In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #012 vom 16. Februar 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #012


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
ENVISAT (2)

> HotSpot:
Der erste Deutsche im All

> History Special:
Apollo 13

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Space-Travellers.com

> InDetail:
Interstellarer Staub

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

die Welt ist seltsam. Amerikanische Präsidenten haben das Denken verlernt und keiner tut etwas dagegen. Die Leute wählen ihn trotzdem. Ich las vor kurzem den Science Fiction-Klassiker Fahrenheit 451 und musste voller Erschrecken feststellen, dass das Horrorbild des Autors Ray Bradbury aus dem Jahr 1951 auf unsere heutige Welt mehr als jemals zuvor zutrifft. In Bradbury's Zukunft sind Bücher verboten und werden verbrannt und obwohl die gesamte Welt hungert, lebt man in den Industrienationen ein "schönes" Leben mit neuen Medien - die Menschen sind abgestumpft und gehorchen vollkommen der Werbung. Bradburys Vision ist ein solch zutreffender Spiegel der heutigen Gesellschaft, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Denn welcher "Durchschnittsbürger" käme heute noch auf die Idee, ein Buch in die Hand zu nehmen, um einfach mal einen Abend damit zu verbringen? Gewiss, es gibt noch immer eine Vielzahl von Menschen, die sich nicht jedem Konsumterror aussetzen und die noch in der Lage sind kritisch zu denken, doch ihre Zahl schrumpft. Die jüngste Generation passt schon ziemlich genau zu Bradburys Buch, das beweist auch die PISA-Studie: Die Werbung hat sie bereits fest im Griff. Die bücherlose Welt scheint näher zu sein, als man denkt.

Aber genug von diesem depressiven Gerede - zur Ausgabe des heutigen In Space NewsLetters: Wissen Sie, wer der erste Deutsche im Weltraum war? Die Tatsache erscheint seltsam, dass diese Frage die wenigsten Deutschen beantworten können. Im heutigen Hotspot finden Sie mehr Informationen zu diesem Raumflug und seiner Wirkung. Michael Stein setzt sie weiter über das europäische ENVISAT-Projekt in Kenntnis und unser History Special informiert über Apollo 13. Natürlich finden Sie wie immer auch einen Surftipp und einen interessanten Raumfahrtbegriff in unserer InDetail-Rubrik erklärt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage
: Werden die von ENVISAT gelieferten Umweltdaten einen signifikanten Einfluss auf politische Entscheidungen im Bereich Klimaschutz haben?

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Nein

      Updates / Umfrage

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      News

• Servicearbeiten am Hubble   <mehr>
• Die Erforschung der Weltmeere   <mehr>
• Erster Blick auf die Geburt eines Pulsars?   <mehr>
• Der Mond: Harte Schale, weicher Kern    <mehr>
• Marinegeneral soll JSC leiten   <mehr>
• Neue Bilder vom Mars Global Surveyor    <mehr>
• Studenten aus Europa entwerfen Raumstation   <mehr>
• Vorbereitungen auf Flug zum Hubble-Teleskop   <mehr>
• Solarsonde HESSI erfolgreich gestartet   <mehr>
• Mars Odyssey: Start der Beobachtungsphase rückt näher   <mehr>



» Servicearbeiten am Hubble
15. Februar 2002 - Nach fast 12 Jahren unglaublicher wissenschaftlicher Entdeckungen wird Hubble, das Weltraumteleskop der ESA und der NASA, in Kürze wieder einmal überholt.
Das Hubble-Weltraumteleskop (HST), ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der US-Raumfahrtbehörde NASA, hat die wissenschaftliche Forschung revolutioniert. Seine gestochen scharfen Bilder vermitteln atemberaubende Einblicke in die verborgenen Tiefen des Alls. Hubbles unschätzbare Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung sind jedoch nur dank einer umsichtig geplanten Strategie möglich, nach der das Teleskop alle zwei bis drei Jahre gewartet und nachgerüstet wird. Der ESA kommt bei der bevorstehenden Wartungsmission eine besondere Rolle zu. Einer der Höhepunkte wird der Austausch der von der ESA gebauten Solarzellenflügel durch eine neue, leistungsstärkere Ausführung sein. Die aus den USA stammenden neuen Ausleger sind mit von der ESA entwickelten Stellmechanismen ausgestattet und wurden im Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) getestet; diese ESA-Einrichtung in den Niederlanden ist der einzige Ort weltweit, an dem Tests dieser Art durchgeführt werden können.

