| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #035 vom 27. Juli 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter" Ausgabe #035
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Eine kurze Geschichte der Röntgen-Astronomie (I)
> HotSpot:
Claudie Haigneré - Europäerin, Astronautin, Ministerin
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
MOLNIYA
> InDetail:
Konjunktion und Opposition
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
über das Internet kann man alles kaufen. Das bewies uns zuletzt Will Smith in Men in Black II, als dieser, um das Gehirn seines Partners wiederherzustellen, eine hochentwickelte Alien-Maschine über das Auktionsportal Ebay ausfindig machte. Eine ganz ähnliche, dafür aber sogar reale Meldung, las man kürzlich im NASA-Presseverteiler: Praktikanten bei der amerikanischen Weltraumbehörde hatten 113 Gramm Mondgestein entwendet, das während des Apollo-Programms zur Erde transportiert worden war. Auch sie wollten diese Rarität über das Internet verscherbeln.
Die Praktikanten stehen nun wegen Diebstahles "nationalen Kulturguts" vor Gericht. Warum gilt der Mond als amerikanisches Kulturgut? Wird ich demnächst sogar mein Mondgrundstück (mit Blick auf die Erde) von den USA gepfändet? Für den Fall, dass Mitglieder der geschätzten Leserschaft dieses Newsletters interessiert ist: Ich werde an dieser Stelle demnächst die Ebay-Artikelnummer für mein Stückchen Mond veröffentlichen. :-)
Wegen Personalmangels geht die Rubrik History Special für die nächsten Wochen in die Sommerpause. Dafür kann ich Ihnen aber versichern, dass wir Ihnen nach wie vor täglich auf unserem Portal aktuellste News bieten können und zudem auch alle anderen Rubriken dieses Newsletters wie immer mit lesenswerten Themen gefüllt haben.
Ich für meinen Teil wünsche Ihnen ein paar schöne Tage, mit hoffentlich mehr Sonne. Und wenn sie nicht kommen will, machen Sie es sich vor Ihrem Rechner bequem und genießen Sie die aktuelle Ausgabe dieses Newsletters.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Karl Urban
Chefredakteur "Raumfahrer.net"
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Auswertung: Sollte die NASA in näherer Zukunft bei bemannten Flügen weiter auf ihre Space Shuttle-Flotte setzen oder eher in einen Nachfolger des Space Shuttles investieren?
(51 gezählte Stimmen)
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» mitarbeit.raumfahrer.net
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Vereinbarung zwischen ESA und Eurocontrol <mehr>
Himmlisches Schauspiel auf CCD <mehr>
Cassini mit neuem Durchblick <mehr>
Engere Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA <mehr>
30 Jahre Erdaufnahmen von Landsat <mehr>
» Vereinbarung zwischen ESA und Eurocontrol 26. Juli 2002 - ESA und Eurocontrol unterzeichnen Kooperationsvereinbarung über Einsatz von Weltraumtechnologie in der Zivilluftfahrt. ESA und Eurocontrol unterzeichnen Kooperationsvereinbarung über Einsatz von Weltraumtechnologie in der Zivilluftfahrt. Die Generaldirektoren der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Antonio Rodota, und von Eurocontroll, Victor M. Aquado, haben am 26.07.02 in Brüssel eine verlängerbare Fünfjahresvereinbarung über Zusammenarbeit unterzeichnet. Diese Vereinbarung legt einen allgemeinen Rahmen für die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung der beiden Organisationen im Hinblick auf den Einsatz von Weltraumtechnologie in der Zivilluftfahrt in Bereichen von gemeinsamem Interesse wie Satellitennavigation, Telekommunikation und Umwelt fest. Sie sieht den Austausch von Informationen über Programme und Projekte, Forschungsergebnisse und Veröffentlichungen sowie die Koordinierung von Forschungs- und Entwicklungsprogramm vor. Die technischen und betrieblichen Nahtstellen zwischen den jeweiligen Tätigkeiten und die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Vertragsparteien werden in besonderen Abmachungen geregelt. Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit ohne Zahlungsverkehr: Jede Vertragspartei trägt die Kosten der von ihr zu unternehmenden Arbeiten. Eine der Abmachungen regelt den Austausch von Informationen über die in der Sicherheitregulierung für GNSS anzuwendeten Methoden, die Bündelung der Ergebnisse der durchgeführten F+E- und technischen Projekte und die gemeinsame Beteiligung an laufenden Projekten. Mit der Zusammenarbeit in allen Flugphasen - Streckenflug, Standard-Nichtpräzisionsanflug und Rollbewegungen - soll außerdem die betriebliche Validierung berücksichtigt werden. (la - Quelle: ESA)
» Himmlisches Schauspiel auf CCD 26. Juli 2002 - Astronomen der Universität von Hawaii haben einen Kometen beobachtet, der eine hunderttausende Kilometer lange Schleppe aus Trümmerteilen hinter sich herzieht. Astronomen der Universität von Hawaii haben einen Kometen beobachtet, der eine hunderttausende Kilometer lange Schleppe aus Trümmerteilen hinter sich herzieht. Der 1941 entdeckte Komet 57P/du Toit-Neujmin-Delporte zieht eine Schleppe aus mindestens 19 Bruchstücken hinter sich her. Höchstwahrscheinlich haben sich die Kometenteile von dem Kern gelöst, als der Komet sich durch die zunehmende Annäherung an die Sonne erwärmte. Welche Prozesse genau durch diesen so genannten "thermischen Stress" im Kometenkern ausgelöst werden ist bisher noch unbekannt, da die Wissenschaftler noch zu wenig über den genauen Aufbau dieser zum größten Teil aus Wassereis und steinigem Material bestehenden Himmelskörper wissen. Die Beobachtung von Kometenbruchstücken an sich ist nicht ungewöhnlich, wie die Wissenschaftler des Institute for Astronomy der Universität von Hawaii anlässlich ihrer Entdeckung berichten. Alleine die Anzahl von Bruchstücken, die über eine Strecke von rund 1 Million Kilometern verteilt im "Windschatten" des Kometen folgen, ist außergewöhnlich hoch. Die in den Nächten vom 17. bis zum 19. Juli entdeckten Bruchstücke wurden mit Hilfe des instituteigenen 2,2 m-Teleskops entdeckt, da sie sich gegenüber den scheinbar stillstehenden Hintergrundsternen bewegten. Der Kometenschweif aus herausgesprengten Bruchstücken nimmt am Sternenhimmel eine Strecke von ca. 30 Bogenminuten ein, was in etwa dem Durchmesser des Vollmondes entspricht. Die Größe der Bruchstücke konnte nur ungefähr bestimmt werden: Die Schätzungen gehen von einigen hundert Metern für die größten Teile bis hin zu ein paar Dutzend Metern für die kleinsten Brocken. Durch die Beobachtung der "Kometensprengsel" in den folgenden Wochen und Monaten hoffen die Astronomen, mehr über die Zusammensetzung und Sprödigkeit des Kometenmaterials zu erfahren. Für das menschliche Auge ist dieses schöne Himmelsspektakel übrigens nicht ohne Hilfsmittel sichtbar: Das hellste Bruchstück ist rund 250.000-mal dunkler als der leuchtschwächste Stern, den ein menschliches Auge gerade noch wahrnehmen kann - leider also nur ein Schauspiel auf CCD ("Charged Couple Device" = lichtempfindlicher elektronischer Empfänger des Teleskops). (ms - Quelle: University of Hawaii)
