In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #014 vom 2. März 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #014


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
ENVISAT (4)

> HotSpot:
Der Einfluss des Mondes

> History Special:
Sowjetisches Mondprogramm

> Surftipp:
Blue-Cosmos.de

> InDetail:
Planetarische Nebel

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

das Werk ist vollbracht. Am vergangenen Freitag startete um 2.08 Uhr MEZ der Umweltsatellit Envisat an der Spitze einer Ariane 5-Trägerrakete. Der 2 Milliarden Euro teure und 8 Tonnen schwere Satellit hat die Größe eines Sattelschleppers. Er stellt den größten jemals von der ESA gestarteten Satelliten dar. Um den Start live zu verfolgen setzte ich mich in der fraglichen Nacht vor den Fernseher, obwohl mich am nächsten Tag acht Stunden Schule erwarteten. Trotz eines Nachtstarts, war es ein Erlebnis, erst die Rakete und später die angespannten Gesichter der ESA-Mitarbeiter beobachten zu können, die auf einen perfekten Flug hofften (sie wurden nicht enttäuscht). Sie finden übrigens alle Informationen zu Envisat auf unserer Specialseite envisat.raumfahrer.net.
Envisat war jedoch nicht das einzige Ereignis dieser Woche. Denn der InSpace Newsletter wurde von DerArchivar.de als Newsletter des Monats ausgezeichnet. Das gesamte Team bedankt sich und hofft, dass wir Sie auch in Zukunft mit qualitativ hochwertigen Berichten versorgen können.

Im heutigen Newsletter informiert Sie Michael Stein nocheinmal eingehend über der Start von Envisat im Space Focus sowie in den News. Er besuchte für Sie ebenfalls eine Envisat-Pressekonferenz des Bundesforschungsministerium in Berlin. Im Hotspot erfahren Sie mehr über den Einfluss des Mondes auf Erde und Mensch und unser History Special befasst sich nach dem amerikanischen Mondprogramm nun mit dem der Sowjetunion. Natürlich sollten Sie auch die Rubriken Surftipp und InDetail nicht ungelesen lassen. Der ISS Weeky Report fällt für diese Ausgabe leider aus.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage
: Werden die von ENVISAT gelieferten Umweltdaten einen signifikanten Einfluss auf politische Entscheidungen im Bereich Klimaschutz haben?

Ja
Nein

      Updates / Umfrage

ENVISAT-Special
Zum Start des ESA-Satelliten Envisat haben wir ein Special eingerichtet. ...go

Raumfahrer.net Layout
Mit neuem Menü und Layout ist Raumfahrer.net jetzt übersichtlicher. ...go

Auszeichnung
Der InSpace Newsletter ist Newsletter des Monats bei DerArchivar.de. ...go

 
 

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      News

• Jason 1 ist betriebsbereit   <mehr>
• Columbia ist auf den Weg zum Hubble-Teleskop   <mehr>
• Envisat: Perfekter Start der Ariane 5   <mehr>
• Hilfe für Rosettas Ritt auf einen Kometen   <mehr>
• Schwedischer Astronaut fliegt 2003 zur ISS   <mehr>
• Pioneer 10 wird gerufen   <mehr>
• Start der Raumfähre Columbia um 24 Stunden verschoben   <mehr>
• Envisat kurz vor dem Start   <mehr>
• Das Ziel vor Augen   <mehr>
• Ariane 4 erneut erfolgreich gestartet   <mehr>
• Neuer Marsatlas online   <mehr>
• Verstärkte Sonnenaktivitäten   <mehr>



» Jason 1 ist betriebsbereit
01. Maerz 2002 - Nach einer eingehenden Leistungsbeurteilung durch die NASA und die französische "Centre Natinal d'Etudes Spatiales" ist der Ozeanographiesatellit Jason 1 betriebsbereit.
Mit der Inbetriebnahme seiner Operation hat Jason angefangen, seine ersten Wissenschaftliche Produke auf seiner Mission festzulegen, um globale Klimaabhängigkeiten zwischen dem Meer und der Atmosphäre zu überwachen, Ausgangskarten der Meeresspiegelabweichungen zu fertigen.
"Unsere ersten Einschätzungen zeigen eine überraschende Stufe der Genauigkeit und übersteigen sogar die von Vorgänger Jasons, Topex/Poseidon," sagte Dr. Lee-Lueng Fu, Produktwissenschaftler von Jason am JPL.
(
la - Quelle: NASA JPL )

» Columbia ist auf den Weg zum Hubble-Teleskop
01. Maerz 2002 - Um 12:22 Uhr startete die 109-STS-Mission ohne Probleme.
Nach einen Tag Verzögerung startete die Columbia um 12:22 Uhr. An Bord sind 7 Astronauten. Ihre Aufgabe ist es, das Hubble-Space-Teleskop in einen Zeitraum von 11 Tagen neue Instrumente und ein neues Kühlsystem zu installieren. Die größte Verbesserung ist dabei eine neue hochentwickelte Kamera für Hubble und neue Solarreihen.
(
la - Quelle: NASA)

