| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #046 vom 12. Oktober 2002
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| Inhalt
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter"
Ausgabe #046
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Klassifizierung der Sterne
> History Special:
Johannes Kepler (4)
> HotSpot:
Integrals Reise ins All
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
Apolloprojekt.de
> InDetail:
Extinktion
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
lange Zeit war es um den derzeit einzigen bemannten Stützpunkt im Erdorbit sehr ruhig gewesen. Nicht nur Sommerloch-bedingt konnte man über fast drei Monate hinweg kaum etwas Neues über den Ausbau der Internationalen Raumstation und die Aktivitäten der Besatzung lesen. Dies lag an der lahmgelegten Shuttle-Flotte, die seit Juni wegen entdeckter Risse an den Treibstoffleitungen auf dem Boden bleiben musste. Ebenso wurde auch der Ausbau der ISS maßgeblich behindert. Wieder einmal hat sich gezeigt, wie sehr die gesamte bemannte Raumfahrt von der NASA abhängig ist. Auch Haushaltssperren in für die Zukunft der Station wichtigen Bereichen, wie dem bemannten Rettungsschiff CRV, gefährden, dass die ISS jemals ihre volle Besatzung erreichen wird.
Glücklicherweise wurde die Durststrecke bezüglich Nachrichten von der ISS nun beendet: Am vergangenden Dienstag durfte sogar die Tagesschau über den Start der Atlantis zur Station berichten und brachte auch gleich ein neues Bauteil mit: Mehr dazu lesen sie im ISS Weekly Report.
Natürlich sind auch die anderen Rubriken dieses Newsletter höchst lesenswert.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Karl Urban
Chefredakteur "Raumfahrer.net"
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Umfrage: Ist Ihrer Meinung nach eine bemannte Marsmission innerhalb der nächsten 20 Jahre wirtschaftlich wie technologisch durchführbar?
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• Auroa hebt ab <mehr>
• Planet zwischen zwei Sonnen <mehr>
• Auf fremden Planeten landen <mehr>
• Shuttle: Erster Außeneinsatz erfolgreich beendet <mehr>
• ISS: Neues Bauteil erfolgreich montiert <mehr>
• Einem GRB erfolgreich auf der Spur <mehr>
• Erster Mars-Rover bereit für Tests <mehr>
• Physik-Nobelpreis für drei Astrophysiker <mehr>
• Space Shuttle Atlantis gestartet <mehr>
• Raum-Zeit-Anomalie an zwei Himmelskörpern <mehr>
» Auroa hebt ab 11. Oktober 2002 - Das neue Explorationsprogramm "Auroa" der Europäischen Weltraumorganisation nimmt nun Schritt für Schritt Gestalt an. Dieses von der ESA im Januar 2002 eingeleitete ehrgeizige Programm steckt die Strategie Europas in den nächsten dreißig Jahren für die robotische und bemannte Erforschung des Mars, des Mondes und noch fernerer Himmelsobjekte wie z.B. Asteroiden ab. Am Montag, den 7.Oktober trat der Auroa-Teilnehmerrat in der ESA-Hauptverwaltung in Paris zusammen und genehmigte die Inangriffnahme von Bewertungsstudien für die ersten vier Robotermissionen des Programms. Die genehmigten Studien erstrecken sich auf zwei "Flaggschiff"-Missionen - größere Vorhaben zur Erweiterung unserer wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse als Vorbereitung für eine bemannte Mission - und sogenannte "Pfeil"-Missionen, die als technologische weniger anspruchsvolle und kostengünstigere Missionen zur Verringerung der mit Flaggschiff-Missionen verbundenen Risiken geplant sind. Die zu untersuchenden Flaggschiff-Missionen sind: Die EXO-Mars-Mission Sie soll die biologische Umwelt auf dem Mars erkunden, bevor andere Raumflugkörper oder Menschen auf dem Roten Planeten landen. Die Daten dieser Mission dürften einen wertvollen Beitrag zur breiteren Forschung auf dem Gebiet der Exobiologie, d.h. der Suche nach Leben außerhalb der Erde, leisten. Im Rahmen dieser Mission soll ein Raumfluggerät aus einer Umlaufbahn um den Mars mit Hilfe eines Abstiegsmoduls, das mit aufblasbaren Luftbremsen oder einem Fallschirmsystem ausgestattet ist, gezielt ein Fahrzeug auf dem Mars absetzen, das von herkömmlichen Sonnenzellen mit Energie versorgt würde und sich mehrere Kilometer weit auf der Marsoberfläche fortbewegen könnte. Seine rund 40 kg schwere Nutzlast würde eine Bohreinrichtung sowie ein mit den wissenschaftlichen Instrumenten gekoppeltes Probenentnahme- und -handhabungssystem umfassen. Das Marsfahrzeug stellt mit seinen hochentwickelten optischen Sensoren für das Navigationssystem, seiner Bordsoftware, seiner Fähigkeit für autonomen Einsatz und seinen Nutzlastinstrumenten für die Suche nach Leben eine bedeutende technologische Herausforderung dar, die Europa und Kanada Gelegenheit gibt, in der ESA und auf nationaler Ebene in jahrelanger Zusammenarbeit entwickelte Technologien zur Reife zu bringen. Diese Mission wird auch als mögliches Datenrelaissystem für die unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur CNES geplante Mission Mars Netlander in Betracht gezogen. Die Mission zur Rückführung einer Mars-Bodenprobe soll ein Abstiegsmodul sowie ein Fahrzeug für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auf eine Umlaufbahn um den Mars befördern. Das Abstiegsmodul setzt auf der Marsoberfläche eine mit einem Probensammelgerät und einem Aufstiegsfahrzeug ausgestattete Landeplattform ab. Bei dieser Mission, welche die weltweit erste Mars-Bodenprobe zur Erde zurückbringen soll, wäre eine geringe Landegenauigkeit durchaus annehmbar. Das Aufstiegsfahrzeug würde die Bodenprobe in einem Behälter auf eine niedrige (etwa 150 km hohe) Kreisbahn um den Mars bringen, auf der das Rendezvous mit dem Wiedereintrittsfahrzeug stattfindet. Dieses soll dann die Wiedereintrittskapsel mit der Mars-Bodenprobe auf eine ballistische Flugbahn in die Erdatmosphäre steuern, in der ein Fallschirm (oder aufblasbares Bremssystem) für eine sichere Landung sorgt. Diese Mission zur Rückführung einer Mars-Bodenprobe setzt eine Reihe grundlegender Technologien voraus, die in Europa noch nicht (bzw. noch nicht voll) beherrscht werden. Sie betreffen hauptsächlich das Landesystem, das Aufstiegsfahrzeug, das Rendezvous in der Marsbahn und das Fahrzeug bzw. die Kapsel für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Wiedereintrittsfahrzeug/-kapsel Geplant ist ein kleiner Satellit auf einer stark elliptischen Erdbahn, der unter ähnlichen Bedingungen in Richtung Erde katapultiert würde, wie dies bei einer interplanetaren Rückkehrkapsel der Fall wäre. Diese Mission ist ein notwendiger Schritt zur Vorbereitung der ersten Mission zur Rückführung einer Mars-Bodenprobe. Mars-Einfangdemonstrator Hier handelt es sich um eine kleine Mission zum Nachweis der Technologien, die erforderlich sind, um eine Raumsonde unter Nutzung der Reibung mit der oberen Atmosphäre des Planeten so abzubremsen, dass sie auf eine Bahn um den Mars einschwenkt. Dieselben Technologien sollen später bei einer Flaggschiff-Mission und letztlich auch bei bemannten Missionen des Programms Auroa zur Anwendung gelangen. (la - Quelle: ESA)
