| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #027 vom 1. Juni 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter" Ausgabe #027
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Updates / Umfrage
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Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Wasser auf dem Mars
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Cosmic Visions 2020
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Amerikanische Raketenentwicklung nach 1945
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fictionfantasy.de
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Halleyscher Komet
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Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
aus europäischer Sicht war sicherlich die Verabschiedung des neuen mittel- und langfristigen Forschungsprogramms der ESA das wichtigste Ereignis der letzten Tage, über dessen Kerninhalte Sie sich in unserem heutigen HotSpot informieren können. Auch zur ebenfalls (und nicht zum ersten Mal) in dieser Woche durch die Presse gegangenen Meldung, wonach Wasservorkommen auf dem Mars gefunden worden sind, finden Sie im Space Focus in diesem Newsletter ausführliche Hintergrundinformationen.
Viel Spaß beim Lesen dieser und aller anderen Artikel wünscht Ihnen
Michael Stein
Chefredakteur "Raumfahrer.net"
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ISS-Experiment: Hatte Einstein Recht? <mehr>
Störungen am Aqua-Satellit <mehr>
Shuttle-Start um 24 Stunden verschoben <mehr>
ESA: Neue Missionen zur Erdbeobachtung ausgewählt <mehr>
ESA stellt "Cosmic Visions 2020" vor <mehr>
Spot 5 liefert erste Bilder <mehr>
Eisvorkommen auf dem Mars entdeckt <mehr>
Genesis: Missions-Status <mehr>
GALILEO auf der GNSS 2002 <mehr>
» ISS-Experiment: Hatte Einstein Recht?
01. Juni 2002 - Ultra-präzise Uhren auf der Internationalen Raumstation und anderen Raumfahrzeugen könnten feststellen, ob Albert Einsteins spezielle Relativitätstheorie korrekt ist und damit unser Verständnis des Universums grundlegend ändern.
Die Theorie, die 1905 von Albert Einstein veröffentlicht wurde, sagt aus, dass falls sich ein Beobachter mit konstanter Geschwindigkeit bewegt, die physikalischen Gesetze immer die gleichen sind. Dies gilt bei allen möglichen Geschwindigkeiten. Beispielsweise fällt eine Münze genauso schnell auf den Boden wenn ich auf einer Wiese stehe wie wenn ich auf der Autobahn mit konstanten 120 Kilometern pro Stunde fahre. Neuere Theorien versuchen nun die Gravitations- und Teilchenphysik zu kombinieren und kommen dabei zu dem Schluss, dass die Relativität nicht immer anwendbar ist. Veränderungen im Raum und der Zeit legen diese Vermutung nahe - sie lassen sich jedoch auf der Erde nicht messen.
"Die Internationale Raumstation wird demnächst sehr genaue Uhren an Bord haben und sie ist ein guter Ort die Theorie zu testen", sagt Dr. Alan Kostelecky, Physikprofessor an der Universität Indiana in Bloomington. "Durch den Vergleich extrem präziser Uhren, die in der Schwerelosigkeit arbeiten, können winzigste Änderungen im "Tempo der Zeit" festgestellt werden, während sich das Raumfahrzeug um die Erde bewegt." Dies würde gegen Einsteins Theorie verstoßen, die aussagt, dass keine Veränderungen messbar sein dürften, wenn sich verschiedene Uhren unter der gleichen Gravitations-Umgebung bewegen. "Das Auffinden solcher Veränderungen würde einen Aufruhr in der Wissenschaftsgemeinschaft auslösen und würde zudem unser Denken über die fundamentale Struktur von Raum und Zeit verändern." fügt er hinzu. Es würde einen Einblick in unser Universum führen und wie die Natur funktioniert.
Messungen im Weltraum haben einige Vorteile gegenüber denen auf der Erde, da die Erd-Rotationsachse und ihre Rotationsrate feststehend sind. Im All können die Umkreisungsachse eines Satelliten und seine Rotationsrate unterschiedlich sein. Außerdem sind höhere Geschwindigkeiten möglich. Messungen im Erdorbit können deshalb viel genauer durchgeführt werden und messbare Änderungen demnach Einsteins spezielle Relativitätstheorie widerlegen.
Related Links:
Originalartikel (engl.)
Internationale Raumstation
(ku - Quelle: NASA JPL)
» Störungen am Aqua-Satellit
31. Mai 2002 - Ein wichtiges Instrument des Satelliten "Aqua" ist höchstwahrscheinlich ausgefallen, so ein NASA-Sprecher. Es ist noch unklar, ob das Instrument vollständig ausgefallen ist, oder ob es wieder im Betrieb genommen werden kann.
Aqua ist konzipiert wurden, um das Verständnis des Wetters und des Klimas unserer Erde zu verbessern. Das angesprochene Instrument ist das hoch entwickelte Microwave Scanning Radiometer for EOS (AMSR-E). Es beobachtet den Kreislauf des Wasser, das von der Oberfläche in die Atmosphäre gelang und wieder zurück. Diese Beobachtungen würden den Wissenschaftlern helfen, mehr über das globale Wettermuster und die langfristigen Klimaänderungen zu lernen.
(la - Quelle: Space.com)
» Shuttle-Start um 24 Stunden verschoben
31. Mai 2002 - Der für heute morgen geplante Start der US-Raumfähre Endeavour zur Internationalen Raumstation (ISS) ist aufgrund schlechter Wetterbedingungen um 24 Stunden verschoben worden. Als Termin für einen neuen Startversuch wurde 01:22 Uhr (MESZ) am 01. Juni festgelegt.
