: Neue Crew untersucht Krebszellen
» Die NASA und der Weihnachtsmann
» JPL bekommt Zustimmung der NASA

» Pinguine in der Antarktis in großer Gefahr
28. Dezember 2001 - In der Antarktis wird es zu einer Ökologischen Katastrophe kommen, das das Leben der Hunderttausende Pinguine negativ beeinflusst.
Abbildungen von SpectroRadiometer, verwaltet von JPL, dokumentiert die Bewegungen von riesigen Eisbergen und das verbreiten von Meereis im Ross Meer in der Antarktis.
Dieses Naturphänomen beeinflussen, nach einer neuen Studie des National Science Foundation, negativ die Pinguinsbevölkerung der Region. Zwei massive Eisberge, B-15 und C-16, brachen vom Ross Eisberg im März 2000 ab und wanderten westwärts zu einem Punkt nordöstlich von McMurdo und errichteten so eine Barriere. Die Kombination von Eisberge und Meereis macht es den Pinguinen schwierig, von ihren Futterstellen zurück ins offene Meer zu ihren Zuchtbereichen zu gelangen.
Es wird erwartet, daß das Ereignis eine signifikante Reduzierung von regionalen Pinguinbevölkerungen zu Folge haben wird, oder sogar das Aussterben von einzelnen Kolonnien
(
la - Quelle: NASA JPL)

» Mars Odyssey: Aerobraking verläuft nach Zeitplan
28. Dezember 2001 - Die Missionskontrolle von "2001 Mars Odyssey" berichtet, daß die zur Zeit laufende "Aerobraking"-Phase genau im Zeitplan liegt und Anfang Januar beendet sein sollte. Während der Aerobraking-Phase der Mission wird die Flugbahn so gesteuert, daß die Sonde bei jedem Orbit durch die obersten Schichten der Marsatmosphäre fliegt, um dadurch die Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs zu verringern.
Zur Zeit beträgt die Orbitalperiode von Odyssey 3:35 Std., während sie direkt nach dem Eintritt in den Marsorbit Ende Oktober noch ca. 18:30 Std. lang war. (Die Orbitalperiode ist die Zeit, die für die Vollendung eines kompletten Umlaufs um den Planeten erforderlich ist.)

"Wir planen, Anfang Januar ein Manöver durchzuführen, um das Raumfahrzeug aus der Atmosphäre zu führen. Danach werden wir ungefähr einen Monat brauchen, um die Umlaufbahn mit Hilfe der Steuerdüsen in eine Kreisform zu überführen und uns auf den Start der wissenschaftlichen Mission vorzubereiten", so David A. Spencer, Odysseys Missionsmanager beim NASA-eigenen "Jet Propulsion Laboratory (JPL)". Der Beginn der auf zweieinhalb Jahre angesetzten wissenschaftlichen Mission ist für Februar geplant.
Bereits während der Aerobraking-Phase ist der Hochenergie-Neutronendetektor von Odyssey in Betrieb genommen worden und hat mittlerweile seine Kalibrierungsphase abgeschlossen. Dieses Instrument ist Bestandteil des Gammastrahlen-Spektrometers an Bord der Raumsonde, mit dessen Hilfe die chemische Zusammensetzung der Marsoberfläche kartographiert werden soll.
(
la)

» Eine historische Weihnachtsbotschaft
26. Dezember 2001 - Es war Heiligabend 1968. Die Astronauten Frank Borman, James A. Lovell Jr. und William A. Anders befanden sich im Orbit unseres Mondes, tausende Kilometer von der Erde entfernt. Die "Apollo 8"-Mission.
Die drei Astronauten sendeten, obwohl sie fernab der Erde waren, eine Weihnachtsbotschaft zur Erde.

Hier die Originalnachricht:

William A. Anders:
We are now approaching lunar sunrise. And, for all the people back on earth, the crew of apollo 8 have a message that we would like to send to you.