» Planet zwischen zwei Sonnen 11. Oktober 2002 - Astronomen haben einen extrasolaren Planeten in einem Doppelsternsystem entdeckt, dessen beide Sterne sich so nah wie bisher in solchen Fällen noch nie beobachtet umkreisen. Interessant ist diese Entdeckung für die Abschätzung der Gesamtzahl vorhandener Planetensysteme, da die meisten Sterne Mitglieder von Doppelsternsystemen sind. Deutsche und amerikanische Astronomen des McDonald Observatory in Texas (USA) haben einen extrasolaren Planeten entdeckt, der um einen nur rund 45 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern kreist. Außer der Tatsache, dass man den Stern beziehungsweise genauer: das Doppelsternsystem (oder auch "Binärsystem") Gamma Cephei mit bloßen Auge sehen kann (Größenklasse 3) ist vor allem die geringe Entfernung der beiden Sterne, die dieses Doppelsternsystem bilden, zueinander bemerkenswert. Schon früher waren zwar Planeten in Doppelsternsystemen entdeckt worden, doch waren die das jeweilige System bildenden beiden Sterne in allen bisher bekannten Fällen mindestens 100 mal so weit voneinander entfernt wie beim jetzt beobachteten Doppelsternsystem. Der Primärstern des Binärsystems Gamma Cephei besitzt die 1,6-fache Masse unserer Sonne und ist mit bloßem Auge im Sternenbild Cepheus sichtbar. Der zweite Stern des Systems verfügt nur über die 0,4-fache Masse unserer Sonne, einen nur etwa halb so großen Durchmesser und hat eine relativ "kühle" Oberfläche, weshalb er rot leuchtet. Er umkreist den Primärstern in einer Entfernung von nur etwa 28 bis 30 Astronomischen Einheiten, was in etwa der Distanz zwischen Sonne und Uranus entspricht. Der neu entdeckte extrasolare Planet hat durch Helligkeitsschwankungen des Primärsterns auf sich aufmerksam gemacht. Alle 2,5 Jahre registrierten die Astronomen eine leichte Verminderung der Helligkeit des Primärsterns, wenn der Planet sich bei seinem Umlauf um sein Zentralgestirn in die Sichtlinie zwischen Primärstern und der Erde schob. Der Planet besitzt die 1,76-fache Jupiter-Masse und umkreist den Primärstern des Binärsystems in etwa 2 Astronomischen Einheiten Entfernung, was ein wenig mehr als der Distanz von unserer Sonne zum Mars entspricht. "Wir glauben das dies ein Planet ist, da die Veränderungen [der Sternenhelligkeit] über acht komplette Zyklen hinweg stabil und gleichmäßig gewesen sind", so Bill Cochran vom McDonald Observatory der Universität von Texas. "Der Stern selbst würde sich nicht über 20 Jahre hinweg so gleichmäßig verändern. Unsere Beobachtungstechniken beinhalten verschiedene Indikatoren für stellare Veränderungen, doch wir sehen keine Änderungen, die wir dem Stern selbst zuschreiben können. Die einzig verbleibende logische Erklärung ist ein Planet." Diese Entdeckung ist vor allem für die Abschätzung, wie viele Planetensysteme es im Weltall gibt, wichtig, da die meisten Sterne als Teil von Doppel- oder Mehrfachsystemen vorkommen. (ms - Quelle: McDonald Observatory)
» Auf fremden Planeten landen 11. Oktober 2002 - In den nächsten Jahren landen drei Sonden der ESA auf fremdem Boden. Durch die Landung der Roboter in unbekannten Welten können unerwartete Schwierigkeiten auftreten. Zum Beispiel die Sonde Huygens. Die Sonde Huygens ist gegenwärtig auf der Reise zum Titan, den größten Mond des Saturns. Es kann Temperaturen von bis zu 18000 Grad Celsius standhalten, dank seines Hitzeschildes. Die enorm hohe Temperatur entsteht durch die Reise von Huygens durch die dicke Atmosphäre des Titan. "Dinge werden interessant, sobald Cassini nahe bei Saturn ist. Wir bekommen dann die besten Ansichten von Saturn und Titan, die wir jemals hatten. Wir beobachten auch den Titan, um sicherzustellen, das unsere Modelle richtig sind. Wenn wir herausfinden, dass die atmosphärische Dichte von Titan anders ist, als wir dachten, konnten wir daran denken, den Winkel des Eintritts von Huygens in die Atmosphäre des Titan leicht zu ändern, um es vor Überhitzung oder dem Fallschirm zu schützen. Jedoch birgen diese späte Änderungen auch neue Risiken," sagt Jean Pierre Lebreton, Huygens Projektwissenschaftler. Wissenschaftler wählten den Standort für die Landung des Mars Express Lander, Beagle 2, sehr sorgfältig aus: ISIDIS Planitia, der gewählte Standort ist flach und ohne viele Steine, um eine sichere Landung zu gewährleisten. Die berühmten Staubstürme, die den Mars regelrecht in eine Staubhülle einhüllen, könnten zu einer Gefahr für Beagle 2 werden. "Es wird aber nicht erwartet, das größerer Staubstürme am Tag der Landung auftreten werden. Jedoch kann es starke seitliche Winde geben", sagt Projektwissenschaftler Agustin Chicarro. ESAs Rosetta Lander, der das erste künstliche Objekt sein wird, das 2011 auf einen Kometen landet, hat ganz andere Herausforderungen. "Erstens wissen wir nichts über die Oberfläche des Kometen Wirtanen," sagt Rosetta Wissenschaftler Gerhard Schwehm. "Es könnte mit schmutzigen Schnee wie in den Alpen bedeckt sein, oder die Oberfläche besteht aus schweren, großen Steinen und Krater. Wir können jedoch sicher sein, das die Oberfläche nicht glatt und flach sein wird, das es einem Parkplatz ähnelt." Rosettas Fahrgestell würde so entworfen, das es mit dem meisten bösen Überraschungen zurechtkommt, sobald es auf den Kometen Wirtanen im Jahr 2011 landet. Zwei Harpunen verankern den Landern auf der Oberfläche des Kometen Wirtanen. (la - Quelle: ESA)
» Shuttle: Erster Außeneinsatz erfolgreich beendet 11. Oktober 2002 - Der erste "Weltraumspaziergang" der Besatzung der Atlantis wurde am Donnerstag erfolgreich abgeschlossen. Während des sieben Stunden und eine Minute dauernden Ausstiegs, befestigten die Astronauten David Wolf und Piers Sellers Datenkabel und elektrische Leitungen an der Außenhülle des S1 ("S-One") Truss, welcher zuvor von der Besatzung an der Internationalen Raumstation ISS befestigt wurde. Die ausgestiegenen Astronauten beendeten noch weitere Aufgaben, wie der Befestigung eines Wrämeradiators und die Ausrichtung einer Antenne. Während sie außen arbeiteten, erhielten Wolf und Sellers Unterstützung von der Shuttle-Pilotin Pam Melroy, die die Astronauten dirigierte sowie vom Commander Jeff Ashby, der den Roboterarm des Shuttles bediente. Missionsspezialistin von STS-112, Sandy Magnus, und die Wissenschaftsoffizierin der ISS Peggy Whitson bedienten parallel dazu den Roboterarm der Station, um den S1 Truss während des Ausstiegs zu befestigen. Mehr zur Space Shuttle können Sie ständig unter sts.raumfahrer.net nachlesen. (ku - Quelle: NASA)
