In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #008 vom 19. Januar 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #008


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Computer & Raumfahrt (3)

> HotSpot:
Spart George Bush die ISS kaputt?

> History Special:
Das Mercury-Projekt

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Die-Astronomie

> InDetail:
Heliopause

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

die Zeiten sind nicht gut, sowohl für die Raumfahrt, als auch für Webseiten mit .net-Domain wie Raumfahrer.net. Mit dem Konzept ".Net" des allseits beliebten Software-Monopolisten Microsoft schützt der Gigant nämlich den Begriff .Net. Das heißt jede der Millionen von Webseiten mit einer .net-Domain kann eine Abmahnung von Microsoft erhalten, wenn sie auch nur einmal .Net anstatt .net schreibt. Doch spätestens seit sich die Deutsche Telekom sich den Buchstaben T sowie die Internet-Grundfarbe Cyan schützen ließ, lassen einen Nachrichten wie die von Microsofts .Net völlig kalt. Es ist nur eben ein Haufen Arbeit, ein Großprojekt wie Raumfahrer.net von ".Net" auf ".net" umzustellen.

Da ich Sie jedoch nicht weiter mit diesen .Net©tigkeiten nerven möchte, komme ich lieber zum heutigen In Space Newsletter. Denn auch der Raumfahrt geht es nicht gut. Die Internationale Raumstation ist dabei, sich in eine 100 Mrd. Dollar-schwere Fehlinvestition zu verwandeln. Warum die NASA die Nase gestrichen voll hat von der "großen ISS" lesen sie in unserem heutigen Hotspot.
Auf den Spuren der Weltraumpioniere wandelt Michael Stein für sie: Unser heutiges History Special handelt vom amerikanischen "Mercury"-Programm, bei dem der erste Amerikaner ins All flog.
Selbstverständlich dürfen Sie auch in den Space Focus, Surftipp und InDetail-Beitrag hineinlesen. Ach ja: Die aktuellen News finden Sie hier.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"

 
 

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      News

• Nyiragongo Vulkan in Kongo ausgebrochen   <mehr>
• 18 Ariane Starts sind geplant   <mehr>
• Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io (Update)   <mehr>
• Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io   <mehr>
• Treibhausgase gehen zurück   <mehr>
• Roboter-Crew rollt Schlaflager aus   <mehr>
• Erster Außeneinsatz der neuen ISS Crew   <mehr>
• "Ham Radio" von der ISS   <mehr>


» Nyiragongo Vulkan in Kongo ausgebrochen
18. Januar 2002 - Am 17.Januar 2002 ist der Vulkan Nyiragongo in Kongo ausgebrochen und hat die ca. 10 km entfernte Stadt Goma fast zerstört.
Der Vulkan Nyiragongo befindet sich in der demokratischen Republik Kongo und brach am 17.01.2002 aus und warf eine große Wolke aus Rauch und Asche hoch in den Himmel.
Die Lava trat aus drei Seiten des Vulkans aus. Der Mount Nyiragongo befindet sich ca. 10 km nördlich von der Großstadt Goma an der Grenze zu Ruanda. Die Großstadt Goma hat 500.000 Einwohner.

Die extrem flüssigen Lavaströme haben bei ihren Weg zu der Stadt Goma bereits zahlreiche Dörfer zerstört. Das Lava hat die Großstadt Goma fast komplett zerstört. Bisher gab es nach Angaben von UN-Sprechern 45 Tode. Bis zu 300.000 Einwohner sind auf der Flucht nach Ruanda. Es wird angenommen, das sich noch tausende Einwohner sich in den Gebieten befinden. Die Fluchtwege aus dem Gebieten ist durch den Lavastrom abgeschnitten.
(
la - Quelle: NASA / eigene Rechere)

» 18 Ariane Starts sind geplant
18. Januar 2002 - Insgesamt sind 18 Ariane-Starts für dieses Jahr geplant.
Der erste Start der Ariane-4 ist für den 23.01.2002 geplant. Gestartet wird in französischen Guiana mit einem Telekommunikationssatelliten an Bord. Insgesamt sind 13 Starts von Ariane-4 geplant.
Die Ariane 5 wird im Februar 2002 den Satelliten Envisat in den Orbit befördern. Insgesamt sind fünf Ariane-5 Starts für dieses Jahr geplant.
(
la - Quelle: ESA)

» Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io (Update)
18. Januar 2002 - Wie das »Jet Propulsion Laboratory« (JPL) der NASA nach Veröffentlichung unserer Meldung über den Vorbeiflug der Raumsonde »Galileo« am Jupitermond Io mitteilte, sind die Systeme an Bord des Raumfahrzeugs während dieses Manövers in den sogenannten "Standby"-Modus gewechselt, was das Ende der Beobachtung von Io zur Folge hatte. Die Ursache für dieses Verhalten war der Neustart eines Galileo-Bordcomputers, ausgelöst höchstwahrscheinlich durch die hohe Strahlenbelastung in diesem Bereich des Jupitersystems.
Während des Anflugs auf Io registrierten die Kontrollsysteme des Raumfahrzeugs um 13:41 Uhr Universal Time (14:41 Uhr MEZ) den Neustart eines Bordcomputers. Für die Fehlerkontrolle zuständige Software an Bord von Galileo stoppte daraufhin automatisch die Daten- und Bildaufzeichnung sämtlicher Meßinstrumente und Kameras. Anschließend wurden alle Geräte in einen "Standby"-Modus versetzt und warteten auf weitere Kommandos von der Bodenkontrolle.
 
Bilder und andere Meßdaten wurden während der Phase der größten Io-Annäherung aus diesem Grund nicht aufgezeichnet. Die Missionskontrolle beim JPL sendet mittlerweile Befehle zur Sonde, um das Raumfahrzeug aus dem Standby-Modus herauszuholen und mit der Datenerhebung während der bis zum Sonntag veranschlagten Beobachtungsphase fortfahren zu können. "Wie sind nicht wirklich überrascht, da Galileo die in sie gesetzten Erwartungen bereits übertroffen hat und wir wußten, daß es aufgrund der intensiven Strahlung während dieses Vorbeiflugs weitere Probleme geben könnte", so Galileo-Projektmanagerin Dr. Eilene Theilig. "Galileo hat schon mehr als vier Jahre über ihre ursprüngliche Mission hinaus überstanden und das dreieinhalbfache der Strahlungsdosis überlebt, für die sie konzipiert war, weswegen die Unterbrechung dieses Vorbeiflugs durch ein Problem nicht unerwartet gekommen ist."
 
Bereits in der Vergangenheit ist es immer wieder zur Problemen mit verschiedenen Galileo-Instrumenten aufgrund der hohen Strahlungsbelastung gekommen. Die Flugingenieure sind weiterhin zuversichtlich, die normale Funktionsfähigkeit des Raumfahrzeugs durch Übermittlung neuer Befehle wiederherstellen zu können.
(
ms - Quelle: NASA)

» Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io
17. Januar 2002 - Die NASA-Sonde »Galileo« ist heute um 14:09 Uhr Universal Time (15:09 Uhr MEZ) zum siebten und letzten Mal in äußerst geringer Entfernung am Jupitermond Io vorbeigeflogen, um wissenschaftliches Datenmaterial sammeln und Veränderungen auf der Mondoberfläche gegenüber früheren Io-Passagen registrieren zu können. Gleichzeitig wurde Galileos Flugbahn durch das heutige Manöver so verändert, daß diese sehr erfolgreiche Raumsonde im Jahr 2003 in die Jupiteratmosphäre stürzen wird.
In nur 100 Kilometern Höhe ist Galileo wieder einmal an diesem innersten der vier großen Jupitermonde "vorbeigeschrammt", um Strukturen und Veränderungen an der geologisch und vulkanisch äußerst aktiven Mondoberfläche im Detail wahrnehmen zu können. Während des Vorbeiflugs wurden von den Meßgeräten die Intensität elektrisch geladener Teilchen sowie das magnetische Feld rund um Io registriert, und die Kameras der Sonde haben Aufnahmen im sichtbaren Licht sowie im infraroten Wellenbereich angefertigt.
 