"In the beginning God created the heaven and the earth. And the earth was without form, and void; and darkness was upon the face of the deep. And the Spirit of God moved upon the face of the waters. And God said, Let there be light: and there was light. And God saw the light, that it was good: and God divided the light from the darkness. "


James A. Lovell, Jr.:
"And God called the light Day, and the darkness he called Night. And the evening and the morning were the first day. And God said, Let there be a firmament in the midst of the waters, and let it divide the waters from the waters. And God made the firmament, and divided the waters which were under the firmament from the waters which were above the firmament: and it was so. And God called the firmament Heaven. And the evening and the morning were the second day."

Frank Borman:
"And God said, Let the waters under the heaven be gathered together unto one place, and let the dry land appear: and it was so. And God called the dry land Earth; and the gathering together of the waters called he Seas: and God saw that it was good."

And from the crew of Apollo 8, we close, with good night, good luck, a Merry Christmas, and God bless all of you, all of you on the good earth.

Die Missionskontrolle in Houston sendete eine sehr humorvolle Botschaft zurück. Diese können Sie hier einsehen.
(rk - Quelle: NASA MSFC)


» NASA sorgt für Trainingstechnik
26. Dezember 2001 - Die NASA hat einen Vertrag mit dem Konzern "Raytheon Technical Services" verlängert und um 33 Mio. US-$ ausgebaut.
Raytheon wird das Trainingscenter in Houston umbauen, in dem Astronauten für ihren Flug zur ISS trainieren. Die Firma entwickelt unter anderem die Konsolen, die Stationssysteme und Flugsysteme der ISS simulieren und den Astronauten somit eine praxisnahe Ausbildung ermöglichen.
(
rk - Quelle: NASA press releases)

» ISS: Neue Crew untersucht Krebszellen
26. Dezember 2001 - Die "Expedition Four"-Crew, die nun schon einige Tage allein auf der ISS lebt, startet nun eine Untersuchung von Krebszellen.
Über Weihnachten sowie Silvester muß die Crew allerdings nicht arbeiten. Am Heiligabend wurden im Erdorbit bereits Truthahn und andere traditionelle Speisen serviert. Die Speisen sind allesamt konserviert und für die Aufbewahrung im Weltall geeignet.

Pünktlich vor den Weihnachtsfeiertagen setzte ein Motor an den US-Solarzellen aus. Nach einer Reinitialisierung konnte die Crew allerdings keine Probleme mehr beobachten. Die Motoren sind dazu da, die Solarfelder genau auf die Sonne zu richten, um einen maximalen Energiegewinn zu gewährleisten.
(
rk - Quelle: NASA Mission Report)

» Die NASA und der Weihnachtsmann
25. Dezember 2001 - Die Flugkontrolle der NASA in Houston, Texas hat sich dieses Weihnachten selbst zum Helfer des Weihnachtsmanns bestimmt.
Mit der Hilfe der ISS-Crew im Orbit will die NASA Flugkontrolle die Geschwindigkeit, Renntier-Leistung und Geschenkeladung ständig überprüfen.
"Mit der Hilfe von drei Menschen an Bord der ISS haben wir einen einzigartigen Aussichtspunkt um dem Weihnachtsmann zu helfen, während er seine Runden fliegt", sagt Matt Abbott, Flugdirektor. "Yury Onufrienko, Dan Bursch und Carl Walz auf der Station sind bereit uns mit der Beobachtung des Weihnachtsmanns zu helfen."
"Mission Control, Houston" wird damit für eine kurze Zeit dieses Weihnachten zur "Santa Control, Houston".
(
ku - Quelle: NASA)

» JPL bekommt Zustimmung der NASA
23. Dezember 2001 - Die Jet Propulsion Laboratory (JPL) bekommen die Erlaubnis für zwei Forschungsprojekte. Das eine zur Erforschung der zwei größten Asteroiden, das andere für die Suche nach erdähnlichen Planeten.
Die NASA hat heute JPL die Zustimmung für zwei Forschungsaufträge erteilt. Das erste Projekt dient zur Erforschung der zwei größten Asteroiden, die in unserem Sonnensystem kreisen. Die als "Dawn" bezeichnete Mission wird von Dr. Christopher T. Russell von der Universität von Californien geleitet. Die Asteroiden sind Vesta und Ceres, welche sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter befinden. Dawn wird uns beim Verständnis über die Entstehung des Universums nützlich sein. Start soll im Jahr 2006 sein.
Das Zweite, Kepler, ist ein Teleskop zur Suche nach erdähnlichen Planeten. Dieses wird vom Ames Research Center der NASA geleitet. In diesem Projekt wird eine neue Art nach Planeten zu suchen angewandt. Das Teleskop misst die Verdunklung des Sterns, wenn der Planet zwischen ihm und dem Teleskop hindurchläuft. So kann die Entfernung zum Stern und die Größe gemessen und mit den Erddaten verglichen werden. Der Start soll ebenfalls 2006 sein.
(
cs - Quelle: NASA Discovery)