» Cassini mit neuem Durchblick 26. Juli 2002 - Eine Kamera der Saturn-Sonde Cassini, deren Linse über Monate beschlagen war und die deswegen Bilder nur in sehr schlechter Qualität geliefert hat, ist mittlerweile wieder voll einsatzfähig. Eine Kamera der Saturn-Sonde Cassini, deren Linse über Monate beschlagen war und die deswegen Bilder nur in sehr schlechter Qualität geliefert hat, ist mittlerweile wieder voll einsatzfähig. Noch im Dezember 2000 funktionierte die Kamera einwandfrei, als die amerikanische Raumsonde Cassini auf ihrem Weg zum Saturn den Jupiter passierte. Einige Monate vor und nach der größten Annäherung an Jupiter war sie - wie die meisten anderen Instrumente auch - in Betrieb, um den Vorbeiflug an dem Gasriesen für die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Daten und Aufnahmen zu nutzen. Nachdem Mitte 2001 eine routinemäßige Erwärmung der Kamera auf 30° C zu Wartungszwecken vorgenommen wurde, bildete sich bei der anschließenden Abkühlung auf die Betriebstemperatur von -90° C der Beschlag auf der Linse. Das Kameralinsen an Bord von interplanetaren Sonden beschlagen kommt immer wieder vor, wobei die Quelle oft Triebwerksabgase sind. Im Falle der Narrow Angle Camera an Bord von Cassini wurden durch den Beschlag auf der Linse 70 Prozent des einfallenden Lichtes gestreut, wodurch eine Nutzung der Kamera, die hochauflösende Bilder schießen soll, so gut wie unmöglich gewesen wäre. Da jedoch Berichte über solche Phänomene von früheren Missionen existierten wurden beim Entwurf des Gerätes Heizelemente in die Kamera integriert, mit deren Hilfe nun tatsächlich auch das Problem gelöst werden konnte. Mehrere Male wurde die Kamera erwärmt, zuletzt vier Wochen lang bis zum 9. Juli auf 4° C. Wie Testaufnahmen von diesem Tag zeigen, sind durch die wiederholten Erwärmungen die Dunstschleier auf der Linse fast vollständig verschwunden. Das Licht der aufgenommenen Sterne wird mittlerweile nur noch zu rund 5 Prozent gestreut, was bis auf ein Prozent dem Wert vor dem Auftreten des Problems entspricht. Das Cassini-Team beim NASA-eigenen Jet Propulsion Laboratory (JPL) wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob durch eine nochmalige Erwärmung der Kamera der Versuch unternommen werden soll, diesen Wert weiter zu verbessern. Cassini und die "huckepack" mitreisende Titan-Sonde Huygens werden am 1. Juli 2004 in eine Umlaufbahn um den Saturn einschwenken. Gut ein halbes Jahr später, im Januar 2005, soll sich Huygens dann von dem Mutterschiff lösen und an Fallschirmen durch die dichte Atmosphäre des größten Saturnmondes Titan sinken, um deren Zusammensetzung zu untersuchen und Aufnahmen zu machen. (ms - Quelle: NASA/JPL)
» Engere Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA 24. Juli 2002 - Im Hauptquartier der NASA wurde gestern ein Vertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit von NASA und ESA sichern und verbessern soll Im Hauptquartier der NASA wurde gestern ein Vertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit von NASA und ESA sichern und verbessern soll In den letzten 20 Jahren hat die Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA immer mehr an Bedeutung gewonnen. In Hinsicht auf Shuttle Missionen und natürlich auf die ISS arbeiten die beiden Organisationen eng zusammen, allerdings ist es auch schon oft vorgekommen, das beide verwandte Missionen gestartet haben, was natürlich insgesamt gesehen ein zusätzlicher Kostenfaktor ist. Beide Organisationen haben beschlossen in Hinsicht auf die ISS dieses zu ändern. Die Technologien, die zur Sicherheit der Nutzlast vorhanden sind, werden in Zukunft zwischen den beiden Organisationen ausgetauscht werden. Die ESA wird sich außerdem mehr an der NASA orientieren, was eine doppelte Ausführung von Missionen verhindern soll. (jg - Quelle: ESA)
