| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #044 vom 28. September 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter"
Ausgabe #044
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Planetensysteme entstehen
> History Special:
Astronomie seit der Antike (2)
> HotSpot:
SOFIA - Das fliegende Auge (2)
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
"Armageddon" aus wissenschaftlicher Sicht
> InDetail:
Synchrone Rotation
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
ich freue mich, wieder einen neuen Mitarbeiter beim Team von Raumfahrer.net begrüssen zu können. Diesmal ist es Sebastian Mateja, der im Space Focus mit einen Artikel über die Planetenentstehung debutiert. Natürlich finden Sie daneben wieder viele weitere, für Sie hoffentlich interessante und spannende Artikel aus den Bereichen Raumfahrt und Astronomie.
Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich von Ihnen als Chefredakteur dieses Newsletters zu verabschieden. Aufgrund größerer Veränderungen auf beruflichem Gebiet ist es mir auf absehbare Zeit leider nicht mehr möglich, das für eine solche Aufgabe erforderliche kontinuierliche Engagement zu erbringen.
Natürlich werden Karl Urban - Newsletter-Chefredakteur der ersten Stunde und eine tragende Säule des gesamten Raumfahrer.net-Projektes - sowie das gesamte Team des In Space-Newsletters auch weiterhin dafür sorgen, dass die bisherige Qualität und Kontinuität gewahrt bleiben. Dem gesamten Team von Raumfahrer.net sei an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit noch einmal ausdrücklich gedankt.
Machen Sie es gut & viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Michael Stein
Chefredakteur "Raumfahrer.net"
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Umfrage: Ist Ihrer Meinung nach eine bemannte Marsmission innerhalb der nächsten 20 Jahre wirtschaftlich wie technologisch durchführbar?
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» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• Atlantis: Erster Start seit Juni steht bevor <mehr>
• Der Wettersatellit MSG-1 ist bereit für seine Abnahmechecks <mehr>
• Mikroben in der Venus-Atmosphäre? <mehr>
• Zitterpartie um britischen Mars-Lander <mehr>
• Neue Internetseite der ESA <mehr>
• Was tun, um nicht wie die Dinosaurier zu enden? <mehr>
• Die NASA und das Universum <mehr>
• Urknall-Theorie erneut bestätigt <mehr>
» Atlantis: Erster Start seit Juni steht bevor
28. September 2002 - Im Kennedy Space Center, Florida, werden die Vorbereitungen zum Start der Mission STS 112 fortgesetzt, die am 2. Oktober starten soll.
Die letzten elektrischen Tests des externen Tanks wurden eingeleitet. Die Missionsmanager beobachten weiterhin, dass während der Startvorbereitungen keine Fehler im Bereich des Kennedy Space Center auftreten.
Die Atlantis und die sechs Besatzungsmitglieder starten am 2. Oktober, um den Träger S1 zur Internationalen Raumstation zu transportieren, der den Aufbau ihrer Trägerstruktur vorantreiben soll. Die Atlantis ist seit Juni 2002 die erste amerikanische Raumfähre, die ins All aufbricht. Durch Haarrisse, die an den Treibstoffleitungen gefunden wurden, war die gesamte Shuttle-Flotte an den Boden gezwungen worden. Dadurch verzögerte sich auch der Ausbau der ISS erheblich.
(ku - Quelle: NASA)
» Der Wettersatellit MSG-1 ist bereit für seine Abnahmechecks
27. September 2002 - Der erste Satellit der neuen Generation von EUMETSAT-Wettersatelliten, MSG-1, hat seine geostationäre Umlaufbahn von 36.000 km über der Erde erreicht und steht jetzt bei 10,5 Grad westlicher Länge. MSG (= Meteosat Second Generation) wurde in enger Kooperation der Europäischen Weltraumorganisation ESA und EUMETSAT, der Europäischen Organisation zur Nutzung von Wettersatelliten, entwickelt.
Mit der Expertise der ESA in der Entwicklung von Raumfahrttechnologie und der meteorologischen Erfahrung sowie einer langzeitlichen operationellen Perspektive EUMETSATs wird das MSG-System für eine Dauer von mindestens 12 Jahren Daten liefern.
Nach der Trennung von der Trägerrakete Ariane 5 am 29. August hatte das Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESOC in Darmstadt die Startphase und den Betriebsbeginn (LEOP = Launch and Early Orbit Phase) durchgeführt. Nach sorgfältiger Vorbereitung haben in der LEOP-Phase eine Reihe von präzis kontrollierten Zündungen der an Bord des Satelliten zur Steuerung verfügbaren LAMs (= Liquid Apogee boost Motors) stattgefunden. So wurde die Fluggeschwindigkeit des Satelliten schrittweise auf 3 Kilometer pro Sekunde erhöht und die Flugbahn auf 36.000 km über der Erde eingestellt. Nach diesen Steuerungsmanövern wurde der Satellit ausgerichtet und seine Eigendrehung auf 100 Umdrehungen pro Minute stabilisiert. José Achache, ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, erklärte: "Von der Entwicklung des Satelliten bis zu dessen Positionierung und Inbetriebnahme im Orbit haben ESA und EUMETSAT eng zusammen gearbeitet, um den Bürgern Europas und darüber hinaus ein Werkzeug für eine zuverlässige Wettervorhersage anzubieten."
Mit Erreichen seiner jetzigen Position wurde die Kontrolle des Satelliten an EUMETSAT übergeben. Im Dezember 1995 übernahm EUMETSAT die vollständige Kontrolle seiner Wettersatelliten, die bis dahin von der ESA kontrolliert wurden. Das Kontrollzentrum von EUMETSAT liegt ebenfalls in Darmstadt. MSG-1 wird nun in dieser neuen Position bleiben, und die Instrumente an Bord werden aktiviert. Während der folgenden Abnahmeprozeduren werden alle Aspekte des Systems sowohl an Bord des Satelliten als auch am Boden gründlich getestet. Das erste Bild von MSG-1 wird voraussichtlich Ende Oktober empfangen. Bis zum Jahresende sollen die Nutzer die MSG-1-Bilder operationell für weitergehende Auswertungen empfangen können.
Aktuelle Satellitenbilder und ein Überblick über alle Wettersatelliten können Sie durch einen Klick auf diesen Link erhalten. Wenn Sie sich darüber hinaus speziell über russische Wettersatelliten informieren möchten, dann folgen Sie diesem Link.
(la - Quelle: ESA)
» Mikroben in der Venus-Atmosphäre?
27. September 2002 - Ein an der Universität von El Paso (Texas) lehrender deutscher Wissenschaftler hält die Existenz von Mikroben in den oberen Schichten der Venus-Atmosphäre, wo gemäßigte Temperaturen herrschen, trotz des sauren Milieus für möglich, was seiner Ansicht nach auch einige bis heute nur schwer zu erklärende Eigenheiten der Venus-Atmosphäre erklären könnte.
