In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #026 vom 25. Mai 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #026


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Neutronensterne und Quarksterne

> HotSpot:
Entwicklung der Ariane 5

> History Special:
Versuchsanstalt Peenemünde (2)

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
SOFIA

> InDetail:
Astronomische Größenklassen

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

das Leben in Berlin ist wirklich sehr ereignisreich. Dies trifft besonders zu, wenn man nur 200 Meter von Brandenburger Tor und Hotel Adlon entfernt wohnt. Man war ja schon beeindruckt, als vor einigen Wochen der chinesische Präsident nebst einem in 5 Minuten vorbeiziehenden Konvoi in Richtung Adlon davonfuhr. Der Besuch von George W. Bush in dieser Woche war sogar noch spannender: Quer über die Straße wurde ein Absperr-Zaun gezogen, an der einzigen Lücke im Zaun waren Wasserwerfer und Räumungspanzer der Polizei postiert. Ein großes Sicherheitsgefühl überkam mich, als ich auf meinem Fahrrad in Richtung Schule fuhr: Polizeiwagen aus allen Teilen Deutschlands kreuzten meinen Weg bzw. ich den ihren. Den Höhepunkt bildete ein Polizeiwagen mit Mecklenburger Kennzeichen, der direkt vor mir mitten auf einer Kreuzung hielt und der Beamte am Steuer sich umdrehte und seine Kollegen im tiefsten Mecklenburger Akzent fragte: "Wisst ihr, wo'ma hinmüssen..?"

Damit ich sie nicht noch mehr mit den Koordinationsschwierigkeiten von Polizei-Tausendschaften in Berlin belästige, komme ich lieber zu den Inhalten des heutigen Newsletters. Wir berichten über Neutronen- und Quarksterne (nicht zu verwechseln mit Quarkkeulchen), über die Entwicklung der Ariane 5 und erneut über Peenemünde. In den Rubriken ISS Weekly Report, Surftipp und InDetail finden Sie außerdem interessante Informationen, unter anderem zu einem Flugzeug-Teleskop.
 
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen


            Karl Urban
            Chefredakteur "Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage: Engagiert sich Deutschland Ihrer Meinung nach genug in der Raumfahrt?

Ja
Nein

      Updates / Umfrage

Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet... go

 
 

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      News

• Genesis: Missions-Status   <mehr>
• GALILEO auf der GNSS 2002   <mehr>
• Chinas Mondprogramm   <mehr>
• Die Systeme der Raumstation arbeiten wieder   <mehr>
• Gemeinsamkeiten zwischen Meeres- und Weltraumforschung   <mehr>
• Elektrisierte Wolke traf das Erdmagnetfeld   <mehr>
• Sonnenfleck 9957   <mehr>
• Venus und Jupiter   <mehr>
• Die Säulen des Himmels   <mehr>
• Artemis nähert sich langsam seiner Zielbahn   <mehr>
• Cassini fliegt weiter zum Saturn   <mehr>



» Genesis: Missions-Status
25. Mai 2002 - Die Raumsonde Genesis der NASA, die auf ihrer Mission Partikel des Sonnenwinds sammeln soll, führte vor kurzem ihr erstes Flugmanöver durch: Sie vollendete eine erste Schleife um einen Gravitationspunkt zwischen Erde und Sonne.

