In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #011 vom 9. Februar 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #011


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
ENVISAT (1)

> HotSpot:
Nuklearantrieb

> History Special:
Apollo 11

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
NASA-Statistik.de

> InDetail:
Coronal Mass Ejections

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Michael Stein 

Verehrte Leserinnen und Leser,

die an dieser Stelle vor kurzem kritisch kommentierte Ausgabenpolitik der US-Regierung hat in der vergangenen Woche leider auch erste konkrete und unerfreuliche Konsequenzen für die Weltraumforschung mit sich gebracht. So gab die NASA bekannt, die für dieses Jahrzehnt ursprünglich geplanten Forschungsmissionen zum Saturn-Mond Europa sowie zum Pluto zu streichen - beides Missionen von hohem wissenschaftlichen Wert. Die weitere Entwicklung des X-38 - der Prototyp für das Crew Return Vehicle (CRV) der ISS - wurde vorerst ebenfalls gestoppt. Die NASA soll nun prüfen, inwieweit die ISS-Partner bei der weiteren Entwicklung einspringen können - angesichts der Bedeutung, die das CRV für die zukünftige Nutzung der Internationalen Raumstation haben wird, kann man nur inständig hoffen, dass eine wie auch immer geartete Lösung gefunden wird.

Aber auch über erfreulichere Themen gibt es zu berichten. So können Sie heute beispielsweise in unserem Space Focus den ersten Teil einer Artikel-Serie über den neuesten europäischen Erdbeobachtungssatelliten ENVISAT lesen, um rechtzeitig zum geplanten Start am 1. März einen Überblick über dieses Wunderwerk der Fernerkundungstechnologie zu bekommen. Karl Urban wirft im History Special einen Blick zurück auf einen der absoluten Höhepunkte der Raumfahrtgeschichte. Wie jede Woche hoffen wir natürlich, Ihnen auch mit den übrigen Beiträgen in unserem Newsletter unterhaltsame und informative Berichte aus der Welt von Raumfahrt und Astronomie zu liefern.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Michael Stein
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage
: Werden die von ENVISAT gelieferten Umweltdaten einen signifikanten Einfluss auf politische Entscheidungen im Bereich Klimaschutz haben?

Ja
Nein

      Updates / Umfrage

Umfrageergebnis
Das Ergebnis unserer letzten Umfrage ("Wie beurteilen Sie die Bedeutung der russischen Raumfahrt-Technik und Erfahrungen für die internationale Raumfahrt?") liegt nun vor:
Mit einem Anteil von 94% sprechen fast alle Umfrageteilnehmer den sowjetisch/russischen Raumfahrterfahrungen eine hohe Bedeutung zu, wie z.B. bei Aufbau und Betrieb der Internationalen Raumstation zu beobachten ist
 
Update
Wir haben für Sie ein komplett neues Gästebuch eingerichtet - schreiben Sie uns Ihre Kritik, Ihr Lob und auch Ihre Anregungen.
 

 
 

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      News

• Solarsonde HESSI erfolgreich gestartet   <mehr>
• Mars Odyssey: Start der Beobachtungsphase rückt näher   <mehr>
• Europäische Ozonschicht beunruhigend   <mehr>
• Shuttles werden im KSC ausgerüstet   <mehr>
• Pluto- und Europamission gestrichen   <mehr>
• ISS: Wer darf an Bord?   <mehr>
• Erste Bilder vom Satellit PROBA   <mehr>
• Satellit MARECS B2 wurde abgeschaltet   <mehr>
• Ausgedientes Weltraumteleskop verglüht in Erdatmosphäre   <mehr>
• Mars Odyssey: Beobachtungsorbit ist erreicht   <mehr>



» Solarsonde HESSI erfolgreich gestartet
07. Februar 2002 - Am Dienstag ist die NASA-Raumsonde HESSI erfolgreich gestartet worden. Sie soll während ihrer geplanten dreijährigen Betriebsdauer neue Erkenntnisse über die so genannten "Flares" liefern, gigantische Energieausbrüche an der Sonnenoberfläche, die in wenigen Minuten unvorstellbare Mengen an Strahlung und geladenen Teilchen in das Weltall jagen.
 