Grund für die Verschiebung des eigentlich für Donnerstagabend (Ortszeit) vorgesehenen Starts der Raumfähre waren Gewitterstürme innerhalb des 20 km-Sicherheitsradius rund um das Startgelände des Kennedy Space Centers. Die Raumfähre Endeavour soll neben einer Befestigungsvorrichtung zur Fixierung des Roboterarms der Raumstation auf dem Mobilen Transporter, der beim letzten Shuttle-Flug zur ISS geliefert worden ist, vor allem die neue ISS-Besatzung transportieren: Mit der Shuttle-Mission STS-111 werden Kommandant Valery Korzun sowie die Flugingenieure Peggy Whitson und Sergej Treschew an ihren neuen Arbeitsplatz gebracht. Eine weitere Nutzlast von Endeavour ist das Logistikmodul Leonardo, mit dem Versorgungsgüter und Ersatzteile zur Station gebracht werden. Für die Dauer des Aufenthalts bei der ISS wird dieses Modul an die Station angekoppelt werden, so dass es von der ISS aus "begehbar" ist und dadurch ein leichtes Ent- und Beladen ermöglicht.
Ob der neue Starttermin tatsächlich eingehalten werden kann, ist allerdings fraglich. Die NASA hat die Wahrscheinlichkeit für ausreichend gute Wetterbedingungen zum geplanten neuen Startzeitpunkt mit nur 30 Prozent angegeben, weshalb von einer weiteren Startverschiebung auszugehen ist.
(ms - Quelle: NASA)
» ESA: Neue Missionen zur Erdbeobachtung ausgewählt
30. Mai 2002 - Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hat gestern drei Kandidaten für die zweite Reihe der so genannten "Erdforschungs-Gelegenheitsmissionen" vorgestellt, von denen zwei Missionen dann ab 2008 durchgeführt werden sollen. Bei den von der ESA "Gelegenheitsmissionen" genannten Projekten handelt es sich um kleinere Forschungsmissionen, die unter relativ großer Industriebeteiligung durchgeführt werden und nicht unbedingt unter Leitung der ESA stehen.
Nachdem im Sommer letzten Jahres ein Aufruf zur Einreichung von Missionsvorschlägen durch die ESA veröffentlicht wurde, sind nun aus den 27 eingegangenen Antworten drei Vorschläge für die Durchführung von Machbarkeitsstudien ausgewählt worden: ACE+, eine Mission zur Erforschung der Atmosphäre und des Klimas, EGPM, der Beitrag Europas zur Mission für globale Niederschlagsmessungen, und SWARM, eine aus vier kleinen Satelliten bestehende Mission zur Untersuchung der Dynamik des Magnetfelds der Erde und seiner Wechselwirkungen mit dem System Erde.
Die beiden Missionen, die zu einem späteren Zeitpunkt aus den drei nun nominierten Vorschlägen ausgewählt werden, stellen die zweite Staffel der so genannten Erdforschungs-Gelegenheitsmissionen der ESA dar. Die ersten Forschungsmissionen dieser Reihe sind Cryosat und SMOS: Cryosat wird 2004 starten und die polaren Eiskappen sowie das Meereis beobachten, während SMOS nach seinem für 2006 vorgesehenen Start die Bodenfeuchtigkeit und den Salzgehalt der Meere messen soll.
Neben diesem Missionstyp gibt es weiterhin noch die so genannten Erdforschungs-Kernmissionen, bei denen es sich um größere Forschungsmissionen unter Leitung der ESA handelt. Zurzeit sind in dieser Kategorie die Missionen GOCE und ADM-Aeolus in Planung, deren Aufgabe die Bestimmung des Schwerefelds und der stationären Ozeanzirkulation (GOCE) sowie die Erforschung der Atmosphärendynamik (ADM-Aeolus) sind. Die Starts von GOCE und ADM-Aeolus sind für die Jahre 2005 bzw. 2007 vorgesehen.
Die drei jüngst ausgewählten Kandidaten für zukünftige Gelegenheitsmissionen sollen Forschungsvorhaben ergänzen, die gegenwärtig im Rahmen des Erdforschungsprogramms vorbereitet werden. Der Hauptzweck von ACE+ ist die Messung von Veränderungen der globalen Temperatur- und Wasserdampfverteilung in der Atmosphäre und damit die Lieferung von Daten für die Überwachung des Klimawandels. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung von Wettervorhersagen. Für die Mission werden vier Satelliten in Umlaufbahnen zwischen 650 und 850 km Höhe eingesetzt. Jeder dieser Satelliten wird einen L-Band-Empfänger für GPS/Galileo-Peilungen und einen X-K-Band-Mehrfrequenzsender bzw. -empfänger für Messungen von Satellit-zu-Satellit-Verbindungen mitführen.
EGPM wiederum ist ein Beitrag Europas zur Mission für globale Niederschlagsmessungen (GPM), einer internationalen Initiative, die achtmal täglich globale Niederschlagsdaten bereitstellen soll. Der europäische Beitrag zu dieser internationalen Mission besteht aus einem Satelliten auf einer sonnensynchronen erdnahen Bahn, der mit einem Mikrowellen-Radiometer für globale Beobachtungen des Regenfalls ausgestattet ist. Er fügt sich in den gemeinsamen Vorschlag der NASA und der japanischen Raumfahrtagentur NASDA für die Mission GPM ein, die einen "Kernsatelliten" mit Niederschlags-Radar und -Radiometer sowie eine Reihe kleinerer Satelliten mit jeweils nur einem Niederschlags-Radiometer vorsieht. EGPM ergänzt die vorgeschlagene GPM-Mission durch Bereitstellung der für hohe Breitengrade (wie Europa und Kanada) benötigten Daten.
