| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #023 vom 4. Mai 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter" Ausgabe #023
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Entdeckung extrasolarer Planeten
> HotSpot:
"Spot 5" erfolgreich gestartet
> History Special:
Die geistigen Väter der Raumfahrt
> Tipp:
Raumfahrt-Ausstellung in Frankfurt
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
First African in Space
> InDetail:
Exzentrizität
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
der Jahreszeit entsprechend bietet Ihnen unser heutiger Newsletter auch einen "Ausflugstipp". Unser Gast-Autor Hans-Georg Urbin hat eine ungewöhnlich interessante Raumfahrt-Ausstellung auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens besucht, und wenn Sie in der Nähe von Frankfurt (Main) wohnen sollten, dann haben Sie nach der Lektüre seines Artikels vielleicht gleich ein Ziel für Ihren nächsten Ausflug.
Für alle in und um Berlin wohnenden Leser bietet die kommende Woche mit der "Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung 2002" natürlich auch wieder einmal aufregende Live-Eindrücke - wir werden Sie nach Abschluß der ILA 2002 natürlich über die wichtigsten Highlights im Bereich Raumfahrt informieren.
Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Stöbern durch die InSpace-Newsmeldungen der vergangenen Woche und den Artikeln, die unsere Autoren für Sie zusammengestellt haben.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Michael Stein
Chefredakteur
"In Space - The Raumfahrer.net"
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Umfrage: Finden Sie die Ausgaben für die bemannte Raumfahrt sinnvoll?
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CSG-Vertrag unter Dach und Fach <mehr>
EGNOS schreitet voran <mehr>
Atemberaubende Bilder der neuen Hubble-Kamera <mehr>
Nachfolger des Space Shuttle in Planung <mehr>
Vom Schilfrohrboot zur Rakete <mehr>
Steuerklappen der X38 <mehr>
Marco Polo - Andocken und Einsteigen <mehr>
JLP übernimmt die Kontrolle über die Ozeanographie-Mission <mehr>
» CSG-Vertrag unter Dach und Fach
03. Mai 2002 - Jean-Jacques, Direktor für Raumfahrzeugträger der ESA, und Gerard Brachet, Generaldirektor der französischen Raumfahrtagentur (CNES), haben gestern im Raumfahrtzentrum Guayana in Kourou den neuen Vertrag unterzeichnet.
Grundlage für diesen Vertrag ist der am 15. November 2001 in Edinburgh vom ESA-Rat auf Ministerebene gefasste Beschluss über die Finanzierung des CSG (Raumfahrtzentrum Guayana). Danach trägt die ESA mit 411,6 Millionen Euro zwei Drittel der Fixkosten; das verbleibende Drittel wird aus dem nationalen Haushalt des CNES finanziert, womit Frankreich für insgesamt 56 Prozent dieser Fixkosten aufkommt.
Das Raumfahrtzentrum Guyana, Europas Raumflughafen, ist eine wesentliche Komponente dieses Sektors: Es garantiert Europa seinen eigenständigen Zugang zum Weltraum und trägt darüber hinaus zur Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Systems Ariane bei.
(la - Quelle: ESA)
» EGNOS schreitet voran
03. Mai 2002 - Der Entwurf für EGNOS, den Vorläufer eines europäischen Satellitennavigationssystems, ist nun genehmigt.
Im Januar hat ein Team von 50 Sachverständigen aus nationalen Zivilluftfahrtorganisationen, EUROCONTROL, dem CNES, der ESA und der GISS (vorläufige Galileo-Unterstützungsstruktur) den EGNOS-Entwurf überprüft und seine Schlussfolgerungen dem Überprüfungsausschuss vorgelegt. Daraufhin hat dieser in einer Besprechung im Februar befunden, dass der Entwurf des EGNOS-Systems den Vorgaben entspricht, die Definitionsarbeiten sehr gut vorangeschritten sind und der Zeitplan eingehalten wird.
EGNOS, ein Gemeinschaftsvorhaben der ESA, der Europäischen Kommission und der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (EUROCONTROL), ist die erste Stufe eines globalen Navigationssatellitensystems und soll die beiden derzeit in Betrieb befindlichen militärischen Systeme - das GPS der USA und das russische GLONASS - so ergänzen, dass sie für sicherheitskritische Anwendungen wie das Landen von Flugzeugen und das Steuern von Zügen und Schiffen genutzt werden können.
EGNOS soll erst 2004 im Betrieb gehen, doch hat der EGNOS-Systemprüfstand (ESTB), eine vereinfachte Ausführung von EGNOS in Europa, bereits im Februar 2000 begonnen, Signale über einen Inmarsat-Satelliten an potentielle Nutzer auszustrahlen. Die bisherigen Ergebnisse sind äußerst viel versprechend: Die Ortungsgenauigkeit konnte gegenüber den mit GPS und GLONASS möglichen 20 m auf wenige Meter verbessert werden.
(la - Quelle: ESA)
» Atemberaubende Bilder der neuen Hubble-Kamera
02. Mai 2002 - Die ersten von der NASA heute veröffentlichten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble nach Abschluss der Service-Mission 3B im März dieses Jahres haben bei den Astronomen Begeisterung ausgelöst. Während der letzten Hubble-Wartungsmission wurde unter anderem auch eine neue Advanced Camera for Surveys in das Teleskop eingebaut, die die Leistungsfähigkeit des Teleskops erheblich verbessert hat.
Während der Hubble-Wartungsmission 3B wurden von den Shuttle-Astronauten bei fünf Außeneinsätzen die Solarpaneele sowie verschiedene Hubble-Instrumente ausgetauscht. Eines der neuen Instrumente, die so genannte Advanced Camera for Surveys (ACS), hat nach mehrwöchigen Tests und Kalibrierungen nun erste Bilder geliefert, die den in sie gesetzten hohen Erwartungen entsprechen.
