In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #019 vom 6. April 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #019


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Die Sonne

> HotSpot:
Ariane 4 vor dem Ruhestand

> History Special:
Raumstation Mir (2) - Module

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Space-Gallery.de

> InDetail:
Der Halo

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

ist es nicht schade, dass Raumfahrer.net kein kommerzielles Projekt ist? Denn wenn es so wäre, könnten wir den 500. Leser dieses Newsletters, den wir in dieser Woche feiern dürfen, mit massig Raumfahrt-Merchandising-Artikeln überschütten. Natürlich freuen wir uns, dass Ihnen unsere Publikationen von Raumfahrer.net und des InSpace Newsletters so gut gefallen, wie es die Leserzahlen nach etlichen Monaten harter Arbeit glauben machen. Es war zwar nicht immer einfach, in jedem Fall lohnt sich aber unserer Meinung nach die Arbeit. So werden wir Sie denn auch in Zukunft mit dem Neusten aus Astronomie und Raumfahrt beglücken, so gut wir können.

Ich hoffe, Ihr Kollesterin-Spiegel hat sich, anders als meiner, nach dem Osterfest wieder so weit gesenkt, dass Sie die Artikel des heutigen InSpace Newsletters genießen können. Es lohnt sich in jedem Fall: Michael Stein berichtet über die erfolgreiche Ariane 4 und ihrem Ende und über unsere Sonne. Daneben stellen wir Ihnen die Module der Raumstation Mir vor. Über Halos geht es in unserer Rubrik InDetail. Daneben dürften auch der ISS Weekly Report und der Surftipp interessanten Lesestoff bieten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Karl Urban
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage: Finden Sie es sinnvoll, dass Europa das Satelliten gestützte Navigations-System GALILEO aufbaut?

Ja
Nein



      Updates / Umfrage

Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet... go

Die deutsche Raumfahrt muss gefördert werden! Zum Start des Raumcon-Forums werden noch Moderatoren gesucht... mail

 
 

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      News

• Asteroiden-Crash kann lange vorhergesagt werden   <mehr>
• STS-110 startet nicht vor Sonntag   <mehr>
• Gammastrahlen-Ausbrüche können von Supernovae stammen   <mehr>
• Chinesische "Shenzhou" -Kapsel wieder gelandet   <mehr>
• Morgenröte beobachten   <mehr>
• Ikeya-Zhang trifft Andromeda   <mehr>
• Datenübertragung mit Gravitationswellen   <mehr>
• Antibiotika aus dem All   <mehr>
• Erste Pulsmessung der Erde mit ENVISAT   <mehr>
• Staubkatastrophe in China   <mehr>



» Asteroiden-Crash kann lange vorhergesagt werden
04. April 2002 - Durch umfangreiche Verbesserungen bei der Erkennung von Gefahren aus dem All haben Astronomen der NASA einen Asteroiden entdeckt, der die Erde eventuell treffen könnte: In über 800 Jahren. Er hat eine größe von etwa einem Kilometer Breite.
"Ob es ebenso "nur" ein Vorbeiflug werden könnte, auch ohne Präventiv-Maßnahmen, werden wir am 16. März 2880 sehen," sagt Giorgini, Leiter eines Teams, das sich mit dem Asteroiden befasste, im Magazin Science. "Wir zeigen mit unserer Prognose, dass uns durch die Suche mit optischen Teleskopen und "Verfolgungs-Observatorien" mit Radar-Teleskopen Jahrhunderte an Vorbereitung gegeben werden, auf potentielle Zusammenstöße mit Asteroiden. Das ist eine Menge Zeit, die Optionen zu bedenken, in etwa 35 Generationen.
Ganzer Artikel (engl.)
(ku - Quelle: NASA JPL)


» STS-110 startet nicht vor Sonntag
04. April 2002 - NASA-Manager haben mitgeteilt, das sich der Start des Space Shuttles Atlantis bis mindestens Sonntag verzögern wird.
Auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral müsste ein Leck an einer Wasserstoff-Leitung der mobilen Startrampe des Shuttles repariert werden, hieß es. Das Leck soll von einer Schweißnaht verursacht worden sein, die versagt habe.
Die Atlantis und Ihre siebenköpfige Crew soll zur ISS reisen, wo die Crew vier Weltraumspaziergänge durchführen sol, um die Schienanlage S0 Truss an den orbitalen Außenposten zu montieren.
(
ku - Quelle: NASA)

