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"In Space Newsletter" Ausgabe #018
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Verehrte Leserinnen und Leser,
ich stand neulich mit einem Freund unter sternenklarem Himmel und entdeckte eher zufällig einen sehr hellen Punkt, der sich schnell von einem Horizont zum anderen bewegte und schon nach 30 Sekunden wieder verschwunden war. Mein Freund war verwundert über mein Interesse: "Das war doch bistimmt nur irgendein Satellit." Ich gab zu bedenken, dass dies von der Helligkeit zu großer Wahrscheinlichkeit die ISS war, die ihre Bahnen um die Erde zieht. Wie kommt es, dass man sich so faszinieren lassen kann, von "irgendeiner Raumstation", wie sie da um die Erde kreist. Und was habe ich davon, außer das auch meine Steuergelder en masse darin investiert werden. Nun ja, eine konkrete Antwort auf diese Frage, beantwortet von einem wahren Raumfahrtfan, würde mit Sicherheit den Umfang dieses Intros sprengen. Jedoch können auch Bilder für sich sprechen. So wurde die Rubrik Wallpapers (Hintergrundbilder) auf Raumfahrer.net in dieser Woche komplett erneuert. So finden Sie hier beispielsweise auch faszinierende Wallpapers, die die ISS zeigen. Und ich verspreche Ihnen, spätestens wenn eines dieser Bilder Ihren Desktop schmückt, verstehen Sie die Faszination der ISS. ;-)
Natürlich möchte ich Ihnen nicht die Inhalte der Osterausgabe des InSpace Newsletters nicht vorenthalten. Sie können eine Rundfahrt von der Chinesischen Raumfahrt über Entfernungsmessungen im All bis hin zur alt ehrwürdigen Raumstation Mir unternehmen. Dazwischen finden Sie in den Rubriken ISS Weekly Report, Surftipp und InDetail haufenweise Lesestoff.
Viel Spaß beim Lesen und frohe Ostern wünscht
Karl Urban
Chefredakteur
"In Space - The Raumfahrer.net"
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Space Focus: Entfernungs-Messungen im All |
von Franz Schmied | |
Wie misst man die Entfernung zu entfernten Sternen?
Um Entfernungen im All zu messen verwendet man zwei Methoden, die direkte und die indirekte Messung. Die direkte Messung wurde erst durch den Bau besonders leistungsfähiger Fernrohre möglich. Diese Messung wird auch als Trigonometrische Parallaxen-Messung bezeichnet.
Wie funktioniert nun diese Messung? An einem beliebigen Tag misst man den Winkel zum jeweiligen Stern. Ein halbes Jahr später misst man den Winkel wieder. Dabei erkennt man einen Unterschied und kann so, mittels Trigonometrie, die Entfernung berechnen. Um die bestmögliche Genauigkeit zu verwenden benutzte man früher die beiden Äquinoktialpunkte (Tag/Nachtgleiche).
Die Methode der Triangulation hatte schon Thales im sechsten vorchristlichen Jahrhundert verwendet, um die Entfernung eines Schiffes von der Küste zu bestimmen. Von zwei verschiedenen Standpunkten A und B im Abstand AB misst man die Winkel a und b. Mit diesen beiden Winkeln kann man ein Dreieck konstruieren und somit die Entfernung bestimmen. Der Abstand der beiden Punkte A und B entspricht in unserem Fall der doppelte Abstand Sonne - Erde, da ein halbes Jahr zwischen den beiden Messpunkten liegt.
Die dirkete Methode lässt sich allerding nur für Sterne in unmittelbarer Nähe anwenden. Sie reicht in etwa für Entfernungen von ca. 150 Lichtjahren.
Die indirekte Methode basiert auf Farb- und Intensitätsmessungen. Die Farbmessung beruht auf dem Doppler-Effekt. Der Doppler-Effekt besagt, dass ausgesendetes Licht eines Objekte, welche sich von der Erde entfernen, ins Rote verschiebt. Diese Rotverschiebung ist proportional zur Entfernung des Objektes zur Erde.
Die Intensitätsmessung geht davon aus, dass bestimmte Sterne, Nebel überall im Universum die gleiche Leuchtkraft besitzen. Kommt nun bei uns ein abgeschwächter Lichtstrahl an, so lässt sich aufgrund der Abschwächung die Entfernung bestimmen.