» 30 Jahre Erdaufnahmen von Landsat 22. Juli 2002 - In dieser Woche feiern die NASA und das US Geological Survey den 30. Geburtstag von Landsat. In dem Projekt werden nach wie vor faszinierende Bilder der Erde aufgenommen. In dieser Woche feiern die NASA und das US Geological Survey den 30. Geburtstag von Landsat. In dem Projekt werden nach wie vor faszinierende Bilder der Erde aufgenommen. Am 23. Juli 1972 startete die NASA den ersten Landsat-Satelliten und damit die längste Erkundung der Erdoberfläche aus dem All - ungeschlagen in Qualität und Detailfülle. Das nun mehr als 30 Jahre umfassende Bilderarchiv, ein Partnerprojekt der NASA und dem US Geological Survey (USGS), enthält unschätzbare Details der Entwicklung unseres Planeten. Diese verbessern unser Verständnis der Erde und helfen dabei, sie zu beschützen. "Im Wesentlichen ist das Landsat-Archiv eine periodisch aktualisierte Foto-Reihe der gesamten Erde", sagt Dr. Ghassem R. Asrar, NASA Associate Administrator des Büros für Geowissenschaften. "Die wissenschaftlichen Daten, die von diesem Raumfahrzeug gesammelt wurden, erlauben uns Veränderungen an der Erdoberfläche über Zeiten zu beobachten, die uns einen Einblick verschaffen und uns dabei helfen, für die Zukunft zu planen." Zum 30. Geburtstag des ersten Landsat-Starts haben die NASA und das USGS eine Bilder-Ausstellung mit dem Titel "Landsat : Earth as Art." ins Leben gerufen. Diese Bilder, erstellt aus den Daten von Landsat 7, führen Außenstehende in das Projekt ein. Die faszinierenden Landsat-Aufnahmen finden Sie hier. Related Links: Landsat Missionshomepage Homepage zu Landsat 7 "Landsat : Earth as Art." - Ausstellung (ku - Quelle: NASA)
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Space Focus: Eine kurze Geschichte der Röntgenastronomie (I) |
von Tilman Kaiser | |
Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 bei der Untersuchung von Kathodenstrahlen eine Strahlung, die feste Gegenstände durchdringt. Bei Kathodenstrahlen handelt es sich um Elektronen, die aus der Glühkathode einer Elektronenstrahlröhre austreten. Erst 1897 stellte sich heraus, daß Kathodenstrahlen freie negativ geladene Teilchen sind. Das Verhältnis von Ladung zu Masse dieser Elektronen wurde damals von J. J. Thomson bestimmt.
Als er die Ergebnisse seiner Arbeit über diese mysteriösen X-Strahlen veröffentlichte, fand dies nicht nur in physikalischen Fachkreisen, sondern auch in breiten Bevölkerungsschichten ungewöhnliche Beachtung. Die Physik selbst stand am Anfang eines neuen Zeitalters. Manchmal wird diese neue Physik, der wir Relativitäts- und Quantentheorie
verdanken, als moderne Physik bezeichnet. Die Entwicklung der Röntgenastronomie wäre ohne diese moderne Physik nicht möglich gewesen.
Bei Röntgens X-Strahlen handelt es sich um energiereiche Photonen, die nicht mit dem Auge wahrgenommen werden können. Im Kosmos entsteht diese Strahlung in Hochenergie-Prozessen. Die Röntgenquellen der Astrophysik sind allerdings nicht so greifbar wie Röntgens Elektronenstrahlröhre. So verstrich mehr als ein halbes Jahrhundert nach Entdeckung der Röntgenstrahlung, bis die Sonne als erste kosmische Röntgenquelle ausgemacht wurde. 1962 wurde die erste Röntgenquelle jenseits des Sonnensystems im Sternbild Scorpius von Pionieren der Röntgenastronomie entdeckt. Diese Quelle erhielt nach der alten Nomenklatur als erste Röntgenquelle in diesem Sternbild den Namen Scorpius X-1. Sco X-1 ist im optischen Wellenlängenbereich unauffällig. Die Entdeckung löste sofort reges Interesse an der Röntgenastronomie aus. Dieses Interesse ist seit damals nie abgebrochen.
Während es möglich ist, extraterrestrische elektromagnetische Strahlung
im optischen z.B. mit dem Auge oder im Radiobereich mit großen
Radioantennen auf der Erdoberfläche zu empfangen, kann im Bereich der
Röntgenwellenlängen die Strahlung die Erdatmosphäre nicht durchdringen.
Ohne diese schutzgebende Hülle hätte sich auf der Erde überhaupt kein
Leben entwickeln können, da Röntgenstrahlung Molekülstrukturen
zerstört. Es ist also unmöglich, Röntgenstrahlung astronomischer
Quellen mit bodengebundenen Instrumenten zu beobachten. Um
kosmische Röntgenstrahlung in hinreichendem Maß registrieren zu können, dürfen die
Detektoren nicht viel mehr als 0.1% der Erdatmosphäre über sich haben.