"Die ACS öffnet ein neues großes Fenster zum Universum. Diese [jetzt veröffentlichten Fotos] gehören zu den besten Fotos des entfernten Universums, die Menschen jemals zu Gesicht bekommen haben", so Astronom Holland Ford von der John-Hopkins-Universität in Baltimore. Die um den Faktor zehn höhere Effizienz der neuen Kamera eröffnet der Forschung vollkommen neue Möglichkeiten: "ACS erlaubt es uns, die Grenzen des frühen Universums zurückzudrängen. Wir werden in der Lage sein, die 'Morgendämmerung' unseres Universums [zu beobachten], als sich die ersten Galaxien in der dem Urknall folgenden Dunkelheit zu bilden begannen", so Ford.
Die neue Kamera soll Objekte aufnehmen können, die mit den leistungsstärksten Teleskopen auf der Erde nicht mehr zu beobachten sind. Dazu verfügt sie über ein lichtempfindliches CCD-Element mit 16 Millionen Pixel Auflösung. Verglichen mit Aufnahmen der älteren Wide Field Planetary Camera 2-Kamera kann ACS ein doppelt so großes Gebiet mit doppelt so hoher Auflösung und fünffacher Empfindlichkeit aufnehmen. Alternativ kann die ACS auch qualitativ gleichwertige Aufnahmen in etwa einem Zwölftel der Zeit ihrer Vorgängerkamera aufnehmen, so dass in einem gegebenen Zeitabschnitt viel mehr Beobachtungen möglich sein werden.
Auch alle übrigen ausgetauschten Instrumente haben die bisherigen Tests problemlos durchlaufen. Zurzeit wird mit Hilfe der im März installierten neuen Cryocooler-Kühlanlage die Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer (NICMOS) auf die Betriebstemperatur heruntergekühlt. Nach Erreichen der Marke von -203° C werden voraussichtlich im Juni erste astronomische Infrarot-Aufnahmen gemacht und veröffentlicht werden. Damit wäre das Instrument dann erstmals seit 1998, als das Kühlmittel aufgrund eines winzigen Lecks vorzeitig aufgebraucht war, wieder in Betrieb.
"Diese Service-Mission hat sich als außerordentlicher Erfolg erwiesen", sagte der Hubble-Projektmanager Preston Burch beim Goddard Space Flight Center der NASA. "Es war die bisher schwierigste und komplizierteste Service-Mission, und unser Weltraumobservatorium hat sie mit fliegenden Fahnen überstanden." Weitere Fotos und Informationen sind im Internet auf der Seite Down-to-Earth Astronomy (englisch) sowie auf der HubbleSite (englisch) verfügbar. Ausführliche Informationen über die letzte Service-Mission im März 2002 können Sie unserem dazu erschienenen Hotspot-Artikel entnehmen.
(ms - Quelle: NASA)
» Nachfolger des Space Shuttle in Planung
02. Mai 2002 - Die mit der Konzeption und Planung des Shuttle-Nachfolgers beauftragte Space Launch Initiative (SLI) der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA hat unter einer Vielzahl von Vorschlägen, die von verschiedenen Luft- und Raumfahrtkonzernen gemacht worden sind, eine erste Vorauswahl getroffen. Im November wird es eine weitere Vorauswahl geben, bei der dann zwei oder drei Entwürfe ausgewählt werden, von denen einer voraussichtlich ab 2005 verwirklicht werden wird.
Die Space Launch Initiative (SLI) ist eine NASA-weite Initiative, um die Anforderungen an ein bemanntes wiederverwendbares Raumtransportsystem der zweiten Generation zu definieren und ein geeignetes Konzept zur Realisierung auszuwählen. Der Nachfolger des Space Shuttle - das wieder verwendbare Raumtransportsystem der ersten Generation - soll vor allem eine höhere Sicherheit und Zuverlässigkeit bei niedrigeren Transportkosten und geringeren Wartungszeiten aufweisen. Daher stehen zuverlässige, langlebige Triebwerke, Rettungssysteme für die Besatzung sowie eine stabile Leichtbauweise ganz oben auf der Anforderungsliste der SLI.
Bei der Beurteilung der von drei Unternehmen bzw. Konsortien (Boeing, Lockheed Martin sowie einem aus der Orbital Science Corporation und Northrop Grumman bestehenden Konsortium) eingereichten Entwürfe wurde nicht nur das eigentliche Raumfahrzeug begutachtet, sondern auch die dafür notwendige Infrastruktur am Boden und im All sowie Art und Umfang der vor einem Flug erforderlichen vorbereitenden Arbeiten am Boden.
Sobald eine Entscheidung für ein Konzept getroffen worden ist, kann die Entwicklungsarbeit beginnen. Nach derzeitigem Zeitplan wird damit gerechnet, dass dies Mitte dieses Jahrzehnts der Fall ist. Bereits jetzt zeichnet sich jedoch schon das zukünftige Antriebssystem ab, da die Entwicklung neuer Triebwerke extrem langwierig ist und daher zuerst eine Entscheidung über diese Komponente des zukünftigen Raumtransporters getroffen werden muss. Der Shuttle-Nachfolger wird aller Voraussicht nach über ein zweistufiges Antriebssystem mit Triebwerken verfügen, die entweder ausschließlich mit Kerosin, Wasserstoff oder einer Kombination aus Kerosin und Wasserstoff betrieben werden.
Weitergehende Informationen über die SLI sowie die eingereichten Entwürfe für den Raumtransporter der zweiten Generation finden sich auf der Internetsite der Space Launch Initiative (englisch) sowie auf der Space Transportation-Internetsite (englisch).