Mit Hilfe der indirekten Messung sind wir in der Lage Entfernungen bis über 5 Milliarden Lichtjahre hinweg zu bestimmen.
Related Links:
Astronomie
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History Special: Raumstation Mir (Teil 1) |
von Karl Urban | |
Planungsphase
Noch während sich die erfolgreiche Station Saljut 6 (siehe InSpace Newsletter #017) im Erdorbit befand und vor dem Start von Saljut 7 wurden in Moskau Planungen für eine Nachfolgestation des Saljut-Programms gemacht: Der Mir.
Der erste Entwurf sah einen Basisblock vor, an dem bis zu vier modifizierte Saljut-Module hätten angedockt werden können. Der Entwurf wurde aber frühzeitig verworfen. Nach dem Wechsel der Konstruktionsabteilung für die neue Raumstation entstand ein neues Konzept, welches aber wiederum verworfen werden musste. Jediglich das spätere Mir-Modul Quant wurde innerhalb dieses zweiten Projektentwurfs wirklich gebaut. Erst für die Station Saljut 7 geplant, wurde Quant später wegen Verzögerungen bei der Konstruktion Teil der Mir.
Schließlich einigte man sich auf einen modifizierten Basisblock FGO, an dem verschiedene Gerätemodule angebracht werden konnten. Diese wurden später durch die Mir-Module Quant 2, Kristall, Spektr und Priroda verwirklicht.
Der Start der Mir
Nachdem die Konstruktion des Mir-Basisblocks abgeschlossen war, wurde er sofort ohne die vorher übliche Erprobung nach Baikonur transportiert. Hier mussten alle vorhandenen Kabelstränge nocheinmal ausgetauscht werden, bis der Block startbereit war. Der Starttermin - der 27. Parteitag der KPdSU - wurde eingehalten und die Sowjetunion bewies mit dem Start des Mir-Basisblocks am 19. Februar 1986, dass sie simultan zwei Raumstationen betreiben kann (Saljut 7 und Mir).
Der Basisblock der Mir
Das zentrale Modul der Mir war der Basisblock (Core Modul). An den Längsseiten konnten weitere Module und an den Enden Versorgungsschiffe bzw. das wissenschaftliche Modul Quant andocken. Der Mir-Basisblock mit einer Länge von 13,3 Metern und einem Volumen von 90 Kubikmetern war in vier Bereiche aufgeteilt: Durchgangsbereich, Arbeitsraum, Zwischenraum und Triebwerksraum.
Im Durchgangsraum waren zusätzlich fünf weitere Andockstutzen für Versorgungsschiffe und weitere Module montiert. Im Arbeitsraum befanden sich die Kommando-Station der Mir, der Zentralcomputer, eine Station zum Körpertraining der Kosmonauten sowie der Wohn- und Essbereich. Zur Erdbeobachtung waren 13 Bullaugen installiert. Im hinteren Triebwerksraum des Mir-Basisblocks befanden sich das Antriebssystem sowie die Rendezvous- und Funkantennen.
In der nächsten Ausgabe berichten wir weiter über die Raumstation Mir.
Related Links:
Mir.Infoarchiv.de
Bemannte Missionen
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InDetail: Zwergsterne |
von Karl Urban | |
Nach der derzeit gängigen Theorie zur Sternentwicklung gibt es drei Szenarien, wie ein Stern "stirbt", wenn er seinen Brennstoffvorrat aufgebraucht hat. Ein supermassereicher Stern kollabiert zu einem Schwarzen Loch und ein durchschnittlich massereicher Stern wird zu einem Neutronenstern oder Pulsar. Die Masse eines kleinen Sterns (unter 1,4 Massen unserer Sonne) reicht nicht aus, um zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch zu kollabieren. Nachdem die äußere Hülle eines solchen Sterns in einer Supanova-Explosion abgeworfen wurde, schrumpft er etwa auf die Größe der Erde. Obwohl in seinem Innern keine Kernfusionsprozesse mehr ablaufen, glüht der neu entstandene Zwergstern noch etwa seine doppelte Lebensdauer als "normaler Stern". Danach existiert er als Schwarzer Stellarkörper weiter. Ein ähnliches Schicksal dürfte auch unsere Sonne in etwa vier Milliarden Jahren ereilen.
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"In Space Newsletter" #018
Erscheinungsdatum:
30. März 2002
Auflage: 495 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Dominik Mayer
Franz Schmied
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
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