Nach dem erfolgreich verlaufenen Start am 5. Februar um ca. 22:00 Uhr deuten die ersten Telemetriedaten von HESSI darauf hin, dass alle Systeme wie geplant funktionieren. Die neueste Sonnen-Beobachtungssonde war mit einer "Pegasus XL"-Rakete gestartet worden, die unter dem Rumpf eines Flugzeugs hing und in einer Höhe von ca. 13.000 m ausgeklinkt worden ist, bevor die Raketentriebwerke zündeten.
 
Mit HESSI ("High Energy Solar Spectroscopic Imager") sollen erstmals Beobachtungen solarer Flares außerhalb der Erdatmosphäre vorgenommen werden. Die Umlaufbahn des Satelliten in etwa 600 km Höhe garantiert, dass auch Röntgen- und Gammastrahlung registriert werden kann, die ansonsten durch die Erdatmosphäre absorbiert wird. Für die Wissenschaftler ist dieser Umstand vor allem deswegen interessant, da während eines Flares die freigesetzte Strahlungsenergie zum weitaus größten Teil in Form dieser beiden Strahlungsarten emittiert wird und daher mit den bodengestützten Sonnenteleskopen bisher nicht beobachtet werden konnte.
 
Die Mitte des 19. Jahrhunderts erstmalig beobachteten Flares stellen gleichermaßen faszinierende wie gefährliche Phänomene dar: Sowohl für Astronauten bei Außeneinsätzen wie auch für die Elektronik von Satelliten droht Gefahr, wenn ein Flare in Richtung der Erde ausgebrochen ist. Diese gigantischen solaren Explosionen treten in der Nähe von Sonnenflecken auf und dauern nur wenige Minuten lang an. Dabei stoßen sie gewaltige Mengen an Strahlungsenergie aus, annähernd die Hälfte der Explosionsenergie tritt daneben in Form geladener Teilchen aus.
 
Die Ursache für das Auftreten von Flares ist noch nicht zweifelsfrei bestimmt, allerdings vermuten viele Forscher spontane Restrukturierungen magnetischer Feldlinien als Energiequelle - diese Hypothese soll mit Hilfe von HESSI überprüft werden. Auch die Frage, wie innerhalb der Lebensdauer eines Flares von wenigen Minuten Elektronen und Atomkerne durch dieses Ereignis annähernd auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden können, ist noch ohne Antwort; sollten die Beobachtungsergebnisse von HESSI hier neue Erkenntnisse liefern, könnte dies beim Bau leistungsfähigerer Teilchenbeschleuniger hilfreich sein.
(
ms - Quelle: NASA)

» Mars Odyssey: Start der Beobachtungsphase rückt näher
07. Februar 2002 - Die seit Oktober letzten Jahres in einem Marsorbit befindliche NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey hat am Mittwoch dieser Woche ihren Antennenmast mitsamt der Hochleistungsantenne ausgefahren und damit einen weiteren Meilenstein bei der Vorbereitung auf den Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungsphase passiert.
 
Am Mittwoch um 04:29 Uhr (MEZ) hat die Odyssey-Missionskontrolle Veränderungen beim Funksignal der Raumsonde festgestellt die darauf hinweisen, dass die Lösung der Verankerungen und das anschließende Ausfahren des Antennenmastes wie geplant erfolgt ist. Der Antennenmast wurde mit Hilfe eines Elektromotors ausgefahren und anschließend in der vorgesehenen Position verriegelt.
 
Die Ausrichtung der Hochleistungsantenne für die Kommunikation mit der Erde - eine Parabolantenne mit ca. 1,3 m Durchmesser - erfolgt mit Hilfe einer über zwei Achsen beweglichen Trägerkonstruktion, so dass Mars Odyssey mit der Erde kommunizieren kann, während die wissenschaftlichen Messinstrumente gleichzeitig Daten von der Marsoberfläche aufzeichnen. Nach dem Ausfahren des Antennenmastes hat das Odyssey-Missionsteam die Trägerkonstruktion auf ihre Funktion hin überprüft. Sie erlaubt die Ausrichtung der Hochleistungsantenne in verschiedenen Positionen, um den Kontakt mit der Erde aufrecht zu erhalten.
 
