In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #045 vom 5. Oktober 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"

Ausgabe #045
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Die Milchstraße strahlt infrarot

> History Special:
Johannes Kepler (3)

> HotSpot:
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Virtueller Rundgang beim DLR

> InDetail:
Roche-Grenze

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro  

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
glauben Sie an Außerirdische? Würde man diese Frage der von Star Trek, Star Wars & Co. gezeichneten Jugend auf der Straße stellen, bekäme man wohl ein eindeutiges Ergebnis: Ja! Aber wie wahrscheinlich ist es, dass andere intelligente Lebensformen in relativer Nähe unseres Sonnensystems leben? Ein von der NASA gestartetes Projekt, welches mittlerweile nur noch universitär gefördert wird, SETI@home, will nach wie vor beweisen, dass es sie gibt, die kleinen grünen Männchen. Das alte Arecibo-Radioteleskop macht es nun nicht mehr - und SETI zieht deshalb nach Australien um. Lesen Sie mehr dazu in den News.

Der Starobserver hat sie, Spektrum der Wissenschaft und Bild der Wissenschaft haben sie auch: Die ISSN-Nummer. Diese besagt, dass diese etablierten Zeitschriften in ein internationales Verzeichnis eingetragen sind. Wie Sie über dem Inhaltsverzeichnis auf der linken Seite dieses Intros unschwer erkennen können, besitzt nun auch der InSpace Newsletter eine ISSN-Nummer. Gedankt sei an dieser Stelle Mark Ralf Thomson, Leiter der TrekZone-Rechtsabteilung, dass er den hohen bürokratischen Aufwand über sich ergehen ließ, uns in Paris für die ISSN anzumelden.
 
Viel Spaß beim Lesen wünschen Ihnen
 

            Mark Weimar & Karl Urban

 
 

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Umfrage: Ist Ihrer Meinung nach eine bemannte Marsmission innerhalb der nächsten 20 Jahre wirtschaftlich wie technologisch durchführbar?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

Erstes Datenarchiv von Mars Odyssey 2001 <mehr>
Satellitenbilder der ESA revolutionieren die Erdbebenforschung <mehr>
Integral erkundet bald Gammablitze <mehr>
Mondernste Wetterbeobachtungen können beginnen <mehr>
SETI@home bekommt Verstärkung <mehr>
High-Tech für den Kaffee <mehr>
Ionen-Antrieb soll längere Missionen ermöglichen <mehr>



» Erstes Datenarchiv von Mars Odyssey 2001
04. Oktober 2002 - Die NASA hat nun den ersten Satz an Daten von "Mars Odyssey 2001" freigegeben. Damit können nun die Wissenschaftler über ein neues Online-Verteilungs- und Zugangssystem die Daten abrufen.
Die NASA hat nun den ersten Satz an Daten von "Mars Odyssey 2001" freigegeben. Damit können nun die Wissenschaftler über ein neues Online-Verteilungs- und Zugangssystem die Daten abrufen.
Das Archiv besteht aus formatierten Instrumentendaten von den Gammastrahlenspektrometer und den Hochenergieneutronenspektrometer, Mars Landkarten von den Neutronendetektoren, ca. 800 Abbildungen sowie Strahlungsmessungen. Alle drei Monate werden neue Daten für die Wissenschaftsgemeinde freigegeben.

Die Odysseydaten sind durch ein vom planetarischen Datensystem eingeführtes neues Online-Zugangssystem verfügbar.
Das System wird auch bald Datensätze von allen Mars Missionen beinhalten, so daß die Forscher die Daten erhalten können, die sie brauchen.

Zusätzliche Informationen über Mars Odyssey 2001 finden Sie hier.
(la - Quelle: JPL NASA)