Die Mission SWARM soll die bisher genaueste Vermessung des Erdmagnetfelds und seiner zeitlichen Veränderungen ermöglichen und neue Einblicke zur Erweiterung unseres Wissens über das Erdinnere und Erdklima vermitteln. Sie stützt sich auf einen Verbund aus vier Satelliten in zwei unterschiedlichen polaren Umlaufbahnen zwischen 400 und 550 km Höhe. Jeder Satellit soll das Magnetfeld der Erde mit hoher Genauigkeit und Auflösung messen. Zusammen sollen sie die erforderlichen Beobachtungen für eine globale Hochpräzisionsvermessung des geomagnetischen Feldes anstellen, die zur Modellierung seiner verschiedenen Quellen unabdingbar ist. SWARM soll durch seine Daten neue Erkenntnisse über die sich erweiternde und vertiefende "Südatlantische Anomalie" ermöglichen, die den Betrieb erdnaher Satelliten ernstlich beeinträchtigen kann. Geographisch gesehen ist die seit kurzem zu beobachtende Abschwächung des geomagnetischen Dipols weitgehend auf Veränderungen des Feldes in dieser Region zurückzuführen.
In Ihrer Gesamtheit stellen diese Erdbeobachtungsmissionen die Fortsetzung dessen dar, was mit europäischen Erdbeobachtungssatelliten wie ERS-1 und ERS-2 sowie ENVISAT begonnen hat. Während bisher große Satelliten mit einer Vielzahl von Instrumenten gestartet wurden (alleine ENVISAT wiegt über acht Tonnen und hat zehn Instrumente an Bord) werden alle hier aufgeführten Missionen mit Hilfe von relativ kleinen und hochspezialisierten Satelliten durchgeführt. Weitere Informationen über das Erdforschungs- und beobachtungsprogramm der ESA sind auf der Internetseite Living Planet der europäischen Raumfahrtbehörde zu finden.
(ms - Quelle: ESA)
» ESA stellt "Cosmic Visions 2020" vor
30. Mai 2002 - Nachdem bei der ESA-Ministerratssitzung in Edinburgh im November 2001 für das Forschungsprogramm der ESA weniger finanzielle Mittel als gehofft bewilligt worden sind, mussten die mittel- und langfristigen Planungen überarbeitet werden. Auf der letzten Sitzung des "Ausschuss für Weltraumwissenschaft" der ESA wurde nun vom Wissenschaftsdirektor das revidierte Forschungsprogramm mit dem Namen Cosmic Visions 2020 vorgestellt. Ein schmerzlicher Abstrich stellt im neuen Forschungsprogramm der Verzicht auf den Venus-Orbiter Venus Express dar, der vor allem neue Erkenntnisse über die Prozesse in der Venusatmosphäre hätte bringen sollen.
Das wissenschaftliche Langzeitforschungsprogramm der ESA war zuletzt im Oktober 2000 auf der Basis finanzieller Annahmen verabschiedet worden, die im Mai 1999 in Bern festgelegt worden sind. Da das in Edinburgh im November letzten Jahres bewilligte Budget unter den damals veranschlagten Finanzmitteln blieb, musste eine Mission gestrichen werden, während andere geplante Missionen überarbeitet werden müssen, um ihre Durchführung zu geringeren Kosten ermöglichen zu können.
Der nun verabschiedete Plan sieht die Zusammenfassung der geplanten Forschungsmissionen in drei so genannten "Produktionsgruppen" vor: "Astrophysik", "Erforschung des Sonnensystems" sowie "Missionen für physikalische Grundlagenforschung". Die Planungen für einzelne ESA-Missionen reichen zunächst bis zum Jahr 2012. Daneben ist weiterhin eine Zusammenarbeit mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA bei der Entwicklung und dem späteren Betrieb des NGST ("New Generation Space Telesope" = "Weltraumteleskop der nächsten Generation") vorgesehen, das voraussichtlich im Jahr 2010 gestartet werden soll und die Nachfolge des Weltraumteleskops Hubble antreten wird. Bei einer weiteren Mission (STEP - eine für 2005 geplante Mission zum Nachweis des "Wesens der Masse und der Grundlagen der Mechanik") hängt das finanzielle Engagement der ESA von der Entscheidung des Hauptpartners NASA ab, ob diese Mission wie geplant durchgeführt wird.
Das neue Forschungsprogramm versucht, trotz geringerer finanzieller Mittel durch neue, kosten sparende Arbeits- und Kooperationsmethoden möglichst viele der geplanten Missionen durchzuführen. Dennoch musste auf eine Mission verzichtet werden, und die Entscheidung des "Ausschuss für Weltraumwissenschaft" der ESA fiel auf die für 2005 geplante Mission Venus Express. Viele Klimaforscher werden darüber nicht glücklich sein, denn durch das genauere Studium der Venusatmosphäre mit Hilfe dieser Raumsonde hatten sie sich neue Erkenntnisse erhofft, mit denen Modelle zur Prognose der globalen Erwärmung der Erdatmosphäre hätten verbessert werden können. (ms - Quelle: ESA)
» Spot 5 liefert erste Bilder
27. Mai 2002 - Nach seinem erfolgreichen Start in der Nacht vom 3. zum 4. Mai liefert der französische Erdbeobachtungssatellit Spot 5 nun erste, detaillierte Bilder.
Am 7. Mai sandte Spot 5 sein erstes Bild zur Erde: den Port d'Eleusis in Athen. Dann folgten München, Neapel, Stockholm, Athen. Das erste Vegetations-Bild zeigt Indien. Mit seiner hochmodernen Ausrüstung erreicht der Satellit eine Auflösung von bis zu 2,5 m. Lesen Sie dazu auch unseren HotSpot-Artikel zum Start von Spot 5.
