In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #010 vom 2. Februar 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #010


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> HotSpot:
Jahrespressekonferenz 2002 des DLR

> History Special:
Apollo 1 bis 10

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
DLR School Lab

> InDetail:
Astronomie

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

eigentlich ist es schon ein kleines Jubiläum: Seit zehn Ausgaben und somit zehn Wochen beliefern wir Sie nun im Rahmen des In Space Newsletters mit allem Aktuellen aus der Raumfahrt. Ich hoffe, sie finden nach wie vor Gefallen daran. Damit sich das nicht wegen eines zu langen Intros ändert, komme ich deswegen besser gleich zu den Inhalten der heutigen Ausgabe.

Wir besuchten für Sie die Jahrespressekonferenz des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR in Berlin. Michael Stein berichtet seine Erlebnisse im heutigen HotSpot. Um das amerikansche Apollo-Programm vor der bedeutenen Mondlandung dreht sich das History Special. Wiederum ums DLR geht es im Surftipp. Und natürlich finden Sie auch ganz am Ende wieder einen InDetail-Beitrag, in dem Ihnen diesmal die tiefere Bedeutung des Begriffs "Astronmie" erklärt - na wenn das nichts ist. :-)

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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      News

• Erste Bilder vom Satellit PROBA   <mehr>
• Satellit MARECS B2 wurde abgeschaltet   <mehr>
• Ausgedientes Weltraumteleskop verglüht in Erdatmosphäre   <mehr>
• Mars Odyssey: Beobachtungsorbit ist erreicht   <mehr>
• Sind wir allein im Universum??   <mehr>
• Jahres-PK 2002 des DLR   <mehr>
• Wer ist nächster Nachbar der Sonne?    <mehr>
• Die Mayas veränderten das Klima    <mehr>
• Envisat kurz vor dem Start   <mehr>
• NASA-Sonde "Stardust" auf Kurs   <mehr>



» Erste Bilder vom Satellit PROBA
01. Februar 2002 - Zwei Monate nach der Einführung von PROBA vom indischen Weltraumbahnhof Sriharikota hat der ESA-Technologie-Satellit PROBA mit seinen leistungsstarken Instrumenten erste Testbilder von der Erdoberfläche aufgenommen.
Die Aufnahmen wurden automatisch an das ESA-Kontrollzentrum im belgischen Redu übermittelt. Die Wissenschaftler sind über die Qualität begeistert.
Der im Rahmen des ESA-Technologieprogramms in nur drei Jahren entwickelte Kleinsatellit PROBA (Project for On Board Autonomy) wurde am 22.Oktober 2001 mit der indischen Trägerrakete PSLV-C3 in eine 590 km hohe sonnensynchrone Umlaufbahn befördert. PROBA stellt eine Experimentierplattform dar, mit der die ESA neue europäische Verfahren und Systeme testen will, die zukünftige Satellitenmissionen wirtschaftlicher gestalten können. Entwickelt hat den Satelliten ein Konsortium von Firmen und Universitäten aus Europa und Kanada unter Leitung des belgischen Unternehmens Verhaert Design & Development. Gegenwärtig werden alle Bordsysteme überprüft. An die Testphase soll sich eine zweijährige Betriebsphase anschließen, in der die Fernerkundung der Erde mit bilderzeugenden Verfahren im Mittelpunkt steht.

Bereits die ersten Testbilder, die PROBA mit seinem Hauptinstrument CHRIS von ausgewählten geographischen Regionen der Erde angefertigt hat - Brügge in Belgien, Volta-See in Ghana, Westküste von Kuba - erlauben eine detaillierte Umweltbeobachtung. Hinter CHRIS, dem Compact High Resolution Imaging Spectrometer, verbirgt sich ein 14 Kg schweres hochauflösendes bilderzeugendes Spektrometer der britischen Firma Sira Electro-Optcs. CHRIS erfasst die Erdoberfläche in 19 Spektralkanälen, vom sichtbaren bis in den nahen Infrarot-Bereich. Ein Bild mit einer Aufnahmefläche von 18,6 Quadratkilometer.
Zentrales Motto der Mission ist Bordautonomie, also die Steuerung des Satelliten durch bordeigene Systeme. Ein Hochleistungsrechner an Bord von PROBA erlaubt es, eine Vielzahl von Routineoperationen zu automatisieren. PROBA kann also weitgehend auf sich selbst aufpassen. Das macht den Satelliten leistungsfähiger und senkt die Betriebskosten auf der Erde.
(
la - Quelle: ESA)

