| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #029 vom 15. Juni 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter" Ausgabe #029
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Galaxien-Inseln im All
> HotSpot:
Erdähnliche extrasolare Planeten
> History Special:
Sputnik I - mit 80 Kilo um die Welt
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
Allgemeine Relativitäts-Theorie
> InDetail:
Ariane 5
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Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
Es ist kaum vorstellbar, wie schnell unsere Redaktionsliste in den letzten Wochen gewachsen ist. Raumfahrer.net entwickelt sich - dies sehen Sie zum Beispiel in den News auf unserem Portal, die nun viel übersichtlicher auf Einzelseiten sortiert werden. Ganz Faule können natürlich auch einmal pro Woche die Meldungen in der Newsrubrik dieses Newsletters durchstöbern.
Von den aktuellen Nachrichten abgesehen bieten wir Ihnen auch diese Woche nicht minder aktuelle Artikel, wie über erdähnliche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, über den ersten Satelliten Sputnik oder über die Besatzung der ISS und ihre Besucher aus den Vereinigten Staaten und Russland.
Viel Spaß beim Lesen dieser und aller anderen Artikel wünscht Ihnen
Karl Urban
Chefredakteur "Raumfahrer.net"
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Schönheit im Auge von Hubble <mehr>
Hinweise deuten auf zweite Erde <mehr>
ATLAS III Rakete ausgesucht <mehr>
Neue Bilder von Envisat <mehr>
ESA entwickelt neuen Antrieb <mehr>
Hubble-Nachfolger in Planung <mehr>
Die Erde sich mithilfe eines JPL Geologen vorstellen <mehr>
» Schönheit im Auge von Hubble 14. Juni 2002 - Das Weltraumteleskop Hubble hat eine wunderschöne Aufnahme von einem Nebel gemacht. Das Weltraumteleskop Hubble hat eine wunderschöne Aufnahme von einem Nebel gemacht. Das Bild zeigt den Nebel IS 4406 in den Farben eines Regenbogens. Die Linke Hälfte des Nebelflecks ist ein Spiegelbild von der rechten Hälfte oder auch die rechte Hälfte ist ein Spiegelbild von der linken Hälfte. IS 4406 wird auch "Retina Nebula" genannt. Für eine größere Darstellung des Bildes klicken Sie bitte hier. (la - Quelle: STScl)
» Hinweise deuten auf zweite Erde 14. Juni 2002 - Astronomen, die auf der Suche nach extrasolaren Planeten waren, haben kürzlich einen Fund gemacht, der Existenz eines erdähnlichen Planeten möglichen machen könnte. Astronomen, die auf der Suche nach extrasolaren Planeten waren, haben kürzlich einen Fund gemacht, der Existenz eines erdähnlichen Planeten möglichen machen könnte. Der Grund für die Vermutung ist ein Jupiter-ähnlicher Riesenplanet mit 40facher Erdmasse, der um den Stern 55 Cancri kreist. Die Existenz eines Gasriesen auf einer Bahn ähnlich der des Jupiters ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Leben auf einem kleineren Planeten weiter innen im Sonnensystem. Dieser schirmt beispielsweise durch seine enorme Anziehungskraft die inneren Planeten von Meteoriten ab, die belebten Planeten wie der Erde sehr gefährlich werden können. Die Astronomen um Geoffrey Marcy beobachteten 55 Cancri viele Jahre lang, bis sie den Gasriesen mit einer Umlaufzeit von 13 Jahren nachweisen konnten. Marcys Team hat bis heute 11 extrasolare Planeten entdeckt, der neuste Fund erhöht die Gesamtzahl der entdeckten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems auf 98. Allerdings ist der Fund in keinem Fall der Beweis für die Existenz einer zweiten Erde. Er legt lediglich nahe, dass innerhalb eines schmalen Streifens der Bahn um 55 Cancri ein Kleinplanet vorhanden sein könnte und sich dort Leben hätte entwickeln können - aufgrund des Jupiter-ähnlichen Gasriesen. Derzeit ist es noch nicht möglich, Planeten mit Erdmassen über die verbreiteten Suchmethoden für extrasolare Planeten zu entdecken. Mit besserer Teleskoptechnik, wie sie zweifellos in Zukunft zur Verfügung stehen dürfte, hoffen sich die Astronomen aber auch genauere Antworten. Antworten, auf Fragen wie "Gibt es noch andere Erden da draußen?" (ku - Quelle: Space.com)
» ATLAS III Rakete ausgesucht 12. Juni 2002 - Eine Atlas III Rakete wird den Mars Reconnaissance Orbiter ins All befördern. Eine Atlas III Rakete wird den Mars Reconnaissance Orbiter ins All befördern. Die NASA wählte die Atlas III in einem Wettkampf, welchen die Firma Lockheed Martin Commercial Launch Services, Inc. gewann. Der Start der Mission ist für 2005 geplant. Das Mars Reconnaissance Orbiter Raumschiff wiegt 1975 kg und wird in 250 bis 320 km den Mars beobachten. Die Instrumente des Raumschiffs stellen signifikante Verbesserungen in Resolution und Datenvolumen dar, basierend auf vergangene Missionen, und werden entwickelt von US- und internationalen Forscherteams. Das Raumschiff stellt außerdem Telekommunikations- und Navigationsunterstützungen für zukünftige Marsmissionen zur Verfügung. Das Startzeitfenster für die Mission ist begrenzt für einen Zeitraum vom 08.08 – 28.08.2005. (fs - Quelle: NASA JPL)
» Neue Bilder von Envisat 12. Juni 2002 - Die ESA veröffentlichte kürzlich eine neue Bilderserie des Umwelt-Satelliten Envisat.
Die spektakulären Aufnahmen der Erde beweisen das enorme Potential von Envisat, dem weltgrößten Erderforschungs-Satelliten.