Noch im Laufe dieses Monats soll die wissenschaftliche Beobachtungsphase von 2001 Mars Odyssey beginnen. Vorher jedoch wird noch die Ausrichtung der Messinstrumente an Bord der Raumsonde getestet werden, in der sich die Instrumente relativ zur Marsoberfläche befinden, während die Hochleistungsantenne Richtung Erde weist. Sobald die aktive Beobachtungsphase angelaufen ist, können mit Hilfe dieser Antenne Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 110.000 Bits pro Sekunde zur Erde übermittelt werden. Weitere Informationen zur aktuellen Marsmission finden Sie auf den Seiten unseres
Mars Odyssey-Special.
(ms - Quelle: NASA)


» Europäische Ozonschicht beunruhigend
06. Februar 2002 - Laut aktuellen Messdaten der europäischen Raumfahrtzentrale ESA nehmen die negativen Werte der Ozonschicht über Europa beunruhigende Ausmaße an.
 
Die ESA hat festgestellt, dass über Tage hinweg die Dicke der Ozonschicht stark abgenommen hat. Laut einem Experten der deutschen Raumfahrtorganisation DLR, Thilo Erbertseder, kommt dieser Rückgang durch Ströme warmer Luft, die aus äquatorialen Regionen stammen. Laut Erbertseder sind die Daten beunruhigend, da durch zusätzliche Mini-Ozonlöcher die bis zur Erdoberfläche hindurchdringende UV-Strahlung für den Menschen gefährliche Werte annehmen kann.

Die Messdaten wurden vom GOME (Global Ozone Monitoring Experiment)-System, das sich an Bord des ESA-Satelliten ERS-2 befindet, gesammelt.
(
rk - Quelle: ESA press releases)

» Shuttles werden im KSC ausgerüstet
06. Februar 2002 - Die NASA hat beschlossen, ihre Shuttles künftig hauptsächlich im "Kennedy Space Center" (KSC) nachzurüsten.
 
Bisher wurden die Shuttles meist in der kalifornischen "Palmdale Manufacturing Facility" auf den neuesten Stand gebracht. Die neue Regelung soll erstmals bei dem Shuttle "Discovery" angewendet werden - der Orbiter soll im Frühling dann im KSC inspiziert und gewartet werden.

Diese Entscheidung wurde neben dem Kostenfaktor auch wegen dem geringeren Risiko getroffen, da die Shuttles im KSC ja auch starten. Deshalb werden nun lange Transporte von und zum entfernt liegenden Wartungshangar unnötig.
(
rk - Quelle: NASA HQ)

» Pluto- und Europamission gestrichen
05. Februar 2002 - Gestern stellte die NASA ihr Budget für das Jahr 2003 vor.
 
Zum ersten mal wurde das NASA Budget unten dem neuen Chef der NASA Sean O'Keefe vorgestellt. Leider wurden die Missionen zu dem Planeten Pluto, der noch nie von einer Sonde besucht wurde und die Erforschung des Jupitermondes Europa, gestrichen. Besonders ärgerlich für die Wissenschaftler ist, das der Pluto sich immer weiter von der Sonne entfernt und das er erst in 200 Jahren sich wieder der Sonne nährt. Obwohl der US-Kongress, wegen der öffentlichen Unterstützung dieses Projektes, die Gelder bereits freigegeben hatte. Nur leider Interessiert sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht für die friedvolle Erforschung unseres Sonnensystems und investiert das Geld in andere, umstrittene, Projekte.
(
sp - Quelle: NASA Human Spaceflight)

» ISS: Wer darf an Bord?
03. Februar 2002 - Die Partnerstaaten der Internationalen Raumstation haben den Kriterien zugestimmt, nach denen Raumfahrer die Station besuchen dürfen.
 
Sie billigten ein Dokument, welches die "prinzipiellen Besuchs- und Auswahlkriterien, Arbeiten, Training und Genehmigungen der ISS-Crewmitglieder (und Besucher)" festlegt.
Diese Punkte werden von nun an von allen ISS-Partnern berücksichtigt, wenn sie die Crewmitglieder ausbilden. Wenn weitere Erfahrungen an Bord der Station gesammelt wurden, wird das Dokument aktualisiert.
-
Komplettes Dokument
(ku - Quelle: NASA )


» Erste Bilder vom Satellit PROBA
01. Februar 2002 - Zwei Monate nach der Einführung von PROBA vom indischen Weltraumbahnhof Sriharikota hat der ESA-Technologie-Satellit PROBA mit seinen leistungsstarken Instrumenten erste Testbilder von der Erdoberfläche aufgenommen.
 