» Satellit MARECS B2 wurde abgeschaltet
01. Februar 2002 - Einer der ältesten und erfolgreichsten Kommunikationssatelliten der ESA, MARECS B2, wurde nach 18 Jahren zuverlässiger Arbeit abgeschaltet.
Seine geplante Lebensdauer von sieben Jahren hat er damit weit überschritten.
Ursprünglich als Reservesatellit gebaut, wurde er am 9. November 1984 mit einer Ariane-Trägerrakete in die geostationäre Bahn gebracht und über dem Pazifischen Ozean positioniert.

Im Rahmen des Telekommunikationssatelliten-Programms der ESA entstanden Anfang der achtziger Jahre auch zwei Satelliten speziell für die Kommunikation zwischen Schiffen und Stationen auf dem Festland: MARECS A und B. Da MARECS B bei einem Fehlstart verloren ging, wurde ein Reserve-Exemplar unter der Bezeichnung MARECS-B2 in den Weltraum geschickt.

Nach 18 Jahren exzellenter Arbeit wurden die Transponder von MARECS B2 abgeschaltet. Gegenwärtig wird der Satellit von seiner Arbeitsposition in den 300 km höher gelegenen "Friedhofsorbit" befördert. Diese Maßnahme ist nötig, um auf der geostationären Bahn über dem Erdäquator Platz für künftige aktive Satelliten zu schaffen.

MARECS B2 sollte ursprünglich - als letzte Aufgabe - in der Antarktisforschung eingesetzt werden. Doch die Ereignisse am 11.September in New York haben leider das Vorhaben zu Fall gebracht.
(
la - Quelle: ESA)

» Ausgedientes Weltraumteleskop verglüht in Erdatmosphäre
31. Januar 2002 - Das Weltraumteleskop »EUVE« der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ist heute morgen gegen 05:15 Uhr (MEZ) unkontrolliert über Zentralägypten in die Erdatmosphäre eingetaucht und dabei verglüht. Ob einzelne Teile des Satelliten wie im Vorfeld befürchtet den Erdboden erreicht haben, ist nicht sicher.
Da das Weltraumteleskop nicht über ein Antriebssystem verfügte war es anders als beispielsweise beim kontrollierten Absturz der russischen Raumstation »MIR« im März letzten Jahres nicht möglich, die Position des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre zu beeinflussen. Aufgrund seiner Flugbahn war nur bekannt, dass der Satellit zwischen dem 28,5-ten Grad nördlicher und südlicher Breite in die Atmosphäre eintreten würde. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine Meldungen vor, dass einzelne Teile des Raumfahrzeugs den Erdboden erreicht haben.
 
Der »Extreme Ultraviolet Explorer« (EUVE) war im Juli 1992 in eine Erdumlaufbahn geschossen worden, um erstmals nach Quellen der sogenannten "extremen UV-Strahlung" im Weltall zu suchen. Während zu Beginn der bis Ende 2000 andauernden wissenschaftlichen Beobachtungsphase zunächst eine Kartierung vorgenommen wurde, um so viele Strahlungsquellen wie möglich zu entdecken - insgesamt konnten dabei mehr als 1.000 Strahlungsquellen ausfindig gemacht werden, wovon über drei Dutzend außerhalb unserer Galaxie liegen -, wurden die drei Teleskope an Bord des Satelliten anschließend auf einzelne Objekte gerichtet, die den Astronomen besonders interessant erschienen.
 
