In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #016 vom 16. März 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #016


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Schwarze Löcher

> HotSpot:
Das GRACE-Duo vor dem Start

> History Special:
Skylab

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
International-Spacestation.com

> InDetail:
Quecksilber-Teleskope

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

die Raumfahrt-Akzeptanz in Deutschland ist nach wie vor auf einem Tiefpunkt. Das zeigt sich sowohl in der Politik, die nur sehr selten auf die Verdienste der Raumfahrtorganisationen wie des DLRs oder der ESA eingeht, als auch in der Öffentlichkeit: Die Raumfahrt wird öffentlich eher belächelt als anerkannt. Dieses zu ändern haben sich die deutschen Raumfahrtunternehmen und -vereine in den Kopf gesetzt. So wurde Ende vergangenen Jahres ein Treffen in München anberaumt, an dem auch Raumfahrer.net teilnahm. Ein erster Schritt, besonders die deutsche Raumfahrt populärer zu machen, wird nun von Raumfahrer.net in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der Raumfahrt (VFR) getan: Das Diskussionsforum Raumcon soll in wenigen Wochen starten und den Interessierten der deutschen Raumfahrt die Möglichkeit bieten, über die Thematik zu diskutieren und sich auszutauschen. Wir für Raumcon noch Moderatoren, die bereit wären, eine einzelne Themengruppe des Forums zu moderieren. Falls Sie Interesse daran haben oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an david.langkamp@trekzone.de. Wir werden Sie zum Start des Raumcon-Forums natürlich umfassend informieren.

Nun aber zum heutigen Newsletter: Unser neuer Mitarbeiter Franz Schmied erklärt Ihnen die spannende Frage, wie Schwarze Löcher entstehen, das deutsch-amerikanische Satelliten-Duo Grace treffen Sie heute in unserem Hotspot und im History Special werfen wir mit Ihnen einen Blick auf die amerikanische Skylab-Station. Natürlich gibt es daneben auch wieder einiges in den Rubriken ISS Weekly Report, Surftipp und InDetail zu berichten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Auswertung: Werden die von ENVISAT gelieferten Umweltdaten einen signifikanten Einfluss auf politische Entscheidungen im Bereich Klimaschutz haben?


 Ja 57%

 Nein 43%

(23 gezählte Stimmen)

      Updates / Umfrage

Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet... go

Die deutsche Raumfahrt muss gefördert werden! Zum Start des Raumcon-Forums werden noch Moderatoren gesucht... mail

 
 

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      News

• Erstes Bild von Envisat am 28. März   <mehr>
• Grundlagen forschung   <mehr>
• Doppel-Quasare sind keine optische Täuschung   <mehr>
• Erster "Check-up" für die Erde   <mehr>
• CryoSat soll Polareis untersuchen   <mehr>
• Früher war der Mars von Ozeanen bedeckt   <mehr>
• Mars Odyssey: MARIE erfolgreich wiederbelebt   <mehr>
• VLT erforscht weit entfernte Galaxie   <mehr>
• Neue ESA-Rakete in Vorbereitung   <mehr>
• Astrophysiker von JPL erhält Auszeichnung   <mehr>
• Sponsoring für europäische ISS Forschung   <mehr>



» Erstes Bild von Envisat am 28. März
16. Maerz 2002 - Am 28. März wird das erste von Envisat erzeugte Bild während einer Presseveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.
"Erster Check-up für die Erde". So wird die Medienveranstaltung genannt, in der die Arbeit von Envisat der Öffentlichkeit vorgestellt wird. In der italienischen ESA-Niederlassung ESRIN wird das erste Bild der Erde aus Sicht von Envisat veröffentlicht. Das vorläufige Veranstaltungsprogramm sieht eine Begrüßungsansprache des ESA-Direktors für Erdbeobachtung, José Achache, einen Bericht über den Stand und die ersten Ergebnisse der Mission sowie Kurzreferate führender europäischer Wissenschaftler über den Nutzen der Envisat-Daten für ihre Fachbereiche vor. Außerdem wird es Kurzreferate von fünf führenden Wissenschaftlern, Dr. R. Dörffer, GKSS-Forschungszentrum, Institut für Küstenforschung (Deutschland), Prof. A. Morel, Laboratoire de Physique & Chimie Marines (Frankreich), Prof. H. Rott, Universität Innsbruck (Österreich), Prof. F. Rocca, Politechnikum Mailand (Italien) und Prof. D. Wigham, University College, (Vereinigtes Königreich), geben.
(
cm - Quelle: ESA)

» Grundlagenforschung
15. Maerz 2002 - Am 22.März starten sieben führende eropäische Forschungseinrichtungen im Technopolis-Museum bei Brüssel eine gemeinsame Öffentlichkeitsinitiative für die im November dieses Jahres stattfindende Europäische Woche der Wissenschaft, um den Europäern vor Augen zu führen, wie sehr die heutige Gesellschaft auf die Grundlagenforschung angewiesen ist.
Handys, Autos, CD-Spieler, Fernseher, Kühlschränke, Computer, das Internet, Antibiotika, Vitamine, Narkosen, Imfungen, Heizungen, Nylonstrümpfe, Klebstoff, Strichcodes, Metalldetektoren, Kontaktlinsen, Modems, Laserdrucker, digitale Kameras, Videospiele sowie zahllose andere Dinge sind aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Technologie ist überall und wird von allen genutzt - aber wem ist je der Gedanke gekommen, daß es ohne die Erforschung des Aufbaus von Atomen keine Lasergeräte und auch keine CD-Spieler gäbe? Wir sind uns oft nicht bewußt, das fast alles, was wir heute benutzen, ohne jahrelange Grundlagenforschung nie das Licht der Welt erblickt hätte.

Um diese Wissenlücke zu schließen, haben sich die führenden Forschungsorganisationen Europas zusammengetan und mit der Unterstützung der Generaldirektion "Forschung" der Europäischen Kommission eine Initiative gestartet, die den Europäern verdeutlichen soll, daß es ohne Forschung keine Technologie gäbe und umgekehrt ohne Technolgie die Forschung zum Stillstand käme. Das Projekt steht unter dem Motto "Sci-Tech - Couldn't be without it!".