"Galileos Tage sind gezählt, weswegen es besonders aufregend für uns ist, Io ein letztes Mal zu besuchen", so Dr. Eilene Theilig, Projektmanagerin für die Galileo-Mission am NASA-eigenen "Jet Propulsion Laboratory" (JPL). "Eine Orbitalmission wie Galileo gibt einen den Vorteil, interessante Stellen mehrmals im Laufe der Zeit untersuchen zu können. Diese Option ist bei der Untersuchung von Io hervorragend gewesen, weil er sich so stark verändert."
 
Der heutige Vorbeiflug hat der Raumsonde die Möglichkeit geboten, die dem Jupiter zugewandte Seite des Mondes besser als jemals zuvor aufzunehmen. Wie unser eigener Mond der Erde, so wendet Io Jupiter ständig dieselbe Seite zu. Die am Projekt beteiligten Wissenschaftler hoffen, daß Galileo Regionen des Mondes aufgenommen hat, die zuletzt von der Voyager-Sonde 1979 fotografiert worden sind. Besonders interessant ist dabei die Rate der Veränderungen an der Oberfläche von Io durch vulkanische Aktivität. Daneben wird Galileo bei seinem Flug durch den inneren Teil des Jupitersystems auch Stürme in der Planetenatmosphäre sowie den sogenannten »Io-Torus« (ein Jupiter umkreisendes Band aus elektrisch geladenen Teilchen) untersuchen.
 
Da der für die Steuerung und korrekte Ausrichtung des Raumfahrzeugs erforderliche Treibstoff sich dem Ende zuneigt, soll die Raumsonde als Nebeneffekt des heutigen Vorbeiflugs an Io eine stark elliptische Bahn einschlagen, die sie 2003 in der Jupiteratmosphäre verglühen lassen wird. Dieser Schritt wurde von der NASA beschlossen, um ein versehentliches Auftreffen von Galileo auf dem Jupitermond Europa mit letzter Sicherheit auszuschließen. Galileo selbst hatte starke Anzeichen dafür gefunden, daß tief unter der eisigen Oberfläche von Europa ein Ozean aus geschmolzenem Salzwasser existiert, der als ein mögliches Reservoir für extraterrestrisches Leben angesehen wird. Um jede "Verunreinigung" dieses Mondes durch von Galileo unbeabsichtigt mittransportierte Mikroorganismen von der Erde auszuschließen, wurde die Entscheidung getroffen, die 1989 von Bord eines Space-Shuttle aus gestartete Sonde auf den Jupiter stürzen zu lassen.
 
Ausführliche Informationen zur Galileo-Mission finden sich auf der
Galileo-Homepage.
 (ms - Quelle: NASA)


» Treibhausgase gehen zurück
17. Januar 2002 - Eine Studie der NASA hat belegt, dass die ausgestoßenen Treibhausgase im letzten Jahrzehnt deutlich zurückgegangen sind.
Große Auswirkungen haben hierbei wohl die internationalen Vereinbarungen gezeigt, die die Reduzierung verschiedener Treibhausgase regeln.

Der schädliche Methanausstoß wurde spürbar verringert. Aber der Ausstoß von CO2 läßt sich kaum vermeiden - ist er doch sogar noch schädlicher, was die globale Erwärmung betrifft. Aus diesem Grund konzentriert man sich stärker auf die Reduzierung von Gasen, deren Ausstoß vermeidbar ist.
(
rk - Quelle: NASA HQ)

» Roboter-Crew rollt Schlaflager aus
17. Januar 2002 - Dank neuen technologischen Fortschritten muß die erste Crew einer Marsmission keine Helme tragen - denn sie könnte aus Robotern bestehen.
NASA-Forscher haben zum erstan Mal präsentiert, wie verschiedene Roboter und Mars-Rover allein Aufgaben lösen können, ohne, dass sie menschliche Hilfe benötigen. "Die technische Crew ist eigentlich so ähnlich wie ihr menschliches Gegenstück. [...] Jeder der Crew hat ein paar individuelle Methoden, wie er Aufgaben löst", so Dr. Paul Schenker, Berater beim Roboterprojekt des JPL der NASA. Das Besondere ist, dass die technische Crew das unwegsame Gelände des Mars überwinden muß.

