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"In Space Newsletter" Ausgabe #022
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Verehrte Leserinnen und Leser,
haben Sie gemerkt, wieviel weniger Aufsehen der Flug des zweiten "Weltraumtouristen" zur ISS in dieser Woche in den Medien erregt hat? Was hatte da doch Dennis Tito im letzten Jahr noch für eine Unmenge (kasachischen) Staubes aufgewirbelt. Aber das war seinerzeit wohl auch der nicht immer ganz einfachen amerikanisch-russischen Zusammenarbeit beim ISS-Projekt, Ungeschicklichkeiten auf der einen und Empfindlichkeiten auf der anderen Seite geschuldet. In seinem History Special-Fazit kommt Karl Urban auf dieses Thema unter anderem noch einmal zu sprechen.
Nun möchte ich Sie aber nicht weiter aufhalten. Ich hoffe, auch für Sie ist wieder etwas Neues und Interessantes in unserem Newsletter dabei, und wenn Sie etwas vermissen oder inhaltliche Fragen haben, dann schreiben Sie uns (genau für Ihre Anregungen und natürlich auch Kritik gibt es ja am Ende des Newsletters den dafür vorgesehenen Platz)!
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Michael Stein
Chefredakteur
"In Space - The Raumfahrer.net"
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Space Focus: Quasare |
von Mark Weimar | |
Quasare: Blick in die Urzeit des Universums
Das Wort "Quasar" ist eine Abkürzung für den Begriff "Quasistellare Radioquellen". Die Quasare wurden 1960 mit Hilfe der Radioastronomie entdeckt. Auf ersten Photoplatten erschienen sie nur punktförmig. Quasare sind die leuchtkräftigsten Objekte im Universum, daher kann man sie auch noch in mehreren Milliarden Lichtjahren Entfernung nachweisen. 1998 lag der Rekordhalter bei einer Rotverschiebung von z = 5,0. Der bislang leuchtkräftigste Quasar wurde 1991 von Astronomen der Hamburger Sternwarte entdeckt. Das Objekt mit einer scheinbaren Helligkeit von 17,7 und einer Rotverschiebung von z = 3,02 besitzt die 2 x 1015-fache Leuchtkraft unserer Sonne.
Nach der zurzeit am meisten favorisierten Theorie handelt es sich bei Quasaren um riesige Schwarze Löcher im Zentrum weit entfernter Galaxien. Dort wächst es durch Verschlucken von Gaswolken immer weiter an. Die aufgesammelte Materie fällt nicht geradlinig in das Schwarze Loch, sondern umkreist das Schwarze Loch auf immer enger werdenden spiralförmigen Bahnen. Es bildet sich eine so genannte Akkretionsscheibe. Dabei heizt sich das Gas durch Reibung auf Temperaturen von einigen 100 Millionen Grad auf. Die bei der Akkretion freiwerdende Gravitationsenergie kann einen beträchtlichen Bruchteil der Ruheenergie der akkretierten Materie ausmachen. Diese Art der Energieerzeugung ist um einen Faktor 1.000-mal effektiver als die Kernumwandlungsprozesse im Inneren der Sterne. Die leuchtkräftigsten Quasare würden Schwarze Löcher mit 100 Millionen Sonnenmassen - ca. 0,1% der Masse der Quasargalaxie - benötigen. Pro Jahr müssten sie ca. einen Stern verschlingen, was angesichts der hohen Sterndichte in den Zentren von Galaxien durchaus möglich sein sollte. Optische und UV-Beobachtungen unterstützen diese Vorstellung, denn Quasare sind sehr helle UV-Quellen.
Vermutlich stammt diese Strahlung von der heißen, rotierenden Akkretionsscheibe. Auch die Emissionslinien von Wasserstoff, Helium und Eisen deuten auf Bewegungen mit Geschwindigkeiten bis zu 5.000 km/s hin, was in der Nähe eines massereichen Schwarzen Lochs durchaus zu erwarten wäre. Bei einigen Quasaren beobachtet man mit Überlichtgeschwindigkeit aus dem Zentrum strömende Jets. Diese Jets sind vermutlich senkrecht zur Scheibe des akkretierenden Gases orientiert. Jedoch ist die Überlichtgeschwindigkeit nur eine "perspektivische Täuschung". Wenn wir zufällig fast genau in Strahlrichtung eines dieser Jets blicken, der sich mit fast Lichtgeschwindigkeit bewegt, so sagt die Relativitätstheorie tatsächlich eine scheinbar überlichtschnelle Bewegung der Endpunkte voraus.