Nach den Worten des Hubble-Projektleiters der ESA, Ton Linssen, der sämtliche Beiträge der ESA zur Entwicklung der neuen Solarzellenflügel einschließlich der Testkampagne im ESTEC überwacht hat, "wird es besonders spannend werden, wenn die jetzigen Solarzellenflügel eingerollt werden, damit sie in die Ladebucht des Raumtransporters passen. Sie haben unter dem rauhen Umfeld im All gelitten, weswegen das Einrollen ein heikler Vorgang sein wird. Unser Team wird die Daumen drücken, daß alles klappt. Sollte es nicht gelingen, die Ausleger einzurollen, müßten sie möglicherweise im Weltraum zurückgelassen werden." "Mit dieser Wartungsmission wird Hubble wieder auf den allerneuesten Stand der Technik gebracht", sagt Piero Benvenuti, Hubble-Projektwissenschaftler der ESA. "Die neuen, supermodernen Instrumente werden dem Observatorium eine Leistungsspritze geben. Die neue Digitalkamera beispielsweise, die verbesserte Durchmusterungskamera (ACS), kann zweimal größere Himmelsausschnitte mit fünfmal höherer Empfindlichkeit als die bisherigen Instrumente aufnehmen - was bedeutet, daß sich Hubbles Entdeckungspotential verzehnfacht! Die europäischen Astronomen sehen der Nutzung der neuen Kamera, die ihnen nach den bereits erzielten Durchbrüchen neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern soll, erwartungsvoll entgegen." Die ACS soll die von der ESA gebaute Kamera für lichtschwache Objekte (FOC) ersetzen. Die von Anfang an fehlerfreie FOC hat sich als entscheidendes Instrument erwiesen, um das Beste aus der Hubble-Bildaufnahmekapazität herauszuholen. Sie war in den 80er Jahren technisch hochmodern, doch in den letzten 20 Jahren hat die digitale Aufnahmetechnik so große Fortschritte gemacht, daß dieses Kernstück des ESA-Beitrags zum Hubble-Teleskop nach Erreichen seiner wissenschaftlichen Ziele nun neuerer Technik weichen muß. Die Geschichte der FOC ist damit aber noch nicht zu Ende: Sie wird die Fachleute noch manches lehren, da sie zur Erde zurückgebracht und genauestens inspiziert werden soll, um die Auswirkungen ihres langen Aufenthalts im Weltraum zu ermitteln.

Hubble dürfte den Himmel noch ein weiteres Jahrzehnt lang erforschen und soll dann von seinem Nachfolger, dem in Zusammenarbeit zwischen ESA, NASA und CSA (Kanadische Raumfahrtagentur) entwickelten Weltraumteleskop der nächsten Generation (NGST), abgelöst werden. Das NGST soll vor allem das schwache Infrarotlicht der ersten Sterne und Galaxien im Universum beobachten.
(
la - Quelle: ESA)

» Die Erforschung der Weltmeere
15. Februar 2002 - Der Einfluß der Weltmeere auf das Weltklima wurde lange Zeit falsch eingeschätzt. Seit Satelliten die Abläufe in den Ozeanen lückenlos beobachten können, hat sich die Einstellung gewandelt, vielfach aber nicht das Verständnis. Wissenschaftler versuchen weltweit, die komplexen Abläufe in den Meeren und ihre Wechselwirkungen mit der Atmosphäre zu erkunden und zu verstehen.
Envisat, dessen Start für Ende Februar vorgesehen ist, ist das bislang ehrgeizigste Programm der Europäischen Weltraumagentur ESA zur Erforschung der Meer-Land-Luft Beziehungen. Der acht Tonnen schwere Umweltsatellit wird eine neue Generation von Instrumenten an Bord haben, die Klimamodelle verbessern und den großen Zukunftsmarkt mit Erdbeobachtungsdaten vorbereiten sollen. Die Ära der Meeresforschung aus dem All begann mit einer kurzen Mission des amerikanischen Satelliten Seasat vor 23 Jahren. Es war der Durchbruch zur weltweiten Beobachtung der Weltmeere, und die Wissenschaftler verstanden die Welt der Ozeane plötzlich ein bißchen besser. Andere Missionen folgten, und seit den 90er Jahren strömen die Daten der Europäischen Satelliten ERS-1 und ERS-2, des französischen Topex und des amerikanischen Poseidon unaufhörlich in die Datenzentren der Weltraumagenturen.

Envisat wurde vor fast 15 Jahren dafür entworfen, um einige erfolgreiche wissenschaftliche Programme für die Erforschung der Meere fortzusetzen und die langfristigen Veränderungen in den Ozeanen zu messen. So wird die Datenbasis der ERS und Topex-Missionen durch den neu entwickelten Radar Höhenmesser weitergeführt und verfeinert. Im Zusammenspiel mit dem französischen Kleinsatelliten Jason, der am 7. Dezember 2001 gestartet wurde, soll die sich ständig verändernde Höhe der Meeresspiegel aus zwei gegenläufigen Umlaufbahnen beobachtet und verglichen werden. "Wir werden die Daten aus beiden Quellen zusammenführen, um das beste herauszuholen," sagt Philippe Gaspar, Chef der satellitengestützten Ozeanforschung bei CLS. Die französische Firma koordiniert die Auswertung der Radar-Höhendaten von Envisat und Jason. Seit 1998 hat man hier mit komplexen Algorithmen einige Erfahrung gesammelt.

Schon bald wird man fast in Echtzeit beobachten können, wie sich natürliche Prozesse auf unserem Planeten abspielen, von denen wir bislang kaum etwas wußten. Daraus werden neue Erkenntnisse für die Wissenschaft, die in konkrete Umweltschutzmaßnahmen münden können. Daraus werden allgemeinverständliche Erkenntnisse wie Sturmwarnungen oder Hinweise auf giftige Algenteppiche an Badestränden. Schließlich setzt Envisat den Startschuß in eine Zukunftstechnologie, die ungeahnte Möglichkeiten für Fischereiflotten, für die Hochseeschifffahrt, für Logistikunternehmen bietet, die Suche nach Rohstoffen verfeinert und die täglichen Wettervorhersagen noch genauer macht.
(
la - Quelle: ESA)

