In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #020 vom 13. April 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #020


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Astronomie- und Raumfahrtnews

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Raumfahrtmedizin

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ISS-Trägersegment S0

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Weekly Report

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Schwerelosigkeit im Erdorbit

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      Intro von Michael Stein 

Verehrte Leserinnen und Leser,

während dieses Editorial geschrieben wird sind zwei Astronauten der Raumfähre Atlantis gerade beim zweiten Außeneinsatz der Mission STS-110 damit beschäftigt, das am Donnerstag dieser Woche an der Internationalen Raumstation (ISS) angebrachte zentrale Segment der zukünftigen ISS-Trägerstruktur (dem "Rückrat" der Station) weiter mit den verschiedenen Systemen der Station zu verbinden. Was genau "da oben" eigentlich gerade montiert wird, das können Sie in unserem HotSpot lesen.
 
Der bisherige Verlauf der Atlantis-Mission spiegelt sich natürlich auch in unseren News der vergangenen Woche wieder. Ein ganz anderes Thema erwartet Sie im Space Focus, wo Sie unser Autor Clemens Mach über das Thema "Raumfahrtmedizin" informiert.
 
Viel Spaß beim Lesen wünscht

            Michael Stein
            Chefredakteur "In Space - The Raumfahrer.net"
 
 
P.S.: Das für diesen Newsletter angekündigte History Special über den Verlauf der MIR-Mission muss aus redaktionsinternen Gründen auf den nächsten Newsletter verschoben werden - wir bitten dafür um Ihr Verständnis.
 

 
 

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Auswertung: Finden Sie es sinnvoll, dass Europa das satellitengestützte Navigations-System GALILEO aufbaut?

 Ja: 93%

   Nein: 7%

(29 gezählte Stimmen)
 

      Updates / Umfrage

Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet... go

Die deutsche Raumfahrt muss gefördert werden! Zum Start des Raumcon-Forums werden noch Moderatoren gesucht... mail

 
 

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      News

• Zweiter Abschnitt der Bettruhestudie   <mehr>
• Internationaler Marktplatz für Weltraumtechnik   <mehr>
• Abkommen zwischen Frankreich und ESA   <mehr>
• ISS: Zentrales Bauteil der Trägerstruktur montiert   <mehr>
• Indizien für neue Form von Materie entdeckt   <mehr>
• ISS: Besuch von Jules Vernes im Jahr 2004   <mehr>
• ISS: Atlantis erreicht die Raumstation   <mehr>
• Rekord-Reparatur für das im Moment entfernteste Raumfahrzeug   <mehr>
• Atlantis auf dem Weg zur ISS   <mehr>
• Weltraumtechnik   <mehr>
• TESEO: Hilfe zum Umweltschutz   <mehr>
• Komet am Morgen ...   <mehr>
• Mehr gefährliche Asteroiden als erwartet   <mehr>
• Atlantis-Start am Montag   <mehr>
• Kometen sind nicht immer Schneebälle   <mehr>

 
» Zweiter Abschnitt der Bettruhestudie
12. April 2002 - Drei Monate Bettruhe zur Simulation der Auswirkungen langer Einsätze auf der ISS.
Lange Aufenthalte in der Schwerelosigkeit haben beträchliche Auswirkungen auf den Organismus von Astronauten, in erster Linie Veränderungen in Knochen und Muskeln. Um den Anforderungen langer Einsätze auf der Internationalen Raumstation (ISS) gerecht zu werden, arbeiten die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Raumfahrtagenturen Frankreichs (CNES) und Japan (NASDA) auf der Erde an der Entwicklung sogenannter "Gegenmaßnahmen".
Diese werden in Versuchsreihen an gesunden Testpersonen erprobt, in denen die Schwerelosigkeit durch eine dreimonatige strenge Bettruhe mit dem Kopf in 76 Grad Tieflage simuliert wird.
Eine solche Studie wird derzeit in der "Raumfahrtklinik" im französischen Toulouse durchgeführt.

Ihr erster Abschnitt fand von August bis Dezember vergangenen Jahres mit 14 Freiwilligen statt, die allesamt bis zum Ende durchgehalten haben. Ihre medizinischen Nachuntersuchungen im Januar und im März haben gezeigt, daß sie wohlauf sind.

Der zweite Abschnitt, für den 11 Bewerber ausgewählt wurden, begann am 22.März und wird bis zum 27.Juli dauern. Auch hier sind eine zweiwöchige Vorbereitungsphase, die dreimonatige Bettruhe und anschließend eine zweiwöchige Erholungsphase vorgesehen. Diese Untrsuchung unter Verwendung des Bettruhemodells ist die erste dieser Komplexität und Dauer, die in Europa durchgeführt wird. Während ihres Verlaufs werden auch das Herz-Kreislauf-System, die neuro-endokrine Regulierung der Urinerzeugung, das psychologische Verhalten und Veränderungen des Schlaf-Wach-Zyklus untersucht. Sie soll der Medizin zu einem besseren Verständnis der schädlichen Auswirkungen von unfall- oder krankheitsbedingter längerer Bettruhe auf Knochen und Muskeln und zu Erkenntnissen über mögliche Gegenmaßnamhen verhelfen.

Wie während des ersten Abschnitts müssen sich die Testpersonen zahlreichen Untersuchungen wie Belastungstests, Messungen der Knochendichte, Magnetresonanzaufnahmen und Muskelbiopsien unterziehen. Ferner sollen eingehende histologische, biochemische und biologischen Analysen Klarheit über die Reaktion der Körperzellen und Molekühle auf die neuen Lebensbedingungen bringen.

