In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #030 vom 22. Juni 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #030


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Entstehung von Galaxien

> HotSpot:
Die Planetenjagd der ESA

> History Special:
Sputnik II - Minenhund im Orbit

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Unternehmen Apollo

> InDetail:
Albedo

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Michael Stein 

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
am Dienstag dieser Woche hat die europäische Raumfahrtagentur ESA Medienvertreter über die Forschungsmissionen INTEGRAL und ROSETTA informiert, die beide innerhalb des nächsten halben Jahres gestartet werden sollen. Im Rahmen dieser beim European Space Research & Technology Centre (ESTEC) der ESA in den Niederlanden durchgeführten Veranstaltung ging ESA-Direktor Prof. David Southwood auch auf die Folgen der Mittelkürzungen ein, die für das wissenschaftliche Forschungsprogramm der ESA bei der Tagung des ESA-Rates auf Ministerebene im November letzten Jahres beschlossen worden sind.
 
Unmittelbares Opfer des reduzierten Budgets ist die Mission Venus Express, deren Start für 2005 geplant war und die nun gestrichen worden ist, da nicht alle an ihr beteiligten Partner die aufgrund des geschrumpften Budgets nunmehr sehr rigiden finanziellen und Zeitvorgaben sicher hätten erfüllen können. Angesichts des Erkenntnisgewinns, den unsere Klimaforscher durch ein genaueres Studium der Vorgänge in der Venusatmosphäre hätten erzielen können, eine schmerzliche, aber unter den neuen Bedingungen nachvollziehbare Entscheidung. Wenn man dann aber einmal nachschaut, wie viele EU-Mittel als Subventionen in "zukunftsträchtige" Bereiche wie Land- und Fischereiwirtschaft oder Bergbau fließen, während das in gleichem Maße wissenschaftliche Erkenntnisse wie neue technologische Fertigkeiten und fähige Spitzenkräfte produzierende ESA-Forschungsprogramm gekürzt wird, kann einem ganz anders werden...
 
Nun aber zu den Niederungen (oder angesichts unserer Themen besser: Höhen) des Tagesgeschäfts, wo wir Ihnen wieder neben einer Vielzahl von News-Meldungen der vergangenen Woche unter anderem interessante Artikel über die Entstehung von Galaxien und den Nachfolger des ersten künstlichen Satelliten der Welt, Sputnik II, präsentieren können. Ich bin mir sicher, dass diese und die Artikel unserer übrigen Autoren Ihnen wieder ein paar interessante Fakten nahe bringen werden.
 
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
 

            Michael Stein
            Chefredakteur "Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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      News

• Asteroid verfehlt Erde knapp   <mehr>
• ESA unterstützt humanitäre Reuters-Stiftung   <mehr>
• Hubble-Hardware auf dem Prüfstand   <mehr>
• Endeavour endlich gelandet   <mehr>
• NASA-Instrumente enthüllen das Ausmaß des großen Colorado-Feuers   <mehr>
• 25 neue Planetenentdeckungen   <mehr>
• ESA-Astronautin zur Ministerin ernannt   <mehr>
• Endeavour-Landung verschoben   <mehr>
• Satellitenstart mit Sea Launch   <mehr>
• Rosetta und Integral werden startbereit gemacht   <mehr>
• ISS über Nordamerika gesichtet    <mehr>
• Sonne wird zu "Ring des Feuers"   <mehr>


»  Asteroid verfehlt Erde knapp
21. Juni 2002 - Der 100 Meter große Asteroid 2002 MN verfehlte am 14. Juni im Abstand von nur einem Drittel des Mondabstands die Erde.
 
Der Asteroid wurde erst drei Tage vor seinem Erd-Vorbeiflug entdeckt. Passend zu seiner möglicherweise Umlaufbahn-ähnlichen Flugbahn näherte sich das Objekt auf nur 120.000 Kilometer der Erde an - dies ist eine sehr geringe Distanz, wenn man bedenkt, dass der dichteste Asteroid in Erdnähe, der bisher beobachtet wurde, nur 105.000 Kilometer an uns vorbeiflog. Dies war am 9. Dezember 1994 1994 XM1. Asteroiden von dieser relativ kleinen Größe werden jedoch häufiger entdeckt - besonders in der Zeit, in der sie sich der Erde verstärkt nähern - da sie sehr hell sind und sich scheinbar mit einer hohen Geschwindigkeit über den Himmel bewegen.
 
Das LINEAR-Team des MIT Lincoln Laboratory des NASA Jet Propulsion Laboratory entdeckte den Asteroiden 2002 MN. Obwohl nur 14 Beobachtungen von dem Objekt innerhalb von zwei Abenden gebraucht wurden, um seine Bahn zu bestimmen, kann man diese nun für die nächsten Jahrzehnte exakt berechnen und somit Kollision mit der Erde in diesem Zeitraum ausschließen.
(ku - Quelle: NASA JPL / NASA Near-Objects)


»  ESA unterstützt humanitäre Reuters-Stiftung
21. Juni 2002 - Die Direktorin der Reuter-Stiftung, Maureen Marlowe, und der ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, Jose Achae, haben am 20.06.2002 am Londoner Sitz der Reuter Gruppe eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
 
Gemäß dieser Vereinbarung wird die Europäische Weltraumorganisation (ESA) der Reuters-Stiftung und ihrem AlertNet-Informationsdienst helfen, Aufnahmen und Daten von Erdbeobachtungssatelliten der ESA zu verbreiten und die Nutzung solcher Fernerkundungssatelliten der ESA zu verbreiten und die Nutzung solcher Fernerkundungsdaten durch die internationale Hilfsorganisationen zu fördern. Zu diesem Zweck wird die ESA insbesondere Satellitendaten aus ihren Archiven sowie aktuelle Informationen von ihren laufenden Missionen ERS-2 und ENVISAT bereitstellen.

Darüber hinaus wird die ESA im Rahmen der von ihrer veranstalteten Konsultationen mit den Nutzern auch die Reuters-Stiftung zum Bedarf der Hilfsorganisationen für Satellitendaten befragen, was zur Gestaltung des europäischen GMES-Programms (Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung) beitragen wird.
Auf der AlertNet-Website sollen in einem speziell Satellitenaufnahmen gewidmeten Teil Bilder der ESA zu ausgewählten Katastrophengebieten und ein Leitfaden für Erdbeobachtung veröffentlicht werden.

Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung erklärte Jose Achache: "Die heute geschlossene Vereinbarung wird wesentlich dazu beitragen, bei den internationalen Hilfsorganisationen das Bewusstsein des Nutzen von Satellitendaten für ihre Tätigkeit zu steigern. Dies wird auch helfen, ihre besonderen Anforderungen zu klären, die dann im europäischen GMES-Programm berücksichtigt werden können."