"Sci-Tech - Couldn't be without it!" ist eine an die europäischen Bürger gerichtete Online-Umfrage, bei der sie angeben sollten, welche zehn Technologien ihnen am wichtigsten sind.
Die Ergebnisse der Umfrage werden während der Europäischen Woche der Wissenschaft vom 4. bis 11.Novmber als Quiz-Show-Serie live im Internet präsentiert.

Für die Teilnahme an der Online-Umfrage klicken Sie bitte
hier
(la - Quelle: ESA)


» Doppel-Quasare sind keine optische Täuschung
15. Maerz 2002 - Das Chandra Bild des Doppelquasars Q235+007 zeigt, daß sie nicht eineiige Zwillinge sind.
Dies heißt, daß es unwahrscheinlich ist, daß es eine optische Illusion ist. Quasare haben die Größe eines Sonnensystems und leuchten so hell wie Milliarden von Sonnen zusammen. In deren Zentrum befindet sich ein Schwarzes Loch, das eine Unmenge von Materie verschlingt.
Paul Green und seine Kollegen vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics in Massachuetts untersuchten mit Hilfe von Röntgenteleskop "Chandra" das Objekt und fanden keine Gravitationlinse, das daraus schließt, das es sich um zwei verschiedene Objekte handelt. Das die beiden Objekte so nah beieinander liegen, kommt wahrscheinlich durch das Verschmelzen zweier Galaxien zustande.
(
la - Quelle: Harvard-Universtät)

» Erster "Check-up" für die Erde
15. Maerz 2002 - In der Nacht zum 1.März hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) von Europas Raumflughafen in Kourou (Französisch-Guyana) mit einer Ariane6 ihren Satelliten Envisat gestartet.
Enivsat, der größte Erdbeobachtungssatellit, den Europa je gebaut hat, tritt die Nachfolge der in den 90er Jahren gestarteten erfolgreichen ESA-Missionen ERS1 und ERS2 an. Er wird die globale und regionale Überwachung unserer Planeten verbessern und stellt damit einen wesentlichen Beitrag der ESA zur europäischen GMES-Initiative (globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung) dar. Der Satellit soll staatliche Forschungsvorhaben und kommerzielle Anwendungen in den Breichen des globalen Wandels, der Umweltverschmutzung und der Katastrophenüberwachung unterstützen.

Sämtliche nach dem Start vorgesehenen Manöver, d.h. die Entfaltung der Sonnenzellenflügel und der Radar- und Funkantennen sowie die Inbetriebnahme der zehn Bordinstrumente sind plangemäß verlaufen.
Am Donnrstag, den 28.März wird das erste mit Envisat erzeugte Bild den Medien und der Öffentlichkeit vorgestellt.
(
la - Quelle: ESA)

» CryoSat soll Polareis untersuchen
15. Maerz 2002 - Riesige Eisschichten bedecken die nördlichsten und südlichsten Gebiete unseres Planeten. Ohr Einfluss auf das Klima ist unbestritten, aber noch wenig erforscht.
Der neue ESA-Satellite CryoSat soll das ändern.
Ab April 2004 werden seine "Radaraugen" das Polareis mit höchster Präzision vermessen. Gerade wurde der gigantische Europäische Umweltsatellit Envisat erfolgreich in seine Erdumlaufbahn befördert. Derzeit erfolgt vom ESA-Satelliten-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt aus, das die Mission überwacht und steuert, die Aktivierung aller Instrumente. Von ihnen erwarten die Wissenschaftler wesentliche Daten für ein besseres Verständnis des Klimawandels sowie über dessen Einflussfaktoren. Doch schon arbeiten Forscher und Ingennieure an neuen Missionen, die in wissenschaftlichen Teilbereichen die Informationen von Envisat ergänzen und erweitern sollen.
Zur spezifischen Untersuchung der Eismassen in den Polarregionen unseres Planeten wird derzeit von der ESA CryoSat vorbereitet. Der Europäische Raumfahrtkonzern Astrium erhielt im Februar den Auftrag zum Bau des neuen Umwelt- und Klima Satelliten. Er soll mit bisher unerreichter Präzision ab April 2004 drei Jahre lang die Dicke der Eisschichten und die Eisbedeckung der Polarmeere ermitteln.

Der Raumflugkörper soll die Erde in 720 km Höhe umkreisen sowie mittels eines Radarsystems die Eisdicke und Ausdehnung von Eisschichten und -schollen vermessen.
Im Gegensatz zu älteren Radarsatelliten wie z.B. ERS-1 und -2 von der ESA, wird CryoSat über zwei Radarantennen verfügen. Damit kann die Erdoberfläche räumlich vermessen werden. Das System arbeitet im Prinzip wie die zwei Augen des Menschen, der ja seine Umgebung ebenfalls dreidimensional wahrnehmen kann.
Übrigens wurden derartige "Stereo"-Radaraugen bereits im Februar 2000 bei der deutsch-amerikanischen SRTM-Mission zur genauen Höhenkartierung der Erdoberfläche genutzt. Das unter dem wissenschaftlichen Begriff Interferometrie bekannte Verfahren ermöglicht genaueste Höhenmessungen bis zu einer Genauigkeit von drei cm. So können auch Daten von sehr inhomogenen Eisoberflächen genau erfasst werden.
Voraussetzung für die Präzisionsmessungen ist die zentimetergenaue Kenntnis der Orbithöhe über der Erdoberfläche. In CryoSat wird dazu das französische DORIS-System eingebaut. Es ist bereits bei Envisat für die gleiche Aufgabenstellung im Einsat. An Bord werden Doppler-Signale von einem Netz kleiner Sender auf der Erde empfangen und verarbeitet. Die daraus ermittelten Bahndaten gelangen dann in Verbindung mit den Sensorinformationen zur Bodenstation zurück. Die Aussenseite des Satelliten trägt außerdem einen Laserreflektor. Ähnlich wie beim Radarstrahl wird die Laufzeit eines von der Erde gesendeten und vom Reflektor zurückgeworfenes Laserimpuls gemessen und daraus die Bahnhöhe ermittelt.

