| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #034 vom 20. Juli 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter" Ausgabe #034
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Planetoiden
> HotSpot:
"Venus Express" oder: You only live twice
> History Special:
Projekt Vanguard (II)
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
Deutsches Fernerkundungs-Datenzentrum
> InDetail:
Im Sommerloch versunken
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
Sonntag, 22:08 Uhr
das erste Mal in der Geschichte dieses Newsletters kommt eine Ausgabe massiv verspätet - und zwar ziemlich genau 24 Stunden nach dem gewöhnten Erscheinungstermin. Ich möchte mich dafür bei Ihnen entschuldigen und leite somit zum eigentlichen, von gestern stammenden Intro über.
Karl Urban
Samstag, ca. 16:00 Uhr
Das Internet erlaubt, dass viele geografisch weit auseinanderlebende Menschen, ohne sich jemals gesehen zu haben, zusammenarbeiten - so auch bei Raumfahrer.net. Doch auch ein persönliches Treffen hat seinen Reiz. So durften David Langkamp und Karl Urban am Samstag den sprühenden Charme Dominik Mayers oberpfälzischen Heimatstädtchens Cham live erleben. Sehr viele kreative Ideen, die die Zukunft unseres Raumfahrtportals betreffen, prasselten in den Laptop.
Im heutigen HotSpot stellt Ihnen Michael Stein die überraschende Wiederbelebung der ESA-Sonde Venus Express vor, die eigentlich schon dem Sparhammer zum Opfer gefallen war. Im History Special berichtet Lutz Growalt im zweiten Teil seines Beitrags über den amerikanischen Satelliten Vanguard.
Wie immer sollten Sie auch die weiteren Artikel unseres Newsletters beachten.
Viel Spaß beim Lesen wünschen Ihnen
David Langkamp, Dominik Mayer und Karl Urban
Redakteure "Raumfahrer.net"
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Umfrage: Sollte die NASA in näherer Zukunft bei bemannten Flügen weiter auf ihre Space- Shuttle-Flotte setzen oder eher in einen Nachfolger des Space Shuttles investieren?
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» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• ISS: Treffen der Betreiber in Washington <mehr>
Neue Technologie für Erdbeobachtung <mehr>
Autobahnen durch das Sonnensystem <mehr>
Wissenschafter durchforsten Wolken für bessere Klimavorhersagen <mehr>
Globale Überwachung soll verbessert werden <mehr>
Shuttle: Flug-Vorbereitungen werden fortgesetzt <mehr>
» ISS: Treffen der Betreiber in Washington 21. Juli 2002 - Das US-State Department ist Gastgeber eines Treffens aller ISS-Partnerstaaten in Washington D.C. Das US-State Department ist Gastgeber eines Treffens aller ISS-Partnerstaaten in Washington D.C. Am 23. Juli wollen die internationalen Betreiberstaaten um die Vollendung des Außenpostens im All beraten. Das letzte Mal wurde ein Treffen in diesem Rahmen im Jahr 1998 abgehalten. Damals hatten viele Minister der Betreiberstaaten und leitende Persönlichkeiten der Raumfahrtorganisationen ein multinationales Abkommen sowie mehrere Interessen-Vereinbarungen unterzeichnet, welche die Rollen der Teilnehmer beim Bau und Betrieb des Großprojekt übernehmen. NASA-Sprecher Michael Braukus sagt zu dem Treffen, dass dies der NASA die Möglichkeit gibt, "das ISS-Programm wiederzubeleben und zu reformieren." Die NASA hat seit der Überschreitung ihres Budgets das Problem, dass sie nicht alle den Partnern zugesicherten Beiträge zur Internationalen Raumstation liefern kann - darunter auch das "Rettungsboot" CRV, das im Notfall bis zu sieben Raumfahrer von der Station evakuieren kann. Bis zu dessen Einsatzfähigkeit kann die Station nur mit maximal drei Raumfahrern besetzt werden, die kaum die geplante professionelle Forschung durchführen können. Somit könnte das Treffen in Washington auch über die Zukunft des gesamten ISS-Programms entscheiden. Related Links: Rubrik: Internationale Raumstation (ku - Quelle: Space.com)
» Neue Technologie für Erdbeobachtung 19. Juli 2002 - Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bringt Wissenschaftler und Forscher aus aller Welt zusammen, um die neueste Technologie der sogenannten "synthetic aperture imaging radar" zu diskutieren. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bringt Wissenschaftler und Forscher aus aller Welt zusammen, um die neueste Technologie der sogenannten "synthetic aperture imaging radar" zu diskutieren. Die Wissenschaftler und Forscher treffen sich im Jahr 2003 zu einem Meeting der ESA PolinSAR 2003 Workshop. Im Vorfeld dieser Sitzung bat das ESA Web-Portal zwei führende Fachleute in Richtung der Radar-Belichtung, ihre Einblicke zu diesem Thema zu geben. Die zwei Wissenschaftler - Dr. Shana Cloude, AEL Berater in Großbritannien und Prof. Eric Pottier von der Universität Rennes in Frankreich - boten einen eingehenden Blick in die neue RADAR-Technologie. Interwiev mit den beiden Wissenschaftlern Den ganzen Bericht (la - Quelle: ESA)
» Autobahnen durch das Sonnensystem 18. Juli 2002 - Ein Ingenieur des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA hat ein System von Flugrouten durch unser Sonnensystem entwickelt, das durch geschickte Ausnutzung der Gravitationsverhältnisse erhebliche Treibstoffeinsparungen beim Flug durch den interplanetaren Raum ermöglicht. Ein Ingenieur des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA hat ein System von Flugrouten durch unser Sonnensystem entwickelt, das durch geschickte Ausnutzung der Gravitationsverhältnisse erhebliche Treibstoffeinsparungen beim Flug durch den interplanetaren Raum ermöglicht. Schon seit den Anfängen der interplanetaren Raumfahrt macht man sich bei der Planung von Flugrouten für Raumsonden durch unser Sonnensystem die Schwerkraft zunutze, um Richtung und Geschwindigkeit von Raumfahrzeugen auf ihrem Weg zum Ziel durch nahe Vorbeiflüge an Planeten und Monde zu ändern. Diese so genannten "Swing-by-Manöver" sparen oft enorme Mengen von Treibstoff, was entweder Kostenersparnisse durch Gewichtsreduzierung (= Verwendung kleinerer und kostengünstigerer Raketen) oder aber längere