» Satellitenbilder der ESA revolutionieren die Erdbebenforschung
03. Oktober 2002 - Die in ihrer Genauigkeit unübertroffenen Radaraufnahmen der europäischen Fernerkundungssatelliten ERS-1 und ERS-2 von Erdbebengebieten sowie von Störungszonen in der Erdkruste ermöglichen neue Perspektiven in der Erdbebenforschung.
Die in ihrer Genauigkeit unübertroffenen Radaraufnahmen der europäischen Fernerkundungssatelliten ERS-1 und ERS-2 von Erdbebengebieten sowie von Störungszonen in der Erdkruste ermöglichen neue Perspektiven in der Erdbebenforschung.
Ein neues Verfahren, die so genannte „Radar- Interferometrie mit synthetischer Apertur“ (InSAR), erlaubt das Aufspüren ungewöhnlicher Verformungen der Erdkruste durch Beben.
US-Wissenschaftler würdigen die Leistungen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Sie haben Bildmaterial eines Erdbebens ausgewertet, das 1999 die Mojave-Wüste im Westen der USA erzittern ließ. Ihre Studie zeigt neue Wege zur Identifizierung aktiver Verwerfungen der Erdkruste auf. Auch wann eine Störungszone zuletzt von Erdstößen heimgesucht wurde, ist nun leichter festzustellen.
Glücksfall Erdbeben
Forscher des Scripps-Instituts für Ozeanografie an der University of California in San Diego und des California Institute of Technology (Caltech) haben in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ eine eingehende Studie über das so genannte „Hector-Mine“-Beben veröffentlicht. Die heftigen Erdstöße erzeugten Bodenverwerfungen auf einer Länge von rund 140 Kilometern und erreichten eine Stärke von 7,1. Dennoch richtete das nach einem verlassenen Bergwerk vor Ort benannte Beben in dem Gebiet kaum Schaden an. Laut Yuri Fialko, dem Hauptautor der Science-Veröffentlichung, war dieses Beben sogar ein Glücksfall, bot es doch die einmalige Chance, mit Satelliten- und Radartechnologie außergewöhnliche Merkmale der Verwerfungen zu dokumentieren.
Gestein im Rückwärtsgang
Als die Wissenschaftler die Radarbilder aus dem All auswerteten, erlebten sie eine Überraschung: Sie stellten fest, dass sich Bodenverwerfungen in manchen Fällen offenbar rückwärts bewegen. „Selbst geringe Änderungen der Druckverhältnisse durch weit entfernte Beben können in Verwerfungsgebieten leichte Bewegungen auslösen. Bislang hat man dabei aber nur Vorwärtsbewegungen beobachtet“, erläutert Fialko. „Wir konnten belegen, dass sich in diesem Fall die Verwerfungen durch minimale Spannungsveränderungen rückwärts bewegt hatten, was wirklich ziemlich ungewöhnlich ist“, so Fialko.
Die Untersuchung führt zu dem Schluss, dass diese Rückwärtsbewegung nicht durch Reibungsgleiten großer Gesteinspakete entsteht, sondern mit dem unterschiedlichen Gesteinsmaterial in den Verwerfungen selbst zusammenhängt. Wie Fialko erläutert, werden die Ergebnisse sicherlich zu neuen seismischen Untersuchungen in Gebieten mit Verwerfungen unterschiedlicher Zusammensetzung führen. Sie können helfen, potenziell aktive Störungszonen aufzuspüren. Sie leisten damit einen Beitrag zur Erdbebenvorhersage.
Getrickste Präzision
Das Erdbeben wurde durch bildgebende Radarinterferometrie mit synthetischer Apertur (InSAR) umfassend dokumentiert. Bei diesem Verfahren sendet das Satellitenradar kurze Impulse zur Erde und registriert die Echos. Dabei peilen die Satelliten einen bestimmten Punkt der Erde beim Überflug mehrmals aus unterschiedlichen Winkeln an. Die Bodenstation rechnet die nach und nach eintreffenden Signale zu einer hochauflösenden digitalen Geländeabbildung zusammen.
Hinter dem etwas schwer vermittelbaren Begriff der synthetischen Apertur verbirgt sich also ein schlauer Trick: Viele einzelne Aufnahmen werden zu einem Gesamtbild zusammengesetzt, das dann wesentlich detailgenauer ist als eine einzige Aufnahme. Veränderungen der Erdoberfläche lassen sich so extrem genau nachvollziehen.
Beifall für Europas Erdbeobachter
In ihrem Science-Artikel betonten die Wissenschaftler, dass die ESA- Satelliten ERS-1 und ERS-2 das Erbebengebiet in den vergangenen 10 Jahren mehrfach abgetastet haben. Eine Auswertung aller InSAR- Aufnahmen vom Tag des Erdbebens selbst erbrachte schließlich 20 relevante Interferogramme. „Vor InSAR standen uns nur Punktmessungen direkt aus der Deformationszone zur Verfügung. Dank des InSAR-Verfahrens können wir uns nun auf Millionen von punktuellen Messwerten stützen, die ein umfassendes Bild der Bodendeformation in Südkalifornien vermitteln“, erklärte Peter Shearer vom Scripps-Institut, ein Koautor der Science- Veröffentlichung.
Anhand der Satellitendaten konnten die Wissenschaftler horizontale und vertikale Geländeveränderungen im Millimeter- und Zentimeterbereich in einem weiten Gebiet um die Verwerfungen herum aufspüren. „Es waren die äußerst erfolgreichen Satellitenmissionen der Europäischen Weltraumagentur, die diese Erkenntnisse ermöglicht haben“, so die Forscher Scripps-Instituts.
Mit Argusaugen im All
Das erste Radar mit synthetischer Apertur (SAR) befand sich an Bord des 1991 gestarteten europäischen Erdbeobachtungssatelliten ERS-1. 1995 gelangte der nahezu baugleiche ERS-2 mit einem weiteren SAR-System in die Umlaufbahn. Das äußerst erfolgreiche Satellitenduo der ESA konnte ein Fülle wertvoller Daten über die Landmassen, Ozeane und Polkappen unseres Heimatplaneten liefern, insbesondere in den Jahren, in denen die beiden Satelliten die Erde im Tandembetrieb umrundeten, also quasi im Formationsflug. Heute nutzen weltweit einige hundert Forschungsgruppen die ERS- Daten für ihre Untersuchungen. Das InSAR-Verfahren hat sich als geowissenschaftlicher Durchbruch mit neuen Erkenntnissen über Erdbeben und anderen Naturereignissen erwiesen.
Das neue europäische Argusauge am Himmel heißt Envisat. Der am 1. März 2002 gestartete komplexeste Umweltsatellit der ESA hat ein weiterentwickeltes SAR-Radarsystem (ASAR) mit extrem geschärftem Blick an Bord: Das ASAR-Instrument kann unter anderem Signale mit unterschiedlicher Polarisierung abstrahlen und empfangen, was die Präzision bei der Geländekartierung noch einmal sehr deutlich verbessert. Envisat dürfte daher sowohl die Erdbebenforschung als auch die Erdbebenvorhersage revolutionieren.
(ku - Quelle: ESA)


» Integral erkundet bald Gammablitze
02. Oktober 2002 - Die demnächst startende Raumsonde der ESA soll Astronomen tiefe Einblicke in die Gamma-Astronomie liefern und so das Verständnis für das Universum verbessern.
Die demnächst startende Raumsonde der ESA soll Astronomen tiefe Einblicke in die Gamma-Astronomie liefern und so das Verständnis für das Universum verbessern.
Integral ist das "Internationale Gammastrahlen Astrophysik Labor" der ESA. Dies ist ein gemeinsames Projekt mit Russland und der Start ist für den 17. Oktober 2002 vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan geplant. Die Sonde soll mithilfe einer Proton-Rakete, die der russische Beitrag zum Projekt ist.
Integral ist das weltweit leistungsstärkste Gammastrahlen-Observatorium und dürfte bisher unerreichte Beobachtungen von Himmelsobjekten erlauben, die im gesamten Universum am meisten Strahlung abgeben. Die Wissenschaftler am Integral-Projekt haben die Sonde so entworfen, dass diese simultan Gamma-, Röntgenstrahlung und sichtbares Licht dieser Objekte aufzeichnen kann, um den Astronomen auf der Erde breites Analysematerial zu liefern.
Gammastrahlen-Ausbrüche entstehen während der wohl gewaltigsten Ereignissen im Universum. Anders als es uns der nächtliche Himmel weismachen will, ist das All voll von Sternenexplosionen, kosmischen Kollisionen und Materiemassen, die in Schwarze Löcher gezogen wird bzw. in sehr starke Magnetfelder eintritt. Astronomen konnten bisher nur das Glimmen dieser Ereignisse erahnen - Integral soll das ändern.
Mehr zu Integral und den Zielen der Mission können Sie hier nachlesen.
(ku - Quelle: ESA)


