In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #009 vom 26. Januar 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #009


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Computer & Raumfahrt (4)

> HotSpot:
Was wird aus der deutschen Raumfahrt?

> History Special:
Das Gemini-Programm

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Raumreise

> InDetail:
Spektralanalyse

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Michael Stein 

Verehrte Leserinnen und Leser,

da kommt man als an Raumfahrt und Astronomie interessierter Leser doch schon mal kurzzeitig ins Stocken: Um bescheidene 45 Milliarden Dollar will der amerikanische Präsident den Militäretat für das kommende Haushaltsjahr aufstocken, all dies natürlich vor dem Hintergrund der erhöhten Aufwendungen für den "Kampf gegen den Internationalen Terrorismus". Ob dort die gleiche Sorgfalt bei der Mittelverwendung aufgewendet werden wird, wie sie von der NASA beispielsweise in Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Internationalen Raumstation ISS (durchaus zu Recht) verlangt wird? Aber wer will sich schon vorwerfen lassen, nicht genug gegen die Bedrohung der Sicherheit der eigenen Bevölkerung zu unternehmen...
 
Unsere Autoren Raphael Kallensee und Günter Fischer entführen Sie in den Rubriken History Special und Space Focus heute wieder einmal in die Frühzeit der Raumfahrt und bringen Ihnen das »Gemini«-Programm der NASA nahe, während Karl Urban im HotSpot einen Blick auf den Stellenwert der Raumfahrt im Deutschland unserer Tage wirft. Wie jede Woche bieten auch der Surftipp und unsere Rubrik InDetail wieder neuen Lesestoff für Sie, und die InSpace-News der vergangenen Woche vermitteln einen Überblick über alle wichtigen aktuellen Ereignisse aus Astronomie und Raumfahrt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Michael Stein
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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      News

• Charter-Site hilft bei Rettungsvorgängen   <mehr>
• Generaldirektor der ESA erhält NASA-Auszeichnung   <mehr>
• Erster »Ariane«-Start 2002 erfolgreich   <mehr>
• Gemini Teleskope komplett   <mehr>
• ISS: Computerwartung   <mehr>
• Galileo flog exakt an Io vorbei   <mehr>
• Nyiragongo-Vulkan in Kongo ausgebrochen   <mehr>
• 18 Ariane Starts sind geplant   <mehr>
• Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io (Update)   <mehr>
• Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io   <mehr>
• Treibhausgase gehen zurück   <mehr>
• Roboter-Crew rollt Schlaflager aus   <mehr>
 
 
» Charter-Site hilft bei Rettungsvorgängen
25. Januar 2002 - Die Internationale Charter hilft den Rettungseinheiten bei ihrer Arbeit.
 
Die internationale Charter ist seit dem 1.November 2000 im Kraft und hat zum Ziel, Weltraumtechnologien den Rettungszentralen im Falle einer größeren Katastrophe zur Verfügung zu stellen. Die Charter wird aktiv bei Überschwemmungen, Erdrutschen, vulkanischen Ausbrüchen, Ölpest und Erdbeben.

Gegenwärtige Mitglieder der Charter sind die kanadische Weltraumbehörde (CSA), die französische Weltraumbehörde (CNES), die indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO), die US-nationale ozeanische und atmosphärische Verwaltung (NOAA) und die europäsche Weltraumbehörde (ESA).
Die
Web-Site der Charter enthält neben den Informationen zu der Charter, Ressourcen und deren Mitgliedern, auch Richtlinie für die Rettungs- und Zivilschutzorganisationen zu den Verfahren, um die Charter zu aktivieren.
(la - Quelle: ESA)


» Generaldirektor der ESA erhält NASA-Auszeichnung
25. Januar 2002 - Bei einer Feier, die vorgestern in der ESA-Hauptverwaltung in Paris stattfand, überreichte die Vertreterin der NASA für Europa, Karen Feldstein, im Namen des früheren NASA-Administrators Daniel Goldin dem Generaldirektor der ESA, Antonio Rodota, die NASA-Medaille für herausragende Leistungen im öffentlichen Dienst.
 