» Envisat: Perfekter Start der Ariane 5
01. Maerz 2002 - Der Start des zwei Milliarden Euro teuren Umweltsatelliten Envisat der ESA verlief problemlos.
Vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana hob um 2.08 Uhr Mitteleuropäischer Zeit eine Ariane 5 ab. Nach 18 Minuten erreichte der Satellit seine Zielbahn. Damit haben sich auch Befürchtungen nicht bestätigt, die Ariane 5 könnte Fehlfunktionen aufweisen. Der letzten Flug der Trägerrakete mit dem Satelliten Artemis hatte nach einem Bilderbuchstart seine Zielbahn nicht erreicht.
Der Start von Envisat war auch wegen der enormen Investitionen und Vorbereitungen, die sich über 15 Jahre erstreckten, eine Zerreißprobe für die ESA. Mit dem erfolgreichen Start des Großsatelliten steht nun dem Arbeitsbeginn in den vielfätigen Arbeitsgebieten nichts mehr im Wege.
Related Links:
Envisat Special
(ku - Quelle: ESA)


» Hilfe für Rosettas Ritt auf einen Kometen
01. Maerz 2002 - Einem schnell fliegenden Kometen nachzujagen, auf ihm zu landen und ihn zu "reiten", während er der Sonne entgegeneilt, dies ist die schwierige Aufgabe der ESA-Sonde Rosetta.
Der Komet Wirtanen umläuft alle fünfeinhalb Jahre einmal die Sonne. Wirtanen wurde bei fast allen Passagen seit seiner Entdeckung im Jahr 1948 gesichtet, doch haben die Astronomen erst in jüngster Zeit genauere Beobachtungen angestellt, anhand deren die Größe und das Verhalten des Komet abgeschätzt werden können. Die neuesten Beobachtungen fanden im Dezember 2001 mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO auf den Paranal in Chile statt und helfen der ESA, ihre Planung für ihre Rosetta-Mission zu verfeinern.

Die Beobachtungen mit dem VLT wurden gezielt geplant, um die Aktivität von Wirtanen im Zeitpunkt der Landemanöver voraussagen zu können. Sie haben bestätigt, daß in der Entfernung von der Sone, in der die Landung stattfinden soll (450 Millionen km), Wirtanen sehr wenig aktiv ist. Für die Rosetta-Missionen ist dies eine gute Nachricht, da sie bedeutet, daß die Landung nicht durch starken Staubausstoß dramatisch gefährdert werden dürfte.
Die Beobachtungen mit dem VLT haben Rosetta-Missionsplanern auch eine genaue Messung der Größe ihres Zielkometen geliefert: Wirtanen hat einen Durchmesser von nur 1,2 km.
(
la - Quelle: ESA)

» Schwedischer Astronaut fliegt 2003 zur ISS
01. Maerz 2002 - Der ESA-Astronaut Christer Fuglesang wird im Frühjahr 2003 bei der Raumtransportermission STS-116 zur Internationalen Raumstation fliegen.
Während dieser Mission sollen insbesondere neue Segmente am Gitterträger der Station montiert werden. Ein weiteres Ziel ist die Beförderung der achten Langzeitmannschaft (Expedition Eight) zur ISS und der Rücktransport der drei jetzigen Bewohner der Station zur Erde.

Die Mission dürfte mehrere Außenbordeinsätze umfassen, die die Fähigkeiten der europäischen Astronauten und vor allem Christer Fuglesang unter Beweis stellen werden, der sich jahrelang im Europäischen Astronautenzentrum Köln, im Gagarin-Kosmonautenzentrum bei Moskau und im Johnson Space Center der NASA auf seinen Einsatz vorbereitet hat.
Der Einsatz Fuglesangs neben seinen Mannschaftskollegen dürfte sich für die Erreichung der Ziele dieser Mission zur ISS, zu der Europa einen bedeutenden Beitrag leistet, als sehr wertvoll erweisen.
>BR> Fuglesang, der in Teilchenphysik promovierte, wurde 1992 für das europäische Astronautenkorps ausgewählt. 1993 absolvierte er im Sternenstädchen bei Moskau eine Ausbildung für die Mission Euromir 95 auf der russischen Raumstation Mir.
1995 wurde er zum Koordinator der Nachrichtenverbindungen mit der Mannschaft dieser sechsmonatigen Mission ernannt. In dieser Eigenschaft war er der Hauptansprechpartner des an Bord der Mir eingesetzten deutschen ESA-Astronauten Thomas Reiter und koordinierte den Funkverkehr zwischen der Mir und dem Nutzlastkontrollzentrum sowie der Projektleitung in Deutschland.

1996 wurde Fuglesang zum Johnson Space Center der NASA in Houston (Texas) versetzt, wo er zum Missionspezialisten ausgebildet wurde und sich 1998 für einen Flugeinsatz qualifizierte. im selben Jahr kehrte er nach Rußland zur Ausbildung als Sojus-Rückflugkommandant zurück. Er ist nun einer der wenigen Nichtrussen, die bei einem Rückflug der Sojus das Kommando führen dürften.
Seit seiner Rückkehr nach Houston Ende 1998 nimmt Fuglesang im Astronautenbüro der NASA verschiedene technische Aufgaben wahr, bei denen ihm seine eingehende Kenntnis der russischen Systeme und Betriebsabläufe zustatten kommt.
(
la - Quelle: ESA)

» Pioneer 10 wird gerufen
28. Februar 2002 - Anlässlich des 30-jährigen Startjubiläums von Pioneer 10 wird die NASA am kommenden Samstag versuchen, erneut Funkkontakt mit der Raumsonde aufzunehmen. Zuletzt konnte eine Funkverbindung mit dem am Rande unseres Sonnensystems fliegenden Raumfahrzeug im Frühjahr des vergangenen Jahres aufgebaut werden.
Am 2. März 1972 ist Pioneer 10 zu seiner Mission aufgebrochen, die es als erstes Raumfahrzeug durch den Asteroidengürtel an Jupiter vorbeiführte. Im Jahr 1983 hat die Raumsonde als erstes von Menschen hergestellte Objekt die Umlaufbahn des äußersten Planeten passiert. Mittlerweile beträgt die Entfernung zur Erde 7,4 Mrd. Kilometer, so dass ein Funksignal zur Sonde und wieder zurück etwa 22 Stunden benötigt.
 