Gestartet wurde Envisat im März 2002 und er besitzt zehn leistungsstarke Instrumente, die wertvolle Informationen über unsere Umwelt sammeln und die die umfassendsten Beobachtungen unseres Planeten machen sollen, die jemals aus dem All getätigt wurden.
Daten von diesen Sensoren spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Wissenschaftlern und Regierungen. Außerdem möchte man globale Umwelt- und Klimaveränderungen im Auge haben, von der Entdeckung von El Nino-Phasen über die globale Erwärmung bis hin zu entscheidenen Einblicken in das Phänomen des ansteigenden Meeresspiegels und dem Überwachen der weltweiten Abholzung von Wäldern.
Die neuste Envisat-Galerie beinhaltet Aufnahmen mit hoher und mit niedriger Auflösung. Dafür wurden alle drei Fotografierungs-Instrumente des Satelliten verwendet, die seit dem Start arbeiten.
Related Links:
Neue Envisat-Galerie
Envisat-Special
(ku - Quelle: ESA)
» ESA entwickelt neuen Antrieb 11. Juni 2002 - Wissenschaftler fordern schon lange neue Antriebstechnologien, da konventionelle Raketentriebwerke ineffizient arbeiten. Deswegen entwickelt unter anderem die ESA neue Antriebssysteme für zukünftige Raumfahrtmissionen. Das viel versprechenste Projekt ist der Solar-Elektrische Antrieb, besser bekannt als Ionenantrieb. Wissenschaftler fordern schon lange neue Antriebstechnologien, da konventionelle Raketentriebwerke ineffizient arbeiten. Deswegen entwickelt unter anderem die ESA neue Antriebssysteme für zukünftige Raumfahrtmissionen. Das viel versprechenste Projekt ist der Solar-Elektrische Antrieb, besser bekannt als Ionenantrieb. Der Solar-Elektrische Antrieb, ist die neue Antriebform für die kommenden Weltraummissionen der ESA. Ein Vorteil des Ionenantrieb ist, das es keinen herkömmlichen Treibstoff verbrennt sondern Sonnenlicht in elektrische Energie umwandelt und ionisiertes Gas ausstößt. Was zwar am Anfang eine langsamere Beschleunigung gegenüber Raketentriebwerken bedeutet, dafür aber effizienter ist und langfristig gesehen eine höhere Endgeschwindigkeit bringt, da die Beschleunigung überproportional gesteigert wird. Zur Zeit verwendet der europäische Erbbeobachtungssatellit Artemis ein experimentelles Ionentriebwerk, ohne dieses seine Mission gescheitert wäre, da bei seinem Start, die dritte Stufe der Ariane 5 nicht gezündet hatte und erst durch den Einsatz des Ionentriebwerk, konnte der Satellit auf eine höherer Umlaufbahn gebracht werden. Der nächste Einsatz eines europäischen Ionentriebwerk, ist für die Mondsonde SMART-1 für 2003 geplant. (sp - Quelle: ESA)
» Hubble-Nachfolger in Planung 10. Juni 2002 - Die NASA wählte ein Team aus, geleitet von der Universität von Arizona, Tucson, um die Haupt-Infrarotkamera für das Next Generation Space Telescope (NGST) zu planen. Das NGST wird der Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops. Die NASA wählte ein Team aus, geleitet von der Universität von Arizona, Tucson, um die Haupt-Infrarotkamera für das Next Generation Space Telescope (NGST) zu planen. Das NGST wird der Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops. Der Start ist für 2010 geplant und die wissenschaftliche Hauptaufgabe des HGST wird die Erforschung des sehr jungen Universums sein, als sich kurz nach dem Urknall die ersten Galaxien und Sterne bildeten. Um diese Ziel zu erreichen benötigt das NGST einen sehr viel größeren Teleskopspiegel als das Hubble. Ungefähr sechs Meter im Durchmesser soll der Spiegel des NGSTs Besitzen - er ist damit mehr als zweieinhalb mal so groß wie der des Vorgängerteleskops, das voraussichtlich 2010 außer Dienst scheiden wird, nach 20 Jahren im All. Zusätzlich zum großen Spiegel benötigt das NGST Detektoren für mittlere und nahe Infrarot-Wellenlängen, um durch diese besser das Licht von extrem weit entfernten Objekten entdecken zu können. Das NGST wird Infrarot- (Hitze-)Emissionen von Objekten messen, die sich bilden, als das Universum zwischen einer Million und einigen Milliarden Jahren alt war. Es wird in der Lage sein Objekte zu "sehen", die 400 mal schwächer strahlen, als diese die man heute mit erdgebundenen oder Weltraum-Infrarot-Teleskopen messen kann. Sein tennispatzgroßer Hitzschild wird dabei helfen, die Hitze der Sonne fernzuhalten, was notwendig ist, um die Störumgebung für die empfindlichen Geräte an Bord so gering wie möglich zu halten. In diesem Sommer wird die NASA nun wird die NASA entscheiden, wer letztlich den Zuschlag für den Bau des Riesenspiegels für das NGST erhält. Related Links: Hubble-Teleskop (ku - Quelle: NASA)