Quasare ermöglichen uns eine Untersuchung des "jungen Universums". Bei einer Rotverschiebung von z = 4 sehen wir das Universum so, wie es aussah, als es nur 20% seiner heutigen Ausdehnung hatte. Trotz intensiver Suche sind Quasare mit z > 3,5 sehr selten. Das scheint darauf hinzudeuten, dass Quasare in der Frühzeit des Universums recht selten waren. Außerdem kann das darauf hin deuten, dass auch Galaxien selten waren und sich erst noch bilden mussten. Vielleicht bedeutet es aber nur, dass sich keine Quasare in sehr jungen Galaxien bilden können. Es gibt Hinweise, dass eine quasarähnliche Aktivität in jeder Galaxie möglich sein sollte. Andererseits kann das Schwarze Loch in den Zentren einiger Galaxien so klein sein, dass es von den umgebenden Sternen überstrahlt wird.
Aus der Verteilung der Rotverschiebung kann man schließen, dass die räumliche Verteilung der Quasare zwischen z = 2 und z = 3 ihr Maximum hat. Rechnet man das in eine zeitliche Entwicklung um, so zeigt sich, dass die Quasaraktivität eine Milliarde Jahre nach dem Urknall anstieg, etwa 1,3 Milliarden Jahre später ihr Maximum erreichte und innerhalb der nächsten 2 Milliarden Jahre wieder auf das ursprüngliche, niedrige Niveau abfiel. Was physikalisch dahinter steht ist bisher noch unklar. Aus Quasar-Emissionslinien kann man ableiten, dass auch Objekte mit hoher Rotverschiebung bereits denselben Gehalt an schweren Elementen wie unsere Sonne aufweisen.
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HotSpot: "Aqua" vor dem Start |
von Michael Stein | |
Einleitung
Wenn am kommenden Donnerstag vom kalifornischen Vandenberg aus Aqua gestartet wird, dann ist dies nach dem europäischen Erdbeobachtungssatelliten ENVISAT schon der zweite Forschungssatellit in diesem Jahr, dessen Ziel nicht die Erforschung anderer Planeten oder Galaxien, sondern die Gewinnung neuer Erkenntnisse über die komplexen Prozesse in dem Ökosystem unserer Erde sind. Die auf sechs Jahre angelegte Mission ist Teil des langfristigen Earth Science Enterprise-Forschungsprogramms der NASA, das mehrere Missionen umfasst.
Forschungsziele
Anders als ENVISAT fokussiert diese Mission jedoch auf einen Teilbereich dieser vernetzten Prozesse: Wie der Name unschwer vermuten lässt, soll Aqua (lat. "Wasser") vor allem Informationen über die Rolle des Wassers auf unserem Planeten sammeln. Die primäre Aufgabe des Satelliten ist die globale Gewinnung von Daten über Niederschläge, Verdunstung und Transport des Wassers in der Atmosphäre. Aqua soll Informationen über Veränderungen der großen ozeanischen Strömungen sammeln durch seine Beobachtungen das Verständnis für die Auswirkungen von Wolken und Prozessen des Oberflächenwassers auf das Klima verbessern. Letztendlich werden Wissenschaftler durch diese Daten die Veränderungen des globalen Ökosystems besser verstehen können und auch mehr darüber wissen, wie auf unerwünschte Veränderungen reagiert werden könnte. Auch ganz konkrete Verbesserungen wie beispielsweise genauere Wettervorhersagen erhoffen sich die am Projekt beteiligten Wissenschaftler.
Der Satellit
Aqua ist ein gemeinsames Projekt von den USA, Japan und Brasilien. Nach dem Start wird der Satellit einen sonnensynchronen polaren Orbit mit einer Höhe von ca. 705 km einnehmen und auf dieser Umlaufbahn den Äquator mit Flugrichtung Norden täglich um 13:30 Uhr (Ortszeit) überfliegen. Diese Flugbahn ist so gewählt worden, dass sie sich mit der des 1999 gestarteten NASA-Satelliten Terra ergänzt - die beiden Satelliten können dadurch dieselben Gebiete zu verschiedenen Tageszeiten beobachten und somit Veränderungen verschiedener wissenschaftlicher Parameter im Tagesablauf (wie z.B. Niederschläge) registrieren.
Das Raumfahrzeug ist im Orbit etwa 4,8 × 16,7 × 8,0 m groß und hat eine Masse von rund 3,1 t, wovon gut 230 kg Treibstoff für Kurskorrekturen und Lagekontrollmanöver sind. Das große Solarpaneel von Aqua erzeugt rund 4,6 kW elektrischer Energie, mit der unter anderem auch die sechs wissenschaftlichen Beobachtungsinstrumente an Bord betrieben werden.