Die besondere Bedeutung von EUVE lag darin, dass mit dieser Mission zum ersten Mal das Weltall auf Strahlungsquellen in diesem Bereich des elektromagnetischen Spektrums mit Wellenlängen von 70 bis 760 Å untersucht worden ist.
ms - Quelle: NASA)

» Mars Odyssey: Beobachtungsorbit ist erreicht
31. Januar 2002 - Nach zwei weiteren Bahnkorrekturen am Montag und Mittwoch dieser Woche befindet sich »2001 Mars Odyssey« nun in seinem Beobachtungsorbit um den Mars. Damit enden die unmittelbar nach Ankunft der Raumsonde beim Mars im Oktober letzten Jahres begonnenen Phasen von Aerobraking und anschließenden Orbitanpassungen mit Hilfe der Odyssey-Steuerdüsen.
Die beiden nur 25 und 15 Sekunden dauernden Zündungen der Steuerdüsen von Odyssey folgten nach zwei größeren Kurskorrekturen, mit denen vor zwei Wochen die Aerobraking-Phase beendet worden ist. Während dieser unmittelbar nach Ankunft von Odyssey beim Mars begonnenen Flugphase ist die Raumsonde bei jeder Umkreisung durch die obersten Schichten der Marsatmosphäre geflogen, um dadurch ihre Geschwindigkeit und somit auch die Höhe ihrer Umlaufbahn ohne Treibstoffverbrauch zu reduzieren.
 
"Diese kleinen Manöver zur Anpassung des Orbits vervollständigen die größeren Kursveränderungen, die wir vor zwei Wochen vorgenommen haben, und passen den Orbit an die gewünschte Höhe und Oberflächenabdeckung an. Die Auswirkung [des Manövers] ist die Verschiebung der Periapsis, des dem Planeten nächsten Punktes [der Umlaufbahn], direkt über den Südpol", so Odysseys Chefnavigator Bob Mase. "Wir befinden uns nun in unserem endgültigen Beobachtungsorbit und gehen nicht davon aus, dass weitere Manöver zur Veränderung der Umlaufbahn durchgeführt werden."
 
Ingenieure des Odyssey-Teams sind weiterhin mit der Überprüfung des Raumschiffs und der Instrumente an Bord in Vorbereitung der wissenschaftlichen Beobachtungsmission beschäftigt, die im Laufe des Februar beginnen wird. Zwei der wissenschaftlichen Instrumente - beides Neutronenspektrometer, die Teil der Gammastrahlenspektrometer-Suite (GRS) sind - arbeiten bereits und sammeln Daten über die Zusammensetzung der Marsoberfläche.
 
Eine Erläuterung der wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Odyssey finden Sie auf den Seiten unseres
2001 Mars Odyssey-Specials.
(ms - Quelle: NASA)


» Sind wir allein im Universum??
29. Januar 2002 - Diese Frage stellt sich das Jet Prolusion Laboratory der NASA und stellt eine Mission vor, die helfen soll diese Frage zu beantworten.
Da mittlererweile über 70 Planeten in anderen Sonnensystem bekannt sind, stellt sich die Frage ob welche unter ihnen sind, die eine Lebensfreundliche Atmosphäre besitzten. Wissenschaftler meinen, die beste Möglichkeit herauszufinden ob dies der Fall ist, ist nach chemischen Signaturen, auch Biosignaturen genannt, zu suchen. Dies soll mit dem "Terrestrischen Planeten Finder" geschehen. Der Start des "Terrestrischen Planeten Finder" ist für das Jahr 2014 geplant. Gegenwärtig können nur Jupiterähnliche Sterne entdeckt werden, da sie genung Masse besitzen um an ihren Sternen zu "ziehen", so das wir dieses "wackeln" auf der Erde messen können. Das neue Projekt stellt nun eine Revolution der heutigen Technologien dar, denn mit ihr könnten auch Erdähnliche Planeten aufgespürt werden.
(
sp - Quelle: JPL)

