In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #033 vom 13. Juli 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"
Ausgabe #033


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Neue Antennen für Mars & Co.

> HotSpot:
Artemis ein Jahr im All

> History Special:
Projekt Vanguard (I)

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Gefälschte Mondlandung?

> InDetail:
Newton

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Michael Stein 

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
in Berlin macht an diesem Sonntag die DLR Space Tour 2002 am Potsdamer Platz Station. Mit einer Mischung aus Unterhaltung und Information soll versucht werden, vor allem das junge Publikum für Naturwissenschaft und Forschung zu interessieren. Angesichts sinkender Studentenzahlen und einer drastisch einbrechenden Geburtenrate sicher eine sinnvolle Aktion, wenn das hohe Niveau von Forschung und Wissenschaft in Deutschland gehalten werden soll.
 
Und doch ist es gleichzeitig mehr als fraglich, ob dadurch der immer größere Mangel an Neugier, unverbrauchten Ideen und neuen Herangehensweisen, der sich als eine Folge sinkender Geburtenraten für die Zukunft in unserer Gesellschaft abzeichnet, kompensiert werden kann (haben Sie gewusst, das heute in Deutschland rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche weniger als 1970 leben? [Quelle: Die Zeit v. 11.07.2002]). Vielleicht schauen Sie sich vor Ihrer nächsten Wahlentscheidung die Programme unserer Parteien ja auch einmal auf ihre Familien- und Jugendpolitik hin an - es gibt Stoiber und Schröder zum Trotz tatsächlich noch andere wichtige Themen als nur die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit...
 
Ich bin mir sicher, dass wir Ihnen auch angesichts des medialen Sommerlochs viel Lesenswertes im heutigen Newsletter präsentieren können. Stöbern Sie doch einfach in den Artikeln herum - vielleicht mit Hilfe eines Notebooks auf dem Balkon oder der Terrasse bei einem schönen Glas Eistee.
 
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
 

            Michael Stein
            Chefredakteur "Raumfahrer.net"
 
 

 
 

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Umfrage: Sollte die NASA in näherer Zukunft bei bemannten Flügen weiter auf ihre Space- Shuttle-Flotte setzen oder eher in einen Nachfolger des Space Shuttles investieren?

Space Shuttle
Nachfolger
 
      Updates / Umfrage

» Auf www.Raumcon.de, dem Forum für die Freunde und Fans der Raumfahrt tut sich wieder etwas. Wir möchten Sie diese Woche auf folgende interessante Diskussionsthemen aufmerksam machen:
 
+ "Space Shuttle" Konzept - veraltet?
Das "Space Shuttle"-Programm der NASA wird immer absurder... ==> mehr...
 
+ WWF Living Planet - Langsam wird es eng
Wenn alles so bleibt, ist unser Lebensraum auf der Erde in 50 Jahren am Ende... ==> mehr...
 
+ "Private" Missionen: Archimedes
Sind sparsame Missionen von nichtöffentlichen Trägern ein Stück zukünftiger Raumfahrtpolitik? ==> mehr...
 
+ IAF-Kongress 2002
Für den IAF Kongress 2002 wurde innerhalb der Raumcon ein Forum eingerichtet, welches den Teilnehmern als Plattform dienen soll. ==> mehr...
 
 
» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

• Mehr als 100 Planeten entdeckt   <mehr>
• Virtueller Wetterspäher im ESOC   <mehr>
• Risse in allen Shuttles   <mehr>
• Großbritannien wird 10. Mitglied der ESO   <mehr>
• Eisenhaltiger Quasar irritiert Astrophysiker   <mehr>
• Zwei neue Erdbeobachtungs-Satelliten zum besseren Verständnis der Erde   <mehr>
• Buntes Feuerwerk krönt das Leben eines Sterns   <mehr>
 
 
» Mehr als 100 Planeten entdeckt
13. Juli 2002 - Die Suche nach neuen Welten erreichte in dieser Woche einen Meilenstein, als der 100. Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde.
 
Die neusten Planeten besitzen die geringste Masse aller extrasolaren Planeten, die jemals entdeckt wurden. Der 101. Planet, ein Begleiter des Sterns HD 76700, ist 0,69-mal so schwer wie Saturn und besitzt einen kreisförmigen Orbit mit einer Umlaufzeit von nur vier Tagen. Dieser Planet wurde, wie auch der Riesenplanet HD 2039 b, von einem internationalen Team am anglo-australischen Teleskop entdeckt. Beide Planeten sind Gasriesen und somit nicht in der Lage Leben entstehen zu lassen, wie wir es kennen.
 
Die Entdeckungen gehören zu den angekündigten 15 neuen Planeten. Unter den unter Beobachtung stehenden Systemen ist auch eines, das sehr dem unseren ähnelt: Ein Jupiter-ähnlicher Planet umkreist hier einen Sonnen-ähnlichen Stern in einem ähnlichen Abstand wie in unserem Sonnensystem der Jupiter die Sonne umkreist.
 
Der Katalog von neuen Planeten wächst so schnell, da mehr als ein Dutzend Wissenschaftler-Teams weltweit weiterhin neue extrasolare Planeten mithilfe der Bewegungen der Sterne nachzuweisen versuchen.
 
Zukünftige Missionen des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) wie das Keck Interferometer, die Space Interferometry-Mission und der Terrestrial Planet Finder lassen außerdem die Entdeckung vieler neuer Planetensysteme zu sowie die ersten direkten Aufnahmen von ihnen. Mehr zu diesem Thema können Sie in unserem HotSpot über die Suche nach extrasolaren Planeten lesen.
(ku - Quelle: NASA)

 
» Virtueller Wetterspäher im ESOC
12. Juli 2002 - Auch in Zukunft keine Chance für den Frosch im Glas.
 
Im Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt trainieren Spezialisten der ESA zusammen mit Kollegen von EUMETSAT und Alcatel den Start und die Inbetriebnahme des Hightech-Wettersatelliten MSG-1 in aufwendigen Simulationen unter Einschluss aller nur denkbarer Not- und Ausfälle. Hinter MSG-1 verbirgt sich das erste Exemplar einer neuen Generation europäischer Wettersatelliten, der METEOSAT Second Generation. Die hoch entwickelte Wetter-Spürnase soll im August mit einer Ariane 5-Rakete von Französisch-Guayana in die geostationäre Umlaufbahn um die Erde gebracht werden.
 