Maureen Marlowe erklärte ihrerseits: "AlertNet wird seinen Mitgliedsorganisationen erheblich bessere Dienste leisten können. Die Aufnahmen aus dem Weltraum vermitteln einen klaren Überblick über die betroffenen Gebiete und versetzen unsere Mitgliedsorganisationen in die Lage, Flüchtlingsströme zu verfolgen und die Auswirkungen von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdbeben genauer und rascher zu erfassen."
Die 1982 gegründete Reuters-Stiftung ist eine humanitäre und ausbildungsorientierte gemeinnützige Stiftung, die hauptsächlich von Reuters, der weltweiten Nachrichten-, Informations- und Technologie-Gruppe, finanziert wird. Die Stiftung ist vor allem in Bereichen tätig, wo die besonderen Fähigkeiten der Reuters-Gruppe für Informationssammlung, Technologie und Kommunikation zum Nutzen von Hilfsorgansation in aller Welt eingesetzt werden können.

Der AlertNet-Informationsdienst der Reuter-Stiftung wurde 1997 eingerichtet, um einen raschen Nachrichten- und Informationsaustausch für die internationale Katastrophenhilfe sicherzustellen. Im gehören heute über 175 Hilfseinrichtungen aus 35 Ländern an.
AlertNet fungiert als Plattform für die rasche Verbreitung zuverlässiger Informationen über humanitäre Katastrophen und Hilfseinsätze in der ganzen Welt.
(la - Quelle: ESA)


»  Hubble-Hardware auf dem Prüfstand
20. Juni 2002 - Zwei Komponenten des Weltraumteleskops Hubble, die während der Hubble-Servicemission 3B im März 2002 ausgetauscht worden sind, werden nun nach ihrem Rücktransport zur Erde beim European Space Research & Technology Centre (ESTEC) der ESA in Nordwijk (Niederlande) detailliert untersucht. Die ESA-Ingenieure und -Wissenschaftler sind vor allem daran interessiert, die Auswirkungen des jahrelangen Aufenthalts im Weltall auf die verschiedenen Materialien der beiden Hardwarekomponenten zu untersuchen.
 
Die Astronauten der Hubble-Servicemission 3B haben während ihrer Außeneinsätze im vergangenen März die so genannte Faint Object Camera (FOC) und die beiden Solarpaneele des Weltraumteleskops abmontiert und durch neue, leistungsfähigere Komponenten ersetzt. Da die amerikanischen Raumfähren nicht nur Lasten von der Erde in den Weltraum, sondern auch auf umgekehrtem Wege transportieren können wurde die Gelegenheit genutzt, um die beiden ausgewechselten Komponenten für intensive Materialuntersuchungen zur Erde zurück zu transportieren.

Nur einige Stunden nach der Landung des Space Shuttle Columbia am 12. März wurden die Kamera und die Solarpaneele in luftdichte Behälter umgepackt, um sie so wenig wie möglich dem Einfluss der Atmosphäre auszusetzen. Es kommt sehr selten vor, dass einzelne Teile von Raumfahrzeugen nach längerem Aufenthalt im Weltall wieder zurück auf die Erde gebracht werden, und dementsprechend gespannt sind die Ingenieure und Wissenschaftler der ESA natürlich auf ihre neuen Untersuchungsgegenstände.

Trotz des insgesamt 4.340 Tage währenden Aufenthalts im Weltall (keine andere Komponente, die bisher zur Erde zurückgebracht worden ist, war so lange im Weltraum!) ist die FOC ersten Untersuchungen nach in einem sehr guten Zustand und zeigt keinerlei Alterungserscheinungen. "Sie sieht aus wie neu!", sagt Lothar Gerlach, der ESA-Spezialist für Solarpaneele und die zentrale Figur der anstehenden Nach-Flug-Untersuchungen. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, dass die FOC im Inneren von Hubble montiert und somit den harschen Bedingungen des Weltalls nicht direkt ausgesetzt gewesen ist. "Die Solarpaneele sehen ebenfalls großartig aus, weisen aber die typischen Zeichen der Aussetzung extremer Temperaturen, intensiver Strahlung und Mikrometeroiten-Bombardement im Weltall auf", so Gerlach. Die Belastung für die Solarpaneele wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Solarpaneele bei jedem Erdumlauf einen Temperaturunterschied von ca. 250° C zwischen der Tag- und Nachtseite der Erde zu verkraften hatten! Typische Auswirkungen dieser Belastungen sind beispielsweise Materialbrüche, winzige Löcher durch Mikrometeroiten-Einschläge und Verfärbungen durch die intensive UV-Strahlung.

Es werden noch einige Monate vergehen, bevor sämtliche Untersuchungen abgeschlossen sind und alle Ergebnisse vorliegen: Die ESA rechnet damit, erst Ende nächsten Jahres einen Abschlußbericht veröffentlichen zu können. Die FOC und die Solarpaneele sind somit auch noch nach Ende ihrer offiziellen "Dienstzeit" kein nutzloser Weltraumschrott: Die gewonnenen Erkenntnisse über Alterungs- und Ermüdungsprozesse der verschiedenen Materialen im Weltall werden für Entwurf und Bau zukünftiger Raumfahrzeuge von großem Wert sein.
(ms - Quelle: ESA)


»  Endeavour endlich gelandet
19. Juni 2002 - Unter dem blauen Himmel Kaliforniens führte die Endeavour heute nach dem Gleitflug eine perfekte Landung auf der Edwards Air Force Base durch und beendete ihre Mission zur International Space Station nach einer Flugstrecke von 9.300.000 km.
 
Die Endeavour setzte um 12.58 Uhr Eastern Standard Time auf der Betonlandebahn der Edwards Air Force Base auf und beendete einen Rekordaufenthalt der Mitglieder der vierten Stammbesatzung, Juri Onufrijenko, Carl Walz und Daniel Bursch von 196 Tagen im Weltraum. Die Mission STS-111 der Endeavour brachte die fünfte Stammbesatzung, Kommandant Waleri Korsun und die Bordingenieure Sergej Trestschow und Peggy Whitson zur International Space Station. Weiterhin brachte der Space Shuttle mehr als 4.082 kg an Ausrüstungsgegenständen und Versorgungsgüter zur Raumstation und die Besatzung führte drei Extra Vehicular Activities durch, um die Fähigkeiten der Raumstation zu erweitern.
 
Die Endeavour legte seit ihrem Start vom Launch Complex LC-39A des Kennedy Space Center am 05. Juni 9.301.814 km zurück. Die heutige Landung folgte auf das wetterbedingte Auslassen der Landegelegenheiten am Montag, am Dienstag und heute aufgrund von Regenschauern, Gewittern und einer Wolkendecke in der Nähe des Kennedy Space Center, des Hauptlandeortes des Space Shuttle. Die Astronauten von STS-111 und der vierten Stammbesatzung werden gegen 15.00 Uhr Eastern Standard Time am Freitag, den 21. Juni zu einer Begrüßungszeremonie im Hangar 990 des Ellington Field nahe des Johnson Space Center nach Houston zurückkehren. Die Öffentlichkeit ist eingeladen. Unterdessen richtet sich die fünfte Stammbesatzung an Bord der Raumstation weiterhin in ihrem neuen Zuhause ein, während Whitson heute Untersuchungen an einem Experiment mit Zellkulturen begann.
(ku - Quelle: NASA)


»  NASA-Instrumente enthüllen das Ausmaß des großen Colorado-Feuers
19. Juni 2002 - Bilder eines Erdbeobachtungssatelliten zeigen das Ausmaß des Waldbrandes in Colorado.
 