» Die Erde sich mithilfe eines JPL Geologen vorstellen 09. Juni 2002 - Dr. Robert Crippen sieht die Wunder der Welt und entwirft Modelle der Erde Dr. Robert Crippen sieht die Wunder der Welt und entwirft Modelle der Erde Dr. Robert Crippen erwartet den großartigen Canyon, der jeden Tag an sein Büro geliefert werden könnte. Glücklicherweise ist es eine viel kleinere Version des Fünfzig-zweifuß Modells, das er vor kurzem half, für die Erkundungshalle des neu umgestalteten Hauptquartiers der nationalen geographischen Gesellschaft in Washington DC., zu machen. Crippen ist zum einen forschender Geologe und zum anderen Geograph. Er ist ein Fachmann, der Fernerkundungsdaten, normalerweise Bilder und Messdaten, die durch Satelliten gesammelt werden, verwendet um die Erde zu studieren. Abbildungen erklären eine Geschichte Die letzten zwei Jahre hat er weitgehend mit den HöhenAnstiegsdaten gearbeitet, die durch die JPL Shuttle Radar-Topographie-Mission gesammelt wurden. Während seines 11 tägigen Fluges im Februar 2000, benutzte die Mission das Radar, um mehr als 80 Prozent der Landmasse der Erde aufzeichnen zu können. Crippen hat Dutzende Bilder (die meisten, welchen im planetarischen Photojournal der NASA angesehen werden können), mit Daten von der Shuttle Radar-Mission, häufig im Verbindung mit anderen Satellitenbildern, erstellt. Einige seiner Lieblinge sind Panorama- und stereoskopische Ansichten der Halbinsel Kamchatka Rußlands. Er erzeugte die Bilder mit topographischen Daten von der Shuttle-Radar-Mission und vom verschönerten Echtfarbenbild vom Landsat 7 Satelliten. "Es sind nicht gerade hübsche Abbildungen," sagte Crippen, ", wenn Sie die Landsat Szene betrachten, können sie einen großen See sehen. Aber, wenn Sie die Landsat Szene über die Höhendaten setzen, können Sie sehen, daß ein Erdrutsch einen natürlichen Wasserstau verursacht hat und deshalb, der See dort ist. Ich mag sie für das, was sie mir erklären genauso wie das künstlerische Talent." Ganzer Artikel (sr - Quelle: NASA JPL)
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Space Focus: Galaxien-Inseln im All |
von Mark Weimar | |
Galaxien sind große Ansammlungen von Sternen die durch ihre Gravitationskraft zusammengehalten werden. Diese Ansammlungen sind die grundlegenden Bausteine des Universums. Das es eine enorme Anzahl solcher Galaxien gibt, wurde erst vor kurzem, um 1930 genauer gesagt, entdeckt.
Galaxien können in Recht unterschiedlicher Form auftreten. Es gibt Zwerggalaxien mit ca. 100.000 Sternen und es gibt Riesengalaxien die eine Masse von 2000 bis 3000 Sonnenmassen haben. Die Unterteilung der Galaxien erfolgt nach
ihrem Erscheinungsbild im Teleskop. Diese Unterteilung wurde von Edwin Hubble 1925 eingeführt und hat noch heute Gültigkeit.
Nach seiner Einteilung unterscheiden wir drei verschiedene Formen der Galaxien. Die Spiralgalaxien, die elliptischen Galaxien und die irregulären Galaxien. Doch 1936 führte Hubble eine neue Art der Galaxien ein. Die sogenannten
linsenförmigen Galaxien die sich zwischen den elliptischen Galaxien und den Spiralgalaxien einordnen.
Spiralgalaxien zeichnen sich durch eine flache Scheibe aus, in der sich der Großteil der Sterne befindet und in der die Spiralarme, die vom Kern ausgehen, liegen. Insgesamt bilden die Spiralgalaxien 61% aller beobachteten
Galaxien. Bei Spiralgalaxien findet man in der Scheibe, vor allem in den Spiralarmen selbst, vorwiegend junge Sterne. In diesem Bereich kommt es regelmäßig zur Bildung von neuen Sternen. Die alten Sterne befinden sich im Bereich des Kerns.
Die linsenförmigen Galaxien verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie von der Seite wie zwei aufeinandergelegte Konvexlinsen aussehen. Im Vergleich zu den Spiralgalaxien ist ihre Scheibe weniger stark ausgeprägt. Doch sie zeigen genau wie die Spiralgalaxien einen diffusen Halo, so dass sie insgesamt wie Spiralgalaxien ohne Spiralarme wirken. Die linsenförmigen Galaxien machen ca. 22% der beobachteten Galaxien aus.
Bei den elliptischen Galaxien zeigen die Sterne im Wesentlichen eine symmetrische Verteilung, die oft kugelähnlich ist, sodass diese Systeme wie große Kugelsternhaufen wirken. Elliptische Galaxien bestehen überwiegend aus älteren Sternen, wobei die hellsten die Roten Riesen sind. In diesen Systemen gibt es nur wenig interstellare Materie, sodass es kaum zur Bildung von neuen Sternen kommt. Elliptische Galaxien können von recht unterschiedlicher Masse sein,
sie bewegen sich zwischen weniger als 1 Mio. und mehreren tausend Mrd. Sonnenmassen. Die elliptischen Galaxien machen rund 13% des Universums aus.
Vier Prozent aller bisher beobachteten Galaxien im Universum werden von den irregulären gebildet. Diese Bezeichnung verdanken sie der Tatsache, dass sie keine Rotationssymmetrie erkennen lassen. Im allgemeinen sind sie von sehr geringer Masse, sodass sie oft als Begleiter von größeren Systemen auftreten. Ein typisches Beispiel für diese Galaxien sind die Magellanschen Wolken, die die Milchstraße begleiten. Die irregulären Galaxien sind reich an interstellarer Materie und junger Sternen.
Eine zeit lang nahm man an, dass der Bau der Galaxien eng mir ihrer Entwicklung verbunden sei. Man ging davon aus, dass Galaxien sich als elliptische Systeme bildeten und allmählich eine unregelmäßige Gestalt annahmen. In den
heute vorherrschenden Theorien zur Entwicklung von Galaxien ist man von dieser Sichtweise abgekommen. Die Gestalt einer Galaxie scheint vielmehr von anderen Faktoren abzuhängen, insbesondere davon, in welchen Zeiträumen sich die Sterne
in ihrem Inneren bilden. Wenn die Sterne eines Systems aus irgendeinem Grund in sehr kurzen Zeiträumen entstehen und dabei einen großen Teil der interstellaren Materie aufbrauchen, so dürfte es zur Bildung einer elliptischen Galaxie kommen. Entstehen die Sterne jedoch nach und nach, so dass sich auch heute noch Sterne bilden, so haben wir es mit einer Spiralgalaxie zu tun. Ebenfalls von Bedeutung für die Gestalt einer Galaxie könnte der Umstand sein, ob es zu
Zusammenstößen oder Verschmelzungen von Systemen kommt.