Missionszeiten durch größere Treibstoffreserven bei der Zielankunft ermöglicht. So konnte beispielsweise die auf einem polaren Orbit um die Sonne kreisende Raumsonde Ulysses nur mit Hilfe der Gravitation des Jupiters die Bahnebene der Erde verlassen. Der am Jet Propulsion Laboratory (JPL) beschäftigte Ingenieur Martin Lo hat nun ein System von Interplanetary Superhighways erarbeitet, was auf deutlich komplexere und raffiniertere Weise die Gravitationsfelder im Sonnensystem ausnutzt: Während bei der bisher üblichen Berechnung "einfacher" Swing-by-Manöver nur das Schwerefeld eines Himmelskörpers berücksichtigt wurde, bezieht Lo in seine Berechnungen auch die gravitativen Wirkungen der Sonne auf die Planeten und der Planeten auf ihre Monde mit in die Berechnungen ein. Geht man so vor dann offenbart sich sehr schnell, dass Gravitationskräfte aus verschiedenen Richtungen auf ein Raumfahrzeug einwirken und sich verstärken, abschwächen oder sogar gegenseitig aufheben können. Lo hat nun eine Vielzahl von Gebieten berechnet, an denen sich die verschiedenen Gravitationskräfte gegenseitig annähernd neutralisieren, die zusammengenommen Pfade durch die Gravitationsfelder bilden - die von Lo so genannten Interplanetary Superhighways. Zu jedem Planeten und jedem Mond unseres Sonnensystems gehören fünf Punkte im Weltraum, an denen die Gravitationskräfte dieses Himmelskörpers mit denen der anderen Himmelskörper ausbalanciert sind. Raumfahrzeuge können sich dauerhaft in einem Orbit um diese so genannten Lagrange'schen Punkte L1 bis L5 bewegen und benötigen dabei nur sehr geringe Treibstoffmengen für gelegentliche Kurskorrekturen. Lo hat nun alle möglichen Flugbahnen durch die Lagrange'schen Punkte berechnet und damit ein System "interplanetarer Autobahnen" erstellt. Seine Theorie hat er zusammen mit Kathleen Howell, einer Professorin für Aeronautik und Astronautik an der Purdue University (Indiana, USA), in ein Tool zur Berechnung von Missionsverläufen namens "LTool" umgesetzt. Die erste Mission, bei der seine Berechnungen zum Einsatz gekommen sind, ist die zurzeit laufende Genesis-Mission der NASA, die um den Lagrange-Punkt L1 kreisend Partikel des "Sonnenwindes" auffangen und am Ende der Mission zurück zur Erde bringen soll. Nach der Ankunft beim L1-Punkt soll die Raumsonde ihn fünf Mal umkreisen, anschließend von alleine den Orbit verlassen und an der Erde vorbei zu dem auf der gegenüberliegenden Seite unseres Planeten liegenden Lagrange-Punkt L2 fliegen, um von dort aus schließlich zur Erde zurückzukehren und einen Behälter mit der Sonnenwind-Probe über der Wüste von Utah (USA) abzuwerfen. "Genesis würde in einer perfekten Welt [für diese Manöver] keinen Treibstoff benötigen", so Lo. "Aber da wir die vielen Variablen, die während der Mission auftreten, nicht kontrollieren können müssen wir einige [Kurs-]Korrekturen vornehmen, während Genesis seine Runden um einen der Lagrange-Punkte der Erde vollendet. Die Treibstoffersparnisse führen zu einer besseren und billigeren Mission." Ein weiterer Vorteil, den das von den beiden Forschern entwickelte "LTool" mit sich bringt, ist die drastisch verkürzte Berechnungszeit des Missionsverlaufs für alle Missionen, deren Ziel ein Lagrange-Punkt ist. "Die Flugbahn von Genesis zu entwerfen benötigt mit traditionellen Methoden acht Wochen, aber nun können wir eine neue Flugbahn in weniger als einem Tag entwerfen - wir haben eine komplette Mission in einer Woche redesigned", erläutert Lo. Eine mögliche Verwendung der Ergebnisse seiner theoretischen Überlegungen sieht Lo selbst in wissenschaftlichen Plattformen, die rund um einen der Lagrange-Punkte des Mondes stationiert werden könnten. Da sie sich auf den Interplanetary Superhighways befinden könnten Raumfahrzeuge die Forschungsplattformen einfach erreichen, um dort Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen. Tatsächlich nutzen nicht nur Raumfahrzeuge den Interplanetary Superhighway: Auch Asteroiden und Kometen reisen entlang dieser Routen. Wissenschaftler vermuten sogar, dass der Asteroid, dessen Einschlag auf der Erde vor rund 65 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier herbeigeführt hat, sich auf einer Flugbahn wie die Genesis-Raumsonde bewegt hat. Ein Iridium-Vorkommen an der Einschlagsstelle belegt eine relativ geringe Geschwindigkeit des Asteroiden beim Auftreffen auf die Erde. Und genau das, so Lo, würde man von einem Asteroiden auf dem Interplanetary Superhighway erwarten. Auf der Genesis-Internetsite ist ein ausführliches Interview mit Martin Lo zu finden, in dem er detailliert auf das von ihm entwickelte System der Interplanetary Superhighways eingeht. (ms - Quelle: NASA JPL)
» Wissenschafter durchforsten Wolken für bessere Klimavorhersagen 17. Juli 2002 - Wissenschafter nutzen Wolken um bessere Ergebnisse bei Klimavorhersagen zu erzielen. Wissenschafter nutzen Wolken um bessere Ergebnisse bei Klimavorhersagen zu erzielen. Wissenschafter des Forschungstreffens in Key West, Florida, hatten ihre Köpfe in den Wolken. Mehr als 400 Wissenschafter, Ingenieure, Theoretiker und Piloten der NASA nahmen Teil an einem Experiment um bessere Vorhersagen über globale Klimawechsel zu erlangen, basieren auf der Gestalt und der Entwicklung der Zirruswolken. "Dies ist ein sehr ehrgeiziger Versuch um die Bildung der Zirruswolken besser zu verstehen", so Dr. Randy Friedl, ein Forschungswissenschafter von NASAs JPL (Jet Propulsion Laboratory). "Wir untersuchen Schlüsselunsicherheiten die die Klimaauswirkungen auf diese Wolkengattung zeigt. Zirruswolken oder Eiswolken sind hohe, kalte Wolken voller mikroskopischer Eiskristalle. In den Tropen erreichen diese Wolken eine Höhe von 6 km - 18 km. Beide, die Charakteristika der tropischen Zirruswolken und ihre Interaktion mit Sonnen- und Infrarotstrahlung mögen uns helfen die Oberflächentemperatur der Erde zu bestimmen. Daneben beobachten sie noch die Zirkulation des Wasserdampfes in der tropischen "Tropopause" (Zone zwischen Stratosphäre und Troposphäre).