» Erster Blick auf die Geburt eines Pulsars?
14. Februar 2002 - Italienische Astronomen glauben, die Geburt eines "Millisekunden-Pulsars" beobachtet zu haben. Zumindest scheint dies die plausibelste Erklärung für das aus einem extrem schnell drehenden Pulsar und einem "Roten Riesen" bestehende Doppelsternsystem zu sein, das durch kombinierte Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops und des australischen Parkes-Radioteleskops entdeckt worden ist.
Pulsare sind kleine, sich extrem schnell drehende Neutronensterne mit einem Durchmesser von ein bis zwei Dutzend Kilometern: unvorstellbar verdichtete Reste von Supernova-Explosionen, deren Materie auf der Erde mehrere Milliarden Tonnen pro Kubikzentimeter wiegen würde. Wie ein Leuchtturm senden Sie keulenförmig elektromagnetische Strahlung aus, die von der Erde gesehen wie extrem regelmässig auftauchende Blitze wirkt. Obwohl bereits mehr als 90 sogenannte "Millisekunden-Pulsare" entdeckt worden sind, deren Rotationsdauer im Millisekundenbereich liegt, scheinen die nun veröffentlichten Beobachtungen erstmalig die letzte Phase des Beschleunigungsprozesses eines Pulsars zu zeigen.
 
Die Energie für die Erhöhung der Rotationsgeschwindigkeit auf 274 Umdrehungen pro Sekunde hat der beobachtete Pulsar PSR J1740-5340 von seinem Partnerstern erhalten, einem auf den fünffachen Durchmesser vergleichbarer Sterne aufgeblähten Roten Riesen, der den Pulsar mit einer Periode von 1,35 Tagen umkreist. Der Pulsar hat aufgrund seiner enormen Masse seinen Partnerstern zu einem tropfenförmigen Gebilde verzerrt und saugt unablässig Materie von ihm an, die beim Auftreffen auf die Oberfläche des Pulsars Energie zu ihm transferiert und dadurch die Rotationsgeschwindigkeit beständig erhöht. Üblicherweise endet dieser Prozess, wenn der Grossteil der Materie des Partnersterns absorbiert worden und dieser dadurch zu einem sogenannten "Weißen Zwerg" geschrumpft ist.
 
Die Astronomen des "Bologna Astronomical Observatory" können sich zwei verschiedene Gründe dafür vorstellen, warum der Partnerstern des Pulsars PSR J1740-5340 kein Weißer Zwerg, sondern ein Roter Riese ist: Als plausibelste Erklärung sehen sie die Vermutung an, dass der zuvor beschriebene Prozess noch nicht abgeschlossen ist; Liegen Sie damit richtig, dann müsste sich die Rotationsgeschwindigkeit des Pulsars in Zukunft noch weiter erhöhen und der zur Zeit beobachtete Rote Riese irgendwann zu einem Weißen Zwerg mutieren.
Da sich das Doppelsternsystem in einem Gebiet unserer Milchstraße mit einer millionenfach höheren Sternendichte als unsere Region befindet (ein sog. "Globular Cluster") könnte es allerdings auch sein, dass ursprünglich tatsächlich ein Weißer Zwerg Partner des Pulsars war und dieser durch einen Roten Riesen "ausgetauscht" wurde, als das Doppelsternsystem diesem zu Nahe gekommen ist.
 
Auf jeden Fall ist diese erste Beobachtung eines Pulsars während des "Spin-Ups" für die Wissenschaftler eine Bestätigung des bis dahin nur theoretisch vorhergesagten Verlaufs der Entstehungsphase. 
(
ms - Quelle: ESA)

» Der Mond: Harte Schale, weicher Kern
14. Februar 2002 - Wissenschaftler des "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA haben neue Anzeichen dafür gefunden, dass der Kern des Erdmondes von einer Schicht ummantelt ist, die eine zähflüssige Konsistenz aufweist. Diesen Schluss lassen neue Laser-Messungen der Erde-Mond-Entfernung zu, mit deren Hilfe die Verformung des Mondes durch die Gezeitenkräfte von Erde und Sonne gemessen werden konnte.
Schon die bis 1977 andauernden Messungen von Mondbebenwellen durch Instrumente, die Apollo-Astronauten auf der Mondoberfläche installiert hatten, zeigten einen Energieverlust dieser Wellen an, sobald sie tiefer als 1.000 km reichten (was etwa der halben Entfernung von der Oberfläche zum Mondmittelpunkt entspricht). Dies wurde als erster Hinweis auf einen zumindest teilweise geschmolzenen Zustand der inneren Mondschichten gewertet.
 
Mit Hilfe neuer Experimente konnte nun die sogenannte "Love-Zahl" des Mondes ermittelt werden (benannt nach dem britischen Mathematiker Augustus E.H. Love). Dabei handelt es sich um eine Kennzahl die anzeigt, wie stark ein Himmelskörper auf die Gezeitenwirkungen durch andere, relativ nahe gelegene Himmelskörper reagiert. Dieses Maß an Elastizität gibt Wissenschaftlern Aufschluß über die Materialzusammensetzung im Inneren eines Planeten oder Mondes.
 
Mit Hilfe von Reflektoren, die seit den amerikanischen und russischen Mond-Missionen auf der Mondoberfläche installiert sind, konnte der Abstand zwischen Erde und Mond durch Laufzeitmessungen von Laserstrahlen bis auf weniger als 2 Zentimeter (!) genau ermittelt werden. Demnach kann sich die Mondoberfläche durch die Gezeitenkräfte von Erde und Sonne um bis zu 10 Zentimeter ausbeulen oder eindrücken. Die aufgrund dieser Messungen für den Mond ermittelte Love-Zahl unterstützt die erstmals von Wissenschaftlern des Apollo-Programms geäußerte Vermutung, dass um den Mondkern eine Zone teilweise geschmolzenen Materials liegt.
 