(ms - Quelle: NASA)
» Vom Schilfrohrboot zur Rakete
01. Mai 2002 - Raketenstartende Highschool Studenten in Alabama treten in die Fußstapfen eines großen Entdeckers.
Als Thor Heyerdahl Anfang dieses Monats verstarb, hinterließ er ein Testament menschlicher Neugier. Sein Leben war hauptsächlich ein Suchen nach Antworten. Er wuchs in einer wissenschaftlich interessierten Familie auf. Seine Eltern liebten die Natur und die Zoologie. Diese Leidenschaft trat auf ihn über.
Thor tat das was alle Wissenschafter tun: Beobachten, Daten sammeln und den Sinn der Welt herausfinden. Er hatte Glück gehabt, dass er Leute um sich hatte, die ihn immer wieder ermutigt haben. Als Highschool-Student unternahm er Expeditionen in die Wildnis Norwegens – er nannte sie "winter vacations" (Winterferien). Sein einziger Begleiter waren Erik, ein Schulkollege, und ein großer Eskimo Hund. "Mit Kazan (der Hund) unser Essen ziehend, bauten Erik und ich Iglus um im Winter zu übernachten – manchmal auf den höchsten Gipfeln und Gletschern", berichtet Thor Jahre später in seinem Buch "Fatu-Hiva: Back to Nature".
Als Thor 23 war, verließ er mit seiner Frau Norwegen und reiste nach Polynesien. Dort lebte er ein traditionelles Inselleben und studierte die Wurzeln der ansässigen Tiere. "Wie hat sich die Fauna auf dieser ozeanischen Insel entwickelt, welche niemals den Kontinent berührt hat?", schrieb er. Sie mögen mithilfe von menschlichen Reisenden angekommen sein. Heutzutage glauben Forscher, dass Polynesien von frühen segelnden Bootsleuten besiedelt wurde. Thor glaubte, dass diese Leute von der anderen Seite des Pazifiks kamen und die Insel besuchten.
Seine Ideen trafen aus Skepsis, also versuchte er es zu beweisen. Er benutzte lokale Materialien aus Peru, er baute ein Balsa-Holz Boot, genannt Kon Tiki, und segelte von Südamerika nach Polynesien in 101 Tagen. Er legte dabei eine Strecke von 8000 km zurück um zu zeigen, dass die vorherrschenden Winde und die Technologie der frühen Peruaner ausreichte um seine Theorie zu untermauern. (Jahre später überquerte er mit einem Papyrus-Boot, genannt Ra II, den Atlantik, um zu zeigen, dass Nord Afrikaner vor Christoph Columbus Amerika besuchten.)
Selbstverständlich hat er nicht nachgewiesen, was in frühen Zeiten stattfand, nur was hätte sein können. Er zeigte der menschlichen Begierde wie die Dinge wurden, was sie sind. Wie alle Forscher brach er das menschliche Wissen auf. Er verstand, dass die Wissenschaft Fakten und Beweiße benötigt. So brach er auf um die Beweiße zu beschaffen.
Thor Heyerdahl war nicht der letzte Forscher. Heutzutage durchsuchen Forscher die Wüste Gobi nach Überresten vergangener Lebensformen; suchen in den Tiefen der Ozeane nach unbekannten Lebensformen; und suchen den Himmel nach Außerirdischen ab. Heute studieren Forscher neue Materialen im Erdorbit, schauen zurück auf die Erde in den tiefen des Alls um zu sehen woher wir kommen, und schauen in den Himmel mit menschlichen und technologischen Augen und zu sehen wohin wir gehen.
All diese Forscher haben eines gemeinsam neben ihrer Neugier und dem Bestreben, Neues zu lernen. Sie alle brauchen Boote. Kolumbus hatte drei, Heyerdahl hatte sein Balsaboot und Weltraumforscher benutzen Shuttles, Soyuz, Proton und die ISS. Verschiedene Zeiten, verschieden Ozeane, verschiedene Segeltechniken. Aber sie alle bringen uns zu neuen Grenzen. Daneben brauchen Forscher jemanden oder etwas um ihre angeborene Neugier zu entflammen und ihre Begierde etwas Außergewöhnliches zu entdecken. Dies können Eltern oder Lehrer sein, die Kinder unterstützen etwas Neues zu tun.
Heutzutage segeln Weltraumforscher mit Raketenpower. Mancher der heutigen Wissenschafter begannen mit einfachen kleinen Flaschenraketen oder größere Supermarkt Raketen, welche circa 50 m in die Höhe flogen und mit einem Fallschirm auf der Erde landeten. NASAs Marshall Space Flight Center startet kürzlich ein Programm um mehr dieser jungen Forscher zu ermutigen. Sie sponserten Teams von Studenten, Forscher aus Highschool und Kollege, Marschall verteilt Gelegenheiten an eine neue Generation um mehr über Raketenbau und den Start zu lernen.
Die "Student Launch Initiative" erlaubte drei Highschool-Teams und einem College-Team Raketen zu designen und zu bauen und sie dann im Redstone Arsenal Test Range in Huntsville, Alabama, zu starten. Hier lernten die Studenten ein Projekt zu planen, eine Rakete zu designen und zu beladen und die Performance und die Sicherheit zu analysieren. Nach dem Start wurde der Flug studiert und man beobachtete was funktionierte und was nicht. Diese Raketen waren allerdings keine Flaschenraketen mehr! Die Highschool-Raketen sind ca. 10 cm im Durchmesser, etwa 1,5 m lang und wiegen zirka 5,5 kg. Jede Rakete ist mit einem Altimeter bestückt um die Höhe festzustellen. Das Ziel ist es ein Höhe von 900 m zu erreichen und mit einem Fallschirm sicher auf der Erde zu landen. Wiederverwertung ist der Schlüsselfaktor!