(fs - Quelle: NASA JPL)
» Globale Überwachung soll verbessert werden 16. Juli 2002 - GMES könnte den Klimawandel besser beobachten und helfen auf internationale Krisen und Naturkatastrophen zu reagieren GMES könnte den Klimawandel besser beobachten und helfen auf internationale Krisen und Naturkatastrophen zu reagieren ESA und Europäische Kommission starten Konsultation zu satellitengestützter Globaler Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES) Satelliten können der EU dabei helfen, den Klimawandel zu beobachten, auf internationale Krisen zu reagieren und bei Naturkatastrophen einzugreifen. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin und der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Antonio Rodotà, haben am Montag in Brüssel eine umfassende Konsultation aller Interessengruppen eingeleitet, mit der die europäischen Anforderungen an eine verbesserte satellitengestützte Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES) ermittelt werden sollen. 250 Teilnehmer als Vertreter von Nutzern, Anbietern und Wissenschaft haben sich mit Politikoptionen beschäftigt, mit denen die Fähigkeiten Europas für die globale Überwachung bis 2008 erweitert werden sollen. GMES, bei dem weltraum-, luft- und landgestützte Technologien kombiniert werden, führt die europäischen Aktivitäten im Bereich der Satellitenbeobachtung und Fernerkundung zusammen. GMES soll Europas vorhandene und geplante Kapazitäten und Infrastruktur effizienter nutzen und Verfahren für eine bessere Gewinnung und Verteilung von Informationen entwickeln. Anhand der Daten von Envisat und anderen Beobachtungssystemen im Weltraum, in der Luft und an Land werden europäische Wissenschaftler, Privatunternehmen und öffentliche Stellen eher in der Lage sein, Umweltverschmutzungen zu verfolgen, auf Notfälle zu reagieren, grenzübergreifend Katastrophensituationen zu bewältigen, Flüchtlingsbewegungen zu beobachten, die Verteilung von Hilfsgütern zu erleichtern und Friedenstruppen außerhalb Europas zu unterstützen. Nach den Worten von Kommissar Busquin "stellt GMES sowohl in technischer als auch in organisatorischer Hinsicht eine Herausforderung für Europa dar und ist ein gutes Beispiel dafür, wie Europa durch eine verbesserte Forschungszusammenarbeit Technologien entwickeln kann, die zu einer besseren Lebensqualität beitragen und unserer Sicherheit dienen. So werden wir mit GMES beispielsweise die Umsetzung der EU-Fischereipolitik durch eine bessere Überwachung der Entwicklung und Wanderungen von Fischbeständen unterstützen." Generaldirektor Rodotà wies auf die entschlossenen Bemühungen der ESA im Rahmen von GMES hin. Die ESA werde mit der Umsetzung der operationellen Dienste beginnen, mit denen heute der Bedarf einiger vorrangiger Nutzer auf der Grundlage vorhandener Erdbeobachtungskapazitäten erfüllt werden könne. "Die konkrete Umsetzung der GMES-Initiative ist damit in Gang gebracht. Darüber hinaus prüft die ESA zusammen mit der Europäischen Kommission, auf welche Weise die langfristige Durchführbarkeit der GMES-Initiative am besten gesichert werden kann." Die Veranstaltung am Montag war die erste in einer Reihe, mit der der Dialog zwischen Entscheidungsträgern und den vielen Organisationen, die an der Überwachung und Bereitstellung von Informationen für Umwelt- und Sicherheitsbelange beteiligt sind, geführt wird. Das Forum wird einen Bericht vorlegen, der Ende 2003 herausgegeben wird und den Politikentscheidern Empfehlungen für die nächsten Schritte geben wird. GMES erhöht Europas Fähigkeit zur Erfassung und Verarbeitung von Informationen aus weltraum- und bodengestützten Beobachtungssystemen in Verbindung mit anderen geographischen oder sozioökonomischen Daten. Damit wird dem wachsenden Bedarf nach einem rechtzeitigen, freien und unabhängigen Zugang der Träger politischer Entscheidungen zu Informationen über Umwelt und Sicherheit auf globaler, regionaler und lokaler Ebene Rechnung getragen. GMES soll die EU-Politik in Bereichen wie nachhaltiges Wachstum, globaler Klimawandel und gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik unterstützen. Auf globaler Ebene wird GMES neue Instrumente für die Verifizierung bieten, die einen Beitrag zur genauen Überwachung der Einhaltung internationaler Übereinkünfte, etwa des Protokolls von Kyoto über den Klimawandel, sowie von Vereinbarungen zur Sicherheit und Entwicklungshilfe leisten können. Mit GMES wird es darüber hinaus örtlichen Behörden möglich sein, Probleme zu lokalisieren (z.B. Küstenerosion, Umweltschäden) und in Katastrophenfällen besser zu reagieren (z.B. bei Überschwemmungen, Schlamm- bzw. Schneelawinen, Waldbränden). Auf europäischer Ebene wird GMES neue objektive Daten zur Unterstützung einer breiten Palette von EU-Politikbereichen liefern, u.a. regionale Entwicklung, Verkehr, Landwirtschaft, Erweiterung, Entwicklung und Außenpolitik. GMES ist ein Schlüsselelement der europäischen Strategie für die Raumfahrt, die von der ESA und der Europäischen Kommission ausgearbeitet wurde. Zusammen mit dem Satellitennavigationssystem Galileo wird GMES eine Hauptstütze der europäischen Raumfahrtpolitik sein, die aus der immer enger werdenden Partnerschaft zwischen beiden Organisationen erwächst. Die Ministerräte von ESA und