Bereits seit 1989 betreibt Europa unter dem Namen METEOSAT ein operationelles System geostationärer Wettersatelliten, das von der ESA entwickelt und in den neunziger Jahren an die für den Betrieb zuständige Organisation EUMETSAT ("European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites") übergeben wurde. Die Satelliten liefern alle 30 Minuten je ein Bild in drei verschiedenen Spektralkanälen. So entstehen Aufnahmen und Datensätze im sichtbaren, infraroten sowie im Wasserdampfbereich, aus denen die Meteorologen wichtige Primärinformationen für ihre Wettervorhersagen ableiten. Da die geostationären Raumflugkörper scheinbar über einem Punkt des Erdäquators "stillstehen", werden immer vom selben Teil der Erdoberfläche die Aufnahmen gewonnen. So lassen sich auch über lange Zeit wertvolle statistische Informationen zur Wetterentwicklung in bestimmten Gebieten erfassen. Den Meteorologen genügt das nicht mehr. Ihr Hunger nach immer mehr Informationen in immer kürzeren Zeiträumen ist kaum zu stillen. Deshalb bereiten ESA und EUMETSAT eine neue Generation Wetterspäher vor, die METEOSAT Second Generation (MSG). Im August soll der erste von drei geplanten MSG-Satelliten in die geostationäre Umlaufbahn befördert werden. Wenn MSG-1 seinen Dienst aufnimmt, wird er weltweit der modernste Wettersatellit mit der ausgefeiltesten Technik sein.
(la - Quelle: ESA)

 
» Risse in allen Shuttles
12. Juli 2002 - Die NASA-Flugpläne sind nun durch Entdeckung von Rissen in der gesamten Raumfähre-Flotte der NASA gefährdet.
 
Nach der Entdeckung von feinen Rissen an den Fähren Atlantis, Discovery und Columbia wurden nun auch am Shuttle Endeavour feine Risse entdeckt. Nächste Woche will die NASA entscheiden, wie der nächste Flugplan aussehen soll. Wie vorerst angenommen, traten die Risse nicht in Hochdruck-Leitungen auf. Die Forschungsmission der Raumfähre Columbia, die ursprünglich am 19. Juli starten sollte, wird aufgrund der entdeckten Risse um mehrere Wochen verschoben.
 
Somit bleibt für die Techniker der NASA genügend Zeit, die Raumfähre Atlantis für den Start zur ISS Ende August vorzubereiten. An diesem Freitag, dem 12.07.2002 erwartet man eine Erklärung vom Flugmanager zu der Lage.
(la - Quelle: NASA)

 
» Großbritannien wird 10. Mitglied der ESO
11. Juli 2002 - Großbritannien ist am 8. Juli 2002 dem European Southern Observatory (ESO) beigetreten, was von allen Beteiligten als Stärkung dieser erfolgreichen europäischen Forschungsorganisation mit Sitz in Garching bei München begrüßt wurde.
 
Durch den Beitritt können britische Astronomen nun ebenfalls die verschiedenen Beobachtungs- und Forschungseinrichtungen der ESO nutzen. Diese europäische Organisation betreibt verschiedene Observatorien, deren Leistungsfähigkeit teilweise die Weltspitze definieren. Die beiden wichtigsten Einrichtungen sind das aus vier 8,2 m- und mehreren 1,8 m-Teleskopen bestehende Very Large Telescope (VLT) im Norden der Atacama-Wüste in Chile und das aus zwei 4 m- und mehreren kleineren Teleskopen bestehende La Silla Observatory weiter südlich.
 
Außer der Nutzung bestehender Ressourcen wird Großbritannien durch seinen Beitritt zur ESO auch an der Planung und Realisierung kommender Projekte beteiligt werden. Dazu gehören vor allem das Atacama Large Millimetre Array (ALMA), ein ebenfalls in Chile geplantes Netzwerk aus 64 Zwölf-Meter-Teleskopen, oder das zurzeit im Konzeptstadium befindliche gigantische 100-Meter-Teleskop Overwhelmingly Large Telescope (OWL), das einmal den Hubble-Nachfolger Next Generation Space Telescope (NGST) im optischen und nahen infraroten Bereich ergänzen soll.
 
Der britische Minister für Wissenschaft und Innovation, Lord Sainsbury, sagte anlässlich des britischen ESO-Beitritts: "Ich bin sicher, dass ich für die gesamte britische astronomische Gemeinde spreche wenn ich sage, wie sehr wir uns auf die Teilname an ESO und die Nutzung der Vorteile ihrer fantastischen Einrichtungen freuen. Ich hoffe sehr, dass die britische Teilnahme zu einer Stärkung der ESO führen und ihre Möglichkeiten zur astronomischen Forschung erweitern wird." Die amtierende Generaldirektorin der ESO, Dr. Catherine Cesarsky, ergänzte, sie sei "erfreut, dass Großbritannien unserer Organisation beitritt. Als das ESO vor fast 40 Jahren gegründet wurde plante Großbritannien eigene Einrichtungen und entschied sich, nicht beizutreten. Die beeindruckenden wissenschaftlichen und technologischen Fortschritte seit dieser Zeit in Verbindung mit dem Auftreten des ESO als wichtigstem Teilnehmer der europäischen Forschungsszene haben unsere britischen Kollegen von den großen Vorteilen überzeugt, die ein gemeinsames Auftreten Europas in der Astronomie durch das ESO hat."
 
Das European Southern Observatory (ESO) wurde 1962 gegründet, um "ein astronomisches Observatorium in der südlichen Hemisphäre aufzubauen und zu betreiben". Vor dem Beitritt Großbritanniens waren bereits Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Portugal, Schweden und die Schweiz Mitglieder dieser Organisation. Wahrscheinlich wird Großbritannien nicht das letzte Land gewesen sein, das an diesem extrem erfolgreichen Beispiel europäischer Zusammenarbeit teilhaben möchte.
(ms - Quelle: ESO)

 
» Eisenhaltiger Quasar irritiert Astrophysiker
11. Juli 2002 - Bei der Analyse von Röntgenstrahlen eines 13,5 Milliarden Jahre alten Quasars, die das europäische Weltraum-Teleskop XMM-Newton aufgefangen hat, ist Eisen in unvermutet hoher Konzentration entdeckt worden, was entweder auf ein höheres Alter unseres Universums als bisher angenommen oder aber auf noch unbekannte eisenerzeugende Prozesse schließen lässt.
 
Der Quasar APM 08279+5255 befindet sich 13,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und ist aus dieser enormen Entfernung nur deshalb noch sichtbar, weil er einer der leuchtkräftigsten Objekte im Universum ist. Diese junge Galaxie strahlt mehr als eine Billiarde Mal soviel Energie in den Weltraum ab wie unsere Sonne, erzeugt größtenteils beim Sturz von riesigen Materiemengen in ein gigantisches Schwarzes Loch, das sich im Zentrum von APM 08279+5255 befindet. Das Schwarze Loch selbst emittiert dabei natürlich keine Energie, vielmehr registriert XMM-Newton die Röntgenstrahlung, die durch die Aufheizung der in das Schwarze Loch stürzenden Materie von ihr abgestrahlt wird. (Mittlerweile nimmt man übrigens an, dass ein großer Teil der Materie zumindest bei Schwarzen Löchern solcher Dimension gar nicht bis in die Singularität hineingezogen wird, sondern durch den Strahlungsdruck vor Erreichen des so genannten "Ereignishorizonts" wieder nach außen gedrückt wird.)
 