In ihrer Freizeit können die Testpersonen lesen, fernsehen und Computer benutzen. Auch während der im Bett servierten Mahlzeiten dürfen sie den Oberkörper nicht aufrichten.
Sie können regelmäßig mit ihren Familienangehörigen und Freunden telefonieren, haben aber sonst während der drei Monate keinen direkten Kontakt zur Außenwelt.
(
la - Quelle: ESA)

» Internationaler Marktplatz für Weltraumtechnik
12. April 2002 - Feuerlöscher, Hautkrebsdetektoren und ein superschneller Rennwagen mit Solarantrieb: All dies sind Beispiele für neue Produkte auf der Erde, die der Weltraumtechnik zu verdanken sind.
Im Laufe der Jahre haben die europäischen Raumfahrtfirmen große Erfahrung beim Bau und Start von Satelliten und bei der satelittengestützten Telekommunikation gewonnen.
Ausgehend von dieser Erfahrung wurden viele wertvolle Produkte und Dienste entwickelt, die unser tägliches Leben verbessern. Um nur zwei zu nennen: Die kleinen Sprengladungen, die die Airbags in unseren Autos aktivieren, stammen von den zur Trennung von Raketenstufen verwendeten pyrotechnischen Einheiten; auf der Technologie der Trainigsanzüge für Astronauten beruhen Babypjamas, die den Tod im Säuglingsbett verhindern helfen.

Die ESA hat ein Programm eingerichtet, um die Ausstrahlung der Weltraumtechnik in raumfahrtfremde Bereiche zu fördern. Das Technologietransferprogramm macht europäische Weltraumtechnologien für die Lizenznahme oder zur Weiterentwicklung zugänglich.
Ein ganz Europa und Kanada überziehendes Netz von Technologievermittlern durchforstet die Raumfahrt auf der Suche nach Technologien, die sich für raumfahrtfremde Anwendungen eignen. Werden sie fündig, vermarkten sie die Technologie und leisten beim Transfervorgang Unterstützung.
Die Ergebnisse seit 1991: über 150 Millionen Euro Umsatz für die beteiligten Firmen mit einer bis 2004 zu erwartenden Steigerung auf 1 Miliarde Euro, rund 1000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert, mehr als 20 Unternehmen neu gegründet und über 130 Technologien erfolgreich übertragen.
(
la - Quelle: ESA)

» Abkommen zwischen Frankreich und ESA
12. April 2002 - Frankreich und die ESA unterzeichnen ein Abkommen über die Benutzung des Raumfahrtzentrum Guayana (CSG).
Der französische Forschungsminister, Roger-Gerard Schwartzenberg, und ESA-Generaldirektor Antonio Rodota haben am Donnerstag, den 11.April in der ESA-Hauptverwaltung in Paris ein Abkommen über das Raumfahrtzentrum Guayana, den Raumflughafen Europas, unterzeichnet.

Durch das Abkommen gewährleistet die französische Regierung die Benutzung der Anlagen und die Einrichtungen des Centre National d'Etudes Spatiales (CNES) weiterhin für die Tätigkeiten und Programme der ESA in einem Zeitraum von 2002-2006.
(
la - Quelle: ESA)

» ISS: Zentrales Bauteil der Trägerstruktur montiert
12. April 2002 - Mit Hilfe des Roboterarms der Internationalen Raumstation ist am gestrigen Donnerstag die primäre Nutzlast der Raumfähre Atlantis, das als S0 bezeichnete Mittelteil der zukünftigen ISS-Trägerstruktur, erfolgreich an der ISS befestigt worden. Unmittelbar nach Verriegelung der ersten mechanischen Verbindungen zwischen S0 und dem ISS-Labormodul Destiny begann der erste von vier vorgesehenen Außeneinsätzen im Rahmen der Space Shuttle-Mission STS-110, bei dem zwei Shuttle-Astronauten verschiedene elektrische und elektronische Verbindungen zwischen dem neuen Bauteil und der Raumstation herstellten.
Um 12:30 Uhr (MESZ) hob die Nutzlastspezialistin Ellen Ochoa die 13,5 t schwere Trägerstruktur aus der Ladebucht von Atlantis. Im Laufe der nächsten knapp vier Stunden manövrierte Sie von dem Steuerpult im Destiny-Modul der Raumstation aus das neue Bauteil zu einer Halterung an der Hülle des Labormoduls, um es dort einrasten zu lassen. Bei dieser Prozedur wurde sie durch eine am Roboterarm der Raumfähre Atlantis angebrachte Videokamera unterstützt.
 
Nachdem diese Aufgabe bewältigt war, stiegen die beiden Shuttle-Astronauten Rex Walheim und Steve Smith um 16:36 Uhr (MESZ) aus der ISS-Luftschleuse Quest zum ersten Außeneinsatz dieser Montagemission aus, um verschiedene mechanische und elektrische Verbindungen zwischen dem S0-Träger und der Raumstation herzustellen. Unter anderem befestigten sie zwei von insgesamt vier mechanischen Halterungen, die die im Endausbau später rund 100 Meter lange Trägerstruktur sicher mit der übrigen Raumstation verbinden werden. Insgesamt arbeiteten die beiden Weltraum-Montagearbeiter knapp acht Stunden lang, wobei Walheim an der Spitze des ISS-Roboterarms befestigt war. Zwei der für diesen Einsatz geplanten Aufgaben konnten nicht erledigt werden, da zuvor mehr Zeit als vorgesehen für den Anschluss eines Kabelstranges benötigt worden war, und sind auf einen der nächsten Außeneinsätze verschoben worden.
 