Genesis umkreist den sogenannten Lagrange-Punkt, auch L1 genannt, der etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde in Richtung der Sonne liegt. An diesem Punkt sind die Anziehungs- und Zentrifugalkräfte, die auf die Sonde wirken, ausgeglichen. L1 ist ein günstiger Punkt für die Positionierung einer Sonde, weil er einen ununterbrochenen Blick auf die Sonne liefert, außerhalb der Erd-Magnetosphäre liegt und wenige Manöver des Raumfahrtzeugs erfordert, den Orbit zu halten.
"Genesis überflog die Ziellinie der ersten Schleife und bewegte sich ruhig in seine zweite", sagt Genesis Missions-Manager Don Sweetnam vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien. Im letzten Monat überstand Genesis einen starken solaren Sturm. Hochenergetische Protonen bombardierten die Sonde häufiger als normalerweise. Protonenstürme können Ausfälle in den sensiblen Systemen von Satelliten und Raumfahrtzeugen verursachen. Allerdings half die installierte Software von Genesis den Sturm zu überstehen.
Während des solaren Sturms war das System kurzzeitig erblindet, dass die Sonne an einem Fixstern ausrichtet. Die Höhen-Kontrollsoftware meisterte diese Situation jedoch wie erwartet, so dass die Leistung der Sonde nicht beeinträchtigt war und alle geplanten Tagesaufgaben wie geplant beendet wurden.
Genesis sammelt Proben des Sonnenwindes, unsichtbare geladene Partikel, die von der Sonne kommen. Diese wertvolle kleine Menge an Sonnenmaterie soll 2004 zur Erde zurücktransportiert werden und in einem Speziallabor konserviert und von Wissenschaftlern untersucht werden. Sie erhoffen sich davon Antworten auf fundamentale Fragen über die Zusammensetzung und Entwicklung unseres Sonnensystems. Genesis ist seit dem 16. November 2001 auf ihrer Arbeitsposition.

Related Links:
Genesis Missionsseite (engl.)
Raumsonden

(ku - Quelle: NASA JPL)


» GALILEO auf der GNSS 2002
24. Mai 2002 - Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist gemeinsam mit der Europäischen Kommission auf der GNSS 2002 vertreten, der sechsten internationalen Konferenz über globale Satellitennavigationssysteme, die vom 27. bis 30. Mai in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen stattfindet.
Im Rahmen dieser von der Nordischen Gesellschaft für Navigation organisierten Veranstaltung sind Vorträge, Gesprächsrunden und eine Ausstellung über Gegenwart und Zukunft der Satellitennavigation geplant. Die ESA und die Europäische Kommission nehmen sowohl am Vortragsprogramm als auch an der Ausstellung teil, bei der sie auf einem gemeinsamen Stand GALILEO vorstellen werden, das erste zivile satellitengestützte Ortungs- und Navigationssystem, für das der Rat der Verkehrsminister der Europäischen Union (EU) am 26. März endgültig grünes Licht gegeben hat.

Die GNSS 2002 wird also insbesondere Gelegenheit bieten, den Stand dieses strategischen Programms zu erläutern. Fachleute der ESA und der Europäischen Kommission werden in Kopenhagen anwesend sein und den Journalisten für Fragen zur Verfügung stehen.
Mit GALILEO, das von der ESA und der EU gemeinsam entwickelt und je zur Hälfte finanziert wird, entsteht ein komplettes ziviles System, das ab 2008 der Welt im allgemeinen und den Europäern im besonderen ein präzises, sicheres und zuverlässiges Instrument zur Ortung per Satellit bieten soll.

Die Anwendungen sind vielfältig: Steuerung und Überwachung des Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehrs, Zeitverteilung, Synchronisierung der Datenübermittlung zwischen Banken und vieles mehr. Mit einem auf das 4,6-fache der Investitionen geschätzten Ertrag und der Schaffung von über 100 000 Arbeitsplätzen in den kommenden 15 Jahren verspricht das Vorhaben außerdem großen wirtschaftlichen Nutzen.
(
la - Quelle: ESA)

» Chinas Mondprogramm
21. Mai 2002 - Das China ein sehr ehrgeiziges Weltraumprogramm besitzt ist bekannt, das es neben bemannten Missionen aber auch Pläne für einen permanenten Außerposten auf dem Mond gibt, ist neu.
Bereits im Jahr 2010 soll eine bemannte Chinesische Expedition zum Mond aufbrechen und dort eine kleine Mondbasis errichten. Dabei soll es sich um eine Forschungsstation handeln, wie China sie auch am Nord- und Südpol betreibt. Den Erdorbit wollen die Chinesen ehr erreichen als zunächst geplant, denn schon bereits jetzt trainieren ein dutzend Chinesische Astronauten ihre Mission. Bis zum Jahr 2005 soll es Realität werden, das China als dritte Nation einen eigenen Zugang zum All hat. Das dahinter nicht nur leere Versprechungen stehen, bewiesen die Chinesen zuletzt im März diesen Jahres, als eine Shenzhou-Kapsel bereits zum wiederholten male einen unbemannten erfolgreichen Flug absolvierte. Weiter sehen die Pläne der Chinesen vor eine eigene Raumstation im Erdorbit zu betreiben, die von Chinesischen „Space Shuttles“ versorgt wird.
(
sp - Quelle: China Daily)