Während der Schwesterplanet der Erde gerne als ein Prototyp für eine lebensfeindliche Umgebung genannt wird - Atmosphärendrücke von mehreren hundert Bar und Temperaturen, bei denen Blei schmelzen würde, an der Planetenoberfläche sowie eine chemisch saure Zusammensetzung der Atmosphäre lassen den Gedanken an Leben gar nicht erst aufkommen -, hat der an der Universität von Texas arbeitende Wissenschaftler Dirk Schulze-Makuch einem Artikel des Wissenschaftsmagazins New Scientist zufolge nun die Hypothese aufgestellt, dass in den oberen Schichten der Venus-Atmosphäre durchaus Leben existieren könnte.
Er hat dabei die Bedingungen in etwa 50 km Höhe vor Augen, wo die Temperaturen der Atmosphäre bei nur noch 70° C liegen und die Druckverhältnisse in etwa denen an der Erdoberfläche gleichen. In diesem Bereich liegt außerdem noch die höchste Konzentration von Wassertropfen in der gesamten Venus-Atmosphäre vor, wenngleich dort immer noch ein sehr saures Milieu herrscht. "Aus astrobiologischer Sicht ist die Venus kein hoffnungsloser Fall", fasst Dirk Schulze-Makuch seine Interpretation der Situation zusammen.
Zudem führt der Wissenschaftler verschiedene ungewöhnliche Merkmale der Venus-Atmosphäre an, die durch die Annahme der Existenz von Mikroben erklärt werden könnten. So sind dort beispielsweise nur geringe Spuren von Kohlenmonoxid zu finden, was darauf hindeuten könnte, dass irgendetwas dieses Gas verbraucht - aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung sollte der Anteil dieses Gases in der Venus-Atmosphäre viel höher sein, als er es tatsächlich ist. Noch mysteriöser sei das Vorhandensein von Carbonylsulfid in der Atmosphäre der Venus: Dieses Gas wird nur unter derartig speziellen Bedingungen durch nicht-organische Prozesse erzeugt, dass es von einigen Wissenschaftlern als Indiz für das Vorhandensein biologischer Aktivität angesehen wird. "Auf der Erde sind die effizientesten Katalysatoren [für dieses Gas] Mikroben", fasst Schulze-Makuch zusammen.
Schulze-Makuch kann sich vorstellen, dass Mikroben in den Wolken der Venus leben und ultraviolette Strahlung der Sonne als Energiequelle nutzen. Das würde unter Umständen auch dunkle Flecken erklären, die sich auf UV-Aufnahmen des Planeten finden.
Erwartungsgemäß teilen nicht alle Forscher seine Theorie, die er auf einem astrobiologischen Kongress in Graz (Österreich) vor einigen Tagen präsentiert hat. So weisen einige Forscher darauf hin, dass für die Entstehung von Leben mehr als nur einige Tropfen Wasser notwendig seien. Diesem Einwand begegnet Schulze-Makuch mit dem Hinweis darauf, dass es auf dem Planeten Anzeichen für kühlere Temperaturen und damit auch das Vorhandensein von Wasser in größerem Ausmaß vor langer Zeit gebe. Das Leben hätte sich dort entwickeln können und sich dann bei zunehmender Verschlechterung der Umweltbedingungen in solche Nischen wie die jetzt von ihm genannte Atmosphärenschicht zurückziehen können, so Schulze-Makuch.
Im Jahr 2005 soll höchstwahrscheinlich (eine endgültige Entscheidung fällt spätestens im nächsten Monat) die ESA-Raumsonde Venus Express zu unserem inneren Nachbarplaneten fliegen, um von einer Umlaufbahn aus die Atmosphäre näher zu untersuchen. Die Schwedische Raumfahrtagentur plant für das Jahr 2010 sogar eine Mission zur Venus, die Proben der Atmosphäre nehmen und zur Erde zurückbringen soll. Für dieses Vorhaben werden allerdings noch Partner gesucht, um es verwirklichen zu können.
(ms - Quelle: New Scientist)
» Zitterpartie um britischen Mars-Lander
26. September 2002 - Der für Mitte 2003 geplante Start des in Großbritannien entwickelten und zur Zeit in der Konstruktion befindlichen Mars-Landers Beagle 2 ist einem Bericht von BBC Online zufolge gefährdet.
Wie das britische Online-Magazin in einem Artikel vom 23. September berichtet hinkt die Fertigstellung von Beagle 2 dem Zeitplan deutlich hinterher. Der Start des Landers ist gemeinsam mit der ESA-Sonde Mars Express für Ende Mai nächsten Jahres geplant. Eine Verschiebung des Starttermins um mehr als einige Tage ist nicht möglich, da der Start der ersten europäischen Marssonde an eine ganz bestimmte Konstellation von Erde und Mars gekoppelt ist.
Der britische Lander, der unter Leitung eines Teams von der Open University in Milton Keynes (UK) entwickelt wurde, soll quasi "huckepack" von der europäischen Marssonde zum Roten Planeten transportiert werden und sich fünf Tage vor Eintritt von Mars Express in eine Marsumlaufbahn vom Mutterschiff lösen, um dann - gebremst von einem Fallschirm - bis auf die Planetenoberfläche hinabzusinken. Dort sollen automatisch aufblasbare "Airbags" schließlich dafür sorgen, dass die Raumsonde das Auftreffen auf dem Marsboden übersteht. Allerdings stehen aufgrund der extremen Gewichtsbeschränkungen (das Gesamtgewicht von Beagle 2 beträgt nur rund 60 kg) keine Bremsraketen zur Verfügung, wie sie beispielsweise bei den ebenfalls im nächsten Jahr startenden amerikanischen Mars-Rovern zum Einsatz kommen, wodurch das Risiko einer Beschädigung der Sonde bei der Landung relativ hoch ist.
Während der Direktor des ESA-Wissenschaftsprogramms, Prof. Southwood, bei einer ESA-Veranstaltung am 18. September noch einmal ausdrücklich betonte, dass der Start von Mars Express nicht wegen eventueller Probleme bei der Fertigstellung bzw. dem Test von Beagle 2 verschoben werden könne, zeigte sich Prof. Pillinger - Leiter des Beagle 2-Teams an der Open University - zuversichtlich, dass sich der britische Mars-Lander allen Schwierigkeiten zum Trotz im Mai nächsten Jahres zusammen mit Mars Express auf die Reise zum Roten Planeten machen wird. Doch selbst wenn dieses Ziel erreicht wird ist der Erfolg des Mars-Landers aufgrund unterdimensionierter finanzieller Mittel fraglich, wie vor einigen Wochen in einem Artikel der ZEIT näher ausgeführt wurde.
(ms - Quelle: BBC Online)
» Neue Internetseite der ESA
25. September 2002 - Die ESA berichtet ab sofort auf einer neuen Internetseite über die Integral-Mission.
Das Gammastrahlen-Teleskop Integral wird nach seinem Start am 17. Oktober neue Einblicke in die heftigsten und exotischsten Gegenstände des Universums, wie schwarze Löcher, Neutronsterne, aktive galaktische Kerne und Supernovas zur Verfügung stellen. Und er wird uns helfen, Prozesse wie die Anordnung der neuen chemischen Elemente zu verstehen und die geheimnisvollen Gammastrahlenexplosion, die energetischsten Phänomene im Universum.