Erste Tests der in die Trägerstruktur integrierten Computer, Heizelemente und anderer elektronischer Anlagen verliefen problemlos. Der nächste Außeneinsatz, bei dem dann weitere Verbindungen zwischen S0 und der ISS hergestellt werden, ist für Samstag geplant.
(
ms - Quelle: NASA)

» Indizien für neue Form von Materie entdeckt
11. April 2002 - Durch kombinierte Beobachtungsdaten der Weltraumteleskope Chandra und Hubble wurden zwei Objekte entdeckt, die aufgrund ihrer Eigenschaften den Schluss nahe legen, dass die Materie in diesen Himmelskörpern in Gestalt von freien Quarks vorliegt. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, so wäre dies eine wissenschaftliche Sensation, da Quarks bisher nur als Bausteine von Neutronen postuliert wurden, die als eigenständige Elementarteilchen nicht vorkommen - und außerdem wäre gleichzeitig eine neue Klasse von Himmelskörpern entdeckt, bei denen man analog zu den Neutronensternen von "Quarksternen" sprechen könnte.
Beobachtungen des Weltraumröntgenteleskops Chandra von RX J1856.5-3754 sowie des Pulsars 3C58 (der Überrest einer auf der Erde im Jahr 1181 beobachteten Supernova) lassen vermuten, dass die Materie in diesen beiden kollabierten Sternen noch dichter als in Atomkernen gepackt ist. Dies wiederum lässt es möglich erscheinen, dass sich die beiden Sterne aus freien Quarks oder Kristallen von sub-atomaren Partikeln statt aus Neutronen zusammensetzen, was eine neue, bisher nicht beobachtete Form von Materie wäre.
 
Durch Kombination von Chandra- und Hubble-Beobachtungsdaten konnten Astronomen feststellen, dass RX J1856 Strahlung wie ein fester Körper mit einer Temperatur von etwa 700.000° C abgibt und einen Durchmesser von ca. elf Kilometer aufweist. Diese Größe ist jedoch zu gering, um mit den Standardmodellen von Neutronensternen vereinbar zu sein. Eine durch verschiedene Theorien gestützte Möglichkeit ist, dass die Neutronen in dem Stern sich aufgrund der enormen Dichte in eine "Suppe" von Up-, Down- und Strange-Quarks aufgelöst haben, was den geringen Radius erklären könnte. Beobachtungen des Pulsars 3C58 wiederum haben enthüllt, dass der Pulsar in seinem Kern eine weitaus geringere Temperatur als erwartet aufweist. Dies legt ebenfalls den Schluss nahe, das im Inneren des Stern eine exotische, sehr dichte Form von Materie existieren könnte.
(
ms - Quelle: Chandra X-ray Observatory Center)

» ISS: Besuch von Jules Vernes im Jahr 2004
11. April 2002 - Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA hat in dieser Woche vor über dreißig Pressevertretern im European Space Research and Technology Centre (ESTEC) in den Niederlanden das ersten Automated Transfer Vehicle (ATV) auf den Namen "Jules Verne" getauft. Voraussichtlich Ende 2004 wird dieser erste europäische Raumtransporter als Nutzlast einer Ariane 5-Rakete zur Internationalen Raumstation fliegen, um Versorgungsgüter und Ersatzteile dorthin zu transportieren. Für die gesamte Lebensdauer der ISS sind bisher acht dieser unbemannten Raumtransporter geplant, die in regelmäßigen Abständen zur Station starten sollen.
Als Namenspatron für das erste Exemplar des europäischen Raumtransporters wurde mit Jules Verne ein in ganz Europa und weit darüber hinaus bekannter Autor des 19. Jahrhundert gewählt, der Millionen Leser damals - und auch heute noch - mit seinen fantastischen Geschichten fesselte. Durch Bücher wie "20.000 Meilen unter den Meeren", "Reise zum Mittelpunkt der Erde" oder "Von der Erde zum Mond" wurde bei vielen Kindern und Jugendlichen das Interesse für Themen wie Astronomie, Raumfahrt und Wissenschaft geweckt.
 
"Vernes fantastische Geschichten haben uns etwas zum Träumen gegeben: Die Zukunft", sagte Robert Laine, ESAs ATV-Projektmanager während der Zeremonie. "Wir bei der ESA machen mit unserem Raumtransporter für die Internationale Raumstation aus der Zukunft die Realität von heute", ergänzte er weiter. Der erste ATV-Raumtransporter wurde am 9. April in der Startkonfiguration den Pressevertretern beim ESTEC vorgeführt.
 
Ausführliche Informationen zu diesem bisher komplexesten europäischen Raumfahrtzeug finden Sie in unserem
Artikel zum Thema ATV.
(ms - Quelle: ESA)


» ISS: Atlantis erreicht die Raumstation
11. April 2002 - Um 19:05 Uhr (MESZ) dockte die US-Raumfähre Atlantis im Rahmen von Flug STS-110 gestern Abend am Andockstutzen des ISS-Labormoduls Destiny erfolgreich an. Etwa zwei Stunden später konnte die ISS-Besatzung dann endlich ihre Besucher an Bord der Raumstation persönlich begrüßen.
Um 21:07 Uhr wurde die Luke zwischen der Raumfähre und der Internationalen Raumstation geöffnet. Nach der Begrüßung der siebenköpfigen Atlantis-Besatzung im ISS-Labormodul Destiny durch die ISS-Crew erfolgte zunächst eine Sicherheitseinweisung durch den ISS-Kommandanten Juri Onufrienko. Danach wurden notwendige Ausrüstungsgegenstände für den ersten, für heute geplanten Außeneinsatz sowie neue, für die Installation im ISS-Labormodul vorgesehene Experimente vom Space Shuttle in die Raumstation transferiert.
 