Nach dem letzten Kontakt am 9. Juni 2001 werden am kommenden Samstag von der Deep Space Network-Station bei Madrid aus Funksignale zu Pioneer 10 gesendet. Die an dieser Aktion beteiligten Wissenschaftler hoffen natürlich, auf Ihren Ruf eine Antwort zu erhalten, mit der dann auch Daten des Geigerzählers an Bord des Raumfahrzeugs übermittelt werden könnten. Die letzten Daten dieses Instruments zeigten eine sinkende Intensität kosmischer Strahlung an, woraus Dr. James Van Allen von der University of Iowa schließt, dass sich die Sonde immer noch innerhalb der so genannten Heliosphäre befindet. Dieser Begriff kennzeichnet den unsere Sonne umgebenden Raum, der noch vom Sonnenwind dominiert wird - streng genommen kann erst an den Rändern dieses Raumes von der Grenze unseres Sonnensystems gesprochen werden.
 
Pioneer 10 ist in Richtung des Sternbild "Taurus" unterwegs, wo er in etwa zwei Millionen Jahren vorbeifliegen wird.
(
ms - Quelle: NASA)

» Start der Raumfähre Columbia um 24 Stunden verschoben
27. Februar 2002 - Wie die amerikanische Raumfahrtagentur NASA mitgeteilt hat, ist der Start der amerikanischen Raumfähre Columbia zum Weltraumteleskop Hubble um einen Tag auf den kommenden Freitag verschoben worden. Ursache für diese Verschiebung waren die für den ursprünglich geplanten Starttermin vorhergesagten kritischen Wetterbedingungen.
Als neuer Starttermin wurde 12:22 Uhr (MEZ) am Freitag, 1. März festgelegt. Ursprünglich sollte der Start 24 Stunden früher erfolgen, aber für diesen Termin sind Temperaturen von nur 3° C sowie Windgeschwindigkeiten und Luftfeuchtigkeitswerte vorhergesagt, die alle in der Nähe der zulässigen Grenzwerte liegen. Seit der Challenger-Katastrophe 1986, die durch vereiste Dichtungsringe an einem der Feststofftriebwerke ausgelöst wurde, ist die NASA gerade bei niedrigen Temperaturen sehr vorsichtig mit einer Startfreigabe.
 
Der nun auf Freitag verschobene Shuttleflug STS-109 wird die Raumfähre und ihre Besatzung zum Weltraumteleskop Hubble führen, wo im Rahmen von fünf Außeneinsätzen umfangreiche Wartungsarbeiten vorgesehen sind, die eine deutlich erhöhte Leistungsfähigkeit des Teleskops zur Folge haben werden.
(
ms - Quelle: NASA)

» Envisat kurz vor dem Start
27. Februar 2002 - Der Start von Envisat steht unmittelbar bevor.
Der Satellit Envisat bewegt sich nun an der Spitze einer Ariane 5 Rakete in Richtung des Startplatzes. Damit steht dem Start am Freitagmorgen (2 Uhr MEZ) nichts mehr im Wege.
Zur Mission und zum Start von Envisat können Sie auch auf unserer Special-Seite zu Envisat unter
envisat.raumfahrer.net mehr Informationen abrufen.
(ku - Quelle: ESA)


» Das Ziel vor Augen
26. Februar 2002 - Die europäische Südsternwarte hat mit dem Very Large Telescope in Chile den Kometen Wirtanen ausgekundschaftet, auf dem in neun Jahren die europäische Sonde Rosetta landen soll.
Dies wird eine der heikelsten und spannendensten Sondenmission der Raumfahrtgeschichte werden, wenn die Sonde Rosetta, 2011 am Kometen Wirtanen ankommt und einen kleinen Lander auf ihn absetzt. Deswegen bekamen die Planer der ESA jetzt Hilfe von der europäischen Südsternwarte um einen besseren Überblick zu bekommen. Der Komet befindet sich aktuell 435 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, diese Postion wird der Komet auch in 9 Jahren haben wenn die Sonde ihn erreicht. Mit Erleichterung stellten die Wissenschaftler fest, das der Schweif des Kometen in diesem Punkt nicht besonders ausgeprägt ist. Benannt ist die Mission nach dem Stein von Rosetta, der 1799 von französischen Archäologen in Ägypten gefunden wurde und es erstmals ermöglichte die Ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern.
(
sp - Quelle: ESA)

» Ariane 4 erneut erfolgreich gestartet
25. Februar 2002 - Am 23. Februar ist wieder eine Ariane 4-Trägerrakete erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) aus gestartet. Nachdem der ursprünglich vorgesehene Starttermin wegen technischer Probleme um drei Tage verschoben worden war, verlief der Start mit einem amerikanischen Intelsat-Satelliten als Nutzlast wieder einmal problemlos.
Der zweite Start einer Ariane-Trägerrakete in diesem Jahr erfolgte am vergangenen Samstag um 03:59 Uhr Ortszeit (07:59 Uhr MEZ). In der Konfiguration Ariane 44L war das Trägersystem mit vier Feststoff-Boostern ausgestattet, die während der Startphase für zusätzlichen Schub sorgten.
 