Related Links:
HotSpot: "Spot 5" erfolgreich gestartet
Von Spot 5 aufgenommene Bilder
Informationen zu Spot 5 (englisch)
(dm - Quelle: cnes)
» Eisvorkommen auf dem Mars entdeckt
27. Mai 2002 - Die Raumsonde Mars Odyssey fand große Eisvorkommen unter der Oberfläche unseres Nachbarplaneten. Die Entdeckung der amerikanischen Raumfahrtagentur (NASA) ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Erkenntnisse über den roten Planeten. Sie lüftet eines der tiefsten Geheimnisse, ist wegweisend für bemannte Expeditionen und wirft erneut die Frage auf, ob Leben auf dem Planeten existieren kann. Insider deuten an, dass sich die NASA - auch aufgrund dieser Ergebnisse - eine bemannte Landung innerhalb der nächsten 20 Jahre zum Ziel setzen könnte.
Die US-Raumfahrtbehörde wird am 30. Juni über das Eis Auskunft geben. Die vollständige Enthüllung der Ergebnisse werden dann gegen Ende des Tages im Magazin Science zu finden sein. Die Entdeckung wurde von der Raumsonde Mars Odyssey gemacht, die seit letztem Jahr Daten sammelt, und bestätigt frühere Vermutungen, wonach enorme Eisvorkommen unter der Mars-Oberfläche sein müssten. Dieser Fund wird eine Frage beantworten, die die Marsforscher seit mehreren Jahrzehnten in Atem hält: Viele Indizien lassen vermuten, dass der Rote Planet in der Vergangenheit sehr wasserreich war; wo ist also das gesamte Wasser hingekommen? Allem Anschein nach ist es im Regolith - der lockeren Fels- und Staubschicht auf der Oberfläche. Mars Odyssey hat Daten über die Zusammensetzung der Marsoberfläche in hoher Qualität geliefert. Die Raumsonde enthält ein so genanntes Gammastrahlen Spektrometer, welches nach Gammastrahlen (hochenergetischem Licht) mit einer speziellen Signatur scannt. Sie kommen von Wasserstoff, welcher sich weniger als einen Meter (ca. 90 cm) unter der Marsoberfläche befindet. Astronomen glauben, dass der Wasserstoff in Eiskristallen gebunden ist.
Das gleiche Instrument wurde auch von der Mondsonde genutzt, die 1998 Eis in den Schattenregionen der Mondpole entdeckt hat. An Bord von Mars Odyssey befindet sich auch ein Neutronen-Spektrometer, welches Beweise für die Existenz von unterirdischem Eis in denselben Regionen des Planeten liefert. Forscher waren über die Stärke des Signals vom Eis überrascht. Sie hatten vermutet, dass es ein Jahr dauern würde um genug Beweise zu sammeln, doch sie hatten es bereits nach wenigen Wochen geschafft. Sie kündigten im März die ersten Ergebnisse an und haben jetzt zuverlässige Daten, die große Mengen unterirdischen Eises südlich des 60. Breitengrades bestätigen. Forschern zufolge könnte dasselbe auch für die nördliche Hemisphäre gelten. Die entsprechenden Beobachtungen können jedoch erst gegen Ende des Jahres, im nördlichen Marswinter, gemacht werden. NASA-Forscher planten am Donnerstag eine Pressekonferenz auf der sie die Bestätigung der ersten Erkenntnisse bekannt geben wollten. Nachdem eine britische Zeitung jedoch vorab davon erfahren hat, wird sie womöglich vorverlegt.
Diese interessante Entdeckung kann maßgebend für die Wahl zukünftiger Lande- und Forschungsplätze auf dem Mars sein, und gibt den Anstoß, nach der Existenz von früherem Leben Ausschau zu halten. Die Existenz solcher gigantischer Eismassen - geschmolzen würden sie einen planetenweiten Ozean mit mindestens 500 m Tiefe bilden - wird die Richtung zukünftiger Forschungen völlig verändern. Obwohl die Landung von Testgeräten - dem europäischen Beagle 2 und den beiden Mars Rover der NASA im nächsten Jahr - geplant ist, wird keines davon in den Regionen tätig sein, in denen Eis existieren könnte. Der Mars Polar Lander sollte 1999 genau am richtigen Punkt landen und hätte das Eis ohne Zweifel entdeckt, wenn er auf dem Weg nach unten keine Fehlfunktion gehabt hätte.
Wasser direkt unter der Oberfläche zu haben wäre eine Wohltat für Mars-Astronauten. Wasser ist lebenswichtig, daher steigert diese Entdeckung die Überzeugung, dass Leben auf dem Mars in der Vergangenheit existiert hat, und vielleicht auch in der Gegenwart immer noch existiert. Deshalb wird es hohe Priorität haben eine Stein- und Eisprobe von einer unbemannten Raumsonde zur Erde bringen zu lassen.
Related Links:
Englischer Artikel
BBC News: Forschung & Technik (englisch)
(dm - Quelle: BBC News)
» Genesis: Missions-Status
25. Mai 2002 - Die Raumsonde Genesis der NASA, die auf ihrer Mission Partikel des Sonnenwinds sammeln soll, führte vor kurzem ihr erstes Flugmanöver durch: Sie vollendete eine erste Schleife um einen Gravitationspunkt zwischen Erde und Sonne.
Genesis umkreist den so genannten Lagrange-Punkt 1, auch L1 genannt, der etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde in Richtung der Sonne liegt. An diesem Punkt sind die Anziehungs- und Zentrifugalkräfte, die auf die Sonde wirken, ausgeglichen. L1 ist ein günstiger Punkt für die Positionierung einer Sonde, weil er einen ununterbrochenen Blick auf die Sonne liefert, außerhalb der Erd-Magnetosphäre liegt und wenige Manöver des Raumfahrtzeugs erfordert, den Orbit zu halten. "Genesis überflog die Ziellinie der ersten Schleife und bewegte sich ruhig in seine zweite", sagt Genesis Missions-Manager Don Sweetnam vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien. Im letzten Monat überstand Genesis einen starken solaren Sturm. Hochenergetische Protonen bombardierten die Sonde häufiger als normalerweise. Protonenstürme können Ausfälle in den sensiblen Systemen von Satelliten und Raumfahrtzeugen verursachen. Allerdings half die installierte Software von Genesis den Sturm zu überstehen. Während des solaren Sturms war das System kurzzeitig erblindet, dass die Sonne an einem Fixstern ausrichtet. Die Höhen-Kontrollsoftware meisterte diese Situation jedoch wie erwartet, so dass die Leistung der Sonde nicht beeinträchtigt war und alle geplanten Tagesaufgaben wie geplant beendet wurden.