EU haben die GMES-Initiative im November 2000 gutgeheißen und sie zusammen mit Galileo zur obersten Priorität und zum Testfall für die Umsetzung der europäischen Strategie für die Raumfahrt erklärt. In der Mitteilung der Kommission für den Europäischen Rat von Göteborg im Juni 2001 wurde GMES mit dem Ziel, das System bis 2008 zu errichten, ebenfalls präsentiert. Die Idee wurde in der Mitteilung "Entwurf eines GMES-Aktionsplans der EG (Anfangsphase 2001-2003)" weiterentwickelt, in der die Ziele, die allgemeinen Grundsätze für die Umsetzung, die Organisation und die vorrangigen Aufgaben dargelegt wurden. Auf Seiten der ESA steht GMES im Mittelpunkt eines neuen Fünfjahres-Programmelements ("GMES-Dienste"), das vom ESA-Rat auf Ministerebene im November 2001 angenommen wurde. Dieses Programmelement ermöglicht die Bereitstellung operationeller Informationen auf der Grundlage vorhandener europäischer Beobachtungskapazitäten für die thematischen Prioritäten, die bereits im GMES-Rahmen ermittelt wurden. Eine erste Ausschreibung für diese Dienste wird im September 2002 herausgegeben. Außerdem ist GMES ein Schlüsselelement des vorrangigen Themenbereichs "Luft- und Raumfahrt" im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm (2002-2006) und wird Gegenstand von Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen sein, die Ende 2002 erfolgen. Die GMES-Initiative wird ferner auf dem im September 2002 in Johannesburg, Südafrika, stattfindenden Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung - dem Folgegipfel der Konferenz von Kyoto von 1997 - vorgestellt. (jg - Quelle: ESA)
» Shuttle: Flug-Vorbereitungen werden fortgesetzt 15. Juli 2002 - Ein Shuttlestart steht weiterhin in weiter Ferne. Ein Shuttlestart steht weiterhin in weiter Ferne. Ron Dittemore Friday, Manager des Space Shuttle-Programms, sagte kürzlich, dass Ingenieur- und Expertenteams überall in den USA daran arbeiten, einen Shuttle-Flug möglichst noch vor September diesen Jahres zu ermöglichen. Es werde alles getan, was von Nöten sei, einen Start durchzuführen. Seit Ende Juli befinden sich zwei Orbiter an einem Ort, der einen schnellen Start zulässt. Die Manager des Shuttle-Programms halten den Flug zur Internationalen Raumstation jedoch für wichtiger, so dass dieser mit der Atlantis zuerst durchgeführt werden soll. Die Columbia soll zu einer Forschungsmission starten. Die Entdeckung von Haarrissen an Treibstoffleitungen aller Orbiter hat zu einem vorübergehenden Startverbot der Shuttle-Flotte geführt und damit den gesamten Start-Zeitplan für dieses Jahr gefährdet. Related Links: Informationen zur aktuellen Shuttlemission: sts.raumfahrer.net (ku - Quelle: NASA)
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Space Focus: Planetoiden |
von Mark Weimar | |
Zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter befindet sich ein 100 bis 300 Kilometer breiter Gürtel aus einigen zehntausend felsigen Körpern, den Planetoiden oder auch Asteroiden. Diese kreisen nach den Keplerschen Gesetzen in einem Zeitraum von drei bis sechs Jahren um die Sonne. Beinahe alle dieser Objekte sind unregelmäßig geformt, wobei ihre Größe zwischen einigen Zentimetern und 100 Kilometern liegt. Daher umso erstaunlicher ist die Ausnahme des Ceres, der einen Durchmesser von knapp 1000 Kilometern hat. Es ist verständlich, dass er deshalb der erste Planetoid war, den man entdeckte. Er wurde von Giuseppe Piazzi im Jahre 1801 entdeckt. Ceres allein hat ein drittel der Masse des gesamten Asteroidengürtels.
Es gibt heute zwei Theorien zur Entstehung dieser Himmelsobjekte. Die erste geht davon aus, dass es einst einen Planeten zwischen Mars und Jupiter gab der aus bestimmten Gründen zerstört wurde und seine Überreste in Form der Planetoiden heute weiter durch die Gravitation der Planeten in ihrer Bahn gehalten werden. Die zweite Theorie besagt, dass es sich um die Reste jener primordialen Körper handelt, aus denen sich damals die Planeten bildeten und sich aufgrund der enormen Gravitation von Jupiter nicht zu einem Planeten zusammenschließen konnten. Die Planetoiden gehören zu den ältesten Objekten im Sonnensystem, so dass ihre Erforschung uns wichtige Erkenntnisse über den Beginn des Planetensystems liefert.
Die Planetoiden werden nach Gesichtspunkten unterteilt - nach ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrer Morphologie. Die morphologische Beschaffenheit kann anhand der Helligkeitsvariation bestimmt werden. So wie die Planeten strahlen auch die Planetoiden kein eigenes Licht ab, sondern reflektieren nur das Licht der Sonne. Die Planetoiden, die regelmäßig geformt sind, reflektieren das Licht besser als jene die unregelmäßig geformt sind. Die chemische Zusammensetzung wird durch die Analyse der Reflektionsspektren gewonnen. Davon ausgehend unterteilt man die Planetoiden heute in drei verschiedene Typen. Die C-Planetoiden, die viel Kohlenstoff enthalten, die S-Planetoiden, die Silikate enthalten und die M-Planetoiden, die sich durch ihren Metallgehalt auszeichnen. Am häufigsten sind die Vertreter der C-Planetoiden die ca. drei viertel aller Planetoiden ausmachen. Die S-Planetoiden bilden etwa 17% während die M-Planetoiden, die vorwiegend aus Eisenmineralien bestehen, am seltensten zu finden sind.