» Gammastrahlen-Ausbrüche können von Supernovae stammen
04. April 2002 - Das ESA-Weltraumteleskop zur Erforschung von Röntgenstrahlung hat bewiesen, das bei Sternenexplosionen (Supernovae) Gammastrahlen-Ausbrüche entstehen können.
Gammastrahlen-Ausbrüche sind die stärksten Explosionen, die jemals im Universium entdeckt wurden. Sie gehören außerdem zu den größten Mysterien der modernen Astronomie, da man bisher ihre Ursachen nicht eindeutig feststellen konnte.
Bis jetzt gab es zwei "Hauptverdächtige" als Urheber für Gammastrahlen-Ausbrüche: Die Kollision zweier Neutronensterne oder der "Tod" sehr massereicher Sterne in sogenannten Supernova-Explosionen. Die neusten Ergebnisse des XMM-Newton X-ray space telescope der ESA schließt die erste Vermutung nun aus. Die zweite wird dagegen bestätigigt. Dies wurde durch Beobachtungen eines Gammastrahlen-Ausbruchs am 11. Dezember 2001 ermöglicht.
Ganzer Artikel (englisch)
(ku - Quelle: ESA)


» Chinesische "Shenzhou" -Kapsel wieder gelandet
02. April 2002 - Gestern kehrte die chinesische "Shenzhou 3" -Kapsel wieder zurück.
Die Shenzhou Kapsel war vor einer Woche mit einer Trägerrakete des Typs "Langer Marsch" ins All gebracht worden und kehrte gestern wieder zurück auf die Erde. Es landete in der Mongolei. Laut Meldungen der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua war die Mission ein voller Erfolg. Damit rückt die erste bemannte Mission für China in greifbare Nähe, denn mit an Bord der Kapsel befanden sich neben wissenschaftlichen Geräten, auch erstmals eine Testpuppe, welche die Körperliche Belastungen einer solchen Mission aufzeichnete. Damit hat China die Möglichkeit, sich als dritte Nation, hinter den USA und Russland, in der bemannte Raumfahrt zu etablieren.
(
sp)

» Morgenröte beobachten
02. April 2002 - Dieses Wochenende kann es zu Morgenröten kommen.
Im Moment, befindet sich unser Planet in eine sehr schnelle Sonnenwindströmung aus einem Sonnenflecken. Diese Sonnenwindböen können Morgenröten hervorrufen. Solange die Erde in dieser Strömung verbleibt sollten Himmelsbeobachter in den höheren Breitengraden nach Nordlichtern Ausschau halten.


Verschiedene Bilder von Morgenröten und Nordlichtern


(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Ikeya-Zhang trifft Andromeda
02. April 2002 - Der Komet Ikeya-Zhang und die Andromeda Galaxie werden sich am 4. April begegnen.
Hatten Sie schwarzen Himmel? Können Sie den westlichen Horizont sehen? Wenn Sie beide Fragen mit "Ja" beantwortet haben, können Sie sich auf den 4. April kurz nach Sonnenuntergang freuen. Während der Himmel immer schwärzer wird, werden sich der Komet Ikeya-Zhang und die großartige Andromeda Galaxie ungefähr 10 Grad über dem westlichen Horizont treffen. Das Paar wird mit dem bloßen Auge nur düster zu sehen sein. Ein Fernglas wird empfohlen.


Ikeya-Zhang Gallerie


(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Datenübertragung mit Gravitationswellen
01. April 2002 - Zum ersten mal ist es einem Forscher gelungen eine Stimmenübertragung über Gravitationswellen zu etablieren.
Heute gab es die erste Kommunikation zwischen zwei Ländern, und zwar nicht über Telefon oder Funk. Diese Kommunikation erfolgte über Gravitationswellen!
Wie ist das möglich? Jeder Körper mit Masse besitzt ein Gravitationsfeld. Dieses Gravitationsfeld bildet auch Gravitationswellen aus, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreiten. Die Übertragung geht also auch viel schneller. Ausserdem gab es nur einen Energieverbrauch von 66mW, da die Welle schon vorhanden ist und nicht erst erzeugt werden muss. Normalerweise würde dies mehrere 100W Energie kosten.
Weiterhin wurde entdeckt, dass einige dieser Wellen schon benutzt werden, und zwar von Außerirdischen!!! Es wäre also, mit den richtigen Geräten, ein Gespräch mit Ausserirdischen möglich.
Anmerkung der Redaktion vom 2. April:
Wir haben uns hier natürlich nur einen kleinen Aprilscherz erlaubt. Gravitationswellen wurden bis dato nicht nachgewiesen, genausowenig wie die Existenz von Außerirdischen. ;-)
(
cm)