Die Aufnahmen wurden automatisch an das ESA-Kontrollzentrum im belgischen Redu übermittelt. Die Wissenschaftler sind von der Qualität begeistert.
Der im Rahmen des ESA-Technologieprogramms in nur drei Jahren entwickelte Kleinsatellit PROBA (Project for On Board Autonomy) wurde am 22.Oktober 2001 mit der indischen Trägerrakete PSLV-C3 in eine 590 km hohe sonnensynchrone Umlaufbahn befördert. PROBA stellt eine Experimentierplattform dar, mit der die ESA neue europäische Verfahren und Systeme testen will, die zukünftige Satellitenmissionen wirtschaftlicher gestalten können. Entwickelt hat den Satelliten ein Konsortium von Firmen und Universitäten aus Europa und Kanada unter Leitung des belgischen Unternehmens Verhaert Design & Development. Gegenwärtig werden alle Bordsysteme überprüft. An die Testphase soll sich eine zweijährige Betriebsphase anschließen, in der die Fernerkundung der Erde mit bilderzeugenden Verfahren im Mittelpunkt steht.

Bereits die ersten Testbilder, die PROBA mit seinem Hauptinstrument CHRIS von ausgewählten geographischen Regionen der Erde angefertigt hat - Brügge in Belgien, Volta-See in Ghana, Westküste von Kuba - erlauben eine detaillierte Umweltbeobachtung. Hinter CHRIS, dem Compact High Resolution Imaging Spectrometer, verbirgt sich ein 14 Kg schweres hochauflösendes bilderzeugendes Spektrometer der britischen Firma Sira Electro-Optcs. CHRIS erfasst die Erdoberfläche in 19 Spektralkanälen, vom sichtbaren bis in den nahen Infrarot-Bereich. Ein Bild mit einer Aufnahmefläche von 18,6 Quadratkilometer.
Zentrales Motto der Mission ist Bordautonomie, also die Steuerung des Satelliten durch bordeigene Systeme. Ein Hochleistungsrechner an Bord von PROBA erlaubt es, eine Vielzahl von Routineoperationen zu automatisieren. PROBA kann also weitgehend auf sich selbst aufpassen. Das macht den Satelliten leistungsfähiger und senkt die Betriebskosten auf der Erde.
(
la - Quelle: ESA)

» Satellit MARECS B2 wurde abgeschaltet
01. Februar 2002 - Einer der ältesten und erfolgreichsten Kommunikationssatelliten der ESA, MARECS B2, wurde nach 18 Jahren zuverlässiger Arbeit abgeschaltet.
 
Seine geplante Lebensdauer von sieben Jahren hat er damit weit überschritten.
Ursprünglich als Reservesatellit gebaut, wurde er am 9. November 1984 mit einer Ariane-Trägerrakete in die geostationäre Bahn gebracht und über dem Pazifischen Ozean positioniert.

Im Rahmen des Telekommunikationssatelliten-Programms der ESA entstanden Anfang der achtziger Jahre auch zwei Satelliten speziell für die Kommunikation zwischen Schiffen und Stationen auf dem Festland: MARECS A und B. Da MARECS B bei einem Fehlstart verloren ging, wurde ein Reserve-Exemplar unter der Bezeichnung MARECS-B2 in den Weltraum geschickt.

Nach 18 Jahren exzellenter Arbeit wurden die Transponder von MARECS B2 abgeschaltet. Gegenwärtig wird der Satellit von seiner Arbeitsposition in den 300 km höher gelegenen "Friedhofsorbit" befördert. Diese Maßnahme ist nötig, um auf der geostationären Bahn über dem Erdäquator Platz für künftige aktive Satelliten zu schaffen.