Die Planetoiden des Hauptgürtels neigen dazu, sich zu "Familien" zusammenzuschließen. Dadurch entstehen in manchen Bereichen des Hauptgürtels Lücken, in denen man nicht so viele Planetoiden finden kann. Diese Lücken heißen Kirkwood-Lücken. Der Grund dafür, dass sich solche Lücken bilden, sind die Gravitationseinflüsse des Jupiters. Die größten Lücken befinden sich 2,06; 2,50; 2,82 und 3,28 astronomischen Einheiten entfernt von der Sonne.
Nicht alle Planetoiden gehören zum Hauptgürtel. Es gibt noch zwei kleinere Familien, die Trojaner genannt werden. Diese bewegen sich auf der Jupiterbahn um die Sonne.
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HotSpot: "Venus Express" oder: You only live twice |
von Michael Stein | |
Nun also doch. Nachdem es noch vor einem Monat so aussah, als wäre die europäische Venus-Raumsonde Venus Express gestorben - Opfer des neuen, unter dem Diktat gekürzter Budgets aufgestellten ESA-Forschungsprogramms Cosmic Visions 2020 -, kann nun mit einiger Wahrscheinlichkeit der Beginn des zweiten Lebens dieser für 2005 geplanten Mission zum Schwesterplaneten unserer Erde gefeiert werden. Aber von Anfang an...
Die Vorgeschichte von Venus Express
Im März 2001 hatte die europäische Raumfahrtbehörde ESA die wissenschaftliche Community in Europa im Rahmen eines so genannten "Call for Ideas" dazu aufgerufen, Vorschläge für eine weitere Mission auf Basis der Mars Express-Plattform einzureichen. Richtigerweise wollte die ESA das bei der Entwicklung dieser Mission gewonnene Know-How erneut nutzen: Indem für die Mars Express-Mission entwickelte Raumfahrzeug-Komponenten und zum Teil auch wissenschaftliche Geräte einfach noch einmal gebaut und eingesetzt werden - bedarfsweise auch mit leichten Modifikationen -, kann die extrem aufwendige und teure Neuentwicklung von Komponenten und Instrumenten und die damit notwendigerweise einhergehende Neukonzipierung oder Anpassung von Testverfahren zu erheblichen Teilen entfallen.
Tatsächlich ist diese Vorgehensweise, einmal entwickelte Komponenten in mehreren Missionen zu nutzen, sogar die elementare Grundlage der Cosmic Visions 2020: Nur so ist trotz schrumpfender Budgets überhaupt an die Verwirklichung der dort definierten ehrgeizigen Ziele für die kommende Dekade zu denken. Die geplante Wiederverwertung der Mars Express-Plattform ist also gleichzeitig auch ein "Real-Life"-Test für dieses neue Konzept, denn Unwägbarkeiten gibt es genug. Die erwünschten Synergie- und Einspareffekte stellen sich nur dann ein, wenn die jeweiligen Folgemissionen nicht allzu lange auf sich warten lassen, und der dementsprechend denkbar knappe Zeitrahmen für die Konzeption, Auswahl und Umsetzung einer solchen Folgemission bringt die Notwendigkeit von Arbeits- und Managementtechniken mit sich, wie sie vor allem bei wissenschaftlichen Einrichtungen bisher nicht üblich waren - Wissenschaft lebt eben auch davon, (Zeit-)Räume für das Entwickeln und Ausprobieren neuer Ideen und Konzepte zu haben.
Bereits Mitte 2001 wählte die ESA drei Missionskonzepte aus der Vielzahl der eingereichten Vorschläge aus, die anschließend in der rekordverdächtigen Zeit von nur drei Monaten eingehend geprüft wurden: Venus Express sollte insbesondere die Venus-Atmosphäre untersuchen sowie mit Hilfe eines Radars erstmals auch Aussagen über die Beschaffenheit der oberen Bodenschichten unterhalb der Venusoberfläche zulassen; Cosmic DUNE war der Vorschlag für eine Mission zur Untersuchung des interplanetaren Staubes in unserem Sonnensystem, und SPOrt Express sollte die Polarisation der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung messen. Die wesentlichen Kriterien bei der Entscheidung, welcher der drei Kandidaten zur Umsetzung empfohlen werden sollte, waren die Zusammensetzung der wissenschaftlichen Nutzlast, das Ausmaß der Wiederverwendung der Mars Express-Plattform sowie der zu erwartende wissenschaftliche Nutzen.
Im Oktober 2001 schließlich wurde eine erste Empfehlung für Venus Express ausgesprochen, und nach dem erfolgreichen Passieren mehrerer Gremien erfolgte dann im Dezember auch gegenüber dem Science Programme Committee (SPC) der ESA die Empfehlung, die Mission in das zu dieser Zeit gerade in Arbeit befindliche neue Wissenschaftsprogramm zu übernehmen - es sah' gut aus für die erste europäische Venus-Mission, die zudem den Reigen der ESA-Forschungsmissionen zu den so genannten Inneren Planeten unseres Sonnensystems komplettieren würde: Mars Express zum Mars, Bepi Colombo zum Merkur und nun Venus Express zur Venus?
Venus Express wird abgesetzt
Als der Wissenschaftsdirektor der ESA, Prof. David Southwood, bei der Sitzung des "Ausschuss für Weltraumwissenschaft" der ESA am 22. und 23. Mai in Norwegen dann schließlich das überarbeitete Langzeitforschungsprogramm Cosmic Visions 2020 vorstellte konnte er zufrieden sein: Trotz geringerer finanzieller Mittel waren nicht nur alle Forschungsmissionen in dieses Programm aufgenommen worden, die bereits im vorhergehenden ESA-Forschungsprogramm Horizons 2000 genannt waren, durch die beschriebenen Änderungen der Verfahrensweisen konnte die Anzahl der geplanten Missionen sogar erhöht werden: Sag Horizons 2000 noch 12 Forschungsmissionen in 11 Jahren vor, so sind im Rahmen der Cosmic Visions 2020 insgesamt 16 Missionen in 10 Jahren geplant!