» Antibiotika aus dem All
31. Maerz 2002 - Bakterien, wenn auch meist als Schädlinge und Krankheitsauslöser angesehen, sind nicht immer schlechte Dinge. Sie müssen keine Krankheiten verursachen, sie können auch dabei helfen sie zu heilen: Das vom Arzt verschriebene Antibiotika ist beispielsweise von den Mikroben höchstpersönlich geerntet worden. Oder besser: Von einem Mikrobiologen, der Mikroben in Petrischalen gezüchtet hat.

Weil Antibiotika von sehr vielen Menschen benötigt wird, Arbeiten Wissenschaftler hart daran, möglichst effektiv Bakterien zu züchten. Ein guter Platz dafür scheint der Weltraum zu sein. Forscher entdeckten bereits 1968, das Mikroben an Bord des NASA-Biosatelliten Bisatellite II besser wuchsen als auf der Erde. Dies warf nun die Frage auf: Wenn sich Mikroben im All besser vermehren, produzieren sie dann hier auch mehr Antibiotika?
Die Antwort ist ja, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Experimente Mitte der 90er Jahre zeigten, dass Mikroben, die in Reagenzgläsern an Bord des Space Shuttles transportiert wurden, tatsächlich mehr Antibiotika herstellen konnten wie die gleiche Anzahl an Bakterien auf der Erde - zum Teil sogar mit über 200% der Erdproduktion. Für den Aufbau von Antibiotika-Fabriken im All sei es dennoch zu früh. Es ist vorerst das Ziel der NASA und einem Pharma-Sponsoren, den Grund für das schnellere Wachstum im All zu erkunden. Dafür wird auch das Labor der Internationalen Raumstation genutzt werden.
Kompletter Artikel
(ku - Quelle: NASA Science)