MARECS B2 sollte ursprünglich - als letzte Aufgabe - in der Antarktisforschung eingesetzt werden. Doch die Ereignisse am 11.September in New York haben leider das Vorhaben zu Fall gebracht.
(
la - Quelle: ESA)

» Ausgedientes Weltraumteleskop verglüht in Erdatmosphäre
31. Januar 2002 - Das Weltraumteleskop EUVE der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ist heute morgen gegen 05:15 Uhr (MEZ) unkontrolliert über Zentralägypten in die Erdatmosphäre eingetaucht und dabei verglüht. Ob einzelne Teile des Satelliten wie im Vorfeld befürchtet den Erdboden erreicht haben, ist nicht sicher.
 
Da das Weltraumteleskop nicht über ein Antriebssystem verfügte war es anders als beispielsweise beim kontrollierten Absturz der russischen Raumstation "MIR" im März letzten Jahres nicht möglich, die Position des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre zu beeinflussen. Aufgrund seiner Flugbahn war nur bekannt, dass der Satellit zwischen dem 28,5-ten Grad nördlicher und südlicher Breite in die Atmosphäre eintreten würde. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine Meldungen vor, dass einzelne Teile des Raumfahrzeugs den Erdboden erreicht haben.
 
Der "Extreme Ultraviolet Explorer" (EUVE) war im Juli 1992 in eine Erdumlaufbahn geschossen worden, um erstmals nach Quellen der so genannten "extremen UV-Strahlung" im Weltall zu suchen. Während zu Beginn der bis Ende 2000 andauernden wissenschaftlichen Beobachtungsphase zunächst eine Kartierung vorgenommen wurde, um so viele Strahlungsquellen wie möglich zu entdecken - insgesamt konnten dabei mehr als 1.000 Strahlungsquellen ausfindig gemacht werden, wovon über drei Dutzend außerhalb unserer Galaxie liegen -, wurden die drei Teleskope an Bord des Satelliten anschließend auf einzelne Objekte gerichtet, die den Astronomen besonders interessant erschienen.
 
Die besondere Bedeutung von EUVE lag darin, dass mit dieser Mission zum ersten Mal das Weltall auf Strahlungsquellen in diesem Bereich des elektromagnetischen Spektrums mit Wellenlängen von 70 bis 760 Å untersucht worden ist.
(
ms - Quelle: NASA)

» Mars Odyssey: Beobachtungsorbit ist erreicht
31. Januar 2002 - Nach zwei weiteren Bahnkorrekturen am Montag und Mittwoch dieser Woche befindet sich "2001 Mars Odyssey" nun in seinem Beobachtungsorbit um den Mars. Damit enden die unmittelbar nach Ankunft der Raumsonde beim Mars im Oktober letzten Jahres begonnenen Phasen von Aerobraking und anschließenden Orbitanpassungen mit Hilfe der Odyssey-Steuerdüsen.
 
Die beiden nur 25 und 15 Sekunden dauernden Zündungen der Steuerdüsen von Odyssey folgten nach zwei größeren Kurskorrekturen, mit denen vor zwei Wochen die Aerobraking-Phase beendet worden ist. Während dieser unmittelbar nach Ankunft von Odyssey beim Mars begonnenen Flugphase ist die Raumsonde bei jeder Umkreisung durch die obersten Schichten der Marsatmosphäre geflogen, um dadurch ihre Geschwindigkeit und somit auch die Höhe ihrer Umlaufbahn ohne Treibstoffverbrauch zu reduzieren.
 
"Diese kleinen Manöver zur Anpassung des Orbits vervollständigen die größeren Kursveränderungen, die wir vor zwei Wochen vorgenommen haben, und passen den Orbit an die gewünschte Höhe und Oberflächenabdeckung an. Die Auswirkung [des Manövers] ist die Verschiebung der Periapsis, des dem Planeten nächsten Punktes [der Umlaufbahn], direkt über den Südpol", so Odysseys Chefnavigator Bob Mase. "Wir befinden uns nun in unserem endgültigen Beobachtungsorbit und gehen nicht davon aus, dass weitere Manöver zur Veränderung der Umlaufbahn durchgeführt werden."
 
Ingenieure des Odyssey-Teams sind weiterhin mit der Überprüfung des Raumschiffs und der Instrumente an Bord in Vorbereitung der wissenschaftlichen Beobachtungsmission beschäftigt, die im Laufe des Februar beginnen wird. Zwei der wissenschaftlichen Instrumente - beides Neutronenspektrometer, die Teil der Gammastrahlenspektrometer-Suite (GRS) sind - arbeiten bereits und sammeln Daten über die Zusammensetzung der Marsoberfläche.
 
