In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #028 vom 8. Juni 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #028


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Herbig-Haro-Objekte

> HotSpot:
Europas Countdown zum Mars

> History Special:
Sowjetische Raketen ab 1945

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Weekly Report

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Astronomia.de

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Planet X

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Disclaimer & Kontakt

      Intro von Karl Urban 

Verehrte Leserinnen und Leser,

"Das deutsche Raumfahrtprogramm wurde am 16. Mai 2001 von der Bundesregierung verabschiedet. Es ist das erste Raumfahrtprogramm seit fast 20 Jahren und soll einen verlässlichen Rahmen sowie Planungssicherheit für Wissenschaft und Industrie schaffen." heißt es in einer Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die mir in der vergangen Woche in die Hände fiel. Deutsche Raumfahrt - so ist leider die allgemeine Auffassung - beteiligt sich zu wenig an Raumfahrtprojekten. Fakt ist jedoch: Das jährliche Raumfahrtbudget beträgt immerhin 970 Mio. Euro, wovon 530 Mio. Euro in den ESA-Etat fließen. Damit ist Deutschland neben Frankreich der zweitgrößte Geldgeber der ESA. Die Broschüre des BMBF (im A4-Format, 20 Seiten) kann übrigens kostenlos bestellt werden (bmbf.de). Passend zu diesem Problem können Sie auch weiterhin an unserer Umfrage teilnehmen.

Um ein großes europäisches Raumfahrtprojekt geht es in dieser Woche auch in unserem Hotspot: Die erste Marssonde der ESA, Mars Express. Unser neuer Redakteur Michael Schumacher (nicht zu verwechseln mit dem Formel1-Piloten) stellt Ihnen ab sofort die wichtigsten Geschehnisse auf der ISS im Weekly Report vor.
 
Viel Spaß beim Lesen dieser und aller anderen Artikel wünscht Ihnen


            Karl Urban
            Chefredakteur "Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage: Engagiert sich Deutschland Ihrer Meinung nach genug in der Raumfahrt?

Ja
Nein

      Updates / Umfrage

» sts.raumfahrer.net
Shuttle Aktuell: Alle Informationen zur aktuellen Space Shuttle-Mission finden Sie ab sofort unter hier.


» mars2001.raumfahrer.net
Planet Mars: Besuchen Sie den Mars, auf dem jetzt Wasser nachgewiesen wurde.


» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.


 
 

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      News

• Rosetta und Integral vor dem Start   <mehr>
• Das Gebiet der Tarantel   <mehr>
• STS-111: Endeavour erreicht die Station   <mehr>
• Erste ESA Einrichtung auf der ISS   <mehr>
• Hubble: Infrarot-Kamera ist wieder in Betrieb   <mehr>
• Space Shuttle mit einer Woche Verspätung gestartet   <mehr>
• Mars Odyssey: Instrumentenmast ausgefahren   <mehr>
• ARD erreicht Cité de l’Espace   <mehr>
• Rote Quasare   <mehr>
• Beschluss über die Zukunft der ISS   <mehr>
• Reparaturen verschieben den Shuttlestart auf Mittwoch   <mehr>
• Überwältigendes Paar   <mehr>
• Schwerkraft-Symposium   <mehr>



» Rosetta und Integral vor dem Start
08. Juni 2002 - Zwei unterschiedliche Weltraummissionen befinden sich in der letzten Vorbereitungsphase im Forschungs- und Technologie-Zentrum ESTEC der ESA in Noordwijk, Holland.
Im Rahmen der Rosetta-Mission soll eine Sonde ein Rendezvous mit dem Kometen Wirtanen durchführen und dabei die Ursprünge unseres Sonnensystems erforschen. Die Sonde Integral hingegen soll eines der gewaltigsten Phänomene des Universums, Gammastrahlenausbrüche, erforschen. Beide Missionen nähern sich ihrem Starttermin.
Die Medien werden am Dienstag, den 18. Juni, ins ESTEC eingeladen, um mehr über diese Missionen zu erfahren. Prof. David Southwood, der Wissenschaftsdirektor der ESA, sowie ESA-Projektleiter und -wissenschaftler werden zusammen mit Vertretern der Industrie Präsentationen geben und für Interviews zur Verfügung stehen. Außerdem sind Besichtigungen der Raumfahrzeuge in ihrer Testumgebung vorgesehen.
Das Ziel der Mission Rosetta ist ein Rendezvous mit dem Kometen Wirtanen im Jahr 2011. Die Rosetta-Sonde soll im Januar 2003 mit einer Ariane-5 von Kourou, Französisch Guayana, aus gestartet werden. Sie wird auf ihrer achtjährigen Reise zu dem Kometen an zwei Asteroiden vorbeifliegen und schließlich fast zwei Jahre lang (2011-2013) den Kern des Kometen und seine Umgebung eingehend erforschen.
Rosetta wird auch ein Landegerät mitführen und auf der Oberfläche des Kometen absetzen. Seine wissenschaftliche Aufgabe besteht darin, die Zusammensetzung und Beschaffenheit des Kerns vor Ort zu untersuchen. Damit wird die Mission eine bisher beispiellose Analyse von Kometenmaterial ermöglichen und viele neue Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vermitteln.
Integral, das Internationale Gammastrahlen-Astrophysiklabor der ESA, soll Quellen von Gammastrahlung, der energiereichsten Strahlung aus dem Weltraum, aufspüren und untersuchen. Der Satellit soll am 17. Oktober 2002 mit einer russischen Proton-Rakete von Baikonur aus gestartet werden und einige der größten Geheimnisse in der Astronomie entschlüsseln helfen.
Integral ist das empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium, das je gestartet wurde. Es soll die von den heftigsten Erscheinungen im Weltraum ausgehende Strahlung erfassen und Aufschluß über Prozesse geben, die das Universum bewohnbar gemacht haben.