Die Entfernung des Quasars zur Erde wurde mit Hilfe der so genannten "Rotverschiebung" bestimmt: Je weiter ein Objekt von uns entfernt ist, umso stärker ist die Wellenlänge der von ihm ausgesandten Strahlung durch die Expansion des Weltalls gedehnt. Oder anders formuliert: Je weiter ein Objekt von uns entfernt ist, umso schneller entfernt es sich von uns. Im Bereich des sichtbaren Lichts führt dieser Effekt der Verschiebung in Richtung des längerwelligen Bereichs zu einer Veränderung der wahrgenommenen Farben in Richtung des roten Endes des Farbspektrums - daher die Bezeichnung "Rotverschiebung".
 
Eine Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München hat nun bei der Analyse der aufgefangenen Röntgenstrahlung anteilmäßig drei Mal soviel Eisen in den Materiewolken im Zentrum des Quasars wie in unserem Sonnensystem entdeckt. Erstaunlich wird diese Entdeckung dann, wenn man die Umstände berücksichtigt, unter denen Eisen nach den bisher gültigen Theorien entsteht: Wie alle anderen Elemente außer Wasserstoff und Helium auch wird es im Inneren von Sternen durch Fusionsprozesse erzeugt, bei denen sich leichtere Elemente zu schwereren Elementen verbinden. Wenn ein Stern dann seine Existenz in einer Supernova-Explosion beendet, schleudert er einen Großteil der bis dahin erzeugten schweren Elemente in den Weltraum hinaus - unser gesamtes Planetensystem und nicht zuletzt die Elemente, aus denen wir selbst bestehen, sind also im Inneren früher Sterne entstanden. Stimmt diese Theorie, dann sollte natürlich in der Frühzeit des Kosmos deutlich weniger von schweren Elemente wie Eisen vorhanden sein als heute, rund 15 Milliarden Jahre nach dem "Big Bang" und unzählige Supernova-Explosionen später.
 
Der nun beobachtete Quasar jedoch liegt nicht nur unvorstellbar weit von uns entfernt, die heute von den Garchinger Wissenschaftlern untersuchte Röntgenstrahlung ist auch vor unvorstellbar langer Zeit entstanden, nämlich vor 13,5 Milliarden Jahren: da nichts schneller als mit Lichtgeschwindigkeit durch das Universum eilen kann, hat auch die durch den 13,5 Milliarden Lichtjahre entfernten Quasar APM 08279+5255 erzeugte Röntgenstrahlung entsprechend lange gebraucht, um die Distanz bis zur Erde zurückzulegen. Und genau dies ist das Rätselhafte: Zu einer Zeit also, wo das Universum nach bisherigen Annahmen gerade einmal 1,5 Milliarden Jahre alt war, findet sich in dem beobachteten Quasar deutlich mehr Eisen als heute - andere schwere Elemente (um das Ganze noch rätselhafter zu machen) wurden im Spektrum von APM 08279+5255 übrigens nicht gefunden.
 
Die Wissenschaftler bieten für ihr Analyseergebnis nun zwei mögliche Erklärungen an: Entweder ist das Universum deutlich älter als bisher angenommen, so dass natürlich auch entsprechend mehr schwere Elemente wie Eisen in unzähligen Sternen "erbrütet" und bei Supernova-Explosionen in das Weltall hinausgeschleudert werden konnten, oder aber es gibt noch einen anderen, den Astronomen bisher vollkommen unbekannten Prozess, bei dem Eisen erzeugt wird. Wie dieser mysteriöse Prozess aussehen soll, ist zurzeit aber noch ein Rätsel. Während heute mit XMM-Newton nur ganz wenige, besonders helle Einzelobjekte wie APM 08279+5255 studiert werden können, hoffen die Wissenschaftler mit XEUS, dem künftigen großen Röntgenobservatorium der ESA, routinemäßige "Röntgen-Reihen-Untersuchungen" an vielen schwächeren Objekten vorzunehmen und damit die hier aufgeworfenen Fragen zu beantworten.
(ms - Quelle: MPI für extraterrestrische Physik)

 
» Zwei neue Erdbeobachtungs-Satelliten zum besseren Verständnis der Erde
10. Juli 2002 - Die PATHFINDER-Missionen sollen für das Verständnis der globalen Erwärmung wichtig sein.
 
Die NASA plant zwei weitere Erdbeobachtungsmissionen um das Verständnis von unserem Heimatplaneten zu verbessern. Diese Missionen werden geleitet von NASAs Jet Propulsion Laboratory, in Zusammenarbeit mit Universitäten, industriellen Teilnehmern und anderen NASA-Zentren.
 
Das Orbiting Carbon Observatory ("Orbitales Kohlenstoff-Observatorium") soll ein besseres Verständnis des Kohlenstoff-Kreislaufs auf der Erde ermöglichen. Hierbei werden globale Messungen des Anteils von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre vorgenommen, um die Veränderungen und Verteilung des CO2 festzustellen. Diese könnten sich als äußerst wichtig erweisen, um die Gefahren die durch die globale Erwärmung verursacht werden besser zu verstehen und sie so einzudämmen. Wichtig sind dabei die Kohlenstoff-Verbraucher, also Pflanzen, die momentan die Hälfte unserer Kohlenstoffproduktion absorbieren.
 
Die andere PATHFINDER-Mission, AQUARIUS, ist ebenso wichtig für die Erforschung der globalen Erwärmung. Sie wird die erste weltweite Karte der Salzkonzentration in den Meeren erstellen, welche den Wasserkreislauf und somit das Wetter auf der Erde maßgeblich bestimmt. In den 3 Jahren Missiondauer von AQUARIUS wird der Satellit monatlich diese Karten erstellen.
 
"Wir sind begeistert bei diesen Missionen, die beide eine noch nie dagewesene Vermessung vornehmen, beteiligt zu sein", versichert Dr. Diane Evans, Direktorin des für Erderforschung zuständigen Direktoriums des JPL. "Beide werden fundamentale Fragen zu der Veränderung unseres Planeten beantworten."
(jg - Quelle: NASA)

 
» Buntes Feuerwerk krönt das Leben eines Sterns
08. Juli 2002 - Hintergründe über Cassiopeia A.
 
Glühende gasförmige Ausläufer von Rotem, von Weißem und Blau - sowie Grünes und Rosafarbenes - beleuchten den Himmel wie das Feuerwerk des 4. Julis. Die bunten Ausläufer, die über den Himmel in diesem Foto schwimmen, aufgenommen durch NASAs Hubble-Weltraumteleskop, wurden durch den größten Feuerwerkskörper des Universums, die gewaltige Supernovaexplosion eines massiven Sternes hergestellt. Das Licht des explodierenden Sterns erreichte die Erde vor 320 Jahren, fast ein Jahrhundert bevor die Vereinigten Staaten ihre Geburt mit einem Knall feierten. Die zerkleinerten Überreste des toten Sternes werden Cassiopeia A oder kurz "Cas A" genannt.
 