» ISS: Neues Bauteil erfolgreich montiert 10. Oktober 2002 - Nach der gestrigen Ankunft der Raumfähre Atlantis bei der Internationalen Raumstation (ISS) ist heute die wichtigste Aufgabe der Shuttle-Besatzung erfolgreich abgeschlossen worden: Das Trägerelement S1 wurde mit Hilfe des Roboterarms der Raumstation an das bereits vorhandene Trägerelement S0 angekoppelt. Nachdem die Raumfähre gestern am späten Nachmittag an der ISS angedockte hatte stand heute gleich die wichtigste Aufgabe der gesamten Shuttle-Mission STS-112 auf dem Programm: Mit Hilfe des Roboterarms der Raumstation, Canadarm 2, sollte das zweite Bauteil der zentralen ISS-Trägerstruktur aus der Ladebucht der Raumfähre Atlantis gehoben und an der vorgesehenen Stelle montiert werden. Die ISS-Astronautin Peggy Whitson dirigierte anschließend gemeinsam mit der Shuttle-Astronautin Sandy Magnus von der Steuerungszentrale des Roboterarms im Labormodul Destiny aus das mehrere Tonnen schwere Bauteil vorsichtig an seinen vorgesehenen Platz an der Seite von S0, dem bei der vorletzten Shuttle-Mission montierten zentralen Bauteil der Trägerstruktur. Um 15:36 Uhr (MESZ) schließlich wurde mit Hilfe mehrerer automatischer Halterungen eine dauerhafte Verbindung zwischen den beiden Bauteilen S0 und S1 hergestellt. Voraussichtlich gegen Mitternacht (MESZ) wird der zur Zeit laufende erste von drei Außeneinsätzen während dieser Shuttle-Mission beendet sein. Die beiden amerikanischen Astronauten David Wolf und Piers Sellers aktivieren dabei verschiedene Systeme, die Bestandteile der S1-Trägerstruktur sind, und stellen elektrische und Datenverbindungen zur übrigen Raumstation her. Diesem Zweck werden auch die beiden noch folgenden Außeneinsätze in den nächsten Tagen dienen, an dessen Ende dann die volle Einsatzbereitschaft der neuen ISS-Komponente stehen soll. Das neu installierte Bauteil ist das dritte von insgesamt elf Segmenten der zentralen Trägerstruktur, die zur Raumstation geliefert werden. Zusammengebaut werden sie eine knapp 110 Meter lange Gitterstruktur bilden, an deren Enden vier riesige Solarpaneele montiert sein werden. Die Trägerstruktur wird außerdem Kühlradiatoren beherbergen, mit denen überschüssige Wärme in den Weltraum abgestrahlt werden kann. Schließlich sind auf einer Seite der Trägerstruktur Schienen montiert, auf denen ein so genannter Mobiler Transporter entlang fahren kann, um den Roboterarm der Station für Wartungs- und Montagearbeiten schnell zu seinem Einsatzort zu bringen. (ms - Quelle: NASA)
» Einem GRB erfolgreich auf der Spur 10. Oktober 2002 - Nur für sehr kurze Zeit ist das optische Nachleuchten der so genannten Gamma-Ray Bursts (GRB) sichtbar, gigantischer Gammastrahlenausbrüche in weit entfernten Regionen des Kosmos. Daher richteten Astronomen an verschiedenen Sternwarten sofort ihre Teleskope auf die von dem Satelliten HETE-2 nur Sekunden nach dem Auftreten des GRBs gemeldete Position, um das "Nachleuchten" des Gammastrahlenausbruchs registrieren zu können. Als Gamma-Ray Bursts (GRBs) werden Explosionen bezeichnet, die zufällig auftauchen und deren Gammastrahlenemission bereits nach wenigen Minuten nicht mehr sichtbar ist. Die zugrunde liegenden kosmischen Ereignisse setzen Energiemengen frei, die Billionenfach über der Energieproduktion unserer Sonne liegen. Bis jetzt gibt es noch keine sicheren Erkenntnisse über die Quellen dieser Energieausbrüche, da die Gammablitze nur sehr kurz sichtbar sind und deswegen bisher nicht näher erforscht werden konnten. Aufgrund der über alle Vorstellungen hinausgehenden Energiemengen, die dabei in kürzester Zeit freigesetzt werden, kann es sich jedoch nur um äußerst extreme Ereignisse wie beispielsweise die Vereinigung von Neutronensternen handeln. Um solche titanischen Ereignisse besser erforschen zu können gibt es verschiedene Satelliten, die beim Auftauchen solcher GRBs innerhalb von Sekunden automatisierte Meldungen an ein Netzwerk senden, über das Teleskope auf der ganzen Welt sowie einige weltraumgestützte Teleskope alarmiert werden. Da sich die Strahlung sehr schnell abschwächt ist Eile geboten, um so viele Details des Ereignisses wie möglich registrieren zu können. Der GRB vom 4. Oktober wurde von dem ersten speziell für diesen Zweck konstruierten Satelliten HETE-2 registriert, und bereits neun Minuten später konnte das erste Teleskop am Palomar-Observatorium den optischen Nachhall der Explosion aufnehmen. Annähernd 100 Teleskope in 11 Ländern haben ebenso wie die Weltraumteleskope Hubble und Chandra im Laufe der folgenden 24 Stunden das Nachleuchten im optischen und Röntgenlicht beobachtet. Eine weitere Beobachtungsreihe von Hubble ist für die laufende Woche geplant. "HETE hat innerhalb von 11 Sekunden einen GRB-Alarm ausgesendet und nur 48 Sekunden später eine genaue Positionsangabe nachgereicht, während die Gammastrahlenemission noch in Gange war. Die schnelle Positionsermittlung durch HETE hat dazu geführt, dass GRB021004 der bei weitem am besten beobachtete Ausbruch in der 30-jährigen Geschichte der GRB-Astronomie geworden ist", so George R. Ricker vom HETE-Team beim MIT. Durch die Beobachtung des Nachleuchtens von Gammastrahlenausbrüchen, das nur einige Tage bis Wochen sichtbar ist, können Informationen über die Quelle des Ausbruchs gewonnen werden. Im Fall von GRB021004 ist das Nachleuchten im sichtbaren Spektralbereich auch Tage nach dem Ausbruch noch so hell gewesen, dass es die gesamte Galaxie überstrahlt, in der sich die Quelle des GRBs befindet, so dass noch keine Informationen über dieses Sternensystem gewonnen werden konnten. Japanische Astronomen konnten beobachten, dass sich die Helligkeit im sichtbaren Licht innerhalb von gut zwei Stunden nach Auftauchen des GRBs um zwei Größenklassen auf 15,5 Größenklassen abschwächte. Australische Wissenschaftler konnten eine Rotverschiebung von 1,6 ermitteln, was einer Entfernung des GRBs von der Erde von mehr als 10 Milliarden Lichtjahren gleichkommt. Nach dem Start am 17. Oktober wird auch das europäische Gammastrahlenteleskop INTEGRAL vom Weltraum aus Ausschau nach GRBs halten (siehe dazu auch unsere News-Meldung vom 02.10.2002). (ms - Quelle: Goddard Space Flight Center)