Diese hohe Auszeichnung wurde Herrn Rodota für seine Verdienste um die transatlantische Zusammenarbeit zwischen der ESA und der NASA verliehen.
In dem noch von Goldin unterzeichneten Begleitschreiben heißt es:"Dank ihres persönlichen Einsatzes hat die ESA eine bedeutende Führungsrolle bei der Entwicklung und dem Betrieb der Internationalen Raumstation übernommen. Unter ihrer Leitung wurden die bilaterale Zusammenarbeit zwischen der ESA und der NASA verstärkt und die zivilen internationalen Weltraumaktivitäten durch die von ihnen geförderte Vielfalt der Programme der Europäischen Weltraumorganisation erheblich erweitert."
Goldin sagt in seinem Schreiben weiter:"Ihre Entschlossenheit und harte Arbeit haben zu einem signifikanten Beitrag der ESA zur Weltraumforschung und zu den Geowissenschaften geführt. Dies zeugt davon, wie engagiert Sie sich stets für diese Bereiche eingesetzt haben. Die von ihnen entscheidend mitbestimmten Beiträge der Europäischen Weltraumorganisation zur internationalen Zusammenarbeit bei der Erforschung des Weltraums setzen sich in den kühnen Vorhaben der NASA und der ESA zur Erkundung der Grenzen des Universums fort." Das Schreiben endet mit den Worten:"Es war mir eine große Freude und Ehre, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Nochmals herzlichen Glückwunsch zu der von ihnen im öffentlichen Dienst geleisteten hervorragenden Arbeit, die zur Vertiefung der amerikanischen-europäischen Zusammenarbeit in der zivilen Raumfahrt in großer Maße beigetragen hat."
"Ich bin Daniel Goldin und der NASA sehr dankbar und fühle mich durch diese Auszeichnung ganz besonders geehrt", sagte Rodota und zeigte Stolz auf die hellblaue Anstecknadel an seinem Revers, die diese Auszeichnung symbolisiert. "Das Verdienst gebührt jedoch nicht mir allein, sondern dem gesamten internationalen Personal der ESA, das mir seit meinem Amtsantritt zur Seite steht. Die ESA, in der zahlreiche Länder auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, ist ein Musterbeispiel für internationale Zusammenarbeit in Europa; besonders stolz bin ich auf die Erfolge, die wir bei unseren Anstrengungen zur Förderungen dieser Kooperation über die Grenzen des Alten Kontinents hinaus erzielt haben."
(
la - Quelle: ESA)

» Erster »Ariane«-Start 2002 erfolgreich
24. Januar 2002 - Eine europäische Trägerrakete des Typs »Ariane 4« hat gestern den indischen Kommunikationssatelliten »INSAT-3C« in eine geostationäre Umlaufbahn befördert. Mit diesem Start kann das Ariane 4-Trägersystem auf nunmehr 66 erfolgreiche Einsätze in Folge zurückblicken.
 
Nach einem kurzen Countdown-Stopp unmittelbar vor Zündung der Triebwerke startete um 8:47 Uhr Ortszeit die Ariane 4 in der 42L-Konfiguration mit zwei zusätzlichen Booster-Triebwerken ausgestattet in den morgendlichen Himmel von Korou (Französisch Guyana). INSAT-3C wurde in einen geostationären Orbit transportiert, von wo aus der 2.750 kg schwere Satellit Telekommunikationsdienste für den indischen Subkontinent anbieten wird.
 
Insgesamt markierte der gestrige Flug den 108. Start einer Ariane 4-Rakete. Da dieses Trägersystem in naher Zukunft durch die Ariane 5 ersetzt werden soll, werden keine neuen Ariane 4-Raketen mehr gebaut. Mit dem Start der letzten von noch acht vorhandenen Trägerraketen dieses Typs wird eine beispiellos erfolgreiche Ära für die europäische Raumfahrt zu Ende gehen.
 
Der nächste Start einer Ariane ist für den 20. Februar angesetzt, wenn wiederum eine Ariane 4 den Kommunikationssatelliten »Intelsat 904« in eine Umlaufbahn um die Erde befördern wird. Gut eine Woche darauf, am 28. Februar, wird dann eine erneute Nagelprobe für die Nachfolgerin Ariane 5 auf dem Programm stehen, wenn es darum geht, den gigantischen europäischen Erdbeobachtungssatelliten »Envisat« zu starten.
(
ms - Quelle: Arianespace)

» Gemini Teleskope komplett
22. Januar 2002 - Seit Freitag ist auch das zweite Teleskop einsatzbereit.
 
Die beiden Gemini Teleskope gehören zu den leistungsfähigsten Teleskope der Welt. Gemini North liegt auf Hawaii und das neue Teleskop, Gemini South, liegt in den chilenischen Anden. Durch ihre Lage ermöglichen die beiden Teleskope den Wissenschaftlern, den gesamten Himmel zu überblicken. Insgesamt sind 7 Staaten am Projekt beteiligt. Neben den USA sind noch Großbritannien, Kanada, Australien, Argentinien, Brasilien und Chile dabei.
(
sp - Quelle: Gemini)

» ISS: Computerwartung
20. Januar 2002 - Die "Expedition Four crew" auf der ISS installierte in der vergangenen Woche robustere Hardwareteile in einen der Bordcomputer und bereitete sich auf einen Raumspaziergang vor. Dieser wird die Besatzung jedoch mehr beanspruchen, als der der vergangenen Woche.
 