Höherenergetische Röntgenstrahlung durchdringt die
Atmosphäre stärker als niederenergetische Röntgenstrahlung.
Strahlung mit einer Energie von 30 keV (Das keV ist
eine typische Energieeinheit in der Röntgenastronomie,
1 eV = 1,60217733{49} * 10^{-19} J ) dringt bis zu ca. 35 km Höhe
durch. Diese Strahlung kann von Detektoren auf speziellen Ballonen gemessen
werden. Strahlung mit der Energie von 3 keV kann erst ab einer Höhe
von ca. 80 km detektiert werden. Für diese Höhe werden schon Raketen
benötigt. Wenn die Strahlung eine Energie von 1 keV hat und parallel
zur Erdoberfläche einfällt, so kann sie erst in 200 km Höhe
detektiert werden.
Diese Umstände erklären, warum sich die
Röntgenastronomie erst nach dem zweiten Weltkrieg entwickeln konnte, als
die V2-Raketentechnologie zur Verfügung stand. So entdeckte das Naval
Research Laboratory mit dieser Technologie 1949, daß die Sonne
Röntgen und UV-Strahlen entsendet. Die Sonne strahlt im
Röntgenbereich mit ca. 4 * 10^{20} J/ s eine
10^{6}-mal geringere Leistung ab als im optischen Bereich.
Die Detektoren, die Anfang der 60er Jahre zu Verfügung standen, konnten
wegen einer zu geringen Empfindlichkeit die nächsten
sonnenähnlichen Sterne nicht als Röntgenquellen identifizieren.
So blieb die Sonne bis Anfang der 60er das einzig wirklich
interessante Forschungsobjekt für die wenigen Wissenschaftler, die sich mit
der Röntgenastronomie befassten.
Die Überraschung war groß, als 1962 bei einer Untersuchung von möglichen
Wechselwirkungen von Röntgenstrahlung der Sonne mit der
Mondoberfläche zufällig die Röntgenquelle Sco X-1 von R. Giaconni et al. entdeckt wurde.
In den USA war diese Untersuchung unter anderem durch
das Apollo-Programm motiviert. Mit diesem von Präsident J. F. Kennedy
geförderten Programm wollten die USA der Sowjetunion bei der ersten bemannten
Mondlandung zuvorkommen.
In den wenigen Minuten, in denen die Aerobee-Rakete um ihren Umkehrpunkt
drehte, registrierten Geiger-Zähler einen heftigen Zählratenausschlag,
der weder auf Sonne noch Mond zurückzuführen war. Weitere
Röntgen-Beobachtungen mit Raketen konnten Sco-X1 immer besser lokalisieren.
99.9 % der Strahlung von Sco X-1 tritt als Röntgenstrahlung mit einer
Leistung von ca. 2 * 10^{30} J / s auf.
Sein optischer Begleiter hat eine scheinbare Helligkeit von 13. Größenklasse und kann
mit dem bloßen Auge nicht gesehen werden.
Mit Raketen- und Ballonexperimenten
konnten bis 1970 etwa 50 kosmische Röntgenquellen entdeckt werden.
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HotSpot: Claudie Haigneré - Europäerin, Astronautin, Ministerin |
von Karl Urban | |
"Ich war erst zwölf, als Neill Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte.
Ich sah einen Traum, der Wirklichkeit wurde. Eine Tür wurde geöffnet. - Ich sah nicht sofort, dass sie auch für mich geöffnet wurde, aber die Mondlandung vermittelte mir einen Eindruck vom Weltraum."
Claudie Haigneré ist wohl eine der außergewöhnlichsten und erfolgreichsten Frauen in der Raumfahrt. Sie ist das einzige weibliche Mitglied des europäischen Astronauten-Corps und wurde zudem am 17. Juni 2002 zur Ministerin für Forschung und neue Technologien im französischen Regierungskabinett ernannt. Dieser Artikel soll ihr Leben etwas näher beleuchten.
Claudie Haigneré (früher André-Deshays) wurde am 13. Mai 1957 in Le Creusot, Frankreich geboren. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie mag moderne Kunst, Lesen und Sport.