» Erste Pulsmessung der Erde mit ENVISAT
31. Maerz 2002 - Kurz nach dem Start des Umweltsatelliten ENVISAT begann der angekündigte gründliche Gesundheits-Check der Erde.
Im Anschluß an die Entfaltung der Sonnenzellenflügel und der Radar- und Funkantennen wurden die zehn Bordinstrumente eingeschaltet und nacheinander überprüft. Alle zehn funktionieren einwandfrei. Der Satellit liefert planmäßig seine Meßdaten über die Atmosphäre, die Ozeane und die Land- und Eismassen und trägt so zu einem besseren Verständnis der die globale Umwelt und den Klimawandel betreffenden Fragen bei.
Die anfänglichen Daten von ENVISAT wurden von der Bodenstation Kiruna in Schweden empfangen und zur Verarbeitung an die ESA-Niederlassung ESRIN sowie an Verarbeitungs- und Archivierungszentren in ganz Europa weitergeleitet.
Das Radarinstrument ASAR und das Instrument MERIS haben erste Bilder von Teilen der Antarktis und Westafrikas aufgenommen. Diese Bilder sind von erstaunlich hoher Qualität.
ENVISAT wurde gerade rechtzeitig gestartet, um das dramatische Auseinanderbrechen des Larsen B-Eisschelfs in Antarktika zu beobachten. Der in der ASAR-Aufnahme erkennbare Einsturz des 3250 km² großen Eisschelfs ist das neueste Drama in einer Region der Antarktis, die in den letzten fünfzig Jahren eine außergewöhnliche Erwärmung erfahren hat. Im letzten Monat zerbrach die 200 m dicke Eisdecke in kleine Eisberge und Schollen, die als Streifen mittlerer bis starker Radarechos aus dem Gebiet südlich von Seal Nunataks zum Weddellmeer wandern. Dies ist die größte in einer Reihe von Rückzugsbewegungen, die im Eisschelf entlang der antarktischen Halbinsel zu verzeichnen sind und auf die zunehmende Klimaerwärmung in dieser Region zurückgeführt werden. Die durchschnittliche Erwärmung beträgt etwa 0,5 Grad Celsius pro Jahrzehnt und hat spätestens Ende der 40er Jahre eingesetzt. Die nun mit ENVISAT gewonnenen Daten und die historischen Daten der ERS-Satelliten seit 1992 zeigen den Rückzug von Larsen B und anderer Eisschelfe, der wichtige Hinweise auf den Klimawandel in den Polregionen liefert.
Diese Beobachtungen sind für das Verständnis nicht nur der Eisdynamik und der Wechselwirkungen zwischen dem Polareis und dem Klima, sondern auch der weltweiten Meereszirkulation von Bedeutung, da Eisschelfe bei der Produktion von Tiefenwasser eine maßgebliche Rolle spielen. Von den zehn Instrumenten an Bord von ENVISAT hat das Abbildende Spektrometer mittlerer Auflösung (MERIS) in den ersten Tagen nach seiner Inbetriebnahme die Konzentration von Phytoplankton und Chlorophyll in der westafrikanischen Region gemessen. Als weitere wichtige Eigenschaft gibt dieses Instrument Auskunft über dynamische Aufwallungsgebiete und ihre Primärproduktion. Diese Informationen erleichtern die Bewirtschaftung der Fischbestände, da solche Aufwallungsgebiete zu den wichtigsten Fischfanggründen gehören. Kommt der Aufwallungsprozeß zum Stillstand, wie dies bereits entlang der peruanischen Küste während des Auftretens von El Niño der Fall war, bricht die gesamte regionale Fischereiwirtschaft zusammen. Eine Klimaänderung wirkt sich auf die Intensität und geographische Lage der Aufwallungsgebiete aus, was für die Wirtschaft und Lebensqualität in den betreffenden Regionen gravierende Folgen hat. Darüber hinaus trägt MERIS mit Informationen über die Primärproduktion der Weltmeere zu einem besseren Verständnis des Kohlenstoffkreislaufs bei. Dank der Beobachtungskapazität des MERIS-Instruments im Verbund mit dem synergetischen Einsatz der anderen Instrumente an Bord von Envisat können äußerst genaue Messungen der Temperaturen an der Meeresoberfläche angestellt und die Wechselwirkungen zwischen Wind, Temperatur und Phytoplanktonwachstum genauer untersucht werden.
Mit Envisat steht Europa ein neues, leistungsfähiges Werkzeug zur Überwachung wichtiger Aspekte der globalen Umweltveränderungen und des Klimawandels zur Verfügung. Der Satellit wird Informationen zur Warnung vor Klimaänderungen und für deren Eindämmung bereitstellen und genaue Messungen vornehmen, um die Einhaltung bedeutender internationaler Umweltübereinkommen wie des Kyoto-Protokolls zu kontrollieren, in dem sich Europa vor kurzem dazu verpflichtet hat, die Emission von Treibhausgasen bis spätestens 2008-2012 um 8 % gegenüber den Werten von 1990 zu senken.
Der Satellit wird eine große Anzahl von Nutzern mit Datenprodukten für geowissenschaftliche Forschung, die Entwicklung von Pilotanwendungen, öffentliche Dienste und kommerzielle Zwecke versorgen. Mit einer geplanten Betriebsdauer von fünf Jahren ist Envisat der wichtigste Satellit zur Unterstützung der europäischen Initiative für globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES).


weitere Informationen und Bilder
(cm - Quelle: ESA)


» Staubkatastrophe in China
31. Maerz 2002 - In dieser Woche gab es in Nordchina Stürme, die viel Staub mit sich brachten.
Ein Erdbeobachtungssatellit der NASA machte Bilder der Inneren Mongolei und der Shanxi-Provinz am 24. März und verglich sie mit mit Bildern vom 31. 10. 2001, einem relativ klarem Tag. Die Bilder zeigen ein 380 bis 630 km großes Gebiet, das von Staub bedeckt war.
Das rechte Bild (vom 24. 3.) zeigt eine gelbliche Wolke, die Staubwolke. Dieser Staub kam aus der Wüste Gobi, einige hundert Kilometer westlich von dort. Er zog über Nordchina zum Pazifik. Bei besonders hefigen Stürmen können sogar kleine Staubkörnchen bis nach Nordamerika gelangen. Das linke Bild zeigt die selbe Region im Oktober 2001.
(
cm - Quelle: NASA JPL)