Hier geht's zur neuen Webseite der ESA.
(sr - Quelle: ESA)
» Was tun, um nicht wie die Dinosaurier zu enden?
25. September 2002 - Meldungen über Asteroiden oder Kometen auf Kollisionskurs mit der Erde kommen allemal gelegen, um die Nachrichtendürre im Sommer zu überwinden. Ist an diesen Unheilsbotschaften etwas dran, und was unternimmt in diesem Falle die ESA?
Natürlich hätte es apokalyptische Folgen, wenn ein großer Komet oder Asteroid mit der Erde zusammenstieße. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zusammenstoßes ist aber äußerst gering. Die letzte Schreckensmeldung, die durch die Presse ging, wurde von dem Asteroiden 2002 NT7 ausgelöst, ein etwa 2 km durchmessendes Objekt, das den ersten Verlautbarungen zufolge am 1. Februar 2019 mit einer Geschwindigkeit von 28 km/sek. auf der Erde einschlagen soll. Das Ergebnis wären ungeheure Verwüstungen, wenn nicht gar - wie manche Zeitungen prophezeiten - das Ende der Welt.
Zum Glück für die Menschen, die das Jahr 2019 erleben, wird die Gefahr, dass es zu einem solchen Zusammenstoß kommt, inzwischen als vernachlässigbar klein betrachtet. Obwohl in den ersten Schätzungen die Wahrscheinlichkeit noch mit 1:100.000 beziffert wurde, setzen die Wissenschaftler, die diesen neuen Asteroiden - er wurde erst im Juli entdeckt - und seine Flugbahn sehr viel eingehender unter die Lupe genommen haben, sie nun erheblich niedriger an. Asteroiden und Kometen, die auf ihren Bahnen der Erde nahekommen, werden als erdnahe Objekte (Near Earth Objects - NEO) bezeichnet. Objekte mit weniger als 50 m Durchmesser verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Schätzungen zufolge fallen jedes Jahr rund 50.000 NEO-Bruchstücke als Meteoriten auf die Erde - meist zu klein, um Schaden anzurichten.
Glücklicherweise ist ein Zusammenstoß mit der Erde um so weniger wahrscheinlich, je größer ein NEO ist, da schon ein Objekt mit 300 m Durchmesser ein ganzes Land verheeren und beim Einschlag in einen Ozean die gefürchteten Tsunamis auslösen könnte, jene Riesenwellen, die viele Küstenstädte zerstören.
Laut Aussagen der Astronomen schlägt ein NEO mit rund 50 m Durchmesser alle 100 bis 300 Jahre und ein NEO mit 1 km Durchmesser im Abstand von einigen Hunderttausend Jahren auf der Erde ein. Sehr große Zusammenstöße, die den Fortbestand aller großen Landlebewesen gefährden können, treten alle hundert Millionen Jahre auf. Bisher haben die Astronomen 600 NEO mit mehr als 1 km Durchmesser ausfindig gemacht, glauben aber, daß es noch einmal halb so viele gibt, die erst noch aufgespürt werden müssen. Selbst wenn der tatsächliche Bestand niedriger sein sollte, steht doch fest, daß die Erde früher oder später wieder von einem NEO derselben Größenordnung heimgesucht werden dürfte wie das Objekt, das vor 65 Millionen Jahren vermutlich zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat. Dies bringt uns zur zweiten Frage: Was unternimmt die ESA?
Schon seit Jahren fördert die ESA Vorhaben zur Beobachtung und Erforschung von NEOs. Sie ist der Ansicht, daß es sich dabei um Tätigkeiten handelt, die über die nationalen Grenzen hinausgehen und allen Völkern dienen. Außerdem ist im Weltraumforschungsinstitut ESRIN der ESA bei Rom der zentrale Knoten des Spaceguard-Netzes angesiedelt. Diese gemeinnützige wissenschaftliche Privatorganisation fördert und koordiniert die NEO-Forschung in der ganzen Welt.
Die ESA hat nun ein neues Projekt gestartet, um von der Industrie und Hochschulen Vorschläge dafür einzuholen, wie man die Erde am besten gegen NEOs schützen und vor allem mehr über diese in Erfahrungen bringen kann. Der von einem NEO angerichtete Schaden hängt von seiner Einschlaggeschwindigkeit, seiner Größe und seiner Zusammensetzung ab. Je mehr wir hierüber wissen, um so leichter kann entschieden werden, welche uns gefährlich werden können und was am besten gegen sie unternommen werden sollte.
Im Juni trat eine Gruppe von NEO-Sachverständigen zusammen, um die besten sechs Vorschläge auszuwählen. Andrés Gálvez, einer der ESA-Vertreter in der Gruppe, berichtet: "Als Gewinner wurden sechs Vorschläge ausgewählt, deren Missionskonzept zur Beantwortung grundlegender Fragen im Zusammenhang mit der Bedrohung durch NEOs beitragen dürfte: Wieviele NEOs gibt es, welche Größe und Masse haben sie, handelt es sich um kompakte Körper oder lose Gesteinsansammlungen? Diese Informationen und andere Daten werden benötigt, bevor geeignete Abwehrmaßnahmen ausgearbeitet werden können."
Die sechs Gewinner sind:
· Don Quijote: Dieser Vorschlag sieht zwei Raumfluggeräte vor, wovon eines namens Hidalgo mit hoher Geschwindigkeit auf einem Ziel-Asteroiden aufschlagen soll, während das zweite namens Sancho das Geschehen vor, während und nach dem Aufschlag aus sicherer Entfernung beobachtet, um Erkenntnisse über den inneren Aufbau des NEO zu gewinnen. Dabei würden auch mögliche künftige Abwehrmaßnahmen erprobt; z.B. würde geklärt, ob der Aufschlag von Hidalgo so programmiert werden kann, daß der Asteroid aus seiner Kollisionsbahn mit der Erde geworfen wird.
· Earthguard 1: Ein Raumfluggerät würde mit Hilfe eines Sonnensegels oder elektrischen Antriebs oder als Passagiernutzlast bei einem künftigen Start auf eine heliozentrische Bahn befördert, um NEOs aus einem günstigeren Blickwinkel zu beobachten.
· ISHTAR: Hierbei würde das Innere eines NEO, sein Aufbau und die von ihm ausgehende Gefahr mittels Radar-Tomographie sondiert, eine neue Technologie, die ein Bodendurchdringungsradar zu Aufnahmen des Inneren eines festen Körpers nutzt.
· SIMONE: Eine Flotte kostengünstiger Kleinsatelliten würde an einer Reihe von NEOs vorbeifliegen bzw. ihnen begegnen, um die Merkmale der Population zu bestimmen und aus nächster Nähe Informationen über die gefährlichen Objekte zu sammeln.
· EUNEOS: Aus einer Bahn im inneren Sonnensystem würde eine Himmelsdurchmusterung durchgeführt, um die gefährlichsten NEOs ausfindig zu machen. Diese sind mit bodengestützten Observatorien oft am schwersten zu beobachten, da diese schwach leuchtenden Objekte in vielen Fällen nur am Taghimmel oder sehr nahe am Horizont erscheinen.