Related Links:
Kompletter Artikel (engl.)
Raumsonden

(ku - Quelle: ESA)


» Das Gebiet der Tarantel
08. Juni 2002 - Neuste Aufnahmen der Europäischen Südsternwarte ESO zeigen den Tarantel-Nebel, eines der schönsten Beobachtungsobjekte.
Der größte Emissionsnebel am Himmel, der Tarantel-Nebel (auch bekannt als NGC 2070 oder 30 Dodarus) befindet sich in der Großen Magellanschen Wolke, einer der Begleitgalaxien unseres Milchstraßensystems. Am Himmel der Südhalbkugel beobachtet hat der Nebel eine Entfernung von etwa 170.000 Lichtjahren von uns. Er hat einen Durchmesser von mehr als 1000 Lichtjahren. Er erhielt seinen Namen aufgrund seiner ungewöhnlichen Form.
Der Tarantel-Nebel besitzt einen zentralen Bereich mit heißen stark leuchtenen jungen Sternen, dass die kräftigen Lichtemissionen der Wasser- und Sauerstoffwolken um sie begünstigen. Dies macht ihn zu einem einfachen und eindrucksvollen Beobachtungsobjekt, sogar mit bloßem Auge. Er ist für die Großteleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf den Bergen La Silla und Paranal in Chile sehr gut beobachtbar und war bereits das Zielobjekt für unzählige Forschungsprogramme mit vielen verschiedenen Teleskopen.
Die neusten Bilder des Tarantel-Nebels wurden mit dem Wide-Field Imager des MPG/ESO 2.2-m Teleskops des La Silla-Observatoriums geschossen. Die Kamera hat mehrere eindrucksvolle Bilder geschossen, die
hier zusammengestellt wurden.

Related Links:
Bildergalerie zum Tarantel-Nebel
Astronomie
Kompletter Artikel (engl.)

(ku - Quelle: Europaen Southern Observatory ESO)


» STS-111: Endeavour erreicht die Station
08. Juni 2002 - Das Space Shuttle Endeavour brachte die Expedition Five Crew Freitagmorgen zur Internationalen Raumstation.
Die Raumfähre dockte an die ISS an, als sie sich gerade über den Pazifik bewegte. Die Ankunft von STS-111 markiert den Anfang einer achttägigen Mission, auf der die Expedition Four Crew durch die Expedition Five Crew ausgetauscht wird und die Besatzung der Endeavour drei Weltraumspaziergänge durchführen wird.
In der Ladebucht des Space Shuttles befindet sich das Leonardo-Logistikmodul und das Mobile Remote Servicer Base System (MBS). Leonardo enthält wissenschaftliches Equipment und Vorräte für die neue ISS-Besatzung und wurde am Samstag an die Station gekoppelt. Das MBS ist eine Arbeitsplattform, die an den mobilen Stationstransporter montiert werden soll und die Mobilität des Roboterarms Canadarm 2 bei der Überquerung der Hauptträger der ISS erhöhen.

Related Links:
STS-Aktuell zur Shuttlemission
Internationale Raumstation
NASA Human Spaceflight: Shuttle

(ku - Quelle: NASA Human Spaceflight)


» Erste ESA Einrichtung auf der ISS
07. Juni 2002 - Erfolgreicher Beginn der Mission STS-111. Am Freitag, den 07.06.2002 startete von Cape Canaveral der US-Raumtransporter zur Internationalen Raumstation. An Bord befindet sich, verstaut im Logistikmodul MPLM-Leonardo, der von der ESA entwickelte Handschuhkasten für Schwerelosigkeitsforschung (MSG).
Der Direktor der ESA für bemannte Raumfahrt und Schwerelosigkeit, Jörg Feustel-Blüechl, begrüßte den Start des MSG mit folgenden Worten: "Der MSG ist die erste in Europa entwickelte Forschungseinrichtung, die zur ISS befördert wird. Er hat als erste Einrichtung das Verifizierungsprogramm für diese Nutzlastkategorie durchlaufen und setzt damit den Maßstab für die Entwicklung künftiger ISS-Nutzlasten".
Mit dem MSG werden die Astronauten an Bord der ISS eine breite Palette von Werkstofforschungs-, Verbrennungs-, fluid- und biotechnischen Experimenten bei Schwerelosigkeit durchführen können. Der MSG kann ferner für kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten verwendet werden, die geregelte Umgebungsbedingungen erfordern.

Er bietet eine Vielfalt innovativer Bedienungsmöglichkeiten vom manuellen Betrieb durch Astronauten über die Steuerung durch Laptop bis zur vollautomatischen Fernsteuerung von der Erde ("Telescience"). Vorgesehen ist zu diesem Zweck eine ständige Datenverbindung mit mehreren Bodenstationen.
Der MSG wird im US-Labormodul "Destiny" untergebracht und soll zehn Jahre in Betrieb bleiben.

Die ESA beabsichtigt, die Einrichtung für europäische Experimente zu nutzen. Die erste Gelegenheit dazu bekommt ein ESA-Astronaut im Oktober: Bei seinem Sojus-"Taxiflug" wird der Belgier Frank De Winne im MSG ein Protein- und ein Zeolithkristallzüchtungs-, ein Verbrennungs- und ein fluidwissenschaftliches Experiment durchführen.
(
la - Quelle: ESA)

» Hubble: Infrarot-Kamera ist wieder in Betrieb
06. Juni 2002 - Nach mehr als dreijähriger Inaktivität aufgrund eines ausgefallenen Kühlsystems wurde am 19. April die NICMOS-Kamera an Bord des Weltraumteleskops Hubble wieder in Betrieb genommen. Möglich wurde dies durch den Einbau eines neuen Kühlsystems während der Hubble-Servicemission 3B im März dieses Jahres, mit dessen Hilfe die NICMOS-Kamera für Aufnahmen im so genannten "nahen infraroten" Spektralbereich erneut auf die erforderliche Betriebstemperatur von -213° C heruntergekühlt werden konnte. Nach Abschluß der dann folgenden Kalibrierungsphase wurde NICMOS heute wieder für voll einsatzbereit erklärt.
Anfang März brach die Raumfähre Columbia mit sieben Astronauten an Bord im Rahmen der
Service-Mission SM3B zum Weltraumteleskop Hubble auf, um verschiedene Instrumente des seit April 1990 die Erde umkreisenden Teleskops auszutauschen. Einer der Punkte auf der Agenda war der Austausch der Kühlvorrichtung für das Kamerasystem NICMOS (= "Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer"). Das nach der Installation von NICMOS im Februar 1997 während der zweiten Hubble-Servicemission verwendete Kühlmittel war zwei Jahre später wegen eines winzigen Lecks im Kühlmittelcontainer bereits aufgebraucht, so dass die Kamera seitdem außer Betrieb war.
 