» Erster Mars-Rover bereit für Tests 10. Oktober 2002 - Der erste der beiden amerikanischen Mars-Rover, die im Sommer nächsten Jahres zum Roten Planeten starten werden, steht kurz vor dem Beginn der Testserie, mit der das Raumfahrzeug nach dem erfolgten Zusammenbau auf Herz und Nieren geprüft wird. Nach Jahren der Entwicklung, dem Zusammenbau und Test der einzelnen Messinstrumente für die beiden amerikanischen Mars-Rover, die im Juli 2003 ihre Reise zu unserem äußeren Nachbarplaneten beginnen sollen, ist nun ein bedeutender Meilenstein erreicht worden. Wie der Projektleiter Steve Squyres von der Cornell University in seinem wöchentlichen "Mission Update" mitteilte ist das erste der beiden identischen Raumfahrzeuge inklusive Mars-Lander und -Rover nun fertig gestellt worden. In den nächsten Monaten werden sowohl das Raumfahrzeug wie auch der Lander und der Mars-Rover inklusive der so genannten Athena Nutzlast (mehrere wissenschaftliche Messinstrumente) intensiven Tests unterzogen. Die anstehenden Tests sollen alle Belastungen simulieren, denen das Raumfahrzeug, der Mars-Lander und der Mars-Rover während der Mission ausgesetzt sein werden. Dazu gehören Vibrations- und Schalltests, die die enormen akustischen und mechanischen Belastungen beim Start der Trägerrakete simulieren, wie auch das Aussetzen des Raumfahrzeugs samt Nutzlast den während der Reise zum Mars zu erwartenden Temperaturen und elektromagnetischen Belastungen (beispielsweise durch Sonnenstürme). Ist diese Hürde erfolgreich genommen, rückt der Start der Mission als nächstes wesentliches Ereignis in den Vordergrund. Nach dem Rückschlag, den die Wissenschaftler der Cornell-Universität durch die Streichung des ursprünglich für 2001 geplanten Mars-Landers erfahren haben, ist der Enthusiasmus dem eigenen Bekunden nach nun, wo die Ergebnisse jahrelanger Arbeit sichtbar werden, natürlich groß. Wir werden Sie auf Raumfahrer.net ständig über den weiteren Verlauf dieser Doppel-Mission zum Mars informieren. Einen umfassenden Überblick über die 2003 Mars Exploration Rover finden Sie in unserem HotSpot "Rover Richtung Mars". (ms - Quelle: Cornell University)
» Physik-Nobelpreis für drei Astrophysiker 09. Oktober 2002 - Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat gestern die Verleihung des Physik-Nobelpreises an drei Astrophysiker bekannt gegeben, die grundlegende Arbeiten über Methoden zum Nachweis von Neutrinos sowie zur Entdeckung von kosmischen Röntgenquellen geleistet haben. Die beiden Astrophysiker Raymond Davis Jr. (USA) und Masatoshi Koshiba (Japan) erhalten den Nobelpreis gemeinsam zur Hälfte für die Entwicklung von Methoden zum Nachweis von Neutrinos. Die andere Hälfte des Physik-Nobelpreises geht an den italienischstämmigen Wissenschaftler Riccardo Giacconi (USA), der Pionierarbeit bei der Entwicklung von Methoden zum Nachweis kosmischer Röntgenstrahlung geleistet hat. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften fasst die mit dem Nobelpreis geehrte wissenschaftliche Leistung der diesjährigen Preisträger in der Aussage zusammen, dass sie "zwei neue Fenster zum Universum" geöffnet hätten. Raymond Davis Jr. (geb. 1914) wurde vor allem für die Entwicklung eines neuartigen Neutrino-Detektors in Form eines mit 615 Tonnen einer Reinigungsflüssigkeit (Tetrachlorethylen) gefüllten Tanks geehrt, der 1968 rund 1,5 km unter der Erdoberfläche in einer aufgelassenen Goldmine in Süd-Dakota (USA) installiert wurde. Seine besondere Leistung bestand in der Entwicklung einer Methode, mit der die nur etwa 20 Argon-Atome, die pro Monat (!) bei der Reaktion von hochenergetischen Neutrinos mit den Chloratomen der im Tank befindlichen Reinigungsflüssigkeit entstehen, nachgewiesen werden konnten - die Suche nach der bekannten Nadel im Heuhaufen wäre demgegenüber ein Kinderspiel. In 30 Jahren gelang ihm der Nachweis von rund 2.000 Neutrinos, was die Theorie über die Energieproduktion im Sonneninneren durch Kernfusion bestätigte. Die Schwierigkeit beim Nachweis der schon 1930 von Wolfgang Pauli aufgrund theoretischer Arbeiten postulierten Neutrinos besteht in erster Linie darin, dass diese geradezu geisterhaften Teilchen so gut wie überhaupt nicht mit Materie wechselwirken: Zu jeder Zeit wird unser Planet (und damit auch wir selbst) von einer unvorstellbar großen Anzahl dieser Teilchen ohne spürbare Folgen durchströmt. Das erklärt auch, warum nur so verschwindend wenige Neutrinos von den raffiniert konzipierten "Neutrino-Fallen" der Wissenschaftler entdeckt werden können. Für eine vergleichbare Leistung wurde nun auch Masatoshi Koshiba (geb. 1926) geehrt. Die Funktionsweise des Kamiokande genannten und ebenfalls unterirdisch in einer stillgelegten Mine gelegenen Detektors beruht auf winzigen und ultrakurzen Lichtblitzen, die bei der Kollision von Neutrinos mit Atomkernen der Detektorflüssigkeit (Wasser) entstehen. Die Innenwand des Detektors ist mit mehr als 1.000 lichtempfindlichen Photomultipleren ausgestattet, mit deren Hilfe die Lichtblitze registriert werden können. Die entscheidende Verbesserung gegenüber dem Detektor von Davis stellt die Fähigkeit von Kamiokande dar, die Zeit der Kollision und die Flugrichtung des Neutrinos feststellen zu können. Dadurch konnte erstmalig eindeutig bewiesen werden, dass Neutrinos von der Sonne emittiert werden. Darüber hinaus konnte mit Hilfe dieses Detektors am 23. Februar 1987 erstmals der aus einer Supernovaexplosion in der Großen Magellan'schen Wolke stammende Neutrinoschauer nachweisen werden. Mittlerweile ist ein verbesserter, Super-Kamiokande genannter Neutrino-Detektor in Betrieb genommen worden. Die Arbeiten von Davis und Koshiba haben zu unerwarteten Entdeckungen und zu einem neuen Forschungsgebiet innerhalb der Astronomie geführt, der Neutrinoastronomie. Die zweite Hälfte des diesjährigen Physiknobelpreises geht an den in Italien geborenen amerikanischen Wissenschaftler Riccardo Giacconi (geb. 1931) für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Röntgenastronomie. Im Jahr 1962 wurde mit Hilfe eines von ihm entwickelten Instruments an Bord einer Höhenforschungsrakete die erste extrasolare Röntgenquelle entdeckt. Bei einem sechsminütigen Flug, der eigentlich die Frage klären sollte, ob der Mond unter dem Einfluss der Sonneneinstrahlung Röntgenstrahlen emittiert, entdeckte Giacconi und sein Forschungsteam zufällig eine starke Röntgenquelle außerhalb des Sonnensystems, wodurch die neue Röntgenastronomie einen starken Schub erhielt. Ein Problem blieben jedoch die kurzen Beobachtungszeiten der Höhenforschungsballone