In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #013 vom 23. Februar 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #013


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
ENVISAT (3)

> HotSpot:
Im Zentrum der Milchstraße

> History Special:
Apollo 12 und 14-17

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Die Neun Planeten

> InDetail:
Pulsare

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Michael Stein 

Verehrte Leserinnen und Leser,

wenn Sie in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag der kommenden Woche noch nichts vorhaben, dann können Sie die Daumen drücken, wenn um 02:07 Uhr (MEZ) eine Ariane 5 den europäischen Erdbeobachtungssatelliten ENVISAT in's Weltall befördern soll, und sich das Ganze in der "Space Night" des Bayerischen Rundfunks auf BR 3 live im TV ansehen - oder Sie schlafen in Ruhe aus und schauen am Freitag auf In Space - The Raumfahrer.net nach, wie der aktuelle Stand der Dinge ist, denn wir werden Sie zeitnah über den Verlauf der Mission informieren.
 
In diesem Newsletter finden Sie den dritten und letzten Teil unserer Serie über ENVISAT, während Karl Urban im heutigen History Special auf den Abschluss des Apollo-Programms zurückblickt. Lesen Sie interessante Neuigkeiten aus dem Zentrum unserer Milchstraße, und bleiben Sie mit den InSpace-News der letzten sieben Tage Up-to-Date!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Michael Stein
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage
: Werden die von ENVISAT gelieferten Umweltdaten einen signifikanten Einfluss auf politische Entscheidungen im Bereich Klimaschutz haben?

Ja
Nein

      Updates / Umfrage

In Zukunft möchten wir Sie noch ausführlicher, besser und schneller über interessante Themen und Ereignisse aus den Bereichen Astronomie und Raumfahrt unterrichten.
 
Haben Sie Interesse, bei der weiteren Entwicklung von In Space - The Raumfahrer.net dabei zu sein? Möchten Sie aktuelle Nachrichten oder Hintergrundartikel für unsere Internetsite oder den Newsletter schreiben? Dann schreiben Sie eine eMail - wir freuen uns auf Sie!

 
 

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      News

• Columbia vollständig modernisiert   <mehr>
• Quikscat hat ein Auge aufs Wetter   <mehr>
• Satellit Envisat ist startbereit   <mehr>
• Erstflug eines italienischen Astronauten   <mehr>
• ISS: Außeneinsatz erfolgreich abgeschlossen   <mehr>
• ESA-Satellit Artemis dank Ionen-Antrieb gerettet   <mehr>
• Mars Odyssey: Die Beobachtungsphase beginnt   <mehr>
• Wie werden Mars-Siedlungen aussehen?   <mehr>
• Vorbereitung auf einen neuen Außeneinsatz   <mehr>
• Staubscheiben weisen den Weg zu fremden Planeten   <mehr>
• Der Schnee und das Weltklima   <mehr>
 
» Columbia vollständig modernisiert
23. Februar 2002 - Das erste Space Shuttle der NASA, die Columbia startet am 28. Februar mit völlig überholter Technik. Zwei Jahre lang arbeiteten NASA-Techniker am ältesten NASA-Orbiter.
 
Die Columbia wird voraussichtlich am 28. Februar zur Mission STS-109 aufbrechen, falls Tests an den hydraulischen Pumpen problemlos verlaufen. Die Besatzung der Columbia hat die Aufgabe, das fast 12 Jahre alte Hubble Space Telescope zu überholen. Dies ist dann der vierte Service-Flug zum Weltraumteleskop, welche nötig sind, um das einwandfreie Funktionieren zu gewährleisten.
 
"Der Flug der Columbia zur Wartung des Hubble Space Telescope ist ein passender Auftakt für das, was in diesem Jahr im All geleistet werden muss." sagt Space Shuttle-Programmmanager Ron Dittmore. "Wir haben in den nächsten 12 Monaten mehr Weltraumspaziergänge geplant, als wir jemals zuvor in einem einzelnen Jahr durchgeführt haben. Wir werden diverse Missionen fliegen: Satelliteninstandsetzungen, Forschung und Stationsaufbau, das ist einmalig. Das Shuttle Team hat großartige Arbeit geleistet bei der Vorbereitung dieser Mission."
(
ku - Quelle: NASA)

» Quikscat hat ein Auge aufs Wetter
23. Februar 2002 - Um die Wettervorhersage weltweit zu verbessern, nutzen Europa und die USA von nun an gemeinsam die Daten des Satelliten Quick Scatterometer (Quikscat) der NASA. Dieser ist ab sofort betriebsbereit.
 
Ausgerüstet mit den Daten von Quikscat können Meteorologen nun gefährliche Wetterentwicklungen über den Meeren bis zu 12 Stunden früher vorhersagen. Quikscat startete am 19. Juni 1999 und umkreist die Erde in einem polnahen 800 Kilometer hohem Orbit. Er umkreist die Erde etwa alle 100 Minuten kann tägliche über 400.000 Messungen vornehmen und so 93 % der Erdoberfläche überwachen.
 
In den letzten Jahren lieferte der vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) entwickelte Scatterometer sehr gute Ergebnisse bei der Vorhersage von extremen Windentwicklungen, wie zum Beispiel Hurrikans sowie bei der Beobachtung von längerfristigeren klimatischen Phänomenen wie El Nino. Bei dem dafür verwendeten Beobachtungsinstrument an Bord von Quikscat handelt es sich um einen spezielles Mikrowellen-Radar, das sowohl Wind-Geschwindigkeit als auch -Richtung bei allen Wetterverhältnissen festhalten kann.
(
ku - Quelle: NASA)

» Satellit Envisat ist startbereit
22. Februar 2002 - In der Nacht vom 28.Februar zum 1. März wird Envisat, der anspruchsvollste und leistungsfähigste Erdbeobachtungssatellit der ESA, um 22.07 Uhr Ortszeit (02.07 Uhr MEZ) an Bord einer Ariane-5 vom Raumflughafen Europas in Kourou abheben.
 