Im Vergleich zur Erde mit einer Love-Zahl von 0,3 (deren Oberfläche sich während eines Tages durch die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne immerhin um etwa einen halben Meter bewegen kann) ist der entsprechende Wert für den Mond mit 0,0266 geradezu winzig - die Erde reagiert also aufgrund ihres vollkommen anderen Aufbaus um einiges elastischer auf von außen einwirkende Gezeitenkräfte als der Mond.
 
Als weitere Ergebnisse der Entfernungsmessungen zwischen Erde und Mond stellten die Wissenschaftler übrigens fest, dass die Erde ihre Form verändert und das sich der Mond von der Erde langsam, aber sicher weg bewegt. 
(
ms - Quelle: JPL)

» Marinegeneral soll JSC leiten
13. Februar 2002 - Die NASA hat den ehemaligen Marinegeneral, Jefferson D. Howell, Jr., zum neuen Direktor ihres Johnson Space Center (JSC) ernannt. Er tritt sein Amt am 1. April an.
Howell war bereits zuvor als Senior Vice President und Program Manager im Johnson Space Center der NASA tätig. Sein neues Amt kommt demzufolge nicht ganz unerwartet. NASA-Administrator Sean O'Keefe schwärmt von seinem neuen Mann im JSC: "Während seiner zivilen und militärischen Karriere war er ein Leiter, Entdecker und Teamarbeiter. Er ist der richtige Mann [...], um die bemannte Raumfahrt zu leiten."
(
rk - Quelle: NASA HQ)

» Neue Bilder vom Mars Global Surveyor
12. Februar 2002 - Gestern stellte das Jet Propulsion Laboratory der NASA, ein neues Bild der Mars Global Surveyor Sonde vor.
Es ist schon die zweite Verlängerung der Mission der überaus erfolgreichen Mars Global Surveyor Sonde der NASA. Das neue Bild von ihr zeigt einen Krater auf der Marsoberfläche in der Tharsis Region. Gestartet wurde die Sonde 7. Nov. 1996 und erreichte den Mars am 12. Sept. 1997. Seitdem untersucht die Sonde die Marsoberfläche und die Atmosphäre und liefert ständig neue Bilder von unserem "Roten" Nachbarn
(
sp - Quelle: JPL)

» Studenten aus Europa entwerfen Raumstation
11. Februar 2002 - 30 Schüler aus mehreren europäischen Staaten werden diese Woche dazu eingeladen, eine Raumstation zu entwerfen.
Dazu besuchen sie die "ESA Concurrent Design Facility". Die Aktion soll nicht nur Luft- und Raumfahrtstudenten, sondern auch Architektur und Wirtschaftsstudenten interessieren.
Zugrunde liegt der Studenteneinladung ein gemeinsames Projekt der Universität Stuttgart und der ESA für raumfahrtinteressierte Studenten.
(
ku - Quelle: ESA)

» Vorbereitungen auf Flug zum Hubble-Teleskop
11. Februar 2002 - In etwa zwei Wochen startet das Space Shuttle Columbia für eine Wartungsmission zum Hubble Space Telescope.
Die sieben Crewmitglieder des Space Shuttles Columbia setzten in der vorletzten Woche vor dem Start der Raumfähre ihr Training fort. Nach dem Start am 28. Februar wird die Columbia-Crew das Hubble Space Telescope warten. Dies ist bereits die vierte Servicemission zum derzeit größten Weltraumteleskop, denn eine Wartung ist alle zwei bis drei Jahre nötig. Die Mission der sieben Astronauten wird elf Tage dauern.

Related Links:
-
Das Hubble Weltraumteleskop
- NASA-Missionsseite

(ku - Quelle: NASA)


» Solarsonde HESSI erfolgreich gestartet
07. Februar 2002 - Am Dienstag ist die NASA-Raumsonde HESSI erfolgreich gestartet worden. Sie soll während ihrer geplanten dreijährigen Betriebsdauer neue Erkenntnisse über die sogenannten "Flares" liefern, gigantische Energieausbrüche an der Sonnenoberfläche, die in wenigen Minuten unvorstellbare Mengen an Strahlung und geladenen Teilchen in das Weltall jagen.
Nach dem erfolgreich verlaufenen Start am 5. Februar um ca. 22:00 Uhr deuten die ersten Telemetriedaten von HESSI darauf hin, dass alle Systeme wie geplant funktionieren. Die neueste Sonnen-Beobachtungssonde war mit einer "Pegasus XL"-Rakete gestartet worden, die unter dem Rumpf eines Flugzeugs hing und in einer Höhe von ca. 13.000 m ausgeklinkt worden ist, bevor die Raketentriebwerke zündeten.
 
Mit HESSI ("High Energy Solar Spectroscopic Imager") sollen erstmals Beobachtungen solarer Flares außerhalb der Erdatmosphäre vorgenommen werden. Die Umlaufbahn des Satelliten in etwa 600 km Höhe garantiert, dass auch Röntgen- und Gammastrahlung registriert werden kann, die ansonsten durch die Erdatmosphäre absorbiert wird. Für die Wissenschaftler ist dieser Umstand vor allem deswegen interessant, da während eines Flares die freigesetzte Strahlungsenergie zum weitaus größten Teil in Form dieser beiden Strahlungsarten emittiert wird und daher mit den bodengestützten Sonnenteleskopen bisher nicht beobachtet werden konnte.
 
