| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #049 vom 2. November 2002
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| Inhalt
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter"
Ausgabe #049
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Strahlungsmechanismen in der Hochenergieastrophysik (1)
> HotSpot:
Die Ariane 5 wird immer besser
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
Pathfinder
> InDetail:
Hertzsprung-Russel-Diagramm
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
da gibt es bestimmt mehrere dutzend privater Radiosender, die mit vermeintlich lustigen Aktionen im Morgenprogramm via Telefon arme erschöpfte Menschen aus dem Bett klingeln. Doch auch ein öffentlich-rechtlicher Sender startete in dieser Woche einen ähnlichen Angriff auf einen verschlafenen Menschen: Mich. Aus schulischen Gründen hatte ich meinen Radiowecker auf 6.00 Uhr auf eben diesem öffentlich-rechtlichen Sender eingestellt. Die 6.00 Uhr-Nachrichten sind nämlich sehr gut, um langsam aus dem Schlaf zu fahren. Nur an diesem Morgen kam alles anders. Denn, so vermeldete der Nachrichtensprecher, sei "heute früh eine russische Weltraumfähre ins All gestartet". Eine RUSSISCHE WELTRAUMFÄHRE!! Wilde Gedanken schossen durch mein vom Traum noch verwirrtes Hirn: Haben die Russen hinter verschlossenen Türen den Buran-Transporter wiederaufleben lassen und heimlich gestartet? Haben sie das gar von Geldern finanziert, die sie eigentlich von den Amerikanern für längst überfällige ISS-Module erhalten hatten?
Innerhalb von fünf Sekunden war ich hellwach. Innerhalb der nächsten Minute hatte ich die Nummer des Radiosenders ermittelt und sie auch gewählt. Der Herr der Nachrichtenredaktion war natürlich nicht so empört über die fehlerhafte Meldung wie ich. "Wir gehen der Sache nach", brummelte er in den Hörer. Aber der arme Mensch musste bestimmt auch etliche Stunden vor mir aus dem Bett.
30 Minuten später hatte man die Meldung aus den Nachrichten entfernt. 60 Minuten später war sie aktualisiert und korrekt wieder unter den Schlagzeilen: Am vergangenden Mittwoch startete eine russische Sojus-Kapsel ins All. Die drei Raumfahrer an Bord, zwei Russen und ein Belgier, werden die aktuelle ISS-Besatzung acht Tage lang besuchen. Mehr dazu können Sie - ich korrekter Widergabe der Ereignisse - in den News und im ISS Weekly Report lesen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Karl Urban
Chefredakteur Raumfahrer.net
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Umfrage: Wird die Mission Integral Ihrer Meinung nach die Erwartungen zu vielen neuen Erkenntnissen über das Universum erfüllen?
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• ISS feiert Geburtstag <mehr>
• Im Visier: Außerirdische Welten <mehr>
• Odissea Mannschaft dockt an der ISS an <mehr>
• Raumfahrt unter der Motorhaube <mehr>
• Enivsat-Bilder von der italienischen Küste <mehr>
• Neues Sojus-Rettungsboot auf dem Weg zur ISS <mehr>
• China auf dem Weg zum bemannten Raumflug <mehr>
• Flug 157: Ariane 5 wird starklar gemacht <mehr>
• Belgischer ESA-Astronaut bereit für ISS-Mission <mehr>
• INTEGRAL: Die erste Woche im All <mehr>
» ISS feiert Geburtstag 02. November 2002 - Zwei Jahre ist es her: Da betraten Menschen den ersten internationalen Außenposten im All. Der Geburtstag markiert einen Meilenstein eines ambitionierten Projekts, das im vergangenden Jahr weiter ausgebaut wurde und das für Forschung im Weltraum steht. Das wohl größte und raffinierteste Raumfahrzeug, das jemals konstruiert wurde, beginnt nun das dritte Jahr mit einer ständigen Besatzung an Bord. Allein in den vergangenden 12 Monaten wuchs das Bauwerk im Erdorbit um mehr als 25.000 Kilogramm an Modulen und anderen Bauteilen. Die letzten zwei Jahre weisen sogar einen Zuwachs an Masse von über 90.000 Kilogramm auf, die ins All geschafft wurden. Der Wohn- und Arbeitsraum stieg von dem einer spartanischen Wohnung zu dem einer geräumigen Dreizimmerwohnung. In diesem Jahr begann die Konstruktion des strukturellen Rückrats der ISS, dass bald viele Solarpaneele beherbergen wird, die die beste Weltraumforschung aller Zeiten unterstützen werden. "Die Internationale Raumstation war bereits vor einem Jahr sehr eindrucksvoll, aber mit jeder neuen Ausbau-Mission ist sie schneller gewachsen," sagt Bill Gerstenmaier, Manager beim International Space Station Program und vom NASA Johnson Space Center in Houston. "Unser ERfolg in den vergangenden zwei Jahren war phänomenal. Wir sind dabei sowohl im All als auch auf der Erde Großes zu vollbringen - durch Forschung und internationale Kooperation, die den Schutz des Lebens unterstützt. Wir haben noch viele Herausforderungen vor uns, aber das Team arbeitet hart und letztlich werden wir eine fertige Station haben, die alles zuvor Dagewesene in den Schatten stellt," sagte er. Gegen Ende diesen Jahres wird das "Rückrad" der Station bereits über 40 Meter lang sein und 2004 nach dessen Vollendung über 108 Meter - länger als ein Fußballfeld. Dieses Jahr fand die Installation der ersten "Weltraumeisenbahn" statt, die dem kanadischen Roboterarm eine mobile Basis bietet, um auf dem "Rückrad" der ISS nahezu jede Stelle der Station erreichen zu können sowie im All arbeitende Raumfahrer zu unterstützen. Mehr zur ISS können Sie hier erfahren. (ku - Quelle: NASA.gov)
