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"In Space Newsletter" Ausgabe #020
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Verehrte Leserinnen und Leser,
während dieses Editorial geschrieben wird sind zwei Astronauten der Raumfähre Atlantis gerade beim zweiten Außeneinsatz der Mission STS-110 damit beschäftigt, das am Donnerstag dieser Woche an der Internationalen Raumstation (ISS) angebrachte zentrale Segment der zukünftigen ISS-Trägerstruktur (dem "Rückrat" der Station) weiter mit den verschiedenen Systemen der Station zu verbinden. Was genau "da oben" eigentlich gerade montiert wird, das können Sie in unserem HotSpot lesen.
Der bisherige Verlauf der Atlantis-Mission spiegelt sich natürlich auch in unseren News der vergangenen Woche wieder. Ein ganz anderes Thema erwartet Sie im Space Focus, wo Sie unser Autor Clemens Mach über das Thema "Raumfahrtmedizin" informiert.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Michael Stein
Chefredakteur
"In Space - The Raumfahrer.net"
P.S.: Das für diesen Newsletter angekündigte History Special über den Verlauf der MIR-Mission muss aus redaktionsinternen Gründen auf den nächsten Newsletter verschoben werden - wir bitten dafür um Ihr Verständnis.
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Space Focus: Raumfahrtmedizin |
von Clemens Mach | |
Seit den Anfängen der Raumfahrt haben sich die medizinischen Bedingungen und Möglichkeiten der Forschung im Weltall stark verbessert. In diesem Text wird es um die Probleme im Weltall, der Forschung in der Schwerelosigkeit und dem Nutzen für Patienten auf der Erde gehen.
Wenn ein Astronaut den Weg in den Weltraum antritt ist er starken körperlichen und psychischen Strapazen ausgesetzt. Im Weltraum muss sich der Körper erst an die Schwerelosigkeit anpassen und spielt in den ersten Tagen verrückt. Zum Beispiel wird beim Einsetzen der Schwerelosigkeit zuviel Blut in den Oberkörper gepumpt, da die Kraft, die es nach unten drückt, die Schwerkraft, nicht mehr vorhanden ist. Außerdem werden die Muskeln nicht mehr so stark gebraucht und bilden sich zurück. Ebenso wird Kalzium aus den Knochen abgebaut, was dazu führt, dass diese poröser werden. Weiterhin fühlen sich die Astronauten in den ersten Tagen übel, haben weniger Hunger und Durst, scheiden weniger Flüssigkeiten aus und produzieren weniger Blut. Diese Symptome werden als "Raumkrankheit" oder "Space Motion Sickness" bezeichnet. Es treten weiterhin auch psychische Probleme auf, da die Astronauten auf engstem Raum, getrennt von Familie und Freunden leben müssen. Aus diesem Grund wird jeder Astronaut medizinisch betreut. Im Raumanzug gibt es Sensoren, die die Vitalfunktionen überwachen und diese zur Erde funken. Außerdem kann jeder Astronaut mit seiner Familie sprechen oder sich etwas Freizeit gönnen. Aus genannten Gründen dürfen sich Astronauten auch nur maximal 3 bis 6 Monate im All aufhalten.
Aber die Raumanzüge können noch mehr. Die ersten Modelle sollten die Raumfahrer nur vor einem Druckabfall in der Kabine schützen und ihr Überleben sichern. Die heutigen Ausführungen bestehen aus 13 Metall- und Kunststoffschichten, die auch noch vor schädlichen (Sonnen-)Strahlen schützen sollen. Die Anzüge sind wie kleine persönliche Raumschiffe eines jeden Astronauten. So ein Anzug wiegt zwar über 100kg, was aber in der Schwerelosigkeit nicht stört.
Viele Ergebnisse der Forschung im Weltall können heute auch Patienten auf der Erde helfen. So ist der Kalziumabbau ähnlich wie die Osteoporose. Bei dieser Krankheit werden auch die Knochen porös und brechen sehr leicht. So haben Ergebnisse auf diesem Gebiet zweierlei Nutzen. Auch kann die Fernüberwachung der Astronauten für Risikopatienten auf der Erde angewandt werden. So können Sensoren sofort einen Arzt alarmieren, wenn zum Beispiel jemand einen Herzinfarkt bekommt und niemand da ist, um zu helfen. Mit derselben Technik können auch Kinder vor dem "plötzlichem Kindstod" gerettet werden. Solche Risikobabys tragen einen Mini-Raumanzug mit Sensoren, die ein Arzt ständig überwacht.