Die Nutzlast von Flug 148 bestand aus einem Intelsat 904-Kommunikationssatelliten, einem Satellit der neuen Intelsat IX-Serie, der auf einer geostationären Umlaufbahn über dem Indischen Ozean stationiert werden soll und dort verschiedene Kommunikationsdienste für europäische, asiatische und afrikanische Staaten anbieten wird. Mit diesem Flug sind seit 1983 insgesamt 20 Intelsat-Satelliten durch Arianespace gestartet worden.
 
Schon am kommenden Freitag steht der nächste Start in Kourou auf dem Programm, wenn eine Ariane 5-Rakete den europäischen Umweltsatelliten ENVISAT in's Weltall befördern wird. Der für 02:07 Uhr (MEZ) vorgesehene Start wird unter anderem in der "Space Night" des Bayerischen Rundfunks auf BR 3 live im Fernsehen übertragen, und InSpace - The Raumfahrer.net wird Sie natürlich auch zeitnah und ausführlich im Rahmen eines ENVISAT-Special über den Start und die gesamte ENVISAT-Mission informieren.
(
ms - Quelle: Arianespace)

» Neuer Marsatlas online
25. Februar 2002 - Die NASA stellte kürzlich einen neuen Mars-Atlas vor. Er ist auch über das Internet erreichbar.
Mit Bildern der NASA-Marssonden Mariner 9 und Viking wurde Ende der 70er ein Marsatlas erstellt, der bis heute als Standardwerk galt, obwohl zum Teil schon viel genauere Aufnahmen neuerer Sonden verfügbar waren. Nun erstellten Mitarbeiter der NASA Jet Propulsion Laboratories (JPL) einen neuen Marsatlas. Sie verwendeten dafür Bilder der äußerst erfolgreichen Sonde Mars Global Surveyor, die seit 1999 ständig den Mars umkreist.
Mit einer Auflösung von 230 Metern pro Pixel ist der Atlas nun veröffentlicht worden und ist erstmals auch im Internet abrufbar. Sie finden ihn auf der
Missionsseite von Mars Global Surveyor.
Related Links:
Mars Corner

(ku - Quelle: NASA JPL)


» Verstärkte Sonnenaktivitäten
24. Februar 2002 - Am 20. und 21. Februar wurden verstärkte Sonnenaktivitäten gemessen.
Dabei schlugen mehrmals Erruptionen in Form von Klasse M-Flares aus dem Sonnenmagnetfeld. Mindestens eine der Eruptionen schleuderte als offnene Protuberanz geladene Teilchen in Richtung unseres Planeten. Bis auf vielerorts gesichtete Polarlichter wurden aber in den folgenden Tagen keine Auswirkungen gemeldet.
(
ku - Quelle: NASA Spaceweather)

 
 

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      Space Focus: ENVISAT (Teil 4) von Michael Stein 

ENVISAT: Wie geht es weiter?

Nach dem Start
Der Start von ENVISAT erfolgte wie geplant exakt um 02:07:59 Uhr (MEZ). Da der Satellit einen sonnensynchronen polaren Orbit einnehmen sollte, flog die Ariane 5-Rakete nach dem Start mit der schwersten bisher von einer Ariane-Rakete transportierten Nutzlast erstmalig Richtung Norden gen Himmel. Eine auch nur geringfügige Verschiebung des Starttermins wäre nicht möglich gewesen, da der für ENVISAT vorgesehene Orbit genau mit den Umlaufbahnen der bereits aktiven Erdbeobachtungssatelliten - die ebenfalls auf polaren Orbits fliegen - abgestimmt ist: Im Falle technischer Probleme hätte der Start gleich um 24 Stunden verschoben werden müssen.
 
Der erste erleichterte Applaus im Jupiter-Kontrollraum des europäischen Weltraumbahnhofs Kourou brandete dann um 02:34 Uhr (MEZ) auf, als vom ESA-Kontrollzentrum ESOC ("European Space Operation Center") in Darmstadt die erfolgreiche Trennung des Satelliten von der obersten Raketenstufe bestätigt wurde. Dieses erste Signal von ENVISAT wurde von den Bodenstationen Svalbard (Norwegen) und Pokerflat (Kanada) empfangen. Ein zweites Mal war Erleichterung und natürlich auch große Freude bei den Beobachtern vor Ort zu spüren, als ESOC um 03:16 Uhr (MEZ) meldete, dass das 70 m2 große Solarpaneel von ENVISAT vollständig ausgefahren und die automatische Lagekontrollsteuerung des Satelliten aktiviert worden war. Um 04:43 Uhr (MEZ) schließlich begann das Solarpaneel automatisch der Sonne zu folgen und 8 kW Strom zu generieren, so dass ab diesem Zeitpunkt die Versorgung der Systeme an Bord des Satelliten mit Energie sicher gestellt war.
 
In den ersten Tagen nach dem Start erfolgen notwendige Anpassungen der Flugbahn des Satelliten. Nach etwa zwei Tagen beginnt das Ausklappen des unter dem "Bauch" von ENVISAT angebrachten ASAR-Radars sowie - fünf Tage nach dem Start - das Aufrichten der für die Datenkommunikation zuständigen Ka-Band-Antenne. Gut eine Woche nach dem Abheben der Ariane 5 von Kourou werden nach und nach die wissenschaftlichen Instrumente an Bord eingeschaltet und auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft, was einen Zeitraum von etwa sechs Wochen in Anspruch nehmen wird.
 