» Jahres-PK 2002 des DLR
29. Januar 2002 - Auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz des »Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt« (DLR) im Berliner Hotel »Hilton« wurde nach einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr über die wichtigsten Projekte des DLR im Jahr 2002 gesprochen. Daneben wurden von den DLR-Vertretern vor allem auch die Aktivitäten im Bereich Jugend- und Nachwuchsförderung hervorgehoben.
Nach einem Hinweis auf den im letzten Jahr erfolgreich gestarteten Kleinsatelliten »BIRD«, dessen Fähigkeit zur Erkennung und Analyse von sogenannten "Hot Spots" erstmals Anfang Januar bei der Beobachtung der australischen Buschbrände getestet worden ist, wurde von Prof. Bachem auf die beiden für dieses Jahr anstehenden Großprojekte im Bereich Raumfahrt hingewiesen, an denen das DLR beteiligt ist. Zum einen handelt es sich dabei um den Erdbeobachtungssatelliten »Envisat«, bei dem die deutsche Raumfahrtagentur federführend für den Atmosphärensensor »Sciamachy« verantwortlich zeichnet, zum anderen um die Zwillingssatelliten »GRACE«, die nach ihrem für Anfang März geplanten Start das Erdschwerefeld in bisher unerreichter Genauigkeit vermessen sollen.
 
Einen ausführlicheren Bericht über die DLR-Jahrespressekonferenz können Sie in unserem nächsten Newsletter sowie nach Erscheinen des Newsletters auch im »HotSpot«-Archiv auf unserer Internet-Site finden.
(
ms)

» Wer ist nächster Nachbar der Sonne?
28. Januar 2002 -
 Möglicherweise ist Proxima Centauri doch nicht der nächste Nachbarstern der Sonne. Forscher der Georgia State University entdeckten in den vergangenen Jahren 13 selbstleuchtende Sterne der Typen brauner und roter Zwerg in der Nähe der Sonne, von denen der nächste sich zwölf Lichtjahre von der Sonne befindet. Es stehe aber zu vermuten, dass Sterne desselben Typs existierten, die sogar näher an der Sonne liegen als Proxima Centauri. Mark Skrutskie von der University of Virginia beziffert die Wahrscheinlichkeit dafür auf "mindestens zehn Prozent". Den zu den roten Zwergen zählenden Stern Proxima Centauri trennen nur 4,3 Lichtjahre von der Sonne. Er gilt bislang als der sonnennächste selbstleuchtende Stern.
(
gf - Quelle: wissenschaft-online)

» Die Mayas veränderten das Klima
28. Januar 2002 - Verliesen Sie deshalb ihre Städte.
 Etwa 100 Jahre nach dem Untergang der Mayas um 900 nach Christus kam es im südlichen Mexiko und im Norden Guatemalas zu einem deutlichen Rückgang der Niederschläge. Dies leiten Forscher der Universiteit van Amsterdam aus der Zusammensetzung der Pollen aus jener Zeit ab. Die Ursache für die ausbleibenden Niederschläge sehen Rob Marchant und seine Kollegen bei den Mayas selbst, die nach dem Zusammenbruch ihrer Kultur Wälder und landwirtschaftliche Flächen zerstörten. Die Folge war, dass die Böden erodierten und sich deshalb die Verdunstung verringerte, was seinerseits zu im weniger Niederschlag führte.
(
gf - Quelle: wissenschaft-online)