Genesis sammelt Proben des Sonnenwindes, unsichtbare geladene Partikel, die von der Sonne kommen. Diese wertvolle kleine Menge an Sonnenmaterie soll 2004 zur Erde zurücktransportiert werden und in einem Speziallabor konserviert und von Wissenschaftlern untersucht werden. Sie erhoffen sich davon Antworten auf fundamentale Fragen über die Zusammensetzung und Entwicklung unseres Sonnensystems. Genesis ist seit dem 16. November 2001 auf ihrer Arbeitsposition.
Related Links:
Genesis Missionsseite (engl.)
Raumsonden
(ku - Quelle: NASA JPL)
» GALILEO auf der GNSS 2002
24. Mai 2002 - Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist gemeinsam mit der Europäischen Kommission auf der GNSS 2002 vertreten, der sechsten internationalen Konferenz über globale Satellitennavigationssysteme, die vom 27. bis 30. Mai in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen stattfindet.
Im Rahmen dieser von der Nordischen Gesellschaft für Navigation organisierten Veranstaltung sind Vorträge, Gesprächsrunden und eine Ausstellung über Gegenwart und Zukunft der Satellitennavigation geplant. Die ESA und die Europäische Kommission nehmen sowohl am Vortragsprogramm als auch an der Ausstellung teil, bei der sie auf einem gemeinsamen Stand GALILEO vorstellen werden, das erste zivile satellitengestützte Ortungs- und Navigationssystem, für das der Rat der Verkehrsminister der Europäischen Union (EU) am 26. März endgültig grünes Licht gegeben hat.
Die GNSS 2002 wird also insbesondere Gelegenheit bieten, den Stand dieses strategischen Programms zu erläutern. Fachleute der ESA und der Europäischen Kommission werden in Kopenhagen anwesend sein und den Journalisten für Fragen zur Verfügung stehen. Mit GALILEO, das von der ESA und der EU gemeinsam entwickelt und je zur Hälfte finanziert wird, entsteht ein komplettes ziviles System, das ab 2008 der Welt im allgemeinen und den Europäern im besonderen ein präzises, sicheres und zuverlässiges Instrument zur Ortung per Satellit bieten soll.
Die Anwendungen sind vielfältig: Steuerung und Überwachung des Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehrs, Zeitverteilung, Synchronisierung der Datenübermittlung zwischen Banken und vieles mehr. Mit einem auf das 4,6-fache der Investitionen geschätzten Ertrag und der Schaffung von über 100.000 Arbeitsplätzen in den kommenden 15 Jahren verspricht das Vorhaben außerdem großen wirtschaftlichen Nutzen.
(la - Quelle: ESA)
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Space Focus: Wasser auf dem Mars |
von F.Schmied und D.Mayer | |
Überraschte Wissenschafter haben einen vergrabenen Schatz unter der Oberfläche des Mars gefunden. Dort befindet sich soviel Eis, dass man damit den Lake Michigan zweimal füllen könnte. "Und das ist erst die Spitze des Eisberges."
Die Entdeckung der NASA ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Erkenntnisse über den Roten Planeten. Sie lüftet eines der tiefsten Geheimnisse, ist wegweisend für bemannte Expeditionen und wirft erneut die Frage auf, ob Leben auf dem Planeten existieren kann. Insider deuten an, dass sich die NASA - auch aufgrund dieser Ergebnisse - eine bemannte Landung innerhalb der nächsten 20 Jahre zum Ziel setzen könnte.
Die Entdeckung wurde von der Raumsonde 2001 Mars Odyssey gemacht, die seit letztem Jahr Daten sammelt, und bestätigt frühere Vermutungen, wonach enorme Eisvorkommen unter der Mars-Oberfläche sein müssten. Dieser Fund wird eine Frage beantworten, die die Mars-Forscher seit mehreren Jahrzehnten in Atem hält: Viele Indizien lassen vermuten, dass der Rote Planet in der Vergangenheit sehr wasserreich war; wohin ist also das gesamte Wasser verschwunden? Allem Anschein nach ist es im Regolith - der lockeren Fels- und Staubschicht auf der Oberfläche. 2001 Mars Odyssey hat Daten über die Zusammensetzung der Marsoberfläche in hoher Qualität geliefert.
"Das ist wirklich erstaunlich", sagte William Boynton von der University of Arizona. "Dies ist der beste direkte Beweis, den wir von Wasser unter der Marsoberfläche haben". "Allerdings", fügte er hinzu, "ist es mehr Eis als wir erwartet haben". Boynton ist der Hauptverantwortliche für die unter der Bezeichnung gamma-ray spectrometer ("Gammastrahlen-Spektrometer", GRS) zusammengefassten Instrumente an Bord von Odyssey. Das GRS kartographiert den Mars seit Februar 2002 und entdeckte verräterische Zeichen für Wasser in einer Tiefe von einem Meter in einer großen Region in der Umgebung des Südpols.
"Es ist nahe liegender diese Schicht als schmutziges Eis zu bezeichnen denn als mit Eis versetztes Bodenmaterial", behauptet Boynton. Die aufgespürte Menge an Wasserstoff im Eis beträgt etwa 20 bis 50%. Dies bedeutet: würde man einen Eimer voll dieses Eispolarbodens erhitzen, so würde man einen halben Eimer flüssigen Wassers erhalten.