· Fernbeobachtung von NEOs aus dem Weltraum: Mit einem weltraumgestützten Observatorium sollen Fernbeobachtungen durchgeführt und die physikalischen Eigenschaften von NEOs wie Größe, Zusammensetzung und Oberflächenbeschaffenheit bestimmt werden.
Andrea Carusi, der Präsident der Spaceguard-Stiftung, betrachtet es als "sehr wichtig, daß die ESA, eine der größten Raumfahrtagenturen, die außerdem schon stark an NEO-Untersuchungen beteiligt ist, sich zu einem weiteren Schritt in diese Richtung entschlossen hat."
Für die sechs Vorschläge werden nun aus Mitteln des ESA-Programms für Allgemeine Studien Voruntersuchungen durchgeführt. Anhand der Ergebnisse, die im Jahr 2003 vorliegen sollen, wird die ESA beurteilen, ob eine oder mehrere der vorgeschlagenen Missionen durchführbar sind und Entwicklungsarbeiten rechtfertigen.
(sr - Quelle: ESA)
» Die NASA und das Universum
24. September 2002 - Atomuhren gelten als die zuverlässigsten Zeitmesser der Welt. Nun wurden sie weiter verbessert - und verlieren nur noch eine Minute in 10 Milliarden Jahren, dem ungefähren Alter der Universums.
Die Atome eines Elements werden meist in einer gläsernen Vakuum-Kammer gehalten, deren Wände so beschichtet sind, dass die Atome nicht mit ihr kollidieren können und dadurch weder Zusammensetzung noch Zustand ändern. Unweigerlich führen solche Kollisionen dazu, dass die Atomuhr zu langsam oder zu schnell läuft.
Nun hat ein Team von Physikern und Ingenieuren am NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Kalifornien einen verbesserten Weg entwickelt, um diese Probleme der Genauigkeit der Atomuhr zu beseitigen. Mehr als ein Jahrzehnt lang arbeiteten die Wissenschaftler an einem Frequenz-Standard, der sogenannten Ionen-Falle. Das Team im JPL Frequency Standards Laboratory entwickelte und installierte eine neue trapped ion-Atomuhr, die die störenden Wände eliminiert. Diese neue Entwicklung des JPL vergrößert die Zuverlässigkeit der Atomuhren um den Faktor 20. Das Resultat ist eine Uhr, die in 10 Milliarden Jahren - etwa dem Alter unseres Universums - gerade einmal eine Minute verliert.
Das Instrument, das mit Quecksilber-Ionen arbeitet, wird von einer großen Anzahl von Atomuhren genutzt werden. Darunter ist auch das US-Marine-Observatorium, dass die Zuverlässigkeit des weltweiten Satelliten-Navigationssystem GPS sicherstellt. Während der Testphase wird die Ionenuhr ebenso als Referenzzeit für die Kontinentalzeit dienen. "Diese Ionenuhren wurden für langzeitliche Stabilität, fortlaufende Operationen und hohe Zuverlässigkeit entworfen," sagt Dr. Robert Tjoelker, Betreuer der Frequency and Timing Advanced Instrumentation Development Group beim NASA JPL. "Langfristige Zeitmessung ist eine ideale Anwendung für diese Technologie."
Mehr zur neuen Atomuhr können Sie hier nachlesen.
(ku - Quelle: NASA/JPL)
» Urknall-Theorie erneut bestätigt
23. September 2002 - Bei einer zwei Jahrzehnte laufenden Beobachtungsreihe am Südpol haben Astronomen der Universität Chicago den Grundbau der modernen kosmologischen Theorie bestätigt.
Mit Hilfe eines Radio-Teleskops mit dem Namen Degree Angular Scale Interferometer (DASI) auf der National Space Foundation's Amundsen-Scott South Pole Station maßen die Chicagoer Wissenschaftler eine insgesamt eine Minute lang andauernde Polarisierung der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, dem himmelsdurchdringenden "Nachglühen" des Urknalls.
Der größte Teil des Lichts ist unpolarisiert, seine vielen individuellen Wellen überlagern sich ständig, jede Welle flackert auf und schwellt wieder ab - auf einer anderen Ebene auf ihrem Weg zur Erde. Unpolarisiertes Licht wird unpolarisiert, wenn es reflektiert oder gestreut wird. Dies ist auch das Prinzip von polarisierten Sonnenbrillen, die den Glanz des Autolacks oder der Wasseroberfläche "entfernen", die die Lichtwellen, die stark auf- und abflackern, dazu bringen, die Gläser in einer Ebene zu passieren.
Die Polarisierung des kosmischen Mikrowellen-Hintergrunds entstand, als dieser durch das Auftreffen auf Materie vor über 14 Milliarden Jahren gestreut wurde. "Anstatt darauf zu bestehen, dass wir den Ursprung und die Entwicklung des Universums wirklich verstehen, sagen wir lieber, dass wir es einfach nicht wissen", sagt Kohn Carlstrom, Professor in Chicago und Teilnehmer an dem Forschungsprojekt. Er möchte die bevorstehende Entdeckung ankündigen: "Polarisation wurde vorhergesagt. Es wurde gemessen und sie liegt auf der Ebene der theoretischen Vorhersagen. Wir haben einen Stoß in dieses groteske Universums gewagt."
Es ist ein Universum, in welchem üblicherweise nur etwa 5 Prozent aller Materie und Energie aus dem Material besteht, aus dem Sterne und Planeten und Menschen gemacht sind. Die sehr viel größere Mehrzahl des Universums ist unterdessen eine noch unbekannte Sache, die die Astronomen auch Dunkle Materie und Dunkle Energie nennen. Diese undeutlichen Namen spiegeln den Fakt wider, dass die Wissenschaftler einfach nichts darüber wissen. Sie wissen nur, dass es entgegen der Gravitation wirkt und die Expansion des Universums beschleunigt.
Zusätzlich zur "Dunklen-Energie-Theorie" macht es die der kosmischen Inflation unwahrscheinlich, dass das Universum das gigantische Wachstum in dem Bruchteil einer Sekunde nach dem Urknall überstanden haben kann. "Dieser wunderschöne Baustein der modernen Kosmologie hat Elemente, die wir tatsächlich nicht verstehen, aber wir glauben an den Baustein", sagt Clem Pryke, Assistenz-Professor in Astronomie und Astrophysik an der Universität Chicago und Mitglied des DASI-Teams. "Dieses neue Ergebnis war ein zwingendes Ereignis für den Baustein, bestätigt zu werden."
Mehr zum DASI-Projekt können Sie hier lesen. Zum DASI-Projekt ist auch eine Bildergalerie verfügbar.
(ku - Quelle: University of Chicago)
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Space Focus: Planetensysteme entstehen |
von Sebastian Mateja | |
Junge Sterne sind von einer dünnen, herumwirbelnden Gas- und Staubwolke umgeben, die wahrscheinlich der Geburtsort von Planeten ist. Neue Computerberechnungen enthüllten, dass ein neugeborener Stern seine Anwesenheit durch einen klaren, deutlichen Ring aus kaltem Staub signalisiert. Solche Ringe wurden um viele nahe gelegene Sterne entdeckt.