Die College-Raketen haben 20 cm Durchmesser, sind etwa 4 m lang und wiegen ca. 27 kg. Die angepeilte Höhe ist 3.000 m. Der Motor einer College-Rakete ist ungefähr 10-mal stärker als ein Highschool-Motor (Dieser ist zirka 100-mal stärker als ein Motor, den man in einer kleinen Modellrakete verwendet)
Beide Raketentypen flogen zwei Mal. Das Programm wurde so populär, dass neue Vorschläge eingetroffen sind und mehr Auswahl und Startmöglichkeiten für die nächsten Studenten geplant sind. Wer weiß, vielleicht wird jemand von diesen Teams der neue Neil Armstrong oder Thor Heyerdahl!
(fs - Quelle: NASA Science)
» Steuerklappen der X38
30. April 2002 - Die Steuerklappen des zukünftigen Rettungsgleiters der NASA für die ISS wurden in Deutschland gefertigt und sind nun der NASA übergeben worden.
Gefertigt wurden die keramischen Steuerklappen bei der deutschen Firma MAN in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR). Sie sollen dem künftigen Rettungsgleiter der NASA ermöglichen bei Wiedereintritt steuerbar zu bleiben. Da beim Wiedereintritt Temperaturen von bis zu 1800°C entstehen, sind hohe Anforderungen an das Material gestellt. Die X38 soll ab 2004 einer siebenköpfigen Besatzung ermöglichen, die ISS im Notfall zu evakuieren und sicher auf die Erde zurückzukehren.
(sp)
» Marco Polo - Andocken und Einsteigen
29. April 2002 - Am Samstag erreichte die Sojus Kapsel TM-34 die ISS.
Das automatische Andockmanöver der Sojus Kapsel an die ISS wurde um 09:55 Uhr (07:55 GMT) am 27. April 2002 erfolgreich beendet. Um 11:25 Uhr (09:25 GMT) folgten die Öffnung der Luke sowie das erste Zusammentreffen zwischen der Crew und der Expedition 4 an Bord der Internationalen Raumstation.
Um 11:31 Uhr (09:31 GMT) kam Mr. Feustel-Buechl, ESA Direktor des bemannten Raumflugs und des Microgravity-Programms, an die Reihe. Vom Missionskontrollzentrum in Moskau aus wandte er sich an die Crew. Ihm folgte eine erste Ansprache des italienischen Botschafters in Moskau, Mr. Facco-Bonnetti, an Roberto Vittori und seine Kameraden.
Zu allererst wandte sich Mr. Feustel an den Kommandanten der ISS, Yuri Onufrienko, und die Bordingenieure Dan Bursch und Carl Walz aus der Expedition 4-Mannschaft. Dann fragte er den Kommandanten der Marco Polo-Mission, Yuri Gidzenko, ob alle Systeme an Bord der Sojus TM-34 funktioniert hätten und ob sich die Crew gut an die Bedingungen auf dem Flug angepasst hätte.
Er beglückwünschte Roberto Vittori dazu, das er als erster Italiener die ISS mit einem russischen Raumschiff, als Kosmonaut, erreicht hatte und kommentierte die bedeutsame Kooperation zwischen ESA, ASI und den Russen. Er betonte auch die Wichtigkeit der ergiebigen Zusammenarbeit mit den Russen, die nun schon 15 Jahre andauert. Roberto antwortete, dass er sich, obwohl er erst einige Minuten in der Raumstation verbracht hatte, schon wie Zuhause fühle.
Die Mission Marco Polo hat für Roberto Vittori und seine Kollegen nun wirklich begonnen. Eine Menge Arbeit, wissenschaftliche Experimente eingeschlossen, wird in den acht Tagen an Bord der ISS verrichtet werden.
Related Links:
Original-Artikel (englisch)
Wiederholung des Andockmanövers und des Einstiegs ansehen
(dm - Quelle: ESA)
» JLP übernimmt die Kontrolle über die Ozeanographie-Mission
28. April 2002 - CNES übergibt Kontrolle über Jason 1 an die NASA.
Die Jason 1-Mission zum Überwachen der globalen Klimaabhängigkeiten zwischen dem Meer und der Atmosphäre erreichte diese Woche einen weiteren wichtigen Meilenstein mit der erfolgreichen Übergabe der tagtäglichen Kontrolle vom Französischen CNES an das NASA Jet Propulsion Laboratory, Pasenda, Calif.
Mit dieser Übernahme ist das JPL nun verantwortlich für die rund um die Uhr Echtzeitüberwachung von Jasons 1 Zustand und Status, und für das Erstellen und Hochladen der wöchentlich gespeicherten Befehlsanweisungen zum Satellit. Diese Befehlsanweisungen enthalten Daten/Befehle für die Missionsplanung, die Nutzlast, die Steuerung, den Bodenstationkontakt und laufende Wartungsarbeiten. Das Französische Space Agency Satellitenkontrollzentrum in Toulouse, Frankreich, wird fortfahren, Raumfahrzeugtechnik- und Navigationsaufgaben durchzuführen. Beide Organisationen sind gemeinsam für die Verarbeitung der wissenschaftlichen Daten dieser Mission verantwortlich.
Related Links:
Original-Artikel (englisch)
(sr - Quelle: NASA JPL)
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Space Focus: Entdeckung extrasolarer Planeten |
von Karl Urban | |
Planeten - größere kugelförmige Himmelskörper, die ihren Zentralstern umkreisen - sind schon so lange bekannt, wie es menschliche Hochkulturen gab. Bereits in der Antike und davor waren Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn bekannt - die fünf Planeten unseres Sonnensystems, die sich mit bloßem Auge beobachten lassen. Einer der Planeten unseres Sonnensystems brachte Leben hervor: Die Erde. Doch gibt es auch um andere ferne Sonnen Planeten?