Bisweilen kann man im Teleskop Galaxien erkennen, zwischen denen es gewisse gravitationsbedingte Wechselwirkungen zu geben scheint. Der Unterschied zwischen elliptischen und Spiralgalaxien wird heute auch anhand der Theorie der
Verschmelzung von Galaxien interpretiert. Demnach könnten sich manche Galaxien, vor allem sehr große, durch Verschmelzung von zwei oder mehr Galaxien gebildet haben, unter Umständen auch von Spiralgalaxien. Computersimulationen haben bestätigt, dass sich durch Verschmelzung von Galaxien früher oder später eine Riesenellipsengalaxie bildet. Viel seltener scheint sich das Gegenteil zu ereignen, dass nämlich einer elliptischen Galaxie durch Gravitationseinwirkung
Materie entrissen wird und diese spiralähnliche Strukturen bildet.
Wenn es zu einer Kollision bzw. einer Durchdringung zweier Galaxien kommt, so entstehen extrem starke Gezeitenkräfte, die in Galaxien mit großen Mengen an interstellarem Gas dieses verdichten, wodurch die Entstehung neuer Sterne angeregt
wird. Es kommt zu einem beschleunigten Alterungsprozess der Galaxie, indem durch ein derartiges gewaltsames Ereignis die gesamten Gasvorräte aufgebraucht werden.
Die Urknall-Theorie liefert ein Modell für die zeitliche Entwicklung des Universums. Die kosmische Hintergrundstrahlung wiederum lässt den Schluss zu, dass das Weltall zu Beginn, als es noch keine Sterne und Galaxien gab, homogen war. Noch ist nicht genau geklärt, wie es zur Bildung von Galaxien kam, doch es gibt dazu einige vielbeachtete Theorien.
Die Dichte des Universums wies wohl schon früh minimale Schwankungen auf, gleichmäßige Störungen im
gleichmäßigen Gefüge, verursacht durch die unablässige Bewegung der Teilchen, die aufgrund ihrer extrem hohen Temperaturen mit Lichtgeschwindigkeit zirkulieren. Dieser Umstand wurde durch die in der Hintergrundstrahlung beobachteten Schwankungen bestätigt. Als diese Dichteunterschiede, die hier und dort auftraten, ein gewisses Ausmaß erreichten, wurde in dichteren Regionen durch die Gravitation immer mehr Materie angezogen.
Related Links:
Astronomie
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HotSpot: Erdähnliche extrasolare Planeten |
von Karl Urban | |
Nach 15 Jahren der Beobachtung und Geduld hat das weltweit erste Planeten-Suchteam ein Sonnensystem gefunden, dass dem unseren ähnelt.
Dr. Geoffrey Marcy, Astronomie-Professor an der Universität von Kalifornien, Berkeley, und Dr. Paul Butler vom Carnegie Institution of Washington, Washington, D.C, veröffentlichten kürzlich die Entdeckung eines Jupiter-ähnlichen Planeten, der sich um einen Sonnen-ähnlichen Stern bewegt - in etwa dem gleichen Abstand wie der Jupiter unsere Sonne umkreist.
"Alle anderen extrasolaren Planeten, die bis heute gefunden wurden, bewegen sich sehr viel dichter um ihren Zentralstern - und dies auf sehr viel stärker exzentrischen Bahnen. Dieser neue Planet umkreist seinen Stern etwa in der gleichen Entfernung wie Jupiter unsere Sonne umkreist," sagt Marcy.
Der Stern, 55 Cancri, liegt im Sternbild Krebs und war bereits dafür bekannt, einen Planeten zu besitzen, der 1996 von Butler und Marcy entdeckt wurde. Dieser Planet ist ein Gasriese kaum masseärmer als Jupiter und umkreist den Stern in 14,6 Tagen in einem Abstand von nur einem Zehntel der Erde-Sonne-Distanz.
Der zweite, neuentdeckte Planet von 55 Cancri aber umkreist den Stern in 13 Jahren in einer Entfernung von 5,5 AE (1 Astronomische Einheit (AE) = ~150 Mio. km; Abstand Erde-Sonne). Diese Werte sind dem des Jupiters sehr ähnlich (11,86 Jahre Umkreisungsperiode in einem Abstand von 5,2 AE). Die Masse des Planeten ist 3,5- bis 5mal so hoch wie die des Jupiters.
"Wir haben kein exaktes Ebenbild unseres Sonnensystem gefunden, das kreisähnliche Umlaufbahnen und Planetenmassen geringer der des Jupiters besitzt. Aber die Entdeckung zeigt, dass wir unserem Ziel näher kommen; wir sind in der Lage Planeten zu finden, die weiter als 4 AE vom Zentralstern entfernt kreisen," sagt Butler. "Ich denke, dass wir mehr von ihnen um die 1200 Sterne finden werden, die wir derzeit beobachten."
Das Team teilt seine Daten mit Dr. Greg Laughlin, Assistenz-Professor der Astronomie und Astrophysik an der Universität von Kalifornien, Santa Cruz. Seine Berechnungen zeigen, dass Planeten mit erdähnlichen Massen zwischen den beiden Gasriesen stabile Umlaufbahnen besitzen können. Allerdings bleibt in absehbarer Zukunft die Existenz solcher Planeten um 55 Cancri noch Spekulation.