Am heutigen Donnerstag werden die Shuttle-Astronauten Steve Smith und Rex Walheim gegen 17:00 Uhr (MESZ) aus der ISS-Luftschleuse Quest aussteigen und die Montage der zentralen Trägerstruktur S0 mit Hilfe des kanadischen Roboterarms der Raumstation überwachen und unterstützen. Insgesamt sind vier Außeneinsätze geplant, bei denen die mechanische, elektrische und elektronische Verbindung der S0-Trägerstruktur mit der Raumstation hergestellt sowie der so genannte Mobile Transporter einsatzbereit gemacht werden sollen. Mit Hilfe des Mobilen Transporters soll sich später einmal der Roboterarm der Raumstation wie auf Schienen auf der im Endausbau knapp 100 Meter langen ISS-Trägerstruktur bewegen können, um alle später noch hinzukommenden Elemente des ISS für Montage- und Wartungsarbeiten erreichen zu können.
 
Related Links:
Internationale Raumstation
ISS-Homepage der NASA (englisch)
(ms - Quelle: NASA)


» Rekord-Reparatur für das im Moment entfernteste Raumfahrzeug
10. April 2002 - Mitglieder des NASA JPL wollen das System von Voyager 1 backupen. Dabei ist noch unklar ob die Sonde das unbeschadet übersteht oder vielleicht für immer verloren geht.
Astronauten sind in der Lage das Hubble Space Telescope, welches sich im Erdorbit befindet, zu warten, aber wie warten sie Raumfahrzeuge, die zweimal so weit entfernt sind, wie der Abstand zum Pluto? Die Antwort, wie das Flugteam der Voyager Interstellar Mission kürzlich demonstrierte, ist vorauszuplanen und Profis in der Reserve halten.
 
Letzten Monat, aktivierte das Team ein Backup-Positions-System, welches einen Sonnensensor und Sternenkompass besitzt. Die Sonde besitzt dies und andere Teile seit 1977. "Nachdem sie nun über 25 Jahre geruht hatte, ist sie wie ein neues Spielzeug", sagte Ed Massey, Voyagers Projektmanager in NASAs Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien. Voyager 1 und sein Zwilling Voyager 2 beendeten ihre Geschichtstour bei den äußeren Planeten 1989 und steuern nun auf die Boundaryzone zu, genannt die heliopause. Hier löst der interstellare Weltraum den Sonneneinfluss ab. Beide Sonden haben genügend Energie und Kommunikationskapazitäten um diese Grenze für die nächsten 20 Jahre zu erforschen, wenn die anderen System halten. Der Weitblick der Erbauer Backup System zu integrieren um Auswechslungen an Bord vorzunehmen in einer Entfernung von 10 Millionen km entfernt erwies sich als nützlich. Alles was schief gehen kann, muss allerdings vorhergesehen werden, da die Reaktionszeit fast unendlich lang ist. Ein Kommunikationssignal von Voyager 1 zu und dauert in etwa 12 Stunden.
 
Die jüngsten Modifikationen bestätigen das Team das Backupsystem anzuschalten, wenn bestimmte Probleme im original System auftreten, behauptet Massey. Voyager 1 original attitude-control system scheint in den letzten 2 Jahren langsam in Probleme zu geraten, sagte Tim Hogle, flight team engineer at JPL. Als sie das Backupsystem aktivierten, wurde auch das Backupsystem für den Sonnensensor und den Sternenkompass hochgefahren, welche die Referenzpunkte für die Orientierung im Weltraum darstellen. "Dieser Schritt soll allerdings gut geplant sein", sagte Hogle. Das Backup System wurde seit die Sonde den Saturn passierte nicht mehr getestet. Wenn das System nicht korrekt funktioniert, könnte die Ausrichtung der Antenne zur Erde nicht mehr gewährleitstet sein und Kommunikation mit der Erde wäre unmöglich. Die Sonde wäre somit verloren.
 
Zur Vorsicht wurde allerdings ein automatisches System upgeloaded welches den Originalzustand wieder herstellt. Dieses System wird aktiviert, wenn trotz zahlreicher Vorkehrungen das Backup versagt. Somit könne auf die Originaldaten wieder zugegriffen werden. Am 1. April wurde die Rehkalibrierung des Backupsystems abgeschlossen. Somit ist die Sonde in der Lage auf die Original Daten zurückzugreifen. Massey sagte: "Der Wechsel wird relativ glatt über die Bühne gehen. Es ist nur ein Testament für die Leute welche die Sonde entwickelt und gebaut haben."
(
fs - Quelle: NASA JPL)

» Atlantis auf dem Weg zur ISS
09. April 2002 - Gestern abend startete das amerikanische Space Shuttle Atlantis, nach mehrtägiger Verspätung zur ISS.
Eigentlich war der Start dieser Mission bereits für Donnerstag geplant gewesen, doch ein Leck in einer Wasserstoffleitung an der Startrampe verhinderte dies. Neben dem Jubiläum der Atlantis, es ist ihr 25. Start, gibt es noch einen neuen Rekrod auf dieser Mission. Denn Astronaut, Jerry Ross, absolviert seinen siebten Raumflug. Das Ziel dieser Mission ist es, Ausrüstungsgegenstände und Versorgungsgüter, wie die ersten "Eisenbahnschienen" in der Raumfahrtgeschichte, für den Kanadischen Roboterarm und ein neues Grundgerüst, ins All zu bringen. Wenn alles so läuft wie geplant, wird die Atlantis, am Mittwoch an die ISS andocken.
(
sp - Quelle: NASA Human Spaceflight)

» Weltraumtechnik
08. April 2002 - Ein internationaler Marktplatz für Weltraumtechnik - Technologietransfer auf der Hannover Messe 2002.
 