Entdeckungsmethoden
Heute gibt drei grundlegend verschiedene Methoden zum Nachweis extrasolarer Planeten um ferne Sonnen. Der Sachverhalt, das der erste dieser Planeten erst 1995 entdeckt wurde, beweist aber, wie kompliziert und aufwändig diese Verfahren sind. Das hat in erster Linie den Grund, dass ein direkter Nachweis (also die direkte Beobachtung wie bei den Planeten unseres Sonnensystems) nicht möglich ist, da ferne Sonnen ihre Planeten wegen ihrer Leuchtkraft "überstrahlen".
Man unterscheidet bei der indirekten Entdeckung extrasolarer Planeten zwischen dem Nachweis über den Doppler-Effekt, der Helligkeitsmessung (Photometrie) und der Positionsmessung (Astrometrie).
Der Doppler-Effekt beruht auf einem Phänomen, dass sich auch in einem alltäglichen Phänomen wieder findet: Ein Krankenwagen mit heulendem Martinshorn fährt einem auf der Straße entgegen. In dem Moment, in dem es an einem vorbeisaust, verändert sich für den Zuhörer am Straßenrand die Tonhöhe. Zu erklären ist dies mit dem Schall, der vor dem Krankenwagen wegen dessen Geschwindigkeit "zusammengedrückt", die Schallwellen also verkürzt werden, hinter ihm dehnen sie sich aus. Damit wird der Ton des Martinshorns zuerst höher, dann tiefer. Dieses Phänomen lässt sich auch auf die Astronomie übertragen. Dafür müssen wir uns etwas klarmachen: Ein Stern wird von einem Planeten umkreist, der ebenso wie der Stern eine Masse besitzt. Diese Planetenmasse bewirkt, dass der Stern und der Planet um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen, der Stern "eiert". Für den Beobachter auf der Erde hat dieses "Eiern" zur Folge, dass sich der Stern erst in Richtung des Beobachters bewegt und sich dann wieder von ihm entfernt. Was für die Schallwellen des Martinshorns gilt, gilt auch für das Licht: So lässt sich beim Zubewegen auf die Erde im Spektrum des Sterns eine Rotverschiebung, beim Wegbewegen eine Blauverschiebung nachweisen. Was sich so einfach anhört (denn man müsste ja nur das Farbspektrum eines Sterns messen, schon wüsste man, ob er Planeten besitzt), ist in Wahrheit eine sehr aufwändige Methode: Die Abweichungen im Spektrum sind in der Regel so minimal (sie macht ein Zehntel der Dicke einer Spektrallinie aus), dass man diese erst nach vielen sehr genauen Messungen feststellen kann. Trotzdem ist dies die effektivste Methode zum Aufspüren extrasolarer Planeten: Bis heute wurden über 80 von ihnen gefunden, wobei der größte Teil davon den Doppler-Effekt ausnutzte.
Die Photometrie bedient sich der Helligkeitsmessung der Sterne. Diese haben in der Regel eine konstante Leuchtkraft, die in Sternenkatalogen aufgeführt ist. Wird ein ferner Stern nun von einem Planeten umkreist kann man damit rechnen, dass dieser von Zeit zu Zeit seinen Zentralstern für uns verdeckt, also eine Art "Sternfinsternis" verursacht. Dies hat einen kurzzeitigen Rückgang der Leuchtkraft des Sterns zur Folge, der jedoch minimal ist. Astronomen spekulieren darauf, durch ständige Helligkeitsmessungen von Sternen solche Planeten-Übergänge erleben zu können, um den Planeten dadurch nachzuweisen. Ein Detail jedoch macht diese Erkennungsmethode ineffektiver, als die, die den Doppler-Effekt nutzt: Der Astronom kann mit Hilfe der Photometrie nur dann ferne Planeten entdecken, wenn er genau in die Bahnebene des vermeintlichen Planetensystems schauen kann. Ist die Bahnebene beispielsweise so ausgerichtet, dass man von der Erde nur "von oben" daraufsehen kann, lässt sich überhaupt keine Planetenverdunklung und damit keine Veränderung der Leuchtkraft des Sterns feststellen, obwohl das System Planeten besitzen könnte.
Für diesen Fall ist allerdings die dritte Methode besser geeignet: Die Astrometrie. Dieser Begriff steht allgemein für das Vermessen von Sternen und deren Positionen. Für die Suche nach extrasolaren Planeten versuchen die Astronomen die "Eierbewegung" des Sterns durch die Bewegung von Planeten und Zentralstern um einen gemeinsamen Schwerpunkt zu messen. Hierbei benutzen sie nicht das Sternenspektrum, um über den Doppler-Effekt Planeten zu finden, sondern einzig und allein die Position des Sterns. Dieser bewegt sich kaum merklich im Kreis - und dies möchte man nachweisen. Aber auch hier stoßen selbst heutige Großteleskope und sogar Weltraumteleskope an ihre Grenzen: Die "Eier"-Bewegung der Sterne ist so gering, dass die heutige Teleskoptechnik kaum in der Lage ist, sie hinreichend nachzuweisen.
Die Übersicht über die Entdeckungsmethoden extrasolarer Planeten zeigt, dass dies heute ein noch sehr mühseliges Unterfangen ist. Ehrgeizige Pläne unter anderem der NASA versprechen aber für die Zukunft immer genauere Messmethoden, die eines Tages die chemische Zusammensetzung ferner Planeten und damit auch mögliches Leben darauf anzeigen können. Immerhin: In gerade mal sieben Jahren der Entdeckung extrasolarer Planeten wurden über 80 von ihnen entdeckt. Dies weist eindeutig daraufhin, dass die Zukunft noch einige spannende Entdeckungen für uns bereithalten sollte.