Envisat ist der Nachfolger der ERS-Satelliten der ESA und wurde von einem Konsortium aus 50 Firmen unter Leitung von Astrium gebaut. Er wird mit seinen 10 Instrumenten die bisher umfassendsten Beobachtungen der Landmassen, Ozeane, Atmosphäre und Eiskappen anstellen. Envisat soll den Wissenschaftlern helfen, den Einfluss von Veränderungen auf unser Klima besser zu verstehen, und unter anderem Antwort auf folgende Fragen geben: Wächst das Ozonloch? Inwieweit sammeln sich Treibhausgase in der Atmosphäre an? Wie steht es um die El-Niño-Strömung? In welchen Zustand ist der Regenwald? Wie schnell schmelzen die polaren Eiskappen?

Der Fernsehdienst der ESA wird per Satellit eingehend über den Envisat-Start Bericht erstatten. Die Übertragungszeiten der einzelnen Video-Reportagen werden unter der Web-Adresse
http://television.esa.int bekannt gegeben. Der Start kann auch live im Internet unter www.arianespace.com in einer Breitbandübertragung verfolgt werden, die um 01:45 Uhr MEZ beginnt und bis 02.47 Uhr dauern wird.
(la - Quelle: ESA)


» Erstflug eines italienischen Astronauten
22. Februar 2002 - ESA-Astronaut Roberto Vittori wird am 25.April 2002 von Baikonur aus als erster Italiener an Bord eines russischen Sojus-Fahrzeugs zu einer zehntätigen Mission zur Internationalen Raumstation starten.
 
Die zehntätige Mission ist nach Marco Polo benannt.
Dieser Raumflug und das damit verbundene Versuchsprogramm werden von der italienischen Raumfahrtagentur ASI im Rahmen einer Vereinbarung gefördert, die zwischen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) einerseits und der Russischen Luft- und Raumfahrtagentur (Rosaviakosmos) sowie der russischen Firma RSC Energija andererseits geschlossen wurde.
Die Mission ist ein weiteres Zeichen der Entschlossenheit Europas, seine fruchtbare Zusammenarbeit mit Russland zu verstärken, wie der ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt und Schwerelosigkeitsforschung, Jörg Feustel-Büechl, bestätigt: "Roberto Vittoris Mission zur Internationalen Raumstation markiert eine zusätzliche Etappe in der euro-russischen Zusammenarbeit, die zur strategischen Entwicklung beider Partner beiträgt. Sie gehört zu einer Reihe von Fluggelegenheiten für europäische Astronauten, deren nächste im Oktober geplant ist."

Roberto Vittori, Testpilot und Oberstleutnant in der italienischen Luftwaffe, wurde von der ASI als einer von drei italienischen Astronauten für das Europäische Astronautenkorps ausgewählt und wird als Flugingenieur an Bord des Sojus-Fahrzeugs eingesetzt, dessen Besatzung neben dem russischen Sojus-Kommandanten Juri Gidsenko außerdem der Südafrikaner Mark Shuttleworth als Passagier angehören wird. Die Mission "Marco-Polo" dient in erster Linie dem Austausch des jetzigen Sojus-Fahrzeugs der Station, das als Hauptrettungsfahrzeugs dient, sowie der Durchführung einer Reihe von Experimenten der ASI und der ESA an Bord der ISS.

Das sind in folgenden: Experimente der ASI:"Alteino", eine Untersuchung des Einflusses kosmischer Teilchen auf Hirnfunktion, "Chiro", eine Versuchseinrichtung zur Ermittlung von Beeinträchtigungen der Muskelleistung unter Schwerelosigkeit und das Experiment "Vest", das die Eignung spezieller Astronauten-Kleidung mit niedrigen Gewicht und Raumbedarf bestätigen soll.
Experimente der ESA: das Blutdruck-Messgerät BMI.
(
la - Quelle: ESA)

» ISS: Außeneinsatz erfolgreich abgeschlossen
21. Februar 2002 - Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum des ersten amerikanischen Orbitalflugs von John Glenn haben die beiden US-amerikanischen Mitglieder der ISS-Crew einen weiteren Außeneinsatz erfolgreich abgeschlossen. Bei diesem dritten Außeneinsatz der "Expedition Four Crew" seit Beginn ihrer Mission auf der Internationalen Raumstation Anfang Dezember haben die Astronauten auch mit John Glenn gesprochen.
 
Der Einsatz begann gestern um 18:25 Uhr (MEZ) und dauerte 5 Stunden und 47 Minuten. Die beiden NASA-Astronauten Carl Walz und Dan Bursch nutzten dabei für den Aus- und Einstieg die im Juli letzten Jahres installierte amerikanische Luftschleuse Quest. Erstmalig wurden der Außeneinsatz von einem Astronauten im "Mission Control Center" (Houston) überwacht, bisher geschah dies immer durch das während eines solchen Einsatzes an Bord der Raumstation verbleibende Crew-Mitglied. Juri Onufrienko, der Kommandant der "Expedition Four Crew", dokumentierte den Außeneinsatz mit Hilfe von Kameras, die an dem kanadischen Roboterarm der Station angebracht sind.
 
Die Hauptaufgabe von Walz und Bursch während ihres Einsatzes war die Vorbereitung der Montage des zentralen Trägerelements SO, das mit dem nächsten Shuttle-Flug im April zur Raumstation transportiert werden wird. Hierzu brachten sie zwei elektrische Kabel an der Z1-Trägerstruktur an und entfernten vier Wärmeschutzschilde von dem Z1-Gitter. Das S0-Segment wird der erste Teil der quasi als "Rückrat" der Station fungierenden Trägerstruktur sein, an der in den kommenden Jahren vor allem die Solarpaneele und Radiatoren zur Abstrahlung überschüssiger Wärme angebracht werden sollen.
 