Ermöglicht wird das Ganze durch eine neue Software. Sie fungiert als zentrales Gehirn, das alle Vorgänge organisiert und auf die einzelnen Mitglieder verteilt. Die Technologie ist momentan noch in einem frühen Entwicklungsstadium; dennoch ist es möglich, dass eine Robotercrew den Mars eher erreicht als der Mensch selbst.
(
rk - Quelle: NASA JPL)

» Erster Außeneinsatz der neuen ISS Crew
15. Januar 2002 - Gestern absolvierten zwei der Astronauten an Bord der ISS, ihren ersten Weltraumspaziergang
Kommander Yury Onufrienko (Russland) and Flugingenieur Carl Walz (USA)installierten eine Amateurradioantenne am Ende des Zvezda Service Moduls und versetzten einen Roboterarm, der in Russland gefertigt wurde. Zusammen mit einem fast identischen Kran aus Kanada, soll er dabei helfen, Ausrüstunggegenstände bis zu einem Gewicht von drei Tonnen außerhalb der ISS-Station zu befördern.
(
sp - Quelle: NASA Human Spaceflight)

» "Ham Radio" von der ISS
13. Januar 2002 - Als Astro- und Kosmonauten die Internationale Raumstation als ihr Heim bezogen, gründeten Sie den Amateursender "Ham Radio", um mit der Erde ständig in Kontakt zu bleiben.
Während eines Weltraumspaziergangs, der für den 14. Januar geplant ist, will die Crew ein Antennensystem installieren, das die Radiostation "Ham Radio" zu besserer Qualität zu führen soll.
Seit November 2000 nutzten Raumfahrer auf der ISS Amateurradio-Equipment, um zu hunderten von Schulkindern auf der ganzen Welt zu sprechen, sowie zu Freunden, Familie und anderen auf der Erde.
Während des Weltraumspaziergangs werden der Commander der "Expedition Crew Four" Yuri Onufrienko und Flugingenieur Carl Waltz die erste Amateurradio-Antenne installieren, die vom "Amateur Radio on the International Space Station Team" (ARISS) entwickelt wurde.
(
ku - Quelle: NASA )

 
 

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      Space Focus: Computer und Raumfahrt (Teil 3) von Günter Fischer 

Der Gemini Digital Computer
Der Rechner hatte eine Verarbeitungsgeschwindigkeit von 140 ms (Millisekunden), diese Zeit benötigte er für eine Addition. Multiplikationen benötigten drei mal soviel, also 420 ms. Eine Division benötigte das doppelte der Zeit, 820 ms. Die arithmetische Bitrate lag bei 500 kilocycle. Die Speicherrate betrug die Hälfte der arithmetischen Bitrate, also 250 kilocycle. Der Computer arbeitete im seriellen Modus, Bit für Bit-Verarbeitung, daraus resultierte das relativ langsame Abarbeiten der Daten. Die Festkomma-Recheneinheit beschränkte die Genauigkeit der Berechnungen. Der Gemini Digital Computer arbeitete mit Ringkern-Speichern als Hauptspeicher, eine Erfindung von IBM. Ein Ringspeicher bestand aus Ferrit-Ringen welche auf einem senkrechten von zwei diagonal kreuzenden Drähten gehalten wurden. Der senkrechte oder der von oben nach unten laufende Draht war der x-Draht, die beiden sich kreuzenden oder von links nach rechts laufenden waren die y-Drähte. Tausende von solchen Kreuzungen befanden sich auf jeder Ebene des Ferrit-Kern-Speichers. Die Speicherweise erfolgte wie bei der Verarbeitung, Bit für Bit. Ein Bit pro Ferritring. Die Speicherung geschah durch Magnetisierung des Ringes in oder gegen den Uhrzeigersinn. Um die Lage eines Bits zu bestimmen bzw. ein- oder auszulesen, wurde die Stromspannung auf die Hälfte des ursprünglichen Wertes gesenkt (Steuersiegnal). Diese Spannungsänderung wurde nun an einen der beiden x-Drähte weitergegeben. Auch dem senkrechten Draht (y-Draht) wurde die Spannungsänderung mitgeteilt. Auch alle anderen Kerne auf dem y-Draht wurde die Spannungsänderung bekanntgegeben, hatte jedoch keine Wirkung da die x-Drähte nicht angesteuert wurden. Im Kreuzugspunkt des Ferritringes, dort wo sich x-und y-Drähte kreuzten, wurde nun der Kern magnetisiert. In Uhrzeigerrichtung, positiv (1) oder gegen den Uhrzeigersinn, negativ (0). Unter Zuhilfenahme des dritten Drahtes (x-Draht) war es möglich festzustellen welcher der ausgewählten Ferrit-Kerne 1-bit oder 0-bit beinhaltete. Auf diesem Weg war es möglich jeden einzelnen Kern zu lesen. Der Ferrit-Kern-Speicher im Gemini Digital Computer hatte ein ungewöhnliches Design. Er beinhaltete 39 Ebenen eines 64 zu 64-bit Arrays. Daraus resultieren die 4.096 Adressen. (Die Nummer einer Speicherzelle nennt man Adresse.) Eine Wortlänge von 39-bit war ausreichend,jedoch in drei Silben zu je 13-bit geteilt. Der Speicher selbst war in 18 Sectoren aufgeteilt. Wichtig war die Angabe des Setors sowie der Silbe um eine Adresse zu erhalten.