Diese Kamera für Aufnahmen im nahen infraroten Spektralbereich soll im sichtbaren Licht nicht beobachtbare dunkle, durch interstellaren Staubwolken verdeckte Regionen untersuchen. Voraussetzung für die Betriebsfähigkeit dieses Kamerasystems ist allerdings eine extreme Kühlung auf -213° C, um Beobachtungen nicht durch "thermales Eigenrauschen" des Instruments unmöglich zu machen. "Die Hubble-Servicemission 3B hat sich nun als voller Erfolg herausgestellt. Wir hatten bereits 100-prozentigen Missionserfolg, und mit dem [erfolgreichen in Betrieb genommenen] NICMOS-Kühlsystem haben wir nun auch einen 100-prozentigen Performanceerfolg", so Dr. Ed Cheng vom Goddard Space Flight Center der NASA.
 
Eine der Aufnahmen, die nach Erreichen der Zieltemperatur von -203° C im Inneren des Kamerasystems am 11. April während der Kalibirierungsphase gemacht worden sind, zeigt den Konus-Nebel oder auch Weihnachtsbaum-Sternhaufen (NGC 2264). Dieser ca. 2.500 Lichtjahre von uns entfernte Nebel befindet sich in einer turbulenten Region, in der neue Sterne entstehen. Da infrarote Strahlung (= Wärmestrahlung) für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, werden die von NICMOS aufgenommenen Bilder eingefärbt: Die kürzeren infraroten Wellenlängen werden dabei durch blaue Farben und die längeren Wellenlängen durch rote Farben repräsentiert.
(ms - Quelle: ESA)


» Space Shuttle mit einer Woche Verspätung gestartet
06. Juni 2002 - Nachdem der ursprünglich für den 31. Mai vorgesehene Starttermin der Raumfähre Endeavour mehrmals wegen schlechten Wetters sowie dem notwendig gewordenen Austausch eines defekten Ventils verschoben werden musste, konnte die Shuttle-Mission STS-111 am 5. Juni um 23:23 Uhr (MESZ) endlich von der Startrampe des Kennedy Space Center in Florida abheben. Die wichtigste Aufgabe dieser Mission wird der Transport einer neuen Besatzung zur Internationalen Raumstation (ISS) und der Rücktransport der seit Anfang Dezember 2001 dort arbeitenden Expedition 4-Crew sein.
Unter den vier Mitgliedern der Endeavour-Besatzung befindet sich mit Philippe Perrin von der französischen Raumfahrtagentur CNES auch ein Europäer. Weiterhin ist die fünfte ISS-Crew mit an Bord, bestehend aus den russischen Kosmonauten Valeri Korzun und Sergei Treschev sowie der amerikanischen Astronautin Peggy Whitson. Wenn nach geplanten 12 Tagen im All die Raumfähre mit der derzeitigen ISS-Besatzung wieder zur Erde zurückkehren wird, werden die beiden Amerikaner Carl Walz und Dan Bursch einen neuen Rekord aufgestellt haben: Kein anderer US-Astronaut war bisher derartig lange im Weltraum.
 
Zu den weiteren Aufgaben dieser Shuttle-Mission zählt der Transport von ca. 2,5 t Ausrüstungsgegenständen, Versorgungsgütern und Ersatzteilen mit Hilfe des Logistikmoduls Leonardo, das nach der für Freitagabend geplanten Ankunft von Endeavour bei der ISS mit Hilfe des Roboterarms der Raumfähre an dem zentralen Verbindungsmodul Unity der Raumstation befestigt werden wird. Anschließend ist das Modul von der Raumstation aus zugänglich und kann somit bequem Ent- und Beladen werden (unter anderem werden auch zwei neue Schränke mit Experimenten für das Labormodul Destiny mit Hilfe von Leonardo transportiert).
 
Ein weiteres Frachtgut in der Ladebucht von Endeavour ist das so genannte Mobile Base System, das auf dem Mobilen Transporter der ISS montiert werden wird. Diese neue Plattform wird zukünftig eine Befestigungsmöglichkeit für den Roboterarm der Raumstation bieten, so dass er sich mit Hilfe des bei dem letzten Shuttle-Flug zur ISS transportierten Mobilen Transporters entlang der zentralen Trägerstruktur der Raumstation bewegen kann.
 
Während des Aufenthalts bei der ISS werden von den Shuttle-Besatzungsmitgliedern Chang-Diaz und Perrin insgesamt drei Außeneinsätze durchgeführt. Zwei dieser Einsätze dienen der Montage des Mobile Base Systems auf dem Mobilen Transporter, während der dritte Außeneinsatz erst relativ kurzfristig in die Planung mit aufgenommen worden ist: An einem "Gelenk" des ISS-Roboterarms sind Probleme aufgetreten, die durch den Austausch einer Komponente behoben werden sollen (bisher funktionierte einer der beiden redundant ausgelegten Daten- und Stromkanäle des Roboterarms aufgrund dieser fehlerhaften Komponente nicht zuverlässig).
 
Die Rückkehr zur Erde mit der Expedition 4-Crew der Internationalen Raumstation ist für den 17. Juni vorgesehen.
(
ms - Quelle: NASA)

» Mars Odyssey: Instrumentenmast ausgefahren
06. Juni 2002 - Mit dem Ausfahren des 6,2 m langen Instrumentenmastes, an dessen Ende der Gammastrahlenspektrometer von 2001 Mars Odyssey montiert ist, wurde vorgestern der letzte größere technische Meilenstein der Mission erfolgreich absolviert.
Eines der wissenschaftlichen Beobachtungsinstrumente an Bord der Marssonde, der Gammastrahlensensor der so genannten Gammastrahlenspektrometer-Suite (GRS), ist am Ende des Instrumentenmastes montiert, um Störungen durch Gammastrahlen, die von Mars Odyssey stammen, zu minimieren. Die beiden anderen Instrumente der GRS, ein Neutronenspektrometer sowie ein Detektor für hochenergetische Neutronen, sind dagegen unmittelbar an dem Raumfahrzeug befestigt.
 