Das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin hat die Aufgabe, für die Gesundheit von Operateuren und Passagieren in Raumschiffen, Flugzeugen und terrestrischen Fahrzeugen zu sorgen. Dieses Institut ist in verschiedene Abteilung gegliedert. Operationelle Medizin, Luft- und Raumfahrtpsychologie, Flugphysiologie, Verkehrsmedizin, Strahlenbiologie und Umweltbiodiagnostik, Weltraumphysiologie, Medizintelematik und Telemedizin, Nutzerunterstützung und Exo- und Astrobiologie sind die wichtigsten.
Related Links:
Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
Wissenschaftsportal der ESA
Wissenschaftsportal der NASA
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HotSpot: ISS-Trägersegment S0 |
von Michael Stein | |
Einleitung
Bei Grafiken der Internationalen Raumstation (ISS), die das Aussehen nach der Fertigstellung zeigen sollen, fällt wahrscheinlich den meisten Betrachtern die vergleichsweise riesige, im ersten Moment von der Gestalt her an den Turm eines Baukranes erinnernde Trägerstruktur auf, an der ebenso beeindruckend große Solarpaneele und Radiatoren zur Abstrahlung überschüssiger Wärme in den Weltraum angebracht sind. Diese offiziell als "truss assembly" ("truss" = Gebälk, Sprengwerk einer Brücke) bezeichnete Metallgitterkonstruktion wird aufgrund ihrer Länge von rund 100 Metern in elf Segmente zerlegt nach und nach mit verschiedenen Shuttle-Flügen zur Raumstation gebracht, wo die Segmente dann zusammengesetzt werden. Das zentrale und gleichzeitig erste zur ISS transportierte Segment dieser Trägerstruktur hat die Bezeichnung S0 ("S Zero").
Aufbau und Bestandteile
Das S0-Segment ist ca. 13,4 Meter lang, rund 4,5 Meter hoch und wiegt über 12 t. Es wird mit Hilfe von insgesamt zehn Halterungen am ISS-Labormodul Destiny montiert und stellt gleichzeitig auch den einzigen Verbindungspunkt der gesamten zukünftigen Trägerstruktur mit der Raumstation dar, weshalb die Befestigung des SO-Segments am Labormodul auch sehr robust sein muss. Eine rund 4,30 m lange "Leiter" führt vom S0-Segment zur ISS-Luftschleuse Quest, damit ISS-Astronauten zukünftig bei Außeneinsätzen nach dem Verlassen der Luftschleuse problemlos zur zentralen Trägerstruktur der Station gelangen können. Auf einer Seite des Segments sind auf den beiden längs verlaufenden Metallträgern Schienen angebracht, über die später dann der so genannte Mobile Transporter (MT) fahren soll.
Das Innere der Metallgitterstruktur des S0-Segments ist komplett ausgefüllt mit Kabelsträngen, Computersystemen und Radiatoren für die Wärmeabstrahlung. Weiterhin sind vier GPS-Antennen sowie zwei Gyroskope sowie Videokameras zur Überwachung der Station und zur Unterstützung bei Außeneinsätzen an dem Trägersegment angebracht.
Funktionen
Als Bestandteil der zukünftigen zentralen Trägerstruktur der Raumstation dient das S0-Segment der mechanischen Verbindung dieser Struktur mit der übrigen Raumstation. Gleichzeitig bietet es über umfangreiche Kabel- und Computersysteme die Möglichkeit, die von den an der Trägerstruktur später noch anzubringenden Solarpaneelen erzeugte Energie zu den Verbrauchern - also den Lebens- und Forschungsmodulen der ISS - zu transportieren (die in das Segment integrierten Computersysteme unterstützten dabei das Energiemanagement). An der Unterseite des Segments ist ein Radiator angebracht, der die von den elektronischen Systemen innerhalb des Segments erzeugte Wärme in den Weltraum abstrahlt.