Flugingeneur Carl Waltz arbeitete mit den Computer-Experten am Boden zusammen und eine neue bessere Speichereinheit in einen der drei Bordcomputer der ISS zu installieren. Allein für den Entfernung des alten Hardware-Teils benötigte Waltz zwei Stunden. Nach weiteren zwei Arbeitsstunden war das neue Modul eingebaut, so dass der Rechner reaktiviert werden konnte.
Am 25. Januar ist der zweite Weltraumspaziergang der "Expedition Four crew" geplant. Zwei der ISS-Insassen werden die Station verlassen und mit Hilfe des Roboterarms "Canadarm 2" elf verschiedene Systeme an der Außenseite des Zvezda-Moduls installieren, die unter anderem zur Lagebestimmung der ISS dienen.
(
ku - Quelle: NASA )

» Galileo flog exakt an Io vorbei
20. Januar 2002 - Galileo brauchte beim Vorbeiflug am Jupitermond Io keine Bahnkorrektur vorzunehmen.
 
Als Galileo wieder aktiviert wurde flog sie 102 km am Jupitermond Io vorbei. Die Flugbahn war so akkurat, daß sie von den Steuerungsdüsen nicht korrigiert werden brauchte. Ziele der Sonde sind noch Bilder der Jupiteratmosphäre, eine abschließende Farbstudie des Eismondes Europa und nautische Bilder des kleinen Mondes Amalthea aufzunehmen.
Die Galileo-Mission wurde wieder einmal verlängert, wodurch kaum noch Treibstoff vorhanden ist, um die Antennen zur Erde zu richten. Da Galileo der Kontakt zur Erde abbrechen würde, hätte man die Kontrolle über die Sonde mehr und sie könnte auf die Erde stürzen. Um das zu verhindern will die NASA die Sonde kontrolliert auf den Jupiter abstürzen lassen.
Eine der größten Entdeckungen Galileo´s war der eventuell geschmolzene Salzsee unter der Eiskruste, was den Mond sehr Interessant für die Forschung nach außerirdischem Leben macht.
(
cm - Quelle: NASA JPL)

» Nyiragongo-Vulkan in Kongo ausgebrochen
18. Januar 2002 - Am 17.Januar 2002 ist der Vulkan Nyiragongo in Kongo ausgebrochen und hat die ca. 10 km entfernte Stadt Goma fast zerstört.
 
Der Vulkan Nyiragongo befindet sich in der demokratischen Republik Kongo und brach am 17.01.2002 aus und warf eine große Wolke aus Rauch und Asche hoch in den Himmel.
Die Lava trat aus drei Seiten des Vulkans aus. Der Mount Nyiragongo befindet sich ca. 10 km nördlich von der Großstadt Goma an der Grenze zu Ruanda. Die Großstadt Goma hat 500.000 Einwohner.

Die extrem flüssigen Lavaströme haben bei ihren Weg zu der Stadt Goma bereits zahlreiche Dörfer zerstört. Das Lava hat die Großstadt Goma fast komplett zerstört. Bisher gab es nach Angaben von UN-Sprechern 45 Tode. Bis zu 300.000 Einwohner sind auf der Flucht nach Ruanda. Es wird angenommen, das sich noch tausende Einwohner sich in den Gebieten befinden. Die Fluchtwege aus dem Gebieten ist durch den Lavastrom abgeschnitten.
(
la - Quelle: NASA / eigene Rechere)

» 18 Ariane Starts sind geplant
18. Januar 2002 - Insgesamt sind 18 Ariane-Starts für dieses Jahr geplant.
 
Der erste Start der Ariane-4 ist für den 23.01.2002 geplant. Gestartet wird in französischen Guiana mit einem Telekommunikationssatelliten an Bord. Insgesamt sind 13 Starts von Ariane-4 geplant.
Die Ariane 5 wird im Februar 2002 den Satelliten Envisat in den Orbit befördern. Insgesamt sind fünf Ariane-5 Starts für dieses Jahr geplant.
(
la - Quelle: ESA)

» Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io (Update)
18. Januar 2002 - Wie das »Jet Propulsion Laboratory« (JPL) der NASA nach Veröffentlichung unserer Meldung über den Vorbeiflug der Raumsonde »Galileo« am Jupitermond Io mitteilte, sind die Systeme an Bord des Raumfahrzeugs während dieses Manövers in den sogenannten "Standby"-Modus gewechselt, was das Ende der Beobachtung von Io zur Folge hatte. Die Ursache für dieses Verhalten war der Neustart eines Galileo-Bordcomputers, ausgelöst höchstwahrscheinlich durch die hohe Strahlenbelastung in diesem Bereich des Jupitersystems.
 