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HotSpot: "Spot 5" erfolgreich gestartet |
von Dominik Mayer | |
Seit dem Start des ersten Spot-Satelliten vor 16 Jahren wurden 10 Millionen Bilder aufgezeichnet von denen 6 Millionen über den Onlinekatalog Sirius abgerufen werden können (würde man sich jeden Tag 250 davon ansehen bräuchte man 65 Jahre), die satellitengestützte Erfassung der Erdoberfläche wurde in vielen Bereichen unentbehrlich um nur zwei Erfolge des französischen Satellitenprogramms zu nennen. Doch es geht weiter: Die neueste Entwicklung, Spot 5, ist in der Nacht zum Samstag ins All aufgebrochen.
Gestern
Am 22. Februar 1986 startete Spot 1 (Spot = "Satellite pour l'observation de la terre", Erdbeobachtungssatellit) mit der letzten Ariane 1-Rakete in den Orbit. Zwei Tage später sandte er ein erstes Bild. Seine Instrumente erreichen eine räumlichen Auflösung von 10 × 20 Metern und auf Grund seines schrägen Sichtwinkels kann er das Relief auf wenige Meter genau nachbilden, damals einzigartig.
Ihm folgten 1990 Spot 2 und 1993 Spot 3. Obwohl die Aufzeichnungsgeräte an Bord von Spot 1 und Spot 2 längst nicht mehr funktionieren senden beide weiterhin Bilder zur Erde. Spot 3 erfüllte seine Aufgabe bis Ende 1996; er fiel wegen eines Defekts der Höhenkontrollsysteme aus.
Die ersten drei Spot-Satelliten überstiegen ihre geplante zweijährige Lebensdauer bei weitem und deshalb ist es kaum verwunderlich, dass bei dem verbessert Nachfolger Spot 4 (Start: 1998) mit einer Lebenszeit von 5 Jahren gerechnet wird. Neben Verbesserungen der Teleskopeinstellungen und Aufnahmeleistung wurde ein komplett neues Modul hinzugefügt. Das Vegetationsinstrument soll Daten über den Pflanzenwuchs sammeln. Die Forscher erhoffen sich durch tägliche Vergleiche Rückschlüsse über den Einfluss der Pflanzen auf Klima und Klimaveränderungen.
Die Spot-Reihe setzte weltweit Maßstäbe. Vor allem wegen der Reliefanalyse, der hohen Aktualisierungsrate, der kontinuierlichen Steigerung der Dienste und der hohen Auflösung. Das HRV ("High resolution visible image instrument") liefert Aufnahmen eines 60 Meter breiten Streifens mit einer Auflösung von 10 m in schwarz-weiß und 20 m in Farbe. Spot verwendet dreidimensionale Bilder der Erde, um das Relief nachzubilden. Mit den drei Satelliten im Orbit ist es möglich fast jeden Punkt der Erde täglich zu erreichen.
Heute
Um 01:31 Uhr (GMT) startete in der Nacht zum Samstag der letzte Spot-Satellit. 21 Minuten nach dem Start wurde der 560 Millionen Euro teure Spot 5 in einer geostationären Umlaufbahn 832 km über der Erde ausgesetzt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat er Instrumente mit höherer Auflösung (2,5 m in schwarz-weiß, 10 m in Farbe) und kann eine 60 × 60 km lange Bahn (mit beiden Instrumenten zusammen also 60 × 120 km) abtasten. Gegenstände die kleiner als ein Meter sind werden von den beiden hochauflösenden Kameras noch deutlich unterschieden. Die Bilder sollen vornehmlich für die Verhütung von Naturkatastrophen, die Verteidigung und die Raumordnung verwendet werden. Auch die 3D-Instrumente wurden deutlich verbessert. Die damit generierten Daten sollen helfen Mobilfunknetze zu planen oder als Grundlagen für Flugsimulatoren dienen. Das neue Vegetation 2-System garantiert auch weiterhin die Überwachung der Umwelt. Es ist geplant, bis 2007 ein Drittel der Erde zu fotografiert und daraus ein so genanntes "numerisches Modell" zu erstellen. In ungefähr 2 Monaten soll Spot 5 auch kommerzielle Aufgaben durchführen. Fünf Jahre lang wird er uns Informationen über unseren Planeten liefern.
Morgen
Obwohl Spot 5 das letzte Mitglied der Spot-Familie ist, wird die Erdbeobachtung auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber da die verschiedenen Bedürfnisse gestiegen sind und sich auf ein breites Spektrum verteilen löst sich das CNES ("Centre National d'Etudes Spatiales") von Spot und wird eine Reihe kleinerer und billigerer Satelliten anbieten, die eine größere Leistung und Flexibilität haben sollen. Mit zehn verschiedenen Sensortypen sollen alle Bedürfnisse abgedeckt werden. Die ersten dieser Satelliten sind für 2003 geplant.
Related Links:
Französische Raumfahrtagentur CNES (englisch)
Hotspot-Archiv
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History Special: Die geistigen Väter der Raumfahrt |
von Michael Stein | |
Die Anfänge wissenschaftlicher Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen der Raumfahrt reichen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Damals haben vor allem der Russe Nikolai I. Kibaltschitsch (1853-1881) und der Deutsche Hermann Ganswindt (1856-1934) erste theoretische Überlegungen angestellt, mit welcher Antriebsart die Erdanziehungskraft zu überwinden und wie Raumfahrzeuge im Weltall zu manövrieren und beschleunigen seien. Kibaltschitsch erkannte, dass nur ein auf dem Prinzip "Aktion = Reaktion" basierender Antrieb für die Raumfahrt geeignet sein würde, und Ganswindt stellte 1881 in der Berliner Philharmonie seinen Entwurf für ein bemanntes Raumschiff vor, das durch fortlaufende Explosionen einzelner Dynamitladungen angetrieben werden sollte.