» Die Systeme der Raumstation arbeiten wieder
20. Mai 2002 - Nach einem dreistündigen Ausfall der ISS-Systeme funktioniert alles wieder normal.
Die Internationale Raumstation erlebte am Sonntag ein automatisches und kontrolliertes Herunterfahren der Systeme für drei Stunden. Alle Systeme funktionieren zur Zeit ausgeglichen und die Crew der Raumstation war keiner Gefahr ausgesetzt. Die Lichter und Navigationskontrollen arbeiteten fortlaufend. NASA Kontrolleure glauben, dass falsche Computerdaten den Shutdown verursachten um Probleme mit dem Kühlungssystem des russischen Wohnmoduls zu kompensieren.

Related Links:
Ganzer Artikel (engl.)

(dm - Quelle: today@nasa.gov)


» Gemeinsamkeiten zwischen Meeres- und Weltraumforschung
20. Mai 2002 - Das dreitägige Symposium LINK 2002 soll Meeres- und Weltraumforschern eine Plattform zum Knüpfen von Kontakten bieten.
Die extremen Umgebungen und entfernten Gebiete von Meer und Weltraum scheinen nur wenig Gemeinsamkeiten zu haben, aber ihre überraschenden Ähnlichkeiten haben die NASA und die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) veranlasst eine Versammlung der Meeres- und Weltraumforscher zu veranstalten. Das dreitägige Arbeitssymposium LINK 2002, von dem viele Konferenzen im Internet abgehalten werden, findet vom 20. - 22. Mai am Kennedy Space Center in Florida statt. "Heute studieren wir die Erde als ganzes System. Ozeanographie auf globaler Basis wird erst durch die Überwachung der Meere aus dem Weltraum möglich," sagte Dr. Ghassem R. Asrar, NASA Associate Administrator der Erdforschungsinitiative. "Der tiefe Ozean und der tiefe Weltraum sind beides extreme Umgebungen in die wir Menschen und Maschinen schicken. Diese Konferenz bietet die Gelegenheit die beiden Gemeinden zusammenzubringen um Kontakte zu knüpfen und voneinander zu lernen."

Related Links:
LINK 2002
Zeitplan
Ganzer Artikel (englisch)

(dm - Quelle: today@nasa.gov)


» Elektrisierte Wolke traf das Erdmagnetfeld
20. Mai 2002 - Ein koronaler Masseaustoß passierte die Erde am 18. Mai um ca. 2000 UT (4:00 p.m. EDT).
Als die elektrisierte Wolke das Magnetfeld der Erde traf löste es einen geomagnetischen Sturm der Klasse G1 aus der 12 Stunden lang zu- und abnahm. In Nordeuropa, Kanada und Neu England (in den USA) konnten Himmelsbeobachter spät nachts Auroras beobachten.

Related Links:
Geomagnetische Stürme

(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Sonnenfleck 9957
20. Mai 2002 - Ein riesiger Sonnenfleck mit interessanten Details
Der Sonnenfleck 9957 hat ein verdrehtes, Delta-Klasse Magnetfeld, welches die Energie für ein starkes Flare der Klasse X birgt. Der beeindruckende Fleck umspannt fünf mal die Erdoberfläche. Betrachten Sie ihn selbst nur mit der sicheren Projektionsmethode.<

Related Links:
Projektionsmethode
Klassendefinitionen

(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Venus und Jupiter
20. Mai 2002 - Zwei helle Planeten am Abendhimmel
Wenn Sie bei Sonnenuntergang westwärts blicken, können Sie zwei strahlende Planeten wahrnehmen die aus dem düsteren Himmel hervorstechen. Es sind Venus und Jupiter - die Überbleibsel eines außergewöhnlichen Zusammentreffens von Planeten zu Beginn des Monats. Das Paar wird sich bis anfang Juni stark annähern.