Das Radar-Altimeter von CryoSat funktioniert unabhängig von der Wetterlage und den Lichtverhältnisse. Es ist deshalb besonders zur Untersuchung grosser polarer Eisschichten und -bergen geeignet, die bis zu 4000 km Höhe über den Meeresspiegel erreichen können und oft von Wolken umgeben sind.
Die Daten der Mission sollen vor allem Erkenntnisse über die Geschwindigkeit der Veränderungen bei den Eisschichten in den Polargebieten liefern.
(
la - Quelle: ESA)

» Früher war der Mars von Ozeanen bedeckt
14. Maerz 2002 - Heutzutage der Rote Planet ist trocken, aber wie sieht es morgen aus? Neueste Studien besagen, dass die Wasserzeiten des Mars noch nicht gezählt sind.
Als Orson Welles verkündete „Krieg der Welten“ im Jahre 1938 viele Zuhörer glaubten an Marsianer. Deshalb glaubten Astronomen Langezeit, das die Markierungen auf dem Roten Planeten Aquädukte oder Vegetationsfelder waren. Warum auch nicht an kriegsführende Außerirdische?
Jahrzehntelang glaubte man das der Mars erdähnlich sei (warm, nass, ...). Dieser Irrglaube endete erst mit der Mariner Mission in den späten 60ern. Diese Mission zeigte die wahre Gestalt des Mars: zerklüftet, mit Vulkankratern übersät, eisig kalt und trockener als die Sahara. Keine Bäume, Kanäle oder Marsmännchen. „Der Krieg der Welten“ war nur ein Betrug
Folgende Mission zeigten ein neues Bild des Mars: Früher war er von Wasser bedeckt, heute ist er trocken. Photos der Marsoberfläche zeigten Indizien auf frühere Flussbetten, ausgetrocknete Seen und vielleicht sogar Ozeane. Vor Milliarden von Jahren waren sie vielleicht gefüllt, irgendwas aber geschah, was den Planeten austrocknete.
Neueste Studien von James Garvin, Chief Scientist for Mars exploration at NASA headquaters, erklären, dass sich das Wasser unter der Oberfläche befindet. Er behauptet, dass das Wasser und bestimmten Wetterbedingungen sogar an die Oberfläche gelangt.
Die ersten Beweise für Wasser auf der Oberfläche brachte Mars Global Surveyor. Dieser fotografierte Hunderte kleine Kanalsysteme. Diese Systeme haben ähnliche Formen man sie in der Wüste nach Blitzüberschwemmung wiederfindet.
Viele dieser Kanäle dürften erst kürzlich entstanden sein. Die Erfahrungen mit der Marsgeologie sind aber noch zu jung, um definitiv behaupten zu können, der Mars hätte Klimawechsel erlebt, wonach Wasser an die Oberfläche gelangen hätte können.
MOLA (Mars Orbiter Laser Altimeter) erforschte für 27 Monate (länger als ein Marsjahr, 687 Erdentage) die tägliche Höhe des Marspolareises. MOLA dokumentierte, dass jede Eiskappe so groß wie das Eis auf Grönland sei.
Obwohl die obere Kruste des Eises auf gefrorenem CO² besteht, sind Wissenschafter überzeugt, dass sich darunter gefrorenes Wasser befindet. Trocken Eis kann nicht 2 Meilen in die Höhe wachsen, so die Begründung von James Garvin.
MOLA und MOC beobachteten den Höhenunterschied der Eiskappen zwischen Sommer und Winter. Diese Unterschied ist so groß, dass wenn der Trend anhält, ein Drittel der Kappen sich in ein paar Jahrhunderten in der Atmosphäre befinden wird. Dies würde den atmosphärischen Druck von 6mb auf 30-40mb (Erde: 1000mb) anheben und somit könnte sich flüssiges Wasser bilden. So könnte es vielleicht vor 2 Jahrhunderten auf den Mars gewesen sein. Die Feuchtigkeit wäre groß genug gewesen, um Wasser an die Oberfläche zu bringen. Neuest Trends besagen, dass die wieder geschehen wird.
All diese Beobachtungen werfen eine Frage auf: Gab es oder gibt es Leben auf dem Mars?
Garvin verlautbart: „Wenn wir flüssiges Wasser auf dem Mars finden, dann wäre dies so, als wenn wir den heiligen Gral gefunden hätten.“

Die Suche nach Wasser ist die Hauptmission vom Mars Odyssey Raumschiff, welches mit seinen Sensoren Ende diesen Monats mit der Kartographierung des Mars beginnt. Odysseys Multispektralkamera ist imstande versteckte Vulkanöffnung und sogar Untergrund Reservoirs zu finden.
Innerhalb der ersten Woche entdeckte Odysseys Gammastrahlen Spektrometer signifikante Wasserstoffmengen in der südliche Polarregion. Dies ist ein wichtige Indiz für gefrorenes Wasser im oberen Marsboden.
„Diese ersten Odyssey Beobachtungen sind erst die Spitze der Eisberg“, endete

(
fs - Quelle: NASA Science )

» Mars Odyssey: MARIE erfolgreich wiederbelebt
14. Maerz 2002 - Die Flugkontrolle der NASA-Raumsonde 2001 Mars Odyssey hat nach monatelanger Sendepause zu dem Strahlungsmessgerät an Bord des Raumfahrzeugs Ende letzter Woche wieder eine Verbindung aufnehmen können. Seit gestern sendet MARIE ("Martian Radiation Environment Experiment") wissenschaftliche Messwerte zur Bodenstation, womit nun auch das letzte Instrument des Mars-Orbiters nach dem offiziellen Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungsphase Mitte Februar in Betrieb gegangen ist.
Seit Ende Februar haben Ingenieure an dem Problem gearbeitet, wie das seit August 2001 ausgefallene Messgerät wieder in Betrieb genommen werden könnte. Es wurden verschiedene Techniken ausprobiert, um mit dem MARIE-Instrument in Verbindung zu treten. Als wahrscheinlichste Fehlerursache wurde dabei ein Speicherfehler im Computer von MARIE ermittelt. "Das ist sehr aufregend. Wir haben vorsichtig an diesem Problem gearbeitet, und die Herstellung der Verbindung bedeutet, dass nun die gesamte Nutzlast [von Mars Odyssey] arbeitet", so Roger Gibbs, Odyssey-Projektmanager beim Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.
 