Der Physiker Ben Bromley von der Universität von Utah und der Astronom Scott Kenyon vom Smithsonian Astrophysical Observatory erreichten diese Ergebnisse durch die Nutzung eines parallelen Supercomputers des National Aeronautics und Space Administrations Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Calif.
Die Computersimulationen waren sehr wirklichkeitsgetreu und zeigten wie Staub- und Gasringe um Sterne herum erscheinen, wachsen und dann verblassen, abhängig von der Größe und Anzahl der Planenten. Die Ergebnisse wurden am 20. September im The Astrophysical Journal veröffentlicht.
Bereits existierende Methoden zum Suchen von Planeten können nur Planeten finden, die so groß sind wie der Jupiter, obwohl einige Teleskope, sie sich in der Erdumlaufbahn befinden, neue Planeten von der Größe der Erde zu entdecken versprechen.
Die neue Methode - Planeten in Staubwolken, die andere Sterne umkreisen, zu suchen - "ist wirklich die einzige Technik die wir haben, um Planeten, die kleiner als der Pluto sind, zu finden", sagt Bromley, ein Physik-Assistenzprofessor an der Universität von Utah.
Kenyon, ein angestellter Wissenschaftler an der Smithsonian Astrophysical Observatory in Cambridge, Mass., fügt hinzu: "Für Leute, die Planeten suchen, bieten diese staubigen Ringe eine Möglichkeit ein Objekt - von der Größe des Plutos bis zum Mond und größer - auf einer Sternkarte zu lokalisieren."
Die Staubringe entstehen nach der Art, wie die Planeten versammelt sind. Staub und Gas um einen neuen Stern kondensieren - wie Wassertropfen in einer Regenwolke - und bilden Planetoiden, kleine Körper aus Eis und Fels mit einem Durchmesser von einigen Metern bis Kilometern. Diese Körper sind die Grundlage von Planeten wie die Erde. Planetoiden nehmen durch Kollisionen untereinander an Größe zu. Bei einem Zusammenstoß beschleunigen die Größeren die kleineren auf hohe Geschwindigkeiten. Wenn kleine Planetoiden miteinander kollidieren, werden sie zertrümmert und bilden den Staub, den man in den Ringen sieht.
Die Wissenschaftler entwickelten Animationen um zu demonstrieren, wie sich Ringe entwickeln und als Resultat der sich formenden Planeten unter verschieden Umständen bestehen bleiben. Die Animationen und beschreibenden Texte finden sich hier.
Beweise bestätigen, dass viele Sterne Planeten haben, ähnlich wie in unserem Sternsystem. Massive, jupitergrosse Planeten zerren an ihren Muttersternen, was den Stern zu einer kleinen aber erfassbaren Schwankung bringt. Dutzende Sterne offenbaren ihre jupiterartigen Planeten auf diese Weise. Aber kleine Planeten wie die Erde sind schwerer zu finden. Von Kenyon und Bromley vorgetragene Berechnungen zeigen, dass Staubringe die Bahnen von schwer erfassbaren, kleinen Planeten enthüllen können.
Kenyon betont, dass Computersimulationen bis jetzt nur die Staubwolken zeigen, die erzeugt werden, wenn Planeten die Ausmaße vom Pluto- bis Erde und eine Plutoartige Distanz zum Mutterstern haben. Er und Bromley haben bis jetzt noch nicht die Entstehung von Erdgroßen Planeten simuliert, die eine Erdähnliche Entfernung zum Stern haben.
Aber "der Punkt ist, dass unsere Computerberechnungen Objekte von der Masse des Mondes, Merkurs und Größer produzieren. Sie produzieren eine feststellbare Signatur, nämlich diese Staubringe", sagt Kenyon. "Die Planeten sind so dunkel, dass man sie niemals sehen könnte."
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History Special: Astronomie seit der Antike (2) |
von Tilman Kaiser | |
Das Mittelalter
Frühes Mittelalter (4 bis 5. Jhd.)
Der Kirchenlehrer Augustinus (345-430) akzeptiert die Kugelgestalt der Erde, lehnt aber die Existenz von Völkern auf der Südhalbkugel ab (Antipoden). Seine Lehre enthält platonische Einflüsse und bewertet den naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess eher negativ.
Arabische Einflüsse (11 bis 12. Jhd.)
Die Aristotelische Physik und die Ptolemäische Astronomie gelangen über den Umweg arabischer Schriften (z.B. Ibn Sina / Avicenna: persischer Aristoteliker des 9. Jhds.) in die mittelalterliche Kultur. Das in die arabische Kultur eingeführte Hauptwerk des Ptolemäus, der "Almagest", wird 1175 durch Gerhard von Cremona ins Lateinische übersetzt. Aristotelisierung und Scholastik (13. Jhd.).
Thomas von Aquin (1226-74), Schüler von Albertus Magnus, versucht mit seiner Lehre (Scholastik), das christliche Weltbild in die Aristotelische Begriffssystematik einzubetten. In seiner "Summa Theologica" (1255) bringt er die biblische Weltschöpfungslehre in Einklang mit der aristotelischen Physik. Gott gilt als erster Beweger der unveränderbaren Fixsternsphäre. Die Bewegung wird abgebremst auf die niederen Sphären übertragen. Der Mensch befindet sich im Zentrum am Ort maximaler Gottesferne. Es gibt aber auch vereinzelt kritische Stimmen. Roger Bacon (1220-92) spricht sich gegen die dogmatische Lehre des Aristoteles aus.
Mathematische Beschreibung (14. Jhd.)
In Frankreich entwickelt sich um Jean Buridan (1325-48) und Nicolas von Oresme (1320-82) eine Schule, in der Naturphänomene mathematisch beschrieben werden und die Aristotelische Bewegungslehre teilweise hinterfragt wird. Die Bewegung der Erde wird in Erwägung gezogen.
Die Neuzeit
Renaissance (15. Jhd.)
In dieser Epoche zeichnet sich die stärker werdende Notwendigkeit einer exakten Astronomie für Seefahrt, Kalender und Astrologie ab. Nicolaus von Cues (1401-64) lehnt in seiner philosophisch-theologischen Neuorientierung eine Begrenzung und Mitte des Weltalls ab. Cusanus lehrte die Rotation der Erde. Copernicus war eventuell während seiner Studienzeit durch die Lehren von Cusanus und Buridan beeinflusst.
Der Astronom Johann Müller, genannt Regiomontanus (1436-76), gründet die erste deutsche Sternwarte und entdeckt Fehler in den überlieferten astronomischen Tafeln. Deshalb setzt er sich erstmals kritisch mit den Ptolemäischen Schriften im griechischen Original auseinander. Er stellt eine gegenseitige Abhängigkeit der Bewegung der Sonne und der Planeten fest.