Quelle: NASA History Office, IBM Corporate Archives,


Dieser Artikel wird in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.


Related Links:
Bemannte Missionen
Raumsonden

 
 

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      HotSpot: Spart George Bush die ISS kaputt? von Karl Urban 

Anfang der 90er Jahre vereinbaren 16 Staaten, darunter die USA, Russland, Japan, Kanada und die Mitgliedsstaaten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA den Bau einer neuen Raumstation - der größten jemals gebauten und dem teuersten internationalen Projekt aller Zeiten. Schon in den 70er Jahren plant man in den USA den Bau einer großen Raumstation - dieses Konzept musst jedoch aus Kostengründen fallengelassen werden. Man konzentriert sich in den beiden großen Raumfahrtnationen USA und Russland vorerst auf kleinere Stationen. Den Höhepunkt bildet die Raumstation Mir, deren Geschichte im März 2000 nach 13 Jahren im All endet.

Die Arbeit beginnt
Im November 1998 startet nach einigen Verzögerungen das erste Modul der Internationalen Raumstation. Das von Russland gebaute Modul "Zvezda", das erst im Juli 2000 nach erneuten Verzögerung und nach Finanzspritzen der USA startet, macht erstmals die Bemannung der Station möglich - seit November 2000 ist die ISS ständig mit drei Raumfahrern bemannt. Die maximale Crewstärke wird durch die Anzahl der Rettungsplätze beschränkt. In einem Notfall müssen alle Menschen an Bord auf die Erde zurückkehren können. Derzeit ist ständig eine Sojus-Raumkapsel an die Station angedockt, in der sich nur drei Plätze finden. Zukünftig soll nach dem internationalen Vertrag der ISS-Teilnehmerstaaten ein Rettungsvehikel verfügbar sein, dass im Notfall bis zu sieben Astronauten zur Erde zurückbefördern kann. Dieses sogenannte CRV ("Crew Return Vehicle") soll von der NASA mit europäischer Hilfe entwickelt werden. Da die europäische Beteiligung am CRV jedoch nur in der Bereitstellung von Personal und Know-How besteht, trägt die NASA den Löwenanteil der finanziellen Mittel bei der Entwicklung des Raumfahrzeugs.

George Bush, 11. September, Probleme
Mit der Wahl von George W. Bush als neuen amerikanischen Präsidenten ändert sich auch der amerikanische Haushaltsplan und die Zuwendungen für die NASA. Ihr Budget steigt zwar leicht an, jedoch gerät sie aufgrund von Managment-Fehlern in starke Kritik. NASA-Administrator Goldin gibt eine unabhängige Studie in Auftrag, die besonders die Finanzierung der ISS durchleuchten soll. Die Ergebnisse sind erschütternd. Unter anderem bescheinigt die Kommission der NASA Fehlmanagment bei der ISS sowie eine Budgetüberschreitung von etwa 4 Mrd. Dollar beim Bau der Station.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September ändert sich der amerikanische Haushaltsplan erneut grundlegend. Große Mengen fließen von nun an in die Terrorismusbekämpfung. Auch diese Entwicklung schadet der sowieso in die Kritik geratenen NASA. Zudem tritt der visionäre und beliebte NASA-Administrator Goldin im Dezember 2001 nach über zehn Jahren Amtszeit zurück. Sein Nachfolger O'Keefe ist Finanzexperte aus dem Weißen Haus. Mit dem Wechsel an der NASA-Spitze geht man von einer anderen Gangart der Weltraumorganisation aus. Aufgrund der radikalen Budgetüberschreitung bei der ISS werden nun Fragen laut, wie weit das Projekt denn überhaupt vorangetrieben werden kann. Der gesamte Nutzen der Station wird damit in Frage gestellt.