 
 

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      Space Focus: Jahresrückblick 2001 von Karl Urban 

Das Jahr 2001 liegt hinter uns - das erste des 21. Jahrhundert. Die Raumfahrt legte dabei als wohl zukunftsträchtigster Bereich der Wissenschaft etliche vielversprechende Ergebnisse vor. Neben der bemannten Raumfahrt, dem Ausbau der Internationalen Raumstation, konnten auch bei der Erforschung des Sonnensystems viele große Erfolge gefeiert werden.

Jupiter, Mars und Asteroidengürtel
Die Raumsonde "Galileo" umkreist seit Jahren den Jupiter. Die Mission der Sonde hat ihre geschätzte Länge bei weitem überschritten. So war es auch nicht geplant, dass im Januar 2001 zum ersten Mal in der Geschichte zwei Sonden den Jupiter unter die Lupe nahmen: "Cassini", ein amerikanisch-europäisches Gemeinschaftsprojekt, näherte sich auf ihrem Weg zum Saturn dem Jupiter - und damit auch "Galileo". "Galileo" lieferte 2001 noch viele Bilder von Jupiter und seinen Monden; die Raumsonde wird voraussichtlich erst 2003 in der Atmosphäre des Gasriesen verglühen. "Cassini" trifft im Jahr 2004 am Saturn ein.
Zwei weitere spektakuläre Raumsonden hatten schon in den vergangenen Jahren einen anderen Bereich des Sonnensystems erforscht, den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. "NEAR" umkreiste mit guten Resultaten den großen Asteroiden Eros. Das spektakuläre Ende der Mission markierte das Aufsetzen von "NEAR" auf Eros. Obowhl die Sonde nicht als Lander konstruiert worden war, sendete sie bis zum Schluss und sogar noch nach dem Aufsetzen Daten zur Erde.
"Deep Space One" testete zwölf zukunftsträchtige Raumfahrttechnologien - darunter den Ionenantrieb - und übertraf ebenfalls bei weitem die geplante Missionslänge. Erst im Dezember 2001 erklärte die NASA die Mission für beendet.
Im Jahr 1999 verlor die NASA bei ihrem Marsforschungsprogramm den Lander "Mars Surveyor" sowie zwei Mikrolander. Das Marsprogramm der Weltraumorganisation musste überarbeitet werden. 2001 startete zwar eine neue Marssonde, allerdings in kleinerer Form als ursprünglich geplant. Zu Beginn des Jahres hatte die bis dato einzige aktive Raumsonde am roten Planeten "Mars Climate Orbiter" noch einmal für positive Ergebnisse gesorgt. Sie hatte mehr Daten über den Mars gesammelt als alle Raumsonden vorher. "2001 Mars Odyssey" brach nun auf um den "Climate Orbiter" abzulösen. Nach erfolgreichem Start erreichte die Sonde im Oktober den roten Planeten. Befürchtungen, die Mission könnte wie die von 1999 ein schnelles Ende nehmen, bewahrheiteten sich nicht. "2001 Mars Odyssey" begann den Mars zu umkreisen und durch das sogenannte "Aerobraking"-Manöver langsam seine Geschwindigkeit zu reduzieren. Erste Tests der Instrumente waren erfolgreich. Damit ebnet der Orbiter auch den Weg für neue Marslander in den nächsten Jahren.