Während des Anflugs auf Io registrierten die Kontrollsysteme des Raumfahrzeugs um 13:41 Uhr Universal Time (14:41 Uhr MEZ) den Neustart eines Bordcomputers. Für die Fehlerkontrolle zuständige Software an Bord von Galileo stoppte daraufhin automatisch die Daten- und Bildaufzeichnung sämtlicher Meßinstrumente und Kameras. Anschließend wurden alle Geräte in einen "Standby"-Modus versetzt und warteten auf weitere Kommandos von der Bodenkontrolle.
 
Bilder und andere Meßdaten wurden während der Phase der größten Io-Annäherung aus diesem Grund nicht aufgezeichnet. Die Missionskontrolle beim JPL sendet mittlerweile Befehle zur Sonde, um das Raumfahrzeug aus dem Standby-Modus herauszuholen und mit der Datenerhebung während der bis zum Sonntag veranschlagten Beobachtungsphase fortfahren zu können. "Wie sind nicht wirklich überrascht, da Galileo die in sie gesetzten Erwartungen bereits übertroffen hat und wir wußten, daß es aufgrund der intensiven Strahlung während dieses Vorbeiflugs weitere Probleme geben könnte", so Galileo-Projektmanagerin Dr. Eilene Theilig. "Galileo hat schon mehr als vier Jahre über ihre ursprüngliche Mission hinaus überstanden und das dreieinhalbfache der Strahlungsdosis überlebt, für die sie konzipiert war, weswegen die Unterbrechung dieses Vorbeiflugs durch ein Problem nicht unerwartet gekommen ist."
 
Bereits in der Vergangenheit ist es immer wieder zur Problemen mit verschiedenen Galileo-Instrumenten aufgrund der hohen Strahlungsbelastung gekommen. Die Flugingenieure sind weiterhin zuversichtlich, die normale Funktionsfähigkeit des Raumfahrzeugs durch Übermittlung neuer Befehle wiederherstellen zu können.
(
ms - Quelle: NASA)

» Galileo: Ein letztes Rendevouz mit Io
17. Januar 2002 - Die NASA-Sonde »Galileo« ist heute um 14:09 Uhr Universal Time (15:09 Uhr MEZ) zum siebten und letzten Mal in äußerst geringer Entfernung am Jupitermond Io vorbeigeflogen, um wissenschaftliches Datenmaterial sammeln und Veränderungen auf der Mondoberfläche gegenüber früheren Io-Passagen registrieren zu können. Gleichzeitig wurde Galileos Flugbahn durch das heutige Manöver so verändert, daß diese sehr erfolgreiche Raumsonde im Jahr 2003 in die Jupiteratmosphäre stürzen wird.
 
In nur 100 Kilometern Höhe ist Galileo wieder einmal an diesem innersten der vier großen Jupitermonde "vorbeigeschrammt", um Strukturen und Veränderungen an der geologisch und vulkanisch äußerst aktiven Mondoberfläche im Detail wahrnehmen zu können. Während des Vorbeiflugs wurden von den Meßgeräten die Intensität elektrisch geladener Teilchen sowie das magnetische Feld rund um Io registriert, und die Kameras der Sonde haben Aufnahmen im sichtbaren Licht sowie im infraroten Wellenbereich angefertigt.
 
"Galileos Tage sind gezählt, weswegen es besonders aufregend für uns ist, Io ein letztes Mal zu besuchen", so Dr. Eilene Theilig, Projektmanagerin für die Galileo-Mission am NASA-eigenen "Jet Propulsion Laboratory" (JPL). "Eine Orbitalmission wie Galileo gibt einen den Vorteil, interessante Stellen mehrmals im Laufe der Zeit untersuchen zu können. Diese Option ist bei der Untersuchung von Io hervorragend gewesen, weil er sich so stark verändert."
 
Der heutige Vorbeiflug hat der Raumsonde die Möglichkeit geboten, die dem Jupiter zugewandte Seite des Mondes besser als jemals zuvor aufzunehmen. Wie unser eigener Mond der Erde, so wendet Io Jupiter ständig dieselbe Seite zu. Die am Projekt beteiligten Wissenschaftler hoffen, daß Galileo Regionen des Mondes aufgenommen hat, die zuletzt von der Voyager-Sonde 1979 fotografiert worden sind. Besonders interessant ist dabei die Rate der Veränderungen an der Oberfläche von Io durch vulkanische Aktivität. Daneben wird Galileo bei seinem Flug durch den inneren Teil des Jupitersystems auch Stürme in der Planetenatmosphäre sowie den sogenannten »Io-Torus« (ein Jupiter umkreisendes Band aus elektrisch geladenen Teilchen) untersuchen.
 