Seit dem Start von Mars Odyssey am 7. April 2001 war der Instrumentenmast ähnlich wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet. Bereits während der letzten Monate - nach Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungsphase im Februar - konnte der Gammastrahlensensor dennoch spektakuläre Daten über Vorkommen von Wasserstoff auf dem Mars liefern. Die Entdeckung von Wasserstoff ist deshalb so interessant, weil Wissenschaftler aufgrund dieser Entdeckung große Mengen an Wassereis in den oberen Schichten des Marsbodens postuliert haben.
 
"Das Ausfahren des Mastes erhöht die Sensibilität und Genauigkeit des Gammastrahlenspektrometers und wird [dadurch] die Genauigkeit der Wasserstoff-Messungen erhöhen", so der für dieses Instrument verantwortliche Wissenschaftler Dr. William Boynton von der University of Arizona in Tucson. In Zukunft wird das Gammastrahlenspektrometer auch nach anderen chemischen Elementen wie Eisen, Aluminium, Chlor und Uran suchen, so dass weitere interessante Entdeckungen zu erwarten sind.
(
ms - Quelle: NASA)

» ARD erreicht Cité de l’Espace
05. Juni 2002 - Das ARD, Europas erstes Wiedereintrittsgefährt, ist nun in Cité de l'Espace zu bewundern.
ESAs Atmospheric Re-entry Demonstrator (ARD, Atmosphärischer Wiedereintritts Prototyp) erreichte nun Cité de l’Espace in Toulouse, Frankreich. Das ARD ist Europas erster Schritt zu einem Wiedereintritts-Vehikel, welches es erlaubt, Besatzung und Ausrüstung in den Weltraum zu verfrachten und wieder sicher auf die Erde zurückzubringen.
Das ARD wurde im Oktober 1998 vom Europäischen Weltraumbahnhof im Französisch Guiana gestartet. Trägerrakete war eine Arian 5 Rakete. Nach einem Flug in niederem Orbit und dem erreichen einer Höhe von 830 km, landete das Gefährt im Pazifischen Ozean, innerhalb von 5 km des vorbereiteten Touchdown Punktes. Nach der Bergung unterzog sich das ARD einem Test in EADS Launch Vehicle Gebäude in Bordeaux. Der EADS LV ist der Hauptbeteiligte an diesem Projekt, welcher auch andere europäische Industrien inkludiert.
Nur mit echten Tests und Demonstrationen dieser Vehikel ist Europa in der Lage sein Wissen über Wiedereintrittsgefährte zu steigern. Ein anderer Ansporn dieser ARD Tests ist, das die verwendete Technik für zukünftige Forschungsmission zu Planeten wie Mars, Titan und einem Saturnmond verwendet wird.
Nun da die Testresultate und Analysen der Mission veröffentlicht wurden, erhärten sich zwei wichtig Faktoren.:
1.)Europa ist in der Lage einen Wiedereintritt durchzuführen
2.)Europas Industrie ist in der Lage solch ein Projekt zu managen
Der nächste Schritt ist weitere Erfahrungen mit vollausgerüsteten Vehikeln zu sammeln, damit Europa seine Fähigkeiten für zukünftige Weltraumtransporter Mission steigern kann.
(
fs - Quelle: ESA)

» Rote Quasaren
04. Juni 2002 - Bislang glaubte man das die Anzahl von roten Quasaren sehr begrenzt ist, doch neuste Untersuchungen des JPL der NASA zeigen, das sie häufiger vorkommen als vermutet.
Nach neusten Untersuchungen die unter Dr. Mark Lacy, vom Space Infrared Telescope Facility Science Center, geleitet wurden, ist die Anzahl von roten Quasaren höher als zunächst gedacht. „Jede Galaxie hat einen Quasar oder besaß einen in seiner Lebensgeschichte. Wir wollen eine gute Schätzung der Anzahl der Quasare haben, die in den Anfängen des Universums entstanden sind und sie mit der Anzahl der aktuellen Schwarzen Löcher vergleichen“ sagt Lacy. Quasare werden durch Schwarze Löcher verursacht, die sich im Zentrum einer Galaxie befinden und ständig Material verschlucken. Wenn dieses Material verschluckt wird, wird es aufgeheizt und der Quasar beginnt strahlend zu leuchten. Durch das heiße Gas erscheinen viele Quasare in einem blauen Licht. Ist der Quasar allerdings durch eine Staubwolke verschleiert, ist sein Farbspektrum zum rötlichen Licht hin verschoben, da der Staub das blaue Licht absorbiert. Rote Quasare sind besonders deswegen schwer aufzuspüren, weil sie wegen ihrer Farbe leicht mit Sternen verwechselt werden können. Um diesen Objekten jedoch trotzdem auf die Spur zu kommen, haben Lacy und sein Team die Daten zweier Himmelsdurchmusterungen mit der Position von bekannten Quasaren in Übereinstimmung gebracht. Dabei handelte es sich um den Two-Micron All-Sky Survey im nahen Infrarot und den Faint Images at the Radio Sky at Twenty-centimeters-Katalog.
(
sp - Quelle: NASA JPL)

» Beschluss über die Zukunft der ISS
03. Juni 2002 - Die Leiter der am ISS-Programm beteiligten Raumfahrtorganisationen trafen sich heute im ESA Hauptquartier um über den Status des ISS-Programms zu sprechen.
Vertreter der folgenden Organisationen nahmen an der Konferenz teil:
National Aeronautics and Space Administration (NASA) - USA

Canadian Space Agency (CSA) - Kanada

European Space Agency (ESA) - Europa

National Space Development Agency (NASDA) - Japan

Russian Aviation and Space Agency (Rosaviakosmos) - Russland

Am Ende des Treffens bekräftigten die internationalen ISS-Partner nochmals ihre Verpflichtung gemeinsam an der Entwicklung und Planung der ISS zu arbeiten; sie soll für wissenschaftliche und praktische Forschung genutzt werden. Sie lobten besonders die großen Leistungen die durch ihre Zusammenarbeit an der ISS schon vollbracht wurden. Bis jetzt funktionierte alles mit nahezu fehlerloser Präzision. Während ihres Treffens einigten sich die internationalen ISS-Partner auf einen Zeitrahmen für die nächsten Schritte um sicherzustellen, dass die Internationale Raumstation ihre einzigartigen Forschungsarbeiten erfüllen kann. Dabei sollen keine Kompromisse bei der Grundausstattung, Technik und Sicherheit eingegangen werden.