Trümmer im Pazifik
Für viele Raumfahrt-Fans war es ein trauriges Bild, als im März 2001 die nicht verglühten Reste der Raumstation "Mir" in den Südpazifik stürzten. Die "Mir" hatte dreizehn Jahre lang die Erde umkreist und viele Erfahrungen für die bemannte Raumffahrt - wie dem Aufbau und Betrieb der ISS - geliefert.
Die "Mir" wurde mit Hilfe der Triebwerke eines unbemannten "Progress"-Versorgungsschiffes in eine immer geringere Höhe geschleppt, bis sie schließlich auseinanderbrach. Der größte Teil der Masse der Station verglühte daraufhin in der Atmosphäre. Befürchtungen, Trümmerteile könnten bewohntes Gebiet treffen, bewahrheiteten sich nicht. Der Absturz musste von den russischen Weltraumingenieuren genaustens berechnet werden, der kleinste Fehler hätte fatale Auswirkungen haben können. Daher beweist das Ende der russischen Raumstation noch einmal das unschätzbare Know-How der russischen Raumfahrt - auch für gegenwärtige Projekte.

Das Jahr der ISS
2001 lässt sich zweifelslos als erstes großes Jahr der Internationalen Raumstation beschreiben. Seit Oktober 2000 war die Station permanent bemannt. Im Januar startete das erste Forschungsmodul zur ISS. Das amerikanische "Destiny"-Modul wurde erfolgreich installiert und aktiviert. Bereits einen Monat später konnte man die Montage des stationseigenen Roboterarms "Canadarm 2" vermelden.
Im März ereignete sich die erste gravierende Panne an Bord der jungen Station: Der Hauptcomputer sowie beide Backup-Rechner fielen zeitgleich aus und der Kontakt mit der Bodenstation riss ab. Erst nach tagelangen Wartungsarbeiten und nach dem Beschaffen von Reparaturhardware konnte der gewohnte Betrieb auf der ISS weitergehen. Mit dem letzten wichtigen Montageeinsatz wurde das Modul "Pirs" installiert. "Pirs" enthält eine Luftschleuse, die es der ISS-Besatzung ermöglicht, auch ohne ein angedocktes Shuttle Weltraumspaziergänge zu unternehmen.
Eine weitere Panne passierte im Dezember, als ein Gummiring das Andocken eines unbemannten russischen Versorgungsraumschiffs verhinderte. Der Ring musste von Astronauten entfernt werden, daraufhin setzte man das Dockingmanöver fort.
Trotz einiger Probleme, die man sonst nur von der altersschwachen Raumstation "Mir" kannte, ist das Jahr 2001 ein großer Erfolg für die ISS und die am Bau beteiligten Staaten. Obwohl es einige Erfolge zu verzeichnen gab und der Ausbau der Station stetig vorangeht, wird die Frage laut, ob die ISS wirklich in dem Maße aufgebaut und finanziert werden kann wie geplant. Aufgrund von Budgetproblemen der NASA ist die ISS dabei, sich in ein Problemkind der Raumfahrt zu verwandeln.

Related Links:
New Millennium Program Homepage der NASA
2001 Mars Odyssey Sonderseite
German Mir Web
Internationale Raumstation

 
 

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      HotSpot: Das Weltraum-Jahr 2002 von Michael Stein 

Nach dem Rückblick auf das abgelaufene Jahr wollen wir Ihnen in diesem Hotspot einen Überblick verschaffen, was für die nächsten zwölf Monate an interessanten Forschungsmissionen und Space Shuttle-Flügen "in der Pipeline steckt". Einen Anspruch auf Vollständigkeit kann und will diese Übersicht allerdings nicht erheben.
 
Internationale Raumstation (ISS)
Ungeachtet der Finanzierungsprobleme, die das Engagement der NASA bei der Internationalen Raumstation in dem ursprünglich geplanten Umfang massiv in Frage stellen, wird der Ausbau der ISS zumindest noch 2002 ohne Abstriche fortgesetzt werden. Nach den erheblichen Erweiterungen, die die ISS in den vergangenen zwölf Monaten erfahren hat, ist das kommende Jahr allerdings durch einen eher überschaubar zu nennenden Ausbau der Raumstation gekennzeichnet. Der aktuelle Planungsstand sieht zunächst einmal die halbjährlich erforderlichen "Taxi-Flüge" zum Austausch der als Rettungskapsel fungierenden, permanent an der ISS angedockten "Soyuz"-Raumkapseln vor. Dabei wird voraussichtlich im April der zweite "Weltraumtourist" während eines solchen Fluges mitgenommen werden.
 