Die Mitte des 19. Jahrhunderts erstmalig beobachteten Flares stellen gleichermaßen faszinierende wie gefährliche Phänomene dar: Sowohl für Astronauten bei Außeneinsätzen wie auch für die Elektronik von Satelliten droht Gefahr, wenn ein Flare in Richtung der Erde ausgebrochen ist. Diese gigantischen solaren Explosionen treten in der Nähe von Sonnenflecken auf und dauern nur wenige Minuten lang an. Dabei stoßen sie gewaltige Mengen an Strahlungsenergie aus, annähernd die Hälfte der Explosionsenergie tritt daneben in Form geladener Teilchen aus.
 
Die Ursache für das Auftreten von Flares ist noch nicht zweifelsfrei bestimmt, allerdings vermuten viele Forscher spontane Restrukturierungen magnetischer Feldlinien als Energiequelle - diese Hypothese soll mit Hilfe von HESSI überprüft werden. Auch die Frage, wie innerhalb der Lebensdauer eines Flares von wenigen Minuten Elektronen und Atomkerne durch dieses Ereignis annähernd auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden können, ist noch ohne Antwort; sollten die Beobachtungsergebnisse von HESSI hier neue Erkenntnisse liefern, könnte dies beim Bau leistungsfähigerer Teilchenbeschleuniger hilfreich sein.
  (
ms - Quelle: NASA)

» Mars Odyssey: Start der Beobachtungsphase rückt näher
07. Februar 2002 - Die seit Oktober letzten Jahres in einem Marsorbit befindliche NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey hat am Mittwoch dieser Woche ihren Antennenmast mitsamt der Hochleistungsantenne ausgefahren und damit einen weiteren Meilenstein bei der Vorbereitung auf den Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungsphase passiert.
Am Mittwoch um 04:29 Uhr (MEZ) hat die Odyssey-Missionskontrolle Veränderungen beim Funksignal der Raumsonde festgestellt die darauf hinweisen, dass die Lösung der Verankerungen und das anschließende Ausfahren des Antennenmastes wie geplant erfolgt ist. Der Antennenmast wurde mit Hilfe eines Elektromotors ausgefahren und anschließend in der vorgesehenen Position verriegelt.
 
Die Ausrichtung der Hochleistungsantenne für die Kommunikation mit der Erde - eine Parabolantenne mit ca. 1,3 m Durchmesser - erfolgt mit Hilfe einer über zwei Achsen beweglichen Trägerkonstruktion, so dass Mars Odyssey mit der Erde kommunizieren kann, während die wissenschaftlichen Messinstrumente gleichzeitig Daten von der Marsoberfläche aufzeichnen. Nach dem Ausfahren des Antennenmastes hat das Odyssey-Missionsteam die Trägerkonstruktion auf ihre Funktion hin überprüft. Sie erlaubt die Ausrichtung der Hochleistungsantenne in verschiedenen Positionen, um den Kontakt mit der Erde aufrecht zu erhalten.
 
Noch im Laufe dieses Monats soll die wissenschaftliche Beobachtungsphase von 2001 Mars Odyssey beginnen. Vorher jedoch wird noch die Ausrichtung der Messinstrumente an Bord der Raumsonde getestet werden, in der sich die Instrumente relativ zur Marsoberfläche befinden, während die Hochleistungsantenne Richtung Erde weist. Sobald die aktive Beobachtungsphase angelaufen ist, können mit Hilfe dieser Antenne Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 110.000 bits pro Sekunde zur Erde übermittelt werden.Weitere Informationen zur aktuellen Marsmission finden Sie auf den Seiten unseres
Mars Odyssey-Special.
(ms - Quelle: NASA)


 
 

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      Space Focus: ENVISAT (Teil 2) von Michael Stein 

Grundlagen der Fernbeobachtung
Alle Beobachtungsinstrumente an Bord von ENVISAT kann man zunächst einmal als Empfänger beschreiben, die von der Erde ausgehende Strahlung verschiedener Wellenlängen registrieren. Sie nutzen den Umstand aus, dass alle Objekte und Prozesse auf der Erde - und natürlich auch in der Erdatmosphäre - elektromagnetische Strahlung mit verschiedensten Wellenlängen und Frequenzen aussenden, absorbieren oder reflektieren. Bei diesem Vorgang werden der elektromagnetischen Strahlung "Fingerabdrücke" in Form von spektralen Absorptions- oder Emissionslinien aufgeprägt, die für jedes Objekt und jeden Prozess charakteristisch sind. Ein Beispiel: Die Blätter von Pflanzen absorbieren ("schlucken") das gesamte sichtbare Licht mit Ausnahme des von uns als "grün" bezeichneten Anteils - weshalb wir ihre Farbe als "grün" wahrnehmen. Aus dem Absorptionsspektrum eines pflanzlichen Blattes lässt sich sogar erkennen, ob die Pflanze an Trockenheit leidet, da sich dann dieses Spektrum geringfügig verändert. Eine genauere Beschreibung der so genannten Spektralanalyse, mit der die spektralen "Fingerabdrücke" registriert werden können, finden Sie in unserem Artikel zu diesem Thema auf unserer Internetsite.
 
Die meisten Instrumente an Bord von ENVISAT analysieren sichtbares Licht sowie das so genannte "Nahe Infrarot" (der sich am roten Ende des sichtbaren Lichts anschließende Wellenbereich) und Mikrowellen. Die Messung der infraroten Strahlung erlaubt zum Beispiel Aussagen über die Temperatur der Erdoberfläche sowie von verschiedenen Schichten der Atmosphäre.
 