Zur selben Zeit wie Kibaltschitsch wirkte Konstantin E. Ziolkowski (1857-1935), der "Vater der russischen Raketenwissenschaft". Der aufgrund einer Erkrankung während seiner Kindheit nahezu taube Mathematiker und Techniker hatte sich als Autodidakt den Großteil seines Wissens selbst angeeignet. Die 1893 und 1903 veröffentlichten Werke "Leerer Raum" und "Die Erforschung des Kosmos mit Reaktionsmaschinen" hatten seine Theorien über die Rakete als Antriebssystem im Weltall zum Inhalt. Zu den Ergebnissen seiner Arbeit zählen unter anderem die Berechnung der so genannten "Fluchtgeschwindigkeit" eines Raumfahrzeugs, die zum Überwinden der Erdgravitation erforderlich ist, sowie das Konzept einer mit Flüssigtreibstoffen angetriebenen mehrstufigen Rakete. Ziolkowski war einer der Ersten, der die technisch-wissenschaftliche Machbarkeit von Satelliten und Raumfahrzeugen nachwies.
Der Deutsche Hermann Oberth (1894-1989) war ein weiterer "Gründervater" der modernen Raumfahrt und gilt als einer der bedeutendsten Pioniere der Raumfahrt-Wissenschaften und der Raketentechnik. Inspiriert von den Romanen Jules Vernes hatte er schon als Schüler begonnen, sich mit dem Entwurf von Raketen zu beschäftigen. In seinen frühen Werken "Die Rakete zu den Planetenräumen" (1923) und "Die Wege zur Raumschiffahrt" (1929) schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen der neuen Raketentechnologie und beschrieb darin viele Raumfahrtkonzepte, die später auch umgesetzt worden sind: von den ersten Raketen und Satelliten über die Landung auf dem Mond bis hin zu interplanetaren Raumsonden und verwendbaren Raumfähren. Im Herbst 1929 zündete der erste von ihm entworfene Raketenmotor für Flüssigtreibstoffe, und beim Bau der ersten Großrakete, der "A4", wurden 95 Erfindungen und Lösungsvorschläge Hermann Oberths angewandt. Weitere bedeutende Veröffentlichungen folgten in den 1940er und 1950er Jahren. Sein Schüler Wernher von Braun sagte über ihn: "Hermann Oberth war der erste, der in Verbindung mit dem Gedanken einer wirklichen Weltraumfahrt zum Rechenschieber griff und zahlenmäßig durchgearbeitete Konzepte und Konstruktionsentwürfe vorlegte."
Ungefähr zur selben Zeit wie Hermann Oberth begann sich der amerikanische Physikprofessor Robert H. Goddard (1882-1945) mit der Raketentechnik zu beschäftigen. Auch bei ihm wurde das Interesse an diesem Gebiet durch Science-Fiction-Romane von Jules Vernes und H.G.Wells geweckt. Goddard war der Erste, dem der Start einer Rakete mit Flüssigkeitstriebwerk gelang: Am 16. März 1926 startete das von ihm konstruierte Fluggerät und erreichte eine Höhe von ganzen 12,5 Metern. Seine oft patentierten Arbeiten über wichtige Konzepte der Raketentechnik wie Brennkammergestaltung, Treibstoffsysteme und Mehrstufenraketen brachten viele grundlegende Erkenntnisse für diesen jungen Wissenschaftszweig.
Die beiden bedeutendsten Wissenschaftler und Konstrukteure, denen als erste die technologischen Möglichkeiten und Ressourcen zur Verfügung standen, um die Konzepte der hier genannten Begründer der Raumfahrt- und Raketentechnik umsetzen zu können, waren Wernher von Braun (1912-1977) auf amerikanischer und Sergej P. Koroljow (1907-1966) auf russischer Seite. Sie profitierten von der amerikanisch-sowjetischen Konkurrenz und dem gegenseitigen Mißtrauen nach dem zweiten Weltkrieg und konnten die am Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erarbeiteten Kenntnisse in reale Raketensysteme umzusetzen. Mit den von Ihnen geleiteten Arbeiten begann endgültig der Aufbruch in den Weltraum: Die Träume von Jules Verne wurden Wirklichkeit.
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Tipp: Raumfahrt-Ausstellung in Frankfurt |
von Hans-Georg Urbin | |
Vor einiger Zeit las ich in unserer Tageszeitung, dass im Frühjahr dieses Jahres eine Ausstellung über die sowjetische Raumfahrt in Frankfurt (Main) stattfinden sollte. Ich traute meinen Augen nicht und musste den Artikel zweimal lesen, um zu verstehen, was da stand. Wann gibt es schon eine Gelegenheit, praktisch vor der Haustür eine derartige Ausstellung besuchen zu können.
Schnell war der Entschluss gefasst, zum nächstmöglichen Termin diese einmalige Gelegenheit zu nutzen. Um eines vorneweg zu nehmen: Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Der absolute Höhepunkt war natürlich ein Nachbau des MIR-Basisblocks im Maßstab 1:1, der zudem noch begehbar war.
Aber der Reihe nach: Die Ausstellung wurde am 12. April 2002, also am Jahrestag des historischen Fluges von Juri Gagarin eröffnet. Sie findet am Frankfurter Flughafen im Terminal 1 gegenüber dem Eingang zur Besucherterrasse statt. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 11 Euro, für Kinder 3 Euro. Die Familienkarte kostet 22 Euro. Im Preis eingeschlossen ist ein Rundgang auf der Besucherterrasse.