Cas A ist der jüngste bekannte Supernovarest unserer Milchstrassen-Galaxie und liegt 10.000 Lichtjahre weg in der Konstellation Cassiopeia, also explodierte der Stern wirklich 10.000 Jahre bevor das Licht die Erde am Ende des 17. Jahrhunderts erreichte.
(sr - Quelle: Hubble-Internetsite)

 

 
 

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      Space Focus: Neue Antennen für Mars & Co. von Michael Stein 

Die kommenden beiden Jahre werden aufregende Zeiten in der Geschichte der Planetenforschung werden: Gleich eine ganze Flotte von Raumsonden wird sich Mitte 2003 auf den Weg zum Mars machen. Doch wenn dann ein halbes Jahr später Mars Express, die Mars Exploration Rover 1 & 2 und der japanische Mars-Orbiter Nozomi bei unserem Nachbarplaneten eintreffen droht ein Stau auf den intrasolaren Datenautobahnen, wie es ihn bisher noch nicht gegeben hat. Zu allem Überfluss werden ungefähr zur gleichen Zeit auch die beiden amerikanischen Kometensonden Contour und Stardust ihre Ziele erreichen, und natürlich gibt es noch einige andere interplanetare Raumsonden, die regelmäßig Datenübertragungskapazitäten benötigen - es wird also eng.
 
Immerhin aber handelt es sich um ein vorhersehbares Problem, bei dem sowohl das Ausmaß wie auch der Zeitpunkt des Auftretens bekannt sind, so dass rechtzeitig genug Abhilfe geschaffen werden kann. Die beiden großen Raumfahrtagenturen ESA und NASA sind dabei, ihre Deep Space-Kommunikationsnetzwerke auszubauen, so dass der Erfolg der kommenden Missionen nicht durch Engpässe bei der Datenübermittlung gefährdet sein sollte.
 
Grundlegende Aufgaben und Eigenschaften
Beiden Kommunikationsnetzwerken sind die wesentlichen Aufgaben gemein: Empfang von Telemetriedaten, die Auskunft über den Zustand des Raumfahrzeugs und seiner Instrumente geben; Empfang von wissenschaftlichen Daten und Aufnahmen; Übermittlung von Befehlen und Software-Updates zum Raumfahrzeug; Verfolgung des Raumfahrzeugs und Ermittlung seiner Geschwindigkeit. Für diesen Zweck stehen Bodenstationen bereit, die oft gleich mit mehreren steuerbaren, parabolischen Reflektorantennen ("Antennen-Schüsseln") mit Durchmessern bis zu 70 m ausgestattet sind. Die Entfernungen von mehreren Milliarden Kilometern, die beispielsweise bei der Kommunikation mit Raumsonden jenseits des Asteroidengürtels überbrückt werden müssen, erfordern dabei gleichermaßen hochempfindliche wie hochgenau ausrichtbare Antennen.
 
Über diese Kernaufgaben hinaus können durch Auswertung der Veränderungen, die Radiosignale auf ihrem Weg von und zu den Raumsonden erfahren, auch wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden. So werden Radiosignale von Raumsonden auf ihrem Weg zur Erde beispielsweise in spezifischer Weise verändert, wenn sie dabei die Atmosphäre anderer Planeten durchqueren, was dann Rückschlüsse auf einige Eigenschaften der durchlaufenen Atmosphärenschichten zulässt. Ein anderes Beispiel für solche wissenschaftlichen Erkenntnisse sind Informationen über das interplanetare Plasma in unserem Sonnensystem, die sich durch die Analyse der empfangenen Radiosignale gewinnen lassen.
 
Das ESTRACK-Netzwerk der ESA
Das Kommunikationsnetzwerk der europäischen Raumfahrtagentur ESA war bisher nur dafür ausgelegt, die Verbindung mit Satelliten in Erdumlaufbahnen sicherzustellen. Darüber hinaus haben die verschiedenen Bodenstationen auch die Verfolgung von Trägerraketen und Satelliten nach dem Start von dem europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) bis zum Eintritt in den jeweiligen (Transfer-) Orbit übernommen (die so genannte Launch and Early Orbit Phase [LEOP]). Das ESTRACK-Netzwerk besteht aus sieben stationären Bodenstationen auf vier Kontinenten sowie einer mobilen Bodenstation, die mit einem eigenen Diesel-Stromaggregat ausgestattet ist und in sechs Standard-Containern zu ihrem Einsatzort transportiert werden kann, wo sie dann der Datenkommunikation mit Satelliten während der LEOP sowie in niedrigen Erdorbits dient. Die Bodenstationen sind teilweise mit mehreren Antennen bis zu 15 m Durchmesser ausgestattet.
 
Um die Kommunikation mit Erdbeobachtungssatelliten wie ENVISAT oder ERS-2 während ihres Fluges über die Nordpolar-Region zu ermöglichen ist darüber hinaus eine Sende- und Empfangsantenne der norwegischen Bodenstation Svalbard Satellite Station auf der Insel Spitzbergen von der ESA angemietet worden (alle übrigen Bodenstationen hingegen sind Eigentum der ESA).
 
Um zukünftig nicht vollkommen auf amerikanische Infrastruktur angewiesen zu sein und den in den kommenden Jahren drohenden Engpass bei der Kommunikation mit interplanetaren Raumsonden zu umgehen ist vor kurzem die erste Bodenstation der ESA fertig gestellt worden, die speziell mit Raumfahrzeugen jenseits der Mondumlaufbahn Kontakt halten soll. Die Bodenstation New Norcia liegt 140 km nördlich von Perth (Australien) und ist mit einer 35 m-Antenne ausgestattet. Wie alle anderen Stationen des ESTRACK-Netzwerks auch ist sie mit dem European Space Operation Centre (ESOC) in Darmstadt verbunden, von dem aus die Kontrolle der Satelliten und Raumsonden erfolgt. Die ersten "Kunden" der neuen Bodenstation werden die Kometensonde Rosetta sowie die Marssonde Mars Express mitsamt des Landers Beagle 2 sein.
 
Das Deep Space Network der NASA
Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA unterhält bereits seit Jahrzehnten ein weltweites Kommunikationsnetzwerk, um mit ihren Raumsonden jenseits des Erde-Mond-Systems Kontakt zu halten. Das Deep Space Network besteht aus drei Bodenstationen in Goldstone (Kalifornien), bei Madrid (Spanien) und bei Canberra (Australien). Die drei Stationen sind so angeordnet, dass sie jeweils etwa 120 Längengrade voneinander entfernt sind, wodurch die NASA trotz der Erdrotation permanent Kontakt zu jeder beliebigen Raumsonde halten kann, indem die Kommunikation im Tagesablauf von Station zu Station "weitergegeben" wird. Die gigantischen 70 m-Antennen werden nicht nur zur Kommunikation mit Raumsonden wie Pioneer und Voyager, die sich teilweise schon weiter als Pluto von der Sonne entfernt haben, sondern auch für radioastronomische Forschungsvorhaben genutzt.
 
Jede der drei Bodenstationen verfügt über eine 70 m-, zwei 34 m- und eine 26 m-Antenne. Goldstone nahm als älteste Bodenstation der NASA bereits am 6. Dezember 1958 seine Arbeit mit einer Antennenschüssel auf, die für die Kommunikation mit der Raumsonde Pioneer 3 errichtet worden war. Außer der üblichen "Standardausstattung" verfügt diese Bodenstation über zwei weitere 34 m-Antennen für die Kommunikation mit interplanetaren Sonden sowie einer Antenne für Forschungszwecke. Die Bodenstation Madrid wird zurzeit um eine weitere 34 m-Antenne erweitert, um den steigenden Datenübertragungsanforderungen (die bereits jetzt nicht vollständig erfüllt werden können) gerecht zu werden.
 