Nachdem die erste Kommunikation mit dem Instrument Ende letzter Woche geglückt war, wurde in den folgenden Tagen der Zustand des Gerätes überprüft. Gestern abend schließlich wurde das Strahlungsmessgerät wieder in den Beobachtungsmodus versetzt.
 
Odysseys Kamerasystem sowie die Gammastrahlenspektrometer-Suite sammeln weiterhin Daten und arbeiten ohne Probleme. Zur Zeit werden mit dem Kamerasystem auch mögliche Landeplätze für die beiden Mars-Rover der NASA untersucht, die Ende 2003 auf dem Planeten landen sollen. Während dessen untersuchen die Gammastrahlenspektrometer weiter Gebiete, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit oberflächennaher Wasserstoff gefunden worden ist, und beobachten die jahreszeitlichen Veränderungen an der Marsoberfläche, da der nördliche Mars-Winter gerade seinem Ende entgegen geht.
 
Weitere Informationen über diese Mission können Sie auf den Seiten unseres
2001 Mars Odyssey-Special lesen.
(ms - Quelle: NASA)


» VLT erforscht weit entfernte Galaxie
11. Maerz 2002 - Ein Forscherteam vom europäischen Very Large Telescope (VLT) in den chilenischen Anden hat eine 12 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie beobachtet.
Die Galaxie MS 1512-cB58 die die hellste bekannte in dieser Entfernung, die je gefunden wurde. Der Fund geschah auch nur aufgrund eines glücklichen Zufalls: Eine massive Ansammlung von Galaxien befindet sich genau auf "halbem Weg" zwischen uns und MS 1512-cB58 in einer Entfernung von 7 Milliarden Lichtjahre. Diese Ansammlung dient als sogenannte Gravitationslinse, sie bündelt also durch ihre große Masse das Licht von dahinterliegenden Quellen wie MS 1512-cB58. Aus diesem Grund scheint die Galaxie etwa 50mal heller.
Trotzdem ist die scheinbare Helligkeit nicht unwichtig, denn die Galaxie kann damit sogar mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. MS 1512-cB58befindet sich jedoch nur 29° über dem Horizont in Südchile, was sie wiederum schwer mit dem VLT beobachtbar macht. Daher werden die Aufnahmen der Galaxie auch als beondere Leistung angesehen, die nur mit Hilfe des UVES-Spektrografen möglich war, der an einen der 8,2 Meter-Spiegel des VLT gekoppelt war.
(
ku - Quelle: ESO (European South Observatory))

» Neue ESA-Rakete in Vorbereitung
11. Maerz 2002 - Innerhalb von drei Jahren soll eine neue ESA-Trägerrakete entwickelt werden, die auch kleinere Satelliten transportieren kann.
Bis zum Abheben einer Trägerrakete liegen immer viele Jahre der Arbeit und komplexe Infrastruktur. Im Falle der ESA bedeutet "Infrastruktur" die europäische Industrie, die sie bei der Entwicklung von Raumfahrttechnologien braucht.
Der "VEGA Ground Segment Industry"-Tag wird am 19. März in Esrin abgehalten, einem Vorort Roms. Dies soll den Vertretern der europäischen Industrie die Gelegenheit geben zu erfahren, wo die Vorteile der VEGA-Trägerrakete der ESA liegen. Diese neue Rakete soll im Jahr 2005 ihren Jungfernflug feiern - mit der Unterstützung der europäischen Industrie. An der Tagesordnung in Esrin sind die Präsentation des VEGA-Programms sowie seinen Starteinrichtungen.
Die neue ESA-Rakete soll die Ariane-Familie vervollständigen und zudem die Nische im Markt kleiner Satelliten vervollständigen, die möglichst billig gestartet und auch in polare und erdnahe Orbits geschossen werden können. Um die Entwicklungskosten zu minimieren, soll VEGA zum Teil die schon vorhandenen Starteinrichtungen auf dem Weltraumbahnhof Kourou, Französisch-Guyana nutzen.
(
ku - Quelle: ESA)

» Astrophysiker von JPL erhält Auszeichnung
10. Maerz 2002 - Dr. James Bock, ein Astrophysiker der NASA (JPL), erhielt den "frühe-Karriere-Preis" für Wissenschaftler und Ingenieure.
Dr. James Bock kam die größte Ehre, verliehen durch die US-Regierung, für Wissenschaftler, die gerade eine eigene Karriere begonnen hatten, zuteil. Dr. Michael Werner, der Bock nominiert hatte, sagte dazu: "Es ist wichtig, dass die Welt sieht, dass JPL (Jet Propulsion Laboratory) erstklassige Forscher hat. Bock lieferte wichtige Elemente für 2 Versuche, die unser Verständniss für das frühe Universum untermauern." James Bock entwickelte auch Instrumente, die zeigen, dass die Geometrie des Universums im Grunde genommen flach ist.
Bock wird zusammen mit anderen Preisträgern auf einer Zeremonie in Washington, D.C. geehrt. Jeder von ihnen erhält 500000 $ in 5 Jahren für seine Forschungen. Bock will das Geld dazu benutzen, die Polarisation oder die speziellen Lichtverhältnisse von kosmischer Microwellenstrahlung zu erforschen.
Bock erhielt seinen Bachelor in Physik und Mathe von der Duke-Universität in North Carolina und seinen Doktortitel in Physik an der Universität von Kalifornien. Er ist seit 1994 bei JPL.
(
cm - Quelle: NASA JPL)

» Sponsoring für europäische ISS Forschung
08. Maerz 2002 - ESA und ASI starten Sponsoring-Initiative für europäische ISS-Forschung
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die italienische Raumfahrtagentur (ASI) haben ein neuartiges Sponsoring-Programm eingeleitet, das es Unternehmen gestatten soll, an dem weltweit größten internationalen Wissenschafts- und Forschungsvorhaben im Weltraum teilzunehmen. Das Programm bietet italienischen und anderen europäischen Firmen die Möglichkeit, von den Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) durchgeführte wissenschaftliche und technologische Forschungsarbeiten zu sponsern.