» Im Visier: Außerirdische Welten 02. November 2002 - Der Saturnmond Titan, der Planet Mars und der Komet Wirtanen – drei extrem unterschiedliche Himmelskörper unseres Sonnensystems – werden in den kommenden Jahren von automatischen Landern der ESA angesteuert. Eines haben die drei Ziele jedoch gemeinsam: Sie stellen die Experten vor die Frage, wie man die Landeroboter für alle Schwierigkeiten wappnen kann, die ihnen bei der Landung auf unbekanntem Terrain begegnen könnten. Was die Landeroboter am Ziel ihrer Reise wirklich erwartet, ist nie hundertprozentig sicher. Bei der Auswahl der Landezone und der Konstruktion der Geräte müssen deshalb alle erdenklichen Gefahren berücksichtigt werden, damit der Raumflugkörper beim Landeanflug nicht verglüht, auf der Oberfläche zerschellt oder durch extreme Hitze oder Kälte ausfällt. Bei der Konzeption der Roboter und ihrer Bordsysteme müssen die Experten also immer Murphys Gesetz im Hinterkopf haben: Sei auf das Schlimmste vorbereitet. Im Dezember 2004 wird der ESA-Lander Huygens nach mehr als siebenjähriger Reise auf dem Rücken der Saturnsonde Cassini ins System des Ringplaneten einfliegen. Mitte Januar 2005 schlägt für Huygens dann die Stunde der Wahrheit: Landung auf dem Titan, dem größten Mond des Saturn, auf dessen Oberfläche Temperaturen um die –180°C erwartet werden. Da die undurchdringliche Stickstoffatmosphäre den Blick auf die Oberfläche des rätselhaften Mondes nie freigibt, ist nicht klar, ob Huygens auf frostigem Boden aufsetzen oder möglicherweise in einem Methan-See versinken wird. All diese Bedingungen waren beim Bau des Landers zu berücksichtigen. Zudem wird Huygens mit einer Geschwindigkeit von rund 20 000 km/h in die dichte Gashülle des Titan eintauchen. Innerhalb von fünf Minuten bremst die Atmosphäre dann den Lander auf 1000 km/h ab. Vor der dabei entstehenden enormen Reibungshitze soll ihn ein Hitzeschild schützen, der Temperaturen von bis zu 18 000°C aushalten kann. Zum Vergleich: Die Temperatur auf der Oberfläche der Sonne liegt gerade einmal bei "schlappen" 5800°C. "Wenn sich Cassini dem Saturn nähert, wird es interessant" so der für das Huygens-Projekt zuständige ESA-Wissenschaftler Jean-Pierre Lebreton. "Wir werden die besten Bilder von Saturn und Titan empfangen, die je gemacht wurden. Wir werden auch den Titan beobachten, um zu prüfen, ob unsere Modelle richtig sind. Sollten wir feststellen, dass die Dichte der Atmosphäre unseren Erwartungen nicht entspricht, dann wäre zu überlegen, den Eintauchwinkel von Huygens leicht zu ändern, um zu verhindern, dass sich die Sonde überhitzt oder die Fallschirme sich nicht richtig entfalten. Diese späten Änderungen bringen jedoch neue Risiken mit sich." Anfang Juni 2003 startet Mars Express, die erste europäische Raumsonde zum Roten Planeten. Mit an Bord: Das Landegerät Beagle 2, das am ersten Weihnachtsfeiertag 2003 auf der Oberfläche des Mars aufsetzen und dort gezielt nach Spuren organischen Lebens suchen soll. Die Landezone wurde sehr sorgfältig ausgewählt. Man entschied sich für ein Gebiet, das wissenschaftlich interessant erscheint und zugleich eine sichere Landung sowie den Betrieb des Beagle begünstigt: Die Ebene Isidias Planitia, ein flaches, kraterarmes Sedimentbecken unmittelbar nördlich des Marsäquators. Durch die Landezone im Tiefland kann der durch Airbags gegen den Aufprallschock gedämpfte Lander mit dem Fallschirm bestmöglich heruntergebremst werden. Und die vergleichsweise starke Sonneneinstrahlung in Äquatornähe begünstigt die Stromerzeugung durch Solarzellen. Außerdem sorgt sie dafür, dass die Umgebungstemperaturen – entscheidend für den Betrieb der Instrumente und Akkus – nicht unter -100 °C fallen. Auch die berühmten Staubstürme auf dem Roten Planeten wurden bei den Überlegungen berücksichtigt. "Mit größeren Staubstürmen ist zum Zeitpunkt der Landung nicht zu rechnen", erläutert der für das Mars- Express-Projekt zuständige ESA-Wissenschaftler Agustin Fernandez Chicarro. "Worauf wir uns aber einstellen müssen, sind starke Seitenwinde." Im Januar 2003 wird die ESA-Sonde Rosetta auf die mehr als achtjährige Reise zum Kometen Wirtanen geschickt. Rosetta soll die Zusammensetzung und Struktur des Kometen aus nächster Nähe untersuchen. Höhepunkt der Mission ist das Absetzen eines Landeroboters auf dem Kometenkern, einem gefrorenen Klumpen aus Eis und Staub. Die automatisierte Landung auf diesem "schmutzigen Schneeball" im Jahr 2012 bedeutet für Wissenschaftler und Ingenieure eine immense Herausforderung. "Über die genaue Oberflächenbeschaffenheit wissen wir nichts", so der Rosetta- Projektwissenschaftler Gerhard Schwehm. "Vielleicht finden wir eine weiche Schneedecke wie in den Alpen vor. Vielleicht stoßen wir aber auch auf eine Landschaft aus Kratern und Felsbrocken. Eines ist aber sicher: So glatt und eben wie ein Parkplatz ist die Oberfläche ganz bestimmt nicht". Diese Ungewissheit und die äußerst geringe Schwerkraft des Kometen – der 100-Kilo-Lander wiegt dort kaum mehr als ein Blatt Papier – machen ein raffiniertes Landesystem erforderlich. Das Landegestell des Roboters gleicht Bodenunebenheiten automatisch aus, so dass der Lander auch bei abschüssigem Gelände aufrecht steht. Um bei der Landung ein "Abprallen" vom Kometen zu verhindern, verankert sich der fliegengewichtige Roboter zunächst mit zwei Harpunen an der Oberfläche. Anschließend bohren sich Eisschrauben an den Landebeinen in den Kometenkern. Während sich die Raumfahrzeuge ihren Zielen nähern, werden Mars, Titan und Wirtanen ständig beobachtet. Dies erlaubt es den Wissenschaftlern, die Zeitplanung für die Landung auch noch kurzfristig zu ändern. Auch Beobachtungen, die andere Weltraummissionen und Stationen auf der Erde machen, werden dazu beitragen, die Kenntnisse über die Ziele der Landemissionen weiter zu vertiefen. Im Fall von Rosetta beispielsweise könnten so die Größe und die Rotationsgeschwindigkeit des Kometen genauer bestimmt werden. Solche Erkenntnisse helfen, die Modelle zu optimieren, mit denen die Wissenschaft das Verhalten von Kometen erklärt. Für die Rosetta-Mission jedoch kommen diese Erkenntnisse voraussichtlich zu spät, denn die komplizierten Manöver der Sonde nahe am Kometen können von der Erde aus nicht mehr beeinflusst werden. "Wir müssen einfach abwarten, ob die Modelle, auf die wir uns stützen, sich als gut genug erweisen", so Gerhard Schwehm. (ku - Quelle: ESA)