Related Links:
Bild
Das Planetentreffen Anfang Mai

(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Die Säulen des Himmels
20. Mai 2002 - Sonnenlicht lässt Säulen erscheinen
Penny Gillen aus Wasilla, Alaska, entdeckte am 15. Mai eine rosa Lichtsäule über der untergehenden Sonne. Es ist eine "Sonnensäule" - hervorgerufen durch Licht, das auf Eiskristallen in entfernten Wolken glitzert. Solche Säulen können zu jeder Jahreszeit gesehen werden, da Wolken in höheren Lagen immer kalt genug für die Bildung von Eiskristallen sind. Wenn Sie in diesem Monat eine abendlichen Sonnensäule sehen, sollten Sie spät nachts nach Venussäulen ausschau halten.

Related Links:
Sonnensäulen
Venussäulen

(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


» Artemis nähert sich langsam seiner Zielbahn
18. Mai 2002 - Das experimentelle Ionentriebwerk, konstruiert zur Sicherung der Bahnhöhe von Satelliten, unterstützt weiterhin den ESA-Satelliten Artemis dabei, seine geostationäre Zielbahn zu erreichen.
Der Kommunikationssatellit Artemis (Advanced Relay and Technology Mission) startete im letzten Sommer mit einer Ariane 5-Rakete. Nach dem Start erreichte das Raumfahrtzeug einen niedrigeren Orbit als eigentlich vorgesehen - und war damit mit normalen Treibstoff nicht mehr in die gewünschte Bahn zu befördern. Durch den Einsatz des Ionentriebwerks von Artemis kombiniert mit einigen unkonventionellen Manövern mit den Schubdüsen, bot sich eine Lösung für den Quasi-Fehlstart in den falschen Orbit an. Denn auf einer nicht geostationären Umlaufbahn (das heißt nicht ständig über einem bestimmten Gebiet der Erde), könnte man Artemis nicht für die vorgesehenen Zwecke nutzen. Artemis gilt beispielsweise als wichtige Kommunikationsstation zu anderen Satelliten - wie Envisat.
In den folgenden sechs Monaten wurden bei der ESA intensiv Pläne geschmiedet, durch neue Software und Kontrollstrategien mit Hilfe des Ionentriebwerks die Mission von Artemis zu retten.
Bis heute ist der erste Meilenstein von einem über 1000 Kilometer hohem Aufstieg überstanden. Jeden Tag überwindet Artemis 20 Kilometer Höhe. Wenn alles nach Plan verläuft, wird Artemnis bis zum Ende des Jahres 2002 seine vorgesehene Höhe erreichen.
(
ku - Quelle: ESA)

» Cassini fliegt weiter zum Saturn
18. Mai 2002 - Die Raumsonde Cassini setzt ihren Flug bei voller Funktionstüchtigkeit mit konstanter Geschwindigkeit fort - sie soll am 1. Juli 2004 in einen Saturn-Orbit eintreten.
Mehrere Testbilder, die in der vorangegangenen Woche von Sternen gemacht wurden, deuten auf darauf hin, dass die Probleme mit der Kamera, die in der Vergangenheit aufgetreten waren, nun überwunden sind. Dies sagte Robert Mitchell, Programm-Manager für das Cassini-Huygens-Projekt beim NASA Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsprojekt der europäischen ESA und der NASA: Die Lande-Sonde Huygens soll nach der Ankunft am Saturn in die dicht bewölkte Atmosphäre des Mondes Titan eindringen und von dort umfangreiche Daten senden. Cassini soll mehrere Jahre den Saturn umkreisen und viele neue Daten über ihn und seine Monde sammeln.
Beim Vorbeiflug von Cassini am Jupiter im Dezember 2000 hatte die die Kamera erstklassige Bilder geliefert. Erst während der Bahnänderung der Sonde vom Jupiter auf den Saturn entstanden Probleme. Eine Erwärmung der Kamera um 4°C in den folgenden Wochen führte zu einer Besserung.

Related Links:
Original-Artikel (engl.)