Die größere Genauigkeit astronomischer Tafeln und die damit verbundenen verbesserten Navigationsmöglichkeiten der Seefahrt erhöhte sicherlich die Bereitschaft zu großen Entdeckungsreisen auf dem offenen Meer, wie sie ab dem 15. Jhd. unternommen wurden. Umgekehrt wird diese Tatsache sicherlich zur Förderung der Astronomie beigetragen haben. Das Gleiche gilt mit Sicherheit auch für den Bedarf an genauen Kalendern und das Bedürfnis nach astrologischer Schicksalsdeutung, das zum Beispiel bei vielen Europäern im leidvollen 17. Jhd. sehr ausgeprägt war.
Vorboten einer neuen Astronomie (16. Jhd.)
Copernicus (1473-1530) beabsichtigt eine Verbesserung bzw. Vereinfachung der Rechenvorgänge. Durch den Heliozentrismus ergibt sich eine einfache Erklärung der Rückläufigkeit der Planeten: Da sich die Erde auf ihrer Bahn schneller bewegt als die äußeren Planeten, scheint ein Planet bei diesem Überholvorgang eine Schleifenbewegung am Himmel zu durchlaufen, die die auf die Fixsternsphäre projizierte Erdbewegung darstellt.
Bei der genauen Berechnung der Kinematik muss er allerdings Epizykel verwenden, um das aristotelische Phänomen der gleichförmigen Kreisbewegung zu retten.
Die stark an der Bibel orientierte Theologie Luthers veranlasst ihn und Melanchthon, die kopernikanische Lehre und eine im Zentrum ruhende Sonne wegen der Josua-Stelle in der Bibel abzulehnen (Josua 10, 12-13: "Sonne, steh still zu Gibeon, und Mond im Tal Ajalon! Da stand die Sonne still und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte...").
Copernicus revolutionäres Werk über die Planetenbahnen "De revolutionibus orbium coelistium" landet aber erst 1616 auf dem Index für verbotene Schriften der katholischen Kirche, als Galileo Galilei öffentlich einen physikalischen Heliozentrismus vertritt.
Der kopernikanische Heliozentrismus wird anfänglich von den traditionellen Astronomen als mathematischer Trick aufgefasst. Die Berechnungen sind nicht einfacher als bei Ptolemäus und führen zu keinen genaueren Ephemeridentafeln. Keplers Mathematikprofessor an der Universität Tübingen, Michael Mästlin (1550-1631), ist einer der ersten Professoren in Europa, der seinen Schülern das kopernikanische System erklärt. Seine Schriften werden noch vor denen des Copernicus auf den Index gesetzt.
Der Däne Tycho Brahe (1546-1601) ist einer der wichtigsten beobachtenden Astronomen im 16. Jhd. Er besitzt ein eigenes Observatorium auf der Insel Hven und arbeitet mit dem bloßen Auge ohne vergrößernde Optik. Er deckt bei Beobachtung einer Nova (1572) und eines Kometen (1577) mit Hilfe von Entfernungsberechnung Schwächen im aristotelischen System auf. Der Komet müsste mit seiner Bewegung eine kristalline Sphäre durchstoßen haben und den neuen Stern ordnet er der Fixsternsphäre zu, die nach Aristoteles unveränderlich sein sollte.
Mit seinen Beobachtungen stellt er Mängel in den Prutenischen Tafeln fest, die von Erasmus Rheinhold 1551 nach dem kopernikanischen Modell berechnet wurden. Er lehnt das heliozentrische System neben religiösen Gründen auch aufgrund einer nicht messbaren Fixsternparallaxe ab. Sein geozentrisches System ist dem antiken "Ägyptischen System" ähnlich und wird von gelehrten Jesuiten bevorzugt.
Im nächsten Newsletter erfahren Sie mehr über den revolutionären Kepler'schen Erklärungsansatz für die Bewegungen der Gestirne.
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HotSpot: SOFIA - Das fliegende Auge (2) |
von Michael Stein | |
Das Flugzeug
Im Vergleich zu ihren Vorgängern wird SOFIA geradezu luxuriös ausgestattet sein. Bei der Maschine - eine 1977 unter der Flagge von Pan Am in Dienst gestellte Boeing 747 SP - handelt es sich um eine verkürzte Version des berühmten "Jumbo Jets". Sie hat nicht nur den Vorteil, dass sie von Beginn an als Passagierkabine konzipiert gewesen ist und deswegen den Wissenschaftlern und übrigen Passagieren ein komfortables Arbeitsumfeld bietet, wichtiger noch ist ihre Auslegung als Langstreckenflugzeug. Während dies früher vor allem wichtig war, um weite Strecken ohne Zwischenstopp zurücklegen zu können, bedeutet dies für den zukünftigen Einsatz des Flugzeugs, dass es lange in der Luft bleiben kann - so sind pro Einsatz durchschnittliche Betriebszeiten von über sechs Stunden geplant, in denen das Flugzeug oberhalb der Mindesteinsatzhöhe von rund 12 Kilometern fliegt und das Teleskop aktiv ist.
In den Rumpf der Boeing 747 wird für das Teleskop hinter den Flügeln auf der linken Seite ein Loch in den Rumpf geschnitten, durch das später einmal das Infrarotteleskop himmelwärts blicken wird. Das Teleskop wird bei Start und Landung sowie am Boden durch ein Rolltor geschützt, das erst nach Erreichen der Einsatzhöhe geöffnet wird. Der Passagierraum ist durch ein Druckschott von dem Teleskop getrennt und bietet den üblicherweise zehn bis fünfzehn Wissenschaftlern und Teleskopoperateuren während der Einsätze komfortable Arbeitsbedingungen. Im vorderen Bereich der Maschine ist zudem Platz für Journalisten, Lehrer und andere Gäste vorgesehen, die auf den Flügen von SOFIA mitgenommen und dabei über dieses Projekt informiert werden können.
SOFIA wird auf dem Flugplatz Mofett Field des NASA-eigenen Ames Research Center in Kalifornien stationiert sein, allerdings wird es wie bereits erwähnt auch immer wieder längere Einsätze in der südlichen Hemisphäre fliegen. Zurzeit wird das Flugzeug auf den Einbau des Teleskops vorbereitet, dass Anfang September in den USA eingetroffen ist. Nach Aufnahme des planmäßigen Betriebs Anfang 2005 hoffen die Wissenschaftler, SOFIA mindestens 20 Jahre lang nutzen zu können.
Das Teleskop
Das Herzstück von SOFIA ist natürlich das in drei Achsen beweglich gelagerte Teleskop. Das in Deutschland gebaute Spiegelteleskop ist ein so genanntes Cassegrain-Teleskop mit Nasmyth-Fokus. Es ist in eine Trägerstruktur eingebettet, die eine hantelartige Form aufweist, wobei das eine Ende der "Hantel" den aus kohlefaserverstärktem Kunststoff bestehenden Rahmen für das Teleskop bildet und an das andere Ende die Messinstrumente angeschlossen werden können. Durch die Achse der gesamten Vorrichtung wird die von dem Teleskop gesammelte infrarote und sichtbare Strahlung zu den Messinstrumenten geführt. Sie durchquert das Druckschott, welches das Teleskop von der Passagierkabine trennt, so dass der Austausch von Messinstrumenten bequem im Arbeitsbereich der Wissenschaftler und Teleskopoperateure erfolgen kann.