Da der für die Steuerung und korrekte Ausrichtung des Raumfahrzeugs erforderliche Treibstoff sich dem Ende zuneigt, soll die Raumsonde als Nebeneffekt des heutigen Vorbeiflugs an Io eine stark elliptische Bahn einschlagen, die sie 2003 in der Jupiteratmosphäre verglühen lassen wird. Dieser Schritt wurde von der NASA beschlossen, um ein versehentliches Auftreffen von Galileo auf dem Jupitermond Europa mit letzter Sicherheit auszuschließen. Galileo selbst hatte starke Anzeichen dafür gefunden, daß tief unter der eisigen Oberfläche von Europa ein Ozean aus geschmolzenem Salzwasser existiert, der als ein mögliches Reservoir für extraterrestrisches Leben angesehen wird. Um jede "Verunreinigung" dieses Mondes durch von Galileo unbeabsichtigt mittransportierte Mikroorganismen von der Erde auszuschließen, wurde die Entscheidung getroffen, die 1989 von Bord eines Space-Shuttle aus gestartete Sonde auf den Jupiter stürzen zu lassen.
 
Ausführliche Informationen zur Galileo-Mission finden sich auf der
Galileo-Homepage.
(ms - Quelle: NASA)


» Treibhausgase gehen zurück
17. Januar 2002 - Eine Studie der NASA hat belegt, dass die ausgestoßenen Treibhausgase im letzten Jahrzehnt deutlich zurückgegangen sind.
 
Große Auswirkungen haben hierbei wohl die internationalen Vereinbarungen gezeigt, die die Reduzierung verschiedener Treibhausgase regeln.

Der schädliche Methanausstoß wurde spürbar verringert. Aber der Ausstoß von CO2 läßt sich kaum vermeiden - ist er doch sogar noch schädlicher, was die globale Erwärmung betrifft. Aus diesem Grund konzentriert man sich stärker auf die Reduzierung von Gasen, deren Ausstoß vermeidbar ist.
(
rk - Quelle: NASA HQ)

» Roboter-Crew rollt Schlaflager aus
17. Januar 2002 - Dank neuen technologischen Fortschritten muß die erste Crew einer Marsmission keine Helme tragen - denn sie könnte aus Robotern bestehen.
 
NASA-Forscher haben zum erstan Mal präsentiert, wie verschiedene Roboter und Mars-Rover allein Aufgaben lösen können, ohne, dass sie menschliche Hilfe benötigen. "Die technische Crew ist eigentlich so ähnlich wie ihr menschliches Gegenstück. [...] Jeder der Crew hat ein paar individuelle Methoden, wie er Aufgaben löst", so Dr. Paul Schenker, Berater beim Roboterprojekt des JPL der NASA. Das Besondere ist, dass die technische Crew das unwegsame Gelände des Mars überwinden muß.

Ermöglicht wird das Ganze durch eine neue Software. Sie fungiert als zentrales Gehirn, das alle Vorgänge organisiert und auf die einzelnen Mitglieder verteilt. Die Technologie ist momentan noch in einem frühen Entwicklungsstadium; dennoch ist es möglich, dass eine Robotercrew den Mars eher erreicht als der Mensch selbst.
(
rk - Quelle: NASA JPL)

 
 

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      Space Focus: Computer und Raumfahrt (Teil 4) von Günter Fischer 

Der Gemini Digital Computer
 
Der Ferrit-Kern-Speicher wurde im vorangegangenen Artikel (siehe »In Space Newsletter« #008) sehr ausführlich behandelt. Dies war nötig, da dieser Ferrit-Kern-Speicher zu dieser Zeit die Innovation in der Computertechnik darstellte. Wenn man sich eine typische Mission vor Augen hält wird es sofort deutlich, worin der Vorteil der Ferrit-Kern-Speicher lag. Der Computer wurde in der Startsequenz genutzt um die Brennzeit der Trägerrakete zu steuern. Wurde der Orbit erreicht, so wurde der Rechner ausgeschaltet um Strom zu sparen. Durch die Ferrit-Kern-Speicher gab es keinen Datenverlust und beim erneuten Anfahren des Rechners keine Zeitverluste. Im zuvor verwendeten Speicher, welcher fest verdrahtet war, wurde das Programm nicht permanent gehalten, kein Strom - keine Daten. Das Programm musste immer wieder von einem Bandgerät eingelesen werden, was mitunter Wartezeiten von bis zu sechs Minuten bedeutete und somit für schnelle Manöver nicht zu verwenden war.
 
Der Gemini-Digital-Computer besaß drei Interfaces:
1. Die Manuelle Dateneingabeeinheit (MDIU-Manual Data Insertion Unit)
2. Den Geschwindigkeitsanzeiger (IVI-Incremental Velocity Indicator) und
3. die Computer Controls.
 