Weiterhin befestigten die beiden Astronauten mehrere Handgriffe an den Außenseiten der Sauerstoff- und Stickstofftanks der Luftschleuse, die dort nicht so fest wie geplant montiert waren. Auch zwei Adapter, an denen ein vor wenigen Wochen umgesetzter russischer Lastenkran befestigt war, wurden von Walz und Bursch entfernt; einer der beiden Adapter ist danach an der Außenseite des russischen Moduls Zarya befestigt worden, während der zweite Adapter mit in das Stationsinnere gebracht worden ist.
 
Nach Abschluss des Außeneinsatzes meldeten die ISS-Besatzungsmitglieder einen unangenehmen Geruch, der von einem Reinigungssystem im Innern der Luftschleuse Quest ausging und bei einigen Besatzungsmitgliedern leichte Kopfschmerzen verursachte. Daraufhin wurde dieses System ausgeschaltet und die innere Schleusentür von Quest geschlossen. Zusätzlich wurde ein Luftreinigungssystem an Bord des amerikanischen Labormoduls Destiny aktiviert, um die Luft in der Station von allen Verunreinigungen zu befreien. Wegen des trotz dieser Maßnahmen immer noch leicht wahrnehmbaren Geruchs im amerikanischen Teil der Station haben alle Besatzungsmitglieder in der vergangenen Nacht im russischen Wohnmodul Swesda geschlafen.
(
ms - Quelle: NASA)

» ESA-Satellit Artemis dank Ionen-Antrieb gerettet
21. Februar 2002 - Trotz des teilweise missglückten Starts im Juli 2001 wird der ESA-Satellit Artemis im Sommer dieses Jahres voraussichtlich seine geplante geostationäre Umlaufbahn erreichen. Unter großem Zeitdruck haben Ingenieure der Herstellerfirmen unterstützt von ESA-Spezialisten unmittelbar nach dem Start eine neue Flugbahn ausgearbeitet, die mit Hilfe des Ionen-Antriebs an Bord von Artemis das Erreichen des geplanten Orbits ermöglichen wird.
 
Aufgrund einer Fehlfunktion der dritten Stufe des Ariane 5-Trägersystems wurde der Satellit nach dem Start am 12. Juli 2001 in einen niedrigeren Transferorbit als vorgesehen geschossen. Statt 36.000 km lag der erdfernste Punkt dieser Umlaufbahn (das sog. "Apogäum") nur bei etwa 17.000 km Höhe. Normalerweise ist ein Fehler dieser Größenordnung nicht zu korrigieren, aber dank des neuartigen Ionen-Antriebs an Bord von Artemis war eine Rettung des Satelliten möglich.
 
Innerhalb von nur zehn Tagen nach dem verunglückten Start wurde ein neuer Flugverlauf errechnet und das Apogäum durch fünf Zündungen des konventionellen (chemischen) Artemis-Triebwerks auf eine Höhe von 31.000 km angehoben. Durch drei weitere Triebwerkszündungen im Perigäum (der erdnächste Punkt der Umlaufbahn) wurde schließlich ein kreisförmiger Parkorbit mit 31.000 km Höhe erreicht. Die große Eile bei der Korrektur der zunächst erzielten Umlaufbahn war notwendig, da sie den Satelliten durch den so genannten "Van Allen"-Gürtel führte, eine Zone extrem hoher Strahlenbelastung. Ein längerer Aufenthalt in dieser Region hätte die Instrumente an Bord von Artemis beschädigen können, da sie für eine derart hohe Strahlendosis nicht ausgelegt sind.
 
Nach Eintritt in den Parkorbit waren noch mehrere Wochen intensiver Arbeit erforderlich, um die Steuerungssoftware des Satelliten an die veränderten Bedingungen anzupassen, da die noch erforderlichen Manöver bis zum Erreichen der geplanten geostationären Umlaufbahn in 36.000 km Höhe und die notwendige Lageveränderung von Artemis ausschließlich mit Hilfe der Ionen-Triebwerke durchgeführt werden sollen. Im Januar dieses Jahres schließlich wurden die geänderten Softwaremodule getestet, und heute beginnt der spiralförmige Flug, mit dem Artemis die noch offene Lücke von etwa 5.000 Höhenkilometern mit einer Geschwindigkeit von ca. 1 km pro Stunde schließen wird.
 
Da die beiden Ionen-Triebwerke des Satelliten nur einen sehr geringen Schub von 15 Millinewton erzeugen ist eine kontinuierliche Brenndauer von über 200 Tagen erforderlich, bis schließlich im Sommer die geplante Umlaufbahn erreicht sein wird. Insgesamt verbrauchte diese "Rettungsaktion" etwa 95% des chemischen Treibstoffs an Bord. Nach diesem Manöver sind nun noch etwa 70 kg Treibstoff für die konventionellen Triebwerke des Satelliten vorhanden, die zusammen mit den Ionen-Triebwerken eine Betriebsdauer von fünf bis sieben Jahren ermöglichen werden.
 