» Envisat kurz vor dem Start
27. Januar 2002 - Der europäische Großsatellit "Envisat" soll die Erde unter die Lupe nehmen. Er ist eines der teuersten ESA-Projekte der letzten Jahre.
Als Integrations- und Testingenieur am europäischen Weltraumbahnhof Kourou ist Gilles Labruyère mitverantwortlich für die letzten Tests des Satelliten "Envisat". Auf dieses europäische Großprojekt wird derzeit besonders genau geachtet, damit bis zum Start im Februar keine Fehler mehr passieren. Labruyères Aufgabe ist es, den Satelliten auf die harschen Bedingungen im Weltraum vorzubereiten.
"Envisat" landete am 16. Mai 2001 in Französisch-Guyana, aufgeteilt in zwei gigantische Pakete. In Kourou wurden Sie zusammengesetzt und die letzten Vorbereitungen für den Start des riesigen Satelliten getroffen. Verzögert wurde der Start jedoch durch einen Fehler einer Ariane 5 mit dem Satelliten "Artemis" an Bord - dieser erreichte nicht die vorgesehene Bahn. Mittlerweile habe Arianespace den Fehler jedoch gefunden und beseitigt, so dass er nicht noch einmal auftreten sollte.
(
ku - Quelle: ESA)

» NASA-Sonde "Stardust" auf Kurs
27. Januar 2002 - Die NASA veröffentlichte kürzlich einen Status-Report zu ihrer neusten Kometensonde "Stardust".
Die NASA-Kometensonde "Stardust" absolvierte erfolgreich ein kritisches Manöver auf ihrem Flug. Danach kreuzt sie im Januar 2004 die Bahn des Kometen "Wild 2" und wird Staub aus seinem Schweif einsammeln.
Am 18. Januar feuerten die Schubdüsen von "Stardust" für annähernd 111 Sekunden und erhöhten die Geschwindigkeit der Sonde auf 2,65 m/s. Damit ist Stardust weiter auf Kurs.
(
ku - Quelle: NASA)

 
 

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      HotSpot: Jahrespressekonferenz 2002 des DLR von Michael Stein 

Auf der Jahrespressekonferenz 2002 des »Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt« (DLR) haben der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Höfer, sowie das für Raumfahrtmanagement zuständige Vorstandsmitglied Prof. Bachem nach einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr einen Überblick über die wichtigsten DLR-Projekte im neuen Jahr gegeben und Fragen der anwesenden Journalisten beantwortet.
 
Zunächst gab Prof. Höfer einen Überblick über die Nachwuchs- und Schülerförderung des DLR. Zu dem bereits in Göttingen existierenden »DLR_School_Lab« sollen weitere Einrichtungen dieser Art in Köln, Oberpfaffenhofen und Berlin-Adlershof hinzukommen, in denen Schüler der Mittel- und Oberstufe mit praktischen Aspekten von Natur- und Ingenieurwissenschaften vertraut gemacht werden (siehe hierzu auch unseren Surftipp). Neben Aktionen wie dem Schulwettbewerb »Space Academy« und der erstmaligen Auslobung eines mit 25.000 EUR dotierten »Sonderpreises Raumfahrt« im Rahmen des Wettbewerbs »Jugend Forscht« wird mit dem Spaceclub.de eine neue Internetsite eingerichtet werden, die Jugendliche über deutsche und europäische Luft- und Raumfahrtunternehmungen informieren soll. Auch Studenten und Doktoranden werden durch verschiedene Aktivitäten des DLR unterstützt, was sich unter anderem in einer aktuellen Umfrage der "Wirtschaftswoche" unter ingenieurwissenschaftlichen Berufsanfängern niederschlägt, bei der das DLR auf den elften Platz der beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden ist.
 
Prof. Bachem wies zu Beginn seiner Ausführungen über die Raumfahrtaktivitäten des DLR noch einmal auf die EU-Ministerratskonferenz im November 2001 hin, bei der weitreichende politische Entscheidungen für das europäische Raumfahrtprogramm getroffen worden sind; unter anderem zielten die Entscheidungen darauf hin, die ESA in Zukunft einmal vielleicht als Raumfahrtbehörde der EU zu etablieren. Für die nähere Zukunft soll eine Bestandsaufnahme der Forschungsschwerpunkte der nationalen Raumfahrtagenturen
 