Um Vibrationen so weit wie möglich zu minimieren sind aufwendige Vorkehrungen getroffen worden. Zum einen wird die aus zwei Teilen bestehende Rolltür immer nur so weit geöffnet, wie es für die Arbeit des Teleskops unbedingt notwendig ist. Darüber hinaus ist der hintere Teil der Rolltür aerodynamisch so geformt, dass im Inneren der Bucht, die das eigentliche Teleskop beherbergt, möglichst wenig Turbulenzen entstehen - keine leichte Aufgabe wie jeder Autofahrer weiß, der einmal bei Tempo 150 auf der Autobahn die Seitenfenster geöffnet hat (wobei es hier um doch etwas andere Geschwindigkeiten geht: immerhin um die 0,8-fache Schallgeschwindigkeit). Weiterhin besitzt die von MAN hergestellte Trägerstruktur des Teleskops computergesteuerte Ausgleichssysteme, die Turbulenzen bis zu einem gewissen Maß vollautomatisch kompensieren können. Um die Ausrichtung des Teleskops nicht durch Triebwerksvibrationen zu beeinträchtigen ist die zentrale Achse des Gesamtsystems (der "Hantel") durch zwölf luftgefüllte Dämpfer vom Rest der Flugzeugstruktur getrennt. In der Summe können die hier beschriebenen Systeme das Teleskop erstaunlich weit von den durch Flugzeugtriebwerken und Luftturbulenzen hervorgerufenen Beeinträchtigungen abkoppeln.
Das solchermaßen gebettete Teleskop besteht aus dem 2,5 m durchmessenden Hauptspiegel aus Zerodur, einem gegen temperaturbedingte Verformungen extrem unempfindlichen Material. Diese Eigenschaft ist wichtig, da das Teleskop nicht in einem klimatisierten Umfeld betrieben wird und deswegen auch keine konstante Betriebstemperatur gewährleistet werden kann (üblicherweise liegt sie bei etwa -40° bis -60° C). Um Gewicht zu sparen ist der Hauptspiegel des Teleskops nicht massiv, sondern weist eine wabenförmige Struktur auf. Er sammelt und fokussiert die einfallende Infrarotstrahlung und reflektiert sie zu einem ihm gegenüber angebrachten, rund 35 cm im Querschnitt messenden Sekundärspiegel. Von diesem Spiegel wird die Strahlung noch einmal fokussiert und reflektiert und trifft dann auf zwei Tertiärspiegel. Die Aufgabe dieser Spiegel ist nun jedoch nicht mehr eine weitere Fokussierung der gesammelten Strahlung, sondern alleine die Ablenkung der aufgefangenen infraroten und sichtbaren Strahlung, so dass sie das Teleskop seitlich in Richtung der Messinstrumente verlassen kann. Der vordere, für sichtbares Licht durchlässige Spiegel ist dabei für die Umleitung der infraroten Strahlung (mit Wellenlängen von 0,3 bis 1.600 Mikrometer) zuständig, während die sichtbare Strahlung durch den hinteren Spiegel um 90° abgelenkt wird.
Die Instrumente zur Auswertung der vom Teleskop gesammelten infraroten Strahlung können während der gesamten Betriebsdauer immer wieder durch neuere, leistungsfähigere Detektoren ersetzt werden, so dass die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems ständig verbessert werden kann. Für den Anfang ist ein Satz von zehn Instrumenten bestimmt worden, wobei zwei Instrumente (die Spektrometer GREAT und FIFI LS) aus Deutschland kommen.
Ausblick
Wenn man als Maßstab die Erfolge der SOFIA-Vorgänger heranzieht, dann werden wir in den nächsten Jahren sicherlich regelmäßig von neuen Erkenntnissen berichten können, die mit diesem neuesten Vertreter flugzeuggestützter Teleskope gewonnen worden sind. Erst Teleskope vom Schlage des geplanten Hubble-Nachfolgers Next Generation Space Telescope werden die Leistungsfähigkeit von SOFIA in jeder Beziehung übertreffen können - das allerdings zu deutlich höheren Kosten.
Related Links:
SOFIA-Homepage des DLR
SOFIA-Homepage (englisch)
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Progress M1-9 auf dem Weg zur Raumstation
Die fünfte Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Waleri Korsun sowie National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Peggy Whitson und Bordingenieur Sergej Trestschow, verbrachte den ersten Teil der Woche damit, die Abreise von Progress M-46 und die Ankunft von Progress M1-9 vorzubereiten. Außerdem arbeitete sie an wissenschaftlichen Experimenten im amerikanischen Labor Destiny. Weiterhin fuhr die Besatzung damit fort, die Ankunft des Space Shuttle Atlantis und ihrer Besatzung vorzubereiten. Der Start der Mission STS-112 ist für den 02. Oktober zwischen 13.00 Uhr Eastern Standard Time (EST) und 17.00 Uhr EST geplant. Zu den Vorbereitungen gehörte das Zusammenpacken von Gegenständen, die mit STS-112 zur Erde zurückkehren sollen.
Zur Hauptnutzlast der Mission STS-112 zählt die Starboard 1 (S1) Integrated Truss Structure (ITS), die während dreier Extravehicular Activities (EVAs) mit der ISS verbunden wird. Die EVAs werden von zwei Mitgliedern der Space Shuttle-Besatzung durchgeführt. Dabei handelt es sich um die beiden Missionsspezialisten David Wolf und Piers Sellers. Weiterhin gehören zur Besatzung des Space Shuttle Atlantis Kommandant Jeffrey Ashby, Pilotin Pamela Melroy sowie die Missionsspezialisten Sandra Magnus und Fjodor Jurtschichin. Da die EVAs von der Luftschleuse Quest aus durchgeführt werden, widmete die fünfte Stammbesatzung einen Teil ihrer Aufmerksamkeit der Luftschleuse. Weiterhin wird Whitson am Donnerstag in Vorbereitung auf die Ankunft der neuesten Komponente der Raumstation Übungsreihen mit dem Roboterarm Canadarm2 durchführen. Dabei wird sie den Roboterarm durch dasselbe Arbeitsprogramm bewegen, das es auch während der Installation der S1 ITS zu bewältigen gilt.
Am Dienstag pünktlich um 08.59 Uhr EST dockte Progress M-46 reibungslos von der ISS ab. Die Abtrennung verlief nominal und das Versorgungsraumschiff befindet sich nun auf seiner eigenen Umlaufbahn. An Bord von Progress M-46 befinden sich Abfall sowie nicht länger benötigte Ausrüstungsgegenstände und Versorgungsgüter. Anders als normalerweise üblich wird das Versorgungsraumschiff nicht sofort seinen Abstieg in die Erdatmosphäre beginnen. Statt dessen werden russische Flugkontrolleure ungefähr zwei Wochen lang die Kameras des Raumschiffes dazu benutzen, Bilder des Smogs und des Rauches über dem Nordosten Russlands aufzunehmen und zur Erde zu übertragen. Erst anschließend wird es seine Umlaufbahn verlassen um in der Erdatmosphäre zu verglühen.