Die Forschungsarbeiten werden zu einem besseren Verständnis der menschlichen Pjysiologie, zur Vorbeugung von Krankheiten wie Osteoporose, zu Studien zur Verringerung industriell verursachter Umweltschäden sowie zur Entwicklung neuer Materialien und Proteine zum Nutzen der ganzen Menschheit beitragen.
(
la - Quelle: ESA)

 
 

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      Space Focus: Schwarze Löcher von Franz Schmied 

Was sind und wie entstehen Schwarze Löcher?
Ein Schwarzes Loch ist ein Objekt mit gewaltiger Energie, das alle Materie in seiner Umgebung verschlingt. Unsichtbar vernichtet es Sterne bis ganze Galaxien.
Schwarze Löcher sind Endstadien in einer Sternentwicklung. Diese Entwicklung hängt von den Bedingungen in einem jungen Stern ab, genauer gesagt, von seiner Anfangsmasse. Junge Sterne beziehen ihre Energie aus Kernfusion im Inneren. Das bedeutet, sie verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium. Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, ob der Stern die kritische Masse von 1,4 Sonnenmassen überschreitet oder nicht. Diese Grenze wird als die "Chandrasekhar-Grenze" bezeichnet.

Liegt der Stern unter dieser Grenze, bringt er nicht genug Energie auf, um auf die nächste Stufe der Kernfusion zu schalten und verwandelt sich in einen weißen Zwerg. Die äußeren Schichten des entstehenden Stern werden mehr oder weniger abgestoßen. Bei diesem Prozess entstehen wahrscheinlich planetarische Nebel.

Bei Sternen die oberhalb dieser Grenze liegen, kontrahiert der Stern, bis das Heliumbrennen gezündet wird. Hierbei schaltet der Stern von der Verbrennung von Wasserstoff zu Helium in den nächsten Gang und verbrennt das Helium zu Kohlenstoff. Für eine kurze Zeitperiode wird das Kollabieren des Sterns verhindert. Ist das Helium aber verbraucht, zieht sich der Kern weiter zusammen und die Temperatur steigt. Dies bedingt nun, das immer schwerere Elemente erbrütet werden. Das geht solange, bis die Fusion bei Eisen ankommt. Jetzt kollabiert der Kern ungehindert weiter, bis er so dicht wie ein Atomkern selbst ist. Nun kommt es zu einer Implosion, der eine gewaltige Explosion folgt. Astronomen sprechen hier von einer sogenannten "Supernove-Explosion".
Ist die Masse eines Stern vor der letzten Kollapsphase zwischen 1,4 und 2,5 Sonnenmassen, dann entsteht ein "Neutronenstern". Der Stern kontrahiert bis er die Dichte eines Atomkerns erreicht oder sogar übersteigt. Dieser Entartungsdruck der Protonen und Neuronen reicht nun aus um den Kollaps zu verhindern.
Übersteigt der Stern die 2,5 Sonnenmassen so reicht der Entartungsdruck nicht mehr aus und der Stern bricht unter seiner eigenen Masse zusammen. Ein Schwarzes Loch wird geboren.

Die "Spaghettifizierung"
Die Frage die sich ein Mensch nun stellt ist, wie nahe man so einem Schwarze Loch kommen kann und was mit einem geschieht, wenn man hineinfällt. Laut Stephen Hawking und seinen Kollegen würde man "spaghettifiziert". Das heißt, man würde in das Schwarze Loch hineingezogen. Dabei würde man immer weiter gestreckt und dünner werden. Zum Schluss würde man eben wie ein Spaghetti aussehen.

Ein Schwarzes Loch könnte man sich so ähnlich wie ein Abflussloch vorstellen. Teilchen, die in diesen Strudel kommen, werden auf Kreisbahnen immer schneller je näher sie dem Abflussloch kommen, bis sie schließlich verschluckt werden. Bei Schwarzen Löchern läuft es ähnlich ab, nur das hier auf den Kreisbahnen Kollisionen auftreten. Hierbei kann es zu Explosionen kommen, die man messen könnte und somit Schwarze Löcher entdecken.


Related Links:
Die Sonne
Astronomie

 
 

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      HotSpot: Das GRACE-Duo vor dem Start von Michael Stein 


Morgen um 10:21 Uhr (MEZ) soll vom russischen Kosmodrom Plesetsk aus (rund 800 km nordöstlich von Moskau gelegen) das deutsch-amerikanische Satelliten-Duo GRACE (= "Gravity Recovery And Climate Experiment") als Nutzlast einer russischen Rokot-Rakete gestartet werden - bei diesem Raketentyp handelt es sich übrigens um umgebaute SS-19 Interkontinentalraketen, ein Beispiel für die erfolgreiche Konversion militärischer Rüstungsgüter. Wenn alles planmäßig verläuft werden die beiden Satelliten danach in eine rund 500 km hohe polare Umlaufbahn einschwenken und in einem Abstand von ca. 220 km hintereinander her fliegen. Die beiden Satelliten wurden im Auftrag der NASA bei Astrium in Friedrichshafen gebaut und sollen mindestens fünf Jahre lang wissenschaftliche Daten zur Erde senden.
 
Worum geht es bei GRACE? Die Missionsbezeichnung verrät es eigentlich schon: Das Satelliten-Paar soll in hoher Auflösung das Schwerefeld der Erde und seine Veränderungen vermessen. Dabei wird durch den Einsatz zweier Satelliten die Messgenauigkeit gegenüber der (noch laufenden) Mission CHAMP um den Faktor 100 verbessert. Die Messung des Erdschwerefeldes wird erreicht, indem die Satelliten ständig ihre eigene Position mit Hilfe eines GPS-Systems mit hoher Genauigkeit bestimmen und darüber hinaus den Abstand zwischen sich kontinuierlich mit Hilfe von Mikrowellen bis auf ein hundertstel Millimeter genau bestimmen. Wenn nun beispielsweise der voranfliegende GRACE-Satellit eine Massekonzentration überfliegt, wird seine Flugbahn und eben auch der Abstand zum nachfolgenden Zwillingssatelliten dadurch geringfügig verändert, was sich in den Messdaten niederschlägt.
 