und -raketen - vom Boden aus konnte die kosmische Röntgenstrahlung nicht beobachtet werden, da sie annähernd vollständig von der Erdatmosphäre absorbiert wird. Giacconi setzte sich deshalb für die Konstruktion des ersten Röntgensatelliten UHURU ein, der schließlich 1970 von Kenia aus gestartet wurde. Seine Messinstrumente waren zehnmal empfindlicher als ihre Vorgänger, und in jeder Woche produzierte er mehr wissenschaftliche Erkenntnisse als alle vorher absolvierten Experimente zusammen. Um weitere Forschritte auf dem Gebiet der Röntgenastronomie zu ermöglichen konstruierte Giacconi in den 1970er Jahren das erste relativ hochauflösende Röntgenteleskop Einstein, das ab Ende 1978 im Einsatz war. Mit Hilfe von Einstein konnten kosmische Röntgenquellen entdeckt werden, die eine Million Mal schwächer als die ersten entdeckten extrasolaren Röntgenquellen waren. Bereits 1976 schließlich regte Giacconi die Konstruktion eines noch einmal verbesserten Röntgenteleskops an, dessen Start jedoch schließlich erst 1999 unter dem Namen Chandra erfolgte. Der Nobelpreis wird jährlich in sechs Kategorien verliehen. Wie jedes Jahr findet die Preisverleihung am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, im Konzerthaus von Stockholm durch den schwedischen König statt. Die einzige Ausnahme hiervon bildet der Friedensnobelpreis, der am gleichen Tag vom Vorsitzenden des norwegischen Nobel-Komitees an den oder die Preisträger in der Stadthalle von Oslo (Norwegen) überreicht wird. (ms - Quelle: Nobel e-Museum)
» Space Shuttle Atlantis gestartet 07. Oktober 2002 - Die Raumfähre Atlantis ist heute um 21:45 Uhr (MESZ) erfolgreich zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Zum ersten Mal wurden dabei während des Starts Aufnahmen von einer Videokamera übertragen, die am riesigen Außentank des Space Shuttle montiert war. Die Besatzung der Atlantis wird außer Verpflegung und Ersatzteilen als wichtigste Nutzlast den zweiten Teil der zentralen Trägerstruktur zur ISS transportieren. Die so genannte Integrated Truss Structure S1 wird nach der Ankunft der Raumfähre bei der ISS an das zentrale Element S0 dieser Trägerstruktur angefügt werden. Das S0-Truss war bei der vorletzten ISS-Montagemission STS-110 im April am Labormodul Destiny befestigt worden. Mit diesem Start geht eine mehrere Monate lange Zwangspause zu Ende, die nach der Entdeckung von Haarrissen in Treibstoffleitungen der vier Raumfähren aus Sicherheitsgründen eingelegt worden ist. Auch der heute erfolgte Start war ursprünglich schon mehrere Wochen früher geplant. Zum ersten Mal kam bei diesem Start eine Videokamera zum Einsatz, die am externen Tank der Raumfähre montiert war und Live-Aufnahmen des Starts aus einer spektakulären Perspektive übertragen konnte. Einen ingenieurtechnischen Nutzen haben die von der Videokamera per Funk übertragenen Bilder des Starts nicht, die NASA erhofft sich dadurch jedoch mehr öffentliche Aufmerksamkeit für ihre Aktivitäten. Im Internet kann die Aufnahme mittlerweile an mehreren Stellen angesehen werden, so stellt beispielsweise das Marshall Space Flight Center der NASA einen Real Video-Stream zur Verfügung, der die Videoaufnahme des Starts zeigt. Raumfahrer.net wird Sie weiterhin ausführlich über die heute begonnene Shuttle-Mission STS-112 informieren. In unserer Rubrik Space Shuttle: Aktuell finden Sie wie immer einen ausführlichen Überblick über die aktuelle Mission. (ms - Quelle: NASA)
» Raum-Zeit-Anomalie an zwei Himmelskörpern 06. Oktober 2002 - Hubble entdeckt eine Spiralgalaxie und einen Quasar, die nahe aneinander liegen müssten, jedoch nichtmal im gleichen Bezugsystem liegen können. Nicht alles was wir sehen entspricht der Realität. Dieses Foto wurde vom Hubble Space Telescope aufgenommen. In der Mitte ist die Spiralgalaxie NGC-4319 zu sehen, daneben der Quasar Markarian 205. Die beiden Objekte scheinen Nachbarn zu sein, sind sie aber nicht, weder räumlich noch zeitlich. Die Spiralgalaxie ist 80 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, der Quasar über 14mal so weit. Der Grund für diese Täuschung ist die Raumkrümmung, die oft bei massenreichen Himmelskörpern wie Galaxien oder schwarzen Löchern beobachtet wird. Nach Einstein wird der Raum dabei gekrümmt. Durch diese Raumkrümmung verläuft ein Lichtstahl nicht geradlinig, sondern wird um das Objekt herumgelenkt. Es sieht dann so aus als befände sich ein Quasar davor oder danneben. In Wirklichkeit wäre er verdeckt. (dp - Quelle: NASA)
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Space Focus: Klassifizierung der Sterne |
von Mark Weimar | |
Es gibt die verschiedensten Arten von Sternen, wie zum Beispiel Blaue Riesen, Zwergsterne oder Sterne die in der Größe und Temperatur unserer Sonne gleichen. Um eben diese Unterschiede der Sterne herausheben zu können werden, die Sterne klassifiziert.
Man klassifiziert Sterne auch nach ihrem Alter. Dafür nutzt man die sogenannten Sternenpopulationen. Hierbei unterteilt man in die Population I, das sind die jungen Sterne, und die Population II, das sind die alten Sterne. Sterne die gerade erst "geboren" sind, also junge Stern, die sich in den Spiralarmen einer Galaxie befinden werden in der Extremen Population I zusammengefasst und wiederum für Sterne die am Anfang des Universums "gelebt" hatten und heute nicht mehr existieren, diese werden in der Population III zusammengefasst.
Die Einführung der Populationen um das Alter der Sterne zu charakterisieren, verdanken wir Walter Bade. Walter Bade war ein deutscher Astronom, der später in die Vereinigten Staaten auswanderte. Bei Beobachtungen von Sternen in der Andromedagalaxie stellte er fest, dass die Sterne je nach ihrer Position in der Galaxie unterschiedliche Merkmale aufweisen. Auf den äußeren Bahnen der Galaxie bewegen sich überwiegend blaue Sterne und weiter in Richtung des Zentrums sind plötzlich überwiegend rote Sterne zu sehen. Das heißt, dass sich an den äußeren Rändern einer Galaxie junge Sterne und näher am Zentrum Rote Sterne befinden.
Sterne werden aber nicht nur nach ihrem Alter klassifiziert sondern auch nach ihrer Helligkeit und wie weit sie von uns entfernt sind.
Die Einteilung der Sterne nach ihrer Helligkeit erfolgt durch Größenklassen. Es gibt sechs dieser Größenklassen, auch Magnitudo genannt. Mit der ersten Größenklasse werden jene Sterne bezeichnet, die die hellsten sind; die zweite Größenklasse sind jene nicht ganz so hellen Sterne bis hin zur sechsten Größenklasse, womit die Sterne bezeichnet werden, die kaum noch mit dem bloßem Auge zu erkennen sind.