(ku - Quelle: NASA JPL)


 
 

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      Space Focus: Neutronensterne und Quarksterne von Mark Weimar 

Neutronensterne sind kleine kompakte Sterne die ausschließlich aus Neutronen bestehen. Doch wie kommt es nun genau zu diesem Zustand? Wenn ein Stern die 1,5 bis 2,5fache Masse der Sonne hat, so endet er als Neutronenstern. Der Stern an sich explodiert zunächst als Supernova. Nach dieser Explosion beginnt der Stern damit sich zusammenzuziehen. Der Stern zieht sich immer weiter zusammen bis schlussendlich alle Elektronen und Protonen in ihm so dicht "gepackt" sind, dass sie zu Neutronen verschmelzen.
Kommen wir nun zu einer besonderen Unterart der Neutronensterne: Die Magnetare. Ist der Stern als Supernova explodiert, findet sehr heftige Konvektion statt. Ist die Rotationsperiode vergleichbar oder langsamer als die Konvektionszeit, passiert ein Effekt der mit einem Dynamo vergleichbar ist: Also eine Art stellarer Dynamo. Dieser erzeugt über einen kurzen Zeitraum starke Magnetfelder. Ein Magnetar ist entstanden. In einem Neutronenstern sind auch immer noch Elektronen und Protonen, die beim zufälligen Zerfall von Neutronen entstehen. Diese werden dann Ladungsträger genannt. Wenn sich der junge Neutronenstern nun schneller oder vergleichbar schnell dreht wie die Konvektionszeit, so bewegen sich die Ladungsträger in einer Helixform und induzieren damit ein starkes Magnetfeld das bis zu 10pg stark sein kann. Man kann anhand der Supernova erkennen ob ein Magnetar geboren wurde oder nicht. Die Supernovae, in der ein Magnetar geboren wird, müsste sehr viel heller sein und ihre Überreste müssten mehr kinetische Energie besitzen als normalerweise. Das starke Magnetfeld bremst die Rotationsperiode des Neutronensterns. Dabei wird eine starke Rotationsenergie frei, die zum Teil ins Magnetfeld fließt oder die Materie noch weiter aufheizt. Sobald die Rotationsperiode so stark abgebremst wurde, dass sie deutlich länger ist als die Konvektionszeit, kommt der Dynamoeffekt zum Erliegen. Durchschnittlich ist das nach bereits 10.000 Umdrehungen der Fall. Auch die Konvektion erliegt nach ca. 10 Sekunden. Nun festigen sich die äußeren Schichten des Neutronensterns.
Doch es gibt nicht nur die normalen Neutronensterne und die Magnetare. Es gibt noch eine dritte Form der Neutronensterne: Die Pulsare. Der Pulsar ist ein schnell rotierender Neutronenstern, der, ähnlich wie ein Leuchtturm, zwei Bündel von Radiowellen aussendet. Diese Bündel kommen bei uns in regelmäßigen Abständen an und der Neutronenstern scheint für uns zu pulsieren.

Eine der wohl spannendsten Neuentdeckungen unserer Zeit sind wohl die Quarksterne. Erst vor kurzem ist es den Astronomen gelungen eine neue Art von Sternen zu entdecken: Die Quarksterne. Man nimmt an das es sich bei den Quarksternen um Sterne handelt, in denen Plasma vorhanden ist, das aus Quarks und Gluonen besteht. In den Quarksternen wird ein sehr seltener Effekt vermutet, der Farbsupraleitung genannt wird. Bei diesem Effekt ziehen sich die freien Quarks aufgrund einer Wechselwirkung an solange die Dichte groß genug ist. Haben sich die freien Quarks gegenseitig angezogen, so bilden sie sogenannte Quark-Cooper-Paare. Unklar ist jedoch noch ob und wenn, wie sehr sich dieser Effekt auf die Eigenschaften kompakter Sterne ausübt.
 
Related Links:
Astronomie


 
 

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      HotSpot: Entwicklung der Ariane 5 von Sabine Rossburg 

Wie alles begann...
Dem leider gescheiterten Projekt des Euroshuttle HERMES ist es zu verdanken, dass die Ariane 5 entwickelt wurde. Als Anfang der 80'er für diesen die Planungen begannen, wurde schnell klar, dass eine stärkere Trägerrakete notwendig ist.
Die Idee der Ariane 5 wurde geboren - sie sollte als Trägerrakete für HERMES dienen und nach ersten Studien durch die französische Raumfahrtagentur CNES (Centre National d'Edutes Spatiales) wurde ihre Entwicklung im November 1987 auf der ESA-Ministerratstagung in Den Haag als ARIANE 5 Programm beschlossen.