» Odissea Mannschaft dockt an der ISS an 01. November 2002 - Das Raumfahrzeug Soyuz TMA-1 dockte um 06:00 CET an der ISS an. Um 07:26 CET betrat die Odissea-Mannschaft die ISS. Das Andocken der Soyuz TMA-1 an der ISS wurde ohne manuellen Eingriff ausgeführt. Das ganze Andockmanöver wurde mit Hilfer einer auf das Canadarm montierten Kamera gefilmt. Bevor die Mannschaft die ISS betreten könnten, überprüften sowohl die Soyuz Mannschaft als auch die ISS Mannschaft, ob die Verbindung zwischen dem Raumfahrzeugen korrekt war. Um 07:26 CET wurden die Luken geöffnet und die Odissea Mannschaft betrat die ISS. Zuerst betrat der Russische Soyuz Kommandant Sergei Zaletin die ISS, gefolgt von den beiden Bordingennieuren Frank de Winne und Yuri Lonchakov. Sofort nach Ankunft der Mannschaft beglückwünschten die belgischen Minister Herr Picque und Herr Ylief sowie die beiden ESA-Directors Herr Feustel-Buechl und Herr Poncelet zum Erfolg ihrer Mission. (la - Quelle: ESA)
» Raumfahrt unter der Motorhaube 01. November 2002 - Superwerkstoffe aus der Raumfahrt setzen ihren Siegeszug im Kraftfahrzeugbereich fort. Das betrifft keinesfalls nur die gehobene PKW-Klasse. Wer die Nase vorn haben will, bringt Materialien und Bauelemente "made in space" unter die Haube der Flitzer. Und der Trend setzt sich fort. Das Technologie-Transfer-Programm der ESA will diese Entwicklung sogar noch beschleunigen. Dem spezifischen Technologieaustausch ist deshalb ein Kolloquium am 6.November 2002 am European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt gewidmet, in dem Vertreter der Automobilindustrie gezielt über verfügbare Produkte und Technologien aus der Raumfahrt informiert werden. Heutige Autos sind längst nicht mehr die simplen Gebilde, wie sie noch in den sechziger und siebziger Jahren vom Band liefen. Hightech vom Dach bis zu den Reifen sorgt für mehr Sicherheit und bietet den Insassen zunehmende Annehmlichkeiten. Etliche Innovationen wurden dabei aus der Raumfahrttechnik abgeleitet. Modernste Fertigungsverfahren machen die Hochtechnologie-Gefährten auch für den Normalbürger erschwinglich. Raketentechnik für die Straßenflitzer In punkto Raumfahrtanwendung fällt dem Nutzer eines PKW meist nur das Satelliten-Navigationssystem ein, das eine zunehmende Zahl von Kraftfahrzeugen bereits an Bord hat. Doch das ist nur die Spitze des Weltraumtechnik-Eisbergs. Dämpfungssysteme, ursprünglich zum Schutz empfindlicher Weltraum-Optiken vor den Vibrationen beim Start einer Rakete entwickelt, ermöglichen heute das ruhige Fahren eines PKW beziehungswise die gewichtssparende Optimierung der Karosserie. Der Auslösesensor der Airbags wurde ebenfalls auf der Basis von Raumfahrttechnologien entwickelt. Spezielle hitzebeständige faserverstärkte Keramiken, die eigentlich den Space Shuttle beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schützen, finden zunehmend Anwendung als Material für hochbelastbare Bremsscheiben. Weitere Hochtechnologie stehen an der Schwelle zur Anwendung in künftigen Fahrzeug-Großserien. Verbundmaterialien, die extrem fest und zugleich leicht sind, werden den Karosseriebau revolutionieren und die Sicherheit der Fahrzeuginsassen erhöhen. Ihre Tauglichkeit stellen die heute noch sehr teueren Materialien in Formel-1-Rennwagen unter Beweis. Zur Schonung der Umwelt sind immer effektivere Antriebstechnologien gefragt. So soll in einigen Jahren die Antriebsenergie von Brennstoffzellen geliefert werden, die mit Wasserstoff oder Methanol arbeiten. Ihre Premiere hatte diese innovative Energieerzeugung bereits in den sechziger Jahren an Bord bemannter amerikanischer Raumkapseln. (la - Quelle: ESA)
» Enivsat-Bilder von der italienischen Küste 31. Oktober 2002 - Envisat zeigt kombinierte Bilder von den beiden Sensoren ASAR und MERRIS. Die simultane Beobachtung der italienischen Küste durch zwei Instrumente an Bord des Satelliten Envisat der Europäischen Weltraumorganisation stellt eine auffallende Abbildung des einzigartigen Potentials des Kombinierens von Sensor-Daten für ein besseres Verständnis der komplizierten Erdprozesse zur Verfügung. ASAR und MERIS machten die Bilder im Juni. Sie zeigen ein kleines Tiefdruckgebiet das gerade die französische Insel Korsika und die italienische Halbinsel überschreitet. Das Zentrum des Tiefdruckgebietes ist als dunkler Bereich im ASAR Bild wegen der niedrigen Windgeschwindigkeiten in der Mitte des Systems und der entsprechenden Verringerung der Seeoberflächenrauheit sichtbar. Dieses wird durch das MERIS Bild bestätigt, das das Wolkenmuster dieses Tiefdruckgebietes zeigt. Durch das Kombinieren der zwei Datensätze für eine gegebene Region, können kleinräumige Prozesse, die nicht durch Daten von einem einzelnen Sensor richtig gedeutet werden konnten, mithilfe der erhaltenen Daten von einem zweiten Instrument, richtig analysiert werden. gesamter Artikel (sr - Quelle: ESA)