Dieses System, das aus der Antike stammt und seit jeher genutzt wurde, um Sterne zu unterteilen, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Englischem Astronom Norman Pogson weiterentwickelt. Er entdeckte, dass die Sterne einer bestimmten Größenklasse genau 2,5mal heller waren als die der nachfolgenden Gruppe. Daraus zog er den Schluss, dass zwischen einem Stern der 1.Größenklasse und einem der 6.Größenklasse ein Helligkeitsverhältnis von 100:1 bestehen müsse. Durch diese Verbesserung im System der Antike können wir heute die Helligkeitsangaben auf Zehntel oder sogar auf Hundertstel genauer machen als damals.
Doch wenn wir mit einem Photometer die Helligkeit eines Sterns messen, messen wir dann wirklich seine Helligkeit? Nein: Dieses Phänomen nennt man scheinbare Helligkeit. Wir unterscheiden scheinbare und absolute Helligkeit. Unter der absoluten Helligkeit verstehen wir jene Helligkeit, die ein Stern aufweisen würde, wenn er sich in einer Entfernung von 10 Parsec befinden würde (1pc = 3,26 Lichtjahre).
Messen wie weit ein Stern eigentlich entfernt ist, ist wohl das schwierigste Unterfangen in der Astronomie. Da, wie man sich auch leicht denken kann, die Maßeinheiten die wir hier auf der Erde benutzen nicht geeignet sind um sie auf das gesamte Universum zu übertragen. Stellen sie sich nur einmal vor, wenn man anstelle von Lichtjahr sagen würde, dieser Stern ist 9.460.800.000.000 km von uns entfernt. Daher hat man in der Astronomie eigene Maßeinheiten zur Entfernungsmessung. Innerhalb unseres Sonnensystems benutzen wir die Einheit Astronomische Einheit. Damit ist der mittlere Abstand zwischen der Erde und der Sonne gemeint. Das heißt eine Astronomische Einheit, auch mit AE abzukürzen, sind 149,6 Mio. km. Für die Objekte außerhalb unseres Sonnensystem gibt es wiederum ganz andere Maßeinheiten. So zum Beispiel wie oben schon genannt das Lichtjahr. Mit einem Lichtjahr ist die Entfernung gemeint die das Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt (Licht bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 300000 km/sec). Ebenfalls oben schon genannt die Parsec. Ein Parsec sind 3,26 Lichtjahre, also etwa 30.000 Mrd. km. Parsec wiederum wird noch in Kiloparsec und Megaparsec. Ein Klioparsec entspricht 1000 Parsec und ein Megaparsec entspricht 1000000 Parsec.
Die grundsätzliche Methode zur Entfernungsmessung ist die der jährlichen Parallaxe. Das Prinzip ist einfach. Ein naher Stern scheint sich, wenn man ihn von verschiedenen Orten im Raum beobachtet, zu bewegen. Zur Beobachtung wählt man nun zwei Orte aus die Möglichst weit von einander entfernt sind. Dazu nutzt man die Umlaufbewegung der Erde. Es erfolgen zwei Beobachtungen, die im Abstand von sechs Monaten durchgeführt werden und daher von Orten im Raum die rund 300 Mio. km voneinander entfernt sind. Wenn man nun den beobachteten nahen Stern auf den weit entfernten Fixsternhintergrund projiziert scheint sich seine Position um einen gewissen Winkel verändert zu haben. Da wir den Radius der Erdumlaufbahn kennen können wir nun die Entfernung des Sterns ermitteln. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass man keine Kenntnisse über den Stern haben muss, da diese Methode auf geometrischen Gegebenheiten beruht.
Die wohl wichtigsten Merkmale eines Sterns sind seine Temperatur und seine absolute Helligkeit. 1913 hatten zwei Astronomen, Ejnar Hertzsprung und Henry Norris Russel, unabhängig von einander die Idee, den Zusammenhang zwischen den beiden Größen grafisch darzustellen. Das Ergebnis war das Hertzsprung-Russel-Diagramm wobei auch die Bezeichnung Farben-Helligkeits-Diagramm gebräuchlich ist. Um ein solches Diagramm zu erstellen geht man von einer bestimmten Anzahl von Sternen aus von denen man die Entfernung kennt, um ihre absolute Helligkeit errechnen zu können. Als nächstes muss die Temperatur der Sterne bestimmt werden, wofür man die Spektralklassen der Sterne ermittelt. Dann werden diese beiden Größen auf zwei verschiedenen Achsen eingetragen. Auf der x-Achse wird die Temperatur angegeben und auf der y-Achse wird die absolute Helligkeit eingetragen. Wenn man das Diagramm erstellt hat erkennt man, dass sich die Sterne in ganz bestimmten Zonen des Diagramms anhäufen. Eine bestimmte Reihe an der sich die Sterne im Diagramm anhäufen ist die sogenannte Hauptreihe. Demnach werden Sterne, die sich in dieser Hauptreihe befinden Hauptreihensterne genannt. Auch unsere Sonne ist ein solcher Hauptreihenstern. Diese sind jene Sterne die sich in ihrer stabilen Phase ihres "Lebens" befinden.
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History Special: Johannes Kepler (4) |
von Tilman Kaiser | |
Zeitgenössische Rezeption von Keplers astronomischer Forschung
Die "Astronomia Nova" erscheint erst 1609 im Druck mit einer geringen Auflage und bekommt zunächst weniger Aufmerksamkeit als die "Astronomia Danica" von Brahes Assistent Longomontanus, die ganz im Sinne des tychonischen Semi-Geozentrismus geschrieben wurde. Die ablehnende Haltung vieler Astronomen ist nicht verwunderlich, da in diesem Werk nicht nur das revolutionäre kopernikanische System Unterstützung fand, sondern zusätzlich auch noch das anerkannten Prinzip der gleichförmigen Kreisbahnbewegung der Himmelskörper aufgegeben wurde.
Der große Bruch, der noch im 17. Jahrhundert zwischen einer von der antiken Philosophie geprägten Astronomie und einer sich anbahnenden modernen Astrophysik bestand, zeigt sich besonders schön in einem Brief, den ein gewisser Alimberto Mauri an den italienischen Astronomen Ludovico delle Colombe im Juni 1606 schrieb. Damals schon wurde vermutet, dass sich hinter der Identität des unbekannten Briefschreibers aufgrund des bissigen Stils und der weitreichenden Kenntnisse Galileo Galilei verbarg:
"Das ist großartig. Philosophen wollen die Gleichförmigkeit [in der Bewegung] der Sterne, nicht die imaginierte oder vorgetäuschte, sondern die wahre, reale Gleichförmigkeit. Da die Bewegung der Sonne, zum Beispiel manchmal langsamer und dann wieder schneller erscheint, während sich Saturn hier retrograd und dort wieder stationär bewegt, widerstrebt die Gleichförmigkeit eindeutig dem Sinn. So rennen sie zu den Astronomen, um Hilfe zu bekommen (da die Philosophen diese Angelegenheit nicht selbst regeln können), auf dass diese den Grund für solche Erscheinungen nennen und somit in den Köpfen der Menschen die Ideen der Philosophen über die Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit des Himmels als wahrhaftig bewahren mögen. So haben die Astronomen als ihre treuen Freunde Tag und Nacht über Epizykel, Exzenter und Äquanten nachgedacht und haben sie [die Philosophen] mit diesem Grundgerüst ausgestattet, so dass sie, wenn sie es wünschen, im Wettkampf über den grimmigsten Gegner triumphieren können.