Parallel zu den Vorbereitungen für dieses Manöver ist die Artemis-Kommunikationsnutzlast erfolgreich getestet worden. Am spektakulärsten war hier sicherlich die Datenübertragung vom französischen Erdbeobachtungssatelliten SPOT 4 zu Artemis per Laser Ende letzten Jahres. Weitere Informationen über Artemis sind auf der
Artemis-Internetsite zu finden.
(ms - Quelle: ESA)


» Mars Odyssey: Die Beobachtungsphase beginnt
21. Februar 2002 - Mit der Ausrichtung der Beobachtungsinstrumente an Bord von 2001 Mars Odyssey Richtung Mars am Montag dieser Woche hat die wissenschaftliche Beobachtungsphase der Mission begonnen. Nach Abschluss der Kalibrierungsphase in einigen Tagen werden die Ingenieure des Odyssey-Teams auch mit der Fehlersuche bei "MARIE" beginnen, einem Instrument zur Strahlenmessung an Bord der Raumsonde, das seit August letzten Jahres keine Daten mehr sendet.
 
Das Kamerasystem für Aufnahmen im sichtbaren und infraroten Bereich des elektromagnetischen Spektrums wird noch einige Tage kalibriert werden, bevor die ersten wissenschaftlichen Aufnahmen Ende Februar gemacht und im Rahmen einer Pressekonferenz am 1. März veröffentlicht werden. "Wie bei jeder neuen Kamera braucht es für die richtige Einstellung eine Weile, um die Bildqualität zu optimieren", so Dr. Philip Christensen, der für das Kamerasystem Verantwortliche bei der Arizona State University in Tempe. "Wenn wir das System erst kalibriert haben, werden wir einen überwältigenden Fluss von Bilddaten bekommen."
 
Die Instrumente des Gammastrahlen-Spektrometers (GRS) sammeln Daten über die Zusammensetzung der Marsoberfläche. Ebenfalls am Montag wurde die Schutzklappe des Gammastrahlen-Sensors geöffnet, um das Instrument auf seine Betriebstemperatur herunterkühlen zu lassen. Am Ende dieser Woche wird das GRS voll einsatzbereit sein. Der Neutronen-Spektrometer und der Empfänger für hochenergetische Neutronen sammeln Daten, von denen die Wissenschaftler sich Aufschluss über Wasserstoff-Vorkommen auf dem Mars erhoffen, die Anzeichen für Ansammlungen von Wassereis sein könnten.
 
Für die nächste Woche planen die Ingenieure des Teams den Beginn der Fehlersuche beim so genannten "Martian Radiation Environment Experiment" (MARIE). Die Feststellung des Gerätezustands könnte sich über mehrere Wochen hinziehen. Das Experiment zur Bestimmung der Strahlenbelastung hatte im August 2001 unerwartet die Datenübertragung eingestellt und war daraufhin zunächst abgeschaltet worden, da seinerzeit noch die schwierigen Manöver des Eintritts in den Marsorbit und das Aerobraking bevorstanden, die die volle Konzentration des Odyssey-Teams erforderten.
 
Weitere Informationen über den bisherige Verlauf der Mission finden Sie auf den Seiten unseres
2001 Mars Odyssey-Special.
(ms - Quelle: NASA)


» Wie werden Mars-Siedlungen aussehen?
20. Februar 2002 - Dieser Frage werden Schüler aus Houston nachgehen. Denn der Johnson Space Center der NASA veranstaltet einen Wettbewerb, bei dem die Schüler Ideen für eine Marsbesiedlung entwickeln sollen - den 4. jährlichen "Mars Settlement Design Competition".
 
Stellen Sie sich vor, Sie lebten in der Mitte des 21. Jahrhundert. Eine fiktive private Organisation mit dem Namen "The Foundation Society" wirbt für die Kolonisierung und Besiedelung des Weltraums. Diese Firma gibt der Wirtschaft den Auftrag, das Design und den Operationsplan für eine Mars-Basis zu entwerfen.

Bis zu 140 Schüler werden als Planer, Analyst, Künstler, Redakteur, Organisator und Manager an dieser Aufgabe arbeiten. Die Leitung übernimmt ein professioneller NASA-Manager. Alle werden wie die Belegschaft eines modernen Raumfahrtunternehmens zusammenarbeiten und Lösungen für eine Mars-Basis erarbeiten.

Ziel ist es, neben der kreativen Beschäftigung mehr Interesse an der Raumfahrt zu wecken. Schüler sollen mehr über den Mars, die Weltraumforschung, Karriere bei der NASA, Teamwork, Management und Kommunikation erfahren.
(
rk - Quelle: NASA JSC)

» Vorbereitung auf einen neuen Außeneinsatz
19. Februar 2002 - Am 20. Februar 2002 sollen zwei Astronauten der ISS Crew einen erneuten Weltraumspaziergang unternehmen.
 
Kommandant der vierten ständigen ISS Besatzung Yury Onufrienko und die Flugingenieure Carl Walz und Dan Bursch bereiten alles für den am morgigen Mittwoch geplanten Weltraumspaziergang vor. Dabei werden Walz und Bursch die ISS unter anderem auf Schäden untersuchen. Es ist bereits der dritte Weltraumspaziergang der vierten ISS Crew und der erste ohne ein angedocktes Shuttle.
(
sp - Quelle: NASA Human Spaceflight)

» Staubscheiben weisen den Weg zu fremden Planeten
18. Februar 2002 - ESA-Wissenschaftler haben den ersten direkten Beweis dafür gefunden, dass eine hell strahlende Staubscheibe jenseits der Saturn-Umlaufbahn unser Sonnensystem umgibt. Diese Entdeckung gibt Astronomen einen Indikator für das Vorhandensein von extrasolaren Planetensystemen an die Hand, was bei der Planung der ESA-Missionen Eddington und Darwin (die Planeten außerhalb unseres Sonnensystem suchen sollen) sehr hilfreich sein wird.
 