» Neues Sojus-Rettungsboot auf dem Weg zur ISS 30. Oktober 2002 - Um 04:11 Uhr (MEZ) am 30.10. ist ein Sojus-Raumfahrzeug zur ISS gestartet. Die wichtigste Aufgabe der dreiköpfigen Besatzung - darunter mit Frank De Winne der erste belgische Astronaut - ist der Austausch der permanent an der Internationalen Raumstation (ISS) angekoppelten russischen Sojus-Kapsel, die der ISS-Besatzung bei Notfällen jederzeit ein schnelles Verlassen der Raumstation ermöglichen soll. Der heutige Start war ursprünglich bereits für den 28. Oktober vorgesehen, wurde jedoch nach der Explosion einer Sojus-Trägerrakete ähnlichen Typs am 15. Oktober aus Sicherheitsgründen um zwei Tage verschoben, um zusätzliche Überprüfungen der heute gestarteten Trägerrakete zu ermöglichen. Die vierte so genannte "Taxi-Mission" zur Internationalen Raumstation begann heute morgen um 08:11 Uhr Ortszeit dann auch vollkommen problemlos. Bereits kurz nach dem Start verschwand die Sojus-Rakete im dichten Morgennebel, der die gesamte Startanlage einhüllte. Die drei Besatzungsmitglieder Frank De Winne, Sergej Saletin und Juri Lonchakow werden voraussichtlich am Freitagmorgen um 06:00 Uhr (MEZ) an der ISS andocken. Das von Ihnen genutzte Sojus-Raumfahrzeug des erstmals eingesetzten verbesserten Typs Sojus TMA-1 wird für rund sechs Monate an der Raumstation angedockt bleiben, danach ist der nächste Austausch des "ISS-Rettungsbootes" notwendig, da die Sojus-Raumfahrzeuge nicht für einen längeren permanenten Aufenthalt im Weltall ausgelegt sind. Der neue Sojus-Typ TMA ist in erster Linie eine Anpassung an die größere durchschnittliche Körpergröße der europäischen und amerikanischen Astronauten. Durch verschiedene Umbauten und Verwendung einiger neuer, kleinerer Geräte und Schalttafeln konnte Platz für größere Sitze geschaffen werden, so dass nun so gut wie alle ESA- und NASA-Astronauten die Sojus-Kapsel nutzen können. Weiterhin wurde das Dämpfungssystem für den Landevorgang verbessert, um die Belastung der Besatzungsmitglieder beim Aufschlagen der Kapsel auf dem Erdboden zu reduzieren. All diese Maßnahmen haben nicht zu einer Vergrößerung des Raumfahrzeugs geführt, die Außenmaße der Sojus TMA-Raumfahrzeuge entsprechen denen des Vorgängermodells. Der belgische ESA-Astronaut ist bereits der vierte europäische Besucher an Bord der ISS. Während des achttägigen Aufenthalts an Bord der Raumstation (der unter Umständen um einen Tag verlängert werden wird) wird De Winne insgesamt 23 Experimente durchführen. De Winne hofft nicht nur, daß die Anlieferung des neuen Sojus-Fahrzeugs und das Versuchsprogramm erfolgreich verlaufen, sondern wünscht sich auch, daß diese Mission die Raumfahrt der jungen Generation näherbringt und sie zu einem aufregenden Erlebnis macht. "Während dieser Mission werde ich an einer Reihe von Bildungsmaßnahmen teilnehmen. Es ist wichtig, daß wir uns direkt an unsere Jugend wenden - wir müssen Raumfahrt, Technik und Wissenschaft für sie interessant und relevant gestalten." Der Rückflug der Taxi-Mission Odissea zur Erde erfolgt dann mit dem zur Zeit an der ISS angedockten Sojus TM-34 Raumfahrzeug, die Landung in der kasachischen Steppe ist für Sonntag, 10. November gegen 01:00 Uhr geplant. (ms - Quelle: ESA)
» China auf dem Weg zum bemannten Raumflug 28. Oktober 2002 - Wie berichtet wird haben Verantwortliche des Chinesischen Raumfahrtprogramms bestätigt, dass Astronauten für den bemannten Raumflug ausgebildet werden. Zwei oder drei Personen werden ins All fliegen und die ersten chinesischen Raumfahrer sein. Währenddessen wird eine große "Aerospace City" dazu verwendet Astronauten auf ihre Flüge vorzubereiten. Der in einem Vorort von Beijing gelegene Komplex gilt als die weltweit drittgrößte Einrichtung des bemannten Raumflugs. Nach Berichten des "People's Daily" begannen die Vorbereitungen zum Start Chinesischer Astronauten bereits vor einigen Jahren. Bereits 1996 waren zwei chinesische Astronauten bei einem Training in Moskau. Heute trainiert eine Gruppe Piloten für den ersten bemannten chinesischen Raumflug. Jedes Mitglied hat mehr als 1000 Flugstunden und musste enorme körperliche und geistige Tests bestehen. Außerdem hat jeder einen Magister Titel in einem speziellen Fachgebiet; Mathematik, Physik, Technik, Biologie, usw. Jeden Tag trainieren die Astronautenanwärter 10 Stunden lang in der Aerospace City. Das vor ungefähr sechs Jahren gebaute Forschungs- und Testzentrum für Weltraumtechnologie ist an Versuchen, Bau und Tests von Raumschiffen und größeren Satelliten beteiligt. Das Zentrum besteht aus zehn Hauptlaboren und liefert nicht nur die Shenzou-Schiffe, es ist auch an einem Programm zum tragbaren Raumflug als ganzes beteiligt. Die fünftgrößte Vakuumkammer der Welt wird dort verwendet um die Weltraumtauglichkeit der Shenzou-Raketen zu testen. Ein Labor dient allein der Erforschung neuer Nahrungsmittel für zukünftige Raumfahrer. (dm - Quelle: Space.com)
» Flug 157: Ariane 5 wird starklar gemacht 28. Oktober 2002 - Die "Ariane 5"-Rakete "10 ton" wird darauf vorbereitet zwei Satelliten ins All zu befördern. Die erste Ariane 5 "10 ton" mit verbessertem Antrieb ist nach der Generalprobe in der letzten Woche, bei der auch das Vulcain-Haupttriebwerk getestet wurde, zurück im Final Assembly Building. Die Probe des Startsystems beinhaltete das gleichzeitige Füllen der EPC und ESC-A cryogenic stages, gefolgt von simultanen Countdowns die zur geplanten Zündung des Triebwerks und dessen 14-sekündiger Brenndauer führten. Während die Daten ausgewertet wurden rollte man die Ariane 5 zurück ins Final Assembly Building des Weltraumbahnhofs. Der für den 20. November geplante Flug 157 wird Eutelsats HOT BIRDTM 7 und das Stentor Telecommunications Demonstrator Spacecraft für die französische Raumfahrtagentur CNES ins All bringen. Es ist der 11. Start der Arianespace im Jahr 2002.