Feuerlöscher, Hautkrebsdektektoren und ein superschneller Rennwagen mit Solarantrieb: All dies sind Beispiele für neue Produkte auf der Erde, die der Weltraumtechnik zu verdanken sind. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) wird diese und andere raumfahrtfremde Anwendungen auf der Hannover Messe, der führenden Ausstellung bahnbrechender Technologie (15.-20. April, Halle 18, Stand A15 mit MST Aerospace, dem Technologievermittler der ESA) interessierten Industrievertretern aus aller Welt vorstellen.
 
Im Laufe der Jahre haben die europäischen Raumfahrtfirmen große Erfahrung beim Bau und Start von Satelliten und bei der satellitengestützten Telekommunikation gewonnen. Ausgehend von dieser Erfahrung wurden viele wertvolle Produkte und Dienste entwickelt, die unser tägliches Leben verbessern. Um nur zwei zu nennen: Die kleinen Sprengladungen, die die Airbags in unseren Autos aktivieren, stammen von den zur Trennung von Raketenstufen verwendeten pyrotechnischen Einheiten; auf der Technologie der Trainingsanzüge für Astronauten beruhen Babypyjamas, die den Tod im Säuglingsbett verhindern helfen.
 
Die ESA hat ein Programm eingerichtet, um die Ausstrahlung der Weltraumtechnik in raumfahrtfremde Bereiche zu fördern. Das Technologietransferprogramm macht europäische Weltraumtechnologien für die Lizenznahme oder zur Weiterentwicklung zugänglich. Ein ganz Europa und Kanada überziehendes Netz von Technologievermittlern durchforstet die Raumfahrt auf der Suche nach Technologien, die sich für raumfahrtfremde Anwendungen eignen. Werden sie fündig, vermarkten sie die Technologie und leisten beim Transfervorgang Unterstützung. Die Ergebnisse seit 1991: über 150 Millionen Euro Umsatz für die beteiligten Firmen mit einer bis 2004 zu erwartenden Steigerung auf 1 Milliarde Euro, rund 1000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert, mehr als 20 Unternehmen neu gegründet und über 130 Technologien erfolgreich übertragen.
 
MST Aerospace, der Führer des Technologievermittlernetzes der ESA, stellt auf der Hannover Messe 2002 über tausend neue Weltraumtechnologien vor. Zu den Exponaten auf dem ESA/MST-Stand gehören:
- der mit Sonnenenergie angetriebene Rennwagen Nuna, der den "World Solar Challenge" - ein 3010 km langes Rennen in Australien zwischen Darwin und Adelaide - gewonnen hat;
- ein Raumfahrthaus in Kohlefasertechnik, das eine umweltfreundliche Strom- und Wasserversorgung mit einer erdbebensicheren Bauweise vereint;
- eine Demonstration der GTS (globale Übertragungsdienste) von der Internationalen Raumstation für Aufgaben wie die weltweite Synchronisierung von Armbanduhren oder die Lahmlegung gestohlener Kraftfahrzeuge.
(
dm - Quelle: ESA)

» TESEO: Hilfe zum Umweltschutz
08. April 2002 - Erdbeobachtungssatelliten der ESA überwachen die Einhaltung der Umweltschutzverträge und -konventionen.
 
Vielleicht ist Treaty Enforcement Services using Earth Observation (TESEO) nicht gerade der ansprechendste Titel, aber die Arbeit die es leistet ist interessanter - und nützlicher - als es klingt. Um unsere Umwelt zu schützen wurden einige Internationale Verträge und Konventionen unterzeichnet. Leider bleiben diese manchmal wenig mehr als Blätter Papier, da sie nicht alle Länder unterzeichnen, und selbst jene die das machen haben manchmal Schwierigkeiten sie umzusetzen. Die ESA ist überzeugt, dass Beobachtungssatelliten eine nützliche Rolle darin spielen können, sicherzustellen dass Internationale Konventionen und Verträge respektiert und umgesetzt werden. Um diese Idee weiter zu verfolgen errichtete sie 2001 TESEO. Dieses ist auch Teil des ESA Beitrags zu Europas Global Monitoring for Environment and Security (GMES) Initiative.
 
Die vier Bereiche des Umweltschutztes in denen TESEO zur Zeit aktiv ist sind:
- Meeresverschmutzung - MARPOL 73/78 und regionale Konventionen zur Meeresverschmutzung
- Wetlands - Ramsar Konvention
- Waldbeobachtung - Kyoto Protokoll zur UN Rahmenkonvention der Klimaänderung
- Desertifikation - UN Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation
 
Obwohl die Erdbeobachtungssatelliten nicht dafür da sind um den Himmel zu überwachen kann TESEO helfen die Ziele der Verträge zu realisieren. Zusammen mit den lokalen, nationalen und internationalen Organisationen die an der Durchsetzung der Verträge beteiligt sind werden die TESEO Projekt Teams Wege erforschen und bewerten mit denen bestehende und zukünftige Erdbeobachtungstechnologie helfen kann internationale Abkommen zu erfüllen, vor allem diejenigen, die für Europa von Interesse sind. Ein zusätzlicher positiver Aspekt ist, dass es das Bewusstsein, dass Erdbeobachtungssatelliten in der Umweltkontrolle helfen können, stärken wird. Eines der ersten und positivsten Resultate bis heute ist die weit verbreitete Beteiligung aller Beteiligten. Das beinhaltet die nationalen und internationalen Institutionen die an der Erfüllung der Abkommen beteiligt sind, als auch die Konventionssekretariate; alle, die eng in die Entwicklung des Projektes involviert waren.
 