Weiterhin wird es im kommenden Jahr fünf Shuttle-Flüge zur Raumstation geben. Im Mai beziehungsweise August werden dabei die ISS-Besatzungen ausgetauscht, und jeder Flug transportiert darüber hinaus Nahrungsmittel, Verbrauchsgüter und Ersatzteile zur ISS. Das Jahr 2002 bringt eine Erweiterung der Station durch wesentliche Teile der zentralen Trägerstruktur, die in mehrere Komponenten unterteilt im Laufe des Jahres fast vollständig in den Orbit transportiert werden wird. Später einmal soll ein mobiler Roboter auf dieser Trägerstruktur entlangfahren, um Montage-, Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen; auch Besatzungsmitglieder sollen bei Außeneinsätzen die Trägerstruktur für Ihre Fortbewegung nutzen können. Nicht zuletzt werden an ihr in den folgenden Jahren riesige Solarpanele sowie Radiatoren für die Abstrahlung überschüssiger Wärme befestigt werden.
 
Der für Menschen nutzbare Raum wird sich allerdings im kommenden Jahr nicht vergrößern, da keine neuen Module an der ISS angebracht werden.
 
Space Shuttle-Flüge
Von den insgesamt sieben für 2002 vorgesehenen Space Shuttle-Flügen werden wie zuvor beschrieben fünf zur Internationalen Raumstation führen, die damit wieder einmal das wesentliche Betätigungsfeld für die mittlerweile seit 20 Jahren fliegenden Raumfähren sein wird. Der erste Flug im neuen Jahr wird die Raumfähre »Columbia« nach fast zweijähriger Generalüberholung allerdings erst einmal zum Weltraum-Teleskop »Hubble« führen, wo eine Wartungsmission auf dem Programm steht. Der andere Shuttle-Flug im nächsten Jahr, dessen Ziel nicht die ISS ist, wird eine Forschungsmission sein, die mehr als zwei Wochen dauern und verschiedenste Experimente umfassen wird. Bei dieser Mission wird das Forschungsmodul »SPACEHAB« in der Ladebucht der Raumfähre untergebracht sein.
 
Missionen mit Forschungszielen im Erde-Mond-System
Am 27. Februar werden von Rußland aus die zwei Satelliten der deutsch-amerikanischen Forschungsmission »Grace« gestartet. Während der geplanten Lebensdauer von fünf Jahren sollen die in Formation fliegenden Satelliten etwa alle 30 Tage ein detailliertes Abbild des Erdgravitationsfeldes liefern. Bisher war dies nur durch die kombinierte Auswertung von Flugdaten verschiedener Erdsatelliten möglich, und auch das nur in vergleichsweise grober Auflösung. Die Forschungsergebnisse der beiden Satelliten werden in verschiedenen Geowissenschaften Verwendung finden, so erhoffen sich die Wissenschaftler beispielsweise Fortschritte beim Verständnis des ozeanischen Wärmetransportsystems. Weiterhin soll »Grace« die Auswirkungen der Erdatmosphäre auf die Genauigkeit des GPS-Systems erkunden.
 
Ebenfalls im Februar soll der japanische Erdbeobachtungssatellit »ADEOS-II« gestartet werden. Er soll Klimaveränderungen registrieren, die Ausmaße der "Ozonlöcher" über Arktis und Antarktis überwachen und verschiedene andere Parameter des Ökö-Systems der Erde (wie beispielsweise die Windrichtung und -stärke über den Ozeanen) beobachten. Natürlich ist ein wesentliches Forschungsziel über die Registrierung solcher Phänomene hinaus auch die Ermittlung der Ursachen, die den beobachteten Veränderungen zugrunde liegen.
 