» Mondernste Wetterbeobachtungen können beginnen
01. Oktober 2002 - Der erste Satellit der neuen Generation von EUMETSAT-Wettersatelliten, MSG-1, hat seine geostationäre Umlaufbahn von 36.000 km über der Erde erreicht und steht jetzt bei 10.5° westlicher Länge.
Der erste Satellit der neuen Generation von EUMETSAT-Wettersatelliten, MSG-1, hat seine geostationäre Umlaufbahn von 36.000 km über der Erde erreicht und steht jetzt bei 10.5° westlicher Länge.
MSG (Meteosat Second Generation) wurde in enger Kooperation der Europäischen Weltraumorganisation ESA und EUMETSAT, der Europäischen Organisation zur Nutzung von Wettersatelliten, entwickelt. Mit der Expertise der ESA in der Entwicklung von Raumfahrttechnologie und der meteorologischen Erfahrung sowie einer langzeitlichen operationellen Perspektive EUMETSATs wird das MSG-System für eine Dauer von mindestens 12 Jahren Daten liefern. Nach der Trennung von der Trägerrakete Ariane 5 am 29. August hatte das Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESOC in Darmstadt die Startphase und den Betriebsbeginn (LEOP-Launch and Early Orbit Phase) durchgeführt.
Nach sorgfältiger Vorbereitung haben in der LEOP-Phase eine Reihe von präzis kontrollierten Zündungen der an Bord des Satelliten zur Steuerung verfügbaren LAMs (Liquid Apogee boost Motors) stattgefunden. So wurde die Fluggeschwindigkeit des Satelliten schrittweise auf drei Kilometer pro Sekunde erhöht und die Flugbahn auf 36.000 Kilometer über der Erde eingestellt. Nach diesen Steuerungsmanövern wurde der Satellit ausgerichtet und seine Eigendrehung auf 100 Umdrehungen pro Minute stabilisiert. José Achache, ESA Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, erklärte:
"Von der Entwicklung des Satelliten bis zu dessen Positionierung und Inbetriebnahme im Orbit, haben ESA und EUMETSAT eng zusammen gearbeitet, um den Bürgern Europas und darüber hinaus, ein Werkzeug für eine zuverlässige Wettervorhersage anzubieten."
Mit Erreichen seiner jetzigen Position wurde die Kontrolle des Satelliten an EUMETSAT übergeben. MSG-1 wird nun in dieser neuen Position bleiben, und die Instrumente an Bord werden aktiviert. Während der folgenden Abnahmeprozeduren werden alle Aspekte des Systems sowohl an Bord des Satelliten als auch am Boden gründlich getestet. Das erste Bild von MSG-1 wird voraussichtlich Ende Oktober empfangen.
Bis zum Jahresende sollen die Nutzer die MSG-Bilder operationell für weitergehende Auswertung empfangen können.
Mehr zu MSG-1 können Sie in unserem HotSpot zu dem Thema erfahren.
(ku - Quelle: ESA)


» SETI@home bekommt Verstärkung
01. Oktober 2002 - Das weltweit berühmteste Suchprogramm für Außerirdische bekommt durch neue Software und ein neues Teleskop Verstärkung.
Das weltweit berühmteste Suchprogramm für Außerirdische bekommt durch neue Software und ein neues Teleskop Verstärkung.
Bereits drei Jahre lang nutzt SETI@home (steht für "Die Suche nach außerirdischen Lebens zu Hause") in Form eines Bildschirmschoners die Rechenleistung von Privatcomputern weltweit, um die Daten von Radioteleskopen nach Signalen von intelligenten außerirdischen Leben zu durchsuchen. Diese Daten stammen bisher vom Arecibo-Observatorium in Puerto Rico, das lediglich einen Bereich von 30° der nördlichen Hemisphäre absuchen kann.
Im kommenden Jahr wird Arecibo abgeschaltet. Dafür beginnt in Australien das Parkes-Observatorium seine Arbeit, welches einen 70° großen und zudem vielversprechenderen Teil des Himmels beobachten kann.
Einer der Gründe, warum man sich in der südlichen Hemisphäre höhere Chancen für Signale erhofft, ist, dass Band der Milchstraße und ihr sternenreichster Teil in dieser Richtung liegt.
"Die Wahrscheinlichkeiten ein Signal von außerhalb der Milchstraße aufzufangen ist sehr viel geringer," sagt auch David Anderson SETI@home-Projektdirektor an der Universität von Kalifornien in Berkeley.
Neue Software
Rund um das neue Teleskop in Australien wird SETI@home auch eine neue Software herausgeben, um die wissenschaftlichen Anwendungen auszuweiten und gleichzeitig das Programm zu vereinfachen.
Die erste erwartete Veränderung ist ein "AstroPulse" - ein Programm, das die drei Jahre lang aufgezeichneten Arecibo-Daten nach einem "kurzen Energieausbruch" durchsucht, der "über einen großen Frequenzbereich verbreitet ist."
Eine der interessantesten Erklärungen für eine solche Entdeckung sei das Verdampfen von Schwarzen Löchern, ein Phänomen, das zwar von Stephen Hawking vorhergesagt, aber noch nicht beobachtet werden konnte.
Mehr zu SETI@home können Sie in unserem entsprechenden Artikel nachlesen.
(
ku - Quelle: Space.com)


» High-Tech für den Kaffee
30. September 2002 - Die NASA hilft den Kaffeebauern in Hawaii mit modernster Technologie herauszufinden wann ihre Pflanzen erntereif sind.
Die NASA hilft den Kaffeebauern in Hawaii mit modernster Technologie herauszufinden wann ihre Pflanzen erntereif sind.
Die Kamera des unbemannten Luftfahrzeugs UAV liefert Bilder auf denen sich Unterschiede im Reifegrad der Kaffeefelder feststellen lassen. Die 1.500 Hektar große Plantage ist die größte in den Vereinigten Staaten.
In der Zukunft könnte diese Technik neue Wege des Anbaus erschließen oder in Notsituationen schnell digitale Aufnahmen senden.
Related Links:
Ganzer Artikel
(dm - Quelle: NASA)


» Ionen-Antrieb soll längere Missionen ermöglichen
29. September 2002 - Seit 1916 macht sich die Menschheit mit Raketenantrieb auf ins All. Diese Antriebsart hat einen für langfristige Missionen entscheidende Nachteile.
Seit 1916 macht sich die Menschheit mit Raketenantrieb auf ins All. Diese Antriebsart hat einen für langfristige Missionen entscheidende Nachteile.
Neue Versuche sollen den Ionenantrieb auf Herz und Nieren testen, um effizienter ins All beschleunigen zu können. Heute brauchen wir riesige Treibstoff-Tanks, um eine Rakete vom Gravitationsfeld der Erde zu entfernen. In nur 15 Minuten ist der Vorrat an chemischen Treibstoff aufgebraucht, und die einzelnen Stufen treiben als Weltraumschrott um die Erde. Um weiter entferntere Ziele mit einer bemannten Kapsel zu erreichen, müsste man extrem große Mengen an Treibstoff mitführen, was natürlich nicht umsetztbar ist.
Aus diesem Grund forscht die NASA an Alternativen wie dem berühmten Ionenantrieb. Dabei werden Atome ionisiert und durch ein elektrisches Feld ausgestoßen, wodurch das Raumschiff Fahrt aufnehmen würde. Das Problem dabei ist jedoch die Leistung, die nicht annähernd der des chemischen Antriebes mit Feststoff entspricht. Man müsste das Raumschiff praktisch erst mit herkömlichen Mitteln ins All schicken. Erstmal dort angekommen ist ein Ionenantrieb aber viel effektiver, auch "Umweltfreundlicher" dem Weltraum gegenüber. Den nötigen Strom zur Ionisierung sollen Solarzellen liefern.
Eine weitere Möglichkeit stellt atomarer Antrieb dar. "Ein Kernspaltungsreaktor an Bord wäre wie ein eigenes kleines Kernkraftwerk", erklärt Les Johnson vom Advanced Space Transportation Program der Nasa. Noch effektiver wäre Kernfusion, allerdings ist jede Antriebsart auch mit Problemen verbunden. In nächster Zeit wird wohl der vertikale Raketenstart allen anderen Mitteln überlegen sein. Was die Zukunft bringen wird wissen wir nicht.
(dp - Quelle: NASA)