Von 1988-1996 wurde die Ariane 5 von europäischen Firmen (in Deutschland z.B. Astrium, in Frankreich z.B. Arianespace) entwickelt. Die ESA vergab hierbei Entwicklungsaufträge für den Entwurf und die Fertigung einzelner Komponenten. Nach dem endgültigem Aus für das HERMES- Projekt bekam die Ariane 5 jedoch die neue Aufgabe, primär dem Satellitentransport zu dienen.
Parallel dazu entstand auf dem Gelände des europäischen Weltraumbahnhofs in Kourou (Französisch-Guayana, Südamerika) eine neue Startanlage für die Ariane 5. Dort wurde 1996 dann auch die erste Ariane 5 Rakete zusammengebaut und es folgte der "Jungfernflug" der Ariane 5.
Während ihrem ersten Flug (501) am 4.7.1996, verursachte ein Softwarefehler ein plötzliches Neigen der Rakete nach 39 Sekunden. Sie musste zerstört werden in einer Höhe von 4000 m und brachte einen Verlust von 4 Cluster Satelliten mit sich. Daraufhin wurde 16 Monate lang dieser Fehlstart genauestens analysiert, um die Ursachen des Fehlers zu finden und zu beheben. Das führte zum erfolgreichen Start der Ariane 502 am 23.7.1997, gefolgt vom erfolgreichen dritten Qualifizierungsflug Ariane 503 am 21.10.1998. 1999 erfolgte der erste kommerzielle Start der Ariane 5, mit dem der ESA-Wissenschaftssatellit XMM ins All gebracht wurde.

Heute dient die Ariane 5 jährlich mehreren Satelliten als Trägerrakete. Sie ist jedoch auch für Zubringerdienste zur ISS (Internationale Raumstation) einsetzbar und soll ab 2004 das ATV (Automatische Transferfahrzeug) auf seinen Weg zur ISS bringen.
 
Related Links:
Trägerraketen
Internationale Raumstation


 
 

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      History Special: Versuchsanstalt Peenemünde (2) von Karl Urban 

Nach 1945 - Das Erbe von Peenemünde
Der erste Teil dieses Artikels berichtete über die wichtigsten technischen Errungenschaften aber auch die menschlichen Tragödien in Peenemünde bis 1945, zum Ende des Nazi-Regimes. Der zweite Teil soll einen Überblick über die Entwicklungen geben, die in und aus der Heeresversuchs-Anstalt nach dem Krieg entstanden.
 
Wernher von Braun will zum Mond
Bereits während seiner Entwicklungen in Peenemünde betont von Braun, dass es sein Ziel sei, Menschen zum Mond zu bringen. Dass seine Arbeit in erster Linie militärischen Zwecken diente, lag daran, dass das deutsche Heer die Versuchsanstalt finanzierte. Es ist trotzdem unwiderlegbar, dass von Braun das Nazi-Regime unterstützt, indem er 1933 Mitglied der SS wird und bis zum Ende des Krieges, während hunderte V2-Raketen in London und Holland einschlagen, für die Wehrmacht arbeitet. Im Jahr 1945, als sich Deutschlands Niederlage abzeichnet, nimmt von Braun Kontakt mit dem amerikanischen Militär auf, und stellt sich mit vielen anderen Mitarbeitern. Er führt außerdem umfangreiche Pläne zur Raketenkonstruktion mit sich. Im Juni 1945 "emigriert" er mit seinen Kollegen in die USA. In Geheimaktionen birgt das US-Militär viele V2-Raketen aus den Produktionsstollen in Thüringen und aus Peenemünde.
In den USA arbeitet von Braun an mehreren Raketenprojekten mit, wie den Redstone- und Jupiter-Raketen. 1955 wird er amerikanischer Staatsbürger. Nach der Gründung der NASA 1960 arbeitet von Braun an der Entwicklung der Großrakete Saturn, die schließlich 1969 die ersten Menschen auf den Mond befördert. 1977 stirbt Wernher von Braun an einer Krebserkrankung in Alexandria, im US-Bundesstaat Virginia.
Auch wenn von Brauns Sinneswandel, vom SS-Mitglied und technischen Leiter in Peenemünde zum Raketenentwickler in den USA, erstaunlich zu sein scheint, drückt dies doch ziemlich genau dessen oft zitierte Einstellung aus, dass er stets am Wohle der Raumfahrt interessiert war. Peenemünde war für ihn eine Chance, seinem Ziel, Menschen ins All zu bringen, näher zu kommen.