Ihre berufliche Laufbahn war von Anfang an auf die Medizin ausgerichtet: Sie graduierte an der Faculté de Médecine in Paris-Cochin und der Faculté des Sciences zur Rheumatologin. 1985 promovierte sie schließlich in Neurowissenschaften. Sie arbeitete seit Mitte der 80er Jahre an Pariser Krankenhäusern.
Wie kam Claudie nun zur Raumfahrt?
"1985 war ich Krankenhaus-Ärztin. Eines Tages war da eine Nachricht am schwarzen Brett von der französischen Raumfahrtagentur CNES, die auf der Suche nach Wissenschaftlern für das französische Mikrogravitations-Forschungsprojekt war. Ich hatte überhaupt keine Zweifel: Ich musste einfach dieses Bewerbungsformular bekommen. Ich stellte fest, dass mein Traum auch Realität werden konnte. Dies war die Tür und sie war offen. Danach lief ein sehr langer Auswahlprozess, aber ich hatte ein Gefühl, dass ich es trotzdem schaffen konnte. Letztlich wurden nur sieben genommen, von tausenden Bewerbern."
Claudie gehörte zu den sieben ausgewählten Bewerbern. Im Oktober 1992 wurde sie zur Backup-Kosmonautin für Jean-Pierre Haigneré auf der französisch-russischen Mission Altair.
Ab September 1993 war Claudie verantwortlich für die Koordination des Wissenschaftsprogramms auf der ebenfalls französisch-russischen Mission Cassiopée und für die französischen Experimente bei der ESA-Mission Euromir '94.
Im Dezember 1994 wird Claudie schließlich zur Forschungs-Kosmonautin der Cassiopée-Mission ernannt. 16 Tage vom 17. August bis 2. September 1996 verbringt Claudie im All.
Im Jahr 1999 wird sie wiederum Backup-Astronautin für Jean-Pierre Haigneré. Beim Training für die Mission Perseus qualifiziert sie sich zum Kosmonauten-Ingenieur an Bord der Soyuz-Kapsel und der Raumstation Mir. 1999 wird sie als einzige Frau Mitglied des ESA-Astronauten-Corps und arbeitet seitdem auch an der Entwicklung von Mikrogravitations-Experimenten für das europäische Columbus-Modul der Internationalen Raumstation (ISS).
"Am Morgen des 9. Oktober [2001] gehen wir ins Sternenstädtchen. Vom dortigen Militärstützpunkt bringen uns zwei Maschinen vom Typ TU 134 in das Trainingszentrum des Kosmodroms Baikonur in Kasachstan:
Aus Sicherheitsgründen zwei Flugzeuge, die Erstbesatzungs in dem einen, die Backup-Besatzung in dem anderen."
Claudie beschreibt den Aufbruch zu ihrem zweiten Flug: Wieder von Russland aus, jedoch nicht mehr zur Mir sondern zur ISS. Sie nimmt an der Mission Andromède teil, die in erster Linie den Austausch der Soyuz-Kapsel an der Station zum Ziel hatte. Daneben wurde an Bord auch geforscht, bis sich Claudie und ihre beiden russischen Begleiter auf den Rückweg zur Erde machten.
Mit Andromède ist Claudie zum einen die erste Frau, die bei einer Soyuz-Landung das Kommando innehat. Zum anderen ist sie überhaupt die erste Europäerin an Bord der ISS.
Claudies Ernennung zur französischen Ministerin für Forschung und neue Technologien zeigt erneut den außergewöhnlichen Ehrgeiz und die Fachkompetenz einer Frau, die sich in einer männerdominierten Welt bravorös behauptet. Was sagt sie zur Chance von Frauen in der Raumfahrt?
"Physiologisch gibt es bei kurzen Aufenthalten im All zwischen den Geschlechtern keine Unterschiede. Bis jetzt haben kaum Frauen an Langzeitflügen teilgenommen, so dass nicht genug Daten existieren, die man auswerten könnte. Auf dem psychologischen Level gab es trotzdem eine Zahl von Studien zum menschlichen Wohlbefinden in Isolation und den beschränkten Verhältnissen für Raumfahrer im All. Es wurde eindeutig gezeigt, dass gemischte Crews am besten sind - in der Organisation ihrer Arbeit, beim Treffen von Entscheidungen, dem Schlichten von Konflikten und ihren Kontakten mit der Bodenkontrolle. Männer und Frauen sind unterschiedlich und ergänzen sich doch. Wir müssen sie nach ihren eigenen Vorstellungen zusammenleben und -arbeiten lassen, ohne zu bestimmen, sie sollten sich gleich verhalten. Wenn wir die Planeten erforschen, wird dies ein großer Schritt vorwärts für die gesamte Menschheit sein. Und die Menschheit hat zwei Geschlechter."