Doch weil auch die ESA keine Wunder vollbringen kann war dieses Ergebnis nicht umsonst zu haben: Der Preis ist der annährend vollständige Verlust von Flexibilität bei der Durchführung des Forschungsprogramms und der gleichermaßen drastisch reduzierte Wegfall von zeitlichen und finanziellen Spielräumen für alle an den Projekten beteiligten Parteien: "I will bring trains into the station and if passengers can't pay for the tickets then, the train doesn't go", wie es ESA-Forschungsdirektor Southwood in einem Vortrag anlässlich des Rosetta/INTEGRAL-Medientages im Juni 2002 bildhaft ausdrückte.
Im gleichen Vortrag äußerte er sich auch noch einmal dezidiert zum Schicksal der Mission Venus Express: "The Executive withdrew Venus Express because not everybody envolved could commit to the schedule required to meet the budget" - eine Bestätigung der Aussage vom Mai und somit das scheinbare endgültige "Aus" für diese Mission...
Eine zweite Chance für Venus Express
Vier Wochen nach dem vermeintlichen K.O. dann ein neuer, starker Hoffnungsschimmer für die europäische Venus-Sonde. Die ESA meldet am 15. Juli 2002, dass das Science Programme Committee der europäischen Weltraumagentur nach einer erneuten, durch das ESA-Council veranlassten Prüfung der Mission Venus Express nunmehr die Aussichten für einen erfolgreichen Start der Mission im November 2005 für gut genug hält, um mit den Arbeit an diesem Projekt weiter fortzufahren. Allerdings, so geht aus der Pressemeldung hervor, sei das Schicksal dieser Mission noch nicht endgültig geklärt, da der von Italien zu erbringende Missionsbeitrag noch nicht bestätigt sei. Italien habe nun bis zum 15. Oktober 2002 Zeit um zu erklären, ob es den von ihm zu erbringenden Beitrag tatsächlich zu Leisten im Stande ist - er dann sei die Durchführung der Mission endgültig gesichert.
Dieser Einschränkung zum Trotz wird Venus Express wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in gut drei Jahren starten. Nach der Veröffentlichung der letzten Pressemeldung vom 15. Juli, deren Quintessenz ja bereits in der Überschrift "Venus Express comes into Cosmic Vision" zu lesen steht, wäre ein erneuter Rückzieher von dieser Mission für die ESA trotz der italienischen Hintertür kaum ohne Gesichtsverlust machbar - dafür hat man sich nun doch etwas zu sehr aus dem Fenster gelehnt. Auch der Umstand, dass Venus Express als eine "Evaluierungsmission" für die neuen Arbeits- und Managementverfahren dienen soll, macht den Wegfall dieser Mission unwahrscheinlicher.
Auf Anfrage von Raumfahrer.net erklärte der ESA-Pressesprecher Clovis De Matos, dass Italien noch im Juni erklärt habe, die notwendigen Ressourcen zur Fortführung von Venus Express würden nicht zur Verfügung stehen. Mittlerweile jedoch habe sich die Situation geändert, und der italienische Beitrag zur Mission in Form eines oder mehrerer wissenschaftlicher Instrumente(s) sei nun eventuell doch möglich. Wenn es im Oktober zu einer endgültigen Absage aus Italien kommen sollte, so De Matos, wird die ESA unter den übrigen Mitgliedsstaaten jemanden finden müssen, der die fehlenden Instrumente bereitstellen kann - eine Antwort, die den Schluss nahe legt, das ein "Nein" aus Italien nicht das endgültige "Aus" für die Venus-Sonde bedeuten würde.
Die Zeichen für Europas ersten Auftritt beim Schwester-Planeten unserer Erde stimmen nun also wieder optimistisch. Hoffen wir, damit die letzte Wendung von Venus Express miterlebt zu haben...
Related Links:
HotSpot-Archiv
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History Special: Projekt Vanguard (II) |
von Lutz Growalt | |
Das Projekt Vanguard hatte bis Ende 1957 einen gewundenen, von gemeisterten
Schwierigkeiten gekennzeichneten Weg hinter sich gebracht. Es hatte gegen Wernher
von Brauns magische Überzeugungskraft gewonnen und war zum offiziellen Kandidaten
der USA für den ersten künstlichen Ersatelliten unter "Stars and Stripes"
im Erdorbit geworden. Aus nicht viel mehr als einer funktionsfähigen ersten
Stufe und ein paar alten Anlagen war, mit bescheidenem Budget, ein diffiziles
Satellitenstartgerät für Wissenschaftler herangereift. Dann kam Sputnik
und alles war anders. Der zum ersten amerikanischen Versuch, einen Satelliten
zu schießen hochstilisierte Start von Vanguard TV-3 hatte nach zwei Sekunden
in einem Feuerball geendet. Projekt Vanguard standen schwere Zeiten bevor ...
TV-3: Das Nachbeben
Was darauf [auf TV-3] folgte ist bekannt: TV-3 ging in Flammen auf, das
Vanguard-Projekt wurde, in Don Markarians Worten, "der Prügelknabe für den demolierten
Stolz des amerikanischen Volkes".
Die vom Steward-Komitee zurückgewiesene Army machte nun wieder mobil – zugegeben,
ganz still gewesen war sie seit der Entscheidung des Steward-Komitees nie. Der
militärische Leiter des Redstone-Arsenals, Army-General Medaris, und sein Chefkonstrukteur
Wernher von Braun hatten sich immer wieder als Ausfallsicherung hinter dem Vanguard-Projekt
beworben – und waren immer abgelehnt worden.
Nach Sputnik und TV-3 liegen die Dinge anders: Medaris und seine Mitstreiter
machten Druck in Verteidigungsministerium und bekomen schließlich den Job: die
Army solle sich die Starteinrichtungen am Cape mit der Navy teilen und beide
sollten abwechselnd den Versuch unternehmen, einen Satelliten in den Orbit zu
bringen.
Mit einer verstärkten Redstone gelingt es tatsächlich auf Anhieb am 31. Januar
1958 vom Cape aus den ersten amerikanischen Satelliten, Explorer I, in den Erdorbit
bringt. Mit Explorer I fliegt Van Allens Instrument zur Messung kosmischer Strahlung
in die Umlaufbahn.
Nachdem der Druck, den ersten Satelliten starten zu müssen, vom Projekt genommen
ist, fliegt endlich TV-3BU, das Reservevehikel des unglücklichen TV-3.