(dm - Quelle: arianespace)
» Belgischer ESA-Astronaut bereit für ISS-Mission 27. Oktober 2002 - Am Mittwoch wir der erste Belgier von Russland aus zur ISS starten. Am 30. Oktober um 08.11 Ortszeit (04.11 CET) wird eine neue Sojus-Kapsel vom Kosmodrom in Baikonur, Kasachstan, mit dem ESA-Astronauten Frank De Winne, der als erster Belgier die Internationale Raumstation besucht, und zwei russischen Mannschaftsmitgliedern zur ISS starten. De Winne, ein ehemaliger Pilot der belgischen Luftwaffe und nun Mitglied des 16köpfigen Astronautenkorps der ESA, tritt in die Fußstapfen einer Reihe europäischer Astronauten, die bereits zur Internationalen Raumstation geflogen sind und auf ihr gearbeitet haben. Hauptzweck der elftägigen Mission Odissea ist der Austausch des gegenwärtig an der Raumstation angedockten Sojus-Fahrzeugs TM-34 gegen den neuen Typ Sojus TMA-1, um sicherzustellen, daß das im Notfall zur Evakuierung der ISS-Bordmannschaft dienende Raumfahrzeug immer in bestem Zustand ist. De Winne wird an diesem Erprobungsflug des neuen Sojus-Fahrzeugs TMA-1 als Sojus-Flugingenieur teilnehmen. Zur Bordmannschaft zählen außerdem der Sojus-Missionskommandant Sergej Zaletin und der Sojus-Flugingenieur Juri Walentinowitsch Lonchakow. "Es ist eine Ehre, als erster Belgier zur Raumstation zu fliegen und als erster Nicht-Russe am Jungfernflug eines neuen russischen Sojus-Fahrzeugs teilzunehmen", sagte De Winne in den letzten Tagen seiner Ausbildung vor dem Start in der Sternenstadt bei Moskau. "Die Mehrzweckmission Odissea ist ein Zeichen für die wachsende Rolle Europas in der raschen Entwicklung der Raumstation, und die Ausbildung für diese Mission war eine große Herausforderung und sehr lohnend. Ich warte mit Spannung auf meine Ankunft nächste Woche in der Station, wo ich meine Astronauten- und Kosmonautenkollegen treffen werde und schließlich die monatelange Ausbildung in die Praxis umsetzen kann", fügte er hinzu. Zwei Tage nach dem Start wird sich die Sojus TMA-1 mit De Winne, Zaletin und Lonchakow dem in einer Umlaufbahn in rund 400 km Höhe über der Erde befindlichen Komplex nähern und an ihn andocken. De Winne, dessen Flug von den belgischen Föderalen Diensten für Wissenschaftliche, Technische und Kulturelle Angelegenheiten (DWTK) finanziert wird, wird der vierte europäische Astronaut sein, der die Internationale Raumstation besucht, und der erste europäische Astronaut, der sowohl in den russischen als auch in den amerikanischen Segmenten der Station arbeitet. "In nur zwei Jahren, wenn das Columbus-Modul der Internationalen Raumstation hinzugefügt ist, wird Europa ein eigenes ständig verfügbares Labor im Weltraum für wissenschaftliche und anwendungsorientierte Experimente, Technologieerprobungen und kommerzielle Dienste haben", sagte der ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt und Schwerelosigkeitsforschung, Jörg Feustel-Büechl. "Dieser Flug ist ein weiterer wichtiger Schritt nicht nur in der Zusammenarbeit mit unseren russischen Partnern, sondern auch für die praktische Vorbereitung der europäischen Astronauten auf ihre künftige Rolle als Flugingenieure und wissenschaftliche Experimentatoren auf der Internationalen Raumstation." Während seines achttägigen [neuntägigen] Aufenthalts auf der Raumstation wird De Winne ein Programm aus 23 Experimenten in den Bereichen lebenswissenschaftliche und physikalische Forschung sowie Bildung durchführen, davon vier in einer neuen, wichtigen Versuchseinrichtung - dem Handschuhkasten für Schwerelosigkeitsforschung (MSG) -, die in Europa entworfen und entwickelt wurde. Der MSG ist eine hermetisch abgeschlossene Einrichtung zur Durchführung von Verbrennungs, fluidwissenschaftlichen und biotechnischen Experimenten in einer sicheren und kontrollierten schwerelosen Umgebung. "Die Experimente im MSG sind recht komplex und haben positive einschlägige Auswirkungen auf die Wissenschaft und kommerzielle Technologie auf der Erde. Sie betreffen eine Palette verschiedener Fachbereiche und Anwendungen und haben alle letztlich das Ziel, die Lebensbedingungen auf der Erde zu verbessern", sagte De Winne. "Bei diesem Flug soll echte Forschung betrieben werden, und es ist eine Ehre, an diesem umfangreichen Wissenschafts- und Technologieprogramm teilzunehmen." De Winne hatte erst im Sommer 2001 erfahren, daß er seine Ausbildung für diesen Sojus-"Taxiflug" aufnehmen soll, und hatte Houston (USA) verlassen, wo er sich als ESA-Astronaut auf einen möglichen Raumtransporterflug vorbereitet hatte. "Es war zunächst eine große Überraschung, aber die russischen Ausbildungsmethoden unterscheiden sich gar nicht so sehr von den europäischen und amerikanischen - der Grundsatz unserer Ausbildung besteht darin, gute Lernbedingungen zu schaffen, nachdem die harte Auswahlphase abgeschlossen ist", erklärte er. Die größte Herausforderung dieser Mission war, innerhalb von acht Monaten ein umfassendes Nutzlastprogramm aus 23 Experimenten zusammenzustellen. Die Mission Odissea schließt sich an die Mission Marco Polo vom vergangenen April mit dem italienischen ESA-Astronauten Roberto Vittori an und gehört zu einer Reihe europäischer bemannter Missionen zur Raumstation. So bereitet sich der schwedische ESA-Astronaut Christer Fuglesang gegenwärtig für Juli 2003 auf eine Raumtransportermission zur Internationalen Raumstation vor, bei der er mehrere Außenbordeinsätze durchführen soll, um neue Segmente am Fachwerkgerüst der Raumstation zu befestigen. (ku - Quelle: ESA)