 
 

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      Space Focus: Die Milchstraße strahlt infrarot von Sebastian Mateja 

Das Bild mit der höchsten Auflösung welches jemals von dem Milchstraßenzentrum geschossen wurde, enthüllt Details über Staub, der um das schwarze Loch herum wirbelt, welches die Region dominiert.

Das Foto wurde von einem Team unter der Anleitung von Dr. Mark Morris von der University of California, Los Angeles mit dem Keck II Teleskop in Hawaii aufgenommen und dies mit einer Infrarotkamera, die vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Kalifornien gebaut wurde. Sie wird Mid-Infrared Large-Well Imager oder Mirlin genannt und benutzt drei verschiedene infrarote Wellenlängen, um die Farbzusammensetzung für das Bild zu konstruieren. Das Bild ist hier abrufbar.

Der mittlere infrarote Bereich im elektromagnetischen Spektrum beinhaltet die Wellenlängen in denen Objekte bei Zimmertemperatur am hellsten leuchten. Alles auf der Erde, inklusive dem Teleskop, die Astronomen und die Atmosphäre, sendet ein helles infrarotes Leuchten aus. Himmelsobjekte durch dieses Leuchten zu beobachten, ist wie zu versuchen, Sterne bei Tageslicht zu betrachten; Spezialausrüstung wird benötigt, um die Sterne durch das Leuchten hervorzuheben um ein nutzbares Bild zu bekommen.

In der Nähe der Bildmitte, aber offensichtlich nicht auf diesen Wellenlängen, befindet sich ein schwarzes Loch, das drei Millionen mal schwerer ist als unsere Sonne. Seine Anziehungskraft ist so stark, dass selbst Licht in seinen Sog gerät und nicht von seiner Oberfläche entkommen kann. Sie beeinflusst die Bewegung von Staub, Gas und sogar Sternen überall in dieser Region.

Ein Staub-Schleier absorbiert das sichtbare Licht von fast allen Sternen in der Nähe des galaktischen Zentrums. Das Licht erwärmt den Staub, der dann infrarote Strahlung ausstrahlt, die für die Infrarot-Kamera sichtbar wird.

Das Bild zeigt dieses staubige Material sich in Richtung des schwarzen Loches winden. Bekannter ist dieser Fluss aus Gas und Staub als nördlicher Arm. Wenn diese Materie in das schwarze Loch fällt, wird es Energie freisetzten, die alles in seiner Umgebung beeinflussen wird. Dieses Ereignis, welches sich sicher schon mehrmals in der Milchstraße abgespielt hat, könnte benachbarte Staubwolken zum Kollabieren bringen, was der Auslöser einer neuen Generation von Sternen ist. Oder es könnte in Wirklichkeit die Entstehung von neuen Sternen verhindern, nämlich wenn die freigelassene Energie die Staubwolken zerstört. Wie auch immer, das Schwarze Loch wird wachsen, wenn neue Material angezogen wird und sie in es hineinzieht.

Die Astronomen wissen, dass die Sterne in diesem Abbild sehr hell sein müssen, da weniger helle Sterne sehr schwach in einer Infrarot-Kamera erscheinen. Ein massiver Stern, der sich seiner letzten Lebensphase nähert, der rote Riese IRS7, ist in diesem Bild als ziemlich kleiner, heller Fleck gerade über dem Zentrum sichtbar. IRS7 ist mehr als 100.000 mal so hell wie die Sonne, so dass wir sein Sternlicht direkt sehen können.

Die 'Mini-Aushöhlung' im Zentrum ist eine Blase, die wahrscheinlich von Staub und Gas entleert wurde. Ein Stern, der im Zentrum dieser 'Mini-Aushöhlung' lokalisiert wurde (nicht sichtbar auf diesem Bild), hat wahrscheinlich diese Blase mit seinem starken Sonnenwind aufgeblasen. Die 'Kugel' ist mysteriös, die schnelle Bewegung zeigt weg von dieser 'Mini-Aushöhlung', ungefähr unter und rechts vom Zentrum. Es könnte sich dabei um ein sogenannten Jet handeln, zusammengesetzt aus Gas und Staub.

Die Mitglieder des Mirlin Teams sind neben Morris Dr. Andrea Ghez, Dr. Eric Becklin und Angelle Tanner von UCLA, Drs. Michael Ressler und Michael Werner vom JPL und Dr. Angela Cotera Hulet aus der Arizona State University, Temple, Arizona. Die Kamera wurde von Ressler und Werner im JPL konstruiert. Einige Ergebnisse basierend auf dieser Abbildung sind im Astrophysical Journal veröffentlicht worden.

Durch das Studieren der Prozesse im Zentrum unserer eigenen Galaxie könnten die Astronomen mehr über aktivere, weiter entferntere galaktische Kerne - zum Beispiel Quasare und Seyfert Galaxien, welche die größten der bekannten Plätze im Universum sind - lehren. Mehr Informationen über das Milchstraßenzentrum und andere Galaxiezentren könnten durch zukünftige, empfindlichere Instrumente mit einer höheren Auflösung erreicht werden.

Zum Beispiel plant die NASA eine ähnliche Infrarot-Kamera zu bauen. Eine von dreien wird an Bord des James Webb Space Telescope mitfliegen, das 2010 startet. Diese Kamera wird etwa die gleiche Auflösung wie das Keck- Teleskop erreichen, jedoch wird es durch die Höhe 1000mal empfindlicher sein, da es über dem warmen Leuchten der Erdatmosphäre die Erde umkreisen wird. Mit dem Gebrauch diese Instruments werden Astronomen fähig sein, die Galaxiezentren bis zum Ende des sichtbaren Rand des Universums zu studieren.
 