In diesem Jahr wird der in Berlin gebaute Kleinsatellit »BIRD« seinen regulären Betrieb aufnehmen, um mit Hilfe eines empfindlichen Infrarotsensors Ausschau nach so genannten "HotSpots" zu halten - das können beispielsweise Wald- und Buschbrände oder auch unkontrolliert abbrennende Kohlevorkommen (wie in Indien oder China) sein, die enorme Schadstoffmengen produzieren.
Die nächste Mission dieses Jahres, an der das DLR beteiligt sein wird, ist der Erdbeobachtungssatellit »ENVISAT«, dessen Start mit einer »Ariane 5«-Trägerrakete für den 1. März geplant ist. Nach Auskunft von Prof. Bachem ist die Fehlerursache, die beim letzten Start einer Ariane 5 zu einer Fehlfunktion der dritten Raketenstufe führte, mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit ermittelt und im Rahmen umfangreicher Tests und Modifikationen behoben worden. Ursache für die zu kurze Brenndauer des Triebwerks war letzten Untersuchungsergebnissen zufolge im Triebwerk der dritten Stufe vorhandenes Wasser, dessen Herkunft nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden konnte.
Beginnend mit unserem nächsten Newsletter werden wir Sie in einer Artikelserie eingehender über den größten und teuersten bisher gebauten europäischen Erdbeobachtungssatelliten informieren.
 
Ebenfalls im März werden im Rahmen einer deutsch-amerikanischen Kooperation die zwei Zwillingssatelliten »GRACE« vom russischen Raumfahrtbahnhof Plesetsk aus erfolgen. Die beiden Satelliten wurden im Auftrag der NASA in Deutschland gebaut und werden während ihrer geplanten fünfjährigen Lebensdauer vom Raumfahrt-Kontrollzentrum des DLR aus betrieben. Sie sollen das Erdschwerefeld mit bisher unerreichter Auflösung vermessen.
 
Auf Verzögerungen des »X-38«-Programms der NASA angesprochen, zu dem von Seiten des DLR in diesem Jahr weitere Hitzeschildelemente zugeliefert werden, antwortete Prof. Bachem, dass der neue NASA-Administrator sich zunächst einmal Zeit erbeten habe, um das vor allem wegen Kostenüberschreitungen beim ISS-Programm in Schieflage geratene NASA-Budget zu überprüfen. Anschließend soll dann entschieden werden, ob das Programm zeitlich bis 2005 gestreckt werden muss oder es beim für 2003 geplanten ersten Starttermin bleiben kann.
Zu dem geplanten europäischen Navigationssatellitensystem »Galileo« erklärte Prof. Bachem, dass zur Zeit die weitere Entwicklung aufgrund eines Gutachtens, welches auf drohende Kostensteigerungen aufmerksam gemacht hatte, gestoppt sei, bis die zuständigen europäischen Verkehrsminister im April 2002 eine Entscheidung über die weitere Fortführung dieses Projektes treffen werden. Allerdings zeigte er sich optimistisch, dass das Projekt fortgeführt werden wird.
 
Auf der DLR-Internetsite ist die Pressekonferenz als Audiodatei in Ausschnitten verfügbar.

Related Links:
Hotspot-Archiv
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

 
 

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      History Special: Apollo 1 bis 10 von Karl Urban 

Im Jahr 1961 verspricht der US-Präsident John F. Kennedy im Kongress, ein Amerikaner werde noch in diesem Jahrzehnt den Mond betreten. Seine Aussage entsteht unter Eindruck der im Westen überraschenden Raumfahrt-Erstleistungen in der Sowjetunion. 1957 startet der erste künstliche Erdsatellit ins All, vier Jahre später der erste Mensch - beide von der UdSSR aus. Kennedys Ausspruch klingt gemessen an der Technik von 1961 völlig überzogen: Raketen sind gerade einmal in der Lage, Raumfahrzeuge von etwa vier Tonnen - die einen Menschen transportieren können - zu tragen. Wie aber soll man ein Gefährt mit 10fachem oder 20fachem Gewicht in eine Bahn Richtung Mond schießen?