» INTEGRAL: Die erste Woche im All 26. Oktober 2002 - Seit dem Start am 17. Oktober hat das europäische Gammastrahlen-Teleskop Integral alle geplanten Schritte zur Aktivierung der Onboard-Systeme erfolgreich absolviert. Bereits am 20. Oktober wurde die erste "First Light"-Aufnahme eines der vier Integral-Beobachtungsinstrumente gemacht und genau eine Woche nach dem Start zum ersten Mal das Triebwerk des Satelliten gezündet, um den erdnächsten Punkt der elliptischen Umlaufbahn anzuheben. Integral wurde von der russischen Proton-Trägerrakete mit nur minimalen Abweichungen in den vorgesehenen Transferorbit befördert. Nachdem die beiden Solarpaneele voll entfaltet waren begannen die Missionsspezialisten damit, während des ersten Erdumlaufs sukzessive die verschiedenen Instrumente und Versorgungssysteme an Bord des Forschungssatelliten zu aktivieren. Am 20. Oktober wurde dann zum ersten Mal das Perigäum (= erdnächster Punkt der Umlaufbahn) passiert, was gleichzeitig den Abschluss des ersten Orbits bedeutete. Einen Tag später wurde die erste Testaufnahme mit dem Gammastrahlen-Bildaufzeichner IBIS (= Imager on Board the Integral Satellite) gemacht, der zukünftig Gammastrahlenquellen mit einer bisher nicht erreichten Winkelauflösung aufnehmen soll. Die zweite "First Light"-Aufnahme eines Integral-Instruments ließ nicht lange auf sich warten, schon am folgenden Tag öffnete sich die Schutzklappe des Refraktor-Teleskops OMC (= Optical Monitoring Camera), um die erste Aufnahme im Spektralbereich des sichtbaren Lichts zu ermöglichen. Während des dritten, am 22. Oktober beginnenden Umlaufs schließlich wurde zum ersten Mal das Triebwerk von Integral gezündet, um das Perigäum anzuheben. Hierzu wurden am 24. Oktober bei einer Brenndauer von 39 Minuten 84 kg Treibstoff verbrannt und die Geschwindigkeit um 48,1 m/sek. erhöht, wodurch das Perigäum von 651 auf 2.258 km angehoben wurde. Auch diese Aktion verlief vollkommen problemlos. Am Tag zuvor wurde die erste Aufnahme mit einem von acht Modulen des "Low Energy Detector Array" (ISGRI) des Gammastrahlen-Bildaufzeichners IBIS gemacht - erneut konnten die Projektwissenschaftler sich über exzellente Ergebnisse im Rahmen der Vorhersagen freuen. Am heutigen Samstag um 20:44 Uhr sowie 22:47 Uhr (MESZ) stehen erneut zwei Triebwerkszündungen auf dem Programm, wodurch das Perigäum auf 7.033 km angehoben werden soll. Zwei weitere Zündungen am 29. und 31. Oktober schließlich werden das Perigäum des Integral-Orbits auf die endgültige Höhe von 9.078 km anheben. Der vollständigen Aktivierung der vier Beobachtungsinstrumente an Bord des Weltraumteleskops wird dann noch eine mehrwöchige Kalibrierungsphase folgen, bevor im Januar 2003 die reguläre Operationsphase beginnt. Wir werden Sie natürlich weiterhin im Rahmen unseres Integral-Specials über alle wichtigen Ereignisse und Ergebnisse dieser Mission informieren. (ms - Quelle: ESA)
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Space Focus: Strahlungsmechanismen in der Hochenergieastrophysik (1) |
von Tilman Kaiser | |
Elektromagnetische Strahlung
Über die Objekte im Weltall können wir sehr viel erfahren, wenn wir das Licht, das von ihnen ausgeht analysieren. Im klassischen Wellenbild handelt es sich dabei um elektromagnetische Strahlung, im modernen quantenphysikalischen Bild um die Austauschteilchen der elektromagnetischen Wechselwirkung, die Photonen. Das anschaulichere klassische Wellenbild soll nun kurz erläutert werden.
Bei elektomagnetischer Strahlung handelt es sich um eine transversale Wellenbewegung. Das bedeutet, dass die elektrischen und magnetischen Felder senkrecht zueinander und zur Bewegungsrichtung des Lichtstrahls oszillieren. Das Licht einer herkömmlichen Glühbirne besitzt eine willkürliche Verteilung von elektrischen Feldern, die in alle Raumrichtungen oszillieren. Wenn die elektrischen Felder nicht gleichmäßig über alle Richtungen in der Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung verteilt sind, ist die Strahlung polarisiert. Wenn der elektrische Feldvektor einer elektromagnetischen Welle nur in eine bestimmte Richtung zeigt, handelt es sich um linear polarisiertes Licht. Wenn dieser Vektor während der Ausbreitung einen Kreis beschreibt, ist
die Strahlung zirkular polarisiert.
Im allgemeinen entsteht elektromagnetische Strahlung bei der Beschleunigung freier geladener Teilchen. Als beschleunigende Kräfte für die leichten Elektronen wirken wiederum elektrische und magnetische Kräfte. Bei der durch Magnetfelder verursachten Lorentzkraft auf bewegte Elektronen ist die Beschleunigungsrichtung grundsätzlich senkrecht zur Bewegungsrichtung und senkrecht zum magnetischen Feldvektor, was sich als Richtungsänderung (Krümmung der Bahn) und nicht als Geschwindigkeitsänderung bemerkbar macht.
Auf diese Weise entsteht auch die Synchrotronstrahlung, die bei sehr vielen Phänomenen der Hochenergieastrophysik im Zusammenhang mit starken Magnetfeldern auftritt. Dahingegen wirkt sich die Beschleunigung durch ein elektrisches Feld, das zum Beispiel über die Coulombkraft von einer ruhenden Ladung ausgehen kann, auch auf ruhende Elektronen als echte Geschwindigkeitsänderung in Richtung des elektrischen Feldvektors aus.
Literatur:
- H. Voigt: "Abriss der Astronomie", Universitätssternwarte Göttingen, 1991
- Karttunnen, Kröger, Oja, Poutanen, Donner: "Fundamental Astronomy", Helsinki, 1996
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HotSpot: Die Ariane 5 wird immer besser |
von Karl Urban | |
Einleitung
Die Trägerrakete Ariane 5 ist das schlagkräftigste Argument Europas gegen die Konkurrenz in Russland und Amerika. Denn der Markt zum Start von Satelliten ist hart umkämpft. Bisher konnte sich Europa und das Unternehmen Arianespace gegenüber den Konkurrenten mit ihrem Erfolgsprodukt, der Ariane-Familie, behaupten. Allerdings tauchen am Horizont bereits neue Herausforderungen auf. So werden die Satelliten schwerer und schwerer. In den USA reagiert man bereits auf diesen Trend mit den neuen Raketenmodellen Atlas 5 und Delta IV. Auch Russland ist mit den ausbaufähigen Trägern Zenith und Proton bereits für die Zukunft gerüstet.