Die Feuerprobe 2003/04
Wie zu Beginn erwähnt steht den Deep Space-Kommunikationsnetzwerken von ESA und NASA in den Jahren 2003/04 eine regelrechte Feuerprobe bevor, bei der man allen Beteiligten nur wünschen kann, dass keine größeren Störungen innerhalb der beiden Kommunikationsnetzwerke auftreten werden. Immerhin arbeiten ESA und NASA insoweit zusammen, als sie sich gegenseitig bei Bedarf unterstützen und Daten von einem Netzwerk in das andere weiterleiten können, was sogar bis auf die Ebene der Raumsonden reicht: So kann beispielsweise Mars Express Daten der amerikanischen Mars Rover empfangen und zur Erde weiterleiten. Dem Stand der mittel- und langfristigen Planungen beider Raumfahrtagenturen nach wird auch in der ferneren Zukunft den Bodenstationen der Deep Space-Netzwerke die Arbeit wohl nicht ausgehen.
 

 
 

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      HotSpot: Artemis ein Jahr im All von Karl Urban 

Überblick
Der europäische Satellit Artemis startete am 12. Juli 2001 an der Spitze der neusten Trägerrakete Europas, der Ariane 5. Nach einem misslungenen Jungfernflug dieser Rakete war bisher kein Start fehlgeschlagen. Umso schockierter waren die Verantwortlichen für Artemis, als dieser aufgrund eines Fehlers in der letzten Stufe des Trägers gerade einmal die Hälfte seiner angestrebten Bahnhöhe erreichte. Der Satellit sollte eine wichtige Rolle bei der Datenübertragung vieler anderer Satellitenprojekte spielen - und diese Mission war nun ernsthaft gefährdet.
 
Rettung
Schnell nach dem bekannt werden des Fehlers beim Start bildeten ESA und die Industrie ein Spezialisten-Team, das versuchen sollte, Artemis zu retten. Bereits wenige Tage nach dem Start konnte der verbliebene konventionelle Treibstoff dazu genutzt werden, den Satelliten von 17.000 Kilometern Höhe auf eine kreisförmige Bahn auf 31.000 Kilometern Höhe zu befördern. Die angestrebte Höhe von 35.853 Kilometern lag damit aber noch immer in weiter Ferne.
 
Wie viele neuere Satelliten wurde auch Artemis mit einem Ionentriebwerk für Bahnkorrekturen ausgestattet. Dieser Antrieb ist aufgrund der geringen Schubkraft eher ungeeignet, die Bahnhöhe eines Satelliten um über 4.000 Kilometer zu verändern.
Trotzdem entwickelte das Artemis-Expertenteam Strategien, die das Raumfahrzeug mithilfe des Ionentriebwerks retten sollten. Dafür war es notwendig, völlig neue Bahn- und Flugkontrollverfahren zu entwickeln. Zudem mussten für die Steuerung des Ionentriebwerks völlig andersartige Fernsteuerungs-, Telemetrie- und weitere Daten verarbeitet werden. Bisher wurde ein solches Verfahren noch nie auf einem Nachrichten-Satelliten angewendet. Insgesamt 20 Prozent der Kontrollsoftware von Artemis mussten dafür komplett umprogrammiert werden. Auch dies wurde vorher noch an keinem Nachrichten-Satelliten vorgenommen.
 
Ende Dezember 2001 begann man nach Abschluss der Programmierung der neuen Software mit deren Validierung im Simulator. Am 19. Februar 2002 begann schließlich das Bahnhebungsmanöver mit den vier Ionentriebwerken von Artemis. Bis heute konnte der Satellit 1.500 Kilometer an Höhe gewinnen - das entspricht 15 Kilometern pro Tag, obwohl das Ionentriebwerk nur 15 Millinewton Schub liefert. Es dauert voraussichtlich noch etwa 200 Tage, bis Artemis seine geostationäre Zielbahn erreicht hat. Somit dürfte er Anfang 2003 voll einsatzbereit sein.
 
Erste Erfolge
Neben dem neuen Ionentriebwerk ist Artemis mit noch einem anderen revolutionären System ausgestattet. Der Satellit soll unter anderem als Relais-Station bei der Datenübertragung vom Erdbeobachtungs-Satelliten Spot 4 dienen. SILEX heißt das neue Laser-Übertragungssystem. Dabei richtet der tiefer fliegende Forschungssatellit einen Laser auf den tausende Kilometer höher fliegenden Artemis, der aufgrund seiner fast geostationären Bahn die über den Laser übertragenden Daten ins Kontrollzentrum weiterleiten kann (wir berichteten im InSpace Newsletter #001). Die Übertragung mithilfe des völlig neuartigen Systems war ein voller Erfolg.
 
Fazit
Aufgrund eines sehr flexiblen Missionskonzeptes war es vom Boden aus möglich, Artemis in Richtung seiner Zielbahn zu schicken, obwohl ihn anfänglich über 17.000 Kilometer davon trennten. Die ESA und die europäische Raumfahrtindustrie haben damit gezeigt, dass sie in der Lage sind, eine Notsituation zu meistern. Dies ist nach wie vor in der bemannten wie unbemannten Raumfahrt eine der wichtigsten Voraussetzungen.
 
Related Links:
Artemis-Rettungs-Homepage
Artemis: Kommunikation in Bewegung
HotSpot-Archiv
 

 
 

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      History Special: Projekt Vanguard (I) von Lutz Growalt 

... der "Prügelknabe für den verletzten amerikanischen Stolz"   
(Don Markarian, Projektingenieur)   

Als im Oktober 1957 der erste sowjetische Satellit "Sputnik I" in die Erdumlaufbahn geht, stehen die Amerikaner mit heruntergelassenen Hosen da. Für die amerikanische Öffentlichkeit sind es weit mehr als ein paar Dutzend Pfund Leichtmetall, die da über ihren Köpfen ihre Bahn um den Globus ziehen: die Sowjetunion hat sich erdreistet, sich für jedermann sichtbar buchstäblich über die USA zu erheben – und die freie Welt hat dem offenbar nichts entgegenzusetzen. Die öffentliche Meinung der USA pocht auf die Wiederherstellung des ramponierten amerikanischen Prestiges vor der Weltöffentlichkeit. Ein Kandidat ist schnell gefunden: "Vanguard" soll es richten, am 6. Dezember 1957.
 
6. Dezember 1957, ein bitterkalter Morgen am Cape Canaveral. Trotz Florida liegen die Temperaturen am Gefrierpunkt. Ein kalter Wind weht vom Atlantik herein. Nach zwei Tagen mit Verzögerungen und Abbrüchen des Countdowns steht sie nun frei auf der Rampe – Vanguard TV-3. Ein schlankes, graziles Gefährt mit schmalen, schnittigen Steuerflossen, schwarzweiß lackiert, die dunkle, lang gezogene Nase hebt sich scharf gegen den grauen Winterhimmel ab. Um Viertel vor Zwölf ist es so weit: T -60, noch eine Minute bis zum Start. Bis zuletzt Zittern, ob der Wind nicht doch einen Abbruch erforderlich macht. Die Windgeschwindigkeiten sind hart am Limit. 45 Sekunden vor dem Start werden die elektrischen Verbindungen gekappt, die Kontrollen stehen auf "intern", die Rakete ist scharf.
 