Die Beobachtungsinstrumente lassen sich in aktive und passive Instrumente unterteilen. Während die passiven Instrumente einfach die von der Erdoberfläche bzw. Atmosphäre kommende Strahlung registrieren, senden aktive Instrumente Strahlungspulse aus und registrieren anschließend die dadurch ausgelösten Reflektionen. ENVISAT hat Instrumente beider Typen an Bord.
 
Instrumente zur Atmosphärenbeobachtung
Vier der wissenschaftlichen Beobachtungsinstrumente an Bord von ENVISAT sind ausschließlich oder teilweise für die Beobachtung von Zuständen und Prozessen in unserer Atmosphäre verantwortlich.
Da ist zum einen MERIS ("Medium Resolution Imaging Spectrometer"), mit dessen Hilfe unter anderem Daten über die Wolkenbildung und die Luftfeuchtigkeit der Atmosphäre gewonnen werden können. Auch das Ausmaß des von Wolken reflektierten Sonnenlichts im sichtbaren und infraroten Bereich des Wellenspektrums wird von MERIS bestimmt.
 
Das Instrument GOMOS ("Global Ozone Monitoring by Occultation of Stars") nutzt das Licht von über dem Horizont aufgehenden Sternen, um durch Analyse des Lichtspektrums nach dem Durchgang durch die Erdatmosphäre Aussagen über den Gehalt von Ozon und Wasserdampf treffen zu können. Diese Messungen sind in Höhenschichten von 20 bis 200 km möglich und erlauben in Zusammenarbeit mit anderen ENVISAT-Instrumenten dreidimensionale Abbildungen der Ozonschicht.
 
Der "Michelson Interferometer for Passive Atmospheric Sounding" (MIPAS) arbeitet im infraroten Spektralbereich und ist in der Lage, verschiedenste Spurengase zu erkennen und unterscheiden. Diese Fähigkeit ermöglicht es, sowohl die Verteilung und Konzentration von Industrieabgasen wie auch von Treibhausgasen zu ermitteln. Die Informationen über chemische und physikalische Prozesse in der Stratosphäre sind auch für Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Ozonschicht von Bedeutung.
 
Das vierte und letzte Instrument, welches die Atmosphäre als Untersuchungsgegenstand zum Ziel hat, ist das größtenteils in Deutschland entwickelte und gebaute SCIAMACHY ("Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography"). Dieser leistungsfähige Atmosphären-Sensor nimmt Messungen sowohl in einem bis zu 960 km breiten Streifen direkt unter ENVISAT wie auch in Richtung des Horizonts vor. Die annährend simultane Kombinationen dieser Beobachtungsmodi ermöglicht es, im Zeitverlauf ein dreidimensionales Bild der Atmosphäre zu erstellen. Dabei kann SCIAMACHY in Höhenschichten von 0 bis 100 km verschiedenste chemische Moleküle, Aerosole und Wolken registrieren. Dadurch soll das Wissen über Austauschprozesse zwischen den verschiedenen Atmosphärenschichten erweitert werden wie auch neue Daten über die Dotierung der einzelnen Atmosphärenschichten mit Spurengasen gewonnen werden. Auch die Auswirkung natürlicher Ereignisse auf die Atmosphäre (wie Vulkanausbrüche oder Veränderungen der Sonnenaktivität) können mit Hilfe dieses Instruments studiert werden.
 
Im nächsten Teil unserer Artikelserie werden wir Ihnen einen Überblick über die weiteren ENVISAT-Beobachtungsinstrumente geben.

Related Links:
ENVISAT-Homepage

 
 

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      HotSpot: Der erste Deutsche im All - Sigmund Jähn von Karl Urban 


Wer war der erste Deutsche im All? Es klingt wie die Frage in einer Fernsehquizshow - und dafür ist sie auch gar nicht schlecht - denn der größte Teil der Deutschen weiß dies gar nicht. Nicht einmal Internet-Ausgabe des Brockhaus' kennt ihn. Der 1937 in Rautenkranz (Sachsen) geborene Sigmund Jähn startete am 26. August 1978 zur sowjetischen Raumstation Saljut 6 gemeinsam mit dem Russen Waleri Bykowski. Der Grund für die allgemeine Unkenntnis Sigmund Jähns lässt sich wohl am besten mit Verdrängung erklären. Immerhin schaffte es ein DDR-Kosmonaut fünf Jahre vor dem ersten BRD-Astronauten Ulf Merbold ins All.
Direkt nach dem Start sprühte die Propaganda-Maschinerie der DDR mit Sätzen wie "Dies ist ein Beweis für das Voranschreiten des Sozialismus". Im Gegenzug wurde Jähns Start in der Bundesrepublik mit viel weniger Anerkennung aufgenommen. So hieß es in der Süddeutschen Zeitung, allein die Tatsache, dass der erste Deutsche im All mit sächsischen Akzent spreche, sei eine Entwertung für den Flug. Doch auch der fünf Jahre später mit dem Space Shuttle startende Ulf Merbold wurde in der Nähe von Sigmud Jähns Geburtsort geboren und konnte Zeit seines Lebens seinen Dialekt nicht ganz ablegen.
Am 13. Februar wurde Sigmund Jähn 65 Jahre alt. Kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands war der Fliegeroffizier aus der Nationalen Volksarmee ausgetreten. Durch den Einfluss seines Kollegen Ulf Merbold erhielt Jähn einen Honorarvertrag bei der ESA zur Beratung von Astronauten. Doch trotz seiner vielseitigen Weltraumerfahrungen wurde die Stelle nie in eine volle umgewandelt, wegen "Systemnähe" zu DDR-Zeiten.