Ein weiteres Instrument an Bord der Satelliten wird die Störungen messen, die die Signale der GPS-Satelliten durch die Erdatmosphäre erfahren. Diese Daten werden Wissenschaftlern dabei helfen, die Genauigkeit verschiedener Atmosphärenbeobachtungen zu erhöhen und dadurch Wettervorhersagen zu verbessern.
 
Was hat aber nun die Vermessung des Erdschwerefeldes mit dem Klima zu tun? Dieser Zusammenhang wird nachvollziehbar, wenn man weiß, das GRACE aufgrund seiner enormen Messgenauigkeit auch die Bewegung von Wassermassen registrieren kann - und die Bewegungen des Wassers sind natürlich für das Klima von eminenter Bedeutung, denn zum einen ist die Erde ein "blauer" Planet, und zum anderen speichert und transportiert Wasser enorme Wärmemengen. Einem Europäer sollte der Hinweis auf den Golfstrom und dessen Auswirkungen auf das hiesige Klima genügen um klar zu machen, dass dieser Mechanismus in seiner Bedeutung für das Klima gar nicht überschätzt werden kann.
 
Erstaunlicherweise können auch Strömungen tief unter der Meeresoberfläche registriert werden, denn Strömungen treten immer dann auf, wenn der Druck an einer Stelle höher oder niedriger als an anderer Stelle des Meeres ist. Und der Druck im Meer ist proportional zur Summe des Gewichts der über einem bestimmten Punkt lastenden Luft- und Wassersäule - Gewicht aber meint Masse, und Masseänderungen wiederum können von den GRACE-Satelliten registriert werden. Außer die Strömungen von flüssigem Wasser können auch die von Eis und Gletschern durch die beiden Satelliten registriert werden.
 
Die am GRACE-Projekt beteiligten Wissenschaftler werden ihre Daten mit denen verschiedener anderer Satelliten und erdgebundenen Beobachtungsstationen kombinieren, um durch Herausrechnung bestimmter Massen genauere Aussagen über gewünschte Teilaspekte machen zu können. Und auch die Datenauswertung anderer Erdbeobachtungssatelliten wie z.B. ENVISAT wird von den genauen Erdschwerefelddaten dieser Mission profitieren.


Related Links:
Hotspot-Archiv
GRACE-Internetsite (englisch)

 
 

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      History Special: Die Raumstation Skylab von Michael Stein 

Einleitung
Am 4. Januar 1970 gab die NASA die Streichung von Apollo 20 aus finanziellen Gründen bekannt. Gleichzeitig wurde verkündet, dass die für diese Mission vorgesehene Saturn V-Rakete im Jahr 1972 die erste amerikanische Raumstation in eine Umlaufbahn um die Erde transportieren sollte. Tatsächlich ist es nicht nur bei der Streichung von Apollo 20 geblieben, und der Start der auf den Namen Skylab getauften Raumstation erfolgte dann im Mai 1973 fünf Monate nach dem letzten Flug zum Mond von Apollo 17.
 
Die USA verfolgten mit Skylab hauptsächlich zwei Ziele: Zum einen sollte die Station den Nachweis erbringen, dass Menschen auch über längere Zeiträume im Weltall leben und arbeiten konnten; zum anderen sollte Skylab der Sonnenforschung dienen, und zu diesem Zweck war die Station mit einem Sonnenobservatorium ausgestattet.
 
Aufbau der Station
Skylab bestand im Wesentlichen aus einer umgebauten dritten Saturn V-Raketenstufe. Der umgebaute Raketentank bildete das Rückrat der Station, den so genannten Workshop. Die Ausmaße dieses zylindrischen Lebens- und Arbeitsbereiches waren mit einer Länge von 14,6 m und einem Durchmesser von 6,7 m beeindruckend. (Zum Vergleich: Das amerikanische Labormodul Destiny der Internationalen Raumstation (ISS) ist 8,5 m lang und hat einen Durchmesser von 4,3 m.) Der Workshop war durch eine Gitterebene in einen Wohn- und einen Arbeitsbereich unterteilt. Der Wohnbereich - "unter" dem sich noch Stauräume für feste und flüssige Abfälle befanden - bot hygienische Einrichtungen sowie Gelegenheiten zum Schlafen, Essen und Ausruhen für die Besatzung. Im "oberen" Arbeitsbereich befanden sich Wassertanks, Kühlschränke, Vorratsbehälter für Filme sowie verschiedene wissenschaftliche Experimente. An der Außenseite des Workshops waren zwei Solarpaneele sowie Steuerdüsen für kleinere Lagekontrollmanöver angebracht.
 
Unmittelbar an den Workshop schloss sich eine Luftschleuse an, die von den Skylab-Besatzungen für Außeneinsätze genutzt wurde und auch die zentralen Lebenserhaltungs- und Kommunikationssysteme beherbergte. Das dann folgende Andockmodul schließlich diente zur Verbindung der Raumstation mit den Apollo-Kommandokapseln, die für die Flüge von und zur Raumstation genutzt wurden. Es beherbergte zwei Andockstutzen, von denen einer im rechten Winkel zur Längsachse der Station angebracht und für Notfälle vorgesehen war. Hier befanden sich auch die Kontrollgeräte für die Sonnen- und Erdbeobachtung sowie für Materialexperimente. An dem Andockmodul war in einem rechten Winkel das Sonnenobservatorium von Skylab montiert, das zur Energieversorgung mit vier eigenen Solarpaneelen ausgestattet war. Die Aufnahmen des Observatoriums wurden auf Filmkassetten gebannt, die im Rahmen von Außeneinsatzen regelmäßig durch die Skylab-Besatzungen ausgetauscht wurden. Innerhalb der Raumstation gab es 13 Sprechstellen, von denen aus sich die Besatzungsmitglieder sowohl untereinander als auch mit der Bodenstation unterhalten konnten. Immerhin war Skylab so groß, dass die Besatzungsmitglieder der Station sich aufgrund der Stationsgröße und wegen des geringen Luftdrucks, der eine schlechte Schalleitfähigkeit zur Folge hatte, ohne dieses Kommunikationssystem nur schwer über größere Abstände hinweg unterhalten konnten.
 