Kein CRV - kleine ISS: Sinnlose Investition?
Besonders bei der Entwicklung des "Crew Return Vehicles" CRV streicht die NASA den größten Teil der Gelder und lässt das Projekt nur auf "Sparflamme" weiterlaufen. Ohne das CRV steht jedoch das gesamte Projekt der Internationalen Raumstation in Frage: Die maximale Besatzung wäre auf drei Raumfahrer beschränkt - zwei benötigt man allein, um die Station zu betreiben. Das Hauptziel der ISS ist jedoch die Forschung in der Schwerelosigkeit, die viele Bereiche auf der Erde beeinflussen und verbessern könnte - so zum Beispiel die Materialwissenschaften, Landwirtschaft oder Medizin. Mit nur drei Astronauten wären diese Forschungsziele kaum bzw. gar nicht erreichbar. Zudem ist die NASA den internationalen Partnern gegenüber verpflichtet, den Ausbau wie geplant weiterzuführen. Schon werden Stimmen laut, unter anderem bei der ESA, die die Pläne der NASA, die ISS eventuell auf längere Zeit mit nur drei Personen zu bemannen, scharf kritisieren.

Doch leider haben die USA beim Kyoto-Abkommen und dem ABM-Vertrag mit Russland bewiesen, dass sie sich nicht an internationale Verträge halten müssen, wenn diese nicht zu ihrem Nutzen sind. Daher ist es fraglich, ob der Druck der Partnerstaaten ausreichen wird, die ISS wie geplant weiterzubauen und zu betreiben, obwohl die Internationale Raumstation kurz davor ist, sich in eine milliardenschwere Fehlinvestition zu verwandeln.

Related Links:
Hotspot-Archiv
Internationale Raumstation

 
 

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      History Special: Das Mercury-Projekt von Michael Stein 

Am 7. Oktober 1958 wurde das Mercury-Projekt offiziell von der erst sechs Tage vorher gegründeten amerikanischen Raumfahrbehörde NASA ins Leben gerufen. Die Ziele des Projekts waren: erfolgreiche Durchführung bemannter Orbitalflüge, Gewinnung von Erkenntnissen über das Verhalten und die Leistungsfähigkeit von Menschen in der Schwerelosigkeit und die erfolgreiche Bergung von Kapsel und Raumfahrer nach der Beendigung einer Raumfluges durch Wasserung. Für die technische Umsetzung dieser Ziele sollten wo immer möglich vorhandene Technologien eingesetzt werden. Insgesamt erfolgten über einen Zeitraum von mehr als viereinhalb Jahren verteilt 25 Starts.
 
Am 9. April 1959 wurden die sieben Männer auf einer Pressekonferenz vorgestellt, die mit den Mercury-Kapseln fliegen sollten. Es waren allesamt erfahrene Testpiloten, die in der Folgezeit unter großer öffentlicher Anteilnahme intensiv auf ihren Raumflug vorbereitet wurden. Der seinerzeit immer wieder beschworene Geist der "Glorreichen Sieben" manifestierte sich unter anderem darin, dass die Namen aller Mercury-Kapseln auf »7« endeten. Schon einige Monate nach dieser Pressekonferenz, am 21. August 1959, erfolgte dann der erste Flug im Rahmen des Mercury-Projekts, bei dem der Rettungsturm für die Kapsel getestet werden sollte. Er sollte die Gewähr dafür bieten, dass im Falle des Versagens der Trägerrakete beim Start die Kapsel mitsamt dem Insassen aus dem Gefahrenbereich herausbefördert werden konnte. Aufgrund von Kriechströmen kam es jedoch zu einem Start des Rettungsturms noch vor dem Start der Trägerrakete, und somit war gleich zu Anfang der erste von mehreren Fehlschlägen zu verzeichnen.
 