Related Links:
Englischer Artikel

(dm - Quelle: esa)


» Reparaturen verschieben den Shuttlestart auf Mittwoch
03. Juni 2002 - Endeavour startet am Mittwoch zwischen 16 und 20 Uhr EDT.
Da Reparaturen an einem Regler im Manövriersystem des Shuttles Endeavour etwas länger als geplant dauern werden, haben die Shuttle-Kontrolleure am Wochenende beschlossen den Start des Space Shuttles Endeavour von Dienstag auf Mittwoch zu verzögern. Das Startfenster öffnet sich um 16 Uhr EDT und schließt um 20 Uhr EDT. STS-111, die 14. Shuttle-Mission zur ISS wird das Mobile Remote Servicer Base System und die Expedition 5-Crew ins All bringen. Sie wird auch das vielfältige Logistik-Modul Leonardo zum orbitalen Außenposten transportieren.

Related Links:
NASA Spaceflight (englisch)

(dm - Quelle: today@nasa.gov)


» Überwältigendes Paar
03. Juni 2002 - Die beiden Planeten Venus und Jupiter kommen sich Nacht für Nacht näher.
Strecken Sie Arm und Zeigefinger aus. Die Breite Ihrer Fingerspitze (weniger als zwei Grad breit) zeigt wie weit Jupiter und Venus voneinander entfernt sind - eine außergewöhnlich nahe Begegnung der beiden hellsten Planeten.
Zuerst erscheint die strahlende Venus knapp über dem westlichen Horizont. Sie ist so hell das sie oft mit einem landenden Flugzeug oder UFO verwechselt wird. In entfernteren Gegenden kann der Planet schwache Schatten werfen. Dunkler (aber immer noch ziemlich hell) taucht daneben der Jupiter auf - er ist etwas höher am Himmel. Die beiden Planeten kommen sich jede Nacht merklich näher.

Related Links:
Ganzer Artikel (englisch)
Fotogallerie

(dm - Quelle: today@nasa.gov)


» Schwerkraft-Symposium
02. Juni 2002 - Am 2.6. eröffnet in Stockholm das von der ESA geförderte Lebenswissenschaften- Symposium

Das von der ESA geförderte Lebenswissenschaften Symposium, das am 2.Juni im Karolinska Institut in Stockholm eröffnet wird, wird den Nutzen der ständigen Weltraumforschung für erdgebundene medizinische Forschern darstellen. Das Symposium findet aller 3 Jahre statt und ist den Ergebnissen des ESA Mikrogravitations-Anwendungsprogramm gewidmet.
Das Symposium ist passend untertitelt mit Leben im Weltraum für das Leben auf der Erde: es wird eine Gelegenheit für Ärzte und physiologische Wissenschaftler auf der ganzen Welt sein, die Arbeit, die an Bord der internationalen Raumstation und ihren Vorgängern erledigt wurde, gemeinsam zu nutzen.
Experimente -und die langfristige menschliche Erfahrung - im einzigartigen, leichten Klima einer umkreisenden Raumstation können überraschende Einblicke in die Natur der muskulösen und skelettartigen Entwicklung zur Verfügung stellen und können neue Erkenntnisse hervorbringen , um einige sehr kranke Menschen auf der Erde zu behandeln und zu kurieren. In der Schwerelosigkeit macht der menschliche Körper einige durchaus sehr schnelle Anpassungen. Diese Änderungen, die Muskelgewebe- änderungen umfassen und Verlust der Knochenmasse, machen die ISS zu einem ganz speziellen Labor, in welchem die Forschungen von den grundlegenden Mechanismen des menschlichen Wachstums bis hin zum zellularen Level reichen.

Related Links:
Ganzer Artikel

(sr - Quelle: ESA)


 
 

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      Space Focus: Herbig-Haro-Objekte von Mark Weimar 

Ende der 40er-Jahre entdeckten die Astronomen George H. Herbig und Guillermo Haro, dass in den Dunkelwolken des Orionnebels ungewöhnliche Emissionslinien auftreten. Am Anfang schrieb man diese Emissionslinien den T-Tauri Sternen zu doch später entdeckte man, dass sich die Herbig-Haro-Objekte von den T-Tauri Sternen in mancher Hinsicht unterscheiden. Doch die wirkliche Erklärung des Phänomens der Herbig-Haro-Objekte wurde erst in den späten 70er Jahren gefunden als die zwei Astronomen Schwartz und Raymond herausfanden, dass es sich bei den Herbig-Haro-Objekten um Interstellare Gasnebel handelt, die durch Materieausflüsse neu entstehender Steren ionisiert werden. Heute ist bekannt , dass Sterne in ihrer Entstehungsphase Gasströme aussenden, die sich mit Überschallgeschwindigkeit im Raum ausbreiten. Wenn diese Gasströme auf die kalte Materie einer relativ dichten interstellaren Wolke treffen werden sie abrupt abgebremst, wobei eine Art Schockwelle entsteht. Das bedeutet, dass die kinetische Energie wird bei der Kollision in Wärmeenergie umgewandelt, das heißt das Gas wird erwärmt und in Form von Herbig-Haro-Objekten für uns sichtbar. Wir wissen heute von etwa 300 Herbig-Haro-Objekten.