An Sigmund Jähns Geburtort Rautenkranz (heute Morgenröthe-Rautenkranz) eröffnete nach der Wende die Deutsche Raumfahrtausstellung. Im Rahmen einer Schulexkursion konnte ich das Museum vor einem Jahr besichtigen. Eine altes Mig-Jagdflugzeug der NVA markiert den Vorplatz des Museums. Dieses ist in einem kleinen zweietagigen Gebäude untergebracht und stellt meiner Meinung nach eines der besten Raumfahrtmuseen in Deutschland dar - eine Tagestour nach Morgenröthe-Rautenkranz lohnt sich in jedem Fall.
Mehr zur Ausstellung können Sie per Email oder unter der Telefonnummer 037465 25 38 erfahren.

Related Links:
Hotspot-Archiv

 
 

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      History Special: Apollo 13 von Raphael Kallensee 

Die legendäre Apollo 13-Mission war eigentlich in Kombination mit einer Präzisionslandung im Fra Mauro-Hochland des Mondes geplant. Das Hauptziel war die Erforschung des Erdtrabanten. Neben wissenschaftlichen Tests auf der Mondoberfläche sollten auch viele Fotos gemacht werden.

Doch alles kam ganz anders als geplant. Die drei Astronauten - James Lovell, John Swigert und Fred Haise - starteten mit einer Saturn V-Trägerrakete vom Kennedy Space Center in Kalifornien. Schon nach Absprengen der ersten Raketenstufe traten kleine Fehler in den Triebwerken der zweiten Stufe auf, die allerdings nicht von größerer Bedeutung waren. Nach mehr als 46 Stunden meldete die Crew, dass alles bestens verlaufe. Man bewegte sich auf den Mond zu. Doch neun Stunden nach Senden dieser Statusmeldung geschah etwas schreckliches, das die komplette Mission und das Leben der Astronauten gefährden sollte: ein Sauerstofftank des Service Modules explodierte und brachte die Elektrizitäts-, Licht- und Wasserversorgung des Kommandomoduls zum Zusammenbruch. Zu dem Zeitpunkt war man bereits 321.869 Kilometer von der Erde entfernt. James Lovell funkte den legendären Spruch zur Missionskontrolle auf der Erde: "Houston, wir haben ein Problem hier."

Nun mußten die Pläne geändert werden. Die Crew zog in die Mondlandefähre, die direkt mit dem Servicemodul verbunden war, um. Denn im Kommando- und Servicemodul sank langsam der Luftdruck. Nun ging es nicht mehr um die Erforschung des Mondes, sondern um das Leben der Crew. Denn angesichts der Entfernung von der Erde (die Crew befand sich bereits im Mondorbit) und dem Zustand ihres Raumfahrzeuges war die Lage mehr als bedrohlich. Bedauerlicherweise sank auch der Treibstoffvorrat. Da auch das Navigationssystem ausgefallen war, mußte man sich auf der Heimreise, bei der man die Gravitationskräfte des Mondes ausnutzte, an der Sonne orientieren. Die Crew zog nun wieder ins Kommandomodul um, das allerdings dank der stark beschädigten Systeme inzwischen eine empfindlich niedrige Temperatur hatte. Obwohl die Crew kaum Zeit zum Schlafen hatte und mit Kälte und sonstigen Problemen zu kämpfen hatte und auch die Sauerstoffwiederaufbereitung versagte, schaffte sie den Weg zur Erde zurück. Glücklicherweise gelang auch der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit dem Kommandomodul. Die Crew landete etwa vier Tage nach der Explosion unverletzt, aber völlig erschöpft, im Pazifischen Ozean und konnte von bereits wartenden Marineeinheiten geborgen werden.

Das Raumfahrzeug bestand aus dem zweiteiligen Kommando- und Servicemodul (genannt "Odyssey") und dem ebenfalls zweiteiligen Mond-Landemodul "Aquarius". Aufgrund des Unfalls wurde allerdings keiner dieser Teile so genutzt wie ursprünglich geplant. Das Servicemodul beinhaltete alle wichtigen Steuerungssysteme und diente auch als Stauplatz für Nahrung. Durch die Zerstörung konnte es keine der Aufgaben erfüllen. Das Kommandomodul war sehr eng und nur mit drei Pilotensesseln versehen. Es war nur für den Wiedereintritt gedacht und hatte nur begrenzte Nahrungs- und Energiekapazitäten. Dennoch hielt es die Crew für einen Großteil der gescheiterten Mission am Leben. Das Mondmodul war nur als Landefähre, Aufenthaltsraum und Operationsbasis gedacht. Aber es wurde als Rettungsboot genutzt. Günstigerweise war es mit einer autonomen Energieversorgung und eigenen Navigationstriebwerken ausgerüstet.

Den Zielen der Mission, die bis auf die Aufnahme einiger Fotos beim Umfliegen des Mondes nicht erreicht wurden, konnte man mit der nachfolgenden Apollo 15-Mission nachgehen.

Eine kuriose Geschichte von der Mission zum Abschluss: Da die Crew in die Mondfähre umziehen musste, diese aber nur für zwei Mann für zwei Tage konzipiert war; gab es Probleme mit der Sauerstoffwiederaufbereitung. Die Lithiumhydroxid-Aggregate hätten ausgewechselt werden müssen - aber es gab keinen Ersatz an Bord, außer Aggregate aus den Systemen des Kommandomoduls. Diese hatten allerdings eine andere Paßform. Da diese Aggregate die einzige Überlebenschance gewährten, führten die Experten auf der Erde ein kleines Brainstorming durch und entwickelten eine Methode, wie man mit den gegebenen Mitteln - im Einzelnen Plastiktaschen, Pappstücke, Teile eines Raumanzuges und Unmengen an Klebestreifen - einen Adapter basteln kann. Diese wurde an die Astronauten gefunkt und bewährte sich auch.