Von Vandenberg (Kalifornien) aus soll am 24. März der amerikanische Erdbeobachtungssatellit »Aqua« zu seiner auf sechs Jahre veranschlagten Beobachtungsmission starten. Schwerpunkt der Mission wird die Beobachtungen von Prozessen an Land, in den Ozeanen und in der Atmosphäre unseres Planeten sein. Die Instrumente des Satelliten werden dabei verschiedenste Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wolkendichte der Atmosphäre, Schnee- und Eisbedeckung der Erdoberfläche sowie die Oberflächentemperatur der Ozeane messen. Alle sechzehn Tage wird »Aqua« die komplette Erdoberfläche von seiner ca. 700 km hohen Umlaufbahn aus überfliegen und dabei wichtige neue Erkenntnisse über die Abläufe verschiedenster Prozesse und ihrer Interdependenzen auf der Erde liefern.
 
Für Oktober plant die ESA den Start von »Smart-1«. Bei dieser Mission soll ein Ionen-Antrieb getestet werden, der die Raumsonde auf einer sich ausweitenden spiralförmigen Flugbahn um die Erde während eines Zeitraums von ca. 15-17 Monaten schließlich von einem Erd- in einen Mondorbit bringen soll. Ist dieses Ziel erreicht, soll »Smart-1« anschließend mindestens sechs Monate lang den Mond mit verschiedenen, hoch-innovativen wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Diese Mission stellt den Beginn des ESA-Programms "Small Missions for Advanced Research in Technology (SMART)" dar, mit dessen Hilfe neue Technologien für zukünftige Raumfahrtmissionen im Rahmen preiswerter Kleinsonden getestet werden sollen (vergleichbar dem "New Horizon"-Programm der NASA).
 
Missionen zu Planeten unseres Sonnensystems
Nach der erfolgreichen Ankunft von »2001 Mars Odyssey« beim Roten Planeten im vergangenen Oktober wird das eigentliche Forschungsprogramm der Sonde nach Abschluß der zur Zeit laufenden "Aerobraking"-Phase voraussichtlich Anfang Februar beginnen. Gut eineinhalb Jahre lang soll die Raumsonde unter anderem nach Spuren von Wasser suchen, bevor sie ab Ende 2003 als Relaisstation für verschiedene Mars-Lander und -Rover dienen wird. Weiter auf ihrem Weg zum Saturn ist die amerikanische Raumsonde »Cassini« zusammen mit der "huckepack" von ihr transportierten ESA-Sonde »Huygens«, die nach der Ankunft im Saturn-System 2004 in die Atmosphäre des Mondes Titan hinabtauchen soll.
 
Missionen zur Erforschung kosmischer Phänomene
Am 21. Februar wird der Space Shuttle-Flug »STS-109« starten, um die vierte Wartungsmission für das Weltraum-Teleskop »Hubble« durchzuführen. Während dieser Mission sind fünf Außeneinsätze geplant, um ein neues Kamerasystem, neue Solarpanele und eine neue Energie-Kontrolleinheit für »Hubble« zu installieren.
 
Die NASA-Mission »GALEX« wird im Mai vom Kennedy Space Center aus starten und in den folgenden 28 Monaten UV-Bilder und UV-Emissionsspektren von nahen und entfernten Galaxien aufnehmen. Dadurch sollen für jede beobachtete Galaxie globale Parameter wie beispielsweise die Sternenbildungs- und vernichtungsrate ermittelt und in Beziehung zu anderen bekannten Daten wie Leuchtstärke, Galaxientyp, Galaxienumgebung etc. gebracht werden. Letztendlich sollen mit den von »GALEX« gewonnenen Daten kosmologische Modelle der Galaxienentwicklung überprüft und ggf. verbessert werden. Daneben soll diese Mission Hinweise auf kosmische Objekte liefern, die später dann mit dem Weltraum-Teleskop »Hubble« bzw. dem zur Zeit in Planung befindlichen »Hubble«-Nachfolger "New Generation Space Telescope (NGST)" weiter beobachtet werden sollen.
 
Im Oktober soll die ESA-Mission »Integral« mit Hilfe einer russischen Proton-Rakete starten. Das rund vier Tonnen schwere Gammastrahlen-Teleskop soll auf einem stark elliptischen Orbit alle drei Tage einmal die Erde umkreisen und in bisher unerreichter Auflösung kosmische Gammastrahlen registrieren. Die Astronomen erwarten von dieser Mission wichtige neue Erkenntnisse über kosmische Ereignisse und Objekte wie Supernovae, Schwarze Löcher und Galaxienkerne. Von der Erdoberfläche aus können solche Beobachtungen nicht durchgeführt werden, da die Atmosphäre unseres Planeten Gammastrahlen (glücklicherweise) absorbiert.