Wieder ein Fehlschlag. Nach knapp einer Minute Flugzeit kommt das Kontrollsystem
an Bord durcheinander. Die Rakete verliert ihre Ausrichtung, nimmt die Nase
nach unten, wird voll vom Luftwiderstand getroffen und bricht schließlich auseinander.
Vanguard I: Die Erde ist (k)eine Kugel
Es bleibt TV-4 vorbehalten, dem Vanguard-Projekt den verdienten Erfolg zu bringen.
Von der amerikanischen Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, startet TV-4 am
17. März 1958 in den strahlend blauen Himmel über Florida. Am Bordkontrollsystem,
aber das wissen nur Eingeweihte, eine Christopherus-Plakette sorgsam mit Tape
befestigt. Und TV-4 bringts: den ersten Vanguard-Satelliten, Vanguard I, in
einen Orbit um die Erde.
Vanguard I ist eine bescheidene 6 Zoll-Kugel (15,2 cm) mit drei Pfund Gewicht,
von seinen Schöpfern liebevoll "Grapefruit" genannt. In seinem Inneren
zwei Radiosender, von denen einer mit den ersten Solarzellen im Erdorbit gespeist
wird. Ihr exzentrischer Orbit trägt die kleine Kugel in 135 Minuten um die Erde,
bis auf 4.000 Kilometer hinaus und bis auf 655 Kilometer an die Erdoberfläche
heran - im offiziellen Wissenschaftsbericht des Geophysikerjahrs wird später
von einem "extrem nützliche Orbit" gesprochen werden. Vanguard I funkt
bis Mai 1964 Signale zur Erde und er kreist heute noch am Himmel. Zu seinen
wissenschaftlichen Verdiensten gehört vor allem die Erkenntnis, daß die Erde
keine Kugel ist, sondern eher einer Birne ähnelt - ermittelt anhand der durch
die Radiosender beobachtbaren Flugbahnabweichungen im Schwerefeld der Erde.
Bis September 1959 sollten noch zwei weitere Vanguard-Satelliten den Erdorbit
erreichen: Vanguard II kam, getragen von SLV-4 am 17.2.1959, in die Erdumlaufbahn.
Der allerletzte Start des Vanguard-Programms, TV-4BU, ein übriggebliebenes und
modernisiertes Testvehikel, brachte Vanguard III am 18. September 1959 an seinen
himmlischen Bestimmungsort.
Vanguard II: Schattenspiele
Vanguard II, mit 20 Zoll (51 cm) deutlich größer als sein Vorgänger,
trägt ein Wolkenbedeckungsexperiment in die Umlaufbahn, das Daten über die Strahlungsmenge
liefern soll, die von der Erde in den Weltraum abgestrahlt wird. Das Experiment
gelingt, Meßdaten kommen herein. Unglücklicherweise "wackelt" Vanguard II ein
wenig, seine Höhe schwankt etwas. Das wiederum verdirbt einen Teil der Daten.
Dennoch reichen die Meßdaten aus um sich, zum ersten Mal überhaupt, ein
Bild von der Energiebilanz der Erde zu machen. Vanguard II funkt für 19 Tage
Daten zur Erde und ist heute noch oben: nach aktuellen Schätzungen soll sein
Orbit noch 200 Jahre stabil sein, bevor die kleine Aluminiumkugel heimkehrt.
Vanguard III: Vanguards Bestes Stück
Vanguard III, wie Vanguard II eine 20 Zoll-Kugel, schließlich ist der komplexeste
der drei Vanguard-Satelliten. Anders als bei seinen beiden Vorgänger besteht
seine Hülle zwecks Gewichtserspanis zur Hälfte aus dem neuartigen Werkstoff
Fiberglas. Zusätzlich ragt ein "Horn" aus der Kugel heraus, in dem ein Magnetometer
Platz findet. Dazu trägt Vanguard III Detektoren für Röntgenstrahlung und Ultraviolett-Licht
sowie Meßfelder für die Verwitterung der Satellitenhülle durch
planetaren Staub. Das Magnetometer liefert sher gute Daten für die bis
dato präziseste Darstellung des Magnetfelds der Erde. Die beiden Strahlungsdetektoren
werden von der unerwartet hohen Strahlungsintensität im Erdorbit - dem damals
gerade entdeckten Van Allen-Strahlungsgürtel um die Erde - buchstäblich geblendet
und liefern keine weiteren Daten. Durch die Rate, mit der Staubpartikel auf
Vanguard III einprasseln, kann zum ersten Mal die Massezunahme, die die Erde
durch das Herabrieseln von kosmischem Staub erfährt, abgeschätzt werden: etwa
10.000 (!) Tonnen am Tag. Vanguard III funkt seine Meßdaten über 89 Tage
hinweg zur Erde, dann verstummen die Sender. Auch Vanguard III fliegt heute
noch und wird voraussichtlich noch 300 Jahre über unseren Köpfen seine Bahn
ziehen.
Was dann noch war...
In vielen Darstellungen der Raumfahrtgeschichte steht Vanguard heute als Verlierer
gegen Wernher von Braun da, ein unsinniges Projekt, dessen Durchführung wertvolle
Zeit im Wettlauf mit den Sowjets verschwendete.
Aber das trifft die Fakten nicht im Kern. Als Forschungsprogramm war Vanguard
ein voller Erfolg. Innerhalb von zweieinhalb Jahren war es der Vanguard-Mannschaft
gelungen, aus dem Nichts eine wegweisende Rakete zu bauen, die innerhalb des
geplanten Zeitraums drei erfolgreiche Satelliten in den Orbit brachte. Viele
Konzepte hielten mit Vanguard Einzug in die Kunst der Raketenfliegerei - Leichtbauweise,
Miniaturisierung und elektronische Bahnverfolgung, um nur einige zu nennen,
die Liste ist viel länger. Daß TV-3 schiefging, war eingeplant, der amerikanischen
Öffentlichkeit aber, angesichts ihres Geisteszustandes nach Sputnik, nicht verständlich
zu machen. So versank Vanguard als Verlierer in den Geschichtsbüchern. Insider
wissen auch heute noch um die wertvollen Beiträge Vanguards zur Weltraumfahrt.