Eine Erläuterung der wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Odyssey finden Sie auf den Seiten unseres
2001 Mars Odyssey-Specials.
(ms - Quelle: NASA)


 
 

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      Space Focus: ENVISAT (Teil 1) von Michael Stein 

Eine neue Ära der Erdbeobachtung
In knapp drei Wochen ist es soweit: Am 1. März 2002 soll der teuerste und größte Erdbeobachtungssatellit, der jemals in Europa gebaut worden ist, mit einer Ariane 5-Rakete vom Europäischen Raumfahrtzentrum in Kourou (Französisch Guayana) aus gestartet werden. Von seiner polaren Umlaufbahn in 800 km Höhe aus soll ENVISAT etwa alle 100 Minuten einmal die Erde umkreisen und mit seinen zehn Beobachtungsinstrumenten den Zustand verschiedenster Parameter von Erde, Wasser und Luft unseres Planeten registrieren. Etwa drei Tage werden die meisten Instrumente an Bord des Satelliten benötigen, um die gesamte Planetenoberfläche einmal zu scannen, bevor ein neuer Durchlauf beginnt.
 
Neben der Vielzahl und Genauigkeit der zu erwartenden Messdaten ist für Wissenschaftler gerade die Möglichkeit, Veränderungen der gemessenen Parameter im Zeitablauf verfolgen zu können, besonders interessant; dabei können sich die Forscher auch auf Daten stützen, die von ERS-1 und ERS-2 - Vorläufern von ENVISAT - seit 1991 erhoben worden sind.
ENVISAT soll Prozessabläufe und Veränderungen im Ökosystem der Erde beobachten und damit den Wissenschaftlern helfen, Zusammenhänge erkennen und verstehen zu können. Letztendlich werden die durch ENVISAT gewonnenen Erkenntnisse auch bei der Festlegung politischer Ziele im Bereich Umwelt- und Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen, denn erst eine wissenschaftlich fundierte Zustandsbeschreibung unseres Ökosystems macht es möglich, über sinnvolle Schritte zum Schutz des Ökosystems Erde zu diskutieren.
 
Ein Gigant am Himmel
Die Dimensionen dieses Projekts sind in jeder Hinsicht gewaltig: Die bereitgestellten Finanzmittel für die gesamte Projektdauer (von Entwicklung und Planung über Bau und Start bis zum Betrieb des Satelliten) belaufen sich auf ca. zwei Milliarden Euro, weshalb beim Start von ENVISAT wahrscheinlich außer der Ariane 5 noch einige Stoßgebete Richtung Himmel mitfliegen werden.
 
Der Satellit wiegt bei Missionsbeginn 8,2 Tonnen (incl. 300 kg Treibstoff) und nimmt im Betriebszustand mit ausgefaltetem Sonnensegel und ASAR-Antenne einen Raum mit den Maßen 25 × 7 × 10 Meter ein. Sein 70 m2 großes "Sonnensegel" produziert rund 6,6 kW Strom für die zehn wissenschaftlichen Beobachtungsinstrumente an Bord. Die von den Instrumenten generierte Datenflut wird zunächst auf satelliteneigenen Speichersystemen mit einer Kapazität von 20 GByte zwischengespeichert und einmal während jeder Erdumkreisung über zwei Funkverbindungen mit einer Bandbreite von je 100 MBits pro Sekunde zu den Bodenstationen gefunkt.
 
Die Betriebsdauer von ENVISAT ist auf fünf Jahre ausgelegt, aber aufgrund der Erfahrungen mit den beiden Vorgängersatelliten ERS-1 und ERS-2 hoffen die Projektverantwortlichen auf eine deutlich längere Nutzungsdauer.
 
Im nächsten Teil unserer Artikelserie werden wir Ihnen einzelne Beobachtungsinstrumente an Bord von ENVISAT genauer vorstellen.