Weiterhin wurde die Besatzung am Dienstag gebeten, Fotos und Videobilder von der Erde anzufertigen, wenn sich die Raumstation über der mexikanischen Halbinsel Yucatán befindet, um Aufnahmen des tropischen Sturmes Isidore zu erhalten. Nachdem er einige Zeit über Land gezogen ist, soll sich der Sturm laut Vorhersagen nun über den Golf von Mexiko nach Norden bewegen und sich weiter verstärken und sich schließlich der Küste der Bundesstaaten Texas und Louisiana nähern. Das Mission Control Center (MCC) in Houston, Texas ist im Moment dabei, zu beurteilen, ob der Sturm einen Einfluss auf den Start der Mission STS-112 am nächsten Mittwoch haben könnte.
Bordingenieurin Peggy Whitson deaktivierte die Hardware des Experimentes Pore Formation and Mobility Investigation (PFMI) sowie die Videoüberwachung der Microgravity Science Glovebox (MSG), nachdem sie am Montag eine neue Experimentierreihe eingesetzt hatte. Außerdem entfernte sie die in der MSG befindliche Probe, nutze einen Portable Computer Memory Card International Adapter (PCMCIA) zum Laden der Daten und entnahm das Videoband. Danach wurde die MSG heruntergefahren.
Korsun und Whitson verbrachten ebenfalls einige Stunden damit, die Extravehicular Mobility Units (EMUs) für die drei EVAs vorzubereiten, die nächste Woche mit der Ankunft des Space Shuttle Atlantis anstehen. Sie konfigurierten die drei an Bord der Raumstation befindlichen EMUs für die Missionen STS-112 und STS-113 und gleich darauf führten sie eine genaue Überprüfung der EMUs durch, wozu unter anderem deren Kommunikationseinrichtungen zählten. Zur Zeit befinden sich an Bord der ISS drei EMUs, wobei mit STS-112 zwei zusätzliche Raumanzüge dazukommen. Letztgenannte werden wieder mit zur Erde zurückkehren, da sie im Falle eines Ausstieges zum manuellen Schließen der Nutzlastbuchttore durch Wolf und Sellers notwendig sind.
Am Mittwoch dann startete um 11.58 Uhr EST an Bord einer Sojus-Rakete das neue Versorgungsraumschiff Progress M1-9 vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan. Für seinen Flug zur ISS wird das eine Masse von 6.800 Kilogramm aufweisende Raumschiff vier Tage benötigen. An Bord befinden sich unter anderem Nahrungsmittel, Ersatzteile, Experimente und Treibstoff für die ISS und ihre Stammbesatzung. Das automatische Andocken an das Servicemodul Swjesda soll am Sonntag um 12.07 Uhr EST erfolgen.
Daher verfügt die ISS im Zeitraum von 08.59 Uhr EST am 24. September und 12.07 Uhr EST am 29. September über keinen Antrieb eines Versorgungsraumschiffes des Typs Progress, um eventuell durchzuführende Bahnänderungsmanöver zur Vermeidung einer möglichen Kollision zu erledigen. Die Triebwerke des Servicemoduls Swjesda sind nämlich für diesen Zweck offenbar nicht formell zugelassen. Das Zentr Uprawlenija Poljotam (ZUP) bekräftigte jedoch, dass geeignete Vorgehensweisen für das Durchführen solcher Manöver vorhanden seien, sobald die Notwendigkeit dazu bestehe. Mittlerweile wurde bestätigt, dass ein solches Manöver erfolgreich an einem Modell am Boden durchgeführt worden sei, ohne dass Anzeichen von Struktur- , Stabilitäts- oder anderen technischen Problemen aufgetreten seien.
Zuvor führte die Besatzung am Mittwochmorgen eine interaktive Fernsehübertragung im Rahmen einer pädagogischen Veranstaltung mit Schülern durch, die sich im National Museum of Emerging Science and Innovation in Tokyo, Japan versammelt hatten. Die Veranstaltung wurde von der National Space Development Agency (NASDA) gesponsort und von dem Space Shuttle-Astronauten Prof. Dr. Mamoru Mohri, dem Direktor des Museums organisiert. Mohri selbst nahm an zwei Space Shuttle-Missionen teil. Als Nutzlastspezialist auf STS-47 im September 1992 und im Februar 2000 als Missionsspezialist auf STS-99 verbrachte er mehr als 19 Tage im Weltraum.
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Internationale Raumstation
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Der Weltraum ist unendlich groß, kalt und einsam. Doch es gibt viel Spannendes, Faszinierendes aber auch Gefährliches, das sich zu entdecken lohnt. Diese Erkenntnis gewinnen heutige Weltraumbegeisterte recht selten aus trockenen wissenschaftlichen Berichten oder Dossiers der Raumfahrtagenturen. In der Regel spielt eher das Fernsehen oder Kino die entscheidendere Rolle: Ob Star Trek, Star Wars oder Krieg der Welten spielt keine Rolle: Science Fiction ist unabdingbar für die Popularisierung der Raumfahrt und Astronomie.
Aber stimmt es wirklich alles bis ins kleinste Detail, was uns dort auf der Mattscheibe aufgetischt wird? Warum wird Mister Spock durch die Trägheit nicht an die Rückwand der Brücke der Enterprise gequetscht, wenn diese auf "Überlichtgeschwindigkeit" beschleunigt? Die Antworten, die sich Science Fiction-Autoren ausdenken müssen, stammen zumeist nur zum Teil aus dem Physikbuch. Oft sind es technische Raffinessen, die eben erst in der Zukunft erfunden werden. Im Falle von Mister Spocks Überlichtflug handelt es sich um ein sogenanntes Warp-Feld, das die Raumzeit krümmt und somit "schneller als das Licht" von einem Ort zum nächsten zu fliegen, ohne jedoch wirklich schneller als das Licht zu sein.
Doch wie verhält es sich mit Science Fiction, der in naher Zukunft oder der Gegenwart spielt. Ein populäres Beispiel dafür ist der Film Armageddon, in dem die Erde von einem Asteroiden bedroht wird, der von zwei hypermodernen NASA-Space Shuttles zerstört werden soll. Der Frage, in wie weit Armageddon tatsächlich Physik und Technik entspricht, geht diese Webseite nach.
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InDetail: Synchrone Rotation |
von Michael Stein | |
Von synchroner (oder gebundener) Rotation spricht man, wenn ein Satellit für einen Umlauf um einen Himmelskörper genauso lange braucht wie für eine vollständige Umdrehung um seine eigene Achse. Ein bekanntes Beispiel für dieses Verhalten ist unser Mond, der uns aufgrund dessen immer dieselbe Seite zuwendet. Dieses Verhalten gilt übrigens für die meisten natürlichen Satelliten in unserem Sonnensystem.
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"In Space Newsletter" #044 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
28. September 2002
Auflage: 677 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Michael Stein
Supervising:
Lorenz Ulrich
Schlussredaktion:
Michael Stein
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Jan Großmann
Tilman Kaiser
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Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Lu Shi
Mark Weimar
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Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
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