Der Wind weht mittlerweile in Böen so stark, dass eigentlich abgebrochen werden müsste. Doch der Leitende zuckt die Achseln und lässt weiterlaufen. Bei T -1 wird das Kommando zur Zündung gegeben. Am Heck der Rakete kleine Funken – Zündung erfolgreich. Mit einem ohrenbetäubenden Brüllen startet das Triebwerk, kommt auf Leistung. Flammen züngeln aus dem Heck, stabilisieren sich zu einem scharfen Strom. Langsam setzt sich die Rakete nach oben in Bewegung.
 
"Such a Flopnik!"
Um 11:44,559 Uhr, nach zwei Sekunden, die Katastrophe: Am Heck der Rakete schießt hellweißer Rauch in einer sich schnell vergrößernden, dichten Wolke nach außen. Kraftstoffverlust! Die eben noch steigende Rakete wird langsamer, hält kurz inne, neigt sich leicht zur Seite und sinkt zurück. Die Spitze mit dem Satelliten bricht weg. Mit einem meilenweit hörbaren Grollen fällt die Rakete aus knapp einem Meter Höhe auf die Startrampe, kracht in die Startstruktur und fällt schließlich zur Seite. In einem riesigen Feuerball explodieren Tonnen von leichtentzündlichem Alkohol, eine große schwarze Rauchwolke steht in der Luft. Endlich setzt die Flutungsanlage den Startplatz unter Wasser und löscht so die Flammen. Nachdem der Fehlschlag in das Bewusstsein der Startmannschaft gedrungen ist, wendet sich der Leitende im Blockhaus mit den Worten "O.K., räumen wir auf. Machen wir die nächste Rakete startbereit" von der Szenerie ab.
 
Die versammelte Presse, bereit zur Berichterstattung über den ersten amerikanischen Satellitenflug, sieht die Sache nicht ganz so nüchtern. In den folgenden Tagen ist in amerikanischen Zeitungen von einem "Angriff auf das amerikanische Prestige" und der "größten Erniedrigung", verursacht durch das Projekt Vanguard zu lesen. Das Ganze schaukelt sich hoch, die Leute des Vanguard-Projekts werden in die Nähe von Vaterlandsverrätern gerückt und das Bild von der in einer Explosionswolke zu Boden fallenden Rakete wird zum Sinnbild für das Scheitern der amerikanischen Bemühungen um einen Satelliten im Erdorbit hochstilisiert. Vanguard-Beteiligte werden von ihren Landsleuten gemieden. Ein Senatsausschuss tritt zusammen und führt Ermittlungen durch.
 
Wie konnte es soweit kommen?
Das Projekt Vanguard hatte seine Wurzeln in der wissenschaftlichen Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Erforschung der oberen Atmosphäre hoch im Kurs. Man untersuchte die Eigenschaften des Bereichs, in dem die Erdatmosphäre allmählich in den freien Weltraum übergeht. Man schoss die ersten Fotos der Erde aus großer Höhe und führte erste zaghafte Beobachtungen im UV- und Röntgenlicht durch. Dazu verwendete man – natürlich – Raketen. Einfache, kostengünstige Feststoffraketen, so genannte "Sounding Rockets", Höhenraketen, die die aus heutiger Sicht äußerst bescheidenen Instrumente der Wissenschaftler in Höhen um 100 Kilometer tragen konnten.
 
Die Wissenschaftler flogen ihre Experimente auf "Aerobees" oder den V-2, die die amerikanische Army bei ihrem Einmarsch in Deutschland 1945 im Harz erbeutet hatten. Diese Raketen wurden in der Wüste von New Mexico – auf dem Gelände des White Sands Missile Proving Grounds – von Armeepersonal wieder zusammengesetzt, überprüft und geflogen. Da der Platz von White Sands recht klein war, musste senkrecht gestartet und geflogen werden, wollte man nicht die umliegenden Städte mit ausgebrannten V-2 beschießen. Also bot die Army Universitäten und militärischen Forschungslabors Mitfluggelegenheiten zum Start in die Hochatmosphäre an.
 
Höhenforschers Hardware
Für die Höhenforscher war die V-2 in ihrer neuen Rolle eine Wucht: Sie konnte eine Tonne heben, statt ein paar Dutzend Kilogramm wie die "Aerobees", und hatte zudem ein verschwenderisches Platzangebot für Instrumente. Konkret kam es auf Gewicht und Größe der Instrumente nicht so sehr an, die Wissenschaftler konnten sich auf ihr Experiment konzentrieren, statt sich mit Miniaturisierung herumzuschlagen. Klar war immer, dass der Vorrat an V-2 nicht ewig reichen würde. Also machten sich Navy-Wissenschaftler daran, einen Nachfolger zu planen: ein State-of-the-Art-Vehikel – von Wissenschaftlern für Wissenschaftler geplant. Effizient, leistungsstark und technisch auf dem neuesten Stand. Im Mai 1949 war es dann soweit: Die "Viking" flog zum ersten Mal – und der erste Flug wurde gleich ein voller Erfolg.
 
Technisch war die Viking ein Sahnestückchen: Leichtbauweise, mit beweglich aufgehängtem Triebwerk zur Richtungssteuerung und einer präzisen Ausrichtungskontrolle - leicht, schubstark und effizient. Bis Mai 1954 legte die Viking neun Starts hin, die allesamt erfolgreich waren. Nichts schien den Erfolg der Viking als neuem Flaggschiff der Atmosphärenforschung im Wege zu stehen...
 
Was die Wissenschaftler in ihrem Eifer übersehen hatten waren die Kosten. Eine Viking kostete eine halbe Million Dollar – und das war für die Atmosphärenwissenschaftler, die nur wenig Geld aufbringen konnten, schlichtweg zuviel. Da stand er nun also, der Rolls Royce der Höhenforschung – und keiner konnte ihn bezahlen. Zwar gab es ein, zwei zaghafte Anfragen der Militärs während des Koreakriegs, die aber nach dem Waffenstillstand eilig widerrufen wurden. Die Air Force erbarmte sich schließlich und griff zur Viking. Sie kaufte ganze zwei, die sie für Flugversuche mit Wiedereintritt in die Atmosphäre einsetzte - der einzige "kommerzielle" Erfolg der Viking in dieser Hinsicht. Viking war drauf und dran, für immer im High-Tech-Museum zu verschwinden.
 