Die Beobachtungsinstrumente von Aqua
AIRS ("Atmospheric Infrared Sounder") erstellt Temperaturprofile und misst den Gehalt von flüssigem und gasförmigem Wasser in der Atmosphäre. AMSU ("Advanced Microwave Sounding Unit") besteht eigentlich aus zwei Sensoren, deren Daten aber miteinander kombiniert und so behandelt werden, als würden sie einem Instrument entstammen. AMSU kann die Temperatur der unteren Atmosphäre bis hinauf zu einer Höhe von maximal 40 km auf 1°C genau messen, wobei die Messung in Höhenschichten von nur einem Kilometer möglich ist. Diese enorm exakten globalen Temperaturmessungen werden den Erwartungen der beteiligten Wissenschaftler zufolge zur Verbesserung der Wettervorhersage beitragen können. Darüber hinaus kann das Instrument auch noch Informationen über die Wolkendichte liefern. Das Instrument HSB ("Humidity Sounder for Brazil") wird Daten liefern, mit deren Hilfe man die Luftfeuchtigkeit von der Erdoberfläche bis hinaus in eine Höhe von etwa 10 km bestimmen kann. Aus den HSB-Daten können weiterhin Schlüsse über die Regenintensität in einem bestimmten Beobachtungsgebiet gezogen werden.
Gemeinsam werden aus den Daten von AIRS, AMSU und HSB vertikale Wasserdampf-Profile erstellt werden. Diese Informationen werden Wissenschaftlern eine genauere Schätzung der Verdunstungsraten über Land- und Wasserflächen ermöglichen.
Das doppelt vorhandene CERES-Instrument ("Clouds and the Earth’s Radiant Energy System") misst das von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenlicht, die von der Erde emittierte thermische Strahlung sowie die Gesamtsumme der Strahlung. Da Wolken natürlich auch einfallendes Sonnenlicht reflektieren, liefern die Daten von CERES auch weitere Informationen über die globale Wolkenverteilung. Zwei dieser Instrumente sind ebenfalls an Bord von Terra, dem bereits 1999 gestarteten "Schwester-Satelliten" von Aqua. Der MODIS-Scanner ("Moderate-Resolution Imaging Spectroradiometer") wird kontinuierlich Weitwinkelaufnahmen der Erdoberfläche machen, um an Land, in den Ozeanen sowie in der Atmosphäre ablaufende Prozesse verfolgen zu können. Alle ein bis zwei Tage wird die gesamte Erdoberfläche gescannt werden. Dies geschieht sowohl durch Aufnahmen im Bereich des sichtbaren Lichts sowie der Wärmestrahlung. Auch von diesem Instrument befindet sich ein Exemplar an Bord von Terra.
AMSR-E ("Advanced Microwave Scanning Radiometer - EOS") schließlich wird verschiedene Prozesse atmosphärischen Wassers beobachten. Dieses Instrument kann Regenfälle registrieren sowie Daten über Luftfeuchtigkeit, See-Eis, Bodenfeuchtigkeit, Schneebedeckung von Landflächen sowie über Wassermengen in Wolken sammeln.
Ausblick
Man darf ohne Zweifel auf die Ergebnisse gespannt sein, die von den an der Auswertung der Aqua-Beobachtungsdaten beteiligten Wissenschaftlern in den kommenden Jahren zu erwarten sind. Gerade die Tatsache, das Aqua mit einem teilweise identisch ausgestatteten "Schwester-Satelliten" kombiniert betrieben werden kann, eröffnet Möglichkeiten, die ein Satellit alleine nicht bieten kann. Wenn dann auch noch die internationale Zusammenarbeit das Konkurrenzdenken zwischen Europa und den USA überwinden kann und eine sinnvolle Zusammenführung der Daten der europäischen und amerikanischen Erdbeobachtungssatelliten möglich wird, dann werden wir sicher noch viel von Aqua lesen.
Related Links:
Aqua-Internetsite (englisch)
Erdforschungsprogramm der NASA (englisch)
Hotspot-Archiv
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History Special: Raumfahrt in den 90ern - ein Fazit |
von Karl Urban | |
Zum Abschluss unserer Reihe zur bemannten Raumfahrt möchte ich in diesem Artikel versuchen, aktuelle Raumfahrtprojekte zusammenzufassen und danach ein Fazit zu ziehen, wie die bemannte Raumfahrt der Zukunft aussehen könnte.
Ab der nächsten Woche beginnen wir von vorn: Wir werden von den Anfängen der Raumfahrt in den Köpfen und schließlich im Experiment mit den ersten Raketen berichten.