Anfang Dezember des gleichen Jahres folgte dann nach drei weiteren Testflügen der erste Start einer Mercury-Kapsel mit einem Affen als Passagier statt. Der Rhesusaffe Sam überstand den bis in ca. 85 km Höhe führenden Flug erfolgreich, genau wie seine bei späteren Testflügen noch folgenden drei weiteren Artgenossen. Mitte 1960 waren die Tests mit der für einen Passagier ausgelegten Mercury-Kapsel abgeschlossen, so dass man sich bei den nun folgenden Flügen auf die Trägerraketen konzentrierte. Bis zum ersten bemannten Mercury-Flug wurden nun immer wieder die beiden Trägerraketen »Redstone« und »Atlas« getestet, zweimal waren auch wieder Affen als Passagiere mit an Bord. Die Redstone-Rakete sollte bei den suborbitalen Flügen eingesetzt werden, während die stärkere Atlas-Rakete für die Orbitalflüge des Mercury-Projekts vorgesehen war. Schließlich erreichten die Raketen eine Zuverlässigkeit, die den ersten Start mit einem Astronauten an Bord vertretbar erscheinen ließen.
 
Die Mercury-Kapsel selbst war für einen Astronauten konzipiert und für heutige Verhältnisse sehr klein und eng gebaut. Sie war konisch geformt, dabei zwei Meter lang mit einem Durchmesser von 1,90 m an der Basis. Auf der Kapsel war ein knapp sechs Meter hoher Rettungsturm montiert, an dem drei Feststoffraketen angebracht waren. Die Kapsel ermöglichte dem Astronauten eine manuelle Kontrolle des Fluges, war aber gleichzeitig auch für einen vollautomatischen Flug ausgelegt. Letzteres war nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass zum Zeitpunkt der Entwicklung der Mercury-Kapseln niemand wusste, ob ein Mensch in der Schwerelosigkeit in der Lage sein würde, kontrolliert zu handeln. Im Gegensatz zu russischen Raumfahrzeugen waren die Mercury-Kapseln auf eine Landung im Wasser ausgelegt.
 
Am 5. Mai 1961 hob dann Alan B. Shepard an Bord der Raumkapsel »Freedom 7« auf einer Redstone-Rakete zum ersten Raumflug eines amerikanischen Astronauten ab. Er auf einer ballistischen Flugbahn erreichte er in gut 15 Minuten eine maximale Flughöhe von rund 186 Kilometern und landete knapp 500 Kilometer von Cape Canaveral entfernt im Atlantischen Ozean. Der Flug war ein voller Erfolg, und obwohl Shepard im Gegensatz zu den russischen Kosmonauten keine komplette Erdumkreisung geflogen war, war der psychologische Effekt auf die öffentliche Meinung in Amerika enorm. Beim zweieinhalb Monate später folgenden Flug von Virgil I. Grissom, dessen Flugdaten mit denen von Shepards Flug beinahe perfekt deckungsgleich waren, kam es nach der Wasserung zu einem kritischen Moment, als seine Kapsel »Liberty Bell 7« Wasser aufnahm und sank, so dass Grissom von Hubschraubern aus dem Wasser gezogen werden musste. (Im Jahr 1999 wurde die seinerzeit gesunkene Kapsel übrigens gehoben.)
 
Der erste "echte" Orbitalflug eines amerikanischen Astronauten war dann John Glenn am 20. Februar 1962 vorbehalten, als er mit seinem Raumschiff »Friendship 7« in knapp fünf Stunden insgesamt dreimal die Erde umkreiste. Nach zwei weiteren erfolgreichen bemannten Flügen folgte dann am 15. Mai 1963 mit »Faith 7« der letzte und gleichzeitig längste Flug des Mercury-Programms; insgesamt 34 Stunden lang umkreiste Astronaut L. Gordon Cooper die Erde. Der ursprünglich geplante siebte bemannte Mercury-Raumflug wurde aufgrund der erfolgreichen und problemlos verlaufenen letzten Mercury-Flüge nicht mehr durchgeführt, um die vorhandenen Ressourcen auf das folgende Gemini-Programm zu konzentrieren. Insgesamt gesehen war das Mercury-Projekt ein Erfolg, bei dem trotz anfänglich zahlreicher Misserfolge die zu Beginn gesteckten Ziele voll erreicht wurden.