"Die Existenz von dem unseren ähnelnden Sonnensystemen lässt neue Projekte wachsen, die auch erdähnliche Planeten nachweisen können: Die erste Interferenzmessungs-Mission und der Terrestrial Planet Finder," berichtet Dr. Charles Beichman, Programmchef des NASA-Ursprungs-Programms am Jet Propulsion Laboratory JPL in Pasadena, Kalifornien.
"Dieses Planetensystem ist der beste Kandidat für direkte Fotoaufnahmen, wenn der Terrestrial Planet Finder in diesem Jahrzehnt gestartet wurde." sagt auch Dr. Debra A. Fischer in Berkeley.
Marcy, Butler, Fischer und ihr Team kündigten 13 völlig neue Planeten an, darunter den kleinsten jemals entdeckten: Er umkreist den Stern HD49674 in einer Entfernung von 0,05 AE. Seine Masse beträgt 15 Prozent der des Jupiters und er ist somit 40mal so schwer wie die Erde. Dies erhöht die Gesamtzahl von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems auf über 90.
Related Links:
HotSpot-Archiv
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History Special: Sputnik I - mit 80 Kilo um die Welt |
von Lutz Growalt | |
"...schon wieder so ein Raketenstart von Koroljew"
(Nikita Chruschtschow)
Sputnik, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski
schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später fliegt er wirklich: groß wie ein
Hundekorb, keine 100 Kilo schwer und nach 1.400 Erdumläufen ist er schon wieder
vom Himmel gefallen. Trotzdem: Er wird für alle Zeiten das Symbol für den Schritt
des Menschen in den Orbit bleiben. Hier ist seine Geschichte.
Eigentlich war Sputnik 1 nur die Notlösung – ursprünglich hatten
die Russen vorgehabt, als sowjetischen Beitrag zum Internationalen Geophysikalischen
Jahr 1957/58 einen großen Satelliten von anderthalb Tonnen – ausgerüstet mit
einem kompletten wissenschaftlichen Instrumentenpark – in den Orbit zu bringen.
Die Rakete dafür hatten sie: eine umgebaute Interkontinentalrakete R-7, ausgelegt
für eine Nutzlast von 5 Tonnen und den Transport der ersten sowjetischen Wasserstoffbombe.
Das geplante Satellitenprojekt hatte sich dann aber als dermaßen kompliziert
herausgestellt, daß der Satellit wahrscheinlich erst nach Ablauf des Geophysikalischen
Jahr fertig geworden wäre.
Man sattelt also um: klein, technisch simpel und schnell zu entwickeln soll
er sein, der russische Beitrag zum Geophysikerjahr. Dafür besteht die Aussicht,
den - im Grunde technisch überlegenen - Amerikanern, hoffnungslos in Prioritätsstreitereien,
einander zuwiderlaufende Interessen und Budget-Auseinandersetzungen verstrickt,
ein Schnippchen zu schlagen.
Also gibt es wenig Aufregendes in Sputniks Innerem: ein Temperaturmesser für
die Innen-, einer für die Außentemperatur, eine Radioanlage für zwei Frequenzen,
zwei Batterien - das war's. Die innere Kugel ist mit Stickstoff unter Überdruck
gefüllt. Die Hülle des Ganzen, 58 cm im Durchmesser, ist nicht viel mehr als
zwei ausgestanzte und gepreßte Aluminiumbleche von 2 Millimeter Stärke, zwei
Halbkugeln die Sputnik sein typisch kugeliges Aussehen geben.
Diese Kugelform, so geht die Sage, verdankt Sputnik – trotz anderslautender
offizieller Begründungen – im Grunde dem ästhetischen Empfinden seines Ziehvaters,
des großen Sergeij Koroljow. Die ersten Sputnik-Entwürfe zeigten überwiegend
Kegelformen. Koroljow jedoch war von vorneherein der Ansicht, daß die Kugel
das Symbol der Vollkommenheit sei – gerade gut genug für "seinen"
Sputnik.
Immerhin verbindet man mit dem simplen Innenleben ein einfaches wissenschaftliches
Experiment: Hagelt es Steine über der Erdatmosphäre? Das Verfahren ist denkbar
einfach. Die Daten über die Innentemperatur Sputniks werden mit dem Telemetriesignal
zur Erde übertragen. Träfe ein Mikrometeorit den Sputnik, käme es zu einem Druckabfall
im Inneren der gasgefüllten Kugel. Der Druckverlust ließe die Temperatur des
Stickstoffs schlagartig abfallen, was wiederum an den Temperaturwerten direkt
ablesbar wäre. Also ist Sputnik eine wissenschaftliche Satellitenmission, die
ein richtiges Experiment trägt: einen "Mikrometeoritendetektor".
Natürlich ist die wissenschaftliche Seite im Grunde völlig nebensächlich - trotz
Geophysikerjahr. Koroljow, kreativer Kopf der sowjetischen Raketenentwicklung,
und sein Team sehen die Chance, als Erste in den Orbit zu kommen – und natürlich
nutzen sie sie.
Sie leisten Verblüffendes: Die Zeit drängt und die Entwicklung des ganzen Sputnik
dauert nur vier Wochen. Koroljow verhält sich während der Entwicklung seines
Sputnik wie ein werdender Vater: Augenzeugen erinnern sich, daß er den "Kleinen"
umhegt, das Glattpolieren persönlich überwacht und es dem heranreifenden Satelliten
insgesamt an nichts mangeln läßt. Gleichzeitig - auch hier ganz verdender Vater
- bringt er den Sorgen und Nöten seines "großen Babys", der mächtigen
R-7, die ebenfalls mit erheblichen Schwierigkeiten kämpft, in dieser Zeit nur
wenig Interesse entgegen.
Dabei sind es gerade diese Schwierigkeiten mit der R-7, die das ganze Projekt
gefährden. Koroljow hatte mit seinen Oberen – eher an Interkontinentalraketen
als an Satelliten interessiert – einen Deal gemacht: Wenn er zwei erfolgreiche
Flüge seiner R-7 als Interkontinentalrakete vorweisen kann, darf er seinen Satelliten
schießen.