Zu guter Letzt noch ein Filmtipp - vielleicht für einen anstehenden Videoabend: der gleichnamige Film "Apollo 13" (mit Tom Hanks) beschreibt den Missionsverlauf - ein paar dramaturgische Ausschmückungen ausgenommen - wirklich realistisch.

Related Links:
Bemannte Missionen
Saturn V-Rakete

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Außeneinsatz wird vorbereitet
In dieser Woche bereitete die Crew an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) insbesondere den Weltraumspaziergang vor, der in der nächsten Woche am Mittwoch stattfinden und zum ersten Mal mit Hilfe der US-Luftschleuse "Quest" realisiert werden soll. Zur Vorbereitung gehörte das Studium des umfangreichen Materials, das die Bodenkontrolle in den Erdorbit gefunkt hat sowie Übungen an computerbasierten Simulatoren. Außerdem wurden die Raumanzüge und die Systeme der Luftschleuse auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft.

Der Außeneinsatz in dieser Woche soll insbesondere die Ausrüstungsmission im April vorbereiten. Dann soll nämlich der strukturelle und energietechnische Backbone der Station ebenfalls mit Hilfe der "Quest"-Luftschleuse eingerichtet werden. An der "Z-1 Truss Structure" sollen in der kommenden Woche Isolationsblenden entfernt und verschiedene Werkzeuge platziert werden.

Zu den weiteren Aktivitäten im Erdorbit gehörten die Fortführung und der Neustart einiger Experimente, die Zusammenarbeit mit der Bodenkontrolle bezüglich der Fehlersuche in den Stationscomputern, die vor zwei Wochen abstürzten und die Vorbereitung eines Updates der Stationssoftware, das nach dem Weltraumspaziergang vom Boden aus durchgeführt wird.
 
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Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Space-Travellers.com von Karl Urban 

Warum ist die Raumfahrt so faszinierend? Warum sollte man sein Leben dem Drang widmen, einmal die Erde aus dem Weltraum sehen zu können? Letztere Frage dürfte für jeden wirklichen Raumfahrtfan kaum zur Debatte stehen: Es ist einfach so - ein Blick "von draußen" auf die Erde dürfte das wohl überwältigendste Erlebnis eines jeden Raumfahrers gewesen sein.
Andreas P. Bergweiler, Webmaster der bekannten Raumfahrtseite Space-Odyssey.de hat den gleichen Traum. Und daher versucht er alles, seiner Erfüllung in irgendeiner Weise näher zu kommen. So besuchte Bergweiler im vergangenen September zusammen mit einem Freund ein echtes Raumfahrt-Survival Training in Russland, dass sonst nur von den "echten" Kosmo- und Astronauten besucht wird. Ein beschreibt auf seiner Seite zu dieser Reise alle Hürden, die er dafür bewältigen musste und wie für ihn letztlich eine Woche in Russland zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Wohl am wichtigsten ist allerdings ein großer Schritt in Richtung eigener Raumflug, den Bergweiler mit seiner Reise tat.

Sein komplettes Reisetagebuch findet sich unter http://www.space-travellers.com.

 
 

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      InDetail: Interstellarer Staub von Walter Maierhofer 

Das Weltall ist leer. Ein totales Vakuum. In der Physik ist es noch niemals gelungen, ein totales Vakuum zu erzeugen und selbst die Natur ist nicht in der Lage so etwas zu erzeugen, denn der Weltraum ist nicht völlig leer, abgesehen von den Galaxien und Schwarzen Löchern ist zwischen diesen Interstellarer Staub. Diese Staubkörner bilden ungefähr ein Prozent der Masse, die im Universum vorhanden ist und sie absorbieren kosmische Strahlung. Diese Strahlung ist selektiv, das heißt, dass die Staubkörner blaues und ultraviolettes Licht stärker absorbieren als rotes, darum erscheinen uns Sterne und Himmelskörper röter vor als sie tatsächlich sind. Durch Messung der Rötung kann ermittelt werden wie viel Staub sich zwischen der Erde und einem bestimmten Himmelskörper befindet. Der Interstellare Staub verbirgt uns den Großteil der Galaxie, insbesondere zum Zentrum hin. Dort sind nur Beobachtungen mit infrarotem Licht möglich.

Die Kerne der Staubpartikel bilden sich, so vermutet man, in den Gasförmigen Hüllen der Überriesen. Danach werden sie in die Molekularkomplexe eingebunden, wo sie Eisoberflächen erhalten. Ein Teil verdampft später und ist Quelle für den molekularen Wasserstoff, der in den interstellaren Wolken vorhanden ist. Die Staubpartikel messen nur zwischen einem zehntel und einem tausendstel Mikrometer. Sie waren bereits Bestandteil der Urmaterie, aus dem unser Universum entstanden ist. Die Staubpartikel bestehen aus einem Kern aus Silikaten und Kohlenstoff (Graphit), der mit gefrorenen Gasen umgeben ist. Im Urnebel und auch jetzt noch bewirkt eine Anhäufung des Interstellaren Staubes die Bildung von Planetesimalen, der Beginn eines neuen Planeten oder einer Sonne.

 
 

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"In Space Newsletter" #012

Erscheinungsdatum:
16. Februar 2002
Auflage: 439 Exemplare


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