Die Kalibrierungsphase
Nachdem die Funktionstüchtigkeit des Satelliten festgestellt worden ist, beginnt die Eichung und Kalibrierung der wissenschaftlichen Messinstrumente. Für diesen Prozess sind sechs Monate veranschlagt, so dass ab Herbst 2002 die ersten validierten Daten an über 700 Wissenschaftler allein in Europa geliefert werden können. Die ESA misst der Kalibrierungsphase eine sehr hohe Bedeutung bei, denn erst wenn für jedes Instrument die tatsächlich erzielbare Messgenauigkeit sowie die Höhe der unvermeidbaren Messfehler bekannt sind, bekommen die gelieferten Daten einen wissenschaftlichen Wert. Zu diesem Zweck wird ein erheblicher Aufwand getrieben: So werden Vergleichsmessungen von Höhenballons, Forschungsflugzeugen, Messbojen und stationären Anlagen an Land herangezogen, um die Genauigkeit der von ENVISAT gelieferten Daten zuverlässig abschätzen zu können. Auch mit Daten der 1991 bzw. 1995 gestarteten europäischen Erdbeobachtungssatelliten ERS-1 und ERS-2 werden die ENVISAT-Messwerte während der Kalibrierungsphase zu diesem Zweck abgeglichen.
 
ENVISAT in der Betriebsphase
Unmittelbar nach dem Start übernimmt das ESA-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt die Kontrolle des Satelliten. Während der gesamten Lebensdauer von ENVISAT wird der Satellit von hier aus überwacht und gesteuert. Die zuständigen ESOC-Mitarbeiter gehen davon aus, dass etwa alle zehn Tage eine Kurskorrektur erforderlich sein wird, da die Flugbahn durch die selbst in 800 km Höhe noch vorhandenen äußersten Ausläufer der Erdatmosphäre sowie durch den Sonnenwind ständig beeinflusst wird.
 
Die von ENVISAT gesammelten wissenschaftlichen Messwerte werden zunächst im 160 GBit großen Zwischenspeicher an Bord gepuffert, bis sie über zwei jeweils 100 MBit/Sek. schnelle Funkverbindungen zu den ESA-Bodenstationen in Kiruna (Schweden) und Fucion (Italien) übermittelt werden, was bei jedem Umlauf geschieht. Da die Bodenstationen jedesmal nur für etwa zehn Minuten in Sichtweite des Satelliten sein werden, ist der im letzten Sommer gestartete europäische Kommunikationssatellit ARTEMIS für die Datenübertragung von großer Bedeutung. In seiner geostationären Umlaufbahn steht er scheinbar fest über dem europäischen Kontinent und kann fast eine drei Viertel Stunde je ENVISAT-Orbit Daten von dem Erdbeobachtungssatelliten als Relaisstation zur Erde übertragen, wenn ENVISAT aufgrund seiner niedrigen Umlaufbahn schon längst keine Verbindung mehr zu den beiden Bodenstationen der ESA hat.
 
Sämtliche wissenschaftlichen Daten von den Instrumenten an Bord des Satelliten laufen bei ESRIN ("European Space Research Institute") in Frascati bei Rom zusammen. Dort werden die Daten in vier verschiedenen Qualitätsstufen aufbereitet, was zwischen weniger als drei Stunden und mehr als einen Monat in Anspruch nehmen kann. Danach erfolgt die Verteilung auf sechs so genannte PACs ("Processing and Archiving Facility") in verschiedenen europäischen Ländern, wo eine weitere Verarbeitung sowie Archivierung der wissenschaftlichen Daten erfolgt. Das deutsche Bearbeitungs- und Archivierungszentrum D-PAC ist beim "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München angesiedelt. Die PACs sind schließlich auch für die Verteilung der wissenschaftlichen Daten an die verschiedenen Forschergruppen verantwortlich. Dies geschieht zum Selbstkostenpreis, sofern sich die Nutzer dazu verpflichten, die Daten für wissenschaftliche Zwecke einzusetzen und ihre Forschungsergebnisse zu veröffentlichen.
 
Daneben sind von der ESA zwei Unternehmenskonsortien in Italien und Frankreich mit der kommerziellen Datenverwertung beauftragt. So könnten ENVISAT-Daten der Ozeane beispielsweise für die Schifffahrt von Bedeutung sein, um mit ihrer Hilfe Gebiete mit starkem Seegang oder Eisbildung zu umfahren. Allerdings wird von der kommerziellen Verwertung in Relation zu den Gesamtkosten der Mission nur ein marginaler Erlös erwartet, wie DLR-Vorstand Prof. Achim Bachem gegenüber In Space sagte.
 
Die Lebensdauer des Satelliten ist von den Herstellerfirmen mit fünf Jahren angegeben; die garantierte Lebensdauer von anderen Erdbeobachtungssatelliten wurde in der Vergangenheit allerdings regelmäßig deutlich übertroffen, weshalb die am Projekt beteiligten Wissenschaftler auf eine knapp zehnjährige Nutzungsdauer spekulieren. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer durch Wartungsmissionen wie beim Weltraumteleskop Hubble ist nicht möglich, da der Satellit hierfür vor allem aus zwei Gründen von Beginn an nicht ausgelegt worden ist.
Zum einen kann ein Space Shuttle einen Satelliten, der sich auf einer polaren Umlaufbahn um die Erde bewegt, schlicht nicht erreichen, da es nicht über die hierzu erforderliche Antriebskraft verfügt. Doch selbst wenn diese Bedingung erfüllt wäre: Die Umlaufbahn von ENVISAT führt den Satelliten über die beiden Polregionen der Erde, wo der so genannte Van-Allen-Gürtel mit seiner extrem hohen Strahlenbelastung bis in die Höhe der ENVISAT-Umlaufbahn reicht - kein Astronaut würde ohne gesundheitliche Schäden einen Flug durch diese Bereiche überstehen.
 