Wettkampf der Systeme
Seit den frühen Anfängen der Raumfahrt gab es eine Komponente im Antrieb für die Entwicklung von Weltraumtechnologien und Raketen, die heute nicht mehr selbstverständlich ist. Sowohl die Sowjetunion als auch die USA entwickelten nach 1945 unabhängig voneinander nach dem Vorbild im Krieg erbeuteter deutscher Baupläne, Bauteile und auch deutschen Personals ihre ersten Raketen. Dies geschah aber in erster Linie aus militärischen Gründen: Man wollte schnellstmöglich strategische Langstreckenwaffen verfügbar machen, mit denen auch Atombomben transportieren werden können, und damit nicht ohne Gegenschlag vom politischen Kontrahenten angegriffen werden zu können. Aus diesen frühen Marschflugkörpern wurden schließlich die ersten Raketen, die Nutzlast in einen Orbit transportieren konnten. Die Entwicklung von Weltraum-Raketen geschah unter einem vergleichbaren Druck wie bei den strategischen: Man wollte vor dem politischen Kontrahenten einen Satelliten und später einen Menschen ins All bringen, um zu beweisen, das das eigene politische System das bessere sei. Damit sind auch die enormen Mittel zu erklären, die auf beiden Seiten in die Entwicklung von Weltraumtechnologie gesteckt wurden. Ihren Höhepunkt erreichte dieser "Wettlauf im All" wohl, als die USA zweistellige Milliarden-Dollar-Beträge in das Apollo-Programm investierten. Parallel betrieb auch die UdSSR ein Mondprogramm, das allerdings an einer fehlerhaften Großrakete scheiterte. Trotzdem ist anzumerken, dass es auch die Sowjetunion hätte schaffen können, den Mond zu erreichen. Damit ist auch die unheimliche amerikanische Anstrengung während des Apollo-Programms zu erklären.
Nach dem Apollo-Programm gingen UdSSR und USA verschiedene Wege. So konstruierte man im Osten die ersten Raumstationen und sammelte Unmengen an Erfahrungen, die schließlich im Bau der Raumstation Mir gipfelten. Die USA hingegen nutzten ihre Ressourcen, nachdem man das einzige Raumstations-Programm Skylab beendet hatte, auf einen wieder verwendbaren Raumtransporter: Das Space Shuttle. Trotz dieser höchst-unterschiedlichen Wege in der Raumfahrt riss auch in der "Prä-Apollo-Ära" ein gegenseitiges Übertrumpfen im All nicht ab. Dies zeigt beispielsweise das sowjetische Buran-Programm: Der Raumtransporter Buran war eine direkte Antwort auf das Space Shuttle. Er hatte allerdings aufgrund seiner späten Entwicklung einige Vorteile gegenüber dem amerikanischen Modell.
Neue Zielsetzungen
Perestroika und Glasnost waren die Schlagworte, unter denen Gorbatschow die Sowjetunion umbauen wollte. Da dies nicht so gelang, wie ihm vorschwebte, zerfiel die Sowjetunion in den frühen 90er Jahren und Russland war kein kommunistischer Staat mehr. Dies änderte auch die Zielsetzungen der Raumfahrt weltweit. Zum einen sah die Finanzlage von Russland alles andere als gut aus. Das viel versprechende Buran-Programm musste eingestellt werden, obwohl mehrere Orbiter in Vorbereitung und bereits mehrere Startrampen gebaut worden waren. Zudem verzögerte sich auch der Ausbau der Raumstation Mir um mehrere Jahre. Durch das Ende des Sozialismus im Osten war nun auch ein wichtiger Grundpfeiler der Raumfahrt weggebrochen: Es gab keinen Wettstreit der politischen Systeme mehr und damit auch keinen offenen Wettstreit im All.
Bei der NASA waren seit dem Ende des Apollo-Programms der Wunsch nach einer großen Raumstation mit Wohnraum für mehrere 100 Personen immer lauter geworden. Bereits in den 70er und 80er zeigte sich aber, dass diese Vorstellung eines Habitats im Erdorbit in dieser Größenordnung wenig realistisch war, zumal auch bei der NASA nach 1990 weniger Mittel zur Verfügung standen.
Das Motto der Neunziger Jahre und des frühen 21. Jahrhunderts lauteten daher "miteinander statt gegeneinander". Mitte der 90er vereinbarten die USA, Russland, Europa, Japan, Kanada und Brasilien den Bau der Internationalen Raumstation. Dieses internationale Großprojekt zeigt den Charakter, den neuere Raumfahrt bis heute trägt, nämlich, sehr teure Projekte gemeinsam mit vielen Staaten zu meistern.