"Wenn wir einen vergleichbaren Staubring um einen Stern wie unsere Sonne herum sehen wissen wir, dass er Asteroiden oder Kometen besitzen muss. Wenn wir Lücken im Staubring entdecken, dann hat er [der fremde Stern] wahrscheinlich Planeten, die den Staub entlang ihrer Umlaufbahn wegwischen", so ESA-Wissenschaftler Markus Landgraf. Er und seine an der Entdeckung beteiligten Kollegen glauben, dass Kollisionen zwischen den Fels- und Eisbrocken im so genannten Kuiper-Gürtel außerhalb des Neptun-Orbits den Staubring um unser Sonnensystem haben entstehen lassen. Wenn dasselbe in anderen Planetensystemen passiert, dann werden die betreffenden Sterne ebenfalls einen Staubring aufweisen.
 
"Wenn man eine solche Staubscheibe um einen nicht mehr sehr jungen Stern herum findet, dann ist er extrem interessant, da der Staub irgendwo her kommen muss. Die einzige Erklärung ist, dass der Stern Planeten, Kometen, Asteroiden und andere Himmelskörper aufweist, die miteinander kollidieren und den Staub erzeugen", sagt Malcolm Fridlund, ESAs Wissenschaftler für die Mission Darwin, die in Zukunft einmal nach Planeten mit lebensbegünstigenden Bedingungen in anderen Sternensystemen suchen soll.
 
Die Staubpartikel der unser Sonnensystem umgebenden Staubscheibe sind von den NASA-Missionen Pioneer 10 und Pioneer 11 entdeckt worden. Aufgrund ihrer Größe konnte der Nachweis geführt werden, dass es sich dabei nicht um interstellaren Staub handelt (wie er von der Sonnensonde Ulysses entdeckt worden ist). Der interstellare Staub ist zehn- bis hundertmal kleiner als die kleinsten Partikel des in unserem Sonnensystem generierten Staubs.
(
ms - Quelle: ESA)

» Der Schnee und das Weltklima
17. Februar 2002 - In diesem Monat beginnt eine Langzeituntersuchung dutzender Forscher, die vom Boden, aus der Luft und durch Satellitenbeobachtungen die Schneemassen in den Rocky Mountains beobachten.
 
Der Zweck dieses von der NASA gestarteten Projekts ist die Einschätzung der Schneemenge zur Vorausberechung der Schmelzwasser-Flutwelle im Frühling. Ein weiteres Ziel ist die Erforschung der Rolle von Kältegebieten für das Erdklima.
Kyle McDonald ist Wissenschaftler im Bereich Erderforschung am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena, Kalifornien. Er wird zu der Forscher- und Studentengruppe gehören, die mit Ski, Schneemobilen und Flugzeugen die Schneemassen vor Ort vermessen soll. Sie werden Mikrowellenmessungen mit Satelliten und Flugzeugen durchführen, um die Eigenschaften der Schneemassen zu bestimmen und den Frier- und Tauzustand beobachten.
(
ku - Quelle: NASA JPL)

 
 

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      Space Focus: ENVISAT (Teil 3) von Michael Stein 

Nachdem im letzten Newsletter die ENVISAT-Instrumente für die Beobachtung der Erdatmosphäre vorgestellt worden sind, wird in diesem Artikel ein Überblick über die für die Beobachtung der Erdoberfläche und der Ozeane verantwortlichen Instrumente gegeben.
 
Instrumente zur Beobachtung der Ozeane
ENVISAT wird etwa alle 35 Tage einmal die gesamte Oberfläche unseres Planeten überfliegen, und zwei Drittel dieser Zeit wird er sich dabei über Ozeanen und Meeren befinden. Alleine schon wegen ihrer schieren Größe haben die Weltmeere einen enormen Einfluss auf unser Klima, weswegen natürlich auch ENVISAT mit verschiedenen Beobachtungsinstrumenten einen genauen Blick auf die Ozeane werfen wird.
 
Das schon im letzten ENVISAT-Artikel genannte Instrument MERIS ("Medium resolution imaging Spectrometer") misst die Strahlung in fünfzehn verschiedenen Frequenzbändern im sichtbaren und nahen infraroten Wellenbereich. Es wird beim Flug von ENVISAT über die Ozeane dafür genutzt, um die Farbe der Meere zu registrieren.
Das AATSR ("Advanced along track scanning radiometer") misst die Oberflächentemperatur der Ozeane mit einer Genauigkeit von 0,3° C. Dieser Parameter ist ein wichtiger Schlüssel bei der Beantwortung der Frage, ob und in welchem Maße eine globale Erwärmung stattfindet.
Die beiden genannten Instrumente zusammen werden wichtige Daten beispielsweise für Studien über Plankton und die Bewegungen von Fischschwärmen liefern können.
 
RA-2 ("Radar Altimeter") und ASAR ("Advanced synthetic aperture Radar") sind zwei Radargeräte unterschiedlicher Funktionsweise, die unter anderem Wellenhöhen und -richtungen sowie sogar Windbewegungen messen können. RA-2 ist sogar in der Lage, Unterwasserwellen durch die von ihnen verursachten geringen Auswirkungen an der Wasseroberfläche zu entdecken. Der MWR ("Microwave radiometer") berichtigt dabei eventuelle Verfälschungen der Messergebnisse von RA-2 durch die Luftfeuchtigkeit.
 
Instrumente zur Beobachtung der Erdoberfläche
Das gerade schon erwähnte Radarinstrument ASAR spielt auch bei der Beobachtung der Erdoberfläche eine wichtige Rolle. So kann es beispielsweise die Landnutzung und Wachstumsformen erkennen und Beschaffenheit der Erdoberfläche messen.
 
MERIS ist ebenfalls für die Oberflächenbeobachtung zuständig, da es die verschiedenen Wachstumsphasen von Pflanzen erkennen kann.
 