 

 
 

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      History Special: Johannes Kepler (3) von Tilman Kaiser 

Keplers Ausgangspunkt Anfang des 17. Jahrhunderts: drei konkurrierende Systeme
Anfang des 17. Jahrhunderts gab es also drei Weltsysteme, die aus naturwissenschaftlicher und aus sozio-kultureller Hinsicht miteinander in Konkurrenz standen. Im ptolemäischen System umkreisten die Planetensphären und die Fixsternsphäre die ruhende Erde. Im kopernikanischen System kreisten Erde und Planeten um die im Zentrum ruhende Sonne. Die Fixsternsphäre ruhte und die Erde rotierte von West nach Ost. Im tychonischen System umkreisten Mond und Sonne die ruhende Erde, während sich die Planeten wiederum um die Sonne bewegten. Die Fixsternsphäre schloss direkt an den Saturn an.
Im Jahr 1600 eröffnete sich für den 28 Jahre alten Mathematiker und Astronom Johannes Kepler (geboren am 27.12.1571 in Weil der Stadt, gestorben am 15.11.1630 in Regensburg) , der seine wissenschaftliche Prägung an der Universität Tübingen unter anderem durch den Heliozentriker Mästlin erhalten hatte, die Möglichkeit, mit Hilfe des umfangreichen empirischen Datenbestands des dänischen Astronomen Tycho Brahe diese drei Systeme auf Gültigkeit zu überprüfen.

Keplers Astronomia Nova (1600 - 1606)
Ein erstes Zusammentreffen von Kepler, dem Mathematiker der "Grazer Landschaft" und Brahe, dem Hofmathematicus des katholischen Kaisers Rudolph II. in Prag, findet im Februar 1600 statt.
Brahe verfügt über einen großen Fundus an bis zu 2 Bogenminuten genauen Messungen von Gestirnspositionen.
Kepler ist bekannt als mathematisch versierter Astronom, hat aber in Graz berufllich und privat wegen der Unterdrückung der Protestanten keine Zukunft. Brahe braucht den Theoretiker Kepler für die empirische Untermauerung des Semi-Geozentrismus. Kepler wiederum braucht Brahes Daten für die Untermauerung seiner heliozentrischen Theorie.
Brahe und sein Assistent Longomontanus scheitern an der Marsbahnbeschreibung, weswegen das Problem auf Kepler übertragen wird.
Nach dem Tod Brahes im Oktober 1601 tritt Kepler sein Amt als Nachfolger an.
Trotz der angesehenen Stellung als kaiserlicher Mathematiker muss sich Kepler wegen der Bearbeitung von Brahes Daten mit dessen Erben auseinandersetzen. Das ist nicht weiter verwunderlich, da diese befürchteten, dass Tycho Brahes Werk in den Arbeiten Keplers nicht genügend Würdigung finden würde. So formuliert Kepler sein Ziel schon in der Einleitung seiner "Astronomia Nova" deutlich:

"Auf die Meinungen der Heiligen aber über diese natürlichen Dinge antworte ich mit einem einzigen Wort: In der Theologie gilt das Gewicht der Autorität, in der Philosophie aber das der Vernunftgründe. Heilig ist zwar Laktanz, der die Kugelgestalt der Erde leugnete, heilig Augustinus, der die Kugelgestalt zugab, aber Antipoden leugnete, heilig das Offizium unserer Tage, das die Kleinheit der Erde zugibt, aber ihre Bewegung leugnet. Aber heiliger ist mir die Wahrheit, wenn ich bei aller Ehrfurcht vor den Kirchenlehrern, aus der Philosophie beweise, dass die Erde rund und ringsum von Antipoden bewohnt, ganz unbedeutend und klein ist und auch durch die Gestirne hin eilt." (J Kepler: Astronomia Nova, S. 33)

An diesem Ausschnitt wird Keplers bedingungslose Suche nach der Wahrheit aber auch sein Hang zur Philosophie deutlich. Nichtsdestotrotz sind die genauen Beobachtungsdaten Brahes eine unabdingbare Voraussetzung für Keplers Erfolge bei der Aufstellung seiner Planetengesetze.

An einer fortgeschritteneren Stelle des Werkes wird noch deutlicher, dass Kepler nicht wie Copernicus für einen "mathematischen", sondern für einen physikalischen Heliozentrismus kämpft:

"Was für ein Körper aber sich im Mittelpunkt [der Welt] befindet, ob keiner dort ist, wie Kopernikus will, wenn er rechnet , und zum Teil auch Tycho, oder die Erde, wie Ptolemäus und Tycho es wollen, oder endlich die Sonne, wie ich will und wie auch Kopernikus, wenn er spekuliert , das habe ich im 1. Teil mit physikalischen Gründen zu erörtern begonnen." (J. Kepler, Astronomia Nova S. 222).

Neben seinen Arbeiten zur Optik, die in Keplers "Astronomia pars Optica" von 1604 zusammengefasst sind, beschäftigt er sich bis 1606 mit der genauen Erd- und Marsbahnbeschreibung und ihrer physikalischen Begründung. In seiner ersten Marsbahnberechnung übernimmt er den exzentrischen Äquanten von Ptolemäus, weil er damit die langsame Bewegung im Aphel und die schnelle Bewegung im Perihel erklären kann. Seine Forschungsarbeit zu den Planetenbahnen ist in seiner "Astronomia Nova" dargestellt.

Charakteristik der "Astronomia Nova"
Bei der "Astronomia Nova" handelt es sich um eine tagebuchartige Darstellung von Keplers Erkenntnisprozess mit allen Irrwegen oder besser gesagt, allen Versuchen, mögliche andere Theorien auszuschließen. Hierbei geht Kepler nicht rein deduktiv vor, indem er zum Beispiel versucht, eine bestimmte Bahnform an Brahes empirische Daten anzupassen. Kozhamthadam hat sich hierzu dezidiert geäußert: "Wenn Keplers Entdeckung als das ruhmvolle Ergebnis eines "Curve-Fitting"-Prozesses dargestellt wird, verrät das nur die Unkenntnis über Keplers eigenen Bericht." (Kozhamthadam S.247)
Vielmehr überprüft Kepler seine unterschiedlichen Theorien und Ideen mit den empirischen Daten und lässt bei der Suche nach den korrekten Bahngesetzen letzendlich alles fallen, was nicht mit den Daten in Einklang zu bringen ist. Für Kozhamthadam unterscheidet sich Kepler von vielen anderen zeitgenössischen Astronomen darin, dass er einen gewisse innere Freiheit oder Flexibilität bezüglich philosophischen Ideen besaß:

"Bei Kepler sehen wir eine innere Freiheit in dem Sinn, dass obwohl er seine religiösen, philosophischen und empirischen Prinzipien ernst nahm, nie [...] leidenschaftlich an ihnen festhielt. Das Paradebeispiel hierfür ist seine endgültige Aufgabe des Prinzips der Kreisförmigkeit, das selbst Galilei für unverletzlich hielt. " (Kozhamthadam S.251) und weiter unten "Diese Flexibilität war nicht auf Keplers philosophische Prinzipien beschränkt. In seinen naturwissenschaftlichen Positionen sehen wir eine ähnliche Haltung. Zum Beispiel nimmt Kepler im Licht seiner fortgeschrittenen Forschungsarbeiten bereitwillig eine rotierende Sonne an, obwohl er am Anfang noch ein Anhänger der unbeweglichen Sonne war."