Bemannte Raumfahrt auch in Zukunft?
Doch selbst beim Bau der ISS zeigen sich bereits grobe Fehlkalkulationen: Die Station wird teurer als erwartet. Dies deckt das Bild, was die bemannte Raumfahrt allgemein vermittelt: Sie ist teuer und ineffizient. So ist die Hauptaufgabe der ISS die Forschung. Doch bisher gibt es kaum Interesse der Wirtschaft, sich an Weltraum-Projekten zu beteiligen. Vielerorts wird die Frage erhoben, warum man hohe Milliardenbeträge in die bemannte Raumfahrt steckt, die scheinbar keine Resultate hervorbringt. Zudem sinkt das Budget der Raumfahrtorganisationen mehr als es steigt.
Doch es gibt auch Lichtblicke für die bemannte Raumfahrt. Einer davon heißt Weltraumtourismus. Bereits der zweite Weltraumtourist besucht die ISS und zeigt damit ein allgemeines Interesse am Weltraumflug der Zivilbevölkerung. Vielleicht wird eines Tages ein breites Interesse am Weltraumtourismus dazu in der Lage sein, die bemannte Raumfahrt wieder populärer zu machen. Fakt ist, dass der Weltraum, das Universum, den Menschen zu sehr fasziniert, als dass er kopfschüttelnd die Hände davon lassen könnte. Es steht außer Frage, dass der Mensch eines Tages andere Planeten des Sonnensystems besuchen wird - vielleicht sogar in näherer Zukunft den Mars. Die menschliche Neugier - auch wenn dieser Begriff sehr unökonomisch klingt - wird das Abenteuer bemannte Raumfahrt nicht totsparen können.
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Wer schon immer einmal davon geträumt hat in einem echten Space Shuttle zu fliegen kann sich auf unseren heutigen Surftipp freuen. Orbiter ist ein Freeware-Raumfahrtsimulator bei dem der Pilot mit dem Space Shuttle Atlantis von Cape Canaveral aus ins All starten und zur ISS, zum Mond, Mars oder wohin er Lust hat, fliegen kann. Es gibt natürlich auch noch andere, eher futuristische Raumfahrzeuge, z.B. einen Gleiter der mit Hover-Triebwerken ausgestattet ist und auch senkrecht starten kann. In der neuesten Version sind verbesserte Texturen für Schiffe und Planeten enthalten, außerdem hat man im Gleiter nun endlich eine richtige Bedienkonsole. Die Steuerung entspricht im Großen und Ganzen der eines normalen Flugsimulators (mit Joystickunterstützung). Durch Plug-ins ist Orbiter beliebig erweiterbar. Bei Orbital mods findet man z.B. viele neue Schiffe, Stationen und Szenarien. Orbiter hat nämlich (wie auch der MS Flight Simulator) nur Szenarien, da die Software nicht missionsorientiert ist. Alle Hobbyraumfahrer ;-) können nun endlich selbst eine Runde um die ISS drehen. Viel Spaß.
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InDetail: Der Urknall |
von Dominik Mayer | |
Der Urknall (englisch "Big Bang", Großer Knall) ist der Zustand in dem sich das Universum aus einem unendlich kleinen Volumen mit unendlich hoher Energiekonzentration (also auch mit unendlich hoher Temperatur) mit unendlich großer Geschwindigkeit ausbreitete. Als einer der wichtigsten Hinweise für die Existenz des Urknalls gilt die Ausdehnung des Weltalls welche man in die Vergangenheit zurückverfolgt. Die Ausdehnung lässt sich mit dem 1929 von Edwin Powell Hubble (1889 - 1953) entdeckten Hubble-Effekt erklären, der besagt dass sich bei weit entfernten Galaxien die Spektrallinien abhängig von ihrer Entfernung in den roten Bereich des Spektrums verschieben (vgl. Doppler-Effekt).
Unbeantwortet bleibt allerdings vorerst die Frage wie es mit dem Universum weitergeht. Zurzeit sind zwei Theorien im Gespräch von denen eine vermutet, dass sich der Kosmos unendlich weit ausdehnen wird, wohingegen die andere von einer umgekehrten Ausbreitung, also einer Kontraktionsbewegung, spricht, an deren Ende alles in einem finalen Endknall vernichtet wird.
Wichtige Forschungen zum Urknall werden zur Zeit am Teilchenforschungsinstitut CERN in der Schweiz durchgeführt.
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"In Space Newsletter" #022
Erscheinungsdatum:
27. April 2002
Auflage: 521 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Schlussredaktion:
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Günter Fischer
Lutz Growalt
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Dominik Mayer
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Mark Weimar
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
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