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"In Space Newsletter" Ausgabe #011
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Verehrte Leserinnen und Leser,
die an dieser Stelle vor kurzem kritisch kommentierte Ausgabenpolitik der US-Regierung hat in der vergangenen Woche leider auch erste konkrete und unerfreuliche Konsequenzen für die Weltraumforschung mit sich gebracht. So gab die NASA bekannt, die für dieses Jahrzehnt ursprünglich geplanten Forschungsmissionen zum Saturn-Mond Europa sowie zum Pluto zu streichen - beides Missionen von hohem wissenschaftlichen Wert. Die weitere Entwicklung des X-38 - der Prototyp für das Crew Return Vehicle (CRV) der ISS - wurde vorerst ebenfalls gestoppt. Die NASA soll nun prüfen, inwieweit die ISS-Partner bei der weiteren Entwicklung einspringen können - angesichts der Bedeutung, die das CRV für die zukünftige Nutzung der Internationalen Raumstation haben wird, kann man nur inständig hoffen, dass eine wie auch immer geartete Lösung gefunden wird.
Aber auch über erfreulichere Themen gibt es zu berichten. So können Sie heute beispielsweise in unserem Space Focus den ersten Teil einer Artikel-Serie über den neuesten europäischen Erdbeobachtungssatelliten ENVISAT lesen, um rechtzeitig zum geplanten Start am 1. März einen Überblick über dieses Wunderwerk der Fernerkundungstechnologie zu bekommen. Karl Urban wirft im History Special einen Blick zurück auf einen der absoluten Höhepunkte der Raumfahrtgeschichte. Wie jede Woche hoffen wir natürlich, Ihnen auch mit den übrigen Beiträgen in unserem Newsletter unterhaltsame und informative Berichte aus der Welt von Raumfahrt und Astronomie zu liefern.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Michael Stein
Chefredakteur
"In Space - The Raumfahrer.net"
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Umfrage: Werden die von ENVISAT gelieferten Umweltdaten einen signifikanten Einfluss auf politische Entscheidungen im Bereich Klimaschutz haben?
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Umfrageergebnis
Das Ergebnis unserer letzten Umfrage ("Wie beurteilen Sie die Bedeutung der russischen Raumfahrt-Technik und Erfahrungen für die internationale Raumfahrt?") liegt nun vor: Mit einem Anteil von 94% sprechen fast alle Umfrageteilnehmer den sowjetisch/russischen Raumfahrterfahrungen eine hohe Bedeutung zu, wie z.B. bei Aufbau und Betrieb der Internationalen Raumstation zu beobachten ist
Update
Wir haben für Sie ein komplett neues Gästebuch eingerichtet - schreiben Sie uns Ihre Kritik, Ihr Lob und auch Ihre Anregungen.
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Space Focus: ENVISAT (Teil 1) |
von Michael Stein | |
Eine neue Ära der Erdbeobachtung
In knapp drei Wochen ist es soweit: Am 1. März 2002 soll der teuerste und größte Erdbeobachtungssatellit, der jemals in Europa gebaut worden ist, mit einer Ariane 5-Rakete vom Europäischen Raumfahrtzentrum in Kourou (Französisch Guayana) aus gestartet werden. Von seiner polaren Umlaufbahn in 800 km Höhe aus soll ENVISAT etwa alle 100 Minuten einmal die Erde umkreisen und mit seinen zehn Beobachtungsinstrumenten den Zustand verschiedenster Parameter von Erde, Wasser und Luft unseres Planeten registrieren. Etwa drei Tage werden die meisten Instrumente an Bord des Satelliten benötigen, um die gesamte Planetenoberfläche einmal zu scannen, bevor ein neuer Durchlauf beginnt.
Neben der Vielzahl und Genauigkeit der zu erwartenden Messdaten ist für Wissenschaftler gerade die Möglichkeit, Veränderungen der gemessenen Parameter im Zeitablauf verfolgen zu können, besonders interessant; dabei können sich die Forscher auch auf Daten stützen, die von ERS-1 und ERS-2 - Vorläufern von ENVISAT - seit 1991 erhoben worden sind. ENVISAT soll Prozessabläufe und Veränderungen im Ökosystem der Erde beobachten und damit den Wissenschaftlern helfen, Zusammenhänge erkennen und verstehen zu können. Letztendlich werden die durch ENVISAT gewonnenen Erkenntnisse auch bei der Festlegung politischer Ziele im Bereich Umwelt- und Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen, denn erst eine wissenschaftlich fundierte Zustandsbeschreibung unseres Ökosystems macht es möglich, über sinnvolle Schritte zum Schutz des Ökosystems Erde zu diskutieren.
Ein Gigant am Himmel
Die Dimensionen dieses Projekts sind in jeder Hinsicht gewaltig: Die bereitgestellten Finanzmittel für die gesamte Projektdauer (von Entwicklung und Planung über Bau und Start bis zum Betrieb des Satelliten) belaufen sich auf ca. zwei Milliarden Euro, weshalb beim Start von ENVISAT wahrscheinlich außer der Ariane 5 noch einige Stoßgebete Richtung Himmel mitfliegen werden.
Der Satellit wiegt bei Missionsbeginn 8,2 Tonnen (incl. 300 kg Treibstoff) und nimmt im Betriebszustand mit ausgefaltetem Sonnensegel und ASAR-Antenne einen Raum mit den Maßen 25 × 7 × 10 Meter ein. Sein 70 m2 großes "Sonnensegel" produziert rund 6,6 kW Strom für die zehn wissenschaftlichen Beobachtungsinstrumente an Bord. Die von den Instrumenten generierte Datenflut wird zunächst auf satelliteneigenen Speichersystemen mit einer Kapazität von 20 GByte zwischengespeichert und einmal während jeder Erdumkreisung über zwei Funkverbindungen mit einer Bandbreite von je 100 MBits pro Sekunde zu den Bodenstationen gefunkt.