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Neues Mitglied für die sechste Stammbesatzung
Für die fünfte Stammbesatzung begann die Woche mit dem Ausbau und Austausch der Remote Power Converter Modules in der Luftschleuse Quest. Zeichen deuteten auf eine Fehlfunktion hin, was die Ingenieure am Boden zu ihrem Austausch veranlaßte, obwohl sie zwischenzeitlich ihre Funktionalität wiedererlangten. Nachdem Waleri Korsun und Peggy Whitson den Austausch vorgenommen hatten, bestätigte die Bodenkontrolle, dass die neuen Einheiten fehlerfrei arbeiten. Die ausgebauten Einheiten werden zu genaueren Untersuchungen und Analysen zur Erde zurückgebracht.
Wie auch in den vorangegangenen Wochen konzentrierten sich die wissenschaftlichen Arbeiten auf die Experimente Solidification Using a Baffle in Sealed Ampoules (SUBSA), Advanced Astroculture und Pulmonary Function in Flight (PUFF). Bei dem Experiment SUBSA werden Halbleiterproben bis zu ihrem Schmelzpunkt erhitzt, danach abkühlen und fest werden gelassen. Ziel dieses Experimentes ist es, Verfahren zu entwickeln um größere und sauberere Halbleiter für eine Vielzahl von Anwendungen im Computer- und Elektronikbereich herzustellen. Von dem Experiment Advanced Astroculture erhoffen sich die Wissenschaftler Sojabohnen mit einem gesteigerten Öl-, Protein- oder Kohlehydratgehalt. Das Experiment PUFF wurde in Vorbereitung auf die am 16. und 23. August anstehenden Extravehicular Activities (EVAs) durchgeführt. Es untersucht die Auswirkung von EVAs und Langzeitaufenthalten auf die menschliche Lungenfunktion. Korsun und Whitson werden während der ersten EVA Schutzabdeckungen gegen Mikrometeoriten und Weltraumtrümmer an dem Servicemodul Swjesda anbringen. Zudem werden an der Außenhülle der Raumstation russische Materialproben befestigt werden, um sie der dünnen Atmosphäre aus atomarem Sauerstoff auszusetzen. Ähnliche Proben für ein japanisches Experiment werden von Korsun und Sergej Trestschow während der zweiten EVA installiert, genauso wie zwei zusätzliche Amateurfunkantennen.
Eine ausführliche Notfallübung und die Überprüfung der Notfallausrüstung, wie Feuerlöscher und tragbare Atemgeräte, wurde genutzt, um sicherzustellen, dass Korsun, Trestschow und Whitson die nötigen Handlungsschritte beherrschen, sollte es zu einem Feuer innerhalb der Raumstation kommen. Außerdem filmte die Besatzung Vorführungen für das International Toys in Space Project. Sie hantierten diese Woche unter anderem mit Jo-Jos, Kreiseln, Fußbällen und einem verkleinerten Hockeyspiel, um festzuhalten, wie sich Spielzeuge in Schwerelosigkeit verhalten. Damit soll das Interesse der Schüler für die Weltraumforschung geweckt werden.