 
 

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      Space Focus: Die Sonne von Michael Stein 

Forschungsgeschichte
Schon seit den Anfängen menschlichen Bewußtseins haben sich unsere Vorfahren mit der Sonne beschäftigt. Ihre Bedeutung als Quelle von Licht und Wärme für alles Leben auf der Erde spiegelte sich in den Mythen und Religionen annährend sämtlicher früher Kulturen wider, in denen die Sonne oft als zentrale Gottheit verehrt wurde. Schon früh begann aber auch die oft religiös induzierte astronomische Beobachtung des jahreszeitlichen Verlaufs der Sonne, um markante Daten wie beispielsweise die Winter- und Sommersonnenwenden präzise vorhersagen zu können.
Nach der Erfindung des Teleskops durch Galileo Galilei im Jahr 1609 begann sehr bald auch die planmäßige und regelmäßige Beobachtung der Sonne, was schnell zur wissenschaftlichen Verifizierung der bereits früher mit bloßem Auge beobachteten Sonnenflecken führte. Der nächste wichtige Schritt in der Geschichte der Sonnenforschung ist mit den Namen Fraunhofer und Bunsen verbunden, deren Arbeiten auf dem Gebiet der Spektralanalyse um 1815 und 1860 erstmals Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung der Sonne lieferten. Weitere historische Eckpunkte der Sonnenforschung sind die Entdeckung des Heliums im Jahr 1868 (mit Hilfe der Spektralanalyse) und der 1908 geführte Nachweis, dass in den Sonnenflecken Magnetfelder vorhanden sind.
In unserem Jahrhundert hat die Sonnenforschung wie alle anderen Bereiche der Astronomie auch einen extremen Erkenntniszuwachs dadurch erfahren, dass zum einen die technologische Entwicklung insgesamt ständig bessere Beobachtungsinstrumente ermöglichte und zum anderen Raumsonden die verschiedene Strahlungsarten absorbierende Erdatmosphäre hinter sich lassen konnten; die theoretische Forschung profitierte von den enorm gestiegenen Verarbeitungsgeschwindigkeiten moderner Computeranlagen.

Entstehung
Unser Zentralgestirn ist nach heutigem Wissensstand vor etwa 4,7 Milliarden Jahren aus einer Wolke interstellarer Materie entstanden, die aufgrund einer Störung - beispielsweise einer Supernovaexplosion in relativ geringer Entfernung - zu kollabieren begann. Als die Materiekonzentration eine bestimmte Dichte und damit auch Temperatur erreicht hatte, begann der Fusionsprozeß, bei dem Wasserstoffatome zu Heliumatomen verschmelzen und der dabei entstehende Masseverlust in Form von Energie abgestrahlt wird.
Aufgrund der chemischen Zusammensetzung unserer Sonne kann man mit Sicherheit sagen, dass sie kein Stern der ersten Generation (nach der Entstehung des Universums) ist. Etwa zwei Prozent der Elemente unserer Sonne sind schwerer als Helium und ihrerseits in anderen Sternen "erbrütet" worden, bevor sie durch Nova- oder Supernova-Explosionen ins Weltall hinausgeschleudert und bei der Entstehung unseres Zentralgestirns wieder eingefangen worden sind.

Lage & Einordnung
Die Sonne befindet sich etwa 30.000 Lichtjahre vom Zentrum unserer Heimatgalaxie entfernt im sogenannten »Orion-Arm«. Bei einer Geschwindigkeit von rund 240 Kilometern pro Sekunde benötigt sie ca. 220 Millionen Jahre, um eine Umkreisung des Milchstraßenzentrums zu absolvieren.
Unsere Heimatsonne ist ein Hauptreihenstern der Spektralklasse G2 und der Leuchtkraftklasse V, mithin also ein ziemlich durchschnittlicher Vertreter seiner Gattung.