Wie entdeckt das GRS das Wasser im Untergrund vom Orbit aus? Kosmische Strahlen treffen auf die Marsoberfläche auf, dabei werden Gammastrahlen und Neutronen freigesetzt. Das GRS ist in der Lage diese Teilchen zu messen und ihren Energiewert festzustellen. Anhand dieser Daten kann man die Elemente im Boden ablesen. Forscher sind besonders interessiert an Wasserstoff, ein verräterisches Zeichen für Wasser. Da Wasserstoff ein Bestandteil von Wassereis ist, kann GRS die Menge an permanentem Grundeis und deren saisonbedingten Schwankungen messen.
Die Instrumente des GRS reichen allerdings nur bis in eine Tiefe von einem Meter. Durch Verbinden der unterschiedlichen Daten folgerte das Odyssey-Team, dass der Wasserstoff nicht direkt unter der Oberfläche eingelagert ist, sondern etwas tiefer. Das Team fand außerdem heraus, dass große Mengen an Wasserstoff vorwiegend in sehr kalten Regionen auftauchen, wo das Eis stabil ist. Diese Verbindung zwischen hoher Wasserstoffkonzentration und Regionen mit hoher Eisstabilität führten das Team zu der Ansicht, dass der Wasserstoff in Form von Eis vorhanden ist. Die eisreichen Zonen sind in etwa 60 Zentimeter Tiefe in der Nähe der Oberfläche bei 60° südlicher Breite zu finden und reichen bis in etwa 30 Zentimeter Tiefe bei 75° südlicher Breite.
William Feldman, Hauptverantwortlicher für den Neutronen-Spektrometer des GRS-Instruments an Bord von Odyssey im Nationalen Labor Los Almos merkt an, dass "die in südlichen Polarregionen entdeckten Signaturen von unter der Oberfläche befindlichen Wasserstoff ebenfalls im Norden zu finden sind, aber nicht unmittelbar am Pol selbst. In der nördlichen Polarregion befindet sich momentan eine saisonbedingte Schicht von gefrorenem CO2 (Trockeneis). Da gerade der nördliche Frühling beginnt, zeigen die neuesten Neutronendaten, dass das Trockeneis zurückgeht und wasserstoffhaltiger Boden zum Vorschein kommt."
"Wir haben schon lange vermutet, dass der Mars einmal ein gewaltiges Wasserreservoir an der Oberfläche besaß", sagt Jim Garvin, Marsprogramm-Wissenschafter im NASA Hauptquartier. "Aber wir wussten nicht wohin es sich geflüchtet hatte." Was sind die Folgerungen für Leben auf dem Mars? "Messen und kartographieren des eisigen Bodens in der Polarregion des Mars, wie es das Odyssey-Team vormachte, ist ein wichtiges Teil im Puzzle, aber wir müssen unsere Suche fortsetzen, vielleicht noch tiefer im Untergrund, um herauszufinden, was mit dem restlichen Marswasser geschah."
Andere neue Resultate der Neutronendaten besagen, dass große Flächen des Mars in niederen bis mittleren Breiten ebenfalls Mengen an Wasserstoff enthalten. Interpretationen dieser Funde dauern allerdings noch an; eine Hypothese des Teams ist, dass die geringe Menge eher darauf hindeutet, dass er chemisch gebunden in Mineralien vorkommt. "Der Mars überraschte uns neuerlich", sagte Stephen Saunders, Odyssey-Projektwissenschafter beim NASA-eigenen JPL. "Die frühen Resultate des GRS-Teams sind besser als wir erwartet haben."
Related Links:
2001 Mars Odyssey Special
Planet Mars
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HotSpot: Cosmic Visions 2020 |
von Michael Stein | |
Der ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood hat auf der Sitzung des "Ausschuss für Weltraumwissenschaft" der europäischen Weltraumagentur am 22./23. Mai in Norwegen das neue Wissenschaftsprogramm für die nächsten zehn Jahre vorgestellt. Die Überarbeitung des Wissenschaftsprogramms war notwendig geworden, da auf der ESA-Ministerratssitzung in Edinburgh im November 2001 weniger finanzielle Mittel bewilligt worden sind, als bei der Verabschiedung des letzten derartigen Programms im Oktober 2000 veranschlagt worden ist. Das neue Wissenschaftsprogramm ist nun von der ESA unter der Bezeichnung Cosmic Visions 2020 veröffentlicht worden.
Die geplanten Forschungsmissionen sind in so genannten "Produktionsgruppen" zusammengefasst worden, die sich ihrerseits drei verschiedenen Kategorien zuordnen lassen: Astrophysik, Erforschung des Sonnensystems sowie Missionen für physikalische Grundlagenforschung. Die Einteilung der Missionen in verschiedene Produktionsgruppen ist nicht nur eine Strukturierung der Missionen nach wissenschaftlicher Ausrichtung, sondern hat auch ganz konkrete technologische und finanzielle Auswirkungen. So sollen beispielsweise die Raumsonden für sämtliche Forschungsmissionen einer Produktionsgruppe unter Ausnutzung größtmöglicher Synergieeffekte von gemeinsamen Ingenieurteams geplant und gebaut werden, um die Kosten jeder einzelnen Mission so gering wie möglich zu halten.
Die Missionen der Kategorie Astrophysik sind in folgende Gruppen unterteilt:
- Gruppe 1: Die Missionen XMM-Newton (Start: 1999) und INTEGRAL (2002) sind Röntgen- bzw. Gammastrahlenobservatorien zur Beobachtung des Universums im Bereich der so genannten "harten" Strahlung;
- Gruppe 2: Herschel (ca. 2007) soll die Infrarot- und Mikrowellenstrahlung erforschen, Planck (ca. 2007) die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung und Eddington (ca. 2008) schließlich der Suche nach extra-solaren Planeten dienen;
- Gruppe 3: Die Mission GAIA (ca. 2012) soll eine hochgenaue Kartierung der Galaxien mit bis dahin unerreichter Präzision vornehmen.