Wir auch - auch wenn wir es nicht wissen: In dem GPS-Navigationssystem, mit
dem wir uns heute durch die Weltgeschichte navigieren, steckt viel von der Technik,
die die Navy für die elektronische Bahnverfolgung von Vanguard entwickelte.
Das "Minitrack"-System der Navy war die Keimzelle des heutigen GPS-Systems.
Was vielfach unerwähnt bleibt, aber einen ebenso wichtiger Beitrag des Projekt
Vanguard zur Raumfahrt war, ist die Bedeutung des Teamgeist, in dem die Vanguard-Mannschaft
lebte. Alle, wirklich alle Mitarbeiter des Projekts Vanguard verstanden sich
als Teil einer verschworenen kleinen Bande, die in gemeinsamem Forschergeist
zu neuen, unbekannten Ufern aufgebrochen war. Sie hielten auch in stürmischen
Gewässern Kurs. Und noch heute, 45 Jahre nach TV-3, treffen sich die verbliebenen
Vanguard-Veteranen einmal im Jahr zu einem Ehemaligen-Treffen in einer Kneipe
in Florida und erinnern sich der alten Zeiten, damals, als sie TV-3 verloren
oder mit Halbkettenfahrzeugen halsbercherische Rennen durch das Ödland
am Cape veranstalteten. Damals ...
Alles lief glatt – bis zur zweiten Sekunde nach dem Abheben...
Fortsetzung folgt...
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Spielzeug an Bord der Raumstation
Erneut schloss die fünfte Stammbesatzung an Bord der International Space Station (ISS) eine arbeitsreiche Woche erfolgreich ab. Zu den Arbeiten gehörte dieses Mal die Reparatur des Environmental Control System. Kommandant Waleri Korsun und Bordingenieurin Peggy Whitson arbeiteten montags und dienstags jeweils vier Stunden um die Desiccant/Sorbent Bed Assembly der Carbon Dioxide Removal Assembly (CDRA) im Labor Destiny auszutauschen. Seit dem Start von Destiny an Bord der Atlantis im Februar 2001 trat eine Fehlfunktion auf, da ein Ventil klemmte. Während der Arbeiten hatten Korsun und Whitson mit einer Reihe kleinerer Schwierigkeiten zu kämpfen. Am Boden reaktivieren Ingenieure und Flugkontrolleure das Atmosphere Revitalization Rack, in dem sich die CDRA befindet. Ein Testlauf der CDRA über mehrere Tage soll am Dienstag kommender Woche beginnen und vom Erfolg des Austausches überzeugen.
Am Dienstag nahm die Besatzung am International Toys in Space Project teil. Sie hantierten mit Spielzeugen, unter anderem mit einem Bumerang, einem Springseil und Murmeln, um wissenschaftliche Grundlagen zu demonstrieren. Die Vorführungen fanden in Verbindung mit Fragen von Schülern aus dem Houston Museum of Natural Science und dem American Museum of Natural History in New York City statt. Am Mittwoch führten die Besatzungsmitglieder eine Notfallübung für die medizinische Betreuung durch. Diese dient dazu, die Besatzung mit den Vorgehensweisen in medizinischen Notfällen vertraut zu machen und sicherzustellen, dass die Ausrüstung optimal verstaut und jederzeit erreichbar ist.
Zu den wissenschaftlichen Versuchen, die diese Woche von der Besatzung durchgeführt wurden gehörte das Experiment Microencapsulation Electrostatic Processing (MEPS). Es dient der Erforschung einer verbesserten Methode, Medikamente zu erhalten. Außerdem könnte es zur Entwicklung eines Tumormedikamentes beitragen, das es erlaubt, eine höhere Dosis an chemotherapeutischen Medikamenten zur speziellen Behandlung zu verabreichen, was die unerwünschten Nebenwirkungen, die bei Krebspatienten auftreten, reduzieren könnte. Die Besatzungsmitglieder widmeten sich auch dem Experiment Advanced Astroculture, das sich mit dem Wachstum von Sojabohnen im Weltraum befaßt. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Steigerung ihres Öl-, Protein- oder Kohlehydratgehalts. In der Microgravity Science Glovebox (MSG) wurde das Experiment Solidification Using a Baffle in Sealed Ampoules (SUBSA), weitergeführt. Es trägt zum besseren Verständnis der physikalischen Prozesse geschmolzener Flüssigkeiten bei und soll verbesserte Halbleiter für elektronische Geräte und Komponenten, die in Düsentriebwerken benutzt werden, hervorbringen.
Raumfahrtoffizielle aus Rußland legten fest, die Bahnhöhe der ISS am 01. August anzuheben, um die Raumstation in eine optimale Höhe für die Ankunft der nächsten beiden russischen Raumschiffe zu bringen. Dabei handelt es sich um ein unbemanntes Versorgungsraumschiff vom Typ Progress und um ein neues Rückkehrraumschiff vom Typ Sojus. Unterdessen gehen die Planungen für die Wiederaufnahme der Space Shuttle-Missionen weiter. Obwohl noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, wird die Möglichkeit, zwei Montageflüge zur ISS der 16tägigen Forschungsmission an Bord der Columbia vorzuziehen, als die am meisten wahrscheinliche angesehen. Daraus würde sich dann die folgende Startreihenfolge ergeben. STS-112 mit dem Space Shuttle Atlantis startet zwischen dem 26. September und dem 10. Oktober. Zwischen dem 02. und 06. November folgt dann STS-113 mit dem Space Shuttle Endeavour. Dann kommt STS-107, deren Start eigentlich für den 19. Juli angesetzt war, mit dem Space Shuttle Columbia am 03. Dezember.
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Die Seite des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum DFD bietet unter Anderem aktuelle Satellitenbilder und Neues vom ESA-Großsatelliten Envisat. Außerdem findet man Standorte, Broschüren und Dienstleistungen des Fernerkundungsdatenzentrums sowie Angaben über die Nutzung der durch die Satelliten erlangte Daten auf dieser Seite.
Wer nun Lust hat, sich über das von Prof. Dr. Stefan Dech vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR geleitete Projekt zu informieren, der kann dies hier tun.
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"In Space Newsletter" #034
Erscheinungsdatum:
20. Juli 2002
Auflage: 614 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Supervising:
Lorenz Ulrich
Schlussredaktion:
Karl Urban
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
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