Sie beinhalteten einen Modusschalter, einen Startschalter sowie einen Resetschalter. Es gab zwei optische Anzeigen, ein Betriebslicht und ein Licht für Funktionsstörungen. Der Modusschalter hatte sieben Positionen zur Auswahl. Es konnten auszuführende Programme oder verschiedene Messungen ausgewählt werden. Der Startschalter startete den Rechner und lud das gewählte Programm in den Hauptspeicher. Der Resetschalter hatte schon damals die Funktionen, die er noch heute inne hat: Den Neustart des Rechners aus dem laufenden Betrieb heraus, die Selbstdiagnose und die Wiederherstellung des betriebsbereiten Zustandes.
 
Die Einheit zur Dateneingabe (MDIU) befand sich auf der Seite des Gemini-Kopiloten. Sie bestand aus einer 10-Ziffern-Tastatur mit festen Funktionen. Wurden Daten eingegeben, so waren zuerst zwei Tasten zu drücken, welche die Speicheradresse festlegten. Fünf Tasten dienten zur Dateneingabe. Negative Zahlen wurden durch das Voranstellen der Ziffern "Neun" gekennzeichnet. Um Daten auszulesen waren wiederum zwei bestimmte Tasten zu drücken welche den Speicherort angaben. Letztendlich wurde noch die Readout-Taste gedrückt und das Ergebnis wurde auf der Ausleseeinheit angezeigt. Fehlfunktionen wurden durch ein rotes Licht auf der Armaturentafel des Kopiloten angezeigt.
 
Quelle: NASA History Office, IBM Corporate Archives
 

Dieser Artikel wird in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.

Related Links:
Bemannte Missionen
Raumsonden

 
 

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      HotSpot: Was wird aus der deutschen Raumfahrt? von Karl Urban 

November 2001, Edinburgh (Schottland): Die Forschungsminister der ESA treffen zusammen, um die Geldmittel für die Raumfahrt der nächsten Jahre festzulegen. Entscheidende Änderungen sind nicht geplant: Dem Betrieb und der Weiterentwicklung der Ariane 5 und der Erderforschung werden die meisten Mittel zugeteilt. Einen wirklichen Blick in die Zukunft der europäischen Raumfahrt wirft lediglich das »Aurora«-Programm. Im Rahmen von »Aurora« will die ESA im Vergleich zu internationalen Raumfahrtorganisationen aufsteigen. »Aurora« soll die ESA zum Beispiel im Bereich der Erforschung des Sonnensystems voranbringen. Allerdings ist dies vorerst noch Zukunftsmusik: »Aurora« befindet sich noch im Planungs- und Entwicklungsstadium, in den nächsten fünf Jahren will man Konzepte entwickeln, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Deutschland wird beim ESA-Rat in Edinburgh durch Forschungsministerin Edelgard Bulmahn vertreten. Doch schon im Vorhinein ist der Druck von deutschen Raumfahrtunterstützern groß. Deutschland beteilige sich in den vergangenen Jahren zu wenig an internationalen Projekten, meinen sie. Die Raumfahrt wird von der deutschen Politik generell nicht ernst genug genommen. Auch das »Aurora«-Programm wird hierzulande eher belächelt.
Doch auch unter der Bevölkerung ist die Aufklärung über den Nutzen der Raumfahrt und damit die Anzahl der Anhänger auffallend gering. Nahezu sehnsüchtig können deutsche Raumfahrtvereine in die USA schauen, wo vergleichbare Vereinigungen 100.000 Mitglieder und mehr haben. Doch ein Blick ins Nachbarland zeigt, das es auch anders geht: Die französische Raumfahrtagentur CNES beweist, dass man die Akzeptanz durch innovative Projekte und bessere Öffentlichkeitsarbeit erhöhen kann.

Die Raumfahrt ist für die menschliche Zivilisation ein unersetzbarer Bereich geworden, das beweisen Telekommunikation, Meteorologie und Geowissenschaften. Doch auch die Erforschung des Sonnensystems und des Universums spielt eine entscheidende Rolle beim Verständnis anderer Wissenschaftsbereiche auf der Erde. Daher betrübt die Tatsache besonders, das gerade Deutschland kaum Interesse zeigt, die Raumfahrt zu unterstützen.

Related Links:
Hotspot-Archiv
»Aurora«-Programm der ESA

 
 

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      History Special: Das Gemini-Programm von Raphael Kallensee 

Das »Gemini«-Programm, 1962 initiiert, war das zweite bemannte Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten. Den Namen des Projekts »Gemini« - zu deutsch "Zwilling" - kann man sowohl auf die zwei Personen starke Crew als auch das Sternbild beziehen. Das Programm beinhaltete zwölf Flüge, in denen zwei unbemannte Equipment-Testflüge inbegriffen waren.