In der nächsten Ausgabe berichten wir über das amerikanische Gemini-Programm


Related Links:
Bemannte Missionen
Trägerraketen

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Außeneinsatz durchgeführt
In mehr als sechs Stunden hat die "Expedition Four"-Crew an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) ein Manöver durchgeführt, bei dem ein Cargokran neu montiert und eine Amateurfunkantenne installiert wurde. Der Kran wurde ans "Pirs"-Modul angebaut, dort existiert bereits ein ähnliches Modell. Grund: die beiden Kräne will man in Zukunft parallel nutzen.

Die Crew hat nun aber dennoch keine Zeit, sich auszuruhen - denn bereits am 25. Januar folgt der nächste Weltraumspaziergang. Dann sollen die drei verbleibenden Amateurfunkantennen installiert werden. Außerdem will man ein Deflektorschild am Triebwerk anbringen.

Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Die-Astronomie von Clemens Mach 

"Die-Astronomie" ist eine umfangreiche Seite zur Astronomie und zum Weltraum.
Man findet dort allgemeine Informationen zum Thema Astronomie, z.B. Bedeutung, Bereiche, Hilfswissenschaften und moderne Zweige. Weiterhin ist das Sonnensystem und seine Entstehung erklärt, wobei auch auf die Planeten eingegangen wird. Zu den Planeten gibt es auch Tipps, wie man sie mit einem Teleskop am besten beobachten kann. Außerdem gibt es noch eine Rubrik "News" über Hubble, das Sonnensystem, die Raumfahrt, Astrophysik und Kosmologie. Wer sich für Mondphasen oder eine Sternenkarte interessiert, kann diese dort downloaden. Weitere Rubriken sind noch ein Astronomielexikon, das Universum oder Links.
Wer sich auf der Seite verewigen oder einen Kommentar abgeben will, für den sind Gästebuch und Forum vorhanden.
Allerdings werden manche Gebiete, wie "Zahlen und Fakten" oder "Galerie" gerade bearbeitet und stehen nicht zur Verfügung.

Wer nun Interesse hat, sich die Seite anzuschauen, der kann das hier tun.

 
 

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      InDetail: Heliopause von Michael Stein 

Die Heliopause markiert die äußerste Grenze des unmittelbaren Einflussbereichs unserer Sonne. Erst jenseits der Heliopause beginnt der interstellare Raum zwischen den einzelnen Sternen und Sternensystemen, durch den sich unsere Sonne bei ihrem Umlauf um das Zentrum der Milchstrße bewegt.
 
Bis hierhin dominiert der von unserer Sonne ausgehende stetige Partikelstrom (der sogenannte "Sonnenwind") das Geschehen. In einer Entfernung von etwa 85 AE ("Astronomische Einheit" = durchschnittliche Entfernung Erde-Sonne = ca. 150 Mio. Kilometer) hat der Sonnenwind ein Dichte erreicht, die sich nicht mehr von der der interstellaren Materie unterscheidet. Auch der Einfluß des von der Sonne ausgehenden Magnetfeldes ist dort nicht mehr stark genug, um sich gegen das interstellare magnetische Feld durchzusetzen. Zum Vergleich: Pluto, der sonnenfernste Planet, ist maximal etwa 50 AE von der Sonne entfernt
 
Es wird von verschiedenen Astronomen vermutet, daß die Heliopause eine tropfenförmige Gestalt aufweist, die durch die Bewegung der Sonne durch die interstellare Materie verursacht wird. In den kommenden zwei bis drei Jahren wird mit »Voyager 1« erstmals eine Raumsonde diese Entfernung von der Sonne erreichen und überprüfen können, ob sich die Heliopause tatsächlich in der schon erwähnten Entfernung von ca. 85 AU von der Sonne befindet - bisher sind dies nur Annahmen aufgrund von Meßwerten über den Sonnenwind, die in verschiedenen Entfernungen von der Sonne gemacht worden sind.

 
 

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"In Space Newsletter" #008

Erscheinungsdatum:
19. Januar 2002
Auflage: 403 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Christian Ackermann
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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