Die Entwicklungsarbeiten für den "Kleinen" gehen bereits ihrem Ende entgegen,
als endlich – nach drei schmerzlichen Fehlschlägen – der erste erfolgreiche
Start mit der R-7 im späten August 1957 gelingt. Auch er zweite Flug, zwei Wochen
später, ist erfolgreich. Damit ist der Weg frei für Sputnik 1, dessen Entwicklung
mittlerweile abgeschlossen ist.
Um den Starttermin hatte es in den letzten Tagen des September 1957 noch Aufregung
gegeben: Koroljow hatte als Starttermin ursprünglich auf den 6. Oktober 1957
festgelegt. Nun hatte sich aber herausgestellt, daß amerikanische Wissenschaftler
für diesen Tag die Veröffentlichung eines Papiers unter dem vielsagenden Titel
"Satellit über dem Planeten" angekündigt hatten. Koroljow argwöhnte nun,
daß die Amerikaner an diesem Tag den Versuch eines Satellitenstarts wagen könnten,
dessen Vorbereitungen im Geheimen abgelaufen waren – in letzter Minute entschließt
er sich, den geplanten Sputnik-Start um zwei Tage vorzuziehen, um nicht Gefahr
zu laufen, daß die Amerikaner ihm in letzter Minute die Butter vom Brot nehmen.
Nachdem Sputnik schließlich zum letzten Mal überprüft und unter seiner Haube
an der Spitze der R-7 sicher verstaut ist, dämmert der 3. Oktober 1957 herauf:
Rollout. Kurz zuvor hatte es noch Hektik gegeben: eine der Bordbatterien Sputniks
war defekt und mußte ausgetauscht werden. Rakete und Sputnik verlassen auf einem
Eisenbahnwaggon langsam die Montagehalle auf dem Weg zum Startplatz. Das Entwicklungsteam,
allen voran Sergeij Koroljow, geht bedächtig schweigend die anderthalb Kilometer
vom Hangar bis zur Rampe. Am frühen Morgen des 4. Oktober beginnt die Betankung
der Rakete. Koroljew ist an allen Stellen zugleich, kontrolliert, vergewissert
sich, daß alles glattläuft.
Am Abend dieses 4. Oktober ist die Startanlage am Cosmodrom Baikonur in grelles
Schweinwerferlicht getaucht. Im Blockhaus – dem Startbunker direkt an der Startrampe
– finden die letzten Systemüberprüfungen statt. Alle sind nervös – auch Koroljew
– während die lange eingeübten Prozeduren ausgeführt werden.
Um exakt 22:28,34 Uhr Moskauer Zeit am 4. Oktober 1957 zünden die 24 Triebwerke
der R-7 und die mächtige Rakete steigt auf einer Säule aus Feuer und Rauch in
den wolkenbedeckten Nachthimmel über der Steppe von Kasachstan.
Die R-7 hatte zwar glatt abgehoben – doch während des Flugs stellen sich Probleme
ein. Nach 16 Sekunden Flugzeit fällt der Kontrollmechanismus, der für die gleichmäßige
Leerung der Kraftstofftanks sorgen soll, aus. Dadurch liegt der Treibstoffverbrauch
zu hoch. Gegen Ende der Brennphase fällt zudem eine der Kraftstoffpumpen aus,
wodurch die Triebwerke eine Sekunde zu früh abschalten – Sputniks Orbit liegt,
wie sich später herausstellt, 80 Kilometer niedriger als geplant.
Dennoch: exakt 324,5 Sekunden nach dem Start werden Rakete und Satellit voneinander
getrennt – Sputnik I ist im Orbit angekommen.
Die Männer im Blockhaus wissen davon zunächst nichts: Die Rakete verschwindet
aus dem Funkbereich der Startkontrolle. Weltweit verteilte Radiostationen für
permanenten Funkkontakt gibt es noch nicht – die lokale Empfangsstation ist
in einem Lieferwagen untergebracht, der 800 m von der Startrampe entfernt parkt,
dazu sind einige Beobachtungsposten in verschiedenen Teilen des Landes eingerichtet
worden.
Das Gespann verschwindet hinter dem Horizont. Funkstille. Der kleine Raum im
Blockhaus ist überfüllt. Jede Unterhaltung erstirbt. Eine Handvoll Menschen
in einem winzigen Raum, allesamt Pioniere, atemlose Spannung, während alle auf
die erlösende Nachricht warten. Dann, endlich, nach sechs endlosen Minuten kommt
die Nachricht, daß die Beobachtungsstation in Kamtschatka das Signal aufgenommen
hat. Jubel bricht los – doch Koroljow hält die Feiernden zurück: "Wartet mit
der Feier. Die Leute in der Station könnten sich irren. Warten wir ab bis die
Signale von unserer eigenen Station empfangen werden, nachdem der Satellit um
die Erde geflogen ist."
Nach langen Minuten gespannter Still ertönt auch in der Empfangsstation vor
Ort das Pieppieppiep von Sputnik I. Es wird in den folgenden Stunden auf zahllosen
Amateurfunkempfängern in aller Welt fiepsen: Sputnik ist da! Viele - Raketeningenieure,
nüchterne Männer, die gewohnt sind mit Zahlenkolonnen und Reißbrett zu hantieren
- haben Tränen in den Augen, als sie endlich das Piepsen ihres "Kleinen"
in der Umlaufbahn hören.