Herbig-Haro-Objekte treten als Sternenähnliche knotenförmige Nebel auf, die sich im inneren oder am Rand von Sternentstehungsgebieten befinden. Bisweilen treten sie auch in bogenförmiger Gestalt auf. In ihren Spektren findet man Emissionslinien von neutralen Elementen wie Wasserstoff, Stickstoff oder Sauerstoff oder von ionisierten Elementen wie Schwefel, Eisen, Kalzium oder Sauerstoff. Die meisten Herbig-Haro-Objekte befinden sich in der Nähe des Sonnensystems also 500 bis 3000 Lichtjahre entfernt. Ihre Masse bewegt sich etwa im Bereich von zehn Erdmassen. Früher glaubte man, dass die Sterne, die für die Entstehung der Herbig-Haro-Objekte verantwortlich sind, keine große Masse aufweisen, das heißt, dass sie unter zwei Sonnenmassen liegen. Da aber viele dieser Objekte keinen jungen Stern in ihrer Nähe hatten, der sich optisch hätte beobachten lassen, verlegte man sich auf die Infrarotsuche, da diese Strahlung nicht vom Staub und Gas absorbiert wird und deshalb auch Objekte zu enthüllen vermag, die noch in ihre primordiale Wolke gehüllt sind. Bei dieser Forschungsarbeit traten oftmals Körper zutage, die man zu den so genannten Young Stellar Objects zählt. Diese Gruppe umfasst verschiedene Kategorien von Körpern, die sich in unterschiedlichen Stadien der Vor-Hauptreihen-Entwicklung befinden.
 
Related Links:
Astronomie


 
 

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      HotSpot: Europas Countdown zum Mars von Michael Stein 

Anfang Juni 2003 - also in ziemlich genau einem Jahr - wird sich mit Mars Express zum ersten Mal ein europäisches Raumfahrzeug auf dem Weg zu unserem Nachbarplaneten machen. Außer verschiedenen Messinstrumenten wird mit Beagle 2 auch ein Lander an Bord sein, der ganz nach dem Vorbild der 1997 erfolgreich auf dem Mars gelandeten NASA-Mission Pathfinder in überdimensionale Airbags eingehüllt auf dem Marsboden auftreffen wird und anschließend für einige Monate verschiedene Messdaten von der Marsoberfläche zur Erde übermitteln soll.
 
Ziele der Mission
Mars Express wichtigste Aufgabe ist die Suche nach Wasservorkommen im Marsboden. Daneben dient die Raumsonde auch zum Transport des britischen Mars-Landers Beagle 2, der sich kurz vor Ankunft beim Planeten von seinem Mutterschiff trennen und fünf Tage später auf dem Mars landen wird. Insgesamt sind sieben Messinstrumente und Kameras an Bord von Mars Express untergebracht. Außer der Suche nach Wasser soll die Marssonde Informationen über die Struktur und Zusammensetzung der Marsoberfläche liefern, die extrem dünne Marsatmosphäre untersuchen und Aufschluss über die Wechselwirkung der oberen Atmosphärenschichten mit dem so genannten "Sonnenwind" geben.
 
Schon während seiner auf zunächst ein Marsjahr (= etwa zwei Erdenjahre) angesetzten wissenschaftlichen Beobachtungsmission und darüber hinaus bis mindestens 2007 soll Mars Express in seiner Umlaufbahn auch als Relaisstation zur Datenübermittlung für auf der Oberfläche operierende Mars-Lander dienen. Zu Beginn seiner Mission wird sein wichtigster "Kunde" natürlich Beagle 2 sein, aber bei Bedarf kann er auch Daten der beiden ungefähr zur selben Zeit wie Mars Express beim "Roten Planeten" eintreffenden amerikanischen Mars-Rover zur Erde weiterleiten. (Umgekehrt ist übrigens die seit Oktober 2001 im Marsorbit befindliche amerikanische Raumsonde 2001 Mars Odyssey auch in der Lage, Beagle 2-Daten zu empfangen.)
 
Der von Mars Express quasi "huckepack" transportierte Lander Beagle 2 soll vor allem nach Spuren von Leben und Wasser in den obersten Bodenschichten suchen. Dazu wird er mit Hilfe einer kleinen, "Maulwurf" genannten Sonde Bodenproben aus bis zu 1,5 m Tiefe untersuchen. Daneben wird Beagle 2 Aufnahmen seiner Umgebung machen sowie mit Hilfe eines Mikroskops auch detaillierte geochemische Untersuchungen an Gesteinsproben durchführen.
 
Der Reiseverlauf
Das Startfenster für die Mars Express-Mission öffnet sich am 1. Juni 2003 für elf Tage. Nachdem die Raumsonde von einer russischen Sojus-Rakete in einen niedrigen Erdorbit transportiert worden ist, zündet zu einem bestimmten Zeitpunkt die Fregat-Oberstufe und bringt das Raumfahrzeug auf den Weg zum Mars. Während der interplanetaren Reise wird für mehrere Monate bis auf regelmäßige Systemüberprüfungen und einzelne Kursanpassungen wenig passieren.
 
Etwa einen Monat vor Ankunft beim Mars jedoch beginnen die Vorbereitungen für die Abtrennung von Beagle 2 von seinem Mutterschiff. Zu diesem Zweck wird der Kurs von Mars Express geringfügig verändert, so dass der antriebslose Lander fünf Tage vor Ankunft beim Mars nach seiner Abtrennung zielsicher auf das anvisierte Landegebiet in Äquatornähe zusteuert: In dieser Zeit ist der Mars-Lander taub und stumm, da sein Kommunikationssystem erst nach der Landung in Betrieb genommen werden kann und auch dann nur unter Nutzung von Mars Express als Relaystation eine Verbindung zur Erde aufbauen kann. Die Abbremsung des Landers erfolgt beim Eintritt in die Marsatmosphäre, weswegen Beagle 2 auch mit einem Hitzeschild ausgestattet ist. Den letzten Teil seiner Reise wird der Lander an einem Fallschirm hängend zurücklegen, bevor sich kurz vor dem Aufprall auf die Oberfläche überdimensionale "Airbags" entfalten, die die kleine, austernförmige Sonde (mit nur ca. 1 m Durchmesser und 65 kg Gewicht!) vor Beschädigungen bei der Landung schützen sollen. Danach werden die Solarpaneele ausgeklappt, und anschließend wird Beagle 2 automatisch versuchen, eine Verbindung mit der Kontrollstation auf der Erde herzustellen. Die vorgesehene Landezone Isidis Planitia, ein flaches Sedimentbecken rund 10° nördlich des Marsäquators, wurde gewählt, weil sie einerseits wissenschaftlich interessant ist und andererseits den technischen Randbedingungen des Landers genügt: Sie liegt tief genug, um dem Fallschirm Zeit für eine ausreichende Abbremsung zu geben, und ist so äquatornah, dass die Solarzellen genug Strom für die Instrumente produzieren können.
 