Related Links:
Hotspot-Archiv

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Ende letzter Woche traf man an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) die letzten Vorbereitungen auf den Abflug des Shuttles "Endeavour". Das Logistikmodul "Raffaello" wurde von der Station getrennt, die "Expedition Three"-Crew packte ihre letzten Sachen für den Rückflug zur Erde und die Shuttle-Crew schob die Station erneut außerplanmäßig in einen höheren Orbit. Letzteres mußte geschehen, da die Missionskontrolle erst kurzfristig berechnet hatte, dass eine alte russische Raketenstufe aus den 1970ern an der Station vorbeidriften wird. Um etwas zusätzlichen Abstand zu gewinnen, schob das Shuttle die Station etwas höher, um dem Weltraumschrott garantiert zu entgehen.

Anfang der Woche dann wurden die Schleusen zwischen Shuttle und Station geschlossen, um den Abflug der "Endeavour" vorzubereiten. Nach dem Abdockvorgang flog das Shuttle noch in einem Halbkreis um die Station, um sicherzustellen, dass die Raketenstufe der Station nicht zu nahe kommt. Dann trat die "Endeavour" endgültig den Heimflug an. Während des Fluges wurden die Wiedereintrittssysteme getestet und ein Satellit in der Erdumlaufbahn ausgesetzt. Schließlich landete das Shuttle ohne technische und meteorologische Probleme im "Kennedy Space Center". Die "Expedition Three"-Crew ist nun endlich wieder zurück auf der Erde, nachdem sie seit August an Bord der ISS forschten und lebten.

Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Unternehmen Apollo von Walter Maierhofer 

"Unternehmen Apollo" bietet reichhaltige Informationen und Bilder zum gesamten Apollo-Projekt der NASA. Sämtliche Apollomissionen sind im Detail beschrieben, zum Teil mit den Originalfunksprüchen. Auch die Astronauten werden vorgestellt und ihr Lebenslauf ist genau nachzulesen. Besonders interessant ist auch der technische Teil der Seite, in dem die Instrumente und andere zum Einsatz gebrachte Raketen und Ähnliches vorgestellt werden. Alles in allem ist "Unternehmen Apollo" eine sehr informative und fesselnde Internetseite, die es auf jeden Fall wert ist, besucht zu werden.

Das Unternehmen Apollo finden Sie hier.

 
 

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      InDetail: Swing-by-Effekt Clemens Mach & Karl Urban 

Den "Swing-by"-Effekt macht man sich bei Flug von Raumsonden zu nutze. Beispielsweise ist der direkte, geradlinige Flug einer Sonde von der Erde zum Staturn mit den heutigen Antriebstechniken unmöglich. Um den Planeten trotzdem zu erreichen steuert man den Flugkörper zunächst in Richtung Mars oder Jupiter. Da jeder Planet ein Gravitationsfeld besitzt, wird die Raumsonde von ihm angezogen, so bald sie sich ihm nähert, ihre Geschwindigkeit nimmt zu. Daraufhin umfliegt sie ihn in einem Halbkreis. Die Sonde wird dadurch nach außen "geschleudert" und entfernt sich wieder vom Planeten, allerdings mit einer erheblichen Zunahme der eigenen Geschwindigkeit. Die "Swing-by"-Technik dient also zur Bahnänderung von Raumfluggeräten unter Nutzung des Gravitationsfelds eines Himmelskörpers.

Beispielsweise startete 1998 die Saturnsonde "Cassini" erst in die entgegengesetzte Richtung zur Venus. Daraufhin nutzte sie den "Swing-by"-Effekt an der Venus, dann wiederholt an der Erde und vor kurzem am Jupiter. Diese Manöver erhöhten "Cassinis" Eigengeschwindigkeit soweit, dass sie den Saturn im Jahr 2004 erreichen wird.

 
 

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"In Space Newsletter" #005

Erscheinungsdatum:
29. Dezember 2001
Auflage: 326 Exemplare


Herausgeber und V.i.S.d.P.:
Jens Renner

Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Christian Ackermann
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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