Aufbau & Funktion
Die Sonne ist ein Gasball mit ca. 1,4 Mio. km Durchmesser, der mehr als 99,8% der Gesamtmasse unseres Sonnensystems in sich vereint. Er setzt sich zur Zeit aus ca. 75% Wasserstoff, 23% Helium und 2% schwerere Elemente zusammen, wobei durch den nuklearen Fusionsprozess der Wasserstoffanteil langsam, aber stetig sinkt. Die Temperatur im Zentrum liegt bei etwa 16.000.000° Kelvin, während der Druck im Kernbereich unserer Sonne unvorstellbare 1016 Pascal beträgt.
Interessanterweise ist das Sonneninnere vollständig dunkel (wenn man denn hineinschauen könnte), da die dort erzeugte Strahlung hochenergetisch ist und damit weit ausserhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichts liegt. Erst auf ihrem Weg zur Oberfläche wird die Strahlung durch Energieverluste, die sie aufgrund von Kollisionen mit Sonnenmaterie erleidet, soweit "abgeschwächt", dass sie schließlich die Sonne auch als sichtbares Licht verläßt.


Related Links:
Astronomie

 
 

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      HotSpot: Ariane 4 vor dem Ruhestand von Michael Stein 


Einleitung
Im nächsten Jahr wird Ariane 4, der bisher kommerziell erfolgreichste und zuverlässigste europäische Trägerraketentyp, voraussichtlich zum letzten Mal vom Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) abheben. Damit wird eine dann 15 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte zu Ende gehen, die nicht nur Europa als ernsthaften Konkurrenten auf dem weltweiten Markt der kommerziellen Trägersysteme etablierte, sondern darüber hinaus natürlich auch ein Stück Unabhängigkeit von den bis dahin den Markt der Trägersysteme dominierenden USA brachte.
 
Vorgeschichte
Am 24. Dezember 1979 startet mit Ariane 1 die erste Trägerrakete der Ariane-Familie. Vorausgegangen waren Vorläuferraketen wie z.B. Europa, ein Gemeinschaftsprojekt von Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Sämtliche Tests der Europa-Rakete waren nicht erfolgreich, weshalb schließlich Großbritannien seine Beteiligung aufgab und das gesamte Projekt endete. Immerhin konnten bei Entwicklung und Bau dieser Raketen viele Erfahrungen gewonnen werden, die dann auch dem Ariane-Programm zugute kamen. Sämtliche Raketentypen der Ariane-Familie basierten auf ihren Vorgängern und waren jeweils relativ vorsichtige Weiterentwicklungen, die schrittweise immer stärkere Lasten transportieren konnten. Zusammen mit der Ariane 2 und 3 kamen die ersten drei Generationen der Ariane-Familie von 1979 bis 1989 auf insgesamt 28 Starts. Wenngleich der große kommerzielle Durchbruch der Ariane 4 vorbehalten bleiben sollte, so hatte sich Europa mit diesen Trägerraketen und ihren vergleichsweise wenigen Fehlstarts doch einen Namen als ernstzunehmende Marktteilnehmer gemacht.
 
Die Ariane 4-Trägerrakete
Der Erststart einer Ariane 4 erfolgte am 15. Juni 1988. Er unterschied sich vor allem durch seine längere erste Raketenstufe und die externen Feststoff- bzw. Flüssigtreibstoff-Booster, die bei Bedarf angebracht werden konnten. Ansonsten wurde so viele Bestandteile der Vorgängermodelle wie möglich beibehalten, denn jede Neuentwicklung birgt natürlich auch neue Risiken in sich. Interessanterweise kann die Rakete ohne zusätzliche Feststoff- oder Flüssigtreibstoff-Booster nur dann abheben, wenn der Tank der ersten Stufe nicht voll ist - andernfalls reicht der Schub der vier Viking-Triebwerke der ersten Stufe nicht aus, um das Gesamtgewicht der Ariane 4 anzuheben. Aus diesem Grund werden Starts in dieser Konfiguration nur relativ selten durchgeführt und haben meist niedrige Orbits zum Ziel, die auch ohne volle Treibstoffzuladung erreicht werden können.
 
Es existieren sechs verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Booster-Konfigurationen und Nutzlastverkleidungen, die bis zu 4,9 t in einen geostationären Orbit von rund 36.000 km Höhe transportieren können. Mittlerweile sind über 100 Ariane 4-Raketen gestartet worden, und weltweit gibt es kein kommerzielles Trägersystem, das eine größere Anzahl von erfolgreichen Start in Folge aufweisen kann: die letzten 67 Starts von Ariane 4-Raketen sind ohne Probleme verlaufen!
 