Peenemünde nach 1945
Nach der Kapitulation Deutschlands ist Peenemünde Teil der sowjetische besetzten Zone. Nachdem das amerikanische Militär einige Raketen aus der stark zerbombten Anlage geborgen hat, werden die Überreste von den neuen Besatzern in die Sowjetunion verfrachtet, um dort, wie in den USA, als Vorlage für die ersten Atom- und Trägerraketen zu dienen. In Peenemünde entsteht nach der Gründung der DDR ein Militärstützpunkt der neu gegründeten Nationalen Volksarmee NVA. Der Ort bleibt, wie zu Zeiten der Heeresversuchsanstalt, größtenteils Sperrgebiet. Die Überreste der alten Anlage werden entfernt, einiges bleibt allerdings erhalten. Das Skelett des schon im Krieg zerstörten Sauerstoffwerks bleibt stehen: Es hält neben den britischen Bombardements auch den Sprengversuchen der NVA stand - die Überreste des Gebäudes stehen bis heute. Peenemünde Ost, von wo die Raketen gestartet wurden, ist bis heute Sperrgebiet, da es munitionsverseucht ist.
1996 wird der Militärstützpunkt durch die Bundeswehr stillgelegt. Das Historisch-Technische Informationszentrum soll von der bewegenden Vergangenheit des Ortes berichten. Rund um das mittlerweile auch stillgelegt Braunkohlekraftwerk wurden Exponate zusammengekarrt, die über die Geschichte von Peenemünde Bericht erstatten sollen. Kritisiert wurde in er Vergangenheit, dass die Ausstellung zu wenig auf das tragische Schicksal der Zwangsarbeiter und der Opfer in den von der V2 bombardierten Städten eingegangen wird. Aus diesem Grund richtete der Betreiber kürzlich in den oberen Etagen des alten Kraftwerks neue Ausstellungsräume ein.

Trotz der eher mittelmäßigen Präsentation des Vergangenen in Peenemünde, strömen jedes Jahr viele Besucher in den Ort - nur angezogen durch den Namen, der trotz allem mit den Ursprüngen der Raumfahrt verbunden ist.

In der nächsten Ausgabe berichten wir über die ersten amerikanischen Raketenprojekte.


 
 

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      ISS Weekly Report von Raphael Kallensee 

Crew packt ihre Sachen
In dieser Woche hat die "Expedition Four"-Crew an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) ihre Heimreise vorbereitet und gleichzeitig Vorbereitungen für die Ankunft des Space Shuttles "Endeavour" getroffen. Weiterhin wurden die Raumanzüge in Vorbereitung auf drei Weltraumspaziergänge getestet.

Die "Endeavour" soll am 30. Mai im Kennedy Space Center starten. Wenn dieser Zeitplan eingehalten wird, dockt sie am 01. Juni im Erdorbit an. Während dieser Shuttlemission soll die "Expedition Four"-Crew durch die "Expedition Five"-Crew ausgetauscht werden - erstere, die bereits seit 07. Dezember letzten Jahres im Erdorbit ist, wird wieder zur Erde zurückkehren. In den drei Außeneinsätzen soll ein mobiles System installiert werden, mit dem der Roboterarm "Canadarm2" an der Station hin- und herrollen kann (wir berichteten).
 
Related Links:
Internationale Raumstation
 

 
 

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      Surftipp: SOFIA von Karl Urban 

Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, kurz SOFIA, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt DLR und der NASA. Damit erhoffen sich Astronomen möglichst kostengünstig astronomische Aufnahmen im Infrarot-Bereich machen zu können. Die Strahlung durchdringt nämlich die Erdatmosphäre nicht, was bisher nur durch den Bau von teuren Weltraumteleskopen gelöst werden konnte. Im Rahmen des SOFIA-Projekts wird das Mittelstück einer Boing 747 durch ein Infrarot-Teleskop ersetzt. Das Flugzeug startet in große Höhen und die Forscher können an Bord Beobachtungen durchführen, da der größte Teil der störenden Atmosphäre nun unter ihnen liegt. Spätestens 2005 soll es einsatzbereit sein.