Mars Express wird nach der erfolgten Abtrennung des Landers wieder seinen ursprünglichen Kurs aufnehmen und nach fünf Tagen durch Zündung seines Haupttriebwerkes die Geschwindigkeit soweit reduzieren, dass er von der Gravitation des Planeten "eingefangen" und auf eine - zunächst stark elliptische - Umlaufbahn gezwungen werden kann. Die Ankunft beim Mars ist um den 26. Dezember 2003 geplant: für alle am Projekt beteiligten wäre der Empfang einer Erfolgsmeldung im kommenden Jahr sicher das schönste Weihnachtsgeschenk.
 
Nach der Ankunft
In den auf das Einschwenken in einen Marsorbit folgenden Tagen werden noch verschiedene Kurskorrekturen mit Hilfe der Mars Express-Triebwerke vorgenommen werden, bis die endgültige Umlaufbahn erreicht ist. Dabei handelt es sich um einen quasi-polaren elliptischen Orbit mit einer Umlaufdauer von 7,5 Stunden. Der höchste Punkt wird etwa 11.500 km über der Marsoberfläche liegen, während die Raumsonde im niedrigsten Punkt des Orbits nur 250 km von ihr entfernt sein wird. Bei jedem Umlauf wird rund eine Stunde für wissenschaftliche Beobachtungen und Messungen zur Verfügung stehen, während die verbleibende Zeit für die Übermittlung von Beobachtungsdaten zur Erde genutzt werden wird. Der Empfang von Daten des Landers Beagle 2 wird ebenfalls dann stattfinden, wenn Mars Express der Oberfläche am nächsten ist.
 
Beagle 2 wird nach der Landung automatisch seine vier Solarpaneele aufklappen, um Energie produzieren zu können. Der nächste Schritt wird das Ausfahren des kleinen Roboterarms sein, um mit Hilfe der am Armende neben anderen Instrumenten befestigten Panoramakamera ein erstes Foto aufzunehmen. Für die folgenden wissenschaftlichen Aufgaben des Landers - der sich im Gegensatz zu den amerikanischen Mars-Rovern nicht von der Stelle bewegen können wird - sind sechs Monate veranschlagt. Wie lange Beagle 2 tatsächlich Daten liefern wird hängt davon ab, wie lange seine Solarzellen ausreichenden Strom erzeugen können (durch den Staub in der Marsatmosphäre wird die Leistung der Solarpaneele kontinuierlich schwächer werden) und wie lange seine Instrumente und auch seine Akkus der kalten Marsumgebung mit Temperaturen von bis zu -100°C widerstehen werden.
 
Wenn die Beobachtungsmission von Mars Express endgültig abgeschlossen sein sollte, wird der Orbiter noch einige Jahre lang als Relaisstation für zukünftige Mars-Lander zur Verfügung stehen. Sollte die Mission wie geplant ablaufen, dann wäre Europa ein gelungener Einstand in die Marsforschung mit Hilfe von Raumsonden gelungen - und wir dürften uns auf spannende Neuigkeiten und spektakuläre Bilder freuen.
 
Related Links:
Projekt-Homepage Mars Express
HotSpot-Archiv


 
 

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      History Special: Sowjetische Raketen ab 1945 von Karl Urban 

Unsere History Special-Reihe zur Geschichte der Raumfahrt beginnt in der nächsten Ausgabe mit den ersten Satelliten. In dieser Woche geht es noch einmal, an das Thema im letzten Newsletter anknüpfend, und die ersten Großraketen, diesmal in der Sowjetunion nach 1945.

Wie alle Siegermächte beginnt auch für die Sowjetunion nach Kriegsende ein Beutezug durch deutsche Industrie- und Wissenschaftseinrichtungen - soweit diese noch nach mehrjähriger Bomardierung erhalten sind. Die amerikanischen Truppen unternahmen sogar riskante Geheimunternehmen in der UdSSR zugesprochenen Gebieten, wie Peenemünde und das KZ Mittelbau-Dora, um an die begehrte Raketentechnologie zu gelangen. Allerdings bleiben gerade in den unterirdischen V2-Montagehallen sehr viele Produktionseinrichtungen bis zum Einrücken der Roten Armee erhalten. Die USA haben viele leitende Entwickler und Konstrukteure bereits zu sich ins Land geholt, allerdings bleiben besonders "kleine" Ingenieure, die einzelne Raketenteile fertigen im sowjetischen Sektor. Die sowjetische Führung lässt sogleich die Raketenproduktion wieder aufnehmen und die fertigen Exemplare abtransportieren. Im Jahr 1946 wird das Konstruktions-Kontingent aber in die Sowjetunion geschafft, damit sie die Arbeit nahe Moskau fortsetzen können. Unter den leitenden Personen gehört auch Sergej Pawlowitsch Koroljow, dem "Vater der sowjetischen Raumfahrt".