Aber sieh nur, wie diese Instrumente, die sie früher nicht besaßen , von den Philosophen aus Verachtung vor den Gebern verunglimpft werden oder aber aus Unkenntnis in diesen Dingen missbraucht werden und wie diese anstatt ihnen zum Sieg zu verhilfen, sie die Schlacht verlieren lassen. Nehmen wir als Beispiel unseren modernen Peripatetiker [Aristoteliker], der aus irgendeinem Grund nicht wahrnimmt, dass dadurch, dass er Epizykel für imaginär erklärt, dadurch auch gleichzeitig seine Axiome und Regelmässigkeiten in ihrer Fiktivität bestärkt. Denn wenn es war ist [...], dass Wirkungen den Ursachen folgen, wie können sie jemals die himmlischen Bewegungen als wahrhaft regelmäßig erachten, wenn sie annehmen, dass die Epizykel, Exzenter und Äquanten, mit deren Hilfe sie allein die Gleichförmigkeit der Bewegungen retten (oder eher bewirken) können, der Fabel entnommen und fiktiv sind."
(Drake, S.118f)
Vielleicht ist Galileos Zurückhaltung gegenüber Kepler neben anderen Gründen mit dessen Hang zum Philosophieren erklärbar. Dass nicht nur naturwissenschaftliche Argumente, sondern auch Religion und Philosophie für Keplers Schaffen eine gewisse Rolle spielten, hat J. Kozhamthadam in seiner wissenschaftlichen Arbeit "The discovery of Kepler´s Laws: The interaction of science, philosophy and religion" untersucht.
Im selben Jahr als Keplers Astronomia Nova veröffentlicht wird, wird auch das erste Teleskop (Linsenfernrohr) von Hans Lipperhey in den Niederlanden erfolgreich präsentiert. Kepler erklärt 1611 den Strahlengang durch die Linsen in seiner "Dioptrik".
Die Briefe, die der Danziger Astronom Peter Crüger zwischen 1620 und 1635 an den Gelehrten Ph. Müller schreibt, sind symptomatisch für den Wandel in der Akzeptanz von Keplers drei Gesetzen und seinem Marswerk:
"Das Marswerk erfordert durchaus einen Mann, der von jedem anderen Gedanken frei ist und zwar nicht nur für einen Tag, sondern für ein volles Jahr, bis man alles verstehen kann."
Einige Jahre später:
"Indem Kepler die Hypothese des Copernicus mit physikalischen Gründen zu beweisen sich bemüht, führt er wunderliche Spekulationen ein, die nicht in die Astronomie, sondern in die Physik gehören ... Das ist alles recht schön, aber auch sehr dunkel ...Mag sein, dass er damit einige für seine Himmelsphysik und Copernicanische Astronomie gewinnt, er wird aber auch viele abstossen."
Wiederum einige Jahre später:
"Ich lehne nun die elliptische Form der Planetenbahnen nicht mehr ab und habe mich von den Beweisen in Keplers Marswerk überzeugen lassen."
Insbesondere als sich mit Keplers neu berechneten Planetentafeln exaktere Vorhersagen machen lassen, wird der Widerstand in astronomischen Fachkreisen allmählich schwächer. Durch Galileos Beobachtung und Beschreibung der Venusphasen mit dem Teleskop bekommt der Heliozentrismus weiteren Auftrieb. Obwohl Galileos Beitrag zur Entwicklung der modernen Physik und damit auch der Astrophysik allein schon durch die Aufstellung der Fallgesetze unermesslich wertvoll ist, begnügte er sich in der Planetentheorie mit Kreisbahnen. Hier zeigt sich, dass Galileo mehr Physiker als Astronom war. Obwohl Kepler und Galileo beide Anhänger des Heliozentrismus waren, scheint mir Galileo im Unterschied zu Kepler den Beweis hierfür nicht mittels empirischer Bogenminutengenauigkeit zu suchen, sondern vielmehr danach zu trachten, mittels eindrücklichen Beobachtungen mit dem Fernrohr und einleuchtenden empirischen Argumenten, dem Heliozentrismus zum Aufstieg zu verhelfen. Mit der Popularisierung des Heliozentrismus fürchtete die katholische Kirche eine Unterwanderung ihrer Autorität und zwang Galileo in einem Schauprozess 1632 dazu, sich von der "ketzerischen Lehre" des Heliozentrismus zu distanzieren. Keplers "Astronomia Nova" kam nie auf den Index für verbotene Bücher der katholischen Kirche im Gegensatz zu seinem astrophysikalisches Lehrbuch "Epitome Astronomiae Copernicae", das wohl allein schon wegen seines Namens verboten wurde. In diesem Lehrwerk (1618-21) fasst Kepler unter anderem seine Erkenntnisse aus der "Astronomia Nova" systematisch zusammen, was für einen höheren Bekanntheitsgrad seiner Bahngesetze in Fachkreisen gesorgt haben dürfte.
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HotSpot: Integrals Reise ins All |
von Karl Urban | |
Integral - der Name erinnert an ein unangenehmes Gebiet der Mathematik, dies wird jedenfalls von vielen Schülern so empfunden. Doch es ist nicht die Integralrechnung sondern ein neues Weltraumteleskop der ESA gemeint. Dieses soll, wenn alles gut geht, am 17. Oktober vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur im Kasachstan starten.
Integral ist das weltweit leistungsstärkste Gammastrahlen-Observatorium und dürfte bisher unerreichte Beobachtungen von Himmelsobjekten erlauben, die im gesamten Universum am meisten Strahlung abgeben. Die Wissenschaftler am Integral-Projekt haben die Sonde so entworfen, dass diese simultan Gamma-, Röntgenstrahlung und sichtbares Licht dieser Objekte aufzeichnen kann, um den Astronomen auf der Erde breites Analysematerial zu liefern.
Viele Objekte im Universum strahlen von Zeit zu Zeit große Mengen von Energie in alle Richtungen ab. Urheber dieser Ereignisse sind Supernova-Explosionen, Schwarze Löcher und mysteriöse gamma ray bursts. Das neue Observatorium der ESA soll all diese Ereignisse erforschen und zudem viele andere Strahlungsquellen ans Licht bringen.
Sehr massereiche Sterne beenden ihr "Leben" in großen Explosionen, den sogenannten Supernovae. Diese Ausbrüche setzen mehr Energie frei, als die geballte Strahlung von etwa einer Millionen Sterne. Der größte Teil davon ist Gammastrahlung. Neue chemische Elemente entstehen als Resultat dieser Explosionen. Aus diesem Grund gelten Sterne auch als Fabriken aller chemischen Elemente, außer Wasserstoff und Helium.
Nach der Supernova bleibt von dem Stern ein Objekt zurück, das von der ursprünglichen Masse des Sterns abhängig ist. Supermassereiche Sterne kollabieren schließlich zu einem Schwarzen Loch, dessen Gravitation alles in seiner Umgebung anzieht und ihm somit nicht einmal Licht entkommen kann. Die Materie fällt dabei ähnlich einem Strudel in das Schwarze Loch - je mehr sie sich ihm nähert, desto heißer wird sie durch die Reibung. Dies ist auch der einzige Moment, in dem vom Schwarzen Loch indirekt Strahlung ausgeht, die wir messen können.
Neben dem Studium dieser Objekte wird Integral außerdem die gamma ray bursts untersuchen, die häufig und überall im Universum aufblitzen - etwa einmal pro Tag. Sie dauern manchmal nur zwei Sekunden und können aus allen Richtungen des Alls kommen. Es gibt bis heute viele Theorien für die Entstehung der bursts - Integral soll diese Frage eindeutig klären.