Erkenntnisse für Kinematik & Dynamik der Planetenbewegung aus der "Astronomia Nova" und dem späteren Werk "Harmonice Mundi"

• Die Erde ist wie jeder andere Planet zu betrachten. Sie bewegt sich um die mit einer bestimmten Exzentrizität positionierte Sonne.
• Der Mars bewegt sich auf einer elliptischen Bahn mit einer Neigung von 1°50' zur Erdbahn. Die Sonne sitzt in einem der zwei Brennpunkte. Hier bricht Kepler mit dem aristotelischen Dogma der Kreisförmigkeit.
• Der Flächensatz: Der Fahrstrahl von Sonne zum Planeten überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen. Mit diesem Gesetz gibt Kepler die aristotelische Gleichförmigkeit der Bewegung auf. Interessant ist insbesondere die Entstehungsgeschichte dieses Satzes. Kepler vermutete eine Bewegung mit einer Geschwindigkeit, die antiproportional zur Entfernung der Sonne ist (v ~ 1/r). Diese Beziehung lag im Rahmen der aristotelischen Physik, die die Proportionalität von Kraft und Geschwindigkeit vertrat. Da Kepler schon im ersten Teil ein 1/r-Kraftgesetz formuliert hatte, lag diese Beziehung zwischen Geschwindigkeit und Entfernung zur Sonnen nahe. Dass er hieraus, ohne über die Werkzeuge der Infinitesimalrechnung zu verfügen, ein äquivalente Gesetzmäßigkeit herleiten konnte, zeugt von seinen ausserordentlichen mathematischen Fähigkeiten. Kepler zeigt, dass der folgende Radiensatz dieser Beziehung entspricht: In gleichen Zeiten ergeben sich auf der gesamten Umlaufbahn von der Sonne aus gesehen immer die gleichen Entfernungsummen. Da die Berechnung dieser Summen aber sehr mühsam ist, sucht er eine Näherungslösung. So entstand sein berühmter Flächensatz, den er hier als Rechennotbehelf einführte und der sich im vierten Teil der "Astronomia Nova" als das eigentliche empirische Gesetz herausstellte.
• Kepler erkennt die kausale Rolle der Sonne für die Planetenbewegung, auch wenn er die Dynamik der Bewegung noch nicht korrekt erfasst. Er benötigt für die Erklärung der Bewegung auf der gekrümmten Bahn eine treibende Kraft und eine stabilisierende Kraft, die abstoßend und anziehend wirkt, während Newton nur eine radial wirkende Kraft benötigt. Angeregt durch W. Gilberts Schrift "De Magnete ..." (1600) zieht Kepler magnetische Kräfte in Erwägung.
• Das "dritte Keplersche Gesetz" beschreibt eine Beziehung zwischen den Umlaufzeiten der Planeten und den großen Halbachsen ihrer Ellipsenbahnen mit der Potenz 3/2. Dieser Satz befindet sich erst in Keplers Lebenswerk "Harmonice Mundi" (Weltharmonik), das 1619 erscheint. Die Entstehung dieses Satzes ist sehr mysteriös und vielleicht noch am ehesten durch Keplers Beschäftigung mit der Musiktheorie (3/2 - Quinte) erklärbar. Kepler versuchte in diesem Werk, die Geschwindigkeitsunterschiede der Planeten auf harmonische Tonfolgen zurückzuführen, was uns vom heutigen modernen naturwissenschaftlichen Standpunkt eher sonderbar erscheint.
 

 
 

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      HotSpot: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt von Dominik Mayer 

Geschichtliches
Die Geschichte des DLR reicht weit in die Vergangenheit. Sie beginnt noch vor dem Ersten Weltkrieg, als 1912 in Berlin-Adlershof am ersten deutschen Motorflugplatz Johannisthal die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) gegründet wird. Nach der deutschen Niederlage verbieten die Allierten 1919 jegliche Betätigung auf dem Gebiet der Luftfahrt und die Arbeit am DVL kommt zum erliegen. Erst mit der Lockerung dieser Bestimmungen im Jahre 1922 erschließen sich neue Aufgaben, die nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 weiter verstärkt werden. Von der NS-Führung mit Großforschungsaufträgen überhäuft, fließen immense Summen in die deutsche Luftfahrtindustrie. Neben dem DVL erhält vor allem die Aeorodynamische Versuchsanstalt Göttingen (AVA) starke Unterstützung. 1936 kommt es zur Gründung der Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) in Braunschweig, die diesen Namen jedoch nur zwei Jahre lang tragen darf. 1938 wird sie nach Hitlers Stellvertreter in Luftfahrtforschungsanstalt Hermann Göring umbenannt.
Als Deutschland auch den Zweiten Weltkrieg verliert werden 1945 erneut alle Arbeiten zur Luft- und Raumfahrt eingestellt, wobei die Organisationen aber als eingetragene Vereine erhalten bleiben. Erst 10 Jahre später, 1955 führt man die Arbeiten im DVL fort und nach weiteren sechs Jahren beginnt die deutsche Raumfahrforschung offiziell.
1969 werden DVL, DFL und AVA zur Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt DFVLR zusammengefasst. Im gleichen Jahr startet der erste deutsche Forschungssatellit AZUR. Der Name DLR taucht zum ersten Mal 1989 auf, als der DFVLR in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt umbenannt wird. Gleichzeitig wird die Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) gegründet, die 1997 in das DLR, das nun offiziell Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt heißt, eingegliedert.