Das AATSR kann mit seiner Fähigkeit, Temperaturen hoch aufgelöst zu bestimmen, beispielsweise Wald- und Buschbrände erkennen und Pflanzenbewuchs registrieren.
 
DORIS ("Doppler Orbitography and Radiopositioning Integrated by Satellite") schließlich erlaubt es, die Satellitenposition auf ca. 5 cm genau zu vermessen. Durch diese Information können die mit Hilfe von RA-2 und ASAR ermittelten Daten zur Meereshöhe und Oberflächenprofile verbessert werden.
 
Ausblick
Die ersten Monate nach dem Start werden dazu verwendet, um die Instrumente von ENVISAT zu kalibrieren und zu eichen. Dazu werden ihre Ergebnisse mit denen anderer Erdbeobachtungssatelliten verglichen, ebenso werden zu diesem Zweck Vergleichsdaten von Schiffen, Flugzeugen und festen Messpunkten am Boden herangezogen.
 
Danach beginnt die Phase der Datenerhebung und -auswertung, die mindestens fünf Jahre lang andauern soll. Natürlich hoffen die beteiligten Wissenschaftler - alleine über 700 in Europa - auf eine möglichst lange Lebensdauer, denn die meisten Daten erhalten ihren Wert erst im Zeitverlauf, wenn Entwicklungen und Veränderungen erkennbar werden. Der begrenzende Faktor für die Lebensdauer von ENVISAT dürfte der Treibstoffvorrat für die Lagekontrolltriebwerke sein.
 
Das der Nachfolger von ENVISAT diesem ähnlich sein wird ist eher unwahrscheinlich. Ein Indiz dafür, dass zukünftig eher kleinere Satellitensysteme zum Einsatz kommen werden, ist vielleicht die Tatsache, dass im Rahmen des ENVISAT-Programms der Name des Satelliten von ENVISAT-1 zu ENVISAT geändert worden ist.
 
Wir werden Sie im Rahmen dieses Newsletters wie auch auf unserer Internetsite In Space - The Raumfahrer.net weiterhin regelmäßig über den Verlauf dieser Mission und die wichtigsten Forschungsergebnisse informieren.
 
ENVISAT startet am 1. März 2002 um 02:07 Uhr (MEZ).
Im nächsten Newsletter informieren wir Sie darüber, wie der Beginn dieser Mission verlaufen ist.

Related Links:
ENVISAT-Homepage

 
 

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      HotSpot: Im Zentrum der Milchstraße von Michael Stein 

Als das Röntgenteleskop Chandra im Juli 1999 gestartet wurde erhofften sich die Astronomen eine Bestätigung für das im Zentrum unserer Galaxie vermutete supermassive Schwarze Loch.
Ein so genanntes Schwarzes Loch entsteht, wenn ein Stern mit mindestens zehnfacher Sonnenmasse sein Leben als Supernova beendet und diese Explosion einen Restkörper übrig lässt, der mindestens die dreifache Masse unserer Sonne aufweißt. In diesem Fall ist die Gravitation dieses Himmelskörpers derartig groß, dass nichts mehr seiner Schwerkraft entkommen kann, sobald es eine bestimmte Entfernung zu ihm (den sog. "Ereignishorizont") unterschritten hat - selbst elektromagnetischer Strahlung gelingt dies nicht, weshalb sich die Bezeichnung Schwarzes Loch eingebürgert hat.
 
Im Jahr 1974 hat der britische Astronom Sir Martin Ross das Vorhandsein supermassiver Schwarzer Löcher in sehr aktiven Galaxienzentren vermutet. Solche aktiven Galaxienzentren zeichnen sich durch eine milliardenfach stärkere Leuchtkraft als unsere Sonne und eine stark schwankende Aktivität im gesamten elektromagnetischen Spektrum aus. Als einzige plausible Erklärung für diese ungeheuren Energiemengen konnte sich Ross nur die beim Sturz von Materie in Schwarze Löcher emittierte Strahlungsenergie vorstellen.
 
Im selben Jahr wurde eine kompakte und in ihrer Intensität veränderliche Radioquelle 26.000 Lichtjahre von uns entfernt in unserer Galaxie gefunden. Da sie sich im Innern der damals bereits bekannten starken Radioquelle Sagittarius A befand, erhielt sie den Namen Sagittarius A*. Weitere Beobachtungen in den folgenden Jahren ergaben eine Masse von etwa 2,6 Millionen Sonnenmassen für die neu entdeckte Radioquelle, die Gase und interstellare Materie auf Geschwindigkeiten von bis zu 1.400 km/sek. beschleunigte. Nun war noch die Frage offen, ob es sich bei Sagittarius A* um eine extrem dichte Ansammlung gewöhnlicher Sterne oder um ein riesiges Schwarzes Loch handelte, das sich im Zentrum der Milchstraße versteckte.
 
Endgültige Sicherheit konnte erst die Beobachtung von Sagittarius A* im Wellenbereich der Röntgenstrahlung bieten: Zum einen sind Röntgenstrahlen charakteristisch als "letzter Schrei" von Materie, die in Schwarze Löcher stürzt, und zum anderen ist nur diese energiereiche Strahlung in der Lage die dichten Gas- und Staubwolken zu durchdringen, die den Blick auf das Zentrum der Milchstraße versperren. Kaum war Chandra betriebsbereit, wurde das Teleskop auf Sagittarius A* gerichtet. Im Januar 2000 konnten die am Chandra-Projekt beteiligten Astrophysiker bekannt geben, dass sie eine Röntgenstrahlungsquelle entdeckt hatten, deren Position mit Sagittarius A* übereinstimmt - somit war klar, dass sich tatsächlich ein Schwarzes Loch im Zentrum unserer Milchstraße befindet.
 