Related Links:
ENVISAT-Homepage

 
 

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      HotSpot: Nuklearantrieb von Michael Stein 

Wie die NASA in dieser Woche verkündet hat, soll die Entwicklung nuklearer Antriebe wieder aufgenommen werden, um die extrem langen Flugzeiten bei Missionen ins äußere Sonnensystem zukünftig abzukürzen. Dabei ist diese Bezeichnung eigentlich nicht korrekt, handelt es sich doch bei der von der NASA diskutierten Variante vielmehr um eine nukleare Energiequelle, die ein Ionenstrahl-Triebwerk versorgen soll.
 
Dieser beispielsweise an Bord der NASA-Raumsonde "Deep Space 1" (DS 1) erprobte Triebwerkstyp erzeugt einen sehr geringen Schub, indem ein ionisiertes, d.h. elektrisch geladenes Gas mit Hilfe elektrischer Feld auf sehr hohe Geschwindigkeiten (bei DS 1 ca. 30 km/Sek.) beschleunigt und ausgestoßen wird. Obwohl die Schubleistung von Ionenstrahl-Triebwerken zur Zeit noch extrem gering ist, kann aufgrund der monatelangen Brenndauer dennoch ein erheblicher Geschwindigkeitszuwachs erzielt werden.
 
Für Missionen in das äußere Sonnensystem jedoch eignet sich dieser Antrieb bisher nicht, da Solarzellen die hierfür erforderliche elektrische Energie aufgrund der großen Distanz zur Sonne nicht liefern können. Genau hier wäre dann eine nukleare Energiequelle von Vorteil, da sie über einen sehr langen Zeitraum konstant Energie für einen solchen Antrieb liefern könnte.

Related Links:
Hotspot-Archiv

 
 

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      History Special: Apollo 11 von Karl Urban 

Am 16. Juli 1969 hebt nach 10 bemannten und unbemannten Testflügen erneut eine Saturn V-Rakete vom Cape Kennedy-Weltraumbahnhof ab. Nutzlast bilden das Kommandomodul "Columbia" und das Mondlandemodul "Eagle". An Bord befinden sich die Astronauten, deren Namen bis heute jeder kennt: Neil A. Armstrong, Michael Collins und Edwin E. Aldrin. Die Erfahrungen, die die NASA mit den vorhergegangen Apollo-Testflügen gesammelt hatte, sollten nun ausreichen, die erste bemannte Mondlandung der Geschichte durchzuführen.
 
"Der Adler ist gelandet"
Nach einem viertägigen Flug erreicht das Apolloraumschiff wie geplant den Mond und beginnt ihn zu umkreisen. Dann wird die Mondlandefähre "Eagle" vom Kommandomodul abgetrennt und beginnt einen von den Schubdüsen abgebremsten Sinkflug. Michael Collins bleibt weiter in der Mondumlaufbahn, während sich Neil Armstrong und Edwin Aldrin langsam der Oberfläche nähern. Während des Sinkflugs kommt es zu einigen Fehlfunktionen im Bordcomputer der Mondlandefähre und sie kommt von ihrem Kurs ab. Zuletzt übernimmt Neil Armstrong die manuelle Steuerung. Als das Vehikel schließlich im "Mare Tranquillitatis" aufsetzt, bestätigt Armstrong dies mit den Worten: "Tranquility Base here, the Eagle has landed". Auf der Erde in 400.000 km Entfernung verfolgen über eine halbe Milliarde Menschen das Ereignis am Fernseher. Immerhin bildet die Apollo-Übertragung eine der ersten Live-Sendungen überhaupt.
 
Zwei Stunden nach dem Aufsetzten auf dem Mond, beginnt Neil Armstrong im Raumanzug die Leiter der Mondlandefähre hinunterzuklettern. Er kommentiert seinen ersten Schritt auf dem Mond mit den Worten "That is one small step for a man, one giant leap for mankind". Aldrin und Armstrong richten an ihrem Landeplatz einige Experimente ein, stellen die amerikanische Flagge auf und sammeln 22 kg Mondgestein. Nach 152 Minuten begeben sich die Astronauten wieder in die Landefähre und bereiten den Start zum Kommandomodul vor. Am 21. Juli 1969 hebt der "Adler" wieder vom Mond ab und dockt ans Mutterschiff im Mondorbit an. Daraufhin beginnt es seinen Rückflug zur Erde. Am 24. Juli 1969 landet die Apollo-Wiedereintrittskapsel südwestlich von Hawaii im Pazifik. Sie wird vom US-Marineschiff "USS Hornet" geborgen.