Aufgaben
Das DLR beschäftigt heute über 4.500 Angestellte, an acht Standorten, es hat 30 Institute bzw. Testeinrichtungen und einen Etat von ca. 360 Millionen Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich das DLR in den letzten 50 Jahren stark entwickelt und seinen Einfluss ausgebaut hat. Um seine Ziele zu erreichen, setzt es vor allem auf Partnerschaften im In- und Ausland, wie z.B. der Kernbindung mit Partnereinrichtungen in Frankreich und den Niederlanden, sowie öffentlich-private Kooperationen.
Als Nationale Raumfahrtagentur verwaltet es das Raumfahrtbudget in Höhe von ca. 760 Millionen Euro und widmet sich verstärkt den Aufgaben des Deutschen Raumfahrtprogramms:

• Erdbeobachtung
• Kommunikation
• Navigation
• Erforschung des Weltraums
• Forschung unter Weltraumbedingungen
• Raumtransport
• Technik für Raumfahrtsysteme

Zielsetzung dabei ist, bei sinkenden Kosten die Qualität zu erhöhen. Neben der Raumfahrt engagiert sich das DLR auch in der Luftfahrt. Da sich die Anzahl der Verkehrsflugzeuge in den nächsten 15 Jahren verdoppeln soll, wird neben der Reduzierung der Betriebskosten nach Möglichkeiten gesucht, die Umwelt- und Lärmbelästigung sowie die Unfallrate zu halbieren.
Doch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat noch zwei weitere Aufgabengebiete, die nicht aus dem Namen ersichtlich sind: Es forscht in den Bereichen Verkehr und Energie nach neuen, innovativen Techniken, die unser Leben in der Zukunft grundsätzlich verändern können.
 
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Die Homepage des DLR
Virtueller Rundgang beim DLR (siehe Surftipp)
HotSpot-Archiv
 
 

 
 

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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Hurrikan verzögert weitere Aktivitäten
Am Sonntag um 12.01 Uhr Eastern Standard Time (EST) dockte das unbemannte Versorgungsraumschiff Progress M1-9 erfolgreich an die internationale Raumstation an. An Bord des russischen Raumschiffes befinden sich annähernd eine Tonne Nahrungsmittel, Ersatzteile, Experimente, Treibstoff und Versorgungsgüter für die jetzige fünfte sowie bereits auch für die sechste Stammbesatzung, die im November ihre Arbeit an Bord der Raumstation aufnehmen wird.

Progress M1-9 koppelte an die hintere Andockstelle des Servicemoduls Swjesda an, als sich die beiden Raumfahrzeuge über Zentralasien befanden. Das Versorgungsraumschiff war zuvor am 25. September um 11.58 Uhr EST vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan zu seiner viertägigen Reise aufgebrochen. Das automatisch ablaufende Andockmanöver verlief reibungslos, während die fünfte Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Waleri Korsun sowie National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Peggy Whitson und Bordingenieur Sergej Trestschow, die Ankunft des neuen Raumschiffes von Swjesda aus verfolgte. Wenige Minuten nach dem Andocken wurde die Verbindung der beiden Raumfahrzeuge luftdicht abgedichtet.

Korsun war zwar darauf vorbereitet die Steuerung des Raumschiffes zu übernehmen und es, für den Fall, dass das automatische Rendezvoussystem nicht funktioniert, manuell an die ISS anzukoppeln, aber das Andockmanöver verlief einwandfrei. Nach dem Herstellen der festen Verbindung ist geplant, dass die Besatzung die Luken zwischen Swjesda und Progress M1-9 am Sonntagabend öffnet und am Montag damit beginnt, die Versorgungsgüter aus dem Raumschiff auszuladen.

Bei einigen der Versorgungsgüter handelt es sich um Kleidung und persönliche Gegenstände der sechsten Stammbesatzung, die aus Kommandant Kenneth Bowersox sowie den Bordingenieuren Donald Pettit und Nikolai Budarin besteht. Sie werden an Bord des Space Shuttle Endeavour im Rahmen der Mission STS-113 zur ISS starten und dort Korsun, Whitson und Trestschow nach fünfeinhalb Monaten im Weltraum ablösen. Zur weiteren Besatzung von STS-113 gehören zudem Kommandant James Wetherbee, Pilot Paul Lockhart sowie die Missionsspezialisten Michael Lopez-Alegria und John Herrington.

Im Vorfeld der Mission STS-113 mussten sowohl die eigentliche Space Shuttle-Besatzung als auch die Stammbesatzung umgestellt werden. Ursprünglich gehörte Donald Thomas als Bordingenieur zur sechsten Stammbesatzung. Doch aufgrund einer medizinischen Untersuchung, die die Qualifikation von Thomas für einen Langzeitaufenthalt verhindert, rückte aus der Ersatzmannschaft Donald Pettit als neuer Bordingenieur nach. Christopher Loria sollte eigentlich auf der Position des Piloten mit STS-113 ins Weltall starten. Aber aufgrund einer zu Hause zugezogenen Verletzung und den daraus folgenden Auswirkungen auf die Missionsvorbereitung wurde er durch Paul Lockhart ersetzt. Lockhart selbst flog erst im Juni diesen Jahres mit STS-111 zur ISS. Mit an Bord der Endeavour waren damals auch Korsun, Whitson und Trestschow.

Auch zur Fracht von Progress M1-9 gehören Ausrüstungsgegenstände für die Experimente im Rahmen des Projektes Odissea der European Space Agency (ESA). Diese werden von dem Belgier Frank de Winne durchgeführt werden, wenn er an Bord von Sojus TMA-1 die Raumstation erreicht. Der Start des Rettungsraumschiffes ist gegenwärtig für den 28. Oktober vorgesehen. Neben Bordingenieur de Winne gehört noch der russische Kommandant Sergej Saljotin zur Besatzung. Ihre Rückkehr werden die beiden Raumfahrer mit dem seit 27. April an die ISS angekoppelten Raumschiff Sojus TM-34 antreten. Ursprünglich gehörte noch der amerikanische Space Flight Participant Lance Bass zur Besatzung von Sojus TMA-1. Da allerdings mehrere Ultimaten zur Zahlung des Geldes für Training und Flug verstrichen, wurde Bass von der Rossijskoje Awiazionnoje i Kosmitscheskoje Agenstwo (RAKA) aus der Besatzung genommen. Seinen Platz in der engen Rückkehrkapsel des Sojus-Raumschiffes nimmt nun ein Frachtcontainer ein.

Weiterhin befinden sich an Bord des Raumfahrzeuges Formulare zur Volkszählung in Russland, die von Korsun und Trestschow ausgefüllt werden sollen. Die russischen Behörden erhoffen sich von dieser Geste einen Symbolcharakter, der alle Staatsbürger überzeugen soll, an der ersten Volkszählung nach der Sowjetära zwischen dem 09. und 16. Oktober teilzunehmen. De ausgefüllten Fragebögen sollen entweder an Bord des Space Shuttle Atlantis oder an Bord von Sojus TM-34 zur Erde zurückkehren.