Tausende Acre (4047 m2) von niedergebrannter Vegetation werden sichtbar in einem neuen Bild von Colorados schrecklichsten Waldbrand, aufgenommen von NASAs ASTER ("Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer"). Ausgebrochen am 8. Juni, setzte der Heyman-Waldbrand sein Brennen im Pike National Forest, 57 km süd-südwestlich von Denver, Colorado, fort. Gemäß des US Forest Service konsumierte das Feuer mehr als 100.000 Acre.
 
Sonntag morgen, 16. Juni 2002: Das ASTER-Bild zeigt die aktiven Feuer in rot. Die dunkelblauen Flächen zeigen die verbrannten Wälder, und die grünen Flächen visualisieren die gesunde Vegetation. Die Wolken sind weiß. Die blaue Wolke oben in der Mitte ist Rauch. Das Bild bedeckt ein Areal von 32,2 mal 35,2 km. ASTER ist einer von fünf Erdbeobachtungsinstrumenten, gestartet im Dezember 1999 an Bord von NASAs Terrasatelliten. Mit seinen 14 Spektralbändern vom sichtbaren Licht bis zur Infrarotstrahlung und seiner hohen räumlichen Auflösung von 15 bis 90 m wird ASTER in den nächsten sechs Jahren die Erde kartographieren und die wechselnde Erdoberfläche analysieren.
(fs - Quelle: NASA JPL)


»  25 neue Planetenentdeckungen
19. Juni 2002 - In den letzten fünf Tage wurden 25 neue Planetenentdeckungen bekannt gegeben.
 
Diese Entdeckungen sind gleichmäßig auf europäische und amerikanische Astronomen verteilt. Didier Queloz und seine Kollegen vom Observatorium in Genf (Observatoire de Genève), Schweiz, haben ein Dutzend der neuen Planeten entdeckt. Ihre Entdeckungen beinhalten den bis jetzt interessantesten: einen Planeten, der Jupiter in unserem Sonnensystem stark ähnelt. Sie bringt die Astronomen einen Schritt näher an die Entdeckung einer erdähnlichen Welt. Queloz ist Mitglied der esa-Scientific Advisory Group für die Planetensuch-Mission Darvin. Am Freitag, 14. Juni 2002, präsentierte er seine neueste Arbeit am niederländischen European Space Research and Technology Centre (ESTEC) der ESA.
Related Links:
Interview mit Didier Queloz (englisch)
(dm - Quelle: esa)


»  ESA-Astronautin zur Ministerin ernannt
18. Juni 2002 - Der ESA-Astronautin Claudie Haignéré wurde in der neuen französischen Regierung das Amt der Ministerin für Forschung und neue Technologien übertragen.
 
Claudie Haignéré, 45, wurde nach einem brillanten Medizinstudium der Fachrichtung Rheumatologie und Promotion in Neurowissenschaften 1985 von der französischen Raumfahrtagentur CNES als Astronautenanwärterin ausgewählt. Sie spielte bei der Entwicklung wissenschaftlicher Anwendungen der bemannten Raumfahrt und bei der Förderung wissenschaftlicher Beziehungen mit Rußland eine bedeutende Rolle. Sie ist ständiges Mitglied der Französischen Akademie der Technik und erhielt die Auszeichnungen "Officier de la Légion d'Honneur" und "Chevalier de l'Ordre National du Mérite".
 
1999 trat sie in das Astronautenkorps der Europäischen Weltraumorganisation ein. Sie nahm an zwei Raumflugmissionen mit den Russen - Cassiopée im August 1996 und Andromède im Oktober 2001 - teil und ist die erste Frau, die sich als Rückflugkommandantin der dreisitzigen Sojus-Wiedereintrittskapsel qualifizierte (Juli 1999), und die erste Europäerin, die der Internationalen Raumstation einen Besuch abgestattet hat (Oktober 2001). ESA-Generaldirektor Antonio Rodotà gab seiner Freude über diese Ernennung mit folgenden Worten Ausdruck: "In der Zeit, in der sie unserer "Raumfahrtwelt" angehörte, hat Claudie Haignéré ihre wirklich herausragende Befähigung als Wissenschaftlerin und Astronautin unter Beweis gestellt. Diese Ernennung ehrt die Europäische Weltraumorganisation und verleiht Frau Haignéré eine für die künftige Gestaltung der europäischen Wissenschaft und Technologie maßgebliche Stellung. Für ihre neuen Aufgaben wünsche ich ihr von Herzen alles Gute."
(ku - Quelle: ESA)


»  Endeavour-Landung verschoben
18. Juni 2002 - Die Landung der Endeavour wurde wegen schlechten Wetters erneut verschoben - das Space Shuttle wartet im Orbit auf den nächsten günstigen Zeitpunkt.
 
Das Space Shuttle Endeavour hat mehrere Landefenster, um die Besatzung der Mission STS-111 und die Expedition Four Crew zurück auf die Erde zu bringen. Seit Montag mussten bereits zwei Landetermine aufgrund des schlechten Wetters in Florida verschoben werden.
Vorhersagen für das Wetter auf Cape Kennedy sind weiterhin nicht gut. Man befürchtet besonders Regen und Gewitter in den nächsten Tagen.
Die Endeavour kehrt nach einer erfolgreichen Mission zur Internationalen Raumstation zurück, auf die es als neue Besatzung die Expedition Five Crew und das Mobile Base System transportierte. Die Vorgängerbesatzung kehr nach 6,5 Monaten im All zurück zur Erde.
Related Links:
Space Shuttle Spezial - sts.raumfahrer.net
Space Shuttle Rubrik
(ku - Quelle: NASA)


»  Satellitenstart mit Sea Launch
17. Juni 2002 - Das Unternehmen Sea Launch startete nach über einem Jahr Pause erneut einen Satelliten aus dem Pazifik.
 
Ein Kommunikations-Satellit startete nach der Investition von zwei Milliarden US-Dollar der PanAmSat Corp. von der der ehemaligen Ölbohrplattform des Unternehmens Sea Launch.
An der Spitze eines Zenit 3SL-Boosters erreichte der Satellit Galaxy 3C 62 Minuten nach dem Start von der Odyssey-Plattform seinen vorgesehenen Orbit um die Erde. Die ehemalige Ölbohrplattform befindet sich auf Äquatorhöhe im Pazifischen Ozean.
 