Die deutsche Homepage von SOFIA bietet umfangreiche Informationen zum Projekt sowie Bilder, eine Übersicht über die geplanten Experimente und Kontaktmöglichkeiten für Schulen, die das Projekt interessiert. SOFIA bildet eine völlig neue Alternative zu teuren Weltraumteleskopen - schon deshalb lohnt sich der Besuch der Seite.


 
 

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      InDetail: Astronomische Größenklassen von Michael Stein 

Die astronomische Größenklasse eines Sternes oder eines anderen kosmischen Objekts ist ein Maß für seine Helligkeit, wobei man die scheinbare und absolute Helligkeit unterscheidet (siehe InSpace-Newsletter #025). Bereits im 2. Jhd.v.Chr. wurde durch den griechischen Astronom Hipparch von Nikaia eine erste Unterteilung der Sternenhelligkeit in sechs Größenklassen vorgenommen, wobei er die hellsten Sterne der 1. und die lichtschwächsten Sterne der 6. Größenklasse zuordnete - je kleiner die Größenklasse, um so heller die (scheinbare) Helligkeit des Sternes!
 
Bedingt durch die Erfindung des Teleskops (Galileo Galilei, 1609) wurde die Skala bis heute deutlich erweitert, da man mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Teleskope immer lichtschwächere Sterne und andere Himmelskörper wahrnehmen konnte. Um die von Hipparch in der ersten Größenklasse untergebrachten Sterne weiter differenzieren und noch hellere Himmelskörper wie z.B. den Mond einordnen zu können, wurde später auch negative Größenklassen eingeführt. Eine andere Folge der immer besser werdenden Beobachtungsinstrumente war die Einführung von Nachkommastellen, so besitzt der Sirius beispielsweise eine scheinbare Helligkeit der Größenklasse -1,46 m. Die Abkürzung für die Größenklasse lautet m oder mag und leitet sich von dem griechischen Wort "magnitudo" (= "Größe") ab.
 
Im 19. Jhd. wurde schließlich ein exaktes Verhältnis zwischen den einzelnen Größenklassen definiert: Danach unterscheiden sich zwei Sterne, deren Größenklassen um 5 auseinander liegen, in der (scheinbaren) Helligkeit genau um den Faktor 100. Anders ausgedrückt: Ein Unterschied um genau eine Größenklasse bedeutet einen Differenz der scheinbaren Helligkeit von 2,512. Die lichtschwächsten Sterne, die mit den besten Teleskopen heute noch wahrnehmbar sind, weisen nur noch eine Leuchtkraft der Größenklasse 30 auf!
 
Früher wurde die Skala anhand der Leuchtkraft des Polarsterns geeicht, dessen scheinbare Helligkeit als Größenklasse 2,12 m definiert wurde. Da sich die Leuchtkraft des Polarsterns aber als nicht vollkommen konstant herausgestellt hat ist man dazu übergegangen, die Skala der scheinbaren Helligkeit mit Hilfe der so genannten "Polsequenz" festzulegen (eine bestimmte Anzahl von Sternen in der Region des Polarsterns). Abschließend sei noch erwähnt, dass Sterne je nach untersuchter Wellenlänge unterschiedlichen Größenklassen zugeordnet werden können, da sie Emmission von Strahlung nicht über alle Wellenlängen hinweg gleich stark ist.


 
 

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"In Space Newsletter" #026

Erscheinungsdatum:
25. Mai 2002
Auflage: 553 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Schlussredaktion:
Karl Urban

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Günter Fischer
Lutz Growalt
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Dominik Mayer
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Mark Weimar

Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)
Sven Piper
(Astris.de)

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Herausgeber
Herausgeber ist Mark Ralf Thomson, Schwedt (Oder).
 
V.i.S.d.P.
Verantwortlicher im Sinne des Presserechts ist Michael Stein, Berlin.
 
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