Die Arbeiten an der Carbon Dioxide Removal Assembly (CDRA) im Labor Destiny gingen diese Woche ebenfalls weiter. Korsun und Whitson haben in der vorangegangenen Woche eine der beiden Desiccant/Sorbent Bed Assemblies ausgetauscht. Am Dienstag versuchte dann die Bodenkontrolle die neue Einheit, die Zeolithkristalle enthalten um das ausgeatmete Kohlendioxid zu filtern, zu aktivieren. Aber auch die Ersatzeinheit zeigte Lecks, ähnlich wie die zuvor ausgebaute Einheit. Ingenieure, die für das Lebenserhaltungssystem verantwortlich sind, vermuten, dass sich an anderer Stelle in der CDRA ein Leck befindet, das durch den Austausch nicht behoben wurde. Allerdings kann das System ohne Probleme mit der verbliebenen funktionierenden Einheit weiterarbeiten. Am Donnerstag vernahm die Besatzung Klappergeräusche während sie auf dem Treadmill Vibration Isolation System (TVIS) auf der Stelle lief oder ging. Als Folge daraus wurden die Übungen an diesem Gerät vorübergehend eingestellt. An Stelle dessen werden die Besatzungsmitglieder eine Vielzahl weiterer Geräte benutzen, um ihre körperliche Fitness aufrechtzuerhalten.
Raumfahrtoffizielle aus Rußland testeten mehrfach das Triebwerk des Versorgungsraumschiffes Progress M-46 in Vorbereitung auf die Anhebung der Bahnhöhe der International Space Station (ISS) am 01. August, um die Raumstation in eine optimale Höhe für die Ankunft der nächsten beiden russischen Raumschiffe zu bringen. Dabei handelt es sich um das nächste unbemannte Versorgungsraumschiff Progress M1-9 und das bemannte Rückkehrraumschiff Sojus TMA-1. Die jeweiligen Starts sind für den 10. September beziehungsweise den 22. Oktober vorgesehen. Eine Umstellung gab es unterdessen bei der sechsten Stammbesatzung. Diese bestand ursprünglich aus Kommandant Kenneth Bowersox und den Bordingenieuren Donald Thomas und Nikolai Budarin und sollte die im Moment an Bord befindliche fünfte Stammbesatzung ablösen. Aufgrund einer medizinischen Untersuchung, die die Qualifikation von Thomas für einen Langzeitaufenthalt verhindert, rückte aus der Ersatzmannschaft Donald Pettit als neuer Bordingenieur nach.
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Internationale Raumstation
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Für unsere Leser, die des Englischen mächtig sind, bietet diese Seite einen Einblick in die Organisation, welche 1976 das erste russische, wiederverwendbare Raumfahrzeug baute - die MOLNIYA Research and Industrial Corporation. Es sind verschiedene Projekte aufgeführt, die alle anschaulich mit Bildern erklärt sind, wie z.B. das Spiral-Projekt oder der Buran Orbiter.
Wer die russische Sprache beherrscht, kann noch mehr Informationen unter dieser Adresse einsehen.
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InDetail: Konjunktion und Opposition |
von Michael Stein | |
Newton ist die nach dem englischen Physiker und Mathematiker Sir Isaac Newton (1642-1727) benannte physikalische Einheit für Kraft. In der Mechanik wird die auf einen Körper einwirkende Kraft als Produkt der Masse dieses Körpers und der ihm verliehenen Beschleunigung definiert (sog. Zweites Newtonsches Axiom). Ein Newton wiederum ist die Kraft, die einer Masse von einem Kilogramm eine Beschleunigung von einem Meter pro Quadratsekunde verleiht, oder mathematisch ausgedrückt: 1 N = 1 kg × 1 m/s2.
In der Raumfahrt wird die Leistung von Triebwerken oft in Newton bzw. bei schubschwachen Ionen-Triebwerken in Millinewton angegeben. Beispielsweise entspricht eine Schubleistung von zehn Newton in etwa der Kraft, mit der die Gravitation unseres Planeten einen Körper mit einer Masse von rund einem Kilogramm nach unten zieht (anders ausgedrückt: Ein Triebwerk mit einer solchen Schubleistung würde ein Gewicht mit einer Masse von rund einem Kilogramm gerade in der Schwebe halten - da die Erdbeschleunigung genau 9,80665 m/s2 beträgt, würde dieses Gewicht sogar langsam durch das Triebwerk angehoben werden).
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"In Space Newsletter" #035
Erscheinungsdatum:
27. Juli 2002
Auflage: 623 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Supervising:
Lorenz Ulrich
Schlussredaktion:
Karl Urban
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Jan Großmann
Lutz Growalt
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Dominik Mayer
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Lu Shi
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
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