Der Start war der erste von Sea Launch seit Mai 2001, als ein Satellit für das Unternehmen XM Satellite Radio gestartet worden war. Das neuerlich erfolgreiche Einschießen des Satelliten in einen Erdorbit ist für das unabhängige Raketenunternehmen sehr wichtig, um sich auf dem Markt zu behaupten.
Das Abheben des Satelliten Galaxy 3C hatte sich aufgrund von Defekten an den Solarflügeln sehr lange verzögert. Der Satellit ist Teil einer großen Satellitenfamilie, die zur Übertragung von Videobildern genutzt wird.
(ku - Quelle: Space.com)


»  Rosetta und Integral werden startbereit gemacht
17. Juni 2002 - Die Mission Rosetta und das Raumfahrzeug Integral der ESA sind im Endstadium der Vorbereitung.
 
Zwei unterschiedliche Weltraummissionen sind im Endstadium der Vorbereitung am Space Research and Technology Centre (ESTEC) der ESA im niederländischen Noordwijk. Es sind die Rosetta-Mission, die durch ein Rendezvous mit dem Kometen Wirtanen die Ursprünge unseres Sonnensystems erforschen soll, und das Raumfahrzeug Integral, welches die gewaltigsten Erscheinungen des Universums studieren wird. Das Missionsziel des Rosetta-Raumfahrzeugs ist ein Treffen mit dem Kometen Wirtanen im Jahr 2011. Rosetta wird im Januar 2003 mit einer Ariane 5 von Kourou (Französisch Guayana) starten. Während seiner achtjährigen Reise zu dem Kometen wird die Sonde zwei Asteroiden in geringem Abstand passieren bis sie schließlich den Kern des Kometen Wirtanen und dessen Umwelt zwei Jahre lang (2011-2013) detailliert studieren wird.
 
Rosetta wird auch ein Landefahrzeug auf der Kometenoberfläche absetzen. Dieses wird von seinem Landeplatz aus die Zusammensetzung und Struktur der Kernmaterie analysieren. Die Mission wird eine einmalige Studie über Material von Kometen sein und viel über die Entstehung unseres Sonnensystems enthüllen.
 
Integral wird die Verfolgung von Gammastrahlen über den gesamten Himmel zur Aufgabe haben. Das International Gamma-Ray Astrophysics Laboratory der ESA, Integral, wird die Gammastrahlen, die energiereichsten Strahlen aus dem Weltraum, sammeln. Der Start des Raumfahrzeugs von Baikonur, an Bord einer russischen Trägerrakete, ist für den 17. Oktober dieses Jahres geplant. Es wird helfen einige der größten Mysterien der Astronomie zu enthüllen.
 
Integral wird das empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium sein, dass je gestartet wurde. Es wird Radioaktivität von den gewaltigsten Ereignissen weit entfernt entdecken und gleichzeitig Beweise für den Prozess erbringen, der das Universum bewohnbar machte.
(dm - Quelle: ESA)


»  ISS über Nordamerika gesichtet
17. Juni 2002 - Die Internationale Raumstation ist von der Erde aus sichtbar.
 
In der letzten Zeit konnten nordamerikanische Himmelsbeobachter nach Sonnenuntergang eine hervorragende Serie von ISS-Sichtungen genießen. Am 16. Juni nahmen Jim Young und Gary Grasdalen ein Bild der Raumstation auf, als sie über dem Table Mountain Observatory des JPL im Angeles National Forest aufstieg. "Wir verfolgten den kompletten fünfminütigen Überflug, mit dem 24 Zoll Teleskop," sagt Young. Die Bilderserie die sie erstellten offenbart, dass die Station während des Überflugs Winkel und Helligkeit verändert.
Related Links:
Bilderreihe
ISS-Sichtungen
(dm - Quelle: SpaceWeather.com)


»  Sonne wird zu "Ring des Feuers"
17. Juni 2002 - Eine partielle Sonnenfinsternis hat in Mexiko einen "Ring des Feuers" erscheinen lassen.
 
Am 10. Juni war die Sonnenscheibe in den USA und Kanada teilweise bedeckt - aber in einer winzigen mexikanischen Region war sie ringförmig: ein "Ring des Feuers" erschien, als sich der Mond vor die Sonne schob. Die Mexikaner Jimmy Herrera und Lonnie Pacheco beobachteten das Schauspiel vom wolkigen Playa San Carlos aus. Im Augenblick der größten Finsternis machten sie ein Bild der aufgehenden Sonne.
Related Links:
Fotogallerie
Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni
(dm - Quelle: SpaceWeather.com)

 
 

 
 

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      Space Focus: Entstehung von Galaxien von Mark Weimar 

Die Anfänge der Galaxien und ihre Entstehungsgeschichte liegen noch weitgehend im Dunkeln. Entsprechend haben die Theorien zur Entstehung von Galaxien immer noch hochgradig spekulativen Charakter; als sicher gilt lediglich, dass deren Bildung ihren Ursprung in kleinen Schwankungen der Materieverteilung im frühen Universum haben muss. Die Problematik liegt großteils darin begründet, dass die Kosmologie bis heute noch nicht in der Lage ist, eindeutige Aussagen über die Eigenschaften dieser Schwankungen wie Amplitude, räumliche Ausdehnung, Drehimpuls, etc. zu machen.
 
Für unsere Betrachtungen wollen wir daher die notwendigen Inhomogenitäten als sicher vorhanden ansehen und ihren Ursprung außer Acht lassen. Was die übrigen Eigenschaften angeht, müssen wir uns darauf verlassen, dass numerische Simulationen in der Lage sind, plausible Werte für die Anfangsbedingungen zu liefern. Eine etwas ausführlichere Diskussion dieser Thematik findet man in den Artikeln von Rees und Silk (1970) und von Lake (1992). Letzterer geht darüber hinaus auch ausführlich auf numerische Simulationen zur Galaxienbildung ein. Der Übersichtsartikel von Jones (1976) behandelt vor allem die Bildung von Schwankungen und ihre weitere Entwicklung in großer Ausführlichkeit. Der Artikel ist in weiten Bereichen äußerst theoretisch gehalten, in der Einleitung wird jedoch die Entwicklung dieses Forschungsgebietes seit Beginn unseres Jahrhunderts inklusive vieler Hinweise auf Originalarbeiten und Übersichtsartikel nachgezeichnet.
 