ENVISAT und seine Nachfolger
Die Bündelung derartig großer finanzieller, technologischer und intellektueller Ressourcen in nur einem Satelliten wie bei ENVISAT ist natürlich ein exorbitant riskantes Unterfangen. Den Synergieeffekten zwischen den verschiedenen Instrumenten an Bord des Satelliten sowie den Einsparungen aufgrund der Tatsache, dass diese Vielzahl von wissenschaftlichen Instrumenten mit nur einem Start in den Orbit befördert werden, stehen natürlich die enormen Folgen gegenüber, die ein Fehlstart nach sich ziehen würde.
 
Die vier kleinen Cluster-Satelliten zur Erforschung der Wechselwirkungen des Sonnenwindes mit der Erdmagnetosphäre beispielsweise konnten nach ihrem Verlust beim fehlgeschlagenen Erststart der Ariane 5 im Juni 1996 ersetzt werden. Bei einem Projekt in der Größenordnung von ENVISAT hingegen, das de facto nicht versicherbar ist, wäre das unmöglich. Aufgrund der enormen wissenschaftlichen Ausbeute, die von den zehn Instrumenten des Satelliten erwartet wird, werden hunderte von Forscherteams an der Datenauswertung beteiligt sein. Viele Projektbeteiligte haben schon über zehn Jahre Arbeit in die Vorbereitung dieser außerordentlichen Forschungsmission investiert, und die Folgen eines Fehlstarts wären gleichermaßen außerordentlich gewesen. So ist es zum Beispiel durchaus üblich, Wissenschaftler nicht dauerhaft, sondern projektbezogen anzustellen. Wäre der Start von ENVISAT gescheitert, so hätte dies somit auch unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitsplätze vieler Forscher gehabt.
 
Wahrscheinlich auch aufgrund dieses hohen Risikos wird ENVISAT auf absehbare Zeit der letzte Erdbeobachtungssatellit mit solch gewaltigen Dimensionen bleiben. Wie Prof. Achim Bachem im Gespräch mit In Space im Rahmen der Pressekonferenz des "Bundesministeriums für Bildung und Forschung" zum ENVISAT-Start am 25.02.2002 in Berlin mitteilte, sind für die Zukunft kleinere und stärker spezialisierte Erdbeobachtungssatelliten geplant. So hat die EU-Ministerratskonferenz in Edinburgh im letzten Oktober die Finanzierung für die beiden Programme EOEP ("Earth Observation Envelope Programme") und EOEP-2 beschlossen. Im Rahmen dieser Programme sind bereits Missionen wie Cryosat, GOCE und SMOS in der Planungsphase, die sich jeweils auf wenige Aspekte der Erdbeobachtung konzentrieren. Die zweite Phase dieser Programme sieht für den Zeitraum von 2003 bis 2007 Finanzmittel in Höhe von 926 Mio. Euro vor. Mit diesen Geldern soll dann der Start eines Erdbeobachtungssatelliten pro Jahr ermöglicht werden.
 
Somit bleibt ENVISAT wahrscheinlich auf absehbare Zeit "der Letzte seiner Art". Er wird unser Wissen um die Ökosphäre unseres Planeten mit Sicherheit einen großen Schritt nach vorne bringen. Was wir dann mit diesem Mehr an Wissen anfangen, dass wird nicht mehr Sache der Wissenschaft sein.
 
Related Links:
ENVISAT-Special
ENVISAT-Homepage

 
 

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      HotSpot: Der Einfluss des Mondes von Clemens Mach 

Der Mond ist uns in letzter Zeit, wie jeder sehen konnte, der mal in den Himmel geschaut hat, ziemlich groß erschienen. Am Mittwoch, dem 27. 2. war er uns so nah, wie er es in diesem Jahr nie wieder sein wird. Woran lag das?
Erstens: Ein Vollmond sieht immer größer aus als ein Halbmond.
Zweitens: Er vollzieht eine elliptische Bahn um die Erde und ist somit der Erde manchmal näher und manchmal ferner. So ist er mit 356.000 km am nähesten an der Erde und 14 Tage später mit 406.000 km am weitesten entfernt.
Der Mond hat viele Einflüsse auf die Natur und das menschliche Leben. Bei Vollmond z. B. wachsen und keimen Pflanzen besonders gut. Außerdem regelt der Erdtrabant Ebbe und Flut. Das liegt daran, dass seine Gravitationskraft - also seine Anziehung - das Meerwasser ein Stück in seine Richtung bewegt. Wenn nun Sonne und Mond in einer Linie mit der Erde stehen ist die Anziehung besonders stark und es entstehen sogenannte Springfluten. Auch die Kontinente werden dadurch angezogen und heben bzw. senken sich um ca. 26 Zentimeter. Unter anderem durch diese extreme Belastung können Vulkanausbrüche und Erdbeben entstehen.