Nachfolger
Aufgrund der steigenden Abmessungen und Massen kommerzieller Satelliten war absehbar, dass die Ariane 4 auf Dauer nicht mehr konkurrenzfähig sein würde. Aus diesem Grund wurde der Nachfolger Ariane 5 entwickelt, der bereits jetzt höhere Lasten als die stärkste Ariane 4-Version transportieren kann. Bis zum Jahr 2005 soll eine verbesserte Version dieses Raketentyps zwölf Tonnen in eine geostationäre Umlaufbahn transportieren können. Auch die ab 2004 geplanten Starts des unbemannten europäischen Raumtransporter ATV wären mit einer Ariane 4 aufgrund der zu hohen Masse und zu großer Abmessungen nicht mehr durchzuführen.


Related Links:
Hotspot-Archiv
Trägerraketen
Arianespace.com

 
 

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      History Special: Raumstation Mir (Teil 2) - Module von Karl Urban 

Nach dem Start des Mir-Basisblocks am 20. Februar 1986 wurde der Ausbau der Station mit weiteren Modulen vorangetrieben. Trotz einigen Verzögerungen durch den Zusammenbruch der Sowjetunion sowie durch finanzielle Probleme Russlands erreichte die Mir in Ihrer Endkonfiguration 1996 eine Masse von 110 Tonnen. Obwohl die Station eher durch ihre vielen Pannen in den 90er Jahren bekannt wurde, als durch technische Erfolge, war sie doch eine Meisterleistung der Ingenieurstechnik und lieferte - gerade durch die vielen Pannen an Bord - unschätzbare Erfahrungen für den Betrieb späterer Raumstationen wie der ISS. Dieser Artikel soll die einzelnen Module der Mir etwas genauer beleuchten.

Der 1986 gestartete Basisblock bildet den Kern der Station und wurde bereits im InSpace Newsletter #018 ausführlich behandelt.
Das zweite Modul der Mir war Kvant-1. Gestartet wurde es etwa ein Jahr nach dem Start des Basisblocks am 31. März 1987. Das Modul besaß mit 20 Tonnen eine ähnliche Masse wie der Basisblock, war aber nur halb so lang. An Bord waren neben astrophysikalischen Instrumenten auch Lebenserhaltungssysteme sowie Lagekontrollsysteme untergebracht. Die Hauptaufgabe bestand im Sammeln astronomischer Daten.
Am 26. November 1989 startete Kvant-2 zur russischen Raumstation. Neben einer Luftschleuse für "Weltraumspaziergänge" (EVAs - extra vehicular activities) waren wiederum Lebenserhaltungssysteme in dem Modul untergebracht. Auch Quant-2 sollte wissenschaftliche Aufgaben, wie Erdbeobachtung und biologische Weltraumforschung, erfüllen. Daneben besaß das Modul wiederholt Überlebenssysteme, die auch im Basisblock installiert waren. Eine Neuerung bildete außerdem eine Manövriereinheit für Außenarbeiten, die es den Kosmonauten erlaubte, sich frei im Raum zu bewegen, ohne an dir Mir "angeleint" zu sein.
Das Modul Kristall, gestartet am 31. Mai 1990, diente zur biologischen und materialwissenschaftlichen Forschung. Daneben waren an der Außenseite des Moduls Solar-"Segel" angebracht, um den erhöhten Energieverbrauch der Mir zu decken. Für Kristall war eine für den russischen Raumtransporter Buran vorgesehene Andockstelle konstruiert worden, die später für das amerikanische Space Shuttle genutzt werden konnte.
Als 1991 die Sowjetunion zusammenbrach und unter anderem auch das für Weltraumstarts wichtige Kasachstan unabhängig wurde, entstand ein fünfjähriges Loch im Ausbau der Raumstation Mir. Erst am 20. Mai 1995 startete ein neues Modul ins All: Spektr. Um den Andockplatz freizumachen, verlegten die Mir-Kosmonauten das Modul Kristall um 90° an eine andere Stelle des Basisblocks. Spektr diente in erster Linie der Erdbeobachtung. So sollten besonders Naturphänomene und die Erdatmosphäre untersucht werden.
Der Ausbau der Mir wurde schließlich mit dem Start am 23. April 1996 durch das Modul Piroda vollendet. Die Aufgaben lagen auch hier im wissenschaftlichen Bereich: Man wollte Festland, Ozeane und die Atmosphäre in ihrer Dynamik beobachten.