Völlig anders die Reaktion bei den Mächtigen in Moskau: Wer annimmt, Chruschtschow
habe nach Erhalt der Nachricht vom erfolgreichen Sputnik auf dem Tisch getanzt,
der irrt. Nikita Chruschtschow, Schreckgespenst der "freien Welt"
und immer darauf bedacht, den Amerikanern ein Progpaganda-Bein zu stellen, hat
die Erfolgsmeldung "beinahe apathisch" aufgenommen: "... schon
wieder so ein Raketenstart von Koroljow". Chruschtschow selbst erinnert
sich später, seine Raketenexperten telefonisch beglückwünscht zu haben und danach
in aller Ruhe zu Bett gegangen zu sein.
Erst am 6. Oktober, als die Nachricht von Sputnik sich wie ein Steppenbrand
durch die Gazetten der Welt gefressen hatte, erkennt Chruschtschow das propagandistische
Potential des Coup, den Koroljow und seine Mannschaft gelandet haben. Die PRAWDA,
Speerspitze der russischen Propaganda – die zuvor nur verhalten-technokratisch
über Sputnik I berichtet hatte – jubelt auf der ersten Seite: "Der Welt erster
künstlicher Satellit in der Sowjetunion gebaut" und veröffentlicht zahlreiche
Glückwunschadressen aus aller - vornehmlich der westlichen - Welt.
Natürlich greift auch Chruschtschow zu: Sputnik gibt ihm reichlich Gelegenheit,
seine Gegenspieler auf der anderen Seite der Welt in überschwenglichen Reden
zu ärgern. Die PRAWDA titelt am 8. Oktober mit: "Russen haben den Wettlauf
gewonnen!"
Die amerikanischen Offiziellen reagierten - ganz im Gegensatz zur öffentlichen
Meinung - verhalten auf den Start Sputniks: Keine Spur von Panik oder einem
"Pearl Harbour" der Amerikaner. Eisenhower, der die Nachricht von
Sputnik beim Golfspielen entgegennahm, sagt später, daß der Start des Sputnik
ihn "kein Jota" berührt habe. Mitglieder des Stabs im Weißen Haus
bezeichneten Sputnik als "dummes Flitterzeugs" und als "hübschen
wissenschaftlichen Trick" – ein amerikanischer Admiral sprach in einem
Interview gar von einem "dummen Klumpen Metall, den jeder starten könnte".
Ganz anders die öffentliche Meinung der westlichen Welt, vorneweg die amerikanischen
Zeitungen. Hier zündet Sputnik. Die Wogen gehen hoch. Das zumal die Amerikaner
- von den Verzögerungen des Vanguard-Programms gebeutelt - außerstande scheinen,
Sputnik etwas entgegenzusetzen.
Und hier liegt wohl die bleibende Bedeutung von Sputnik: Die Amerikaner, mit
riesigen technologischen Ressourcen und fähigen Leuten, sehen sich, unter dem
Druck ihrer eigenen öffentlichen Meinung, gezwungen das zu tun, was sie vom
rein technisch-wissenschaftlichen Standpunkt schon in den frühen 50er Jahren
hätten tun können: eine Strategie formulieren, Prioritäten setzen, klare Strukturen
schaffen, in die Hände spucken und anfangen.
Vom heutigen Standpunkt aus sehen wir die Dinge nüchterner: Mit Sputnik
begann die Weltraumfahrt. Das steht in jedem Schülerlexikon. Mit Sputnik begann
aber auch die Reihe jener seltsam anmutenden Raumfahrt-Insellösungen die ihre
Existenz realpolitischem Profitstreben verdanken: Sputnik, das Apollo-Programm
und wahrscheinlich demnächst die Internationale Raumstation ISS. Jedes für sich
eine technologische Glanztat - und ein zivilisatorischer Fortschritt.
Doch wenn als sie dann fertig sind, unsere "modernen Weltwunder", stehen wir
eine Weile staunend drumherum – und wenden uns dann anderen Dingen zu, statt
auf einer konsequenten Weiterverfolgung des eingeschlagenen Wegs zu bestehen.
Was bleibt, sind Renommee-Projekte, eine Fassade ohne Haus dahinter – in diesem
Sinne war Sputnik erst gestern, und wir haben wir uns seither nicht entscheidend
von der Stelle bewegt.
Related Links:
Sputnik-Seite des NASA-HQ
"Life"-Artikel vom 14. Oktober 1957
Ehemals streng geheime Dokumente zur Zeit Eisenhowers
Quellen:
- "Korolev, Sputnik, and The International Geophysical Year" Asif A. Siddiqi
- "Vanguard - A History", Mc Laughlin Green, C., und Lomask, M., NASA-SP
4202, Washington D.C., 1970
- "Korolev's Triple Play: Sputniks 1, 2, and 3," aus: James J. Harford,
Korolev: "How One Man Masterminded the Soviet Drive to Beat America to the Moon"
(John Wiley: New York, 1997).
- "Sputnik and the Origins of the Space Age", Roger D. Launius
- New York Times, Artikel vom 5. - 10.Oktober 1958
- "Encyclopedia Aeronautica", Mark Wade, astronautix.com
- Spacecraft Information "Sputnik 1", JSC/NSSDC
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Crewaustausch und Rekord
Am Samstag fiel eines der vier Control Moment Gryoscopes (CMGs) vermutlich aufgrund eines defekten Orientierungskreisels aus. Die drei anderen CMGs arbeiten normal und sorgen für die uneingeschränkte Lagekontrolle der International Space Station (ISS). Eine Ersatzeinheit ist am Boden vorhanden und wird im Herbst zur ISS gebracht. Das Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo wurde ebenfalls am Samstag aus der Nutzlast der Endeavour gehoben und am Kopplungsknoten Unity angebracht, um sowohl Ausrüstungsgegenstände und Versorgungsgüter in die ISS zu transferieren als auch nicht länger benötigte Stationsausrüstungen im MPLM zu verstauen.