Der Mond soll auch Einflüsse auf den Menschen haben. Viele Ärzte bestätigen, dass bei Vollmond viele Patienten unter Schlafstörungen leiden. Richtig bewiesen wurde dieses Phänomen aber nie. Richtig bewiesen ist aber, dass der Mond unser Gemüt beeinflusst. Ein Psychiater aus Florida hat festgestellt: Im Durchschnitt aller Mondphasen geschehen 63 Morde, bei Vollmond sind es mehr als 80. Der mögliche Grund ist unser Körper. Er besteht zu zwei Dritteln aus Wasser. Vielleicht sorgt eine Miniebbe oder -flut für diese Stimmungsschwankungen.
Die Fortpflanzung vieler Tiere ist auch von "der nächtlichen Sonne" abhängig. Sie werden nämlich immer zu einem bestimmten Zeitpunkt im Mondzyklus geschlechtsreif.
Forscher der Technischen Hochschule in Zürich haben jetzt belegen können, dass es in Bäumen auch Ebbe und Flut gibt. Die Biologen haben dafür tropische Bäume untersucht. Mit einer Apparatur maßen sie den Durchmesser der Pflanzen auf Hundertstel Millimeter genau. Das Ergebnis zeigt ein schwellen und schrumpfen der Bäume im Rhythmus der Gezeiten. Der Zweck dieses Naturschauspiels ist aber noch ungeklärt.

Ein weiterer Vorteil ist die Stabilisationswirkung des Mondes. Er verhindert, dass die Erde in eine Torkelbewegung verfällt, da sonst die Schwerkraft der Nachbarplaneten die Rotationsachse beeinflussen würde. Erst dadurch konnten sich stabile Klimazonen entwickeln und Jahreszeiten entstehen. Ohne den Mond wäre also entweder gar kein Leben auf der Erde möglich, oder nur ein sehr Unregelmäßiges und Gefahrvolles.

Related Links:
Hotspot-Archiv

 
 

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      History Special: Das Sowjetische Mondprogramm von Karl Urban 

Nachdem die Sowjetunion 1957 den ersten künstlichen Ersatelliten und 1961 mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All brachten, war in Amerika der Schock groß. Da sich herausstellte, dass die UdSSR technisch in vielen Punkten die Nase vorn hatte, wurde der für die USA arbeitende Raketenwissenschaftler Wernher von Braun beauftragt, verschiedene realisierbare Programme zu überprüfen, in denen der politische Gegner keinen Vorteil hatte und man ihm zuvorkommen könnte. So schlug von Braun das Mondprogramm vor. Anfang der sechziger Jahre waren die sowjetischen Rakete zwar leistungsfähiger als die amerikanischen, allerdings nicht annähernd so leistungsfähig, dass sie ein ganzes Mondlanderaumschiff in den Orbit und zum Mond schießen könnte. Obwohl es von der UdSSR nie offiziell zugegeben wurde, unterhielt sie nicht wie die USA eines sondern sogar zwei Mondprogramme: Das eine bereitete die erste bemannte Mondumkreisung, das andere die erste bemannte Mondlandung vor, wobei zwei, statt wie bei den Amerikanern drei, Menschen an Bord sein sollten. Die russischen Trägerraketen waren zwar von Anfang an leistungsfähiger, doch waren die Amerikaner in der Triebwerkstechnik bereits weiter. Der russische Chefkonstrukteur Koroljow entschied sich für den Einsatz von 30 Triebwerken allein in der ersten Stufe und entwickelte damit das Konzept der N-1 (westliche Bezeichnung) oder "Herkules" (der streng geheime sowjetische Entwicklungsname). Doch verzögerte ein Wettstreit mit dem Entwickler der "Proton" Gluschko das Projekt, der die bemannte Mondumkreisung mit Hilfe einer "Proton" durchführen wollte. Gluschko wollte lediglich lagerfähige Treibstoffe einsetzen, Koroljow hingegen Flüssigsauerstoff (LOX) und Kerosin. Erst am 24.12.1964 wurde Koroljows Konzept genehmigt, als die Entwicklung der amerikanischen "Saturn V" schon voll im Gange war. Als Koroljow 1967 starb, wurde dem Projekt eine wichtige Stütze genommen und führte zuletzt auch mit zum Scheitern der N-1.

Die Technik der N-1
Die Rakete besaß vier Stufen, von denen jede mit dem gleichen Treibstoff, Flüssigsauerstoff (LOX) und Kerosin, angetrieben wurde. Sie besaß eine für Trägerraketen untypische spitzkegelige Form - allein die erste Stufe verjüngte sich von 30,09 m im Durchmesser auf 10,3 m. Die N-1 ist mit 105 m ähnlich hoch wie die "Saturn V". Die maximale Nutzlast ist aber mit 70 t deutlich geringer. Man hatte gehofft, sie später auf 95 t steigern zu können. In der ersten Stufe waren dreißig Triebwerke untergebracht, die zweite besaß acht, die dritte vier und die Oberstufe nur noch eines. An ihrer Spitze sollte später die Mondlandefähre starten. Nach dem Scheitern der N-1 wurde ihre dritte Stufe noch für die "Proton"-Rakete als Oberstufe genutzt.