Eine neue Schlüsselentwicklung ist die TESEO Internetseite. Hier können Besucher Informationen über die vier Konventionen finden; die zugehörigen Projekte und Projekt Teams; kürzlich erschienene Publikationen und Entwicklungen, wie der TESEO User Brainstorming Event (TUBE); und natürlich Kontakt zum TESEO Team für Ideen und Kommentare. Die Seite ist schon viel versprechend und könnte bald ein wertvoller Kommunikationskanal werden. Bald werden Besucher in der Lage sein die ersten Resultate der Projekte nachzusehen.
 
Einer der besten Wege um die Durchführung der internationalen Umweltschutzvereinbarungen und -konventionen sicherzustellen - und zu beschleunigen - ist alle Beteiligten zusammenzubringen und die wertvollen Umweltdaten der Satelliten zu benutzen. Durch TESEO beabsichtigt die ESA das zu machen.
 
Related Links:
TESEO Homepage
Original-Artikel (englisch)
(dm - Quelle: ESA)


» Komet am Morgen ...
08. April 2002 - Ikeya-Zhang ist jetzt auch vor Sonnenaufgang zu beobachten.
Der Komet Ikeya-Zhang, der Himmelsbeobachter schon in der letzten Woche erfreute, als er an der Andromeda Galaxie vorbeizog, ist jetzt auch am Morgenhimmel zu sehen. Ikeya-Zhang, einer der photogensten Kometen die in der letzten Zeit zu beobachten waren, glüht wie ein Stern der Klasse 3 mit einem langen blauen Schweif. Sie können ihn vor Sonnenaufgang über dem nordöstlichen Horizont finden. Suchen sie in der Nähe des W-förmigen Kassiopeia Sternbildes.
 
Related Links:
Der Orbit des Kometen
Fotogalerie
(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Mehr gefährliche Asteroiden als erwartet
07. April 2002 - Neueste Studien der ESA belegen, dass die Zahl der Asteroiden, die für die Erde gefährlich werden könnten, um einiges höher ist als vorher angenommen.
Asteroiden in unserem Sonnensystem dürften viel zahlreicher sein, als ursprünglich angenommen. Dies belegen die gesammelten Daten der ersten systematischen Suche nach diesen Objekten mit dem ESA-Satelliten Infrared Space Observatory (ISO).
Die "tiefe Asteroiden-Suche" von ISO hat ergeben, dass zwischen 1,1 Millionen und 1,9 Millionen "Weltraum-Felsen" mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer im Asteroiden-Gürtel zwischen Mars und Jupiter exstieren. Die Astronomen sind allerdings der Meinung, es sei noch zu früh, die derzeitigen Gefahren-Einschätzungen für Asteroiden-Einschläge auf die Erde zu verändern.
Ganzer Artikel (engl.)
(ku - Quelle: ESA)


» Atlantis-Start am Montag
07. April 2002 - Die NASA hat den Starttermin des Space Shuttles Atlantis auf den Montag, den 8. April festgesetzt.
Bodenmannschaften sind immernoch damit beschäftigt, ein Leck an einer Wasserstoffleitung der Shuttle-Startanlage zu untersuchen und zu reparieren. Dieses hatte eine Verschiebung des Starts bereits am letzten Donnerstag verursacht. Mit dem Start am Montag steht nun dem Transport des "S0 Truss", des ersten Teils des ISS-Transportsystems, nichts mehr im Wege.
Related Links:
Internationale Raumstation
Space Shuttle
NASA Human Spaceflight
(ku - Quelle: NASA)


» Kometen sind nicht immer Schneebälle
07. April 2002 - Bilder der bereits pensionierten NASA-Sonde Deep Space One belegen, dass Kometen auch heiß und trocken sein können.
Es schon eine Art Vorurteil: Kometen sind kalte, vereiste Schneebälle. Beim Vorbeiflug von Deep Space One (DS1) an einem Kometen entdeckte man allerdings überhaupt kein gefrorenes Wasser auf seiner Oberfläche. Der Komet Borrelly besitzt nur unter seiner teerschwarzen Oberfläche Eisschichten, allerdings sind alle Spuren davon von der Oberfläche bereits durch die Sonne vaporisiert worden.
"Das Spektrum, das wir von dem Kometen messen, lässt vermuten, dass die Oberfläche heiß und trocken ist. Es ist für uns sehr überraschend, dass wir keine Spuren von Wasser oder Eis feststellen konnten," sagt Dr. Soderblom des US Geological Survey's Flagstaff in Arizona. Er ist leitender Autor eines Reports zum Vorbeiflug von DS1 an Borrelly im Magazin Science.
Ganzer Artikel (engl.)
(
ku - Quelle: NASA JPL)


 
 

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      Space Focus: Raumfahrtmedizin von Clemens Mach 

Seit den Anfängen der Raumfahrt haben sich die medizinischen Bedingungen und Möglichkeiten der Forschung im Weltall stark verbessert. In diesem Text wird es um die Probleme im Weltall, der Forschung in der Schwerelosigkeit und dem Nutzen für Patienten auf der Erde gehen.
 