Eine weitere wichtige "Komponente" der Mir war der unbemannte Raumtransporter Progress, der die Station bis zu ihrem Ende mit Nachschub von der Erde versorgte und schließlich auch bei ihrem kontrollierten Absturz eine wichtige Rolle spielte. Progress beliefert bis heute auch die ISS.

In der nächsten Ausgabe berichten wir über den Missionsverlauf in 15 Jahren Mir.



Related Links:
Mir.Infoarchiv.de
Bemannte Missionen
Internationale Raumstation
Space Shuttle

 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Ankunft zweier Fahrzeuge wird vorbereitet
In dieser Woche waren die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) wieder einmal mit dem Testen des Roboterarmes beschäftigt. Mit einem Softwarepatch wurden Probleme in der Steuerung behoben. Dank der Tests ist der Roboterarm nun fit für die Montage der S0-Struktur.

Der Start des Shuttles Atlantis wurde hingegen verschoben. Der erste Besuch in diesem Jahr - die siebenköpfige STS-110-Crew - wird nun erst Montag starten. Somit haben die drei Astronauten an Bord der ISS mehr Zeit, die Station für die Gäste vorzubereiten. So wurde bereits Equipment in Stauräume gepackt, um mehr Platz nutzbar zu machen. Auch Routineaufgaben wie medizinische Checkups und die Auswechslung von Kohlefiltern gehörten zum Programm.


Related Links:
Internationale Raumstation

 
 

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      Surftipp: Space-Gallery.de von Clemens Mach 

Heute gibt es im Surftipp keine weitere Seite mit Informationen zur Astronomie, sondern eine mit Bildern. Es sind aber keine Fotos von Planeten oder Aufnahmen von Teleskopen, nein es sind gemalte Bilder, deren Inhalt der Fantasie der Künstler entspringen. Auf dieser Seite kann man zur Zeit Gemälde von acht Künstlern bewundern. Auch zu den Künstlern selbst gibt es einige Informationen, wie Website oder E-Mail Adresse. Wer nun Lust bekommen hat, mal eine andere Sicht des Weltraums zu erfahren, kann das hier tun.

 
 

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      InDetail: Der Halo von Franz Schmied 

Das Wort "Halo" stammt aus dem Griechischen und ist mit "Ring" zu übersetzen. Halos sind seltsame geometrische Konstruktionen, welche das Himmelsbild beherrschen. Obwohl sie wesentlich öfter erscheinen als Regenbögen, sind sie in der Bevölkerung kaum bekannt. Durchschnittlich kann man an sechs bis sieben Tagen im Monat eine Haloerscheinung entdecken. Leider kann man Halos nicht wie Regenbögen mit dem Rücken zur Sonne beobachten, sondern man muss einen Blick in Richtung Sonne riskieren. Hier wird man dann aber mit einem noch farbenfroheren Farbschauspiel belohnt, als es jeder Regenbogen bieten kann. Bedauerlicherweise sind Halos sehr lichtschwache Erscheinungen.

Halos entstehen entweder durch Spiegelung (Reflexion) oder durch Brechung (Refraktion) des Lichtes an Eiskristallen. Meistens spielt sich das Ganze in der Troposphäre in etwa 6 - 12 km Höhe ab. In Ausnahmefällen treten sie auch in Bodennähe auf. Dazu nötig sind vor allem tiefe Temperaturen, um Eiskristalle zu erzeugen. Dann entstehen Halos auch bei Straßenlaternen oder anderen irdischen Lichtquellen. Selbst helle Planeten sind in der Lage, Halos zu erzeugen. Daher sind sie bei uns in den Wintermonaten sehr gut zu beobachten.

Insgesamt sind derzeit über 50 Haloarten bekannt. Zu den häufigsten zählen:

  • der 22°-Ring (40%)
  • die 22°-Nebensonnen (30%)
  • der obere und untere Berührungsbogen des 22°-Rings (12%)
  • die Lichtsäule (8%)
  • der Zirkumzenitalbogen (5%)


 
 

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"In Space Newsletter" #019

Erscheinungsdatum:
6. April 2002
Auflage: 502 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Dominik Mayer
Franz Schmied

Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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