Ein etwas dichteres Raumgebiet expandiert aufgrund seiner "überschüssigen" Eigengravitation langsamer als die Umgebung. Beginnen wir also mit beliebigen, kleinen Dichteschwankungen, die einer ansonsten homogenen Dichteverteilung im frühen Universum überlagert sind. Aufgrund der durch die höhere Dichte etwas stärkeren Gravitation in ihrem Inneren expandieren diese Raumregionen langsamer als der Rest des umgebenden Universums. Gleichzeitig stürzt zusätzlich von außen Materie in diese Gebiete hinein. Verzögerte Expansion und Materieanlagerung erhöhen den Dichtekontrast schließlich so weit, dass die Expansionsbewegung zum Stillstand kommt und sich zu einer Kollapsbewegung umkehrt. Während des Kollapses muss die Gaswolke, um sich stabilisieren zu können, in irgendeiner Form Energie an die Umgebung abgeben, man spricht von dissipieren. Dies geschieht durch inelastische Stöße der Wasserstoffatome, die zu angeregten Zuständen und beim Zurückfallen in den Grundzustand zur Emission elektromagnetischer Strahlung führen. Der ganze Vorgang wird radiative cooling oder Strahlungskühlung genannt.
 
Am effizientesten läuft dieser Vorgang in dichten, nicht zu heißen Gaswolken ab, da mit zunehmender Dichte die Stoßwahrscheinlichkeit der Teilchen steigt. Ist die Temperatur zu hoch, so liegt ein Plasma vor, d.h. die Elektronen sind nicht mehr an die Atomkerne gebunden, sondern bewegen sich frei. In diesem Fall gibt es natürlich auch keine atomaren Anregungszustände mehr, also auch keine Strahlungskühlung. Der Kollaps schreitet so weit fort, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Gravitationskraft und innerem Druck der Gaswolke einstellt. Galaxien sind offenbar die größten Objekte, die schnell genug Energie dissipieren, um auf diese Weise dicht genug für die Sternentstehung zu werden. Dies legt nahe, dass die anfänglichen Gaswolken im Laufe der Zeit einen Fragmentierungsprozess durchmachen, sich also in kleinere Teilwolken aufspalten. Auch aus Stabilitätsgründen erscheint eine solche Aufspaltung notwendig. Zu welchem Zeitpunkt die Aufspaltung stattfindet ist zurzeit noch strittig, es mehren sich jedoch Anzeichen, dass dies erst zu einem ziemlich späten Zeitpunkt der Kontraktionsphase der Fall ist.
 
Kommen wir noch einmal zurück auf die anfänglichen Dichteschwankungen. Bis jetzt haben wir noch nichts über deren Skalen erfahren. Sind die Größen der Schwankungen gleichmäßig verteilt, oder gibt es bestimmte bevorzugte Skalen? Numerische Rechnungen, die, ausgehend von einem gegebenen Schwankungsspektrum, über die Kollapsphase die Verteilung der Galaxien im Universum darstellen sollen, zeigen bei skalenfreien Störungen eine deutlich bessere Übereinstimmung mit der Realität, als Rechnungen mit bevorzugten Skalen. Man darf somit annehmen, dass auch die Dichteschwankungen in unserem Universum zu Anfang eine skalenfreie Verteilung hatten.
 
Related Links:
Astronomie
 

 
 

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      HotSpot: Die Planetenjagd der ESA von Dominik Mayer 

Vor kurzem wurde ein großartiger Erfolg der Planetensuchmissionen bekannt: ein Planet, der Jupiter in unserem Sonnensystem entspricht, wurde entdeckt. Im Rahmen des Cosmic Vision 2020-Programms der ESA werden drei weitere Sonden mit dem Ziel gestartet, noch mehr Planeten zu finden. Womöglich sogar welche mit (intelligentem) Leben.
 
Neben dieser Suche wird Eddington (geplanter Start: 2008) die Aufgabe haben auf nahen Sternen Beben zu erkennen um Auskunft über deren Innenleben zu geben.
 
Gaia wird spätestens 2012 starten und genaue Daten über Position und Helligkeit der nächsten Billion Sterne liefern. Planeten werden durch die Transitmethode oder ein Schwanken des Sterns (im Einfluss der Gravitation seines Planeten) entdeckt.
 
Mitte des nächsten Jahrzehnts wird Darwin, ein Verband von acht kleineren Sonden, starten. Diese werden ihre Instrumente im Formationsflug koppeln und so das Licht erdähnlicher Planeten zwischen anderen Sternen identifizieren. Durch die Analyse dieses Lichts können Forscher die Elemente in der Atmosphäre des Planeten nach lebensnotwendigen Faktoren untersuchen.
 
Didier Queloz ist einer der weltweit erfolgreichsten Planetenjäger. Seine Kollegen vom Observatoire de Genève in der Schweiz und er haben den "zweiten Jupiter" entdeckt. Er ist Mitglied der wissenschaftlichen Beratergruppe für die Darwin-Mission. Folgendes Interview führten Mitarbeiter der ESA bei der Vorstellung seiner neuesten Arbeit am niederländischen European Space Research and Technology Centre (ESTEC):
 
Welche neuen Entdeckungen haben Sie gemacht?
Wir haben 12 neue Planeten gefunden. Unter ihnen ein neues multiples System und, am aufregendsten, einen Planeten der Jupiter (dem größten Planeten unseres Sonnensystems) sehr ähnlich ist; er hat ungefähr die gleiche Masse und einen ähnlichen Orbit. Solche Planeten werden von Planetenjägern "Jupiterähnlich" genannt und waren lange Zeit ein Ziel dieser Suche. Der Planet braucht sieben Jahre um seinen Stern zu umkreisen, wohingegen Jupiter zwölf Jahre benötigt (bekannt als orbitale Periode). Der Radius seines Orbits ist ungefähr 3,7 AE, der von Jupiter 5,2 AE. (1 AE ist die Entfernung zwischen Erde und Sonne, ca. 150 Millionen Kilometer.) Das entscheidende ist jedenfalls, dass er eine kreisförmige Umlaufbahn besitzt, keine elliptische. Das erinnert uns stark an unser Sonnensystem.
 
Das führende amerikanische Team hat einen viel größeren Planeten in einem elliptischen Orbit entdeckt, der in etwa die gleiche Entfernung zu einem anderen Stern wie Jupiter zur Sonne hat. Bedeutet diese Entdeckung, zusammen mit ihrem Jupiterähnlichen, dass die Plantensuche in eine neue Phase eingetreten ist?
Ja, wir kommen viel näher daran, Sonnensysteme wie unser eigenes zu sehen. Die ersten Planeten die wir entdeckt haben, waren solche mit kurzen Perioden, die eine Bahn in wenigen Tagen vollendeten. Sie waren am leichtesten zu erkennen, da sie die besten Signale liefern. Planeten die für eine Umrundung mehrere Jahre brauchen, müssen einen kompletten Orbit lang verfolgt werden. Wir haben diesen von Beginn (vor fast einem Jahrzehnt) an beobachtet. Sie fordern auch eine höhere Sensibilität. Dieser neue Planet verursacht bei seinem Stern Bewegungen von lediglich 17 Metern in der Sekunde, verglichen mit den 59 Metern pro Sekunde unseres ersten Planeten, den wir 1995 entdeckten. Jetzt können wir Planeten mit langen Perioden sehen, wir können Systeme, von den wir schon wissen, dass sie einen Planeten enthalten, auf multiple Planeten prüfen, und auch nach Jupiterähnlichen Ausschau halten, die auf ein Sonnensystem wie das unsere hindeuten würden. Auf diese Weise erhalten wir ein vollständigeres Bild von der Vielfalt planetarer Systeme.
 