Verlauf der Mission
Der Beginn der Mission stand unter keinem guten Stern. Eine Minute nach dem Start am 14. Mai 1973 - übrigens gleichzeitig der letzte Start einer Saturn V-Rakete - löste sich aufgrund von Vibrationen ein Mikrometeoritenschild und riss dabei eines von zwei Solarpaneelen mit sich und beschädigte das andere. Nach Erreichen des ca. 435 km hohen Orbits öffnete sich das beschädigte Solarpaneel nur teilweise, und da das herabgerissene Meteoritenschild gleichzeitig auch als Hitzeschild fungierte, begann die Station sich dramatisch aufzuheizen. Der eigentlich für den nächsten Tag geplante Start der ersten Skylab-Besatzung wurde um zehn Tage verschoben, um die Station in einen sicheren Zustand bringen und die genauen Schäden feststellen zu können. Um eine Überhitzung zu vermeiden wurde die Raumstation so gedreht, dass die direkte Sonneneinstrahlung auf den Workshop reduziert, gleichzeitig aber mit Hilfe der Solarzellen des Sonnenobservatoriums immer noch ausreichend Energie für die Kontrolle der Station produziert wurde - dennoch heizte sich das Stationsinnere auf über 50° C auf!
 
Die erste Besatzung startete am 25. Mai 1973, und nach der Ankunft bei Skylab konnten Charles Conrad (der 3. Mann auf dem Mond), Paul Weitz und Joseph Kerwin sehen, dass das verbleibende Solarpaneel am Workshop tatsächlich durch ein Teil des beim Start weggerissenen Meteoritenschildes am vollständigen Ausfahren gehindert wurde. In einem ersten Reparaturversuch versiegelten die drei Astronauten ihre Raumanzüge, öffneten die Luke ihrer Apollo-Kommandokapsel, und schließlich lehnte sich Pilot Paul Weitz aus der Luke - an den Füßen von Joseph Kerwin festgehalten - und versuchte mit einem drei Meter langen Stab, das Bruchstück aus dem Solarpaneel zu entfernen. Dieser erste Versuch hatte keinen Erfolg, vielmehr musste Kommandant Charles Conrad ständig manövrieren, um einen Zusammenstoß der Kommandokapsel mit Skylab aufgrund der durch Weitz erzeugten Bewegungen zu vermeiden.
 
Am nächsten Tag betraten die Astronauten die Station und setzten Sie in Gang. Eine der ersten Aufgaben war die Ausbringung eines "Sonnenschirms" durch eine kleine Schleuse, mit der Materialproben im Rahmen von Experimenten nach Außen befördert werden konnten. Dort entfaltete sich die trapezförmige Folie, so dass die Temperatur im Inneren der Station schnell sank. Nach dieser Aktion konnte die Bodenstation Skylab wieder mehr in Richtung Sonne drehen, wodurch die Energieproduktion der Solarpaneele auf ein Niveau anstieg, das den Betrieb der Station endgültig ermöglichte. Am 7. Juni entfernten zwei Besatzungsmitglieder während des ersten Außeneinsatzes von Skylab aus das Bruchstück des Meteoritenschildes aus dem teilweise geöffneten Solarpaneel am Workshop, woraufhin sich dieses vollständig entfaltete und die Energieproduktion von 4.000 auf 7.000 Watt anstieg. Die erste Crew blieb 28 Tage an Bord von Skylab und überbot damit den bis dahin von Soyuz 9 mit 18 Tagen gehaltenen Rekord des längsten Aufenthalts im Weltall deutlich. Bis zur Abreise am 22. Juni 1973 machten Sie mehr als 25.000 Aufnahmen von der Sonne und über 7.500 Erdaufnahmen, daneben führten sie viele weitere Experimente durch.
 
Die zweite Skylab-Besatzung bestand aus den Astronauten Alan Bean, Jack Lousma und Owen Garriott und startete am 28. Juli 1973, gut einen Monat nach Rückkehr ihrer Vorgänger. Während der Annäherung an die Raumstation fielen zwei von vier Steuertriebwerkseinheiten der Apollo-Kommandoeinheit aus, so dass die NASA kurzzeitig schon den vorzeitigen Abbruch der Mission und sogar den Heimflug der drei Astronauten in einem für Notfälle bereitstehenden Rettungsraumschiff in Erwägung zog. Dabei handelte es sich um eine umgebaute Apollo-Kapsel, die mit zwei Mann Besatzung gestartet wäre und Platz für die Aufnahme von drei weiteren Astronauten für die Rückkehr zur Erde bot. Da die beiden anderen Triebwerkseinheiten jedoch problemlos funktionierten, wurde die Mission schließlich fortgesetzt. Die drei Astronauten installierten neun Tage nach ihrer Ankunft einen weiteren Sonnenschutz und führten eine Vielzahl von medizinischen und anderen Experimenten, Erd- und Sonnenbeobachtungen durch. Das geplante wissenschaftliche Arbeitspensum wurde weit übertroffen. Nach 59 Tagen flogen sie zurück zur Erde.
 
Das dritte Team war die letzte Besatzung von Skylab. Es startete am 16. November 1973 zur Raumstation und setzte sich aus Gerald Carr, William Pogue und Edward Gibson zusammen, die alle drei vorher noch nie im All waren. Aufgrund der guten Erfahrungen mit den ersten beiden Skylab-Missionen wurde ihr Einsatz bis zum 8. Februar 1974 verlängert. Sie machten unter anderem Aufnahmen des Kometen Kohoutek, der am 28.12.1973 den Punkt der größten Sonnennähe erreichte. Auch diese Mission verlief problemlos und sehr erfolgreich.
 