Related Links:
Bemannte Missionen
Saturn V-Rakete

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Computerabsturz auf der Station
Die Woche an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) begann mit einem Zwischenfall: während die Crew ihren Aufgaben am Morgen nachging, schaltete sich plötzlich ein Zentralcomputer im Zvezda-Modul ab. Dies hatte zur Folge, dass die Lagekontrolle der Station außer Kraft war und der Koloss orientierungslos um die Erde driftete. Die Crew schaltete sofort das Equipment ab, das nicht unbedingt notwendig war - so zum Beispiel die Backupsysteme - um unnötigen Energieverbrauch zu verhindern. Denn durch den Kontrollverlust konnten die Solarfelder nicht länger richtig ausgerichtet werden und somit nicht genügend Energie umwandeln. Mit der Hilfe der Bodenkontrolle konnten die Solarfelder manuell ausgerichtet und später der Computer neu gestartet werden. Glücklicherweise war die Crew zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
 
Während die Bodenkontrolle im weiteren Verlauf der Woche mit der Analyse und der Aufklärung der Computerprobleme beschäftigt war, widmete sich die Crew der Forschung im Destiny-Modul und erledigte notwendige Arbeiten wie eine Inventur der an Bord befindlichen Gegenstände und Versorgungsgüter. Diese Inventur soll es dem Management am Boden leichter machen, genügend notwendige Versorgungsgüter für den nächsten Flug zusammenzupacken.
 
Ein ganz besonderes Ereignis gab es am Mittwoch: Astronaut Onufrienko feierte an Bord der ISS seinen 41. Geburtstag.
 
Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: NASA-Statistik.de von Karl Urban 

Wann war noch mal der erste Apolloflug? Welche Astronauten waren an Bord des ersten Flugs des Space Shuttles Challenger? Und welche Shuttle-Missionen sind für dieses Jahr noch geplant?
 
Auf NASA-Statistik.de finden Sie die Antwort auf diese Fragen. Denn die Seite bietet eine riesige Datenbank mit Informationen zu jeder NASA-Mission der Geschichte. So hat der Autor der Seite das Mercury-, Gemini-, Apollo-, Skylab- und Space Shuttle-Programm komplett katalogisiert. Dazu kommt eine Liste der Astronauten, die an den Flügen mitwirkten sowie eine Chronik, die die Geschichte der amerikanischen Raumfahrt dokumentiert.
 
Trotz ihres schlichten Designs (was den Besucher nicht stören sollte) ist NASA-Statistik.de ein Muss für jeden Raumfahrtfan.

 
 

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      InDetail: Coronal Mass Ejections (CME) von Michael Stein 

Bei den so genannten "Coronal Mass Ejections (CME)" handelt es sich um riesige Blasen elektrisch geladenen Gases, die mit magnetischen Feldlinien verbunden sind und während des mehrere Stunden andauernden Ausbruchs von der Sonne Richtung Weltall abgestoßen werden. Dieses Phänomen wurde erst Anfang der siebziger Jahre durch weltraumgestützte Sonnenteleskope entdeckt und tritt oft gemeinsam mit Solaren Flares auf. Während des Minimums der Sonnenaktivität kommt es ungefähr einmal pro Woche zu solch einem Ereignis, in Zeiten maximaler solarer Aktivität wie zur vergangenen Jahrtausendwende hingegen können im Durchschnitt zwei bis drei CMEs pro Tag beobachtet werden.
 
Eine CME unterbricht den ansonsten stetigen Strom des Sonnenwindes und erzeugt Störungen, die manchmal die Erde erreichen und dann mit Folgen für die Elektronik an Bord von Satelliten und erdgebundenen Anlagen vor allem in hohen Breitengraden verbunden sind. Während früher vor allem die Solaren Flares als Hauptverantwortliche für diese Störungen galten, haben die CMEs ihnen aufgrund neuerer Forschungsergebnisse diesen Rang streitig gemacht.

 
 

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"In Space Newsletter" #011

Erscheinungsdatum:
9. Februar 2002
Auflage: 430 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Schlussredaktion:
Michael Stein


Redaktion:
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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