1955: Es geht los...!
1955 dreht sich der Wind. Die wissenschaftliche Welt hatte schon 1950 ein "Internationales Geophysikalisches Jahr" (IGJ) für 1957/58 beschlossen. Innerhalb dieses Forschungsjahrs sollten Wissenschaftler aller teilnehmenden Nationen gemeinsame geophysikalische Forschungsanstrengungen unternehmen und ihre Ergebnisse miteinander teilen um zu neuen Erkenntnissen über unseren eigenen Planeten zu kommen. Der jeweilige nationale Beitrag zum Forschungsjahr war auf dem politischen Parkett aber auch eine Demonstration des eigenen technologischen Fortschritts: Bühne für Kraftmeiereien zwischen den beiden Weltmächten USA und UdSSR.
 
Also wollte man amerikanisches High-Tech zeigen. Und was lag da näher, als der Welt zu beweisen, dass man dank überlegener Technologie in der Lage war, ein Objekt sogar bis in die Erdumlaufbahn zu schießen? Unterstützung für das Satellitenprojekt kam aus nahe liegenden Gründen auch von wissenschaftlicher Seite. Natürlich brannten die Wissenschaftler auf Satelliten im Erdorbit. Ein Satellit versprach eine viel längere Beobachtungszeit als die kümmerlichen Sekunden Messzeit, die während eines Raketenflugs zur Verfügung standen. Ein Satellit flog so hoch oben, dass Beobachtungen möglich wurden, die von der Erde aus überhaupt nicht zu machen waren.
 
Am 28. Juli 1955 gibt der Sprecher des Weißen Hauses James Hagerty schließlich bekannt, dass Präsident Eisenhower sich – nach langem Zögern – entschlossen hat, zum Geophysikerjahr als nationalen Beitrag der USA einen Erdsatelliten in Auftrag zu geben. Vier Tage später ziehen die Sowjets nach und verkünden, ebenfalls einen Satelliten starten zu wollen.
 
... aber durch wen?
Was Eisenhower nicht verkünden ließ war, dass nicht klar war, wer den Satelliten in den Orbit bringen sollte. Es existierte zwar schon eine Kommission, die einen Vorschlag herausgreifen sollte – das Steward-Komitee –, doch war die Entscheidung noch längst nicht gefallen. Dem Komitee lagen drei Vorschläge vor, aus denen der bestgeeignete hervorgehen sollte. Natürlich kamen alle drei Vorschläge aus den Reihen der amerikanischen Streitkräfte. Nur das Militär verfügte über die zur Raketenentwicklung erforderlichen Mittel. Jede Teilstreitkraft präsentierte ihren eigenen Vorschlag: die Air Force arbeitete an einer Langstreckenrakete, der späteren "Atlas", die zwar bärenstark war, aber noch früh in der Entwicklung steckte. Die Army hatte unter Leitung Wernher von Brauns die "Redstone"-Mittelstreckenrakete entwickelt und dazu schon ein Jahr zuvor einen passenden Satellitenvorschlag – das Projekt Orbiter – erarbeitet. Die Navy schließlich hatte ihr verschmähtes Prunkstück "Viking" und schlug nun vor, auf diese Rakete zwei weitere Stufen aufzusetzen und so einen Satellitenstarter zusammenzustellen. Ein Vehikel, von dem eine Stufe halb, eine zweite noch gar nicht entwickelt war. Als Schmankerl gab es dazu ein elektronisches System, mit dem sich der gestartete Satellit im Flug anhand seiner Funksignale beobachten ließ, ohne dass der Satellit optisch ausgemacht werden musste - das revolutionäre "Minitrack"-System.
 
Das Steward-Komitee hatte die Qual der Wahl – und entschied sich in einer 5:2 Abstimmung für den Plan der Navy. Das gab natürlich böses Blut: die Air Force hatte ihren Vorschlag schon vorher zurückgezogen, aber die Army mit ihrem Wunderkind Wernher von Braun fühlte sich düpiert. Es gab geharnischte Briefe, geschrieben von ernstlich erbosten Army-Generälen, eine Revision wurde verlangt. Schließlich wurde das Ganze vom Steward-Komitee nochmals geprüft, doch es blieb dabei: die Navy-Wissenschaftler sollten's machen.
 
Viking + Aerobee-Hi + ? = Vanguard
Also machte die Navy sich an die Planung des zukünftigen Satellitenträgers. Dreistufig, als erste Stufe die Viking, darauf gesetzt eine moderne flüssiggetriebene Höhenforschungsrakete, die "Aerobee-Hi", und schließlich eine noch zu entwickelnde Feststoffrakete als dritte Stufe.
 
Gleichzeitig trafen die ersten Vorschläge für wissenschaftliche Instrumente und Experimente ein. Der erste Vorschlag, die Beobachtung der kosmischen Strahlung, stammte von James van Allen von der Universität Iowa. Van Allen, Höhenforscher der (fast) ersten Stunde, hatte schon 1953 gelobt, sich auf den Tag vorzubereiten, an dem Satellitenflüge möglich würden. Nun war es soweit und er ging als erster an den Start. Weitere Vorschläge für den ersten Erdsatelliten waren – neben einfachen Druck- und Temperaturmessungen – vor allem Beobachtungen im UV-Bereich, die von der Erde aus nicht möglich sind. Auch die Navy hatte ein Experiment in eigener Sache beigesteuert: auf dem ersten Satelliten wollten sie die Temperatur und Verwitterung der Außenhaut des Satelliten durch interplanetaren Staub messen, um diese Daten in den Bau weiterer Satelliten einfließen zu lassen.
 
Die Planungen sahen vor, dass das Projekt Vanguard zwei Phasen haben sollte. Eine einleitende Testphase, in der die Rakete, ihre einzelnen Stufen und die Bodenkontrolle überprüft und verbessert wurden, daran anschließend eine Satellitenphase, in der Starts zum Plazieren eines Satelliten im Orbit unternommen werden sollten.
 
Die ersten beiden Starts der Testphase verliefen wie im Lehrbuch. TV-0, gestartet am 8. Dezember 1956, war der Solo-Flug einer Viking als zukünftigen erster Stufe der Vanguard. Beim Flug von TV-1 wurde auf die Viking ein Prototyp für die dritte Stufe gesetzt - frisch vom Entwickler. Die Stufe funktionierte im Flug, trotz komplexer Aufgaben, einwandfrei und im Abschlußbericht der Ingenieure für TV-1 wurden wahre Jubelgesänge in bestem Raumfahrt-Kauderwelsch verewigt. Dan Mazur fragte zur allgemeinen Erheiterung, "ob der Erfolg das Projekt Vanguard nicht verderben wird".
 
Folgenschwerer Eingriff
Unter dem Eindruck dieser ersten beiden erfolgreichen Starts, ändert die Navy kurzerhand die Planung des Programmablaufs. Im Sommer 1957 wird entschieden, dass ab dem Flug von TV-3 alle Vanguard-Vehikel einen Satelliten tragen sollen.
 
Als am 4. Oktober 1957 die Sowjets ihren ersten Satelliten, Sputnik I, in den Orbit brachten, änderten sich für Projekt Vanguard über Nacht die Spielregeln. Die Augen der amerikanischen Öffentlichkeit richten sich unter dem Eindruck der täglich schriller werdenden Berichterstattung in den amerikanischen Zeitungen auf das Experimentalprojekt Vanguard.
 