Die Betriebsdauer von ENVISAT ist auf fünf Jahre ausgelegt, aber aufgrund der Erfahrungen mit den beiden Vorgängersatelliten ERS-1 und ERS-2 hoffen die Projektverantwortlichen auf eine deutlich längere Nutzungsdauer.
| Im nächsten Teil unserer Artikelserie werden wir Ihnen einzelne Beobachtungsinstrumente an Bord von ENVISAT genauer vorstellen. |
Related Links:
ENVISAT-Homepage
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HotSpot: Nuklearantrieb |
von Michael Stein | |
Wie die NASA in dieser Woche verkündet hat, soll die Entwicklung nuklearer Antriebe wieder aufgenommen werden, um die extrem langen Flugzeiten bei Missionen ins äußere Sonnensystem zukünftig abzukürzen. Dabei ist diese Bezeichnung eigentlich nicht korrekt, handelt es sich doch bei der von der NASA diskutierten Variante vielmehr um eine nukleare Energiequelle, die ein Ionenstrahl-Triebwerk versorgen soll.
Dieser beispielsweise an Bord der NASA-Raumsonde "Deep Space 1" (DS 1) erprobte Triebwerkstyp erzeugt einen sehr geringen Schub, indem ein ionisiertes, d.h. elektrisch geladenes Gas mit Hilfe elektrischer Feld auf sehr hohe Geschwindigkeiten (bei DS 1 ca. 30 km/Sek.) beschleunigt und ausgestoßen wird. Obwohl die Schubleistung von Ionenstrahl-Triebwerken zur Zeit noch extrem gering ist, kann aufgrund der monatelangen Brenndauer dennoch ein erheblicher Geschwindigkeitszuwachs erzielt werden.
Für Missionen in das äußere Sonnensystem jedoch eignet sich dieser Antrieb bisher nicht, da Solarzellen die hierfür erforderliche elektrische Energie aufgrund der großen Distanz zur Sonne nicht liefern können. Genau hier wäre dann eine nukleare Energiequelle von Vorteil, da sie über einen sehr langen Zeitraum konstant Energie für einen solchen Antrieb liefern könnte.
Related Links:
Hotspot-Archiv
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History Special: Apollo 11 |
von Karl Urban | |
Am 16. Juli 1969 hebt nach 10 bemannten und unbemannten Testflügen erneut eine Saturn V-Rakete vom Cape Kennedy-Weltraumbahnhof ab. Nutzlast bilden das Kommandomodul "Columbia" und das Mondlandemodul "Eagle". An Bord befinden sich die Astronauten, deren Namen bis heute jeder kennt: Neil A. Armstrong, Michael Collins und Edwin E. Aldrin. Die Erfahrungen, die die NASA mit den vorhergegangen Apollo-Testflügen gesammelt hatte, sollten nun ausreichen, die erste bemannte Mondlandung der Geschichte durchzuführen.
"Der Adler ist gelandet"
Nach einem viertägigen Flug erreicht das Apolloraumschiff wie geplant den Mond und beginnt ihn zu umkreisen. Dann wird die Mondlandefähre "Eagle" vom Kommandomodul abgetrennt und beginnt einen von den Schubdüsen abgebremsten Sinkflug. Michael Collins bleibt weiter in der Mondumlaufbahn, während sich Neil Armstrong und Edwin Aldrin langsam der Oberfläche nähern. Während des Sinkflugs kommt es zu einigen Fehlfunktionen im Bordcomputer der Mondlandefähre und sie kommt von ihrem Kurs ab. Zuletzt übernimmt Neil Armstrong die manuelle Steuerung. Als das Vehikel schließlich im "Mare Tranquillitatis" aufsetzt, bestätigt Armstrong dies mit den Worten: "Tranquility Base here, the Eagle has landed". Auf der Erde in 400.000 km Entfernung verfolgen über eine halbe Milliarde Menschen das Ereignis am Fernseher. Immerhin bildet die Apollo-Übertragung eine der ersten Live-Sendungen überhaupt.
Zwei Stunden nach dem Aufsetzten auf dem Mond, beginnt Neil Armstrong im Raumanzug die Leiter der Mondlandefähre hinunterzuklettern. Er kommentiert seinen ersten Schritt auf dem Mond mit den Worten "That is one small step for a man, one giant leap for mankind". Aldrin und Armstrong richten an ihrem Landeplatz einige Experimente ein, stellen die amerikanische Flagge auf und sammeln 22 kg Mondgestein. Nach 152 Minuten begeben sich die Astronauten wieder in die Landefähre und bereiten den Start zum Kommandomodul vor. Am 21. Juli 1969 hebt der "Adler" wieder vom Mond ab und dockt ans Mutterschiff im Mondorbit an. Daraufhin beginnt es seinen Rückflug zur Erde. Am 24. Juli 1969 landet die Apollo-Wiedereintrittskapsel südwestlich von Hawaii im Pazifik. Sie wird vom US-Marineschiff "USS Hornet" geborgen.
Related Links:
Bemannte Missionen
Saturn V-Rakete
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"In Space Newsletter" #011
Erscheinungsdatum:
9. Februar 2002
Auflage: 430 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Schlussredaktion:
Michael Stein
Redaktion:
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
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