Welche Zukunft hat die europäische Planetensuche vom Boden aus?
Die Zukunft ist großartig. Wir bauen mit dem European Southern Observatory (ESO) ein neues Instrument für europäische Astronomen. Dieses Instrument heißt HARPS und wird auf dem 3,6 Meter Teleskop in La Silla in Chile installiert werden. Verglichen mit dem, was wir heute machen, wird HARPS hundertmal effektiver sein und uns die Möglichkeit geben Empfindlichkeiten von ungefähr 20 - 30 Zentimetern pro Sekunde zu erreichen. Wir planen einen Labortest in einem Monat und haben für nächstes Jahr Februar Zeit am Teleskop beantragt.
 
Wie wichtig sind die weltraumbasierenden Forschungsmissionen der ESA?
Sie sind grundlegend. Für mich ist die Eddington-Mission wirklich der nächste Schritt, weil es der einzige Weg ist erdähnliche Systeme zu erreichen. Eddington wird die Transitmethode verwenden und den Helligkeitsabfall eines Sterns erkennen, wenn ein Planet vor ihm vorbeizieht, und wenn man genügend Präzision erhalten will, um den Transit einer erdgroßen Welt zu erkennen, muss man in den Weltraum gehen. Eddington wird zehn oder hundert Mal mehr Planeten aufspüren als wir es von der Erde aus können. Dann wird Gaia ein neues Fenster öffnen, weil es um die tausend Planeten entdecken soll. Das ist nach Eddington ein entscheidender Schritt, denn, betrachtet man die Geschichte der stellaren Astrophysik, beginnen Menschen immer erst zu verstehen was passiert, wenn sie einige tausend Beispiele himmlischer Objekte untersuchen können.
 
Schließlich wird die Darwin-Mission versuchen, Bilder von erdähnlichen Welten zu machen und deren Atmosphären auf Anzeichen von Leben untersuchen. Wie betrachten Sie die Erfolgsaussichten?
Darwin ist für mich ein phantastisches Projekt, weil hinter dieser gesamten Planetensuche die Frage steckt, ob es Leben auf anderen Welten gibt. Ich bin optimistisch. Warum sollte die Erde ein einzigartiges System mit Leben sein? Wenn wir versuchen nach anderer Intelligenz Ausschau zu halten, dann glaube ich dass sie selten sein dürfte; vielleicht gibt es nur eine Zivilisation pro Galaxis. Aber ich bin mir sicher, dass grundlegendes Leben vorhanden sein muss. Darwin ist also sehr wahrscheinlich erfolgreich.
 
Related Links:
HotSpot-Archiv
 

 
 

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      History Special: Sputnik II - Minenhund im Orbit von Lutz Growalt 

Wenn Sputnik I die amerikanische Öffentlichkeit wie ein Blitz getroffen hatte, dann war Sputnik II das Erdbeben. Am 3. November 1957, nur acht Wochen nach Sputnik I gestartet, war Sputnik II sechsmal schwerer, sein Orbit war fast doppelt so hoch – und der Satellit trug das erste Lebewesen der Weltgeschichte in den Weltraum: Laika, die "Weltraumhündin". Dabei war es eigentlich ein Wunder, dass Sputnik II überhaupt flog. Was Missionsvorbereitung und Entwurf angeht, war der zweite Sputnik bis heute wohl die chaotischste Weltraumunternehmung.
 
Man muss sich die Situation vergegenwärtigen: die Russen hatten den Amerikanern gerade mit Sputnik I eine empfindliche Niederlage zugefügt. Die öffentliche US-Meinung kochte – und verlangte lautstark nach Wiederherstellung des angeknacksten Renommees als technologisch führende Nation.
 
In aller Eile wurde das Vanguard-Forschungsprogramm zur Satellitenentwicklung auf den ersten amerikanischen Versuch zu einem Satellitenstart getrimmt. Die Druckerschwärze von Artikeln, in denen berufene Presseexperten von sowjetischen Atomsprengköpfen unkten, die demnächst auf amerikanische Städte herabregnen würden, war noch nicht trocken – da legten die Sowjets die Latte auf eine neue Weltrekordhöhe während die Amerikaner noch ihre Schuhe suchten.
 
Sputnik I hatte Chruschtschow buchstäblich verschlafen, den propagandistischen Wert erst erkannt, nachdem amerikanische Zeitungen in großen Lettern die amerikanische Niederlage herausposaunten. Erst zwei Tage nach dem geglückten Sputnik-Start hatte er im Oktober 1957 richtig ins Horn gestoßen und die Amerikaner mit teils theatralischen, teils hohntriefenden Reden vor versammelter Genossenschar geärgert.
 
Sputnik II hingegen, hatte Chruschtschow höchstselbst bei Koroljew bestellt – als Sahnehäubchen auf den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Oktoberrevolution. Den wollten die Genossen am 7. November 1957 begehen. Mit den Worten "Wir hätten niemals gedacht, dass Sie einen Sputnik vor den Amerikanern starten würden. Aber Sie haben es geschafft. Nun starten Sie bitte etwas zum Jahrestag der Revolution in den Orbit." hatte Koroljew den Job bekommen. Erst am 10. oder 12. Oktober 1957 – keine vier Wochen vor dem Start – fiel die definitive Entscheidung, Sputnik II zum 40. Jahrestag zu starten.
 
Dabei hatte Koroljew eigentlich ganz andere Sorgen. Der große sowjetische Satellit – für den der erste Sputnik nur der Lückenbüßer gewesen war und der später als Sputnik III an den Start gehen sollte – entwickelte sich zum Alptraum der Planer. Verzögerungen über Verzögerungen, technische Probleme und bürokratischer Widerstand. Da sich der Starttermin für Sputnik II aus verständlichen Gründen nicht verschieben ließ, musste etwas aus dem Hemdsärmel gezogen werden, wollte man den "großen Vorsitzenden" nicht enttäuschen. (Und das unterließ man lieber; solche Enttäuschungen des Generalsekretärs endeten nur allzu leicht im sibirischen Winter.)
 
Für den Bau von Sputnik I hatten Koroljew und seine Mannen vier Wochen gebraucht. Dabei herausgekommen war eine 60 cm-Alukugel mit knapp 80 kg Gewicht. Sputnik II dagegen wiegt über 500 Kilogramm und ist gut vier Meter hoch – wird von Koroljews Team aber ebenfalls in weniger als vier Wochen realisiert.
 