Die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben. Zu jedem Exponat gibt es ausführliche Beschreibungen und Erläuterungen. Es werden viele Originalteile (z. B. Raumanzüge, Verpflegungsrationen, Bordwerkzeuge) aus dem Alltag eines Kosmonauten gezeigt. Neben Modellen unterschiedlicher Maßstäbe werden auch immer wieder Originalteile z. B. der Wostok- und Sojus-Missionen gezeigt. Am meisten beeindruckt hat uns neben dem MIR-Nachbau das ferngesteuerte Mondfahrzeug Lunochod 2.
Eine kleine Schlange hatte sich vor der Raumstation MIR gebildet. Es werden immer nur einige wenige Besucher eingelassen. Das hat aber immerhin den Vorteil, dass man sich ohne Drängelei in Ruhe alles ansehen kann. In der MIR angelangt bekommt man einen Eindruck, wie sich die Kosmonauten in der doch engen Behausung gefühlt haben müssen. Man sieht die Steuereinheit, den Esstisch, die Schlafkabine, das Laufband und eine Vielzahl von Bedienelementen. Die Aufsichtspersonen sind sehr freundlich und geben gerne Auskunft, falls Fragen aufkommen.
Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick über die russische Raumfahrt von deren Anfängen bis hin zur Gegenwart. Sie gibt den Besuchern die Möglichkeit, Raumfahrt hautnah zu erleben. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni 2002 geöffnet.
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ISS Weekly Report |
von Raphael Kallensee | |
Crews arbeiten im Orbit
Die Woche an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) begann mit der Ankunft der Sojus-Taxicrew. Die Crew brachte das neue "Rettungsboot" in den Erdorbit, um es gegen das alte auszutauschen.
Nach dem Andocken beseitigte die Crew ein kleines Leck zwischen Sojus und Dockingschleuse und versiegelten den Übergang, um das Rettungsboot jederzeit einsatzbereit machen zu können. Die Crew wird nun noch einige Tage zu Forschungszwecken in der Erdumlaufbahn verweilen, während der südafrikanische Weltraumtourist Eindrücke von der "Erde von oben" sammeln wird.
Related Links:
Internationale Raumstation
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Der Südafrikaner Mark Shuttleworth ist nach Dennis Tito der zweite Weltraumtourist an Bord der ISS und der erste Afrikaner im Weltraum. Daher sieht er in sich auch eher einen Botschafter für sein Land. Und da er seine Millionen bekanntlich im Internet verdiente, was wäre da besser als das ganzes Projekt auch dort zu präsentieren?
Auf seiner Seite First African in Space findet man alle Informationen über ihn, sein Leben und natürlich seine Ausbildung zum "Afronauten". Die übersichtlich gestaltete Seite bietet neben den vielen Bildern auch Beschreibungen der Experimente, die Shuttleworth im Weltraum durchführen möchte. Über ein Formular kann man ihm eine persönliche Nachricht zukommen lassen.
Wer also mehr über Shuttleworth und seine Kollegen erfahren möchte oder einfach nur die interessanten Berichte lesen will, sollte sich unbedingt First African in Space ansehen.
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InDetail: Exzentrizität |
von Michael Stein | |
Im astronomischen Kontext definiert die so genannte Exzentrizität die Abweichung einer (elliptischen) Umlaufbahn eines Planeten oder Satelliten von einem Kreis. Die Exzentrizität ist ein dimensionsloser Wert zwischen 0 und 1. Je kleiner dieser Wert für eine Umlaufbahn ist, umso mehr ähnelt sie einem Kreis, ein Wert von 1 hingegen würde einer (offenen) Parabel entsprechen. Mathematisch lässt sich dieser Wert als Verhältnis der Differenz von Apoapsis und Periapsis der Umlaufbahn (= größte und kleinste Distanz auf einer Umlaufbahn zum um-"kreis"-ten Himmelskörper) zur Summe dieser beiden Werte definieren. Die Exzentrizität der Umlaufbahn unseres Heimatplaneten um die Sonne beträgt beispielsweise 0,017 und kommt damit einer kreisförmigen Umlaufbahn schon recht nahe.
Damit die zuvor geschilderte mathematische Ableitung dieses Wertes anschaulicher wird, soll am Beispiel der Umlaufbahn der Erde um die Sonne die Berechnung der Exzentrizität vorgeführt werden: Die kleinste Distanz der Erde zur Sonne während eines Umlaufs beträgt ca. 147,1 Mio. km (= Periapsis), die größte Distanz 152,1 Mio. km (= Apoapsis). Setzt man diese Werte nun in die zuvor beschriebene Formel ein, so ergibt sich daraus (152,1 - 147,1) / (152,1 + 147,1) = 0,0167 - gerundet auf drei Nachkommastellen genau der weiter oben genannte Wert. (Zu diesem Beispiel noch eine kleine Anmerkung: Bei Umlaufbahnen von Himmelskörpern um die Sonne spricht man von Perihelion und Aphelion statt von Periapsis und Apoapsis.)
In unserem Sonnensystem haben nur noch Neptun (0,011) und Venus (0,005) Umlaufbahnen, die einer Kreisform näher kommen. Die höchste Exzentrizität der Umlaufbahnen weisen Merkur (0,205) und Pluto (0,244) auf, wobei Pluto aufgrund der hohen Exzentrizität seiner Umlaufbahn zeitweise der Sonne näher als Neptun ist. Ein anderes Extrem sind Kometen, deren Bahnen um die Sonne - wenn es sich dabei nicht gleich um eine Parabel handelt - oft Bahnexzentrizitäten größer als 0,5 aufweisen.
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"In Space Newsletter" #023
Erscheinungsdatum:
4. Mai 2002
Auflage: 529 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Schlussredaktion:
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Günter Fischer
Lutz Growalt
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Dominik Mayer
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Mark Weimar
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
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