Das alte Versorgungsraumschiff Progress M-46, das die ISS im Juni erreicht hatte, dockte vergangene Woche am Dienstag von der Raumstation ab. Es verbleibt allerdings auf seiner eigenen Umlaufbahn in einem sicheren Abstand zur Raumstation. Russische Flugkontrolleure werden ungefähr zwei Wochen lang die Kameras des Raumschiffes dazu benutzen, Bilder des Smogs und des Rauches über dem Nordosten Russlands aufzunehmen und zur Erde zu übertragen. Erst anschließend wird es seine Umlaufbahn verlassen um in der Erdatmosphäre zu verglühen.

Am frühen Mittwochmorgen wurde die amerikanische Flugüberwachung der ISS vom Mission Control Center (MCC) in Houston an die Belegschaft der Houston Support Group im MCC in Moskau übergeben, da der Hurrikan Lili das Johnson Space Center (JSC) bedrohte. Während sich Lili der Golfküste näherte wurden erste Vorbereitungen getroffen, die unter anderem ein Herunterfahren des MCC in Houston beinhalteten. Zu dieser Zeit wurde davon ausgegangen, dass der Sturm gegen Mittwochabend oder Donnerstagmorgen einen nördlicheren Kurs einschlagen würde, was dann zu einem Hereinbrachen des Sturmes über die Küste von Louisiana geführt hätte. Allerdings würde der genaue Kurs des Sturmes laut Vorhersagen frühestens gegen Mitternacht zu erkennen sein, so dass im JSC die Vorbereitungen weitergingen.

Die Houston Support Group ist eine Organisation, die Flugkontrolleure und sonstige Spezialisten einschließt, die im MCC in Moskau stationiert sind, das sich in Koroljow, einem Vorort der russischen Hauptstadt befindet. Von dort führten sie die Flugüberwachung der Raumstation in Zusammenarbeit mit russischen und amerikanischen Bodenstationen durch. Die Belegschaft in Russland stand in engem Kontakt mit dem Flight Control Team in Houston, das andere Einrichtungen des JSC nutzte. Während das Backup Control Center (BCC) in Aktion war, war eine hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit von der Raumstation zur Erde nicht verfügbar. Da die Flugkontrolleure nicht mehr in der Lage waren, die Bewegung der Solarflügelpaare zu überwachen, brachten sie diese in eine starre Position. Daraus folgend musste der Stromfluss zu einigen Nutzlasten und Systemen der Raumstation reduziert werden. Die Houston Support Group, amerikanischen Flugkontrolleure und andere Spezialisten, die im MCC in Moskau stationiert sind sowie das MCC in Houston haben vor weniger als drei Wochen genau für solch einen Notfall geübt.

Die Vorbereitungen auf den Hurrikan führten jedoch auch dazu, dass der Start des Space Shuttle Atlantis im Rahmen der Mission STS-112 zur ISS verschoben wurde. Die Atlantis, die die 14 Tonnen schwere Starboard 1 (S1) Integrated Truss Structure (ITS) zur Raumstation transportiert, soll nun frühestens am kommenden Montag abheben. Einen Start am Montag vorausgesetzt dockt der Space Shuttle Atlantis am Mittwoch an die ISS an. Die Besatzung bilden Kommandant Jeffrey Ashby, Pilotin Pamela Melroy sowie den Missionsspezialisten David Wolf, Sandra Magnus, Piers Sellers und Fjodor Jurtschichin.

Am Donnerstag dann nahm das MCC in Houston wieder seine Arbeit auf und das Herauffahren der Stromversorgung der ISS ging wie geplant weiter. Die mächtigen amerikanischen Solarflügelpaare sind nun wieder zur Sonne ausgerichtet, nachdem sie zuvor in eine starre Position gebracht worden sind, als das MCC angesichts eine Bedrohung durch den Hurrikan Lili heruntergefahren wurde. Die Flugüberwachung ging dann gegen 18.00 Uhr EST wieder zurück nach Houston. Seit der Reaktivierung des MCC, mit der begonnen wurde, nachdem sich abzeichnete, dass Lili in das betreffende Gebiet einzieht, waren nur etwas mehr als zwölf Stunden vergangen. Als sich Lili am Mittwoch näherte, wurde die Stromversorgung des MCC in Houston in einer sorgfältig geplanten Reihenfolge heruntergefahren sowie die elektronischen Ausrichtungen mit wasserdichtem Kunststoff abgedeckt.

Die Situation führte auch dazu, dass die Russen einen für Mittwoch angesetzten Test der Triebwerke von Progress M1-9 absagten mussten. Außerdem sagten sie eine Anhebung der Bahnhöhe der Raumstation durch das Versorgungsraumschiff ab, die für Freitag geplant war.
 
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Internationale Raumstation
 
 

 
 

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      Surftipp: Virtueller Rundgang beim DLR von Lorenz Zistler 

Raumfahrt ist ein sehr wichtiger Aufgabenbereich in der heutigen Zeit. Sie ermöglicht es vom Weltall aus die Erde zu beobachten und damit Daten für den nächsten Wetterbericht zu sammeln. Oder es wird Material gesammelt welches hilft die Umweltverschmutzung zu dokumentieren und Gegenmaßnahmen zu treffen. Nun aber kommt die große Frage, wer steckt hinter all dem in Deutschland? Um die Antwort gleich vorwegzunehmen, es ist das DLR (Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt). Auf einem Rundgang, der unter der Adresse http://www2.dlr.de/oeffentlichkeit/portrait/rundgang/inhr.htm zu finden ist stellt das DLR seine Arbeit vor und gibt einen genauen Einblick in was das Zentrum alles leistet. Viel Spaß auf dem Rundgang.
 
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      InDetail: Roche-Grenze von ku & mw 

Planeten mit sehr großer Masse, ähnlich dem Jupiter, neigen dazu, viele Monde zu besitzen. Diese können den unterschiedlichsten Bahnen folgen - allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze, der sogenannten Roche-Grenze. Dies hängt damit zusammen, dass die Gezeitenkräfte des großen Planeten zunehmen, je dichter sich ein Trabant um ihn bewegt. Die Roche-Grenze beschreibt die Bahnhöhe, unter der ein Mond durch die Gezeitenkräfte explodiert. Diese hängt von der Masse des Planeten und des Mondes ab. Sehr kleine Trabanten, wie künstliche Satelliten, explodieren daher nicht.
 

 
 

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"In Space Newsletter" #045
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
5. Oktober 2002
Auflage: 683 Exemplare
 
 
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