Insgesamt verbrachten die drei Skylab-Mannschaften über 171 Tage im Orbit und waren bei zehn Außeneinsätzen über 41 Stunden beschäftigt. Während ihrer Einsätze wurden insgesamt mehr als 182.000 Sonnenaufnahmen und über 40.000 Erdaufnahmen gemacht und hunderte von Experimenten durchgeführt; die wissenschaftliche Ausbeute von Skylab war enorm.
Nachdem die letzte Crew die Station verlassen hatte, wurde noch verschiedene Tests mit der Station durchgeführt, mit denen die Ursachen aufgetretener Fehler ermittelt und Alterungserscheinungen aufgrund der extremen Bedingungen im Weltall untersucht werden sollten. Danach wurde Skylab in eine stabile Lage gebracht und abgeschaltet. Man ging davon aus, dass die Raumstation noch acht bis zehn Jahre im Orbit bleiben würde. Aufgrund erhöhter Sonnenaktivität verkürzte sich dieser Zeitraum allerdings deutlich, bis Skylab schließlich am 11. Juli 1979 unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintauchte und verglühte. Einzelne Trümmer der Station gingen im Indischen Ozean sowie in einem dünn besiedelten Teil West-Australiens nieder.
 

In der nächsten Ausgabe berichten wir über die Anfäge der sowjetischen Saljut-Stationen.


Related Links:
Skylab-Dokumentation (englisch)

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Die drei Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) haben in dieser Woche neben einigen Experimenten die Ankunft zweier Raumfahrzeuge vorbereitet. So wurde ein Experiment, das die Auswirkungen der kaum existenten Schwerkraft auf Pflanzen zeigen soll, fortgeführt. Die Proben sollen in Kürze zur Erde zurückgebracht werden, um weitere Analysen durchzuführen, die an Bord der Station nicht möglich sind.

Die Crew hat die Station ordentlich "entrümpelt": Müll und nicht mehr benutzbare Gegenstände wurden in den Progressfrachter geladen. Dieser soll nämlich die Station am Dienstag verlassen und - wie seine Vorgänger - in der Erdatmosphäre verglühen. Bereits am 21. März startet vom kasachischen Weltraumbahnhof "Baikonur Cosmodrome" ein neues Progress-Raumfahrzeug, das wieder neue Nahrung und Ausrüstungsgegenstände für die Crew in den Erdorbit bringen soll.

Auch der Stations-Roboterarm wurde wieder einmal benutzt: Solarsegmente und technische Elemente außerhalb der Station wurden auf Herz und Nieren geprüft und die Funktionstüchtigkeit des Arms unter Beweis gestellt. Mit ihm soll nämlich während der kommenden STS-110-Mission im April die S0-Trägerstruktur an den bisherigen Elementen der Station angebracht werden. Sie soll als eine Art Rückgrat fungieren.


Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: International-Spacestation.com von Karl Urban 

Das Internet ist eine faszinierende Informationsquelle - man findet eine Website zu jedem erdenklichen Thema. Doch oft gerät man bei seiner Suche auch auf sogenannte Baustellen: "An dieser Stelle entsteht meine neue Homepage." Nichts ist nervender als Homepage-Baustellen, die keinem etwas bringen. Weder dem Betreiber der Page (der damit die Besucher nur verprellt), noch den Besuchern, die genervt weiterziehen.
Eine interessante Lösung für eine Webbaustelle hat die Gruppe gefunden, die für die Adresse International-Spacestation.com zuständig ist. Wie zu erwarten, befindet sich hier eine Seite zur ISS, genauer gesagt ein Verweis darauf, dass diese Seite demnächst startet. Doch was sich da nach einer typischen Webbaustelle anhört, wirft in einer sehr stilvollen Art einen Blick auf die Meilensteine der Raumfahrt und des ISS-Aufbaus. Denn dem Besucher wird nach kürzerem Warten ein Film vorgespielt, der mit sehr viel Liebe auf das Kommende der Page aufmerksam macht.

Fazit: Keine Webbaustelle ist schön, aber auf International-Spacestation.com weiß der Besucher, dass er nach dem offiziellen Start der Seite auf jeden Fall wiederkommen wird.

 
 

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      InDetail: Quecksilber-Teleskope von Clemens Mach 

Was ist das?
Queksilberteleskope sind Teleskope, die nicht mit Spiegeln funktionieren, sondern mit Quecksilber. Dieses flüssige Metall wird in einen zylindrischen Behälter aus Kevlar geschüttet und dann in Rotation versetzt. So entsteht die Parabolform, die der Spiegel benötigt, um das einfallende Licht zu bündeln.
Es wird Quecksilber verwenden, da es das Licht besonders gut reflektiert.

Vor- und Nachteile:
Ein Quecksilberteleskop ist im Vergleich zu einem normalem Spiegelteleskop der selben Größe ungefähr 30mal billiger. Außerdem ist die Herstellung auch einfacher. Und zum Säubern wird der rotierende Behälter einfach gestoppt, wodurch das Quecksilber in die Mitte fließt. Dann kann der Dreck einfach abgeschöpft werden.
Als Nachteil ist auf jeden Fall zu nennen, dass Quecksilber giftige Dämpfe abgibt, die jedoch mit Mundschutz ungefährlich sind. Außerdem kann dieser Spiegel nicht gedreht werden, da ansonsten das Quecksilber herauslaufen würde. Man kann mit einem solchen Teleskop also nur den Weltraum senkrecht über dem Spiegel beobachten. Er reagiert außerdem sehr empfindlich auf Erschütterungen, weshalb er auf einem dünnen Film aus Druckluft gelagert ist.

Verwendung/Geschichte:
In den 90ern wurden einige kleine Queksilberteleskope gebaut. Doch nun entsteht in einem Wald östlich von Vancouver eines mit sechs Metern Durchmesser. Dies wird das größte jemals gebaute Flüssigkeitsspiegel-Teleskop der Welt.
Die NASA hat bereits ein Teleskop mit drei Metern Durchmesser gebaut, was hauptsächlich dazu dient, einen Überblick über den erdnahen Weltraumschrott zu haben. Denn seit Sputnik sind etwa 5500 Tonnen Schrott im Orbit und es werden jedes Jahr ungefähr 200 Tonnen mehr.
Das neue Sechs-Meter-Teleskop wird dazu benutzt werden, grosse Asteroiden aufzuspüren, die der Erde gefährlich werden könnten. Wegen seiner extremen Reichweite können Kosmologen die Grobstruktur des Universums studieren.

 
 

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"In Space Newsletter" #016

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16. März 2002
Auflage: 482 Exemplare


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