Zur Kategorie Erforschung des Sonnensystems zählen folgende Missionen:
- Gruppe 1: Die Missionen Rosetta (2003) wird ein Rendevouz mit dem Kometen Wirtanen durchführen und einen Lander auf dem Kometenkern absetzen, während Mars Express (2003) den Mars mit Hilfe eines Orbiters sowie eines Landers weiter erforschen wird;
- Gruppe 2: Zu dieser Gruppe zählen die Mission SMART-1 (2003) zum Mond zur Erprobung verschiedener neuer Technologien (incl. eines Ionen-Antriebs), die Merkur-Mission BepiColombo (ca. 2011) sowie ein noch unbenannter Sonnenorbiter (ca. 2012) als Nachfolger der sehr erfolgreichen Sonnensonden SOHO und Ulysses.
Die Kategorie mit Missionen für die physikalische Grundlagenforschung umfasst nur eine Produktionsgruppe, zur der die Missionen STEP (2005) zum Nachweis des "Wesens der Masse und der Grundlagen der Mechanik" (eine Gemeinschaftsmission mit der NASA), SMART-2 (2006) - eine weitere Technologieerprobungsmission - sowie die gemeinsam mit der NASA geplante Mission LISA (2011) zum Nachweis von Gravitationswellen gehören.
Über die hier genannten Vorhaben hinaus sieht das revidierte Wissenschaftsprogramm der ESA weiterhin eine Beteiligung am Gemeinschaftsprojekt mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA zur Entwicklung und dem späteren Betrieb des NGST (2010) ("New Generation Space Telesope" = "Weltraumteleskop der nächsten Generation") vor, das die Nachfolge des Weltraumteleskops Hubble antreten soll.
Auf eine Mission muss aus Kostengründen mit Sicherheit verzichtet werden, und die Entscheidung des "Ausschuss für Weltraumwissenschaft" der ESA fiel hierbei auf die für 2005 geplante Mission Venus Express. Insbesondere Klimaforscher werden über diese Wahl nicht glücklich sein, denn durch das genauere Studium der Venusatmosphäre mit Hilfe dieser Raumsonde hatten sie sich neue Erkenntnisse erhofft, mit denen Modelle zur Prognose der globalen Erwärmung der Erdatmosphäre hätten verbessert werden können.
Das Forschungsprogramm Cosmic Visions 2020 setzt die erfolgreiche Anwendung neuer, kostensparender Management-, Arbeits- und Kooperationsmethoden voraus, damit die hier aufgezählten Missionen umgesetzt werden können. Insbesondere für die mittel- und langfristig geplanten Projekte jedoch bietet auch das neue ESA-Forschungsprogramm keine endgültige Gewähr für ihre Umsetzung, denn die steht und fällt letztendlich mit der finanziellen Ausstattung der europäischen Weltraumagentur durch ihre Mitgliedsstaaten.
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HotSpot-Archiv
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History Special: Amerikanische Raketenentwicklung nach 1945 |
von Karl Urban | |
Im Jahr 1926 startet der amerikanische Physikprofessor und Raketenpionier Robert H. Goddard (siehe InSpace Newsletter #023) die weltweit erste Flüssigkeitsrakete. Der Ort, den er für seine Raketenstarts wählt, gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der USA: New Mexico. Ein anderer Grund war ein "raketenfreundliches" Klima, der letztlich auch das Artillerie- und Ingenieurkorps der US-Armee 1944 dazu bewegt, eine Testgelände für Fernraketen in White Sands, New Mexico einzurichten.
Im Februar 1945 startet auf dem neu gegründeten Testgelände die erste Höhenforschungsrakete vom Typ WAC Corporal. Sie wird von Theodore von Káráman, einem bekannten ungarischstämmigen Mathematik- und Physikprofessor, Frank Malina und Tsue Shen Tsien am Jet Propulsion Laboratory (JPL) entwickelt. Die WAC Corporal wird mit Anilin und Salpetersäure angetrieben. Beim Erstflug erreicht man bereits eine Höhe von 70 Kilometern.
Vom A4 zur Titan
Mit dem Ende des Krieges durch die Kapitulation erbeutet das US-Militär viele hundert Raketen aus der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und dem unterirdischen KZ Mittelbau-Dora. Zudem bietet man vielen durch ihre Peenemünder Forschung und das Raketen-Know-how bekannten Ingenieure und Wissenschaftler die Arbeit in den USA an. So wandern etliche deutsche Raketenexperten, unter ihnen auch Wernher von Braun, 1945 in die Vereinigten Staaten aus. Anders als in der Sowjetunion, wo man sofort schubkräftigere A4-Nachfolgermodelle entwickelt, setzt man in White Sands auf umfangreiche Tests der erbeuteten A4-Modelle sowohl zur Höhenforschung als auch für militärische Zwecke. Erst ab 1951 macht die Organisation der Raketenentwicklung einen großen Sprung, als der Verteidigungsminister von Präsident Truman, Louis A. Johnson, anordnet, die Raketenprojekt innerhalb der verschiedenen Waffengattungen des Militärs zu koordinieren. Besondere Priorität erhält dabei die Entwicklung am Redstone-Arsenal in Huntsville, Alabama. 1950 werden bereits Wernher von Braun und seine Mitarbeiter nach Huntsville versetzt, um die dortigen Konstrukteure zu unterstützen. Die Redstone ist ein direkter Abkömmling des A4s mit 21,1 Metern Höhe und wird ebenso durch Flüssigsauerstoff und Alkohol angetrieben. Mit einer maximalen Nutzlast von 3,6 Tonnen ist sie auch in der Lage eine Atombombe zu transportieren. Ihre maximale Reichweite liegt jedoch erst bei 320 Kilometern. Am 20. August 1953 startet das erste Testmodell vom neu gegründeten und bis heute genutzten Raumfahrtgeländes Cape Canaveral aus.