Fehlstart-Serie
Schon vor dem ersten Start der N-1 war klar, das man die Amerikaner nicht mehr einholen konnte, da viele Faktoren die Entwicklung verzögert hatten. Doch selbst technisch war die Rakete nach Angaben der Konstrukteure noch nicht ausgereift und daher nicht sehr zuverlässig. Doch man hoffte, dieses Problem im Laufe der Entwicklung in den Griff zu bekommen. Am 21.02.1969 startete die erste N-1 - knapp vier Monate vor der ersten Mondlandung. Doch schon kurz nach dem Lift-off zeigten sich Probleme mit den Triebwerken, was wenige Sekunden später zu einem Leck in der Sauerstoffleitung führte. 68,7 Sekunden nach dem Start brach dann ein Feuer aus, was die Rakete letztlich zerstörte. Zudem funktionierte der sogenannte Fluchtturm nicht, der in einem solchen Fall den bemannten Teil des Raumschiffs absprengen sollte. Am 3.7.1969, zwei Wochen nach der Landung von Apollo 11 auf dem Mond, endete der Flug schon nach 0,25 Sekunden. Ein Metallstück verursachte die Explosion einer Treibstoffpumpe, was die Abschaltung der restlichen Triebwerke verursachte. Die Rakete fiel aus wenigen Metern Höhe auf die Rampe zurück. Der gesamte 150 m hohe Startkomplex wurde in einen Feuerball gehüllt und vollständig zerstört. Dessen Wiederaufbau brachte das sowjetische Mondlandeprogramm für 18 Monate zum Stillstand. Erst am 25.6.1971, als schon einige Apollo-Raumschiffe auf dem Mond gelandet waren, fand der dritte Versuchsstart der N-1 statt. Man hatte in die Leitungen Filter eingebaut, um Teile in den Pumpen zu verhindern. Andere Schwachpunkte der Rakete waren verbessert worden, doch zeigten sich nach mehr als einer halbe Minute nach dem Start wiederum Probleme. Die 30 Triebwerke verursachten Turbolenzen, die Flugbahn und Lage der Raketekonnten nicht mehr kontrolliert werden. 50,2 Sekunden nach dem Start begann die N-1 aufgrund der hohen aerodynamischen Belastung auseinanderzubrechen. Ein Funkbefehl aktivierte eine Sekunden später die Selbstzerstörung. Der letzte Versuch, die N-1 doch noch zu einem Erfolg zu führen fand am 23.11.1972 statt. Zuvor wurden wiederum Verbesserungen ausgeführt, um frühere Fehler wie den Verlust der Lagekontrolle zu verhindern. Nach 107 Sekunden schaltete man einige Triebwerke ab, um die Belastung der Rakete zu minimieren. Dies führte allerdings zu einem unregelmäßigen Treibstofffluss und letztlich zur Explosion eines Triebwerks. Die Bodenkontrolle musste wiederum die gesamte Rakete notsprengen.

Gründe für das Scheitern
Die US-Regierung hatte für das Apollo-Programm ein Bugdet von 25 Mrd. $ bereitgestellt. Die um einiges schwächere Sowjet-Wirtschaft konnte kaum so viele Mittel in das Projekt investieren. Also suchte man nach Möglichkeiten mit Hilfe von bekannten Treibstoffen, die schon bei der "Sputnik"-Rakete verwendet worden waren, eine leistungsfähigere Rakete zu entwickeln. Von der NASA wurden hingegen den als Treibstoff der schwerer lagerbare Flüssigwasserstoff verwendet. Da die von den Ingenieuren der Sowjetunion verwendeten Treibstoffe viel weniger Schub lieferten, musste dies der gleichzeitige Einsatz von 30 Triebwerken ausgleichen. Dies führte aber später massive Probleme herbei, da die Fluglage dadurch kaum zu beeinflussen war. Mitentscheidend am Scheitern des Projekts war auch der Tod Koroljows 1967, da er zuvor federführend beteiligt war.

In der nächsten Ausgabe berichten wir über das Kopplungsmanöver einer amerikanischen Apollo-Kapsel mit einer sowjetischen Sojus-Kapsel, der ersten Zusammenarbeit der Supermächte im All.



Related Links:
Russische Trägerraketen

 
 

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      Surftipp: Blue-Cosmos.de von Karl Urban 

Blue-Cosmos.de gehört zu den wenigen privaten deutschen Websites, die sich mit Raumfahrt und Astronomie befassen. Die Seite besticht schon auf den ersten Blick durch ein einprägsames Layout und einen übersichtlichen Menüaufbau. Inhaltlich wird im Prinzip alles geboten, was den Raumfahrtfan interessiert: Mit News- und Download-Rubrik sowie Sektionen zum Space Shuttle, zu Raumstationen und zum Apollo-Programm sind viele interessante Gebiete der Raumfahrt abgedeckt. Daneben bietet Blue-Cosmos einige recht ansprechende Menüpunkte wie einer Startrampe mit aktuellen Raketenstarts, einem TV-Guide sowie einem Quiz.

Kurzum, Blue-Cosmos.de ist in jedem Fall ein Lichtblick unter den deutschsprachigen Raumfahrtseiten und daher einen Besuch wert.

 
 

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      InDetail: Planetarische Nebel von Walter Maierhofer 

Eigentlich ist dieser Name ein totaler Widerspruch, aber als William Herschel im 18. Jahrhundert diese interstellaren Phänomene entdeckte, hatte er zuerst den Eindruck, es seien Planeten, weil diese Nebel eine runde Form haben. Die hohe Temperatur, so vermutet man, rührt daher, dass der planetarische Nebel eine Übergangsform vom Roten Riesen in einen Weißen Zwerg ist. Eine andere Vermutung erklärt diese Nebel als Überreste einer Supernova.

Ein planetarischer Nebel hat den ungefähren Durchmesser von einem Lichtjahr und die Masse unserer Sonne und er breitet sich mit 10km/s und verteilt sich so in maximal 100.000 Jahren im Raum. Wegen seiner kurzen Lebensdauer sind uns nur weniger als tausend bekannt.

 
 

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"In Space Newsletter" #014

Erscheinungsdatum:
2. März 2002
Auflage: 459 Exemplare



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