Wenn ein Astronaut den Weg in den Weltraum antritt ist er starken körperlichen und psychischen Strapazen ausgesetzt. Im Weltraum muss sich der Körper erst an die Schwerelosigkeit anpassen und spielt in den ersten Tagen verrückt. Zum Beispiel wird beim Einsetzen der Schwerelosigkeit zuviel Blut in den Oberkörper gepumpt, da die Kraft, die es nach unten drückt, die Schwerkraft, nicht mehr vorhanden ist. Außerdem werden die Muskeln nicht mehr so stark gebraucht und bilden sich zurück. Ebenso wird Kalzium aus den Knochen abgebaut, was dazu führt, dass diese poröser werden. Weiterhin fühlen sich die Astronauten in den ersten Tagen übel, haben weniger Hunger und Durst, scheiden weniger Flüssigkeiten aus und produzieren weniger Blut. Diese Symptome werden als "Raumkrankheit" oder "Space Motion Sickness" bezeichnet. Es treten weiterhin auch psychische Probleme auf, da die Astronauten auf engstem Raum, getrennt von Familie und Freunden leben müssen. Aus diesem Grund wird jeder Astronaut medizinisch betreut. Im Raumanzug gibt es Sensoren, die die Vitalfunktionen überwachen und diese zur Erde funken. Außerdem kann jeder Astronaut mit seiner Familie sprechen oder sich etwas Freizeit gönnen. Aus genannten Gründen dürfen sich Astronauten auch nur maximal 3 bis 6 Monate im All aufhalten.
Aber die Raumanzüge können noch mehr. Die ersten Modelle sollten die Raumfahrer nur vor einem Druckabfall in der Kabine schützen und ihr Überleben sichern. Die heutigen Ausführungen bestehen aus 13 Metall- und Kunststoffschichten, die auch noch vor schädlichen (Sonnen-)Strahlen schützen sollen. Die Anzüge sind wie kleine persönliche Raumschiffe eines jeden Astronauten. So ein Anzug wiegt zwar über 100kg, was aber in der Schwerelosigkeit nicht stört.
 
Viele Ergebnisse der Forschung im Weltall können heute auch Patienten auf der Erde helfen. So ist der Kalziumabbau ähnlich wie die Osteoporose. Bei dieser Krankheit werden auch die Knochen porös und brechen sehr leicht. So haben Ergebnisse auf diesem Gebiet zweierlei Nutzen. Auch kann die Fernüberwachung der Astronauten für Risikopatienten auf der Erde angewandt werden. So können Sensoren sofort einen Arzt alarmieren, wenn zum Beispiel jemand einen Herzinfarkt bekommt und niemand da ist, um zu helfen. Mit derselben Technik können auch Kinder vor dem "plötzlichem Kindstod" gerettet werden. Solche Risikobabys tragen einen Mini-Raumanzug mit Sensoren, die ein Arzt ständig überwacht.
 
Das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin hat die Aufgabe, für die Gesundheit von Operateuren und Passagieren in Raumschiffen, Flugzeugen und terrestrischen Fahrzeugen zu sorgen. Dieses Institut ist in verschiedene Abteilung gegliedert. Operationelle Medizin, Luft- und Raumfahrtpsychologie, Flugphysiologie, Verkehrsmedizin, Strahlenbiologie und Umweltbiodiagnostik, Weltraumphysiologie, Medizintelematik und Telemedizin, Nutzerunterstützung und Exo- und Astrobiologie sind die wichtigsten.
 
Related Links:
Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
Wissenschaftsportal der ESA
Wissenschaftsportal der NASA

 
 

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      HotSpot: ISS-Trägersegment S0 von Michael Stein 

Einleitung
Bei Grafiken der Internationalen Raumstation (ISS), die das Aussehen nach der Fertigstellung zeigen sollen, fällt wahrscheinlich den meisten Betrachtern die vergleichsweise riesige, im ersten Moment von der Gestalt her an den Turm eines Baukranes erinnernde Trägerstruktur auf, an der ebenso beeindruckend große Solarpaneele und Radiatoren zur Abstrahlung überschüssiger Wärme in den Weltraum angebracht sind. Diese offiziell als "truss assembly" ("truss" = Gebälk, Sprengwerk einer Brücke) bezeichnete Metallgitterkonstruktion wird aufgrund ihrer Länge von rund 100 Metern in elf Segmente zerlegt nach und nach mit verschiedenen Shuttle-Flügen zur Raumstation gebracht, wo die Segmente dann zusammengesetzt werden. Das zentrale und gleichzeitig erste zur ISS transportierte Segment dieser Trägerstruktur hat die Bezeichnung S0 ("S Zero").
 
Aufbau und Bestandteile
Das S0-Segment ist ca. 13,4 Meter lang, rund 4,5 Meter hoch und wiegt über 12 t. Es wird mit Hilfe von insgesamt zehn Halterungen am ISS-Labormodul Destiny montiert und stellt gleichzeitig auch den einzigen Verbindungspunkt der gesamten zukünftigen Trägerstruktur mit der Raumstation dar, weshalb die Befestigung des SO-Segments am Labormodul auch sehr robust sein muss. Eine rund 4,30 m lange "Leiter" führt vom S0-Segment zur ISS-Luftschleuse Quest, damit ISS-Astronauten zukünftig bei Außeneinsätzen nach dem Verlassen der Luftschleuse problemlos zur zentralen Trägerstruktur der Station gelangen können. Auf einer Seite des Segments sind auf den beiden längs verlaufenden Metallträgern Schienen angebracht, über die später dann der so genannte Mobile Transporter (MT) fahren soll.
 
Das Innere der Metallgitterstruktur des S0-Segments ist komplett ausgefüllt mit Kabelsträngen, Computersystemen und Radiatoren für die Wärmeabstrahlung. Weiterhin sind vier GPS-Antennen sowie zwei Gyroskope sowie Videokameras zur Überwachung der Station und zur Unterstützung bei Außeneinsätzen an dem Trägersegment angebracht.
 