Die Ziele des Projekts waren klar gefasst: eine bemannte Crew sollte mit entsprechend entwickelter Ausrüstung für zwei Wochen im All leben, im Erdorbit sollte ein Andockmanöver mit Triebwerkssystemen des Zielvehikels durchgeführt werden und die Crew musste auf dem Rückflug ein perfekt ausgeklügeltes Wiedereintritts- und Landemanöver bewältigen und schließlich auf einem vorher festgelegten Punkt landen. Im Laufe des Projekts konnten alle Ziele erfolgreich umgesetzt werden - die Landung zu Land ausgenommen, deshalb brach man den Versuch 1964 ab.

Im Grunde war das »Gemini«-Programm nur der notwendige Zwischenschritt zwischen dem »Mercury«- und »Apollo«-Projekt, da die NASA in Bezug auf bemannte Raumfahrtmissionen noch einige Erfahrungen sammeln musste, um später beispielsweise eine einwandfreie Mondmission durchführen zu können. Zu der damaligen Zeit war man sich auch noch völlig im Unklaren darüber, wie sich die fehlende Schwerkraft auf den menschlichen Organismus auswirkt. Deshalb wurden bei »Gemini« zahlreiche Daten über den Zustand der Astronauten gesammelt.

Nun will ich auf das Vehikel zu sprechen zu kommen, das bei »Gemini« verwendet wurde. Es war eine vergrößerte Version der »Mercury«-Kapsel. Es war 5,8 Meter lang und 3 Meter breit, das Gewicht betrug 3,8 Tonnen. Durch die technische Weiterentwicklung der Systeme mussten die Astronauten für das Raumfahrzeug nicht mehr so viel Zeit für Wartungsarbeiten und Kurskorrekturen aufwenden. In den Orbit wurde das »Gemini«-Vehikel mit Hilfe einer »Titan II«-Rakete transportiert.

Im Verlauf des Projekts wurde die Zeit, die die Kapsel im Orbit verbringen sollte, immer weiter leicht angehoben - die ersten Kapseln befanden sich nur wenige Stunden in der Erdumlaufbahn, bis dann eine Dauer von etwa zwei Wochen erreicht wurde. Nach und nach verwendete man die Missionen dann auch dazu, um die Andockmanöver zu testen und die Landung zu perfektionieren. Letzteres schlug, wie erwähnt, fehl - man erreichte nie exakt den vorbestimmten Landepunkt.

An das »Gemini«-Projekt schloss sich nach kurzer Zeit das »Apollo«-Programm an, bei dem nach zahlreichen Testflügen schließlich der Mond erreicht wurde.

In der nächsten Ausgabe berichten wir über das »Apollo«-Programm der NASA

Related Links:
Bemannte Missionen
Trägerraketen

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Zweiter Einsatz beendet
 
Die Crew an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) begann die Woche zunächst mit technischen Aufgaben: sie wechselte eine Computer-Datenspeicherungseinheit gegen eine Robustere aus. Dies geschah in ständiger Kommunikation mit Experten am Boden; die Einheit befand sich im zentralen Kommando- und Kontrollcomputer Eins (C&C 1). Vom Boden aus wurde ebenfalls die Kontroll- und Navigationssoftware der Station auf den neuesten Stand gebracht.

Die restliche Woche nutzte die Crew insbesondere dazu, den zweiten Weltraumspaziergang ausreichend vorzubereiten. So wurden wieder die Raumanzüge auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft sowie die Pläne für die Arbeiten genau studiert.

Ende der Woche, am Freitag, wurde dann endlich der Außeneinsatz durchgeführt. Dabei wurden elf neue Systeme an der Station angebracht. Dazu zählen sechs Triebwerksdeflektoren und eine Amateurfunk-Antenne. Auch drei Materialforschungs- und eine Physik-Stoffprobe wurden an der Station angebracht und im gleichen Zuge ein bereits schon älteres Experiment wieder in die Station zurückgebracht. Letzteres dient dazu, die Stoffe zu erforschen, die von Triebwerken im Erdorbit ausgestoßen werden. Außerdem brachten die Astronauten Schienen außen am Zvezda-Modul an, mit deren Hilfe später Equipment außen am Modul befestigt werden kann, denn der Laderaum der Station ist bekanntlich nicht gerade unerschöpflich.
 
Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Raumreise von Clemens Mach 

Die Seite Raumreise.com bietet viele Informationen über Astronomie und Raumfahrt. Es gibt ein mit verschiedenen Partnern betriebenes Forum, die Themen Astronomie, Sonnensystem, Milchstraße, Universum, Raumfahrt, Glossar, Links und Downloads.
 