Die europäische Antwort auf die Trends der Satellitenkonstrukteure heißt ESC-A. Dies ist nicht etwa eine komplett neue Rakete. Es ist der Name der völlig überarbeiteten Oberstufe der Ariane 5.
Neuerungen
Ariane steht seit Jahrzehnten für nahezu 100%ig zuverlässige Trägerraketen. Dies galt für die Ariane 4 ebenso wie für die neue Ariane 5. Letztere startete seit ihrem missglückten Jungfernflug ebenso zuverlässig wie ihre Vorgänger. Sie ist die stärkste jemals in Europa gebaute Rakete. Doch nun wird sie noch stärker. Denn um weiterhin wirtschaftlich zu bleiben, sollten mindestens zwei Satelliten pro Start ins All transportierbar sein. Dies ist unter dem Massezuwachs moderner Satelliten bald nicht mehr möglich. Die bisherige maximale Nutzlast der Ariane 5 lag bei sieben Tonnen.
Aus diesem Grund wurde 1998 eine Verbesserung der Rakete in Auftrag gegeben. Ein Teil des Resultats ist eine neue Oberstufe, für die die Technologie der alten Ariane 4 umgerüstet wurde. Nun arbeitet auch die Oberstufe neben dem Haupttriebwerk der Ariane 5 mit sogenannten kryogenen Treibstoffen. Diese sind flüssiger Wasser- und Sauerstoff, die zur Lagerung um über 200 Grad heruntergekühlt werden müssen. Der Vorteil zu den zuvor verwendeten leicht lagerbaren Treibstoffen ist ein Zuwachs an gewonnenem Schub von über 50 Prozent.
Über ein Jahr lang war die vom deutschen Raumfahrtunternehmen Astrium entwickelte Oberstufe gründlichst getestet worden. Nach einigen Versuchen auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana war das neue Triebwerk zurück nach Deutschland geschickt worden, um hier mit Simulationen der Situation während des Starts fortzusetzen. Dazu gehörte beispielsweise die Beschallung, die während des Abhebens auf die Oberstufe einwirkt und die dem gleichzeitigen Start mehrerer Großraumflugzeuge entspricht.
Auch die Zentralstufe der 51,5 Meter hohen Trägerrakete fasst nun 20 Tonnen mehr Treibstoff. Die seitlich daran befestigten Booster wurden ebenso vergrößert, damit sie mehr Treibstoff aufnehmen können.
Voraussichtlich am 20. November 2002 ist es dann soweit: Die neue und stärkere Ariane 5 wird mit den beiden Satelliten Eutelsat HOT BIRDTM 7 und Stentor Telecommunications Demonstrator Spacecraft ins All starten. Trotz der vielen Neuerungen an der Rakete ist der Start trotzdem "nur" Teil der Routine: Es ist bereits der 11. Start von Arianespace in diesem Jahr.
Rückblick und Ausblick
Die Entwicklung der Ariane 5 hatte bereits Anfang der 1980er Jahre begonnen. Damals bestand das Ziel darin, einen starken Träger für das geplante bemannte Shuttle Hermes zu schaffen. Bald stellte sich heraus, dass Hermes kaum bezahlbar war und das Projekt wurde eingestellt. Übrig blieb fast als "Abfallprodukt" die Ariane 5. Doch spätestens heute lässt sich absehen, dass dieses "Abfallprodukt" eines längst vergessenen Programms zu einem der Zugpferde der europäischen Raumfahrtindustrie geworden ist. Erst im März diesen Jahres bewies der Träger, dass er auch "große Brocken" ins All hieven kann: Envisat, der massereichste und zugleich auch teuerste europäische Satellit aller Zeiten wurde erfolgreich ins All geschossen.
Mit dem voranschreitenden Ausbau der Internationalen Raumstation wird ab etwa 2004 das Automated Transfer Vehicle (ATV) die Station regelmäßig mit Nahrung, Wasser, Versorgungsgütern und Treibstoff versorgen. Auch dieses ca. 10 Tonnen schwere Raumfahrzeug soll mit der Rakete starten.
Mit der neuen Ariane 5 sind die Weichen für eine zukunftsfähige europäische Raumfahrt gestellt. Doch auch wenn dieser Bereich Aufgrund von immensen Kostenüberschreitungen bei der ISS derzeit nicht beliebt ist: Vielleicht wird die Rakete eines Tages doch noch für Europa die ersten Menschen ins All schicken.
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Sojus TMA-1 erreicht Raumstation
Die fünfte Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Waleri Korsun, Bordingenieur Sergej Trestschow und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Peggy Whitson erhielt zum zweiten Mal innerhalb eines Monats Besuch von der Erde. Grund dafür ist der Austausch des Rettungsraumschiffes, der alle sechs Monaten stattfindet, um eine vom Hersteller garantierte Rückkehrfähigkeit für die Stammbesatzung zu gewährleisten, sollte ein Problem diese dazu zwingen, vorzeitig zur Erde zurückzukehren.
Am 30. Oktober um 06.11 Uhr Moskauer Zeit beziehungsweise am 29. Oktober um 22.11 Uhr Eastern Standard Time (EST) startete vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan eine russisch-belgische Besatzung zur ISS um ein neues Rettungsraumschiff anzukoppeln. Das Raumschiff vom Typ Sojus TMA wurde von einer Rakete des Typs Sojus FG in die Erdumlaufbahn transportiert, wobei beide zum ersten Mal im Rahmen einer bemannten Mission zum Einsatz kamen. An Bord des neuen Rettungsraumschiffes befanden sich der russische Kommandant Sergej Saljotin, der belgische Bordingenieur der European Space Agency (ESA) Frank de Winne und der russische Bordingenieur Juri Lontschakow.
Der Start fand bei dichtem Nebel statt. Acht Minuten und 40 Sekunden nach dem Abheben erreichte Sojus TMA-1 die Erdumlaufbahn und die Solarzellenflächen sowie Navigationsantennen entfalteten sich. Die neuen Raumschiffe des Typs Sojus TMA wurden so entworfen um sowohl größeren als auch kleineren Besatzungsmitgliedern entgegenzukommen. Außerdem sind sie mit aufgerüsteten Computern, einer neuen Kontrolltafel im Cockpit sowie verbesserter Avionik ausgestattet. Während de Winne seinen ersten Raumflug unternimmt können seine beiden russischen Kosmonautenkollegen jeweils auf einen Raumflug zurückblicken. Saljotin flog vom 04. April 2000 bis zum 16. Juni 2000 als Kommandant der letzten Stammbesatzung an Bord der russischen Raumstation Mir. Lontschakow flog vom 19. April 2001 bis zum 01. Mai 2001 als Missionsspezialist an Bord des Space Shuttle Endeavour im Rahmen der Mission STS-100 zur ISS.