Allerdings war die von Chandra gemessene Röntgenstrahlung nur etwa ein fünftel so intensiv, wie sie laut theoretischer Berechnungen hätte sein sollen. Die Auflösung dieser irritierenden Tatsache folgte durch weitere Beobachtungen, bei denen eine vor etwa 10.000 Jahren explodierte Supernova in (kosmisch gesehen) unmittelbarer Nachbarschaft von Sagittarius A* entdeckt wurde. Die Explosionswolke dieses Ereignisses hat seinerzeit derartig viel Gas und interstellare Materie hinweg geblasen, dass kaum noch Materie in das Schwarze Loch fällt - es "hungert" geradezu, und das erklärt auch die fehlende Intensität der beobachteten Röntgenstrahlung. (Wie schon erwähnt: Nicht das Schwarze Loch, sondern die in es hineinstürzende Materie sendet Strahlung aus, die dann beobachtet werden kann!)
 
Im Jahr 2001 konnte Chandra zufällig einen Anstieg der Strahlungsintensität von Sagittarius A* um das 45-fache innerhalb weniger Minuten (!) beobachten, der nach etwa drei Stunden wieder abklang. Ausgelöst wurde dieses Ereignis durch Masse von der Dimension eines Asteroiden oder Kometen, die in das Schwarze Loch stürzte. Durch Analyse der Art und Weise, wie die Röntgenstrahlung anstieg und sich anschließend wieder abschwächte, konnten Astrophysiker einen Durchmesser von etwa 15 Millionen Kilometer für Sagittarius A* errechnen, womit das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße ungefähr zwölf mal so groß wie unser Sonne wäre.
 
Sind damit nun alle Fragen geklärt? Natürlich nicht. Die Astronomen fragen sich beispielsweise, wie ein extrem massereiches Schwarzes Loch überhaupt entstehen kann. Ist es zeitgleich mit der übrigen Galaxis entstanden? War es ursprünglich einmal ein gewöhnliches stellares Schwarzes Loch, das erst bis zur heutigen Größe herangewachsen ist? Oder sind einfach nur viele stellare Schwarze Löcher miteinander verschmolzen? Auch hier ist es wieder so, das jede Frage, die die Astronomen mit Hilfe von Chandra beantworten können, weitere Fragen nach sich zieht. Langeweile wird so schnell also nicht aufkommen...

Related Links:
Chandra-Internetsite
Hotspot-Archiv

 
 

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      History Special: Apollo 12 und 14-17 von Karl Urban 

Apollo 12
Nach der erfolgreichen Landung von Neil Armstrong und Edwin Aldrin im Juli 1969 setzte die NASA ihren Erfolgskurs auf dem Mond fort. Bereits am 19. November 1969 landete die Mondfähre Intrepid mit Charles Conrad und Alan L. Bean an Bord auf dem Mond. Das Kommandomodul in der Mondumlaufbahn war währenddessen mit Richard F. Gorgon bemannt.
 
Zu den Erfolgen der Mission zählte der Beweis, dass eine punktgenau Mondlandung möglich ist. So setzte die Fähre nur 300 m entfernt von der unbemannten Sonde Surveyor 3 auf, die 1967 auf dem Mond gelandet war. Doch auch Apollo 12 war nicht pannenfrei. So schlug kurz nach dem Start ein Blitz in die Saturn 5-Rakete ein. Dies führte zu einigen Fehlfunktionen der Systeme. Die Bodenmannschaft befürchtete, dass durch den Stromstoß die Bremsfallschirme für den Wiedereintritt verfrüht ausgelöst worden sind - was sich aber nicht bestätigte.
 
Apollo 12 sollte auch die ersten Farbfernseh-Bilder vom Mond übertragen, allerdings wurde die Kamera von der Besatzung so zugerichtet, dass sie nicht mehr zu gebrauchen war. Die Wiedereintrittskapsel landete am 24. November 1969 nach 244 Minuten im All ohne größere Zwischenfälle im Pazifik.

Nach Apollo 13
Die Mission Apollo 13 versetzt der ganzen Welt einen Schock. Die erfolgreiche Rettung der drei im All "gestrandeten" Astronauten stellte allerdings auch die geschwundene Aufmerksamkeit auf das Apollo-Programm wieder her (Apollo 13 wurde vollständig im InSpace Newsletter #012 besprochen).
 
Mit Apollo 14 landeten am 5. Februar 1971 Alan Shepart, der als erster Amerikaner ins All geflogen war, und Edgar Mitchell mit der Landefähre Antares auf dem Mond. Stuart Roosa blieb im Mondorbit. Neben einem "Ausflug" zum Cone-Krater stellten die Astronauten mehrere Experimente auf. Die Landung erfolgte am 9. Februar ohne Zwischenfälle.
 
Für Apollo 15 hatte die NASA eine neue Komponente für die Mondastronauten entwickelt. Das LRV (Lunar Roving Vehicle, etwa Mond-Rover) sollten die Astronauten David Scott und James Irwin weitere Strecken auf der Mondoberfläche zurücklegen können. Alfred Worden blieb im Kommandomodul. Mit Apollo 15 wurden außerdem einige ernsthafte wissenschaftliche Experimente durchgeführt, wie Probebohrungen und Temperaturmessungen der Mondkruste.
 
Apollo 16 brachte John Young, Charles Duke und Ken Mattingly zum Mond. Es stellten sich erstmals seit Apollo 13 wirklich ernstzunehmende Probleme ein. So fielen Lagekontrollsysteme und das Haupttriebwerk zeitweise aus. Dies geschah kurz nach der Abkopplung der Mondlandefähre vom Kommandomodul. In der Bodenstation entschied man jedoch, die Mission wie geplant fortzuführen, was auch gelang. Die Landefähre Orion setzte auf der Mondoberfläche auf und konnte wiederum erfolgreich am Mutterschiff ankoppeln. Der Mond-Rover LRV wurde erneut verwendet.
 