Auf der Startseite findet sich immer Das NASA-Bild des Tages. Es ist verbunden mit englischen Informationen. Bei Astronomie findet man alles, von der Entwicklung bis zu Teleskopen. Unter Das Sonnensystem findet man Planeten, Monde, Asteroiden, Kometen, Meteoren und die Sonne. Die Milchstraße enthält Informationen über Sterne, Nebel, Pulsare, Neutronensterne, Weiße Zwerge, Schwarze Löcher, Sternenhaufen und Supernova. Das Universum hält Wissenswertes über Dunkle Materie und den Urknall bereit. Im Glossar sind Begriffe aus Astronomie und Raumfahrt kurz umschrieben. Bei den Downloads findet man Hintergrundbilder und Bildschirmschoner.
 
Die Raumreise ist also auf jeden Fall einen Besuch wert.

 
 

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      InDetail: Spektralanalyse von Michael Stein 

Die bereits 1859 von Robert Wilhelm Bunsen und Gustav Kirchhof entwickelte Spektralanalyse basiert auf der 1814 von Joseph von Fraunhofer gemachten Entdeckung, dass das Spektrum des Sonnenlichts an verschiedenen Stellen dunkle Linien aufweist. Während die Spektralanalyse ursprünglich nur auf das sichtbare Licht angewendet wurde, indem man es durch ein Prisma oder ein Gitter lenkte und es dadurch entsprechend der unterschiedlichen Wellenlängen seiner einzelnen Bestandteile verschieden stark abgelenkt wurde, wird sie heute oft auch auf den ultravioletten und nahen infraroten Spektralbereich angewendet. Die von Fraunhofer bei der Untersuchung des Sonnenspektrums sowie des Spektrums verschiedener Sterne entdeckten dunklen Linien sind sogenannte Absorptionslinien, die daher rühren, dass chemische Elemente Lichtteilchen (sog. Photonen) mit einer ganz bestimmten Wellenlänge absorbieren.
 
Wenn dieser Zusammenhang erst einmal hergestellt ist, dann ist "nur noch" viel Fleißarbeit nötig um herauszufinden, welches chemische Element an welcher Stelle des Spektrums eine Lücke bzw. dunkle Linie hinterlässt. Analog zu den Absorptionslinien gibt es im Spektrum auch Emissionslinien, die dadurch entstehen, dass chemische Elemente angeregt werden und Licht einer ganz bestimmten Wellenlänge ausstrahlen, was sich dann als hellere Linie im Spektrum des untersuchten Himmelskörpers niederschlägt. Mit Hilfe der Analyse von Absorptions- und Emissionslinien in einem Spektrum lassen sich Erkenntnisse über das Vorhandensein chemischer Elemente in einem Objekt gewinnen, ohne dieses körperlich untersuchen zu müssen. Die Astrospektroskopie als Anwendung der Spektralanalyse auf kosmische Objekte bietet somit die einzige Möglichkeit, etwas über die chemisch-physikalische Zusammensetzung von Himmelskörpern zu erfahren, die einer direkten Untersuchung aufgrund ihrer Entfernung oder aber wie bei unserer Sonne z.B. aufgrund ihrer Oberflächentemperatur nicht zugänglich sind.
 
Die Spektren von Sternen enthalten üblicherweise ausschließlich Absorptionslinien, während leuchtende Gasnebel Beispiele für kosmische Objekte darstellen, deren Spektrum Emissionslinien enthalten. Ursache hierfür ist die (theoretisch hergeleitete) Tatsache, dass Absorptionslinien nur dann auftreten können, wenn die das Licht verursachende Materie heißer ist als die chemischen Elemente, die dem Licht quasi ihren "Stempel" in Form eben jener Absorptionslinien aufdrücken (für Emissionslinien gilt die umgekehrte Beziehung).
Die Spektralanalyse von Sonnen- oder Sternenlicht liefert keine Informationen über die im Inneren des Sterns vorhandenen chemischen Elemente, da die Absorptionslinien erst durch Wechselwirkung des Lichts mit den äußersten Schichten der Sternenatmosphäre entstehen - nur über diesen Randbereich eines Sterns können also damit Erkenntnisse gewonnen werden.
 
Die Spektralanalyse stellt einen derartigen Fortschritt bei der physikalischen und chemischen Untersuchung kosmischer Objekte dar, dass ihre Entwicklung als Marke für den Übergang von der klassischen Astronomie zu Astrophysik angesehen wird.

 
 

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"In Space Newsletter" #009

Erscheinungsdatum:
26. Januar 2002
Auflage: 409 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Christian Ackermann
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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