Ebenfalls ab 1950 entwickelt die amerikanische Luftwaffe das Konzept der späteren zweistufigen Atlas. Diese soll erst in eine Höhe von mehreren 100 Kilometern starten und schließlich ein 8.000 bis 10.000 Kilometer entferntes Ziel aus größter Höhe treffen. Da man zu dieser Zeit aber noch kaum Erfahrungen mit der Zündung von Raketenstufen im Weltraum hat, werden beim Abheben der Atlas beide Stufen gleichzeitig gezündet. Aus den schwierigen Entwicklungsarbeiten für das Konzept gehen sowohl die Atlas als auch die Titan hervor, die später, wie auch die Redstone, große Bedeutung in der Raumfahrt haben werden. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass die enorm kostenaufwändige Konstruktion dieser Raketentypen vom Militär finanziert wird und sie in erster Linie zum Tragen von Atomsprengköpfen dienen. Wenn im Zusammenhang mit dieser Zeit von der "Nutzlast" der Raketen die Rede ist, ist kein Satellit oder Raumkapsel sondern eine Massenvernichtungswaffe gemeint. Trotzdem lässt sich die Entwicklung kaum bewerten, da ohne die militärischen Forschungen keine schubstarken Raketen für die Raumfahrt verfügbar gewesen wären.
Am 12. April 1957 trifft die USA der "Sputnik-Schock", die Sowjetunion meistert den Flug des ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik. Trotzdem dauert es noch fast ein Jahr bis den USA der Start von Explorer 1 am 1. Februar 1958 gelingt. Nach dem ersten bemannten Flug der UdSSR startet schließlich am 5. Mai 1961 Alan Shepard als erster Amerikaner ins All, wenn auch nur auf einer ballistischen Bahn (= keine volle Erdumkreisung), obwohl Juri Gagarin bereits eine Erdumkreisung durchgeführt hatte. Für Shepards Start verwendete man die erste in den USA entwickelte Redstone-Rakete. Wie sein Kollege startet der Astronaut John Glenn am 21. Februar 1962 in einer Mercury-Kapsel und umkreist die Erde zweimal.
Related Links:
Amerikanische Trägerraketen
Mercury-Programm
In der nächsten Ausgabe berichten wir über die ersten Trägerraketen der Sowjetunion.
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ISS Weekly Report |
von Michael Stein | |
Die Arbeiten in der Internationalen Raumstation waren in dieser Woche stark durch die Vorbereitung auf die Ankunft der Raumfähre Endeavour und die Ablösung der seit Anfang Dezember letzten Jahres an Bord der ISS befindlichen Crew geprägt. Die drei Besatzungsmitglieder packten persönliche Ausrüstungsgegenstände und Experimente, die zur Erde zurücktransportiert werden sollten, und bereiteten die Übergabe der Station an die fünfte ISS-Crew vor. Daneben wurde der Wach-/Schlafrhythmus der ISS-Besatzung etwas verändert, um ihn an den der Shuttle-Besatzung anzupassen. Der ursprünglich für Freitagmorgen (MESZ) geplante Start der Raumfähre ist aufgrund schlechter Wetterbedingungen jedoch auf den kommenden Montag verschoben worden, so dass die Ankunft der Raumfähre bei der ISS nun frühestens am Mittwoch der kommenden Woche erfolgen kann.
Related Links:
Internationale Raumstation
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Neben Science-Fiction, Fantasy, Horror, Mystery und einigem mehr findet man auf dieser Seite auch die Rubriken "Astronomie" und "Raumfahrt". In der Astronomie hat man sich die Planeten, Hubble, die Sonnenfinsternis 1999 und Touristen im All vorgenommen, während in der Rubrik "Raumfahrt" auf die USA, Europa, Russland, China und die ISS eingegangen wird. Dort findet man auch einen TV- und Kinotipp, der sich aber mehr auf den Science-Fiction-Bereich bezieht.
Wer nun Lust bekommen hat, sich diese Seite einmal genauer anzusehen, der kann dies hier tun.
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InDetail: Halleyscher Komet |
von Karl Urban | |
Unter den tausenden von Kometen, die die Sonne auf stark exzentrischen Bahnen umkreisen gehört auch einer, der zu den wohl bekanntesten gehört: Der Halleysche Komet (bzw. Halley-Komet). Benannt ist er nach dem Astronomen Edmond Halley (1656-1742), der ihn 1682 beobachtete. Er erkannte einen Zusammenhang mit dokumentierten Sichtungen von Kometen in den Jahren 1607 und 1531. Halley folgerte, dass alle drei Sichtungen den selben Kometen beschrieben. Er sagte die nächste Sichtung für 1758 voraus, was sich schließlich, 16 Jahre nach seinem Tod, auch bestätigte. Seitdem ist dieser Komet nach Halley benannt und aufgrund seiner großen Helligkeit auch einer der berühmtesten.
Übrigens wurden nach der Bestimmung der Kometenbahn durch Halley Aufzeichnungen für alle Erscheinungen bis 240 v. Chr. in alten Dokumenten gefunden. Zuletzt näherte sich der Halleysche Komet der Sonne 1986. Erst im Juli 2061 kann man das Schauspiel von der Erde wieder beobachten.
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"In Space Newsletter" #027
Erscheinungsdatum:
1. Juni 2002
Auflage: 559 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Schlussredaktion:
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Günter Fischer
Lutz Growalt
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Dominik Mayer
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Mark Weimar
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