Dies nicht von ungefähr: Am 9. Oktober 1957 verkündet der Pressesprecher der Weißen Hauses James Hagerty, dass das Projekt Vanguard noch 1957 den Versuch unternehmen werde, "kleine Satellitenkugeln" in den Erdorbit zu bringen. Für März 1958 sei dann der Start eines künstlichen Erdsatelliten vorgesehen.
 
Für die amerikanische Presse wurde daraus: Noch im Jahr 1957 werden die USA ebenfalls einen Satelliten in den Orbit bringen und mit den Sowjets gleichziehen – Neuauflage des ewigen Spiels mit der Vereinfachung bis zur Unwahrheit.
 
Das Projekt Vanguard nahm es gelassen. Zwar beklagte sich selbst der sanftmütige Projektleiter John Hagen über die "exzessive Publicity", doch beschloss man, dass man am in den Zeitungen verbreiteten "Image" sowieso nichts ändern könne, fügte sich in die neue Rolle – und konzentrierte sich darauf, das Projekt fortzuführen wie geplant.
 
Zwischenzeitlich hatte man das fehlergeplagte Vehikel TV-2 glücklich gestartet. Der Flug war einwandfrei verlaufen, man machte sich an die Vorbereitungen für den Start von TV-3: den ersten Flug einer vollständigen Vanguard, mit drei scharfen Stufen. In der Nutzlastbucht soll eine kleine Leichtmetallkugel von drei Pfund Gewicht Platz finden. In der Kugel zwei Radiosender und zwei Temperaturmesser für Innen- und Außentemperatur.
 
Alles lief glatt – bis zur zweiten Sekunde nach dem Abheben...

Fortsetzung folgt...


 
 

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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Roboterarm für Montagearbeiten getestet
Zu den Höhepunkten der nunmehr fünften Woche für die fünfte Stammbesatzung an Bord der International Space Station (ISS) gehörten die Arbeiten mit dem Roboterarm Candarm2. Am Mittwoch erteilten Waleri Korsun und Peggy Whitson dem Roboterarm des Kommando sich von seiner Grapple Fixture am Labor Destiny wegzubewegen und eine Power and Data Fixture auf dem Mobile Base System (MBS), welches sich auf der Gitterstruktur S0 befindet, zu ergreifen. Nun sind die beiden Armenden des Roboterarms mit dem MBS verbunden. Freitags dann bewegten Korsun und Whitson Canadarm2 auf mehrere Grapple Fixtures des MBS um den Ingenieuren am Boden dringend benötigte Daten für die Vorbereitung der Montage der Gitterstrukturen S1 und P1 zu geben. Die Gitterstrukturen S1 und P1 werden mit STS-112 beziehungsweise mit STS-113 zur ISS gebracht.

Was die wissenschaftlichen Arbeiten betrifft, so beschäftigte sich Whitson damit, die Microgravity Science Glovebox (MSG), sowie das erste Experiment, Solidification Using a Baffle in Sealed Ampoules (SUBSA), zu aktivieren. Die Arbeiten mit dem Schmelzofen für das Experiment Zeolite Crystal Growth wurden am Freitag nach 15 Tagen beendet und ein weiteres wissenschaftliches Experiment, Microencapsulation Electrostatic Processing System, wird nächste Woche beginnen. Des Weiteren ging das Ausladen des unbemannten Versorgungsraumschiffes Progress M-46, das am 29. Juni an die Raumstation andockte, durch Korsun und Sergej Trestschow weiter. Außerdem gratulierte die Besatzung dem Konstrukteur des Servicemoduls Swjesda zum zweiten Jahrestag des Starts.

Mittlerweile steht fest, dass die gesamte Space Shuttle-Flotte bis September am Boden bleiben wird. Grund dafür sind kleine, aber möglicherweise gefährliche Risse in den Treibstoffzuleitungen von Columbia, Discovery, Atlantis und Endeavour. Allerdings ist noch unbekannt, mit welcher Mission der Flugbetrieb dann wieder aufgenommen wird. Ende Juli werden sowohl die Arbeiten an Columbia für STS-107 als auch an Atlantis für STS-112 soweit fortgeschritten sein, dass beide zur ungefähr selben Zeit startbereit sind. Nun liegt die Entscheidung, welchem Flug der Vorzug gegeben wird, bei den Programmmanagern für den Space Shuttle und die ISS.
 
Related Links:
Internationale Raumstation
 
 

 
 

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      Surftipp: Gefälschte Mondlandung? von Karl Urban 

"Können Bilder lügen? - Als die Fotos der Mondlandungen von Wissenschaftlern analysiert wurden, traten einige Unstimmigkeiten zu Tage. Daher kam es zunehmend zu dem Verdacht die NASA habe etwas zu verbergen. Um diese Gerüchte zu überprüfen hat ein angesehener Fotojournalist acht Apollo-Fotos untersucht, die angeblich von den Astronauten aufgenommen wurden und somit als authentisch galten."
 
So nähert sich diese Webseite zu den amerikanischen Mondlandungen der Frage: War die Mondlandung real oder eine gute Nachstellung in einem Fernsehstudio? Auch wenn die vorgelegten Beweise zum größten Teil eher dürftig sind, macht es doch Spaß sich in diese Verschörungstheorie hineinzudenken, die man hier erklärt bekommt.
 
Vielen Dank an Uwe Doell für den Vorschlag zu diesem Surftipp.
 

 
 

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      InDetail: Newton von Michael Stein 

Newton ist die nach dem englischen Physiker und Mathematiker Sir Isaac Newton (1642-1727) benannte physikalische Einheit für Kraft. In der Mechanik wird die auf einen Körper einwirkende Kraft als Produkt der Masse dieses Körpers und der ihm verliehenen Beschleunigung definiert (sog. Zweites Newtonsches Axiom). Ein Newton wiederum ist die Kraft, die einer Masse von einem Kilogramm eine Beschleunigung von einem Meter pro Quadratsekunde verleiht, oder mathematisch ausgedrückt: 1 N = 1 kg × 1 m/s2.
 
In der Raumfahrt wird die Leistung von Triebwerken oft in Newton bzw. bei schubschwachen Ionen-Triebwerken in Millinewton angegeben. Beispielsweise entspricht eine Schubleistung von zehn Newton in etwa der Kraft, mit der die Gravitation unseres Planeten einen Körper mit einer Masse von rund einem Kilogramm nach unten zieht (anders ausgedrückt: Ein Triebwerk mit einer solchen Schubleistung würde ein Gewicht mit einer Masse von rund einem Kilogramm gerade in der Schwebe halten - da die Erdbeschleunigung genau 9,80665 m/s2 beträgt, würde dieses Gewicht sogar langsam durch das Triebwerk angehoben werden).
 

 
 

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"In Space Newsletter" #033

Erscheinungsdatum:
13. Juli 2002
Auflage: 601 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
 
Supervising:
Lorenz Ulrich
 
Schlussredaktion:
Michael Stein
 
Redaktionsleitung:
David Langkamp
 
Redaktion:
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Raphael Kallensee
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Lu Shi
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