Nach dem Start wird Integral in einer elliptischen Bahn die Erde umkreisen - in einer Höhe zwischen 9000 und 153.000 Kilometern. Dieser exzentrische Orbit ist wichtig, da der Strahlungsgürtel der Erde die Messungen beeinträchtigen könnte.
Es bleibt zu hoffen, das der Start Integrals erfolgreich verläuft und das Observatorium ebenso problemlos in Betrieb genommen werden kann. Es ist ein großer Schritt für die europäische Weltraumforschung - zumal dieses Projekt völlig unabhängig von anderen Organisationen außerhalb Europas entwickelt und finanziert wurde - sieht man einmal vom russischen Beitrag des Starts von Baiknonur aus ab.
Zum Start von Integral werden wir Sie natürlich in der kommenden Woche ständig informieren - Nachrichten und Artikel zu dem Observatorium finden Sie auf unserer täglich aktualisierten Startseite unter www.raumfahrer.net.
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Erster Besuch für Stammbesatzung
Die 18. Woche für die fünfte Stammbesatzung, die aus Kommandant Waleri Korsun sowie National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Peggy Whitson und Bordingenieur Sergej Trestschow besteht, war geprägt von der Ankunft des Space Shuttle Atlantis.
Am Montag, dem 07. Oktober hob die Atlantis um 14.46 Uhr Eastern Standard Time (EST) im Rahmen der Mission STS-112 vom Launch Complex LC-39B des Kennedy Space Center (KSC) in Cape Canaveral, Florida ab. An Bord befindet sich eine sechsköpfige Besatzung bestehend aus Kommandant Jeffrey Ashby, Pilotin Pamela Melroy sowie den Missionsspezialisten David Wolf, Sandra Magnus, Piers Sellers und Fjodor Jurtschichin. Außerdem mit an Bord sind die 12.700 kg schwere Starboard 1 (S1) Integrated Truss Structure (ITS) sowie 3.400 kg an Ausrüstungsgegenständen und Versorgungsgütern. Es ist die 111. Space Shuttle-Mission seit Beginn des Space Shuttle-Programms, der 26. Flug der Atlantis und die 15. Space Shuttle-Mission im Rahmen des Raumstationsprogrammes. Zum Startzeitpunkt befand sich die ISS über dem Pazifischen Ozean westlich von Ecuador.
Zwei Tage später um 10.17 Uhr EST, um sechs Minuten dem Zeitplan voraus, dockte Ashby den Space Shuttle an die ISS an. Um 11.51 Uhr EST wurden die Luken zwischen den beiden Raumfahrzeugen geöffnet. Danach begannen die Vorbereitungen auf das Herausheben der S1 ITS aus der Nutzlastbucht und deren anschließende Montage. Whitson, Melroy, Wolf, Sellers und Jurtschichin konfigurierten die Raumanzüge für den ersten Ausstieg. Whitson und Magnus besprachen die Arbeitsschritte für den Umgang mit dem Roboterarm, um die neue ITS in die richtige Position zu bringen. Trestschow schließlich hielt eine Sicherheitsbesprechung für die Neuankömmlinge ab.
Am Donnerstag dann führten Wolf und Sellers ihre erste, sieben Stunden und eine Minute dauernde, Extravehicular Activity (EVA) durch und konnten die Hauptaufgabe, die Montage der S1 ITS an die bereits vorhandene S0 ITS erfolgreich abschließen. Zuvor hoben Whitson und Magnus die fast 14 m lange S1 ITS mit Hilfe des Roboterarms Canadarm2 aus der Nutzlastbucht heraus und bewegten sie zum rechten Ende der S0 ITS.
Darauf verließen Wolf und Sellers um 10.21 Uhr EST die Raumstation über die Luftschleuse Quest. Ihre Aufgabe bestand darin, Datenkanäle sowie Strom- und Flüssigkeitsleitungen zwischen den beiden Segmenten zu verbinden. Während Wolf diese Arbeit erledigte, löste Sellers, dessen erste EVA es war, die Sicherungen dreier Radiotoren, damit diese für eine optimale Kühlung ausgerichtet werden können.
Anschließend installierten beide noch eine neue S-Band Antenne, die Daten- und Funkkommunikationsfähigkeit der Raumstation zur Bodenkontrolle verbessern wird. Danach wurden noch die Bremsen des Crew and Equipment Translation Aid (CETA) Cart konfiguriert, Das CETA Cart, ein Wagen, der sich Entlang der gesamten ITS bewegt, kann dazu benutzt werden Astronauten uns Ausrüstung zu transportieren. Abschließend überprüften sie den Bestand der von ihnen benutzten Werkzeugen und begaben sich dann zurück in Quest. Um 17.22 Uhr war dann die EVA beendet.
Am Freitag werden die beiden Besatzungen damit beginnen, die Ausrüstungsgegenstände und Versorgungsgüter vom Space Shuttle in die Raumstation zu transferieren. Zudem werden Wolf und Sellers die Werkzeuge sowie die übrige Ausrüstung für den zweiten Ausstieg am Samstag vorbereiten. Die EVA soll gegen 09.40 Uhr EST beginnen.
Inzwischen gab es eine erneute Besatzungsänderung bei der Mission Sojus TMA-1. Anstatt der kürzlich noch zweiköpfigen Besatzung werden am 28. Oktober nun doch drei Kosmonauten zur ISS starten. Die Besatzung besteht aus Kommandant Sergej Saljotin sowie den beiden Bordingenieuren Juri Lontschakow und Frank de Winne.
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Internationale Raumstation
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Der 16. Juli 1969 wird sicher immer einer der denkwürdigsten Tage in der Geschichte der Menschheit bleiben. Denn an diesem Tag setzte zum ersten mal ein Mensch einen Fuß auf einen fremden Himmelskörper.
Haben sie sich auch schon mal gefragt wie das alles anfing, wie weit der Weg dahin war und welche Technologien nötig waren um diese Leistung zu vollbringen? Die Antworten sind zu finden auf Apolloprojekt.de. Abgesehen von einem detailierten Artikel zu eben jenem Tag gibt es auch Einblicke in die amerikanischen Mondprojekte, den Mond an sich und eine Beschreibung aller Astronauten die jemals zum Mond geflogen sind. Im Downloadbereich sind es einige Videos und Backgrounds zu finden. Es lohnt sich also auf jeden Fall bei dieser Seite vorbeizusurfen.
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InDetail: Extinktion |
von Michael Stein | |
Als Extinktion wird die Strahlungsabschwächung durch Absorption und Streuung bezeichnet. In der Astronomie sind Staub- und Gaswolken die Ursachen für diesen Effekt, die zwischen dem Beobachter auf der Erde und dem zu beobachtenden Himmelskörper liegen. Ein bekanntes Beispiel dafür sind so genannte Dunkelwolken, die die Sicht auf das Zentrum unserer Galaxie im sichtbaren Spektralbereich vollkommen versperren. Die Extinktion ist je nach Wellenlänge unterschiedlich stark, so ist Strahlung im infraroten Spektralbereich üblicherweise deutlich weniger davon betroffen als sichtbares Licht. (Das ist übrigens auch einer der Gründe für die Attraktivität der Infrarotastronomie.)
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"In Space Newsletter" #046 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
12. Oktober 2002
Auflage: 698 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Supervising:
Lorenz Ulrich
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Sven Flock
Jan Großmann
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Lu Shi
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
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