Die Arbeiten an Sputnik II müssen abenteuerlich gewesen sein – Ingenieure holten Fertiges und Halbfertiges aus ihren Grabbelkisten, die Designer entwarfen Teile am Reißbrett, nur um danach den Mechanikern bei der Herstellung der soeben entworfenen Teile zu helfen. Natürlich kam ihnen dabei zustatten, dass es auf das Gewicht ihres Endprodukts nicht so ankam: die R-7 hatte Schub reichlich und konnte, dank ihrer Wurzeln als Interkontinentalrakete, sogar 5 Tonnen ohne Schwierigkeiten heben.
 
Dementsprechend sieht Sputnik II dann auch aus: Im Grunde zwei separate Satelliten, die unter einer windschnittigen, kegelförmigen Verkleidung zu einem Gebilde zusammenmontiert sind. Im oberen Teil sitzt eine komplett instrumentierte Sputnik I-Kugel - Überbleibsel von der Sputnik I-Entwicklung: Ein Duplikat mit einer abweichenden wissenschaftlichen Instrumentierung als das Original, ansonsten aber gleich dem bereits legendären Satellitenerstling. An Instrumenten enthält der Sputnik-Zwilling ein Röntgen- und ein UV-Spektrometer – Erbe von Sputnik I – sowie einen Radiosender. Sputnik II funkt auf den gleichen Frequenzen wie sein Vorgänger – das nun schon bekannte "teuflische Piepsen" auf 20 MHz.
 
Im unteren Teil sitzt der eigentliche Star von Sputnik II: Laika, das erste Lebewesen im All. Man sollte nun nicht davon ausgehen, dass schwarz maskierte Koroljew-Mitarbeiter des Nachts in Moskau einen streunenden Hund eingefangen, in ein abgedunkeltes Auto gezerrt und in den Weltraumdienst gepresst hätten, im Gegenteil: Laika ist eine Spezialistin, die für ihren Höhenflug aufwendig ausgebildet wurde. Die Russen verfolgten schon seit einigen Jahren ein Forschungsprogramm, bei dem mit Höhenraketen die Auswirkungen der Bedingungen in der Hochatmosphäre auf Lebewesen erforscht wurden – und diese Lebewesen sind Hunde.
 
Nur, dass die Höhenforschungshunde einen vergleichsweise geruhsamen Flug vor sich hatten und, sanft an Fallschirmen baumelnd, wieder auf den Boden zurückkehrten. Für Laika gibt es diese Chance nicht. Es existieren noch keinerlei Rückkehrsysteme und spätestens wenn der Sauerstoff an Bord aufgebraucht war, wird Laika ihr Leben für den Fortschritt geben müssen.
 
Laikas Kabine war beim Höhenforschungsprogramm ausgeborgt worden. Es ist in Anbetracht der Umstände fürstlich ausgestattet – es gibt Futter und Wasser, weltraumgerecht eingedickt –, in der Kabine ist genug Platz um, mit einem Geschirr gesichert, entspannt liegen oder stehen zu können. Ein einfaches Regenerationssystem bereitet die Atemluft auf, so dass für gut eine Woche Sauerstoff zur Verfügung steht. Ein Sensorenpaket überwacht Laikas biometrische Daten und funkt sie zur Erde. Es gibt sogar eine Fernsehkamera, mit deren Hilfe sich die Bodenkontrolle auch visuell davon überzeugen kann, dass es Laika gut geht.
 
Am 3. November 1957 schließlich ist es soweit: Start von Sputnik II – pünktlich zum Jahrestag der Oktoberrevolution. An der Spitze der R-7 steigt das Gefährt in den grauen Winterhimmel über Baikonur.
 
Ganz unerwartet kommt der Start von Sputnik II freilich nicht. Schon am 27. Oktober, gut eine Woche vor dem Start, hatte Radio Moskau gemeldet, das ein Satellit mit einem speziell trainierten Hund an Bord "in Kürze" starten würde. Im Anschluss an die Meldung gab es eine "Schalte" in das Labor, in dem die Hunde vorbereitet wurden – verbunden mit einem "Interview" mit einem der Hunde, der freudig in das Mikro des Radioreporters bellte.
 
Der Flug in den Orbit verläuft nach Plan. Nachdem die Umlaufbahn erreicht ist, wird die kegelförmige Nasenverkleidung abgeworfen. Im Gegensatz zu Sputnik I wird Sputnik II nicht von der letzten Raketestufe getrennt. In der oberen Raketenstufe steckt die notwendige Kontrollelektronik für Laikas Lebenserhaltungssysteme. Laika selbst übersteht den Flug recht gut – sie ist zwar aufgeregt, aber guter Dinge.
 
Es wird berichtet, dass Laika während des Fluges gefressen, getrunken und gebellt habe. Nach knapp einer Woche sind die Batterien an Bord erschöpft und Sputnik II stellt seinen Sendebetrieb ein. Berichten zufolge war Laika zu diesem Zeitpunkt bereits im Hundehimmel, sanft eingeschlafen ohne Schmerzen, als der Sauerstoffvorrat an Bord zur Neige ging.
 
Die Mission Sputnik II endete am 14. April 1958, als der Satellit nach 2.570 Erdumläufen in der Atmosphäre verglühte.
 
Was hat Sputnik II der Welt nun gegeben – abseits von der hysterischen Reaktion der amerikanischen Presse und einem sich erneut die Hände reibenden Chruschtschow? Laikas Schicksal hatte sicher nur wenige unberührt gelassen: Die einen mögen mit dem bedauernswerten Tier gelitten haben, das die Russen – trotz fehlender Rückholsysteme – schändlicherweise auf Nimmerwiedersehen in den Orbit geschossen hatten, und das dort oben sein Leben ausgehaucht hatte.
 
Nüchternere Beobachter jedoch erkannten einen deutlichen Fingerzeig auf den Kurs, den die russische Raumfahrt in nächster Zukunft einschlagen würde: Laika war der Minenhund, den sie vorschickten um festzustellen, ob lebende Organismen im Raum überleben können. Und Laika lieferte in treuer hündischer Pflichterfüllung die Antwort – sie können.
 
Um ein Haar wäre den Russen mit Sputnik II zudem eine wissenschaftliche Glanztat gelungen, die sich in der Erfolgsliste der jungen sowjetischen Raumfahrt gut gemacht hätte: Wie erwähnt, trug Sputnik II einige Geräte zur Messung energiereicher Strahlung. Der leitende Wissenschaftler dieser Experimente, Sergeij Vernow, weist in seinem wissenschaftlichen Missionsbericht einen rätselhaften Anstieg der Strahlungsintensität in 500 bis 700 Kilometern Höhe aus.
 
Wir wissen heute, dass die Erde von einem Strahlungsgürtel umgeben ist, der sich aus der heftigen Wechselwirkung zwischen Erdmagnetfeld und Sonnenwind ergibt. Erste Hinweise auf diese Zone wurden Ende Januar 1958 von den Amerikanern unter James Van Allen mit Explorer 1 entdeckt. Vorher war seine Existenz nur vermutet worden, doch gab es vor den ersten Satelliten keine Möglichkeit, die Strahlung vom Erdboden aus zu messen.
 