Kennedys Worte sind mehr als visionär, jedoch bewirken sie eine Welle des Enthusiasmus, die durch die amerikanische Bevölkerung rauscht - obwohl das Programm Milliarden US-Dollar verschlingen wird.
Das komplette Apollo-System besteht aus drei Teilen, die alle zum großen Teil neu entwickelt werden mussten. Man konnte sich jedoch schon auf die Erfahrungen aus dem Mercury- und Gemini-Programm stützen. Zu den Komponenten gehören:

  • Das Kommandomodul beherbergte die Steuerung und die Quatiere
  • das Antriebs- und Versorgungsmodul
  • und das Lunar Modul was auf dem Mond landen und von dort wieder starten sollte.

Das wohl größte Teilprojekt des Apollo-Programms ist die 110 Meter hohe und 2800 Tonnen schwere "Saturn V"-Rakete. Sie ist bis heute die größte und leistungsstärkste Rakete, die jemals gebaut wurde. Chefkonstrukteur des "Saturn V" war der deutsche Raketeningenieur Wernher von Braun. Er hatte im nationalsozialistischen Deutschland die weltweit erste Großrakete, die "V2", mitentwickelt. Trotz von Brauns Nazi-Vergangenheit (er war NSdAP- und SS-Mitglied) durfte er in den USA, zuerst nur fürs Militär, als Raketenkonstrukteur arbeiten. Da er im Westen zu den besten seines Fachs zählte, wurde er auch zur Konstruktion der "Saturn V" herangezogen und beeinflusste maßgeblich deren Entwicklung.

Apollo 1 - tragischer Auftakt
Nachdem das Konzept für das Apollo-Programm entwickelt und die technische Seite auf dem Papier weitgehend geregelt waren, machte man sich an die praktische Vorbereitung. Die erste Trainingsmannschaft von Apollo 1 machte sich am 27. Januar 1967 an eine Routine-Übung. In der Trainingskapsel kommt es zu einem Brand, die Luke lässt sich von außen nicht öffnen und die Astronauten sind durch dichten Qualm behindert und können sich nicht selbst befreien. In der konzentrierten Sauerstoffatmosphäre verbreitet sich das Feuer so schnell, das die Insassen nicht mehr handeln können. Die NASA-Mitarbeiter im Kontrollraum hören über Funk, wie die Astronauten in der Kapsel qualvoll ersticken. Edward White, Virgil Grissom und Dr. Roger Chaffee kommen ums Leben. Viel zu spät erreichen Rettungskräfte das Testgelände.
Durch den Zwischenfall muss das Apollo-Programm komplett umgekrempelt werden, die Sicherheit wird fast überall erhöht. Erst eineinhalb Jahre später findet der nächste Apollo-Start statt. Aus diesem Grund existiert auch eine große Lücke zwischen den Apollo-Programmen 1 und 7: Die Programme 2-6 wurden für Änderungen am Projekt geopfert bzw. durch unbemannte Testflüge ersetzt.

Apollo 7 und weiter
Mit Apollo 7 starten Walter Schirra, Donn Eisele und Walter Cunningham in eine Erdumlaufbahn: Zu erst soll das gesamte System in Erdnähe getestet werden, bevor es in Richtung Mond geht. Der Flug verläuft problemlos, bis auf einen schweren Schnupfen, den alle drei Astronauten im Orbit plagte.
Mit Apollo 8 wagte man einen weiteren Schritt in Richtung Mondlandung: Frank Borman, James A. Lovell und William Anders umkreisten als erste Menschen den Mond. Apollo 9 unterschied sich in einem wichtigen Detail von der Vorgängermission: Die Entwicklung der Mondlandefähre war abgeschlossen worden und man testete sie ausgiebigst beim Umkreisen der Erde. Jim McDivitt, David Scot und Russel Schweickhart führten unter anderem Dockingmanöver im Erdorbit durch.
An Bord von Apollo 10 wurden die letzten praktischen Tests vor der eigentliche, ersten bemannten Mondlandung erprobt. Während Thomas Young an Bord der Kapsel im Mondorbit blieb, näherten sich Stafford und Gene Cernan bis auf 14 Kilometern der Mondoberfläche.