Am 01. November um 08.01 Uhr Moskauer Zeit beziehungsweise um 00.01 Uhr EST koppelte dann Sojus TMA-1 nach einem problemlosen zweitägigen Flug an das Pirs Docking Compartment der Raumstation an. Zum Zeitpunkt der Kopplung befanden sich die beiden Raumfahrzeuge 370 Kilometer über Zentralrussland. Die fünfte Stammbesatzung beobachtete die Ankunft ihrer neuen Gäste vom Servicemodul Swjesda aus, an das das Pirs Docking Compartment gekoppelt ist und nach unten zeigt. Damit beginnen nun acht Tage gemeinsame Arbeit an Bord der Raumstation. Durchgeführt werden eine Vielzahl wissenschaftlicher Experimente, von denen der Großteil im Rahmen eines kommerziellen Vertrages zwischen der ESA und der Rossijskoje Awiazionnoje i Kosmitscheskoje Agenstwo (RAKA) geregelt ist. Einige der Experimente werden auch in der Microgravity Science Glovebox (MSG) durchgeführt, die sich im Labor Destiny befindet.
Nachdem eine Überprüfung auf mögliche undichte Stellen zwischen Sojus TMA-1 und der ISS durchgeführt worden war, wurden die Luken zwischen den beiden Raumfahrzeugen um 09.26 Uhr Moskauer Zeit beziehungsweise um 01.26 Uhr EST geöffnet. Während sich die sechs Besatzungsmitglieder begrüßten, empfingen sie Glückwünsche aus dem russischen Zentr Uprawlenija Poljotam (ZUP) in Koroljow, wo sich russische und europäische Würdenträger aufhielten. Am 09. November sollen Saljotin, de Winne und Lontschakow an Bord von Sojus TM-34 abkoppeln und in der kasachischen Steppe landen. Sojus TM-34 ist momentan an den nach unten zeigenden Dockingmechanismus des Kontrollmoduls Sarja gekoppelt.
Die Ankunft von Sojus TMA-1 setzt zudem die Voraussetzungen für den Start des Space Shuttle Endeavour am 11. November. Die Endeavour soll die fünfte Stammbesatzung gegen die sechste Stammbesatzung, die aus Kommandant Kenneth Bowersox sowie den Bordingenieuren Nikolai Budarin und Donald Pettit besteht, austauschen, die sich seit Juni an Bord der Raumstation befindet. Zur weiteren Besatzung der Endeavour gehören Kommandant James Wetherbee, Pilot Paul Lockhart sowie die Missionsspezialisten Michael Lopez-Alegria und John Herrington. Die Hauptnutzlast bildet die Port 1 (P1) Integral Truss Structure (ITS), die vierte von insgesamt elf solcher Trägerstrukturen, die das Rückgrat der ISS für das Hinzufügen neuer Module sowie stromerzeugender Solarzellenflächen bilden.
Ursprünglich war der Start der Mission STS-113 für den 10. November vorgesehen. Da dieser in den frühen Morgenstunden stattgefunden hätte, wäre nur sehr wenig Zeit zwischen dem Abkoppeln von Sojus TM-34 und dem Start von STS-113 geblieben. Daher wurde der Start um einen Tag verschoben, um der fünften Stammbesatzung mehr Zeit zu geben und es ihr zu ermöglichen, ihren Schlafzyklus zwischen der Abreise von Sojus TM-34 und der Ankunft von STS-113 anzupassen.
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Nach vorgestellten Webseite zur amerikanischen Mondlandung vor drei Wochen, kommt nun logisch der nächste Schritt. So wie die Mondflüge der erste Schritt zur Landung auf fremden Himmelskörpern waren, so wird dieses Abendteuer beim Mars fortgesetzt werden. Bemannte Raumflüge zum Mars sind nicht länger nur Utopie, sie sind, vor allem seit dem Wasserfund in der Oberfläche des Planeten, in greifbare Nähe gerückt. Doch es ergeben sich zahlreiche Probleme. Der Mars weist eine Atmosphäre auf, die die Landung von Raumfahrtzeugen im Gegensatz zum Mond erschwert.
Eine der wichtigsten Missionen zum Erforschen der Probleme der Marslandung und auch sicher die aufschlussreichste Marsmission war die des Pathfinders. Auf die Entdeckungen die der Pathfinder damals gemacht hat, werden sich die kommenden Expeditionen stützen. Alle Erkenntnisse und Daten zur Pathfinder-Mission kann man auf hier finden. Für die Marsinteressierten auf jeden Fall einen Besuch wert.
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InDetail: Hertzsprung-Russel-Diagramm |
von Mark Weimar | |
Die wohl wichtigsten Merkmale eines Sterns sind seine Temperatur und seine absolute Helligkeit. 1913 hatten zwei Astronomen, Ejnar Hertzsprung und Henry Norris Russel, unabhängig von einander die Idee, den Zusammenhang zwischen den beiden Größen grafisch darzustellen. Das Ergebnis war das Hertzsprung-Russel-Diagramm wobei auch die Bezeichnung Farben-Helligkeits-Diagramm gebräuchlich ist. Um ein solches Diagramm zu erstellen geht man von einer bestimmten Anzahl von Sternen aus von denen man die Entfernung kennt, um ihre absolute Helligkeit errechnen zu können. Als nächstes muss die Temperatur der Sterne bestimmt werden, wofür man die Spektralklassen der Sterne ermittelt. Dann werden diese beiden Größen auf zwei verschiedenen Achsen eingetragen.
Auf der x-Achse wird die Temperatur angegeben und auf der y-Achse wird die absolute Helligkeit eingetragen. Wenn man das Diagramm erstellt hat erkennt man, dass sich die Sterne in ganz bestimmten Zonen des Diagramms anhäufen. Eine bestimmte Reihe an der sich die Sterne im Diagramm anhäufen ist die sogenannte Hauptreihe. Demnach werden Sterne, die sich in dieser Hauptreihe befinden Hauptreihensterne genannt. Auch unsere Sonne ist ein solcher Hauptreihenstern. Diese sind jene Sterne die sich in ihrer stabilen Phase ihres "Lebens" befinden.
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"In Space Newsletter" #049 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
2. November 2002
Auflage: 717 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Supervising:
Lorenz Ulrich
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Jan Großmann
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Michael Stein
Lu Shi
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
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