Anders als in den Vereinigten Staaten, wo man der Entwicklung von Großraketen zu militärischen Zwecken lange Zeit wenig Beachtung schenkt, erkennt Stalin schnell ihren Nutzen für die Verteidigung. Beunruhigt über die Atombombe in den USA und geschürt durch das Aufkommen des Kalten Kriegs mit dem Westen setzt er die Entwicklung von Interkontinental-Raketen ganz oben auf die Prioritätsliste. Er möchte das Gleichgewicht mit den Amerikanern wieder herstellen, indem die Sowjetunion mit Großraketen den amerikanischen Kontinent erreichen können.
Bereits 1947 erreichte die sowjetische Raketenentwicklung den technischen Stand der Deutschen vor Kriegsende. Man setzte jedoch vermehrt einheimische Techniker ein, die deutsche V2 in ihrer Leistung zu verbessern. Das erste Modell einer aus der V2 entwickelten Rakete ist die M-1 oder Pobeda, die ab 1949 in Serienproduktion geht.
Bereits ein Jahr später werden die ersten Raketeneinheiten des Landes aufgestellt. 1949 bringt die Sowjetunion ihre erste Atombombe zur Zündung. Ein entscheidender Unterschied zum amerikanischen Modell von 1945 ist die Masse: Die sowjetische Atombombe ist sehr viel schwerer, was sich zukünftig auch auf die Nutzlast-Kapazitäten von Interkontinantalraketen auswirkt. Diese im Prinzip ineffizientere Atombombe hat zur Folge, dass sowjetische Raketen mehr Nutzlast transportieren können. Dies verbessert die Ausgangsposition für die unbemannte und bemannte Raumfahrt der UdSSR gegenüber den USA in den ersten Jahren des "Wettlaufs ins All".
Die Konstruktion immer stärkerer Triebwerke geschieht in der Sowjetunion unter einer vollständig anderen Strategie als in den USA: Dort konzentriert man sich auf die Entwicklung neuer kostenintensiver Triebwerke, wohingegen die sowjetischen Ingenieure auf ein gut erprobtes, der V2 ähnliches, Aggregat setzen, dass mehrfach gebündelt wird, um größeren Schub zu erreichen.

Auch die erste Weltraumrakete der UdSSR Wostok entsteht nach diesem Prinzip. Diese ist 47 Meter hoch und wiegt betankt knapp 270 Tonnen. Sie ist bereits in der Lage 5,3 Tonnen Nutzlast zu transportieren. Bekannt wird die Rakete eher unter dem Namen R-7, der Interkontinentalrakete, die als Vorbild diente. Am 12. April 1957 beginnt schließlich die Raumfahrt-Ära mit dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik. Selbst Juri Gagarin fliegt 1961 mit einem fast identischen Modell als erster Mensch ins All.
 
Related Links:
Russische Trägerraketen
Wostok-Programm
 

In der nächsten Ausgabe berichten wir über den ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik.

 
 

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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Ablösung an Bord der Station

Die erste Hälfte der nunmehr 26. Woche für die vierte Stammbesatzung an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) war geprägt von Arbeiten, die zur Vorbereitung auf die Ankunft von STS-111 dienten. Dazu zählte, dass Carl Walz die Luken im amerikanischen Segment auf undichte Stellen überprüfte. Dies stellt eine regelmäßige Wartungsaufgabe vor jedem Andocken eines Raumfahrzeuges und des Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) an die ISS dar. Außerdem wurde die Notfallausrüstung in der Luftschleuse, dem Labormodul und im Kopplungsknoten überprüft. Des weiteren war die Besatzung damit beschäftigt, die Batterien der Raumanzüge aufzuladen und die Kommunikationssysteme der Raumstation zu warten und zu testen.

Carl Walz und Daniel Bursch bauten weiterhin hin das Internal Wireless Instrumentation System (IWIS) auf. IWIS dient dazu, Vibrationen in den Modulen Unity und Destiny zu messen, die während der körperlichen Ertüchtigung der Besatzung auf dem Fahrradergometer entstehen.

Nachdem die Endeavour am Mittwoch ins All gestartet ist, dockte sie am Freitag an die ISS an. An Bord der Endeavour befindet sich das MPLM Leonardo mit Versorgungsgütern und wissenschaftlicher Ausrüstung sowie das Mobile Base System (MBS), eine Arbeitsplattform die sich auf Schienen entlang der Integrated Truss Structure (ITS) bewegt und dem Roboterarm Mobilität verleiht. Außerdem brachte sie die fünfte Stammbesatzung zur ISS. Kommandant Waleri Korsun und die Bordingenieure Sergej Trestschow und Peggy Whitson lösten die vierte Stammbesatzung bestehend aus Juri Onufrijenko, Carl Walz und Daniel Bursch nach 182 Tagen an Bord der Raumstation ab.
 
Related Links:
Internationale Raumstation

 

 
 

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      Surftipp: Astronomia.de von Mark Weimar 

In unserem heutigen Surftipp möchte ich ihnen die Seite Astronomia.de vorstellen. Meine Wahl fällt auf diese Seite da ich denke, dass sie eine sehr informative und gut gemachte Seite ist. Sie liefert ihnen neben einen sehr großen Bilderarchiv auch eine große Menge an tollen Informationen rund ums Thema Astronomie. Neben einem umfangreichen Astrokurs zu den wichtigsten Themen der Astronomie gibt es dort auch noch ein Lexikon in dem fast alle Begriffe der Astronomie erklärt.
 
Wer nun Lust bekommen hat, sich diese Seite einmal genauer anzusehen, der kann dies hier tun.


 
 

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      InDetail: Planet X von Clemens Mach 

Planet X, oder auch Transpluto genannt, ist ein Himmelskörper, der wahrscheinlich hinter dem Pluto zu finden ist. Durch Bahnunregelmäßigkeiten bei den benachbarten Planeten Uranus und Neptun hat man den Pluto entdeckt. Die Masse Plutos reicht aber nicht, um diese Anomalie zu erklären. Deshalb wird angenommen, dass es hinter Pluto einen weiteren Planeten geben könnte. Dieser müsste ungefähr 0,5 Lichtjahre entfernt sein und fünf Millionen Jahre für die Umrundung der Sonne benötigen.


 
 

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"In Space Newsletter" #028

Erscheinungsdatum:
8. Juni 2002
Auflage: 556 Exemplare


Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein

Schlussredaktion:
Karl Urban

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