In der nächsten Ausgabe berichten wir über die erste bemannte Mondlandung mit Apollo 11.

Related Links:
Bemannte Missionen
Saturn V-Rakete

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Wartung der Station
Die "Expedition Four"-Crew an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) verbrachte die vergangene Woche mit einer Reihe von Routinearbeiten an der Station sowie einigen wissenschaftlichen Experimenten. Die Woche verlief für die Crew sehr ruhig. Sie nahm sich auch Zeit für ein TV- und Radiointerview mit US-Sendestationen.

Zu den Wartungsarbeiten gehörte das Auswechseln einer Festplatte in einem der Kontroll- und Kommandocomputer (wir berichteten) und die Installation eines Laptop-Computers in der Luftschleuse "Quest". Um ein immer wieder auftretendes Echo während der Funkverbindung zwischen Station und Bodenkontrolle wurde das gesamte Kommunikationssystem analysiert. Die Crew probierte verschiedene Konfigurationen aus, um die unangenehme Störung zu beseitigen.

Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: DLR School Lab von Karl Urban 

In den vergangenen Ausgaben dieses Newsletters stellten wir ihnen mehrmals Seiten der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA vor. Geradezu untypisch ist daher die folgende Seite des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR, die unser heutiger Surftipp ist.

School Lab heißt ein Programm des DLR, das die deutschen Schüler mehr für Naturwissenschaften und speziell für Astrophysik und Raumfahrt begeistern soll. Denn die PISA-Studie hat ja bekanntlich bewiesen, dass die deutschen Schüler nicht allzu gut sind, was sich früher oder später auch auf die deutschen Forschungsinstitute auswirken wird.
Das Programm School Lab wurde in den vergangenen Jahren schon im Raum Köln getestet und startet nun auch in Berlin. Schülergruppen können das DLR-Gelände in Berlin-Adlershof besuchen und aktiv mithelfen. Denn das DLR vergibt unter anderem Praktikumsplätze für Schüler.
Die Seite DLR School Lab bietet neben einer kleinen Einführung in das Programm eine Übersicht über die durchführbaren Projekte der Schüler, eine Webcam sowie die Kontaktinformationen für Raumfahrtbegeisterte Schüler.

Die Seite ist zwar relativ karg ausgestattet, allerdings sollte allein die Existenz eine solchen Projekts in Deutschland einen Raumfahrtbegeisterten zum Besuch der Seite http://www.schoollab.dlr.de bewegen.

 
 

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      InDetail: Astronomie von Walter Maierhofer 

Das am öftesten gebrauchte Wort und jedermann bekannt, doch was ist Astronomie wirklich:
Das Wort leitet sich aus dem griechischen Wort "Astronomia" (Astro: Stern) ab und bedeutet "Himmelskunde" oder "Sternenkunde". Die Astronomie ist die Wissenschaft von den Gestirnen und dem (Auf-)Bau des Weltalls. Die bei weitem älteste Wissenschaft, die es gibt, und auch die Mutter vieler anderer Wissenschaften, wie zum Beispiel die der Geographie oder der Physik. Im 17. Jahrhundert wurde in der Astronomie ausschließlich unser Sonnensystem erforscht, aber Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Bereiche auf Fixsterne und bis heute bis zum Ende des sichtbaren Weltraums ausgedehnt. Andere wichtige Teilgebiete der Astronomie sind die Stellarastronomie und die Stellarstatistik.

Obwohl diese auf Tatsachen fundierte Wissenschaft oft von Laien mit einer Pseudowissenschaft, der Astrologie, verwechselt wird, hat sich die Astronomie als extrem wichtiges Teilgebiet der Physik entwickelt.

 
 

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"In Space Newsletter" #010

Erscheinungsdatum:
2. Februar 2002
Auflage: 420 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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