Im weiteren Verlauf der Woche führten die beiden Missionsspezialisten Franklin Chang-Díaz und Philippe Perrin insgesamt drei Extra Vehicular Activities (EVAs) durch. Sie dienten vornehmlich der Installation des Mobile Base System (MBS) auf dem Mobile Transporter (MT) und dem Austausch eines defekten Drehgelenks am Roboterarm Canadarm2. Außerdem wurden Schutzabdeckungen gegen Mikrometeoriten und Weltraumtrümmer vorübergehend am Pressurized Mating Adapter (PMA) 1 angebracht. Diese werden während einer für den späten Juli geplanten EVA von zwei Mitgliedern der fünften Stammbesatzung am Servicemodul Swjesda installiert.
Am Montag fand dann die formelle Kommandoübergabe zwischen den beiden Kommandanten der Stammbesatzungen, Juri Onufrijenko und Waleri Korsun statt. Ein falscher Feueralarm im Kontrollmodul Sarja sorgte für eine kurzzeitige Verzögerung. Damit wurde der Austausch der Stammbesatzungen offiziell. Weiterhin fand am Montag das erste von drei Manövern statt, die die Umlaufbahn der ISS anheben sollen. Im weiteren Verlauf der Woche folgten auch die anderen beiden Manöver.
Am Dienstag wurde der Rekord für den längsten amerikanischen Raumflug, den bisher Shannon Lucid mit 188 Tagen und 4 Stunden hielt, von Carl Walz und Daniel Bursch gebrochen. Am folgenden Tag konnte Carl Walz einen neuen Rekord für die insgesamt im Weltraum verbrachte Zeit aufstellen, indem er die 223 Tage und 3 Stunden von Shannon Lucid übertraf. Das MPLM Leonardo wurde am Freitag zurück in die Nutzlastbucht der Endeavour gebracht. Das Abdocken des Space Shuttle fand am Samstag statt. An Bord der ISS befindet sich nun die fünfte Stammbesatzung, die aus Waleri Korsun, Sergej Trestschow und Peggy Whitson besteht und sich 4 ½ Monate in der Erdumlaufbahn aufhalten soll.
Related Links:
Internationale Raumstation
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Leicht verständlich beschreibt Martin Kornelius Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie mit Hilfe zweier Bildergeschichten. Der Leser wird in die Lage von Luki dem Sternenforscher versetzt, der plötzlich feststellt dass seine Uhren falsch gehen. Ein Phänomen, dass erforscht werden muss ...
In der zweiten Geschichte (mit dem Titel "Flachland") sollen Sie als Mitarbeiter der "physikalischen Detektei" dazu beitragen ein scheinbar unmögliches Phänomen zu erklären - die Krümmung des Raums.
Die beiden Erzählungen sind sehr interessant und vermitteln die Grundzüge von Einsteins Theorie. Wer noch mehr erfahren möchte oder detaillierte Formeln sucht der findet zu jedem Kapitel eine ausführliche Erklärung und kann teilweise sogar selbst Experimente und Berechnungen durchführen.
Sie können hier mit dem Lernen beginnen.
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InDetail: Ariane 5 |
von Lorenz Zistler | |
Die Ariane 5 wurde ursprünglich dazu konstruiert worden, um dem Euroshuttle HERMES als Trägerrakete zu dienen. Da dieses Projekt aber wegen Unstimmigkeiten zwischen ESA-Mitgliedern und wegen Geldmangels nicht realisiert
werden konnte, wurde die Ariane 5 nun primär zum Transport von Satelliten gebaut.
Ziel der Entwicklung war eine im Aufbau einfache Rakete, die vorallem niedrige Entwicklungs- und Betriebskosten
verursachte. Somit enstand eine technisch einfache Rakete die folgende Komponenten ihr eigen nennt:
Die Kyrogene Hauptstufe, die mit einem Vulcain - HM60 Triebwerk ausgestattet ist
Zwei Feststoffbooster, die der Ariane 5 genug Schub zum Starten geben (92% des Startschubes)
Einen Instrumentenring, der unter anderem das "Hirn" der Ariane enthält
Den "Storable Propellant Stage (EPS)", welcher die Oberstufe ist
Die nur dann verwendeten Mehrfachstruktur SPELTRA, wenn mehrere (2) Satelliten ins All transportiert werden müssen
Die Nutzlastverkleidung, die die transportierten Satelliten schützen soll
Nun noch eine kurze Schilderung des Missionsablaufes:
Zuerst werden die zu transportierenden Satelliten (oder auch andere Nutzlast) in Kourou angeliefert. Dann werden
gleichzeitig die Feststoffbooster (in einem extra Gebäude) und die Hauptstufe montiert. Nachdem dann die Feststoff-
booster an die Hauptstufe montiert wurden und einige Sicherheitschecks durchgeführt wurden, wird die Oberstufe hin-
zugefügt und montiert. Nun wird nur noch die Nutzlast und die Nutzlastverkleidund angebracht. Wenn nun alles fertig
zusammengebaut ist, wird die ganze Einheit samt Starttisch (auf dem vorher die Hauptstufe justiert worden ist) 9
Stunden vor dem Start aus dem Final Assembly Building gezogen und zur Startanlage ELA-3 gebracht. Dort werden alle zum Start benötigten Einheiten angeschlossen. Fünf Stunden vor dem Start wird die Ariane 5 dann betankt. Erstaunlicherweise wird das Vulcan Triebwerk 3 Sekunden vor dem Start gezündet, dies wird gemacht um, falls ein Problem
auftritt, den Startvorgang noch abbrechen zu können. Bei t=0 Sekunden werden dann die Feststoffbooster gezündet.
Diese brauchen dann noch einmal sieben Sekunden um auf volle Leistung zu kommen. Dann endlich heißt es lift off.
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"In Space Newsletter" #029
Erscheinungsdatum:
15. Juni 2002
Auflage: 571 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Schlussredaktion:
Karl Urban
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Günter Fischer
Lutz Growalt
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Dominik Mayer
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Lu Shi
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
Sven Piper (Astris.de)
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