Funktionen
Als Bestandteil der zukünftigen zentralen Trägerstruktur der Raumstation dient das S0-Segment der mechanischen Verbindung dieser Struktur mit der übrigen Raumstation. Gleichzeitig bietet es über umfangreiche Kabel- und Computersysteme die Möglichkeit, die von den an der Trägerstruktur später noch anzubringenden Solarpaneelen erzeugte Energie zu den Verbrauchern - also den Lebens- und Forschungsmodulen der ISS - zu transportieren (die in das Segment integrierten Computersysteme unterstützten dabei das Energiemanagement). An der Unterseite des Segments ist ein Radiator angebracht, der die von den elektronischen Systemen innerhalb des Segments erzeugte Wärme in den Weltraum abstrahlt.
 
Eine andere wichtige Funktion der zukünftigen Trägerstruktur und damit auch des S0-Segments ist die Bereitstellung eines "Schienenweges", der sich über die gesamte Länge der Trägerstruktur erstrecken wird. Zu diesem Zweck sind auf zwei längs der Struktur nebeneinander verlaufenden Trägern an der Oberseite Schienen angebracht, auf denen der Mobile Transporter (MT) wird fahren können. Dieses ferngesteuerte Fahrzeug wird eine Plattform transportieren, auf die der Roboterarm der Station fixiert werden kann, so dass er bei notwendigen Reparatur-, Montage- oder Wartungsarbeiten mit Hilfe dieser "Weltraumeisenbahn" zügig seinen Einsatzort erreichen kann. Der MT wird im Rahmen derselben Mission wie das S0-Segment zur Raumstation transportiert. Bereits einige Tage nach Montage des S0-Segments an das Labormodul Destiny wird eine erste Testfahrt erfolgen, um die Funktionstüchtigkeit des MT zu überprüfen.
 
Ausblick
Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Segmente des "truss assembly" zur Raumstation geflogen werden, von denen je ein Segment links und rechts des S0-Segments angebracht werden sollen. Die dann noch fehlenden acht Segmente werden in späteren ISS-Montagemissionen sukzessive montiert werden. Schon vor Fertigstellung der gesamten Trägerstruktur werden die ersten Solarpaneele und Radiatoren an den bis dahin montierten Segmenten befestigt und in Betrieb genommen werden.
 
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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

S0 wird installiert
Diese Woche stellte einmal wieder einen Meilenstein in der Geschichte der Internationalen Raumstation (ISS) dar. Zunächst startete Anfang der Woche das Shuttle Atlantis mit seiner Fracht, der S0-Struktur, in die Erdumlaufbahn. Nach dem Flug, während dem einige Tests an Roboterarm und Dockmechanismus durchgeführt wurden, dockte die Atlantis an der Station an. Kurz darauf begann die Installation der S0-Struktur ("S Zero" gesprochen). Die Struktur bietet Kühlung sowie Energieversorgung für zukünftige Forschungsmodule.
 
Nach der Installation funktionierten alle Systeme der S0-Struktur einwandfrei. Einen Tag später wurden die GPS- und Orientierungsfunktionen aktiviert. Vier neue Computer, die an der Struktur befestigt sind, funktionierten nach einem Test auch einwandfrei.
 
Die restliche Woche brauchten die Astronauten im All für den Transport von Equipment und Versorgungsgütern vom Shuttle auf die Station. Auch Forschungsproben wurden ins "Destiny"-Labor gebracht.
 
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Internationale Raumstation
 

 
 

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      Surftipp: Space Science Data Center von Michael Stein 

Das interessanterweise im Rahmen einer Unternehmens-Website betriebene Space Science Data Center (SSDC) ist eine gute Quelle für Informationen über die verschiedenen Objekte in unserem Sonnensystem. In optisch professioneller Aufmachung können hier gut recherchierte deutschsprachige Artikel über die Sonne und sämtliche Planeten, aber auch über Asteroiden und Kometen abgerufen werden. Die inhaltliche Qualität der angebotenen Artikel ist gut, es handelt sich meistens um verständlich geschriebene und gut strukturierte Überblickartikel, die zudem auch zum Download im PDF-Format angeboten werden, um so in Ruhe offline lesen zu können.
 
Wünschenswert wäre eine ausführlichere Bebilderung der einzelnen Artikel - oft ist nur ein recht kleines Foto des besprochenen Himmelskörpers vorhanden -, aber dieses Manko wird durch umfangreiche Link-Verzeichnisse relativiert, die meistens auch Verweise auf Bildkataloge zu den jeweilig besprochenen Himmelskörpern beinhalten. Wer sich einen guten und schnellen Überblick über die Himmelskörper unseres Sonnensystems verschaffen möchte und gleichzeitig einen Startpunkt für weitergehende Recherchen sucht, sollte einen Blick auf die Seiten des Space Science Data Center werfen.

 
 

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      InDetail: Schwerelosigkeit im Erdorbit von Clemens Mach 

Normalerweise denkt man ja immer, ein Astronaut in der Umlaufbahn unseres Planeten wird nicht mehr von der Erde angezogen und ist schwerelos. Wenn dies wirklich so wäre, würde sich das Raumschiff von der Erde wegbewegen und sich nicht im Orbit halten. Es ist also die Schwerkraft für die Kreisbahn um die Erde verantwortlich. Der Effekt der Schwerelosigkeit bei Raumfahrzeugen in der Erdumlaufbahn entsteht nur deshalb, weil die Schwerkraft durch die entgegengesetzt wirkende und gleich große Zentrifugalkraft (entsteht aufgrund der Kreisbewegung) aufgehoben wird. Allerdings gibt es immer eine sogenannte "Mikrogravitation", die beispielsweise durch Lagekorrekturmanöver von Raumstationen entsteht.

 
 

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"In Space Newsletter" #020

Erscheinungsdatum:
13. April 2002
Auflage: 512 Exemplare


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Michael Stein

Schlussredaktion:
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