Apollo 17 bildet bis heute die letzte bemannte Landung auf dem Mond. Eugene Cernan und Harrison Schmitt führten am 7. Dezember 1972 ein letztes Mal eine perfekte Landung durch, während Ronald Evans im Mondorbit verweilte. Die Landung im Pazifik erfolgte am 19. Dezember 1972.
 
Obwohl mit Apollo 17 das Mondprogramm der NASA offiziell abgeschlossen war, nutzte man die Saturn-Rakete für zwei weitere und das Apollo-Raumschiff für eine weitere Mission. Über das russisch-amerikanische Apollo-Sojus-Treffen berichten wir im übernächsten Newsletter. Die amerikanische Station Skylab stellen wir ihnen danach vor.
 
Für die nächste Ausgabe ist jedoch erst einmal das russische Mondprogramm vorgesehen, das ebenso viel versprechend wie das amerikanische begonnen hatte.

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Außeneinsatz geglückt
Die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) haben in dieser Woche einen knapp fünfstündigen Weltraumspaziergang durchgeführt. Dabei wurde die US-Luftschleuse "Quest" zum ersten Mal benutzt und auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft sowie die Shuttlemission im April vorbereitet, bei der die S0-Struktur, das "Rückrat" der Station, installiert wird.
 
Der Rest der Woche verlief für die Crew eher ruhig: sie führten medizinische Tests durch. Die Bodenkontrolle spielte unterdessen eine neue Softwareversion der Stationssoftware auf.
 
In den US-Modulen war ein unangenehmer Geruch zu verspüren: im Nachhinein wurde festgestellt, dass dieser von einer Anlage zur Reinigung von Raumanzügen stammte. Sicherheitshalber sollte sich die Crew aber Ende der Woche im russischen Teil der Station aufhalten.
 
Mit Hilfe des noch an der Station angedockten Versorgungsvehikels wurde die Station in dieser Woche in einen höheren Orbit geschoben (im Fachjargon "Reboost" genannt).
 
Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Die Neun Planeten von Michael Stein 

Die heute vorgestellte Internetsite bietet einen außergewöhnlich umfassenden Überblick über unser Sonnensystem. Dabei handelt es sich um die deutsche Fassung einer amerikanischen Site, die mittlerweile schon in mehrere Sprachen übersetzt worden ist. Michael Wapp zeichnet dabei für die regelmäßige und zeitnahe Aktualisierung dieser sehr umfangreichen und informativen Seiten verantwortlich.
 
Insgesamt sind für über 100 Himmelskörper eigene Seiten vorhanden, die untereinander sinnvoll verbunden sind. Es wäre Müßig, an dieser Stelle auch nur ansatzweise die Fülle an Informationen beschreiben zu wollen, die auf der Site Die Neun Planeten zu finden sind - wann immer Fragen über unser Sonnensystem auftauchen, mit Hilfe dieser Seiten und der dort vorhandenen zahlreichen Links zu weiteren deutsch- wie englischsprachigen Informationsquellen sollten sie zu beantworten sein.

 
 

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      InDetail: Pulsare von Walter Maierhofer 

Passend zur Entdeckung von PSR J1740-5340 liefere ich Ihnen heute eine genauere Erklärung eines "Pulsars". Pulsare können eine 1,4-fache bis 3-fache Sonnenmasse aufweisen. Über diese Grenze hinaus ist das Gewicht des Sterns auch nicht durch den degenerierten Druck der Neutronen auszugleichen, er bricht unaufhaltsam zusammen. Es entsteht dabei ein "Schwarzes Loch".
 
Wenn ein Neutronenstern die Masse unserer Sonne hätte, hätte er nur einen Radius von rund 15 km, daraus lässt sich schließen, dass die Dichte unglaublich hoch ist. Tatsächlich sind es 1.000 Millionen Tonnen pro Kubikzentimeter (1.000.000.000 t/cm3). Die Oberflächentemperatur beträgt 10 Millionen Grad Celsius, trotzdem ist ein Pulsar nur schwer zu erkennen, doch auch dafür hat die Wissenschaft Lösungen gefunden: Wenn der Kern eines Pulsars zusammenbricht verstärkt sich das Magnetfeld und zugleich die Rotationsenergie, deswegen ist das Magnetfeld eines Pulsars wesentlich stärker als das der Erde, nämlich eine Billion mal stärker. Die Rotationsgeschwindigkeit eines Pulsars liegt bei den bekannten Pulsaren zwischen einmal in 4,3 Sekunden und 1.000-mal in einer Sekunde. Das starke Magnetfeld und diese extremen Rotationsgeschwindigkeiten bewirken, dass sich Elektronen an den Magnetpolen sammeln und von dort aus kegelförmige Radiowellenbündel quer durch den Raum schleudern. Nur wenn so ein Kegel direkt auf die Erde gerichtet ist, können Pulsare erkannt werden. Der Stern scheint sich in einem genauen Muster ein- und auszuschalten, tatsächlich dreht sich nur der Radiowellenkegel weiter und trifft erst nach einer gewissen Zeit wieder die Erde.
 
Es sind etwa 300 Pulsare bekannt, in der Theorie sagte man sie bereits 1934 voraus, jedoch fand man erst einen im Jahre 1968. Ab 1971 wurden Röntgenstrahlensatelliten eingesetzt und man fand wesentlich mehr Pulsare in Umgebungen von explodierten Supernovae.

 
 

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"In Space Newsletter" #013

Erscheinungsdatum:
23. Februar 2002
Auflage: 444 Exemplare


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Michael Stein

Redaktionsleitung:
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Schlussredaktion:
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