Eine andere wichtige Funktion der zukünftigen Trägerstruktur und damit auch des S0-Segments ist die Bereitstellung eines "Schienenweges", der sich über die gesamte Länge der Trägerstruktur erstrecken wird. Zu diesem Zweck sind auf zwei längs der Struktur nebeneinander verlaufenden Trägern an der Oberseite Schienen angebracht, auf denen der Mobile Transporter (MT) wird fahren können. Dieses ferngesteuerte Fahrzeug wird eine Plattform transportieren, auf die der Roboterarm der Station fixiert werden kann, so dass er bei notwendigen Reparatur-, Montage- oder Wartungsarbeiten mit Hilfe dieser "Weltraumeisenbahn" zügig seinen Einsatzort erreichen kann. Der MT wird im Rahmen derselben Mission wie das S0-Segment zur Raumstation transportiert. Bereits einige Tage nach Montage des S0-Segments an das Labormodul Destiny wird eine erste Testfahrt erfolgen, um die Funktionstüchtigkeit des MT zu überprüfen.
Ausblick
Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Segmente des "truss assembly" zur Raumstation geflogen werden, von denen je ein Segment links und rechts des S0-Segments angebracht werden sollen. Die dann noch fehlenden acht Segmente werden in späteren ISS-Montagemissionen sukzessive montiert werden. Schon vor Fertigstellung der gesamten Trägerstruktur werden die ersten Solarpaneele und Radiatoren an den bis dahin montierten Segmenten befestigt und in Betrieb genommen werden.
Related Links:
Hotspot-Archiv
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ISS Weekly Report |
von Raphael Kallensee | |
S0 wird installiert
Diese Woche stellte einmal wieder einen Meilenstein in der Geschichte der Internationalen Raumstation (ISS) dar. Zunächst startete Anfang der Woche das Shuttle Atlantis mit seiner Fracht, der S0-Struktur, in die Erdumlaufbahn. Nach dem Flug, während dem einige Tests an Roboterarm und Dockmechanismus durchgeführt wurden, dockte die Atlantis an der Station an. Kurz darauf begann die Installation der S0-Struktur ("S Zero" gesprochen). Die Struktur bietet Kühlung sowie Energieversorgung für zukünftige Forschungsmodule.
Nach der Installation funktionierten alle Systeme der S0-Struktur einwandfrei. Einen Tag später wurden die GPS- und Orientierungsfunktionen aktiviert. Vier neue Computer, die an der Struktur befestigt sind, funktionierten nach einem Test auch einwandfrei.
Die restliche Woche brauchten die Astronauten im All für den Transport von Equipment und Versorgungsgütern vom Shuttle auf die Station. Auch Forschungsproben wurden ins "Destiny"-Labor gebracht.
Related Links:
Internationale Raumstation
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Das interessanterweise im Rahmen einer Unternehmens-Website betriebene Space Science Data Center (SSDC) ist eine gute Quelle für Informationen über die verschiedenen Objekte in unserem Sonnensystem. In optisch professioneller Aufmachung können hier gut recherchierte deutschsprachige Artikel über die Sonne und sämtliche Planeten, aber auch über Asteroiden und Kometen abgerufen werden. Die inhaltliche Qualität der angebotenen Artikel ist gut, es handelt sich meistens um verständlich geschriebene und gut strukturierte Überblickartikel, die zudem auch zum Download im PDF-Format angeboten werden, um so in Ruhe offline lesen zu können.
Wünschenswert wäre eine ausführlichere Bebilderung der einzelnen Artikel - oft ist nur ein recht kleines Foto des besprochenen Himmelskörpers vorhanden -, aber dieses Manko wird durch umfangreiche Link-Verzeichnisse relativiert, die meistens auch Verweise auf Bildkataloge zu den jeweilig besprochenen Himmelskörpern beinhalten. Wer sich einen guten und schnellen Überblick über die Himmelskörper unseres Sonnensystems verschaffen möchte und gleichzeitig einen Startpunkt für weitergehende Recherchen sucht, sollte einen Blick auf die Seiten des Space Science Data Center werfen.
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"In Space Newsletter" #020
Erscheinungsdatum:
13. April 2002
Auflage: 512 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Schlussredaktion:
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Günter Fischer
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Walter Maierhofer
Dominik Mayer
Franz Schmied
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
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