Heute wird der Strahlungsgürtel zu Ehren seines Entdeckers Van-Allen-Gürtel genannt. Sergei Vernow hatte schon elf Wochen vor Van Allen die Fährte des Strahlungsgürtels in seinen Messdaten – doch, wie so oft in der langen Geschichte wissenschaftlicher Entdeckungen, konnte der Erstentdecker die wahre Bedeutung seines Fundes nicht erkennen und die Entdeckung trägt den Namen eines anderen.
 
Was Laika anbelangt, so hat ihr Schicksal zumindest eins erreicht: Wir kennen heute, fünfundvierzig Jahre später immer noch ihren Namen und ihre Geschichte und das können in 5.000 Jahren Kulturgeschichte nur wenige Hunde für sich beanspruchen – für uns bleibt sie Laika, die "Weltraumhündin".
 
Quellen:
  - "Korolev, Sputnik, and The International Geophysical Year" Asif A. Siddiqi
  - "Vanguard - A History", Mc Laughlin Green, C., und Lomask, M., NASA-SP 4202, Washington D.C., 1970
  - "Korolev's Triple Play: Sputniks 1, 2, and 3," aus: James J. Harford, Korolev: "How One Man Masterminded the Soviet Drive to Beat America to the Moon"(John Wiley: New York, 1997).
  - "Sputnik and the Origins of the Space Age", Roger D. Launius
  - New York Times, Artikel vom 5. - 10.Oktober 1958
  - "Encyclopedia Aeronautica", Mark Wade, astronautix.com
  - Spacecraft Information "Sputnik 2", JSC/NSSDC
  - "Laika. The True Story of Laika the Dog", Anatoly Zak, Space.com, 3. November 1999
  - "Soviet Fires New Satellite", AP, 3. November 1957
 

 
 

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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Fünfte Stammbesatzung arbeitet sich ein
Nachdem die Endeavour am vergangen Samstag die International Space Station (ISS) und ihre dreiköpfige Besatzung verlassen hat, beginnt nun deren 4¼ Monate dauernder Aufenthalt in der Erdumlaufbahn. Kommandant Waleri Korsun und die Bordingenieure Sergej Trestschow und Peggy Whitson werden in dieser Zeit zwei unbemannte Progress-Transportraumschiffe sowie zwei Space Shuttles in Empfang nehmen. Weiterhin werden sie zwei Extra Vehicular Activities (EVAs) und 24 wissenschaftliche Experimente bis zu ihrer Rückkehr mit STS-113, die gegenwärtig für Mitte Oktober geplant ist, durchführen.
 
Im Verlauf dieser Woche aktivierte die fünfte Stammbesatzung technische Einrichtungen, begann mit wissenschaftlichen Experimenten und war hauptsächlich damit beschäftigt, die Versorgungsgüter und Ausrüstungsgegenstände auszupacken, die die Endeavour zur ISS gebracht hat. Weiterhin standen jeden Tag bis zu 1½ Stunden zur Verfügung um sich mit dem neuen Zuhause vertraut machen zu können. Dies wird während der ersten zwei Wochen nach dem Abdocken der Endeavour beibehalten.
 
Korsun und Trestschow begannen unterdessen damit, Abfälle und nicht länger benötigte Ausrüstungsgegenstände im unbemannten Versorgungsraumschiff Progress M1-8 zu verstauen. Das Abdocken von Progress M1-8 ist für nächste Woche geplant. Währenddessen laufen in Baikonur die Startvorbereitung für den nächsten Versorgungsflug, der Progress M-46 zur ISS bringen soll. Der Start ist für den 26. Juni geplant. Das Andocken an die ISS soll am 29. Juni erfolgen, während Progress M1-8 nach dem Abdocken am 25. Juni in der Erdatmosphäre verglühen soll.
 
Die wissenschaftlichen Aktivitäten der fünften Stammbesatzung richteten sich diese Woche vor allem auf das Aktivieren und Betreiben eines neuen Experimentes zur Leberzellenforschung. Die eingefrorenen Leberzellen wurden letzte Woche von der Endeavour zur ISS gebracht. Die Ergebnisse werden nach der Rückkehr der Proben mit der Mission STS-112 analysiert. Die menschlichen Leberzellen dienen dazu, Giftstoffe in weniger schädliche und wasserlöslichere Stoffe umzuwandeln. Das Experiment wird diese Funktionsweise menschlicher Leberzellen in der Mikrogravitationsumgebung der Raumstation untersuchen, wobei die Ergebnisse mit einem ähnlichen auf der Erde durchgeführten Experiment verglichen werden sollen.
 
Related Links:
Internationale Raumstation
 
 

 
 

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      Surftipp: Unternehmen Apollo von Clemens Mach 

Manfred Scherkamp widmet sich auf seiner Seite ganz dem Thema Apollo. Es sind Informationen über fast alle Missionen vorhanden, es sind auch Bücher zu den einzelnen Missionen angegeben, die man dann bei Amazon bestellen könnte. Weiterhin findet man die Namen aller Astronauten, die bei den Apollo-Missionen mitgewirkt haben. Außerdem kann man Informationen zu der Technik, also z. B. dem Mondfahrzeug, dem Raumanzug oder wissenschaftlichen Geräten, abrufen. Auch ein Gästebuch ist vorhanden und es kann per E-Mail Kontakt zum Webmaster aufgenommen werden.
 
Wer sich also näher über Apollo informieren möchte, hat hier die Möglichkeit dazu.
 

 
 

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      InDetail: Albedo von Michael Stein 

Die Albedo bezeichnet den prozentualen Anteil der einfallenden Strahlung, der von einem Himmelskörper reflektiert wird. Der Wert ist sehr stark von der Oberflächenbeschaffenheit beziehungsweise - sofern der Himmelskörper über ein Atmosphäre verfügt - von der Wolkendichte und -beschaffenheit abhängig. Die Albedo eines Himmelskörpers kann entweder als Prozentwert zwischen 0 und 100 Prozent oder aber als Dezimalwert zwischen 0 und 1 angegeben werden (was in der Astronomie häufiger der Fall ist). Die Erde verfügt über eine Albedo von 0,39, d.h. 39 Prozent des einfallenden Sonnenlichtes werden von der Erde wieder in den Weltraum abgestrahlt. Unser Nachbarplanet Venus verfügt aufgrund seiner geschlossenen Wolkendecke über einen sehr hohen Albedo von 0,59, während im Gegensatz dazu der Merkur nur einen Albedo von 0,12 aufweist.
 

 
 

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"In Space Newsletter" #030

Erscheinungsdatum:
22. Juni 2002
Auflage: 585 Exemplare
 
 
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Michael Stein
 
Schlussredaktion:
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